Der Grand Prix Musik 2022 geht an Yello

Das Bundesamt für Kultur vergibt den Schweizer Grand Prix Musik 2022 an Dieter Meier und Boris Blank von Yello. Neu geschaffene Spezialpreise erhalten die Vereinigung zur Förderung der improvisierten Musik AMR, die Volksmusiksammlung Hanny Christen sowie Daniel «Duex» Fontana.

Auch die Pianistin Simone Keller wird 2022 mit einem Musikpreis ausgezeichnet. Foto: Michelle Ettlin

Acht Jahre nach seiner ersten Ausgabe ändert der Schweizer Musikpreis sein Format: Unter anderem werden neben den Schweizer Musikpreisen für einzelne Musikschaffende und Musikformationen neu drei Spezialpreise an bedeutende Institutionen und Akteure der Schweizer Musikszene vergeben. So sollen mit den neuen Spezialpreisen Musik beispielsweise auch Persönlichkeiten, Veranstaltungsorte, Labels und Vermittlungsprojekte ausgezeichnet werden, die sich aktiv für die Stellung der Musik in unserem Land, das Musikschaffen und das kulturelle Erbe einsetzen.

Die Gruppe Yello wurde in den späten 1970er-Jahren in Zürich als Trio gegründet. Seit dem vierten von insgesamt 14 Studioalben besteht Yello aus dem Duo Boris Blank und Dieter Meier. Dabei kümmert sich Boris Blank vor allem um das Musikalische, Dieter Meier steuert die Texte, seine tiefe Frontmann-Stimme und die visuellen Konzepte bei. Insbesondere die Verwendung von Samples und synthetischen Klängen haben Geschichte geschrieben: Mit Singles wie The Race oder Oh Yeah gelangte Schweizer Musik in internationalen Charts in zuvor unerreichte Höhen.

Auch in diesem Jahr zeugen nach der Überzeugung des Bundesamtes die Trägerinnen und Träger der Schweizer Musikpreise von der Lebendigkeit und Vielfalt des Schweizer Musikschaffens: Das Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp (Genf) verbindet auf eigenwillige Weise unterschiedliche Poetiken und Ästhetiken; Daniel Ott (Grub AR) konzipiert unter Einbezug von Räumen und Landschaften neue Formen des Klanggenusses und erkundet das Musiktheater immer wieder von Neuem.

Ripperton (Lausanne), einer der kreativsten Schweizer Produzenten der Genres Techno und House, vertritt dieses Jahr neben den Trägern des Grand Prix Musik die elektronische Musik; herausragende technische und interpretatorische Vielseitigkeit ist eines der Merkmale der Mezzosopranistin Marina Viotti (Lausanne), die zusammen mit der Pianistin Simone Keller (Weinfelden TG), einer unermüdlichen Initiatorin musikalischer Projekte und Erforscherin neuer Klänge, das klassisch-zeitgenössische Genre vertritt.

Der Schlagzeuger, Komponist und Elektronikkünstler Arthur Hnatek (Genf) wirft einen aussergewöhnlichen Blick auf die Musik von heute; ebenfalls mit der Welt des Schlagzeugs verbunden – mit einer präzisen, reinen und gestisch minimalen stilistischen Handschrift – ist Fritz Hauser (Basel), ein Komponist und Performer mit einer einzigartigen Bühnenpräsenz.

Die Schweizer Musikpreise bestehen seit 2014. Jedes Jahr beauftragt das Bundesamt für Kultur rund zehn Musikexperten aus allen Landesteilen, die in den verschiedenen musikalischen Disziplinen tätig sind, rund 60 Kandidaten für die Schweizer Musikpreise zu nominieren. Zu Beginn des Jahres wählt die siebenköpfige Eidgenössische Jury für Musik aus den Einsendungen 11 Gewinner aus. Der Schweizer Grand Prix Musik ist mit 100’000 Franken dotiert, die Schweizer Musikpreise, die von 15 auf 11 reduziert werden, mit je  40’000 Franken und die Spezialpreise mit je 25’000 Franken. Der Gesamtbetrag, der auf die einzelnen Preise verteilt wird, bleibt durch die neue Struktur unverändert.

 

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