Sonart kritisiert Radioverkauf durch die SRG

Dass die SRG drei Musiksender veräussert, stösst beim Verband der Schweizer Musikschaffenden auf Kritik. Er stösst sich insbesondere daran, dass die Verpflichtung, 50 Prozent Schweizer Musik zu senden, für die neuen Eigentümer nur zwei Jahre gilt.

Der SRG-Sitz an der Schwarztorstrasse im Bern. Foto: Wikimedia Commons

Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz wechseln den Besitzer: Der erstgenannte Sender geht an CH Media, die anderen zwei an Digris, wie die SRG diese Woche bekannt gab. Die neuen Eigentümer verpflichten sich, die bisherige musikalische und inhaltliche Ausrichtung der Sender beizubehalten – allerdings nur für zwei Jahre.

Für Sonart, den Verband der Schweizer Musikschaffenden, ist das eine herbe Enttäuschung. «Nur wenige Monate nachdem sich Musikschaffende mit grossem Engagement gegen die Halbierungsinitiative und für eine starke SRG eingesetzt haben, müssen sie erneut einen Abbau ausgerechnet bei der Schweizer Musik hinnehmen», schreibt Sonart in einem Mediencommuniqué. Zwei Jahre seien keine nachhaltige Absicherung – sie würden die Unsicherheit lediglich vertagen. «Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz sind wichtige Plattformen für die Sichtbarkeit Schweizer Musik», betont Sonart. Die Sender würden via Suisa und Swissperform auch direkte Einnahmen für Musikschaffende generieren.

Sonart fordert von CH Media und Digris, den bisher geltenden Anteil von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik auch über die zweijährige Garantie hinaus beizubehalten. Von der SRG wiederum erwarte man, dass sie «den Verlust dieser wichtigen Plattformen in ihren verbleibenden Radio-, TV- und digitalen Angeboten konkret kompensiert und zusätzliche, dauerhafte Sichtbarkeit für Schweizer Musik schafft».

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