Keine Reinheitsgebote

Matthias Kläger hat Violinsonaten für die Gitarre bearbeitet, und es klingt, als hätte Bach für dieses Instrument komponiert.

Matthias Kläger. Foto: Foto-Profi-Holländer

Der klassischen Gitarre geht es wie dem Opernhaus: Sie hat ein Repertoireproblem. Nicht, dass wenige Noten für die Gitarre geschrieben wurden. Was fehlt, ist Gehaltvolles. Wer einmal Sonaten von Mauro Giuliani oder Fernando Sor begegnet ist, der kennt den qualitativen Unterschied zu Schubertschen oder Beethovenschen Klavierwerken. Viele Gitarristen machen aus der Not eine Tugend: Sie transkribieren. Fragwürdiges ist schon entstanden, zum Beispiel eine am Wesen der Gitarre vorbei zielende Bearbeitung von Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung. Weit fruchtbarer ist die Übertragung bachscher Werke. Seien es ausgewählte Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier, seien es die Cellosuiten oder die Violinsonaten – der Farbenreichtum einerseits und die polyfonen Möglichkeiten andererseits können unentdeckte Schichten der Originale freilegen.
Matthias Kläger nahm die Sache selbst in die Hand. Er folgte nicht dem «deutschen Reinheitsgebot» vieler anderer Übertragungen, sondern fügte den Violinsonaten BWV 1001, 1003 und 1005 an der ein oder anderen Stelle eine Stimme hinzu oder einen Basston. Im Booklet-Text umreißt er sein Transkriptionsideal so: «Beim Hören der Gitarrenversion sollte man den Eindruck bekommen, die Stücke seien genau für dieses Instrument geschrieben und könnten auf keinem anderen genauso gut (oder besser) dargestellt werden.» Nicht nur seine Bearbeitung, sondern auch sein Spiel erfüllen den frommen Wunsch. Den natürlich-linearen Fluss der Violinsonaten breitet der an der Zürcher Hochschule der Künste lehrende Kläger wunderbar aus. Variable Tempi, keine sklavenhaft befolgte Terrassendynamik machen das Spiel zum feinen Ohrenschmaus. An keiner Stelle lässt sich Kläger von den vielen klanglichen Möglichkeiten der Gitarre allzu sehr verführen, sondern weiß sie dezent einzusetzen. So gerät die hervorragend produzierte CD zu einer Demonstration famoser Technik und einer Musikalität, die unter Gitarristen ihresgleichen sucht. Knapp eine Stunde lang ist das Repertoireproblem vergessen.

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Matthias Kläger: Complete Sonatas vor Violin Solo (BWV 1001, 1003, 1005). Transcription for guitar. Acustica Records 1020

Die CD bleibt auch beim diesjährigen Weihnachtsfest das beliebteste Musikgeschenk der Deutschen.

Wie der deutsche Bundesverband Musikindustrie mitteilt, planen 69 Prozent der Deutschen, die in diesem Jahr fest vorhaben, Musik zu verschenken, eine Musik-CD unter den Weihnachtsbaum zu legen. Auf Platz zwei liegen Konzerttickets mit 58 Prozent, während Musik-DVDs den dritten Platz belegen (34 Prozent), dicht gefolgt von aufwendigen Sondereditionen auf CD und DVD (26 Prozent).

Digitale Musikgeschenke spielen trotz der wachsenden Bedeutung im Markt für die Deutschen noch immer eine nachgeordnete Rolle. Ein Download-Gutschein kommt für 11 Prozent derer, die Musik zu Weihnachten verschenken, in Betracht, Gutscheine für Streaming-Abonnements stellen bislang für die wenigsten (2 Prozent) eine Option dar.

Für die Studie sind vom Medien- und Sozialforschungsunternehmen TNS Emnid im Auftrag des BVMI im November 2012 mehr als 1000 Deutsche zu ihren geplanten Weihnachtseinkäufen befragt worden.

Bild: Kurt Michel – pixelio.de

Die Finanzierung der Koordinationsstelle für Schweizer Musikerinnen ist nicht gesichert. Ein Aufruf auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit soll nun die nötigen Mittel einwerben.

