Insgesamt 23 Teams aus den Kategorien Sekundarstufe I und Sekundarstufe II haben in Aarau an der kantonalen Ausscheidung ihre einstudierten Tanzshows gezeigt.

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Die Darbeitungen erfolgten im Rahmen der fünften Durchführung des School Dance Awards. er wird durch die Sektion Sport, die Abteilung Volksschule und die Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) im Rahmen des Freiwilligen Schulsports organisiert.

Über 300 Jugendliche haben laut Meldung des Kantons im Kultur- und Kongresszentrum in Aarau «mit ihren Darbietungen für Begeisterung und Applaus gesorgt». Erfreut hat sich auch der Projektleiter Christian Müller gezeigt. Es sei für ihn immer wieder erstaunlich, welche tollen Choreografien die Gruppen in einem halben Jahr einstudierten.

Die Erst- bis Drittqualifizierten der Kategorie Sekundarstufe I sowie die Erst- und Zweitplatzierten der Kategorie Sekundarstufe II vertreten den Aargau am 16. März 2013 am interkantonalen Finale der Kantone Aargau, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn in Bern.
 

Kanton und Stadt Schaffhausen schreiben zur gezielten Unterstützung kultureller Leistungen Förderbeiträge aus. Zur Bewerbung eingeladen sind professionell arbeitende Kulturschaffende aller Kultursparten.

Teilnahmeberechtigt sind Kulturschaffende aus dem Kanton Schaffhausen (ohne Altersbegrenzung), die entweder im Kanton heimatberechtigt, seit mindestens drei Jahren im Kanton Schaffhausen wohnhaft sind oder zu einem früheren Zeitpunkt mindestens 15 Jahre Wohnsitz im Kanton Schaffhausen hatten.

Der Produktionsort (Atelierstandort) gilt als Wohnsitz. Ein Fachkuratorium mit unabhängigen Experten entscheidet über die Vergabe. Jährlich steht eine Summe von 110’000 Franken zur Verfügung. Anmeldeschluss ist der 30. April 2013

Mehr Infos: www.sh.ch

Das Amt für Kultur des Kantons St.Gallen schreibt auch dieses Jahr Werkbeiträge und Rom-Aufenthalte für Kunstschaffende aus. Für die Förderung in den Sparten angewandte und bildende Kunst, Literatur, Musik sowie Theater und Tanz steht ein Betrag von 200’000 Franken zur Verfügung. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 20. März 2013.

Die Kulturförderung des Kantons St.Gallen vergibt jährlich Werkbeiträge an Kunstschaffende. Die Beiträge unterstützen Künstlerinnen und Künstler der Sparten angewandte und bildende Kunst, Literatur, Musik, Theater und Tanz mit einem budgetunabhängigen, fixen Beitrag.

Die Unterstützung soll Kunstschaffenden die nötige Zeit geben, ihre Ideen, Projekte oder Werke auszuarbeiten oder ihre künstlerische Tätigkeit weiterzuentwickeln. Seit diesem Jahr ist es zudem möglich, auch eine individuell zugeschnittene Weiterbildungsidee einzureichen, welche gezielt einen speziellen Aufenthalt oder Stage beinhaltet, der die weitere Entwicklung spezifisch fördert.

Die Werkbeiträge sollen Projekte ermöglichen, die der künstlerischen Arbeit neue Impulse geben oder auch Gelegenheit bieten, andere Formen der Zusammenarbeit und der Begegnung auszuprobieren.

Eine zusätzliche Fördermöglichkeit ist der Aufenthalt in der Atelierwohnung in Rom. Dort steht jeweils während drei Monaten eine Wohnung im lebendigen Quartier San Lorenzo zur Verfügung. Somit können Projekte realisiert werden, deren Ausgangspunkt und Inspirationsquelle die Ewige Stadt oder auch ganz allgemein der urbane Raum ist.

Das Auswahlverfahren wird in zwei Stufen durchgeführt. In jeder Sparte beurteilt eine dreiköpfige Fachjury die Projekteingaben und nominiert die Bewerber für die zweite Stufe. In diesem zweiten Schritt treffen sich alle Fachjury-Personen zu einer Plenarsitzung, um aus den Nominierten maximal zehn Projekte auszuwählen, die mit einem Beitrag unterstützt werden.

