Eve-Maud Hubeaux gewinnt Tebaldi-Wettbewerb

Die junge Mezzosopranistin Eve-Maud Hubeaux, die neben dem schweizerischen Jugendmusikwettbewerb bereits renommierte internationale Preise gewonnen hat, ist im Rahmen des Internationalen Renata Tebaldi Wettbewerbs in San Marino einstimmig mit dem ersten Preis und dem Spezialpreis für die jungste Teilnehmerin ausgezeichnet worden.

© Eve-Maud Hubeaux

Eve-Maud Hubeaux hat am Konservatorium von Lausanne Klavier und Gesang studiert Weitere Studien absolvierte sie im Atelier Scénique von Christophe Balissat und in Meisterkursen unter anderem bei Peter Galliard, Julian Gavin und Laura Sarti.

Im Juli dieses Jahres hat Eve-Maud Hubeaux bereits den 2. Preis beim internationalen Hans Gabor Belvédère Wettbewerb (Muziektheater Amsterdam) und die Kirsten Flagstad Festival Grant gewonnen.

Eve-Maud Hubeaux war Mitglied des Opernstudios der Opéra national du Rhin (Strassburg / Colmar) wo sie bis zum Ende der Saison 2010/2011 an verschiedenen Produktionen mitwirkte. Im November 2010 gab sie überdies ihr Debüt an der Oper in Frankfurt als Waltraut in Wagners Walküre.

Neue Werke mit Bezug auf Strawinskys «Histoire du Soldat»

Das Projekt «Stravinskij revisited» führt russische und schweizerische Partner mit dem kulturellen Erbe beider Länder zusammen und bringt sie in einen Dialog.

Robert Delaunay: Igor Strawinsky (1882-1972)

Die beiden ausführenden Ensembles des Projektes Stravinskij revisited repräsentieren das luzid-apollinische und das dunkel-dionysische Prinzip: Das Moscow Contemporary Music Ensemble ist das aktivste und renommierteste Spezialistenensemble für zeitgenössische Musik in Russland. Es spielt in einer für die Neue Musik bereits «traditionellen» Kammerensemblebesetzung mit Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug. Demgegenüber spielt das Kontra-Trio über in einer Besetzung, die jeden traditionellen Klangrahmen sprengt. Mit Kontrabass-Flöte, Kontrabass-Saxofon und Tuba lotet das Schweizer Trio die ganz tiefen, die chthonischen Klänge aus.

Die fünf Uraufführungen nehmen auf je eigene Art musikalisch oder thematisch auf die Histoire du Soldat von Igor Strawinsky Bezug (Märchen, Marschieren, Soldat, Teufelspakt usw.). Zu hören sind Werke von Vladimir Rannev und Vladimir Gorlinskij aus Russland sowie Roland Moser und Katharina Rosenberger. Dabei handelt es sich um Kompositionsaufträge für jeweils eines der beiden Ensembles. Hinzu kommt ein Remix von Fragmenten aus Strawinskys Histoire du Soldat. Dieser wurde vom Schweizer Komponisten Thomas K.J. Mejer für die beiden Ensembles gemeinsam komponiert.
 


Tourneedaten

Moderne Technologie und Copyright

Bei der neunten Durchführung des «Musiksymposiums – The Music Metting Day» standen Neuerungen bei YouTube und Diskussionen über Segen und Fluch von Streaming-Diensten wie Simfy oder Spotify im Zentrum.

Eröffnet wurde das neunte «Musiksymposium – The Music Meeting Day» von Michael Grossenbacher. Bis 2009 war der Berner Teil der A-cappella-Truppe Bagatello, zwei Jahre später stellte er seine erste Soloshow auf die Beine: «Therapie». Er erzählte von einem Teenager, der ihn unlängst gefragt habe, welchen seiner zwei Traumberufe er ergreifen solle: Bäcker oder Musiker? «Meine Antwort: Willst du Geld verdienen? Dann werde Bäcker.»

