Die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur verleiht den Hans Reinhart-Ring 2013 an die Schauspielerin und Sängerin Yvette Théraulaz. Die höchste Auszeichnung für Theaterschaffende in der Schweiz wird seit 1957 von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur SGTK vergeben.

Yvette Théraulaz wird «für die kreative Originalität ihres leidenschaftlichen und einfühlsamen Schauspiels» geehrt. Während über 50 Jahren habe die Schauspielerin die Westschweizer Theaterszene geprägt – sowohl die institutionelle wie auch die unabhängige – und deren Einflussbereich durch Theaterstücke in Frankreich und Belgien bis auf die Bühnen dieser Länder ausgedehnt.

Parallel zu ihrer Theaterkarriere hat Yvette Théraulaz zahlreiche Liedaufführungen inszeniert, zu zweit für «À table» mit Pascal Auberson (1996), in einer Gruppe für «Perdants magnifiques» unter der Regie von Anne-Marie Delbart (2000) und über zehnmal alleine, wie zum Beispiel für die Aufführung «Histoires d’Elles», die ganz im Zeichen der Erinnerungen an ihre Mutter und ihre eigene Emanzipation durch den Feminismus steht (2007).

Die offizielle Preisverleihung des Hans-Reinhart-Rings 2013 findet im Herbst statt. Zeitpunkt und Ort der feierlichen Übergabe werden später festgelegt.

Die Dienststelle für Kultur des Kantons Wallis schreibt Stipendien und Unterstützungsbeiträge aus. Sie richten sich an alle Musiker, die eine professionelle Laufbahn anstreben, sei es im Bereich klassische oder aktuelle Musik oder Chanson.

Gesprochen werden drei dreijährige Unterstützungsbeiträge für Musiker und Gruppen in der Höhe von 15’000 Franken pro Jahr Jahr für Musiker und 30’000 Franken pro Jahr für Gruppen sowie zwei Unterstützungsbeiträge für Kompositionen in der Höhe von 10’000 Franken.

Drei bis fünf Beiträge gibt’s zum Aufbau von Ateliers für aktuelle Musik in der Höhe von bis zu 25‘000 Franken pro Projekt und drei Beiträge für Zusammenarbeiten zwischen Berufs- und Amateur-Musikern in der Höhe von bis zu 20’000 Franken pro Projekt.

Schliesslich werden drei Tutoratsprojekte für aufstrebende Künstler in der Höhe von 2000 bis 5000 Franken gefördert. Bewerbungen müssen bis zum 15. April 2013 eingereicht werden. Mehr Infos: www.vs.ch
 

Zur Kunst, in Bachs Kantaten einzuführen

Ein umfangreicher Sammelband schliesst die Basler Aufführungsreihe ab.

Schiff der Predigerkirche Basel. Foto: Martin Sg. / Wikimedia commons

Ging das Konzertleben lange an Bach-Kantaten vorbei, so konnte die SMZ in den letzten Jahren gleich über drei Aufführungsreihen berichten: in der Kirche von Trogen unter Leitung von Rudolf Lutz (9/2009, S. 14 f.), in der Basler Predigerkirche, Initiant war Jörg-Andreas Bötticher (9/2011, S. 24), und in der Luzerner Franziskanerkirche unter Franz Schaffner mit modernen Instrumenten (3/2011, S. 11).

Zum Abschluss in Basel ist ein stattlicher Band mit sämtlichen Werkeinführungen erschienen. Der als Organist an der Predigerkirche wirkende Initiant konnte Konzerte in konsequent solistischer Besetzung durchführen, wie sie Joshua Rifkin propagiert. Die sehr lesenswerten Texte verbinden historische Sachkenntnis mit der emotionalen Spielpraxis und ermöglichen deshalb einen direkteren Zugang zur Musik als die sicher verdienstvollen Bücher (u. a. von Alfred Dürr, Konrad Küster und Martin Petzoldt). So kommen die Einführungen den lebendigen, durchdachten, auf DVD zu verfolgenden von Rudolf Lutz und Pfarrer Karl Graf schon recht nahe. Zwei Beispiele aus Basel zur Illustration: Die Weimarer Weihnachts-Kantate 63 ist besonders reich besetzt, u. a. mit vier Trompeten. Dagmar Hoffmann-Axthelm schildert den Aufführungsort, die Schlosskirche von Weimar, genannt «Die Himmelsburg» (mit Abbildung). Der Standort der Musizierenden um die Orgel herum auf der dritten Empore war sehr beschränkt, so dass Bach-Forscher schon die Vermutung geäussert haben, die Aufführung sei wahrscheinlich an einen anderen Ort verlegt worden. Bei solistischer Besetzung hingegen genügte der vorhandene Platz. – Für die Advents-Kantate 61 beschreibt Bötticher ausser den kunstvollen musikalischen Gestaltungen auch Bachs Eingehen auf den Text: Während der minimal besetzten Da-capo-Aria Öffne dich zum Beispiel ändert sich im Mittelteil der Charakter komplett, selbst die Taktart, um die selige Stimmung des Herzens zu schildern.

