Marc Leroy-Calatayud wird Musikdirektor der Opéra de Tours

Der Lausanner Marc Leroy-Calatayud, der 2022 bis 2023 als Associate Conductor des Orchestre de Chambre de Genève amtete, wird Musikdirektor der Opéra de Tours.

Marc Leroy-Calatayud (Bild: zVg)

Leroy-Calatayud studierte Dirigieren in Wien und Zürich bei Mark Stringer und Johannes Schlaefli und war von  2016 bis 2019 stellvertretender Dirigent an der Opéra National de Bordeaux. In der Saison 2022/23 war er als stellvertretender Dirigent des Orchestre de Chambre de Genève tätig. Zuvor war er in der Saison 2021/22 als Artist-in-Residence des Orchestre National de Cannes tätig.

Die Opéra de Tours verfügt über ein Sinfonieorchester, das seit 2002 auf regionaler Ebene tätig ist und einen festen Chor mit 14 Sängern unter der Leitung von David Jackson. Mit der regelmässigen Unterstützung des Orchesters, bekannt unter dem Namen Orchestre Symphonique de la Région Centre-Val de Loire/Tours (OSRC/T), bringt die Opéra de Tours zahlreiche symphonische Werke und Opern auf die Bühne und verfolgt dabei eine Politik der Gastkünstler wie Michel Plasson, Roberto Alagna oder Patricia Petibon. Das Ensemble präsentiert dem Publikum in Tours und darüber hinaus in der gesamten Region Centre jedes Jahr eine Opern- und Sinfonie-Saison sowie Opernrezitale, Kammerkonzerte und Vorstellungen für junges Publikum.

Suisseculture fordert für die SRG eine Kultur-Intendanz

Suisseculture nimmt die weiteren Schritte der SRG-Transformation zur Kenntnis und erwartet, dass Kultur im engeren Sinn in der neuen Struktur fachlich und künstlerisch stark verankert wird.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz verlangt für Kultur im Radio, Fernsehen und im digitalen Angebot der SRG eine Intendanz: eine inhaltliche, kulturelle und künstlerische Verantwortung, die in der Organisation klar verankert ist.

Der Verband hält es deshalb für zentral, dass bei den noch offenen Personalentscheiden – insbesondere der Vakanz im Verwaltungsrat – kulturelle und künstlerische Kompetenz angemessen berücksichtigt wird. Dies gelte für Leitungsfunktionen in Redaktionen und Unternehmenseinheiten genauso wie für strategische Führungsfunktionen innerhalb der SRG.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_srg_braucht_eine_kultur_intendanz

Zawodnik folgt bei Sonart auf Kaufmann

Die Mitglieder von Sonart – Musikschaffende Schweiz haben Béatrice Zawodnik einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Michael Kaufmann an.

Michael Kaufmann und Béatrice Zawodnik (Bild: Sonart)

Mit Béatrice Zawodnik übernehme eine ausgewiesene Musikerin, Managerin und Pädagogin das Präsidium des Berufsverbands für Musikschaffende in der Schweiz, schreibt Sonart. Die Waadtländerin ist seit 2022 Direktorin der Haute école de musique de Genève (HEM Genève). Zuvor war sie als Interpretin in verschiedenen Orchestern und Ensembles tätig, engagierte sich in der musikalischen Bildung und übernahm verschiedene Führungsfunktionen im Hochschulbereich.

In ihrer Kandidatur habe Béatrice Zawodnik die Bedeutung eines starken berufspolitischen Engagements für Musikschaffende aller Stilrichtungen betont. Sie setze sich dafür ein, die Stimme der Musikschaffenden in kulturpolitischen Debatten zu stärken sowie faire Arbeitsbedingungen und eine zeitgemässe soziale Absicherung zu fördern. Michael Kaufmann präsidierte den Verband von 2020 bis 2026.