Bewerbungen nimmt das Amt für Kultur bis am 20. März 2013 entgegen; die definitiven Entscheide über die Vergabe der Werkbeiträge und Rom-Aufenthalte fallen bis Ende Juni 2013.

Mehr Infos: www.kultur.sg.ch
 

In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft leben weit über 30‘000 ausländische Mitarbeiter internationaler Unternehmen, sogenannte Expats. Das Sinfonieorchester Basel hat ein Projekt gestartet, das sich speziell an diese Gruppe richtet: den Symphony Club for Expats & Friends. Einer ersten Einladung sind rund 600 Interessierte gefolgt.

Der Symphony Club wird verschiedene Angebote bereitstellen: «Meet & Mingle» mit Orchestermitgliedern, Einheimischen und anderen Expats nach den Konzerten, Vergünstigungen für bestimmte Konzerte sowie Special Events für Clubmitglieder.

Ein monatlicher Newsletter in englischer Sprache informiert die Mitglieder über die Anlässe und Angebote. Willkommen sind im Symphony Club nicht nur Expats, sondern auch Einheimische, die sich gerne unter Basels internationale Community mischen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und ohne Verpflichtungen.

Der Symphony Club ist anlässlich eines «Cocktailkonzerts» lanciert worden. Der Einladung zum Konzert mit Richard Strauss‘ Ein Heldenleben (als Gastdirigentin: Karen Kamensek) mit dem anschliessenden Apéro sind rund 600 Expats gefolgt.

Der Symphony Club wird ideell getragen von einem Patronats-Komitee, das sich aus dem Regierungspräsidenten Guy Morin, dem Chefdirigenten des Sinfonieorchesters Basel Dennis Russell Davies und Baselconnect-Präsidentin Kathy Hartmann-Campbell zusammensetzt.

 

Die Promotions-Organisation Swiss Music Export hat an der europäischen Pop- und Rockbörse Eurosonic Noorderslag Festival im niederländischen Groningen vier Schweizer Pop-Gruppen präsentiert. Eine weitere war zudem für einen Best Interactive Award nominiert.

Das viertägige Eurosonic Noorderslag ist eine der wichtigsten Börsen für europäische Rock- und Popmusik. Die Präsentationen werden von einem reichhaltigen Konferenzprogramm begleitet.

Die Schweiz vertraten in Groningen Pegasus, 77 Bombay Street, Hathors und The Pussywarmers & Réka. Im Rahmen des Festivals war überdies die Schweizer Gruppe Death by Chocolate zusammen mit zwei weiteren Acts für einen Interactive Award nominiert, mit dem Marketingkonzepte gewürdigt werden.

In der Abstimmung gewann schliesslich die holländische Elektropop-Gruppe Krause mit 2028 Stimmen. Die ebenfalls holländische Gruppe BLØF erreichte 1896 Stimmen und Death by Chocolate 1557.

Mehr Infos: festival.eurosonic-noorderslag.nl

Tonträgerunternehmen, Verlage und Produzenten können sich mit ihren Musikmedienproduktionen für Kinder noch bis 31. Januar 2013 beim Verband deutscher Musikschulen (VdM) bewerben.

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«Welche Musik ist gut für mein Kind?» Allen Eltern, die sich diese Frage stellen, aber auch Musiklehrerinnen und Musiklehrern sowie Kindergarten- und Grundschulpädagogen hilft der Medienpreis Leopold bei der Orientierung. Der VdM schreibt den Preis bereits zum neunten Mal aus.

Tonträgerfirmen, Verlage und Produzenten können sich mit Tonträgern (CD, MC, DC-ROM und DVD) bewerben, die auf hohem künstlerischem und technischem Niveau Freude an Musik in Kindern wecken und ihre Fantasie beflügeln. Dabei kann es sich um traditionelle oder neu entstandene Kinderlieder handeln, intelligente Rock- und Popmusik für Kinder, Musiktheater in professioneller Performance, einfallsreiche und zielgruppenorientierte «Klassik für Kinder», kreative Kompositionen von Text und Musik in jeglicher Form oder Wissenswertes zu, über und mit Musik.

