In Deutschland bleiben viele Orchesterstellen unbesetzt

Die Zahl der Musikerinnen und Musiker in deutschen Berufsorchestern ist stabil. Fast jede zwanzigste Planstelle kann aus verschiedenen Gründen allerdings nicht besetzt werden.

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Bild: SWR)

2026 gibt es 9748 ausgewiesene Planstellen und damit 33 weniger als 2024, schreibt die deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono. Die Orchesterträger besetzten  tatsächlich viel weniger Stellen. Aktuell seien es gerade mal 9292, 456 seien vakant. Die Ursachen sind laut Unisono-Co-Geschäftsführer Robin von Olshausen vielfältig. Fachkräftemangel, regionale Standortnachteile und mitunter lange Einstellungsverfahren erschwerten die Besetzung. Besorgniserregend hohe Vakanzquoten haben beispielsweise das Philharmonische Orchester Erfurt (21 Prozent), das Orchester der Komischen Oper Berlin (18 Prozent) oder das Gürzenich-Orchester Köln (14 Prozent).

Besonders grosse Sorgen machen Unisono die steigenden Unsicherheiten der Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Rundfunkorchester, -chöre und -bigbands sind davon zunehmend betroffen. Aktuell gibt es konkrete Überlegungen beim SWR und SR, die auf einen Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie hinauslaufen. Dieser Schritt träfe ein exzellentes Orchester, das regional ausgesprochen stark verankert ist und noch immer unter den Folgen einer vorangegangenen Fusion leidet.

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