Sonart – Musikschaffende Schweiz ist der grösste Berufsverband für Musikschaffende in der Schweiz. Er setzt sich gesamtschweizerisch und in allen Sprachregionen für die Interessen von Musikprofis aller Genres ein, mit dem Fokus auf die freiberufliche musikalische Tätigkeit. Dabei konzentriert sich der Verband vor allem auf die Bereiche Kulturpolitik, Musikmarkt und soziale Vorsorge mit einem umfangreichen Dienstleistungsangebot von Beratungen und Workshops. Sonart wird mit einem Leistungsauftrag vom Bundesamt für Kultur unterstützt. Mit fast 3000 Mitgliedern ist der Verband schweizweit tätig und betreut Mitglieder aus allen Sprachregionen.

Appenzell Ausserrhoden zeichnet Patrick Kessler aus

Der Kulturpreis 2026 des Kantons Appenzell Ausserrhoden geht an den Klangtüftler, Komponisten und Kurator Patrick Kessler.

Patrick Kessler (Bild: Kasimir Höhener)

Patrick Kessler wurde 1967 geboren und wohnt in Gais. Er ist im Kanton seit mehr als zwanzig Jahren aktiv als Klangtüftler, Komponist und Kurator. Seine Konzertinstallationen in verschiedenen Formationen und Projekten – zum Beispiel das Chuchchepati Orchestra – bereicherten die Musiklandschaft und machten Räume hörbar, schreibt der Kanton. Mit feinem Gespür für Nuancen und mit handwerklicher Präzision verwandle er Geräusche in Erlebnisse und umgekehrt.

Patrick Kessler hat das audiovisuelle Festival Klang Moor Schopfe, das alle zwei Jahre stattfindet, ins Leben gerufen. Im östlichsten Ortsteil ausserhalb von Gais verwandelt er das Gebiet des Hochmoors Schopfe in ein Resonanzfeld, in dem Natur und Wahrnehmung ineinandergreifen. Dabei versteht er es auch stets, verschiedene Kulturschaffende sowie Ortsansässige miteinander zu vernetzen. Sein Engagement zeigt er darüber hinaus als Lehrer für Kontrabass an diversen Musikschulen in der Region.

Der Kulturpreis anerkennt das Werk eines Künstlers, der seit vielen Jahren professionell, multidisziplinär und experimentell arbeitet und dabei sowohl bei einer breiten Bevölkerung als auch in der Musikszene eine hohe Resonanz erzielt. Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden würdigt Patrick Kessler für sein kontinuierliches, vielseitiges und herausragendes Schaffen und zeichnet ihn mit dem mit 25’000 Franken dotierten Kulturpreis aus.

Vernehmlassung zur Stadtberner Kulturbotschaft

Die Kulturbotschaft 2028–2031 der Stadt Bern geht in die Vernehmlassung. Die Kulturfördermittel sollen um 3,6 Prozent erhöht werden.

Stadt Bern (Bild. Wikipedia/Public Domain)

Die Mittel für die Kulturförderung sollen gegenüber der Vorperiode um 3,6 Prozent erhöht werden, um einen Beitrag an den Teuerungsausgleich in den geförderten Institutionen zu leisten. Schwerpunkte der Kulturbotschaft sind laut der Medienmitteilung der Stadt in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung geplant. Im Bereich der Projekt- und Programmförderung will der Gemeinderat auf die Konsolidierung und Weiterentwicklung der laufenden Massnahmen setzen. Neu sollen die kulturellen Angebote im schulischen, sozio- und jugendkulturellen Kontext in der Kulturbotschaft abgebildet werden. Die Vernehmlassung dauert bis am 30. August 2026.

Das Paket umfasst 34 mehrjährige Leistungsverträge mit Kulturinstitutionen im Umfang von insgesamt 35,4 Millionen Franken Dazu gehört auch die Orchesterförderung, die zum zweiten Mal ausgeschrieben werden soll und mit 310’500 Franken eingeplant ist. Die restlichen Mittel verteilen sich auf 13 Förderkredite mit einer Gesamtdotierung von 4,8 Millionen Franken. Das global tätige Musiknetzwerk Norient soll städtische Leistungsverträge erhalten.