Eingesandt werden können Produktionen, die zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Januar 2013 erschienen und über den Handel oder andere Verkaufswege zu beziehen sind. Bei der Auszeichnung gibt es drei Ebenen:

  • den Medienpreis Leopold des Verbandes deutscher Musikschulen für die Gewinner
  • das Prädikat «Empfohlen vom Verband deutscher Musikschulen» für gute und empfehlenswerte Produktionen
  • den Sonderpreis «Poldi», der von einer Kinderjury vergeben wird

Die Preisverleihung ist für den 27. September 2013 in Köln vorgesehen. Weitere Information zur Anmeldung und die Unterlagen sind erhältlich beim Verband deutscher Musikschulen, Tel: ++228-95 70 6-0, E-Mail: vdm@musikschulen.de oder im Internet unter www.musikschulen.de

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

 

Schweizer Tschaikowsky-Nachklänge

Das Carmina-Quartett, Oliver Triendl und Thomas Grossenbacher spielen Kammermusikwerke für nicht alltägliche Besetzungen.

Undatiertes Porträt von Paul Juon. Bild: Internationale Juon-Gesellschaft

Unter den zahlreichen Kammermusikwerken mit Klavierbegleitung von Paul Juon (1872–1940) ragen mit dem Sextett von 1902 und dem Quintett von 1909 zwei originell besetzte Kompositionen von zentraler Bedeutung heraus. Der stellenweise orchestralen Klangfülle des noch ganz in der slawischen Spätromantik verhafteten Sextetts, das in Richtung Kammersinfonie (Oktett) op. 27 weist, steht im harmonisch kühneren Quintett eine stark aufgebrochene, mit reinen Streicherpassagen durchmischte Faktur von bemerkenswerter Transparenz gegenüber. Zu den klanglichen Besonderheiten dieses stilistisch einheitlicheren, auffallend herben Werks zählen stereotype Ganztonpassagen, pentatonische Wendungen und Septakkorde, die einzig durch Arpeggierung an Schärfe verlieren.

Im weniger ausgereiften, in melodischer Hinsicht jedoch reichhaltigeren Sextett kämpfen Juons grösste Vorbilder, Brahms und Tschaikowsky, energisch gegeneinander. Dem in Moskau geborenen, in Berlin gross gewordenen Schweizer Komponisten wurde schon früh eine gewisse Brahms-Nähe attestiert. Sie macht sich hier am stärksten in der Themenbildung des Kopfsatzes bemerkbar. Die Verwandtschaft mit dem 1. Satz des Klavierquintetts op. 34 des deutschen Kollegen ist nicht zu überhören. Andererseits bekennt sich Juon noch viel leidenschaftlicher zu Tschaikowsky, wenn er das typisch russische Volksliedthema des langsamen 2. Satzes jenem des 2. Satzes aus dem Klaviertrio a-Moll op. 50 des Russen nachbildet. Wie jener dehnt auch Juon die Variationen auf die folgenden drei Sätze (Menuett, Intermezzo, Finale) aus.

Die bis zur Glut gesteigerte emotionale Wärme des Sextetts und die kühlere Klangatmosphäre des Quintetts geben der Pianist Oliver Triendl, der Violoncellist Thomas Grossenbacher und das Carmina Quartett mit einer Hingabe wieder, die wohl kaum anders als leidenschaftlich bezeichnet werden kann.

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Paul Juon: Piano Quintet, Piano Sextet (2. Quintett F-Dur op. 44 für Violine, zwei Bratschen, Violoncello und Klavier; Sextett c-Moll op. 22 für zwei Violinen, Viola, zwei Violoncelli und Klavier). Oliver Triendl, Thomas Grossenbacher, Carmina Quartett. cpo 777 507-2

Laut dem deutschen Bundesverband Musikindustrie und der Marktforscherin Media Control ist die Anzahl legaler Musikdownloads in Deutschland von rund 94 Millionen im Jahr 2011 auf knapp 115 Millionen im Jahr 2012 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 22,4 Prozent.

Die Zahl der Einzeltitel-Downloads stieg im Jahresvergleich um 22,9 Prozent auf insgesamt 97 Millionen Songs an. Bei den Alben-Downloads, mit denen rund 55 Prozent der Downloadumsätze generiert werden, konnte ein Anstieg um 20,6 Prozent auf 16 Millionen verzeichnet werden. Single-Bundles, darunter Maxi-Singles, machten im Übrigen zusätzlich 1,5 Millionen Downloads in 2012 aus (plus 12,8 Prozent).