Womit der von der Schweizerischen Vereinigung der Musikverleger erstmals im Zürcher Hallenstadion durchgeführte Anlass im Nu bei einer Kernfrage angelangt war: Was muss ein Musiker alles unternehmen, um auch von seiner Kunst leben zu können? Wenigstens teilweise. Eine abschliessende Antwort auf diese Frage bot zwar auch das folgende Referat von Oliver Heckmann, Director of Engineering YouTube, nicht, aber: Der Vertreter des 2005 gegründeten Unternehmens zeigte Wege auf, wie via YouTube Geld generiert werden kann. Auch in der Schweiz. Möglich ist dies dank der Freischaltung von www.youtube.ch – seit April steht die Site jetzt Produzenten von Content, aber auch Werbetreibenden zur Verfügung.

Für Schweizer Musikschaffende, die bei der Suisa angemeldet sind, bleiben die Geldtöpfe des Tochterunternehmens von Google Inc. bis auf weiteres verschlossen, denn noch sind sich die Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik und YouTube uneinig, wie hoch die Entschädigung pro gespieltem Clip ausfallen soll. «Wir sind am Verhandeln und ich glaube, dass bald eine Einigung erzielt wird», gab sich Heckmann optimistisch.

Ebenfalls für die Schweiz freigeschaltet wurden die sogenannten Partnerprogramme. Mit diesen können Produzierende auf YouTube eigene «Kanäle» kreieren, was beispielsweise Julia Graf alias Miss Chiveous auch schon gemacht hat. Mit Erfolg. Die Bernerin hat sich – Stand Mitte September – einen Kreis von 564 935 Abonnenten aufgebaut. Allerdings ist Graf keine Musikerin, sie erteilt Schminktipps. Musikschaffende, die der Suisa angehören, finden sich bei den Partnerprogrammen noch keine. Auch hier gilt: Erst muss es zu einer Einigung zwischen der Verwertungsgesellschaft und YouTube kommen. «Um jetzt oder später in ein Partnerprogramm aufgenommen zu werden, muss man zudem gewisse Bedingungen erfüllen», führte Heckmann aus. Wer sich etwa schon einmal einer Urheberrechtsverletzung schuldig gemacht hat, kommt nicht mehr in Frage.

Heckmann malte ein blühendes Zukunftsszenario, sprach von der Milliarde YouTube-Nutzer, vom letztjährigen Wachstum um 50 Prozent und von den sechs Millionen Videos, die Monat für Monat auf das Portal hochgeladen werden. Die Chancen, via YouTube dereinst den einen oder anderen Franken verdienen zu können, sind zweifelsohne intakt. Um welche Beträge es sich dabei handeln könnte, ist hingegen offen. Zum Vergleich: In den USA schüttet YouTube pro 1000 Videostreams rund 10 Dollar aus, die es dann unter sämtlichen Rechteinhabern aufzuteilen gilt. Der Durchschnittsmusiker wird von derlei Summen nicht leben können. Es wäre ein Zubrot. Wie sagte doch Heckmann? «Je bekannter ein Musiker ist, desto schneller sollte er mit uns in Kontakt treten.»

Die «Mittelklasse» verdient fast kein Geld mehr

Beim Panel «Download vs. Streaming», äusserte Steffen Holly Verständnis für die Konsumenten. «Selber bin ich ja auch begeistert von den bestehenden Angeboten», sagte der Head of Business Unit Media Management & Delivery. Unter diesen würde vor allem die «Mittelklasse der Musiker» leiden. «Sie verdienen fast kein Geld mehr.» Eine Tatsache, die Dennis Hausammann, Mitinhaber iGroove Switzerland, mit Zahlen verdeutlichte: «Rund eine Million Streams sind nötig, damit ein Musiker nur schon seinen monatlichen Krankenkassen-Beitrag bezahlen kann.» «Kleinere» Künstler würden das Gros ihrer Einnahmen via iTunes erzielen und nicht etwa via Streamingdienste wie Simfy oder Spotify, sagte Hausammann. Man müsse den neuen Technologien eine Chance geben, plädierte Julie Born, Director Sony Music Schweiz. «In Schweden wurden bereits drei Millionen kostenpflichtige Premium-Streaming-Abos gelöst, in der Schweiz sind es bis jetzt erst gut 75 000.»