Mehr Infos:
https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/kulturbotschaft-2028-2031-start-der-oeffentlichen-vernehmlassung

Frischknecht folgt in Zürich auf Swanepoel

Die Zürcher Hochschule der Künste hat Ruth Frischknecht zur neuen Stellvertretenden Leiterin des Departements Musik ernannt. Sie folgt in dem Amt auf Cobus Swanepoel.

Ruth Frischknecht (Bild: Guillaume Musset/ ZHdK)

Ruth Frischknecht ist seit 2008 an der ZHdK tätig und leitet das Profil Musik und Bewegung/Schulmusik. Sie studierte Musikpädagogik und Chorleitung an der Musikhochschule Luzern sowie Kulturmanagement an der ZHAW. Vor ihrer Tätigkeit an der ZHdK arbeitete sie unter anderem als Chorleiterin, Musiklehrperson am Gymnasium sowie in kulturpolitischen Kontexten. Zudem engagiert sie sich in verschiedenen nationalen und internationalen Netzwerken der Musikdidaktik.

Cobus Swanepoel übergibt das Amt des Stellvertretenden Departementsleiters per 1. August auf eigenen Wunsch. Neben seiner Tätigkeit als Leiter des Profils Interpretation & Performance hat er diese Funktion während zwölf Jahren ausgeübt.

Die Musik bildet das grösste der fünf Departemente der ZHdK. Sie bietet zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge, ein Vorstudium (PreCollege Musik), umfangreiche Weiterbildungen und in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz Doktoratsprogramme an. Im Departement angesiedelt sind zwei Forschungsinstitute (Institute for Computer Music and Sound Technology, Institute for Music Research), ein Kompetenzzentrum für Musikphysiologie sowie ein Musikklub. Direktor des Departements ist Xavier Dayer.

Eva Gevorgyan mit Prix Serdang 2026 ausgezeichnet

Der mit 50’000 Schweizer Franken dotierte Prix Serdang 2026 wird an die Pianistin Eva Gevorgyan verliehen.

Adrian Flury, Eva Gevorgyan (Bild: Thomas Entzeroth)

Eva Gevorgyan ist Schülerin von Natalia Trull  an der Zentralen Musikschule des Tschaikowski-Konservatoriums in Moskau und Absolventin der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie ist Yamaha Young Artist und Preisträgerin von mehr als vierzig Klavierwettbewerben. Unter anderen gewann sie die ersten Preise bei der Cleveland International Piano Competition for Young Artists 2018 und bei der Van Cliburn Young Artist Competition 2019.

2020 wurde ihr das von Evgeny Kissin verliehene Stipendium des Klavier-Festival Ruhr zuerkannt. 2021 war sie als 17-jährige die jüngste Finalistin und Gewinnerin eines Sonderpreises beim Chopin Wettbewerb in Warschau. 2022 erschien ihr erstes Album mit Musik von Frédéric Chopin und Alexander Skrjabin bei Melodiya.

Der Prix Serdang wurde 2022 ins Leben gerufen. Die Selektion der Kandidaten erfolgt durch den Pianisten Rudolf Buchbinder als Kurator. Die Wahl wird gemeinsam von Rudolf Buchbinder, Adrian Flury (Initiant) und Thomas Pfiffner (Projektentwickler) vorgenommen.

 

Nützt Musikhören der psychischen Gesundheit?

Führt häufiges Musikhören tatsächlich zu besserer psychischer Gesundheit? Eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) zeigt, dass dieser Zusammenhang nicht eindeutig ist.

(Bild: Petr Kratochvil/publicdomainpictures.net)

Das Team des MPIEA analysierte die Daten von rund 10’500 Personen aus dem Jahr 2012 sowie weiteren 9500 Personen aus dem Jahr 2022. Alle Daten stammen aus dem schwedischen Zwillingsregister. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Hörgewohnheiten, insbesondere wie viel Musik gehört und zur Stimmungsregulierung eingesetzt wurde.

Es zeigte sich, dass insbesondere Personen mit Depressionen, Angstzuständen, Gefühlen der Einsamkeit oder einer stärkeren Neigung zu Neurotizismus eher Musik hören, um ihre Stimmung zu regulieren. Das Team fand aber keine Hinweise darauf, dass das Hören von mehr Musik im Alltag die psychische Gesundheit verbessert oder verschlechtert.

