Streamingdienste im Test 
Nahezu unendliche Musikmassen

Nahezu unendliche Musikmassen

Petra Umlauf, Chip/SMZ, 07.08.2014

Das deutsche Computermagazin Chip hat neun Streamingdienste auf Kosten, Soundqualität und Benutzerfreundlichkeit getestet.

Aboservices und werbefinanzierte Musik-Streamingdienste liegen im Trend. Bis 2017 erwartet das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers einen Anstieg der Umsätze von derzeit 70 auf rund 125 Millionen Euro. Kein musikalisches Wunder. Denn Kunden profitieren bei Flatrates von einem fast unerschöpflichem Reservoir an Songs für wenig Geld. Chip hat neun Dienste verglichen und neben Marktführer Spotify auch Ampya, Deezer, Google Play Musik, Juke, Napster, Rdio, Simfy und Sony Music Unlimited unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Unterschiede beim Angebot gibt es kaum. In puncto Kosten, Soundqualität und Benutzerfreundlichkeit bestehen jedoch deutliche Differenzen.
 
Quantität und Qualität
Nach eigenen Angaben greifen die Streamingdienste auf einen Standardkatalog von rund 20 Millionen Titeln zurück. Anbieter wie Juke und Deezer haben mit 25 beziehungsweise 30 Millionen Songs sogar weitaus mehr Lieder im Portfolio. Die Anzahl der verfügbaren Menge ist aber noch kein Qualitätsmerkmal. Der vermeintliche Mehrwert entpuppt sich oftmals als Tracksammlung wenig bekannter Künstler. Dazu kommt, dass bei Spotify und Co. nicht wirklich alle Bands vertreten sind: Einige etablierte Gruppen trotzen der Vermarktung durch Streaming-Plattformen nach wie vor.

In welchem Format gesendet wird (üblicherweise MP3, AAC oder Ogg Vorbis), entzieht sich der Entscheidung des Kunden. Unterschiede stellten die Experten von Chip auch in der Bitrate fest, die letztlich über die Soundqualität entscheidet. So bieten Deezer, Google Play Music, Juke, Music Unlimited, Simfy und Spotify eine maximale Bitrate von 320 KBit/s. Das entspricht im Grunde CD-Qualität. Auf mobilen Geräten ist diese Datenmenge häufig reduziert, wobei die meisten Dienste eine Anpassung in den Einstellungen bis zur Hi-Fi-Qualität erlauben.

Testen, teilen, zahlen
Alle Streamingdienste bieten eine kostenlose Testphase an. User müssen sich dafür mit einer E-Mail-Adresse anmelden. Bei Ampya, Deezer, Juke Rdio und Spotify ist das auch über das Facebook-Konto möglich. Lieblingshits lassen sich so mit anderen Usern aus der Freundesliste teilen. Spotify hat dieses System besonders stark ausgebaut: Anwender sehen direkt im Player, wer was gehört hat und können diese Songs ebenfalls abspielen. Nach der Testphase muss sich der Kunde für einen Tarif entscheiden. Die Preise für den stationären Gebrauch auf dem PC liegen bei knapp fünf Euro pro Monat. Simfy ist mit 4,49 Euro der günstigste Dienst, Napster repräsentiert mit 7,95 Euro das obere Ende. Premiumtarife von rund zehn Euro monatlich schließen die mobile Nutzung auf Smartphone, iPod und Tablet ein. Eine werbefinanzierte, kostenlose Nutzung bieten derzeit nur Ampya, Spotify und Deezer an, letztgenannter aber maximal für ein Jahr. Der Haken: Werbeintervalle unterschiedlicher Länge trüben einen ungestörten Dauergenuss.

Den gesamten Testbericht mit weiteren Informationen zur Benutzerführung und zu Features wie Webplayer und Apps finden sich in der Ausgabe 09/2014 von Chip, die im Handel sowie im Chip Kiosk erhältlich ist


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