Alexander Herbst, CEO Simfy, erklärte: «Wir zahlen bereits einen siebenstelligen Betrag an die Major-Labels aus. Und einen deutlich kleineren an die Unabhängigen.» Doch das werde sich regulieren, gab er sich überzeugt. «Es wird wohl zu einer ehrlicheren Verteilung kommen.» Sein Unternehmen, das in Berlin beheimatet ist und an die 20 Millionen Songs im Streaming-Angebot hat, komme derzeit gut über die Runden, aber: «Auch für uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel.» Poto Wegener, Direktor Swissperform, kritisierte, der momentan von Simfy und Spotify ausbezahlte Betrag pro Stream sei viel zu gering. Und als eines der Hauptprobleme machte er fehlende Transparenz aus. «Ich möchte von den Streaming-Diensten endlich mal wissen, was im Durchschnitt pro Stream ausgeschüttet wird.» Die Antwort von Alexander Herbst: «Wir geben einzig bekannt, wie viele Streams passieren.»

Trotz aller Differenzen schien die Mehrheit der Gesprächsteilnehmer an die Zukunft von Streaming-Diensten zu glauben. Und daran, dass sich Musiker auf diesem Wege wieder mehr Einkommen verschaffen könnten. «Ich denke, dass die Entwicklung nun wieder in Richtung Künstler und zulasten der Labels geht,» schloss Steffen Holly.

Kammermusik für Ohren und Augen

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Kammermusik Basel bringt das Label bmn eine neue Tonträger-Reihe heraus. Musik zum Anhören wie auch zum Anschauen.

CD-Cover Zemlinsky-Quartett,SMPV

«Kammermusikfreunde gelten als konservativ und wenig technikaffin. Das ist jedoch ein Vorurteil, das leicht zu widerlegen ist. Die Basler Kammermusik-Gesellschaft (www.kammermusik.org) lanciert jetzt ein Label, auf dem sie ihre Konzerte im Hans Huber-Saal nicht nur akustisch dokumentiert, sondern auch visuell.
Eine Besonderheit des Labels: Die Aufnahmen erscheinen parallel auf ‹normaler› CD und auf Blu-ray Disc. Eine erste Ausgabe dokumentiert das Konzert vom 23.August 2012 mit dem Zemlinsky Quartett, indem das Streichquartett „Madrigaux“ von Jean-Jacques Dünki uraufgeführt wurde, gefolgt von Alexander Zemlinskys erstem Quartett in A-Dur. Mit auf der Blu-ray Disc ist auch das Gespräch, das Elmar Budde mit dem Komponisten Dünki führte. Die Tonqualität ist, eine entsprechende Abspielstation vorausgesetzt, sogar noch besser als bei der herkömmlichen Compact Disc.»
 Sigfried Schibli, Basler Zeitung, 20.Juni 2013


Bei der Visualisierung des Konzerts soll die Zerstreuung vermieden werden. Indem die reale Konzertsituation als Ausgangspunkt für eine einzige, konsequente Einstellung genommen wird, die – auch durch konzentrierte Ausleuchtung – fokussiert und nur eben das sehen lässt, was man im Konzert wirklich sehen kann. Auf der Blue-ray-Disc ist jeweils auch ein Gespräch mit einem der Musiker oder Komponisten aufgezeichnet.

