In herzlicher Erinnerung an Hector Herzig (1954 – 2026)

Am 29. Juni 2026 ist Hector Herzig nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren wir einen Menschen, der unseren Verband stark geprägt hat – als Visionär und als Brückenbauer zwischen Musik und Politik.

Hector Herzig, 2023 im Einsatz für den Verband Musikschulen Schweiz (Bild: Niklaus Rüegg)

Wir schicken voraus: Der Verband Musikschulen Schweiz hat Hector Herzig enorm viel zu verdanken. Er initiierte eine Volksinitiative für mehr Chancengerechtigkeit in der musikalischen Bildung mit, er lancierte das Forum für Musikalische Bildung, lancierte zusammen mit der Hochschule der Künste Bern eine Musikschulleiter-Ausbildung und unterstützte den Verband bei dessen Professionalisierung. Wir schauen mit Dankbarkeit zurück auf die gemeinsam verbrachten Jahre und entbieten Hectors Familie unser herzliches Beileid.

Nach seinem Trompetenstudium an der Zürcher Hochschule der Künste leitete er von 1991 bis 2007 die Musikschule Liestal und entwickelte sie mit klarem Fokus auf Qualität weiter. Von 2006 bis 2012 präsidierte er den Verband Musikschulen Schweiz (VMS) und war einer der Initiant:innen der Volksinitiative «jugend+musik». Zusammen mit Weggefährten formulierte er den Initiativ-Text und setzte sich politisch ein, bis das Schweizer Volk am 23. September 2012 mit historischen 72,7 Prozent Ja-Stimmen den neuen Verfassungsartikel zur musikalischen Bildung annahm. Ein Meilenstein für Musikschüler:innen in der ganzen Schweiz.

Hector liebte den Blick in die Zukunft. Er entwarf Visionen, die andere inspirierten, die etwas ins Rollen brachten. Wer mit ihm zusammenarbeitete, spürte sein Vertrauen: Er liess machen und schuf Freiraum, statt zu bestimmen. Er verstand sich als Ermöglicher. «Trial and error», sagte er oft, und: Erfolg habe drei Buchstaben – T, U, und N. Tun. Gemeinsam tun. Gemeinsam etwas erreichen.

Wie sähe die Musikschule „auf der grünen Wiese“ aus, fragte er sich. Besonders stark bewegte ihn der Wunsch, die Musikschule als Bildungsinstitution näher an die Volksschule zu bringen. Er wünschte sich, dass Musik gleich viel gilt wie andere Schulfächer, und war überzeugt, dass jeder junge Mensch eine solide musikalische Bildung zugute hat – unabhängig von einer professionellen Laufbahn. Für ihn war klar, dass die Gesellschaft Kultur braucht, und insbesondere Musik.

Auch das Forum Musikalische Bildung (FMB), das er 2002 mitbegründete, gehörte zu seinen Visionen. Alle zwei Jahre treffen sich seither Musikschulleiter:innen, Musikpädagog:innen und weitere Menschen, die sich für musikalische Bildung interessieren, während zwei Tagen in Baden (AG), tauschen sich aus, vernetzen sich und entwickeln gemeinsam neue Ideen. Auch das Qualitätsmanagementsystem quarte Open Label für Musikschulen und die Qualifizierung von Musikschul-Leitungspersonen prägte er massgeblich mit.

Seine klare Haltung, unbeirrt von Nebengeräuschen, konnte durchaus polarisieren, es kam im Vorstand manchmal auch zu intensiven Diskussionen. Es beschwerte ihn, wie langsam die politischen Mühlen manchmal mahlten. Trotzdem blieb er auch nach seiner Zeit beim VMS politisch aktiv: als Gemeindepräsident von Langenbruck und von 2011 bis 2019 als Präsident der Baselbieter GLP.

Hector Herzig war ein Mensch, der gross dachte und trotzdem nahbar blieb. Ein Freund der Musik und ein Ermöglicher für viele Menschen und Institutionen. Wir verabschieden uns von ihm mit grosser Dankbarkeit und Respekt. Wir werden ihn als jemanden in Erinnerung behalten, der uns immer wieder ermutigte, gross zu denken, aber im Tun zu bleiben.

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Am 25.7.2026 lädt Hector Herzigs Familie zu einer öffentlichen Gedenkfeier ein.

25.7.2026
Reformierte Kirche
Erikaweg 1
4438 Langenbruck

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