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Wie schön leuchtet der Morgenstern. Johann Sebastian Bachs geistliche Kantaten. Werkeinführungen und Dokumente der Basler Gesamtaufführung, hg. von Albert Jan Becking, Jörg-Andreas Bötticher, Anselm Hartinger, 690 S. geb. mit 86 Abb. inkl. Fotodokumentation, Fr. 48.00, Schwabe Verlag, Basel 2012, ISBN 978-3-7965-2860-6

Zusammenspielen!

Ein Studiengang rückt kollektive Musizierformen in den Mittelpunkt.

© micromonkey – Fotolia.com

Einzelunterricht ist längst nicht mehr die einzige Lernform in der Vermittlung von musikalischem Wissen und Können. Das Lernen in Gruppen und das Spielen in Ensembles erweitert die Methodenvielfalt von Beginn an und macht das musikalische Lernen farbiger und attraktiver.

Die Hochschule der Künste Bern bietet neu den CAS Kollektive Musizierformen an. Dieser Weiterbildungsstudiengang informiert über die vielfältigen Möglichkeiten der musikalischen Arbeit in Schulklassen, Gruppen, Ensembles und Orchestern. Die Teilnehmenden lernen ein neues Ensemble zu initiieren und aufzubauen oder eine bestehende Formation künstlerisch weiterzuentwickeln. Vermittelt werden zudem Ensembleführung, das Arrangieren von geeigneter Literatur, solide Grundlagen der Dirigiertechnik und konzertpädagogische Aspekte.

Ausführliche Informationen:
http://www.hkb.bfh.ch/de/weiterbildung
 

Die Menschen hinter den Musikstilen

Das vierte Norient Musikfilmfestival bescherte dem Publikum eine Entdeckungsreise durch aktuelle Musikphänomene dieser Welt. Dabei standen nicht nur filmische Momente im Mittelpunkt.

Liquid Land Filmstill: Simon Berz © www.lqdlnd.com

«Ein guter Musikfilm erzählt dem Publikum eine Geschichte und eröffnet diesem eine neue Welt», erklärt Michael Spahr, Co-Organisator des Norient-Festivals kurz nach dem Ende der Filmnächte im Berner Reitschul-Kino. «Jedes Jahr bekommen wir Dutzende Einsendungen mit Musikdokumentarfilmen. Darunter viele, die nach demselben TV-Muster aufgebaut sind: Interview mit dem Musiker, Konzertausschnitt und wieder Interview. Eine richtige Geschichte wird selten erzählt. Wenn aber die Geschichte spannend ist, kann sogar die porträtierte Musik langweilig sein», resümiert der Videokünstler und Journalist. Die Qual der Wahl scheint sich gelohnt zu haben: Die vierte Festival-Ausgabe des Berner Onlinenetzwerks für lokale und globale Musik und Medienkultur Norient vom 10. bis zum 13. Januar erhielt nicht nur im Vorfeld eine bestechende Medienresonanz, es überzeugte auch an den Abenden selbst. Und: Es erzählte Geschichten, die unter die Haut gingen.

Unkommentierte Gräueltaten
Im verstörenden Film Until the Light Takes Us (USA/Norwegen 2008) widmen sich die Regisseure Aaron Aites und Audrey Ewell mit dem Black Metal einem Musikgenre norwegischen Ursprungs, das an brutalem und kaltem Ausdruck seinesgleichen sucht. Mit einer lauten und düsteren Ästhetik zeichnet der Black Metal einen Gegenentwurf zur scheinbar perfekten Vorzeigedemokratie Norwegen. Für die Aufnahmen wird anstelle eines Kondensatormikrofons gerne mal ein Headset zur Hand genommen, die Stimmen krächzen und schreien. Alles soll möglichst schlecht klingen, beschreibt ein Musiker in der Filmdokumentation den Stil. Das Nischengenre geriet in den frühen Neunzigerjahren ins mediale Scheinwerferlicht. Grund waren abgebrannte Kirchen, Suizide und Morde aus dem Umfeld der norwegischen Black-Metal-Gruppen.