Laut Media-Control-Geschäftsführerin Ulrike Altig verzeichneten nicht nur Popveröffentlichungen, sondern auch TV-Compilations, Klassikprodukte und Musik aus dem Kinderbereich digital grosse Zuwächse.

Mit über 280 Labels und Unternehmen aus der Musikbranche repräsentiert der Bundesverband Musikindustrie laut eigenen Angaben rund 90 Prozent des deutschen Musikmarktes.

Der Kanton Uri hat die Jahresziele 2013 der Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) festgelegt. Im Fokus sind das theater(uri) und die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth.

Der Kanton Uri hat von 2010 bis 2013 das theater(uri) mit einem jährlichen Beitrag in der Höhe von 200‘000 Franken unterstützt. Damit die Unterstützung weitergeführt werden kann, ist ein neuerlicher Kreditbeschluss des Landrates notwendig. Ziel bis Ende Jahr ist, dass der Kredit vom Landrat beschlossen ist.

Die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth fördert durch jährliche Ausschreibung und die entsprechende Jahresausstellung im Haus für Kunst die im Kanton aufgewachsenen, wohnhaften oder heimatberechtigten Kulturschaffenden durch Atelierstipendien (New York, Berlin), das Urner Werkjahr, Förder- und Projektbeiträge sowie Werkankäufe und -aufträge.

Der Kanton will das umständliche Regelwerk der Stiftung, das seit 1981 nicht überarbeitet worden ist, formal vereinfachen. Auch inhaltlich soll die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Stiftung geprüft werden.

Für das Jahr 2013 hat der Berner Regierungsrat Kantonsbeiträge von 16,6 Millionen Franken an die 29 allgemeinen Musikschulen bewilligt, die vom Kanton offiziell anerkannt sind. Das ist weniger als geplant.

Im Rahmen der Sparmassnahmen für ein ausgeglichenes Budget 2013 sei der Kredit um 500‘000 Franken gekürzt worden, schreibt der Kanton. Weitere 150’000 Franken hat der Regierungsrat für das Jahr 2013 an den Verband Bernischer Musikschulen (VBMS) genehmigt.

Der VBMS unterstützt den Kanton bei der Qualitätssicherung der Musikschulen, bei der Weiterbildung der Musikschullehrkräfte und der Schulleitungen sowie bei der Abrechnung der Kantonsbeiträge.

Musikfestival Szenenwechsel 2013

Das kommende Musikfestival «Szenenwechsel» der Hochschule Luzern vom 27. Januar bis 1. Februar 2013 steht ganz im Zeichen russischer Musik. Höhepunkt ist die szenische Uraufführung der Schostakowitsch-Adaption «Der Fall ‹YY›».

Den Schwerpunkt des Festivals «Szenenwechsel» bildet die leichtfüssige Varieté-Premiere von «Der Fall ‹YY›», die am 27. Januar sowie an zwei weiteren Terminen im Theater Pavillon Luzern gezeigt wird. Die szenische Aufführung beschreibt die wilde Flucht eines unbescholtenen Bürgers, der versehentlich in eines der Zivilschutzmanöver gerät, die im Vorkriegsrussland üblich waren. Das Stück wird, nach einer Uraufführung in St. Petersburg im Jahre 1931, erstmals ausserhalb Russlands zu sehen sein.

Am 28. Januar tritt in der Jazzkantine das Studierendenensemble «Alpini  Vernähmlassig» zusammen mit dem Akkordeonisten Sergej Simbirev auf. Weiter gibt es am 31. Januar ein Kammerkonzert mit Werken verschiedener russischer Komponisten in der St. Charles Hall Meggen.

Zum Festivalabschluss am 1. Februar steht mit Schostakowitschs 7. Sinfonie, die er kurz nach dem Einfall der deutschen Truppen in die Sowjetunion komponiert hat, ein erschütterndes und monumentales Werk auf dem Programm. Das Konzert der Jungen Philharmonie Zentralschweiz unter der Leitung von Dmitry Sitkovetsky findet im Konzertsaal des KKL Luzern statt.

Ergänzend bietet ein Symposium am 28./29. Januar «Handgranate eines Anarchisten – Dmitri Schostakowitsch und die Zeit um 1930» die Möglichkeit, sich vertieft mit dem bekannten russischen Komponisten und seiner Zeit auseinanderzusetzen.