Um die ursächlichen Zusammenhänge besser zu verstehen, nutzte das Forschungsteam genetisch fundierte Zwillingsanalysen sowie sogenannte polygene Indizes, die die genetische Anfälligkeit für psychische Erkrankungen abbilden.

Mehr Infos:
https://www.aesthetics.mpg.de/newsroom/news/news-artikel/article/steht-musikhoeren-in-zusammenhang-mit-psychischer-gesundheit.html

Tugan Sokhiev wird Chefdirigent des OSR

Das Orchestre de la Suisse Romande hat Tugan Sokhiev zum Chefdirigenten und künstlerischen Berater ernannt. Er übernimmt das Amt ab kommenden September.

Tugan Sokhiev (Bild: OSR)

Die Ernennung ist laut der Mitteilung des Orchesters die Fortsetzung einer künstlerischen Zusammenarbeit, die 2024 begann und durch eine Interpretation von Prokofjews Sinfonie Nr. 5 im Oktober 2025 geprägt war.

Sokhiev, ein Schüler des Pädagogen Ilya Musin am Konservatorium von Sankt Petersburg, gründete 2016 die Internationale Dirigentenakademie in Toulouse und setzt sein Engagement für junge Künstler heute durch verschiedene Projekte fort, darunter die Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, die Akademie des Mahler Chamber Orchestra und das BEPHIL-Programm der Berliner Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen. Zudem ist er Schirmherr des Philharmonic Brass Education Program.

Tugan Sokhiev pflegt insbesondere zu den Wiener Philharmonikern und den Berliner Philharmonikern eine besondere Beziehung. Mit letzteren dirigierte er im April 2026 mehrere Konzerte im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg. Zu seinen jüngsten Kooperationen mit den Wiener Philharmonikern zählen das Sommernachtskonzert im Schloss Schönbrunn im Juni 2025, Galakonzerte zum 200. Geburtstag von Johann Strauss II sowie mehrere Höhepunkte der Saison 2026–2027: die Salzburger Festspiele, eine Europatournee und das prestigeträchtige Neujahrskonzert im Musikverein in Wien.

Das 1918 vom Dirigenten Ernest Ansermet gegründete Orchestre de la Suisse Romande besteht aus 112 festangestellten Musikerinnen und Musikern aus 22 verschiedenen Nationen. Es bestreitet die Abonnementkonzerte in Genf und Lausanne, die Sinfoniekonzerte der Stadt Genf, das jährliche Konzert anlässlich des Tages der Vereinten Nationen sowie die Opernaufführungen im Grand Théâtre de Genève.

Gaillard folgt in Sion auf Haefliger

Ophélie Gaillard wird an der HEMU – Valais-Wallis als Dozentin und Koordinatorin für Kammermusik die Nachfolge von Daniel Haefliger antreten.

Ophélie Gaillard (Bild: HEMU)

Ophélie Gaillard ist seit 2014 Professorin für Violoncello an der HEM in Genf und wechselt nun nach Sion. Daniel Haefliger wird am Ende des akademischen Jahres in den Ruhestand gehen.

Gaillard startete ihre Karriere 2003 als «Entdeckung des Jahres» in der Kategorie Instrumentalsolisten bei den Victoires de la musique classique  und tritt seither in Europa, Asien und Amerika in Recitals und als Solistin mit renommierten Orchestern auf und engagiert sich gleichzeitig stark für die zeitgenössische Musik. 2005 gründete sie das Pulcinella Orchestra, ein Ensemble, das sich dem Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts auf historischen Instrumenten widmet und dessen künstlerische Leitung sie innehat. Ihre Diskografie umfasst zahlreiche Aufnahmen, die sich insbesondere Bach, Britten, Schumann, Fauré, Brahms und Boccherini widmen.

