Conférence Romande

Am 1. Dezember versammelten sich Musikschulleitende aus den französischsprachigen Kantonen zur Conférence Romande. Gastgeberin war das Conservatoire de Fribourg, eine kantonale Musikschule mit über 40 Unterrichtsorten und rund 4000 Schüler:innen.

„Dieser  Austausch ist für uns als einzige Musikschule im Kanton sehr wertvoll“, sagt Nils Perrot, Mitglied der Schulleitung, „Es ist eine Chance für uns, andere Musikschulen und Gegebenheiten kennen zu lernen.“ 

Für Weiterbildung sorgte der Input von Richard-Emmanuel Eastes von der HES-SO. Rund ein Jahr nachdem ChatGPT und andere generative KI auftauchten zog er ein erstes Fazit. „Wieviele von Ihnen haben ChatGPT bereits ausprobiert?“, fragte er zum Einstieg. Fast alle Hände gingen in die Luft. Auf die Frage, wieviele der Teilnehmenden generative KI-Tools im Alltag regelmässig nutzen, antworteten immerhin ein Drittel mit einem Ja. Eastes demonstrierte Konversationen mit ChatGPT, kreierte Bilder und zeigte auf, wie sich KI auch in Sachen Musik ständig verbessert. „ChatGPT ist nicht Wikipedia, es sammelt nicht Wissen“, betonte er, „Es ist nur an Regeln und Wahrscheinlichkeiten interessiert.“ Dies machte er konkret deutlich: Er überzeugte ChatGPT davon, in der Tonart D-Dur gebe es drei statt der korrekten zwei Kreuze, worauf die KI sich entschuldigte und ihm recht gab. Als Assistent sei ChatGPT allerdings sehr hilfreich: Es fasse lange Texte zusammen, diene als Ideenlieferant, bringe E-Mails in Form, und vieles mehr.

Anschliessend lieferte Philippe Müller Informationen aus dem Verband. Dazu gehört ein Ausblick: 2025 wird der Verband Musikschulen Schweiz sein 50-jähriges Bestehen mit einer Art Tour de Suisse feiern, in Zusammenarbeit mit dem PowerUp Radio der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Rege diskutiert wurde auch das Förderprogramms Junge Talente Musik und dessen Stand in den einzelnen Kantonen.

Auf der Traktandenliste stand schliesslich auch die Zukunft der Conférence Romande. Zumindest auf der organisatorischen Ebene wird es ab 2024 Änderungen geben, da an der  Delegiertenversammlung vom 24.11. entschieden wurde, regionale Konferenzen künftig nicht mehr Top-Down, sondern nach dem Bottom-Up-Prinzip durchzuführen. Dies bedeutet, dass der VMS überkantonale Konferenzen nicht mehr selber durchführt, sie aber gern unterstützt, sofern das Bedürfnis besteht. Die Wortmeldungen der Anwesenden zeigten deutlich, dass dieses Bedürfnis in der Romandie besteht. Vertretende des Kantons Waadt erklärten sich bereit, die Organisation der Conférence Romande 2024 zu übernehmen. 

Bilder: Anicia Kohler

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