Bisher sind erschienen:

  • Beethoven Quartett: Beethoven String Quartets op.18,4 & op.59,1, bmn20121

  • Zemlinsky Quartet, First Performance: Jean-Jacques Dünki, Madrigaux; Alexander von Zemlinsky, Streichquartett Nr. 1 A-Dur op. 4, bmn20131

  • Hansheinz Schneeberger & Bettina Boller, Violin Duos: Werke von Bach, Bartók und Berio, bmn20132

  • Valentin Valentiyev, Piano, Debut: Werke von Bach, Haydn, Chopin, Rachmaninoff, bmn20133

  • Franziska Hirzel & Jan Schultsz, Wagner and his Contemporaries: Hans von Bülow, Drei Lieder op. 1, Liederzyklus von Carl Beck op. 8 (Ersteinspielungen); Richard Wagner: Wesendonck-Lieder; Franz Liszt, Über allen Gipfeln, Hohe Liebe, bmn20134

Katalog

Zukunft des Archivs «Frau und Musik» bedroht

Die internationale Forschungsstätte besteht seit 30 Jahren. Ab 2014 will das Kulturamt der Stadt Frankfurt keine Mittel mehr dafür sprechen.

Foto: lightpixel – Fotolia.com

Seit über 30 Jahren widmet sich das Archiv «Frau und Musik» der Förderung von Komponistinnen, ihrer Arbeit und ihrer Werke. Es ist Bestandteil der kulturellen Landschaft von Frankfurt und leistet mit der Sammlung, Sicherung und Veröffentlichung der kreativen Leistungen von Komponistinnen einen wichtigen kulturpolitischen Beitrag. Die vom Archiv herausgegebene Zeitschrift VivaVoce ist die einzige deutsche Fachzeitschrift zum Thema Komponistinnen und Interpretinnen.

Wie die Stiftung mitteilt, sei das Archiv «Frau und Musik» in den letzten Jahren vom Land Hessen und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt finanziert worden. Ab 2014 habe die Stadt Frankfurt die Streichung aller bisherigen Mittel für das Archiv angekündigt und bleibe auch nach Gesprächen bei ihrer Entscheidung. Als Begründung werden Sparzwänge angeführt. Die Weiterführung und Sicherung der jahrelangen erfolgreichen Arbeit des Archivs sei nun durch die Kürzungen akut bedroht.

Damit die Zukunft dieser Einrichtung gesichert werden kann, trifft das Archiv verschiedene Massnahmen. Unter anderen hat es eine Petition an die Stadtverordneten von Frankfurt für den Erhalt der Förderung des Archivs und damit für eine sichere Zukunft der einmaligen Einrichtung gestartet. Sie kann hier unterstützt werden.
 

Aktions- und Warnstreiktag der deutschen Orchester

Rund 100 deutsche Staats- und Kommunalorchester treten heute (30. September) zeitgleich und bundesweit in den Ausstand. Sie protestieren gegen die seit 2010 bestehende Verweigerung tariflicher Lohnerhöhungen.

Aktions- und Warnstreiktag in Erfurt. Bild: DOV

Nachdem das Bundesarbeitsgericht entschieden hat, dass die Staats- und Kommunalorchester keinen einklagbaren Rechtsanspruch mehr auf die Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes haben (die Schweizer Musikzeitung berichtete), verschärft sich der Ton zwischen den Sozialpartnern.

Die Orchester fordern laut einer Medienmitteilung der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) «gleichzeitig den Erhalt der weltweit einzigartigen deutschen Orchesterkultur». Das sei die grösste derartige Protestaktion seit den 1950er Jahren in Deutschland, an der unter anderem auch die Berliner Philharmoniker und weitere renommierte Spitzenorchester beteiligt seien.

Am 1. Oktober 2013 beginnen in Berlin Tarifgespräche zwischen der DOV und dem Deutschen Bühnenverein, wie die Lohnabschlüsse des öffentlichen Dienstes rückwirkend seit 2010 auf die Staats- und Kommunalorchester übertragen werden.

