Kulturwinter Arosa
Der Kulturwinter Arosa bietet auch dieses Jahr ein vielfältiges Programm. Neben viel Musik gibt es Vorträge, Lesungen, Gespräche und einen Film. Aushängeschilder sind dabei die beiden Festivals Arosa Sounds und Arosa Klassik.
Das Arosa Sounds 2026 vom 29. Januar bis 1. Februar steht ganz im Zeichen des Klaviers – von sinnlichem Kopfkino bis Boogie-Woogie mit Herz. Mit Traffic präsentiert der Berner Komponist Simon Ho gemeinsam mit André Dubois eine Suite für zwei Pianos, inspiriert vom Unterwegssein: Bahnhöfe, Hotelbars, Märkte und Autobahnen werden zu musikalischen Szenerien voller Bewegung und Poesie.
Der palästinensische Pianist und Komponist Faraj Suleiman, bekannt für seine energiegeladene Verbindung von arabischer Musik und Jazz, begeistert mit Werken, die Brücken schlagen zwischen Orient und Okzident. Für pulsierende Rhythmen sorgt Frank Muschalle, einer der führenden Boogie-Woogie-Pianisten Europas. Die junge Schweizer Pianistin Manon Mullener nimmt das Publikum mit ihrem Album Stories auf eine Reise um die Welt. Jedes Stück erzählt von Menschen, Begegnungen und Emotionen – ein modernes Jazzalbum mit kubanischem Flair und viel Herz.
Mit dem Projekt Bündner Sounds bringt Arosa Kultur die Vielfalt der einheimischen Musikszene auf die Bühne: Von Mel D bis Ursina, von Walter Lietha bis FROM KID – das Quintett um Anna Bläsi, Gianna Lavarini, Sören Dokter, Marc Jenny und Rolf Caflisch verleiht Bündner Kompositionen mit neuen Arrangements von Andi Schnoz frische Klangfarben zwischen Pop, Minimal und Improvisation.
Das Klassikfestival Arosa steht dieses Jahr unter dem Motto «canti d’italia» und findet vom 27. Februar bis zum 20. März statt. Zur Eröffnung singt die Schweizer Mezzosopranistin Maria Riccarda Wesseling. Dabei entführt sie das Publikum in die wenig bekannte Welt italienischer Kunstlieder. Begleitet wird sie von der Pianistin Kristina Rohn. – Im Jahre 1896 hat Giuseppe Verdi in Milano die «casa di riposo» gegründet. Mit Il bacio di tosca hat der Schweizer Regisseur Daniel Schmid 1984 einen berührenden Film über das Altersheim geschaffen. Es bietet noch heute Unterkunft für Musiker, Opernsängerinnen… Menschen, bei denen die grosse Karriere nie stattgefunden hat – und andere, Erfolgreiche, deren Traumgagen längst aufgebraucht sind.
Bereits in der dritten Auflage ist der Reiseführer Genua – La superba erschienen. Ihr Buch hat die Bündner Historikerin Prisca Roth mit «Streifzüge durch die Kulturstadt» untertitelt. In ihrem Vortrag über Genua erzählt Prisca Roth über Genuas dunkle Gassenlabyrinthe, den Industriehafen, die höfliche Distanziertheit der Bewohnerinnen und Bewohner, die farbigen Gewänder der Afrikanerinnen, das stille Lächeln der Transvestiten… Der Genueser Cantautore Paolo Gerbella begleitet sie dabei.
Das Bündner Orchester le phénix – spezialisiert auf lebendige Interpretationen von Barockmusik – kombiniert in seinem Programm Originalwerke Vivaldis mit den Adaptionen dieses Musikstils durch Rondo Veneziano. Am Arosa Klassikfestival stellt «le phénix» erstmalig im Konzert Barock und «Moderne» live gegenüber und reist ins Venedig des frühen 18. Jahrhunderts, mit Originalklängen und im Stile der 1980er-Jahre.
Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Preisträger:innen des Hans Schaeuble Awards Konzerte im Rahmen des Klassik Festival Arosa geben. In zwei Gruppen erarbeiten sie in Arosa Konzertprogramme welche nebst in Arosa auch in Chur, Ilanz, Boswil, Cham und Zürich aufgeführt werden.