Mehr Infos: www.hslu.ch/schostakowitsch2013

Foto: Elisabeth Anliker (Idee und Gesamtleitung) und Thomas Usteri (Regie und Pantomime) in «Der Fall ‹YY›». © Martin Vogel, 2012

Fast zeitgleich mit dem Gründer des Montreux Jazz Festival ist mit George Gruntz der zweite Schweizer Jazz-Repräsentant mit weltweiter Ausstrahlung verstorben.

George Gruntz, der am 24. Juni 2012 seinen 80. Geburtstag feierte, ist, wie sein Sohn gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF bestätigte, nach längerer Krankheit diesen Donnerstag verstorben.

Gruntz war einer der international meistbeachteten Jazzmusiker der Schweiz. 1958 trat Gruntz am legendären Newport Festival auf – unter anderem mit Louis Armstrong. Ab 1971 leitete er seine eigene Big Band, The George Gruntz Concert Jazz Band. Daneben war Gruntz Komponist und von 1970 bis 1984 musikalischer Leiter am Zürcher Schauspielhaus sowie von 1972 bis 1994 Leiter des Berliner JazzFest.

Der Gründer des Montreux Jazz Festivals ist im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Skiunfalls gestorben.

In tiefster Trauer hat das Montreux Jazz Festival den Tod von Claude Nobs mitgeteilt. Er ist am 10. Januar im Universitätsspital Lausanne von seinen Angehörigen und Freunden umgeben friedlich eingeschlafen. Die Beisetzung findet im engsten Kreis statt. Die Daten für musikalische Gedenkveranstaltungen in Montreux, New York und London werden später bekannt gegeben.

Alles zur Gitarre

Ein schmales Buch, das umfassend berichtet.

Foto: Kaspar Ruoff

Der deutsche Gitarrist und Musikwissenschaftler Jörg Jewanski ist auch bei uns kein Unbekannter. So schrieb er in der Schweizer Musikzeitung über das Projekt «Klang-Farbe-Synthese» der Züricher Musikhochschule (SMZ 5/2005) und publizierte zusammen mit Natalia Sidler den dazugehörigen Band Farbe – Licht – Musik. Synästhesie und Farblichtmusik (Peter Lang, Bern 2006). Für den Bärenreiter-Verlag verfasste er nun im Rahmen einer neuen Serie von Instrumentenporträts ein Buch über die Gitarre. Nun gibt es ja kaum ein anderes Instrument in derart vielen verschiedenen Erscheinungsformen. Trotzdem schafft es Jewanski, der von der klassischen Konzertgitarre herkommt, über Geschichte, Interpreten und Instrumente zwar kurz und knapp, aber doch umfassend zu berichten.

Stilistisch unterscheidet der Autor zwischen Klassik, Flamenco, Blues, Jazz, Fingerstyle, Rock und Weltmusik – eine bemerkenswerte Einteilung, die sicherlich anfechtbar wäre, die aber im Zusammenhang mit der Gitarre recht gut funktioniert. Glücklicherweise widersteht er der Versuchung, alle Verästelungen der Entwicklung dieses Instruments detailliert nachzuzeichnen oder jeden einigermassen prominenten Gitarristen zu erwähnen. Vielmehr hat er den Mut, Schwerpunkte zu setzen, Besonderes herauszustreichen und das Risiko einzugehen, auch mal etwas unter den Tisch fallen zu lassen, was jemand anders vielleicht als wichtiger eingestuft hätte. Immerhin erfahren wir, als kleines Beispiel, neben Bemerkungen zu Blowin‘ in the wind und The house of the rising sun auch einiges über das heute noch avantgardistisch wirkende Stück Salut für Caudwell von Helmut Lachenmann aus dem Jahr 1977.

Zahlreiche

Bilder unterstützen die sorgfältige Aufmachung des schmalen Werks. Klein gedruckte Einschübe liefern zusätzliche Erklärungen, und wer noch mehr zu einem speziellen Thema in Erfahrung bringen möchte, erhält zahlreiche Buch-, CD- und Internet-Tipps. Eingestreute Interviews mit arrivierten Interpreten wie Hopkinson Smith und Reinbert Evers sowie mit zwei Gitarrenbauern ergänzen den Inhalt. Das Buch verzichtet auf einen enzyklopädischen Anspruch und ist deshalb trotz der fast übertriebenen Vielfalt der Textaufbereitung und trotz der vielen Informationen sehr angenehm zu lesen.

