Wunden, warm verpackt

Auf seinem dritten Album hält das Basler Trio Malummí am Folk- und Indie-Pop fest, präsentiert sich aber persönlicher. Die neun Stücke verweben schonungslose Verletzlichkeit mit tröstenden Klangfarben.

Die Basler Band Malummí. Foto: zVg

Malummí, das 2018 gegründete Trio, steht und fällt mit Larissa Rapold. Die Frontfrau ist nicht nur fürs Songwriting, sondern auch für den besänftigenden Gesang verantwortlich. Komplettiert wird die Formation durch den Multiinstrumentalisten Giovanni Vicari, der ausserdem als Albumproduzent fungiert, sowie den Schlagzeuger Lucas Zibulski. Mit Damaged By Their Silence, dem dritten Album, bleibt die nach einer imaginären Rückzugsinsel benannte Band ihrem Sound zwischen Indie-Folk und verträumtem Pop treu und garniert diesen mit hochgradig persönlichen Texten. Während sich auf der letzten Platte noch Raum für Improvisiertes fand, wirkt das Klangbild nun weniger verspielt, dafür fokussierter.

Nähe und Distanz

Mit dem Resultat, dass sich die neun Songs mal roh und konfrontativ zeigen, mal ruhig und luftig. Das Album beginnt mit dem verschleppten Therapist, einer ebenso melancholischen wie fragilen Ballade, mit funkelnden Rhythmen und schonungslosen Lyrics, die mit viel Wärme vorgetragen werden. Der angenehm brummende Song Silent Baby, der von den Sorgen der Eltern sowie vom immer wieder neu auszutarierenden Wechselspiel zwischen Distanz und Nähe erzählt, lässt dagegen die ansonsten gut versteckte Aufmüpfigkeit der Sängerin erkennen. Nicht minder direkt ist das anschliessende Adrian. Dessen Soft-Rock knüpft mitunter an Joe Dassins Chanson-Klassiker L’été indien an – zumal beide Lieder Sehnsuchtsgefühle heraufbeschwören. Dass die drei Bandmitglieder auch ein Herz für cineastischen Pop besitzen, beweisen sie mit dem 56 Sekunden dauernden Consumption, das wie eine kurze, aber nahezu perfekte Mischung zwischen 2026er-Tagebucheintrag und Judy Garlands Musical-Evergreen Over the Rainbow von 1939 klingt.

Das Fazit? Mit Damaged By Their Silence ist Malummí ein Werk gelungen, das der omnipräsenten Verletzlichkeit mit innerer Stärke und Haltung begegnet. Das Resultat ist feinsinnig, vielschichtig und geradezu rührend.

Malummí: Damaged By Their Silence. Mouthwatering Records

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