Hornmelodien aus einer Umbruchzeit

Charles Gounod schrieb die «Six mélodies pour le cor à pistons avec accompagnement de piano» für einen berühmten Hornisten und Hornbauer.

Charles Gounod 1870. Foto: Nadar, Bibliothèque nationale de France / wikimedia commons

Seit Jahrzehnten macht sich die Edition Kunzelmann, früher Edition Eulenburg, mit Sitz in Adliswil um die Pflege des Bläser-, vornehmlich des Hornrepertoirs verdient. Die stattliche Neuausgabe der Six mélodies von Charles Gounod zeugt von dieser eindrücklichen Beflissenheit.

Diese eingängigen, nicht allzu schwer zu spielenden Stücke sind schon 1982 in den Editions Billaudot Paris erschienen, herausgegeben vom Solohornisten des Orchestre de la Suisse Romande Edmond Leloir, in einer dreibändigen Ausgabe. Es ist zu begrüssen, alle Six mélodies nun in einem Heft zu erhalten. Widmungsträger dieser Werke ist der Hornist und Hornbauer Marcel-Auguste Raoux aus der berühmten Raoux-Dynastie.

Der Herausgeber der vorliegenden Ausgabe, Simon Scheiwiller, legt einen akribisch gearbeiteten Revisionsbericht vor. Aus seinem Vorwort erfährt man Interessantes über den historischen Kontext um den zögerlichen, umstrittenen Übergang vom Naturhorn zu den ersten Instrumenten mit Pistonventilen im Paris um 1840.

Als alter Freund der Buchdruckerkunst freut sich der Rezensent, ein so liebevoll gestaltetes Notenheft in der Hand zu halten.

Charles Gounod: Six mélodies pour le cor à pistons, hg. von Simon Scheiwiller, GM-1981, Fr. 29.30, Edition Kunzelmann, Adliswil

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