50 Jahre VMS – Jubiläumsfeier in Bern

Rund 150 geladene Gäste feierten den Verband Musikschulen Schweiz am 21. November. Die Ansprache von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider über den Wert von Musik und die vielfältigen musikalischen Beiträge talentierter Jugendlicher gehörten zu den Highlights des Feier.

Jubiläumsfeier im Konservatorium Bern (Bilder: Roland Juker)

Bereits lag ein bisschen Schnee in der Berner Altstadt, als die Gäste am späten Nachmittag im Konservatorium Bern eintrafen. Zur Einstimmung hörten sie einen Zusammenschnitt aus über 100 Stunden Podcasts, die im Rahmen der Jubiläumstournee im September an Musikschulen aus 17 Kantonen produziert worden waren. Danach betrat das Jugend Sinfonie Orchester Bern (JSO) die Bühne. Die Musiker:innen im Alter von 13 – 23 Jahren unter der Leitung von Droujelub Yanakiew eröffneten den Anlass nicht mit einem energischen Gassenhauer, sondern ganz im Gegenteil sehr leise mit schimmernden Akkorden der Streicher und einem sanften Frage- und Antwortspiel der Holzbläser:innen auf der Empore. Eine hochkarätige Interpretation des Stückes  „The Unanswered Question“ von Charles Ives, für das das JSO viel Applaus erhielt – und laute Bravorufe.

Philippe Krüttli, seit 2022 Präsident des Verbandes, begrüsste die Anwesenden mit einem tief empfundenen Dank, einem Rückblick und einem Ausblick auf die Tätigkeiten des VMS. Er betonte insbesondere das grosse Engagement der rund 370 Musikschulen, die dem VMS via Kantonalverbände angeschlossen sind.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eröffnete ihre Festansprache mit einem Zitat von Albert Einstein, der meinte, er wäre vermutlich Musiker geworden, wenn er nicht Physiker wäre. Er denke in Musik, lebe seine Tagträume in Musik, sehe sein Leben als Ausdruck der Musik. Sie hob die Kompetenzen hervor, die die Musik und das Zusammenspiel oder -singen im Chor und Orchester fördert, und bezeichnete sie als Schlüsselkompetenzen der Zukunft. Der VMS sei für den Bund ein zentraler Partner, gemeinsam habe man die beiden nationalen Programme Junge Talente Musik und Jugend+Musik entwickelt. „Die Musik ist kein Luxus und darf auch keiner werden“, sagte sie.  Schliesslich bedankte sie sich bei den Musikschulen und den Musikpädagog:innen. Ihre Arbeit erfordere Kompetenz und Leidenschaft – sicher könnten sich die Anwesenden alle an engagierte Musikpädagog:innen erinnern, die ihnen die Welt der Musik eröffnet hätten. Für ihre Rede und die spontanen Fragen an die Musiker:innen des JSO erntete auch sie einen grossen Applaus.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider im Gespräch mit Musiker:innen des Jugend Sinfonie Orchesters (Bild: Roland Juker)

Yvonne Glur, Vizepräsidentin des Schweizer Musikrats, in Vertretung des SMR-Präsidenten Stefan Müller-Altermatt, meinte in ihrer Ansprache: „Dass es Musikschulen gibt, ist von unschätzbarem Wert für die Gesamtgesellschaft. 600’000 Amateure und Profis sind im Schweizer Musikrat vereint. Ohne den VMS, ohne die Musikschulen wäre es nur ein Bruchteil.“ Auch Andreas Wegelin, Präsident des Schweizer Jugendmusikwettbewerbs und CEO der SUISA, bedankte sich beim VMS. Musikalisch begabte Kinder zu fördern, sei eine sinnstiftende Arbeit, die der VMS und der Schweizer Jugendwettbewerb gemeinsam hätten. Er wies zudem auf Gefahren hin, die das Schweizer Musik- und Kulturschaffen bedrohten: Künstliche Intelligenz, die weltweit verlässliche Regeln erfordere, damit Kreativität nicht wegrationalisiert werde – und die Halbierungsinitiative.

Der 14jährige Yan Hostettler zeigte mit drei Stücken auf, was mit dem Hackbrett musikalisch alles möglich ist. Er spielte ein Stück von den Beatles, den Appenzeller Bläss sowie auch Yann Tiersen. Und David Barta aus Lausanne, der sich für elektronische Musik begeistert, spielte einen Drum’n’Bass-Track ab und gab anschliessend Einblick in seine Ableton-Session, präsentierte seinen Lieblings-Synthesizer und erklärte die Effekte, die er über die einzelnen Spuren gelegt hatte. Für Begeisterung sorgte auch der Auftritt eines Jazz-Ensembles der Swiss Jazz School Bern – die Musiker:innen spielten ganz am Schluss zwei modale Stücke voller Energie.

Schliesslich verdankte Vorstandsmitglied Eva Crastan die Musikschulen und ein Team von power_up Radio der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, die die Jubiläumstournee möglich gemacht hatten.

Mit einem Apéro Riche ging der Abend bei gemütlichem Beisammensein zu Ende. Die Gäste aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland tauschten sich aus und stiessen miteinander an. Auf weitere 50 Jahre, hiess es dabei mehrmals – das wollen wir gern hoffen.

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