 

Die Schweizer «Wagners»

Ein lange unter Verschluss gehaltenes Kapitel der Familiengeschichte sorgfältig aufgearbeitet.

Ausschnitt aus dem Buchcover

Dass Richard Wagners weitläufige Familie auch einen Zweig in der Schweiz hat, verwundert nicht. Dass dies aber bis vor einiger Zeit selbst den engeren Familienangehörigen unbekannt war, schon eher. Wie es dazu kommen konnte, und was es mit den Schweizer Wagner-Nachkommen auf sich hat, das decken Verena Naegele und Sibylle Ehrismann in ihrer neuen Monografie auf. Die Beidlers. Im Schatten des Wagner-Clans ist mehr als nur Begleitband zur Ausstellung, welche die beiden Musikpublizistinnen zu diesem Thema konzipierten und im Sommer 2013 im Stadtarchiv Zürich zeigten. Es ist eine eigenständige Aufarbeitung der komplexen Vorgänge, die zum Bruch zwischen den Familien Beidler und Wagner führten – und liest sich zeitweise spannend wie ein Krimi, den man nur ungern aus der Hand legt.

In einer raffinierten Ouvertüre setzen die Autorinnen mit dem brisanten Vaterschaftsprozess ein und werten hier erstmals unbekannte Quellen aus: Isolde, erstgeborene Tochter Richard Wagners, verheiratet mit dem Schweizer Dirigenten Franz Beidler, kämpfte um ihr Recht, den Namen Wagner tragen zu dürfen. Da sie (wie auch ihre Geschwister Eva und Siegfried) jedoch zu einem Zeitpunkt geboren wurde, an dem ihre Mutter Cosima noch mit Hans von Bülow verheiratet war, war sie juristisch betrachtet eine geborene von Bülow. Welche Folgen der verlorene Prozess für die Familie Beidler, namentlich für den ersten Wagner-Enkel Franz Wilhelm Beidler hatte, das zeichnen die Autorinnen detailliert, aber nicht detailverliebt nach. In sachlichem, ihrem Gegenstand aber zugewandten Ton wird ein weiter Bogen gespannt von Luzern über Bayreuth und das Berlin der Zwanzigerjahre bis nach Zürich, wo Franz Wilhelm Beidler als Sekretär des Schweizerischen Schriftstellerverbandes das kulturelle Leben der Schweiz über viele Jahre mitprägte.

«Beidler – der Name war uns unbekannt», lässt Nike Wagner im Vorwort dieses genau recherchierten Bandes verlauten, der nun eine Lücke in der Wagner-Genealogie schliesst.

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Verena Naegele und Sibylle Ehrismann: Die Beidlers. Im Schatten des Wagner-Clans, 336 S., Fr 38.00, Rüffer & Rub, Zürich 2013, ISBN 978-3-907625-66-8

An Satie erinnernd

Rico Gubler versammelt in VIT avancierte, witzige Stücke für Altsaxofon und Klavier – mit jeweils vorausgehenden Texten.

Foto: Ryan LeBaron / fotolia.com

VIT sind «Very Important Things», die aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind, wie die Pinzette, das Rotauge oder die Hafenbehörde. Sie alle erhalten hier ein liebevolles augenzwinkerndes Porträt in einer avancierten, aber hörenderweise nicht allzu schwer nachzuvollziehenden Musiksprache. Die sieben kurzen Stücke für Saxofon und Klavier sind einerseits dem Saxofonisten Jean-Michel Goury, andererseits Erik Satie gewidmet. Neben Titeln wie Gymnastics, der allenfalls auf die Gymnopédies verweist, oder dem Nachruf auf den Dodo als eventuelle Parallele zu den Embryons desséchés ist es vor allem der Umstand, dass jedem Stück ein beschreibender, nüchterner Text vorangeht, der in seiner Distanz zum darauffolgenden musikalisch-poetischen Ereignis an Satie erinnert.