Varg Vikernes, einer der beiden Protagonisten des Films, sitzt seit über 20 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis von Trondheim. Mit einer ungeheuerlichen Seelenruhe erzählt er von Brandstiftungen und dem Mord an seinem Rivalen und breitet sein rechtsextremes Weltbild aus. Die Regisseure lassen die zutiefst befremdenden Aussagen unkommentiert stehen und ernten prompt Kritik. Der am Festival anwesende Aaron Aites entgegnet darauf: «Dass ein Mord nicht zu billigen ist, sollte ich nicht mehr kommentieren müssen, das spricht für sich.»

Ausschnitt aus einer Sonate für Violine solo von Johann Sebastian Bach in der voluminösen Akustik einer imposanten Fabrikhalle.

Baggenstos/Rudolf,SMPV

«Ein Bach fliesst durch die Fabrik» entstand aus der Zusammenarbeit des Künstlerduos Baggenstos/Rudolf und der Geigerin Davni Ledergerber. Das Video wurde speziell für die Ausstellung «die fabrik ruft» im ehemaligen Zementfabrikareal von Brunnen, Schwyz, realisiert (Sept. 2012). Auf einem, an Drahtseilen über dem Abgrund der Halle hängenden Flachbildschirm wurde es präsentiert. Der Ton war über Kopfhörer zu hören. Das hatte den frappanten Effekt, dass die Geräusche von Zuschauern und anderen akustischen Quellen der Ausstellung wie ausgeblendet schienen. Sobald man sich die Kopfhörer aufgesetzt hatte, befand man sich mit den Geigenklängen in der leeren Fabrikhalle. Bauliche und akustische Architektur treten in einen Dialog. Ein Grund, weshalb die Sonate Nr.1 g-Moll BWV 1001 (1. Satz) von Sebastian Bach gewählt wurde. 

Das Video dauert 5′ 17“; die DVD kann bestellt werden bei: 
www.baggenstos-rudolf.ch

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Ein Bach fliesst durch die Fabrik (Ausschnitt)

Tonträgerproduktionen: So heisst das neue Förderinstrument von Pro Helvetia, das die bisherige Labelförderung Jazz und die Werkbeiträge Pop zusammenfasst.

Bewerben können sich Schweizer Musikerinnen und Musiker, Bands oder unabhängige Labels. Das Gesuch soll die vollständige Produktion eines Albums umfassen. Dazu gehören die Erarbeitung eines neuen Repertoires, die Studioaufnahme, das Mastering, der physische und/oder digitale Release sowie der internationale Vertrieb. 

Der Release muss durch ein unabhängiges Label erfolgen, welches eine breite internationale Distribution garantieren kann. Erstlingsproduktionen werden nicht berücksichtigt. Der Entscheid obliegt einer Jury.

Bei positivem Entscheid geht ein Teil des gesprochenen Beitrags an die Musikschaffenden und ein Teil an das Label für die internationale Promotion des Albums. 

Mehr Informationen zu den Teilnahmebedingungen unter: www.prohelvetia.ch

Klingendes Bestiarium

Effektvoll vertonte französiche Fabeln für Singstimme und Klavier.

Isabelle Aboulker 2016. Foto: Edmond Rosenfeld / wikimedia commons

Mein Wunsch nach mehr Liedern von Isabelle Aboulker, geäussert anlässlich einer meiner letzten Rezensionen (SMZ 12/2010, S. 35), ist erfüllt worden: Eine Sammlung von 16 Fabeln von La Fontaine wurde von Notissimo Editeur herausgebracht (Vertrieb Alphonse Leduc).

Isabelle Aboulker zieht bei traditioneller Harmonik mit Takt- und Tempowechseln alle effektvollen Register, um der antrabenden Tierwelt eine Stimme zu verleihen. Der Hase fürchtet sich staccato, der Frosch bläst sich in aufsteigendem C-Dur bis zum Platzen auf etc. Oft wird – besonders um eine Pointe zu platzieren – die Sprechstimme eingesetzt, was die Fabeln zu Melodramen erweitert.
Die Lieder liegen durchwegs gut für die Stimme, Voraussetzung für eine erfolgreiche Aufführung sind allerdings ein schnelles Mundwerk, komödiantisches Flair und ein untadeliges Französisch. Die Anforderungen an die Begleitung liegen im Bereich der grotesken Untermalung und der rhythmischen Flexibilität, weniger im pianistischen Schwierigkeitsgrad.