Die HEMU – Valais-Wallis ist einer der Lehrstandorte der HEMU (Haute École de Musique). Ihr Lehrpersonal bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in klassischer Musik an, darunter Violine, Viola, Cello und Kontrabass sowie Gitarre, die ausschliesslich an diesem HEMU-Standort unterrichtet werden. Im Oktober 2024 bezog der Standort HEMU – Valais-Wallis den neuen Pôle Musique Sion.

Grand Prix Musik 2026 geht an Nadja Räss

Der vom Bundesamt für Kultur vergebene und mit 100’000 Franken dotierte Schweizer Grand Prix Musik für ein Lebenswerk geht dieses Jahr an die Jodlerin Nadja Räss.

Nadja Räss (Bild: Pati Grabowicz)

Nadja Räss ist Sängerin, Gesangspädagogin und Netzwerkerin. Die 1979 geborene, in Einsiedeln aufgewachsene Musikerin gehört nach Einschätzung des Bundesamtes zu den prägendsten Stimmen der Schweizer Jodelkultur. Von 2012 bis 2018 war sie Intendantin der Klangwelt Toggenburg. Seit 2018 amtet sie als Professorin für Jodel und Volksmusik-Fachverantwortliche an der Hochschule Luzern.

In der Begründung der Jury heisst es, ihre Fähigkeit, Brücken zwischen regionalen Traditionen, aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und internationalen Perspektiven zu schlagen, mache sie zu einer wichtigen Gestalt der Schweizer Musik. Als erste Grand Prix Musik-Trägerin aus dem Feld der Schweizer Volksmusik werde ihr langjähriges Engagement in besonderer Weise sichtbar.

Die je mit 40’000 Franken dotierten Schweizer Musikpreise 2026 gehen an Domi Chansorn (Huttwil, Zürich), das Ensemble ö! (Chur), die Geigerin Esther Hoppe (Zug, Zollikerberg), das Experimentallabor  Flèche Love (Troinex , Genf), Louis Schild (Lausanne), die Akkordeonistin Patricia Draeger (Zug, Meierskappel ) und Ruedi Häusermann (Lenzburg).

Mit je 25’000 Franken dotierte Spezialpreise Musik erhalten die Café Bar Mokka (Thun), Intakt Records (Zürich) und La Via Lattea (Vacallo).

Das Bundesamt für Kultur BAK beauftragt jährlich zehn unabhängige Fachpersonen. Diese nominieren insgesamt bis zu 100 Personen, Kollektive oder Institutionen aus der Schweizer Musikszene. Die siebenköpfige Eidgenössische Jury für Musik empfiehlt danach die Gewinnerinnen sowie Gewinner des Grand Prix Musik, der sieben Schweizer Musikpreise und der drei Spezialpreise Musik. Das Bundesamt für Kultur BAK vergibt abschliessend die Auszeichnungen im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern EDI.

Die Rechte der Musikschaffenden nicht aushöhlen

Der Nationalrat stimmt morgen über die Motion «Schikanen im Urheberrecht für KMU beseitigen» ab. Suisseculture bittet den Nationalrat, die Motion abzulehnen.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Für Hintergrundmusik bezahlt der grösste Teil der Unternehmen, darunter auch die meisten KMU, heute eine tragbare Pauschale von weniger als 250 Franken pro Jahr. Dafür können sie in ihren Geschäftsräumen unbeschränkt Musik nutzen: um den Verkauf zu fördern, Kundinnen, Kunden und Gästen ein angenehmes Erlebnis zu bieten oder Mitarbeitende zu motivieren. Das koste, schreibt Suissculture, weniger als einen Franken pro Tag.