Die Finanzierung der Koordinationsstelle, die sich der Förderung des weiblichen Pop- und Rocknachwuchses verschrieben hat, ist für 2013 noch nicht gesichert. Die Macherinnnen wollen zumindest das Herzstück retten, stärken und weiter ausbauen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Datenbank www.helvetiarockt.ch, ein Nachschlagewerk mit Schweizer Musikerinnen.

«Helvetia rockt» ist als Verein mit Sitz in Luzern organisiert. Präsidentin ist Judith Estermann, die von 2003 bis 2008 als  Beauftragte für Gleichstellung an der Hochschule Luzern – Musik amtete. Das Projekt wird unter anderem unterstützt von der Avina Stiftung und dem Eidgenösischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann.

Helvetia rockt auf Wemakeit: https://wemakeit.ch/users/helvetiarockt

 

 

Der 1963 geborene österreichische Komponist Thomas Larcher, der in Basel unterrichtet hat und auch schon einen Kompositionsauftrag des Lucerne Festival ausgeführt hat, ist für ein Konzert für Violine, Cello und Orchester mit einem British Composer Award ausgezeichnet worden.

Larcher, der auch mit Komponisten wie Heinz Holliger, Isabel Mundry, Olga Neuwirth und Johannes Maria Staud arbeitete, hat 1994 mit dem Tiroler Festival Klangspuren eine Plattform für Aufführungen zeitgenössischer Musikwerke in Österreich ins Leben gerufen. Von 2001 bis 2004 unterrichtete er eine Klavierklasse an der Musikhochschule in Basel.

Kompositionsaufträge von Till Fellner, der Mozartwoche Salzburg und vom Lucerne Festival haben das Komponieren immer stärker in den Fokus seines Interesses gerückt. Heute zählt Larcher zu den international bedeutenden Komponisten für zeitgenössische Musik.

Insgesamt sind die britischen Composer Awards dieses Jahr in dreizehn Kategorien verliehen worden. Zu den weiteren Preisträgern gehören Thomas Adès (Kammermusik), Colin Matthews (Vokalkomposition) und Sir Harrison Birtwistle (Orchestersmusik).

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia will von 2013 bis 2015 das Netzwerk zwischen Kulturinstitutionen beider Länder stärken. Teil des Programmes «Swiss Made in Russia» ist ein Schweizer Fokus am «International Contemporary Music Festival» in St. Petersburg.

«Swiss Made in Russia» umfasst visuelle Kunst, Literatur, Design, Architektur, Kunst im öffentlichen Raum ebenso wie Musik, Theater und Tanz. Zwei lokale Mitarbeiterinnen, die in einem Büro der Schweizer Botschaft in Moskau stationiert sind, koordinieren das Kulturaustauschprogramm vor Ort.

Für die gesamte Laufzeit von zweieinhalb Jahren und rund 50 Projekte verfügt «Swiss Made in Russia» über ein Budget von 1,85 Millionen Franken. Bei erfolgreichem Projektverlauf plant die Stiftung, ihr Aussenstellennetz um einen Standort in Moskau zu ergänzen.

Das St.Petersburg International Contemporary Music Festival wird zwischen 23. und 31. Mai 2013 vom St. Petersburger Zentrum für Zeitgenössische Musik reMusik.org veranstaltet. Es präsentiert aktuelles Schaffen aus Europa, Nordamerika, Asien und Russland.

 

Impulsgebend

Eine Broschüre gibt Hinweise, wie die Materialien des Groove Packs den Unterricht «in Bewegung» bringen können.

Ausschnitt aus dem Titelblatt

Das Groove Pack ist ein rollbarer Koffer mit Materialien für Rhythmus-, Bewegungs- und Singspiele. Die «Basic»-Variante enthält Groovybags (kleine, weiche, verformbare Kissen), Shaker, Sticks und Rhythmusbälle, assortiert in den Farben rot, blau, grün und gelb. Damit lassen sich vielerlei Bewegungen vollführen, Lieder untermalen und begleiten. Das vorliegende Lehrmittel zu diesem Groove Pack enthält 21 Lieder mit Bewegungsabfolgen und Rhythmuspatterns, die auf der beigelegten DVD vorgeführt werden. Hier wird sichtbar, dass die Materialien des Groove Packs auch klanglich etwas hergeben.