Leider ist die Schrift der Singstimme und vor allem des Textes eher klein, da bleibt wohl nur das Auswendiglernen! Dazu stolpert man beim Lesen über allerlei Druckfehler wie fehlende Notenhälse oder Punkte in der sonst sauber gestalteten Klavierstimme.

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Isabelle Aboulker, La Cigale et le Pot au lait, 16 mélodies pour voix moyenne et piano d’après les Fables de Jean de La Fontaine, NT21970Z, € 18,20, Notissimo Editeur/Alphonse Leduc, Paris 2012

Umfangreiche und gross besetzte Passionsmusiken

Eine anspruchsvolle Kantate von Friedrich Theodor Fröhlich und Bachs Pasticcio der Markus-Passion in neuen Ausgaben.

Friedrich Theodor Fröhlich. Bildquelle: Wikimedia commons

Friedrich Theodor Fröhlich lebte von 1803 bis 1836 und zählte in dieser Zeit zu den namhaften Aargauer Musikerpersönlichkeiten. Seine Passions-Cantate erlebte die Erstaufführung am Karfreitag, den 1. April 1831. Sie ist sehr umfangreich und anspruchsvoll in der kompositorischen Satzweise wie auch in der chorischen und solistischen Besetzung und umfasst nicht weniger als 21 Sätze. Eine umfangreiche Ouvertüre eröffnet das musikalische Geschehen. Bereits im Eingangschor werden stellenweise bachsche Koloraturen eingesetzt. Nummer 5 ist für Frauenchor geschrieben. Gefragt sind ein dreistimmiger Kleinchor und ein ebensolcher Tuttichor. Das Quartett Nr. 9 fordert zwei Solotenöre zwei Solobässe und einen vierstimmigen Männerchor. Arien sind für alle Solostimmen vorgesehen. Speziell besetzt ist das Duett für Alt und Tenor. Sehr anspruchsvoll ist auch der Instrumentalsatz, insbesondere bei den Rezitativen und Arien. Die Ausgabe im Verlag Cantate Domino in Fleurier wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Swisslos Kanton Aargau.Image

Theodor Fröhlich, Passions-Cantate, texte de Abraham Emmanuel Fröhlich, partition chant-piano, CD 1193, Fr. 23.50, Cantate Domino, Fleurier 2011

Bach und Händel in einer Passion
Johann Sebastian Bach erstellte im Laufe seines Lebens drei Fassungen der Markus-Passion von «Kaiser». Die dritte entstand um das Jahr 1747; er war damals bereits sechzig Jahre alt. Sie wurde im Karfreitagsgottesdienst als Pasticcio mit sieben Arien aus Händels Brockes-Passion aufgeführt. Mit dem Terminus «Pasticcio» bezeichnet man die Praxis, Musikstücke von mehreren Komponisten zu einem neuen Werk zusammenzustellen. Die einzelnen Werkteile können unverändert oder bearbeitet erscheinen, einem neuen Kontext angepasst oder gar für einen bestimmten Anlass neu komponiert werden.

Die vorliegende Passion ist zweiteilig und sehr umfangreich. Der Basso continuo besteht lediglich aus einem bezifferten Bass. Die Edition nimmt in Kauf, dass über Einzelheiten in der dynamischen und artikulatorischen Gestaltung keine Klarheit zu erlangen ist, da die Instrumentalstimmen schon 1747 35 Jahre alt waren und die Vokalstimmen bereits 20 Jahre früher notiert wurden. Das Werk zählt 39 Nummern; die Partitur weist einen Umfang von hundert Seiten auf. Im heutigen Gebrauch würde eine gottesdienstliche Aufführung alle Normen sprengen.Image

«Kaiser» Markus-Passion als Pasticcio von Johann Sebastian Bach mit Arien aus Georg Friedrich Händels «Brockes-Passion», für Soli, Chor, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Violinen 2 Violen und B. c., hg. von Christine Blanken; Partitur, C 35.502/00, € 69.90; Klavierauszug, C. 35.502/03, € 24-50; Carus, Stuttgart 2012

Praxisbezogene Rock- und Pop-Werkstatt

Unterstützung für alle Klavierspieler, die in populären Stilen praktisch und theoretisch weiterkommen möchten.