Komponisten, Textautorinnen, Interpreten, Produzentinnen und Verleger von Musik investieren viel Zeit, Arbeit und Geld in jedes musikalische Werk. Entschädigt werden sie erst, wenn die Musik gehört und genutzt wird. Damit auch KMU fair für diese Nutzung bezahlen, gibt es Verwertungsgesellschaften wie die Suisa und Swissperform. Sie stellen die Nutzung von Musik bei Unternehmen in Rechnung und verteilen die Einnahmen. Gerade in einer Zeit, in der Kulturschaffende zunehmend finanziell unter Druck geraten, sind diese Vergütungen ein essentieller Teil des Einkommens. Eine Kürzung ist für Suisseculture nicht akzeptabel.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_rechte_der_musikschaffenden_nicht_aushoehlen_motion_24_3944_ablehnen

 

Höppner folgt bei der Hindemith-Stiftung auf Zimmermann

Christian Höppner übernimmt bei der Hindemith-Stiftung das Präsidium von Tabea Zimmermann. Sie hat das Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Christian Höppner und Tabea Zimmermann (Bild: Fondation Hindemith)

Christian Höppner ist Präsident des Deutschen Kulturrates und des Deutschen Tonkünstlerverbandes. Seit 1986 unterrichtet er Violoncello an der Universität der Künste Berlin. Konzerte und Aufnahmen als Dirigent und Cellist in Deutschland, Österreich, Italien und Brasilien.

Musik- und kulturpolitisch engagiert er sich unter anderem als Vorsitzender des Programmausschusses und Haushaltsberichterstatter des Rundfunkrates der Deutschen Welle, Kuratoriumsvorsitzender der Carl Bechstein Stiftung und der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, Festivalbotschafter des Kammermusikfestes Oberlausitz, Mitglied im RTL-Medienrat und im Fachausschuss Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Hindemith Stiftung mit Sitz in Blonay (Kanton Waadt) widmet sich der Bewahrung und der Verbreitung des kulturellen Vermächtnisses von Paul Hindemith. Sie setzt sich für die Pflege und Verbreitung seiner Werke ein und möchte das Verständnis für seine Kunst wecken. Sie sichert den materiellen Erhalt aller Dokumente, die das Andenken des Komponisten bewahren können, und macht sie in geeigneter und angemessener Form der Öffentlichkeit zugänglich.

Kris Davis unterrichtet in Basel Klavier und Ensembles

Die Grammy-prämierte Pianistin und Komponistin Kris Davis amtet ab dem Herbstsemester 2026 am Institut Jazz FHNW als Professorin für Klavier und Ensembles.

Kris Davis (Bild: Dirk Neven, cc-by-2.0)

Kris Davis‘ Musik bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, elektronischen Klangwelten, Spoken Word und experimentellen Formen. Sie ist Associate Program Director of Creative Development am Berklee Institute of Jazz and Gender Justice und Gründerin des Labels Pyroclastic Records. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Doris Duke Artist Award sowie mehreren Ehrungen des DownBeat Magazine und der Jazz Journalists Association.

In den vergangenen Jahren veröffentlichte Davis 24 Alben als Leaderin oder Co-Leaderin, und sie arbeitete unter anderem mit Terri Lyne Carrington, Dave Holland, John Zorn, Esperanza Spalding, Tyshawn Sorey und Ingrid Laubrock zusammen. Ihr Album Diatom Ribbons wurde 2019 sowohl von der New York Times als auch vom NPR Music Jazz Critics Poll zum Jazzalbum des Jahres gewählt. 2023 erschien mit Diatom Ribbons – Live at the Village Vanguard eine Live-Version des Projekts mit Terri Lyne Carrington, Julian Lage, Val Jeanty und Trevor Dunn.

 

 

Basel Sinfonietta verlängert Vertrag mit Titus Engel

Titus Engel bleibt bis zum Ende der Saison 2030/31 Principal Conductor der Basel Sinfonietta.

Basel Sinfonietta (Bild: Marc Doradzillo)

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 habe Titus Engel die Basel Sinfonietta künstlerisch massgeblich geprägt, schreibt das Orchester, und zu grossen Erfolgen geführt. Dazu gehören Gastspiele in Häusern wie der Philharmonie Essen und bei Festivals für Neue Musik wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik oder dem Festival NOW!. Ebenso international beachtet wurde die jüngste Naxos-Einspielung mit Werken von Sofia Gubaidulina, die von der New York Times als eines der besten Klassikalben des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde. (zur SMZ-Rezension von Torsten Möller)

Die 1980 gegründete Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung. Sie hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 240 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.

 

 

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