Körperwahrnehmung und motorische Koordination werden durch die Bewegungsabläufe geschult und, ganz nebenbei, singt es sich viel leichter dazu. Die einfachen Spielanleitungen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viel geübt werden muss, wenn die Rhythmen grooven sollen.

Das Groove Pack gehört in jede Musikschule, und gerne auch in die Volksschulen und Kindergärten.

Elisabeth Danuser, Claudia Pachlatko, Jürg Lanfranconi, Groove Pack Basics, Impulse für Musik und Bewegung, 56 S., ill., DVD mit Handlungsanleitungen und Playbacks, Fr. 30.00, Academia Verlag, Sankt Augustin 2011, ISBN 3-89665-541-7

Gitarrensaiten müssen zum Instrument passen, vor allem aber zum Spieler, zu
dessen Repertoire und Vorlieben. Eine spanische Firma bringt neue Varianten, die auszuprobieren sich lohnt.

SMPV

Saiten sind ein unerschöpfliches Thema. Es gibt sie in unüberschaubarer Menge unter einer Vielfalt von Handelsnamen in unterschiedlichen Spannungen und Stärken, Materialien und Preiskategorien.Die Saitenwahl hängt vom Instrument, von persönlichen Gegebenheiten und Präferenzen ab. Wichtige Faktoren sind sicher die Intensität des Übens, die Beschaffenheit der Nägel und die Bauweise des Instrumentes. Auf jeden Fall ist es interessant, verschiedene Saitensorten und -stärken auf seinem Instrument zu erforschen.

Mensur und Material
Die verschiedenen Saitenstärken werden mit low, medium und high tension oder so ähnlich bezeichnet. Leider machen die meisten Hersteller keine Angaben darüber, mit welcher Zugkraft und Spannung eine Gitarre von den unterschiedlichen Saitenstärken belastet wird. Jede Saite wird so hergestellt, dass sie bei einer bestimmten Zugkraft und einer Spannungslänge von 65 cm ihre Tonhöhe erreicht. Die Belastung jeder einzelnen Saite liegt bei ungefähr 6 bis 7 kg, also bei insgesamt ca. 40 kg Saitenzug bei einer Gitarre mit einer 65-cm-Mensur.

Manuel Rodríguez Senior, der Autor des Buches Leben und Erfahrungen im Gitarrenbau, bestimmte mit Hilfe einer Federwaage die Belastung von Saiten, die über 65 cm und über 63 cm aufgespannt und gestimmt waren. Bei der 63-cm-Mensur war jede einzelne Saite durchschnittlich etwa 0,5 kg weniger belastet. Die ganze Gitarre wäre also mit etwa 3 kg nahezu 10 Prozent weniger bespannt als eine Gitarre mit 65-cm-Mensur. Umgekehrt steigt natürlich auch die Spannung, wenn wir den gleichen Saitensatz über eine längere Distanz spannen. Dies bedeutet in der Praxis, dass wir für eine längere Mensur vielleicht einen Saitensatz mit einer niedrigeren Spannung wählen als für ein kurz mensuriertes Instrument, damit wir das eine nicht über- und das andere nicht unterspannen. Rodríguez ist der Ansicht, dass auf Dauer extrem hoch gespannte Saiten einer Gitarre mehr schaden als nützen. Sicher ist, dass man die Saiten auch passend zur Bauweise des Instrumentes wählen sollte. Hoch gespannte Saitensätze auf einem leicht gebauten Instrument führen fast sicher zu Verformungen der Decke, während leicht gespannte Saiten eine robust gebaute Gitarre kaum zum Klingen bringen.

Bass- und Diskantsaiten bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Die drei Basssaiten
sind aus Nylonseide und mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die dritte, die G-Saite. Die Diskantsaiten sind aus massivem Nylon. Seit einiger Zeit wird für sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dünner und somit «lebendiger» und reaktionsfreudiger. Unter Gitarristen werden diese PVDF-Saiten auch «Carbonsaiten» genannt.

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