Foto: 9905099@ukr.net / depositphotos.com

Durch seine beliebte Microjazz-Reihe hat der Komponist Arrangeur und Didaktiker Christopher Norton grosse Bekanntheit erhalten und braucht wohl vielen nicht mehr näher vorgestellt zu werden. Unter dem Titel Rock & Pop Piano Basics liegt ein weiteres Lehrwerk vor, das sich zum Ziel setzt, jungen Klavierspielenden die 20 wichtigsten aktuellen Pop-Stile näher zu bringen. Jedem Stil (von Pop-/Rock-Ballade über Country-Ballade und Indie-Hop bis Funk, Blues-Shuffle oder Disco u. a.) ist ein eigenes Kapitel gewidmet, wobei der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich steigt. Die 20 Einheiten sind sorgfältig aufgebaut und vermitteln dem Lernenden das nötige Rüstzeug, um sich musikalisch auszudrücken. Dazu gehören elementare Aspekte wie Akkorde und deren Umkehrungen, die gängigsten Tonarten, Intervalle, verschiedene Modi, Voicings und Rhythmus-Muster.

Die Theorie wird immer mit viel Praxisbezug vermittelt und an Spielübungen angewandt. Zugleich helfen die auf der Begleit-CD vom Komponisten eingespielten Beispiele, sich eine Klangvorstellung zu bilden. Zu jedem Stück bzw. Kapitel finden wir einen Groove-Track, der als Rhythmus Gruppe (Gitarre, Bass, Schlagzeug) die elementaren Spiel- und Klopfübungen unterstützt. Die folgenden Play-along- und Performance-Tracks lassen uns weiter in die Musik eintauchen und wer sich noch weiter einhören will, kann die zusätzlichen Hörvorschläge (nicht auf der CD) hinzuziehen. Dieser Klavier-Workshop ist sehr praxisbezogen aufgebaut und kann allen, die schon eine gewisse Spielfertigkeit erlangt haben, aber ihren stilistischen und theoretischen Horizont erweitern möchten, ein nützlicher Ratgeber und Begleiter sein.Image

Christopher Norton, Rock & Pop Piano Basics, Der Klavier-Workshop für Blues, Funk, Gospel, Hip-Hop und 16 weitere populäre Musikstile, BH 12340, mit CD, € 19.99, Boosey&Hawkes, London 2011

Auf der Webseite des Swiss Music Award kann bis zum 24. Februar über die Gewinner des Swiss Music Award abgestimmt werden. Der verstorbene Jurypräsidenten Claude Nobs wird mit einem Tribute Award geehrt.

Zu den Nominierten gehören unter anderen Patent Ochsner, Rapper Stress, Romand Bastian Baker, Dance-Act Remady & Manu-L sowie der Pegasus Frontmann Noah Veraguth. Als internationale Acts nominiert sind Lana Del Rey, Die Toten Hosen und Muse.

Das Amt des Jury-Präsidenten wird dieses Jahr aufgrund des Dahinscheidens von Claude Nobs bewusst vakant gehalten. Den Vorsitz der Jury übernimmt Christian Hubschmid ad interim.

Die Swiss Music Awards finden zum sechsten Mal statt und sind auch dieses Jahr wieder im Zürcher Schiffbau zu Gast. Veranstalter ist Press Play. Unterstützt wird der Anlass unter anderem von der IFPI Schweiz und der Suisa.

Mehr Infos: www.swissmusicawards.ch

Irène Schweizer ist «Nachtigall 2013»

Der Schweizer Jazzpianistin Irène Schweizer wird im Rahmen der Preise der deutschen Schallplattenkritik (PdSK) die Ehrenauszeichnung «Nachtigall 2013» verliehen.

Bild: Angelina Evans / commons.wikimedia.org

Irène Schweizer wurde 1941 in Schaffhausen geboren – seit einem knappen halben Jahrhundert ist sie das Aushängeschild des schweizerischen Jazz.

«Künstlerische und persönliche Integrität, ihr freundliches Wesen, ihre kreative Unruhe, ihr Organisationstalent, ihre Vielseitigkeit und ihre Präsenz in den verschiedensten Verbindungen und natürlich, über allem, ihre Entwicklung als Pianistin» machten sie zu einer der spannendsten Figuren des Jazz, schreibt der PdSK.

2011 bereitete ihr das Publikum Ovationen in der Zürcher Tonhalle, deren Flügel für ihren Solo-Auftritt erstmalig für den Jazz freigegeben wurde. Irène Schweizer spielte in diesem Konzert Fremd- und Eigenkompositionen.