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Jörg Jewanski, Portrait Gitarre, Kultur, Praxis, Repertoire, Interpreten, 156 S., € 27.95, Bärenreiter, Kassel 2011, ISBN 3-7618-1843-5

Mit geeigneten Apps werden Smartphones und Tablets zu Musikinstrumenten. Was gibt es bereits? Was sind vermutlich Holzwege? Und wohin könnte die Entwicklung gehen?

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Komponisten und Musiker haben bereits vor Jahren begonnen, Handys als Musikinstrumente einzusetzen, etwa Golan Levin in Dialtones: A Telesymphony (2001). Mit dem gleichen musikalischen Material, Klingeltönen und Tastengeräuschen, führten Lars Oberhaus und Marcus Zihn Klangexperimente in Schulprojekten durch. (Anm. 1) Die dabei entstandenen Musikstücke hatten vorwiegend konzeptionellen Charakter. (Anm. 2) Auch Forschungsinstitutionen, allen voran das CCRMA (Center for Computer Research in Music and Acoustics) der Stanford University, widmeten sich früh den Mobilgeräten. In Kalifornien wurde schliesslich eines der ersten Ensemble, das MoPhO (The Stanford Mobile Phone Orchestra, 2007-2010) gegründet, in dem Wissenschaftler und Studierende auf Smartphones musizierten.

Smartphones werden durch Mobil-Prozessoren und grossformatige Displays zu computerähnlichen Universalgeräten im Taschenformat. Integrierte Sensoren ermöglichen die Bedienung via Multi-Touch-Screen, GPS oder Mikrofon. Jeder dritte Deutsche besitzt heute bereits ein Smartphone. Spätestens in zwei Jahren dürften Handys ohne Bildschirmsteuerung weitgehend vom Markt verschwunden sein. Smartphones und Tablets bieten sich als Kommunikations-, Spiel- oder Lesegeräte und nicht zuletzt als Musikinstrumente an.

Mit Händen greifbar ist schon jetzt die spezifische Dynamik zwischen den Beteiligten, die gemeinsam nach Möglichkeiten eines neuen kreativen Umgangs mit Musik suchen. Bis heute kommen Musik-Apps zwar vor allem im Hobbybereich zur Anwendung. Eine Reihe von YouTube-Videos dokumentiert die Experimente von Laienmusikern mit einfachen Klavier-, Gitarren- oder Schlagzeug-Applikationen, die nur rudimentär ihre instrumentellen Vorbilder nachbilden. Doch neuartige Konzepte und die stetige Weiterentwicklung der Instrumenten-Anwendungen wecken auch in zunehmendem Masse das Interesse von Profi-Musikern wie Jordan Rudess. Mit Smartphones und Tablets gespielte Musik-Apps sind mitunter auch auf der Bühne zu hören.

Neben den etablierten Softwareschmieden und Herstellern von Musikinstrumenten (Yamaha oder Korg) sind es in erster Linie Hobby-Programmierer, die Musik-Apps entwickeln. Der Vertrieb wird über App Stores von Apple (iOS), Google (Android) oder Microsoft (Windows 8) über das Internet abgewickelt. Interessenten steht ein grosses Instrumentarium zur Verfügung, für Apple-Geräte derzeit über 12 000, für andere Plattformen weit weniger, ungefähr 400 solcher Musik-Apps. Eine wichtige technische Grundlage um mit Apps wie mit einem Instrument zu musizieren, stellt der verzögerungsfreie Klang dar, den bisher nur iOS bieten kann. Für Android und Windows 8 sind entsprechende Voraussetzungen angekündigt, so dass auch für diese Plattformen ein erweitertes Angebot zu erwarten ist.

Was macht Apps so interessant?
Die künstlerische Praxis mit Musik-Apps ist zwar noch jung, das Interesse an innovativen Anwendungen dagegen hoch, wie die Popularität einschlägiger Videos zeigt. Was aber fasziniert die Leute an Musik-Apps? Aufschluss hierüber geben die vielfach kommentierten Musik-Videos und Blogbeiträge wie auf Palm Sounds. (Anm. 3) Im Folgenden beziehe ich mich auf die Kommentare zu den beiden Musik-Apps TableDrum und Impaktor.

