Das Glück, gemeinsam zu klingen
Wenn in Biel während vier Tagen über 25 000 Musikantinnen und Musikanten aus der ganzen Schweiz zusammenkommen, wenn Marschmusik durch die Strassen zieht, Registerproben neben Foodständen stattfinden und Menschen aller Generationen gemeinsam musizieren, dann wird spürbar: Blasmusik ist weit mehr als ein Wettbewerb.
Dieses Glück ist nicht spektakulär, es entsteht langsam, Woche für Woche und Probe für Probe. Vielleicht wird gerade deshalb seine gesellschaftliche Bedeutung manchmal unterschätzt.
Die Schweizer Blasmusiktradition gehört zu den grossen kulturellen Netzwerken unseres Landes. Hunderte Vereine ermöglichen musikalische Bildung, kulturelle Teilhabe und generationenübergreifende Begegnung, getragen von ehrenamtlichem Engagement und einer beeindruckenden lokalen Verwurzelung.
Das Eidgenössische Musikfest machte diese Realität sichtbar. Für einige Tage wurde Biel zum klingenden Zentrum einer Schweiz, die sich nicht primär über politische Debatten oder Unterschiede definiert, sondern über gemeinsames Tun. Und vielleicht erinnert uns genau das daran, was kulturelles Leben im Kern ausmacht: nicht Perfektion allein, sondern Zugehörigkeit.
Oder einfacher gesagt: das Glück, gemeinsam zu klingen.