Bild: Angelina Evans commons.wikimedia.org

Der 33-jährige Luzerner Patrick Müller, Mitbegründer des B-Sides Festival Luzern und zur Zeit für die Öffentlichkeitsarbeit beim Südpol verantwortlich, wird per sofort neuer künstlerischer Leiter des Luzerner Kulturzentrums. Die Neubesetzung der betrieblichen Leitung ist noch offen.

Müller ist Mitbegründer des B-Sides Festival Luzern. Nach seinem Abschluss als Master of Law an der Universität Luzern war er als Ko-Leiter des Tanzfestes Schweiz bei Reso – Tanznetzwerk Schweiz tätig. Er kann neben der lokalen Vernetzung in die Musikszene auf nationale Kontakte in die Tanz- und Theaterwelt zählen.

Max Aschenbrenner, der bisherige künstlerische und betriebliche Leiter, wird die betriebliche Leitung bis Ende März weiterführen. Die Gesamtleitung soll auf zwei Köpfe verteilt werden. Die Suche nach der betrieblichen Leitung wird fortgesetzt.

Laut der Statistik der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) – sie wird alle zwei Jahre bundesweit bei den deutschen Kulturorchestern und Rundfunkklangkörpern erhoben – ist das Gesamtangebot an Konzerten mit über 12’500 Veranstaltungen stabil. Sorge bereitet der DOV die Tarifentwicklung.

Die Zahl der Sinfoniekonzerte im Rahmen der regulären Tätigkeiten der Orchester ist  von zuletzt 5902 auf eine Spitzenzahl von insgesamt 6158 Konzerten weiter gestiegen. Dies bedeutet eine Angebotserweiterung von über 4 Prozent. Überraschend deutlich angezogen hat das Auslandsgeschäft: 646 Konzerte sind auf Auslandsreisen gespielt worden. Dies ist eine Steigerung innerhalb von zwei Jahren um 20 Prozent.

Die Besucher zahlreicher Klassik-Open-Air-Veranstaltungen, der grossen und kleinen Musikfestivals, von Kirchenkonzerten und populären Klassik-Cross-Over-Konzerten kommerzieller Anbieter werden von der Statistik nicht erfasst.

Positiv ist die kontinuierliche Steigerung von Kinder-, Jugend-, und Schülerkonzerten, deren Zahl sich in sieben Jahren von 1498 (Spielzeit 2005/2006) auf 2066 (Spielzeit 2011/2012) massiv erhöht hat.

Aufgrund des ungelösten Tarifkonflikts und eines schwelenden Rechtsstreits der DOV gegen den Deutschen Bühnenverein vor dem Bundesarbeitsgericht gibt es für rund 100 Orchester bereits seit 1. Januar 2010 allerdings keinen gültigen Vergütungstarifvertrag mehr.

Durch starke Anhebungen der Vergütungen des öffentlichen Dienstes in den vergangenen Jahren würden die Orchester in den Kommunen ab 1. August 2013 dann 8,88 Prozent hinter dem öffentlichen Dienst zurückliegen, schreibt die DOV.

Das Aargauer Kuratorium unterstützt Kunstschaffende aller Sparten und Kunstvermittlerinnen und -vermittler, die einen direkten Bezug zum Kanton Aargau nachweisen können.

Mitte Februar endet die Anmeldefrist für die Atelieraufenthalte 2014 in Berlin, London oder Paris. Neu vergibt das Aargauer Kuratorium auch projektbezogene Reisestipendien. Bewerbungen für diese Ausschreibungen in den Musik-Sparten Jazz, Klassik oder Rock/Pop werden neu ausschliesslich digital entgegengenommen.
 

Mit den Werkbeiträgen Musik 2013, für die die Anmeldefrist ebenfalls am 15. Februar abläuft, will das Aargauer Kuratorium Aargauer Musikerinnen und Musikern für eine bestimmte Zeit freies Arbeiten ermöglichen. Die Unterstützung ist nicht an die Realisierung eines bestimmten Projektes gebunden.
 

Zusätzlich bietet das Aargauer Kuratorium Programm-, Konzert-, CD-Produktions-, Kompositions-, Druckkosten-, Weiterbildungs- und Tourneebeiträge. Gesuche dafür können bis Mitte Januar, August und Oktober oder Ende April eingegeben werden. Die genauen Termine und Voraussetzungen sind der Website des Kuratoriums zu entnehmen:

www.ag.ch/kuratorium

Foto: Daniel Desborough © Kanton Aargau

 

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