Mit der App TableDrum (Anm.4) kann jeder beliebige Klang, ob Trommeln auf der Tischplatte oder Klopfen gegen ein Metallobjekt, mit dem digitalen Gerät synchronisiert und mit frei wählbaren Drum Soundsverlinkt werden. Auf diese Weise lässt sich ein virtuelles Drum Set spielen, ohne noch auf der Geräteoberfläche selbst herumtippen zu müssen. Das auf diese Weise gespielte Schlagzeug, kann über Kopfhörer gehört werden. Dieses Prinzip der akustischen Steuerung von digitalen Samples wird in der App Impaktor um Syntheziser-Elemente erweitert. Die Möglichkeit, Klänge und Geräusche aufzunehmen und gesampelt einzusetzen, verspricht zusätzliches kreatives Potenzial.

In den Blog-Kommentaren bringen Nutzer vor allem ihre Lust am Experimentieren und ihre Freude, etwas Neues auszuprobieren, zum Ausdruck. Selbst wenn einige an der tatsächlichen Spielgenauigkeit oder dem tatsächlichen Nutzen dieser von Geräuschen gesteuerten Apps zweifeln, heben sie hervor, dass sie innovative Ideen unterstützen und Interesse an ihrer Fortentwicklung haben. In Expertengesprächen werden auch Stärken und Schwächen dieser Musik-Apps diskutiert, Musikstücke analysiert, Vergleiche zu früheren Anwendungen angestellt und mögliche technische Alternativen diskutiert.

Wie ein Leitprinzip zieht sich durch alle Auseinandersetzungen das Element des Erkundens und des Selbermachens. Die Musik entsteht in Interaktion mit dem Medium. Nutzer wollen sich musikalisch kreativ betätigen, mit beherrschbaren Herausforderungen konfrontiert sein und Erfolgserlebnisse verspüren. Für App-Entwickler liegt daher die Herausforderung vor allem darin, ihnen leicht zu bedienende Instrumente in die Hand zu geben. Das Klangresultat soll qualitativ gut und gleichzeitig unterhaltsam sein. Erfolgreiche Apps bieten darüber hinaus die Möglichkeit, eigenes Klangmaterial zu integrieren und Musikproduktionen zu exportieren, um sie an Freunde zu verschicken oder im Internet zu veröffentlichen.

Innovation statt digitaler Nachahmung
Die bisher erfolgreichste Musik-App ist GarageBand für iPad, von Apple zum Release des iPad 2 vorgestellt und seitdem gezielt zu Promotionszwecken eingesetzt. Ausgestattet mit Musikinstrumenten wie Gitarre, Schlagzeug oder Keyboard sowie Sampler, Sequenzer und Effektgerät, zeichnet sich diese App vor allem durch ihre umfangreichen Funktionen aus. Durch die konzeptionelle Ausrichtung der gebotenen Instrumente an den realen Vorbildern zeigen sich jedoch rasch Grenzen, beispielsweise in den eingeschränkten Spieloberflächen oder bei der Visualisierung von mechanischen Abläufen wie dem Schwingen von Saiten, die haptisch nicht erfahrbar gemacht werden können. Bedauerliche Schlussfolgerung: Die App ähnelt einem richtigen Instrument, nur dass sie viel weniger kann. Statt innovative Konzepte zu entwickeln, die sich an den Gegebenheiten des digitalen Gerätes orientieren, strebten die Programmierer dem Spiel und Klang der Originalinstrumente nach, ein Anspruch, der zwangsläufig scheitern muss. Das Musikmachen mit Musik-Apps darf deshalb keinesfalls auf Erfahrungen mit der App GarageBand für iPad reduziert werden.

Meiner Einschätzung nach stellen mobile Technologien wie Smartphones und Tablets für die Musikpraxis einen radikalen Entwicklungsschritt dar. Schwierigkeiten bei der Realisierung von präzisen Klangvorstellungen sowie Hürden bei der Implementierung von vertrauten Instrumenten oder Spielweisen sollten als Aufruf verstanden werden, andere Wege der Klangsteuerung und neue Prinzipien der musikalischen Strukturierung zu finden. Wenn die Besonderheiten und Stärken eines neuen Mediums konsequent genutzt werden, entstehen Kunstformen, die mit herkömmlichen Mitteln nicht realisierbar gewesen wären. Ein Trend ist, dass es sich beim Umgang mit Musik-Apps um individuell an die persönlichen Bedürfnissen und Fertigkeiten der Nutzer ausgerichtete musikalische Praxisformen handelt, die Smartphones zu «Gebrauchsinstrumenten» machen. Sie eröffnen dem Nutzer durch flexible Kombination verschiedener instrumentaler Konzepte eine Vielfalt spielerischer Anwendungen sowie kreativer Ausdrucksmöglichkeiten.

Musikalischer Ausdruck dank Sensoren
Aus der Vielzahl an verfügbaren Musik-Apps erlaubt letztendlich nur ein kleiner Teil, gestalterisch mit Musik umzugehen. (Anm. 5) Welche Apps aber machen Smartphones und Tablets zu digitalen Musikinstrumenten?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich hier den Aspekt der Körpererfahrung beim Spielen eines Instrumentes näher betrachten. Die Körperbewegung kann beim Musizieren mit mobilen Digitalgeräten mindestens eine ebenso grosse Rolle wie beim traditionellen Musizieren spielen. Hierfür werden digitale Sensoren benötigt. Das sind technische Bauteile, die bestimmte physikalische Eigenschaften der Umgebung erfassen und in digitale Daten umwandeln. Je nach Programmierung können Musik-Apps diese Daten unterschiedlich interpretieren und geben dem Nutzer ein Feedback in Form eines akustischen Ereignisses oder einer Klangmodulation.
Smartphones und Tablets verfügen, verglichen mit Laptops oder Computern, über eine grosse Zahl von eingebauten Sensoren. Zum Musizieren eignen sich, neben der Bildschirmsteuerung per Touch, das Mikrofon, ein Beschleunigungssensor in allen drei Achsen, ein digitaler Kompass, die Digitalkamera und ein Gyroskop, das die Lage des Gerätes im Raum erfasst. Dadurch ist es möglich, Hör- und Seherfahrungen sowie taktile oder gestische Aktivitäten einzubeziehen. Um die Funktionalität einzelner Sensoren zu verdeutlichen, sei hier eine Auswahl an spezialisierten Musik-Apps (für iOS) vorgestellt:

  • Das Multi-Touch-Display findet eine anspruchsvolle Anwendung in der App Pitch Painter. Mit dem Finger kann man grafische Partituren erstellen und diese anschliessend erklingen lassen.
  • Die integrierte Kamera ermöglicht, virtuelle Musikinstrumente zu steuern, was in der App AirGuitar ausgenutzt wird. Man kann Luftgitarre spielen und diverse Akkorde greifen.
  • Der Erschütterungssensor kommt häufig in Schlagzeug-Apps zum Einsatz. In Samplodica lassen sich ausgewählte Samples durch Schüttelbewegungen steuern.
  • Das Gyroskop misst die Lage des Smartphones. Die App GyroSynth verwandelt das Smartphone in eine Art «Klanghandschuh», indem die Ortsveränderung zur Klangmodulation genutzt wird. So können musikalische Parameter wie Lautstärke, Tonhöhe oder Filtereinstellungen durch Dreh- und Kippbewegungen kontrolliert werden.
  • Das Mikrofon erfüllt in einigen Musik-Apps die Funktion eines Blas-Sensors. Über die Lautstärke der Atemluft am Mikrofon wird die der Ton gesteuert. Die App Wivi Band verfügt über 15 modulierte Blasinstrumente wie Trompete, Saxofon oder Klarinette.
  • Der digitale Kompass wird in der App Sound Wand dazu verwendet, über die räumliche Orientierung die Tonhöhe zu steuern.

Einige Musik-Apps wie ThumbJam kombinieren verschiedene Sensoren miteinander. Je mehr Sensoren dazu verwendet werden, Klänge bewusst zu steuern, umso musikalischer wird letztendlich die Anwendung. Die intuitive Steuerung von Musikinterfaces durch Sensoren steigert das Musikerlebnis. Darüber hinaus wird Musizieren auch für neue Zielgruppen verfügbar gemacht, insbesondere für Menschen ohne musikpraktischen Hintergrund oder mit körperlichen Einschränkungen.

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