Jedes der sieben Stücke hat eine klare Form, ist aus einem einfachen Grundmaterial hergeleitet und fantasievoll verarbeitet. Ein oft wiederkehrendes Motiv ist der Umgang mit Störungen. Unisono-Partien werden plötzlich durchbrochen, weil entweder der Saxofonist einem Ton nachsinnt oder der Pianist seine Virtuosität belegen will. Oder der Saxofonist experimentiert im Unisono mit mikrotonalen Veränderungen, was den dazu nicht fähigen Pianisten wahnsinnig machen muss. Dafür hat der Saxofonist dann wieder die gemeine Spielanweisung «rein intonieren» zu beachten, die dem Pianisten höchstens ein müdes Lächeln abverlangt. Ein weiteres oft wiederkehrendes Motiv sind Spiegelungen, sei es innerhalb der Abfolge der Zwölfton-Reihen, sei es im formalen Aufbau. Das lebendige erste Stück (die Giesskanne) ist z. B. perfekt symmetrisch gebaut.

Die Stücke lassen sich als Suite spielen, aber auch einzeln zwischen andere Werke einschieben. Der Witz, die Prägnanz und die lockere Verbindung untereinander machen es möglich.

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Rico Gubler, VIT Very important things, für Altsaxofon und Klavier, FH 3446, € 17.80, Friedrich Hofmeister, Leipzig 2012

Erinnern, kreisen …

Die Gattung Oboenquartett hat facettenreichen Zuwachs bekommen.

Xavier Dayer. Foto: George Leintenberger

Es gibt wohl kaum eine Werkgattung, die es mit derart wenigen relevanten Stücken zu klassischer Bedeutung gebracht hat, wie das Oboenquartett. Bis vor 20 Jahren gab es gerade einmal drei wirklich bekannte Werke, nämlich jene von Johann Christian Bach, Wolfgang Amadé Mozart und Benjamin Britten. In den letzten Jahren hat sich die Situation erfreulicherweise verbessert, und dank neuer Kompositionen etwa von Isang Yun, Elliott Carter, Rudolf Kelterborn und Harrison Birtwistle (allesamt auf Heinz Holligers Veranlassung hin komponiert und von ihm uraufgeführt) kann heute vielfältiger programmiert werden.

In die illustre Reihe gelungener Kompositionen reiht sich nun Xavier Dayers „Mémoire, Cercles“ ein. Er bezeichnet sein Werk als Meditation über die Frage, was geschähe, wenn das totale Vergessen jegliche Erinnerung gänzlich unmöglich machte. Mittels einer ausgeklügelten Variationstechnik verändert und verschleiert er einen melodischen Grundgedanken (der nie in seiner Grundgestalt erscheint) und zeichnet in einer rondoartigen Kreisform gleichsam die Gestalt eines menschlichen Gehirns nach. Das klingt zauberhaft, teilweise auch enigmatisch, dabei sehr abwechslungs- und facettenreich und äusserst virtuos. Die rhythmische und dynamische Gestaltung ist durchwegs auf Expressivität hin angelegt und schafft immer wieder interessante Reliefstrukturen, gerade dann, wenn sich die melodischen Linien zwischen den einzelnen Instrumenten verschränken und überkreuzen.

Wer sich der lohnenden Herausforderung stellen möchte, kann sich über eine saubere und wohlüberlegte Edition freuen. Wendestellen, die funktionieren, und grosszügige Stichnoten (häufig auf einem separaten System) helfen dem Verständnis für die Musik und erleichtern eine Einstudierung des gewiss nicht ganz einfachen Werkes.

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Xavier Dayer: Mémoire, Cercles, für Oboe, Violine, Viola und Violoncello, MCX87, Fr. 35.00, Editions Bim, Vuarmarens 2012

Ein Schatzkästchen (nicht nur) für Pianisten

Hans Freys schrieb virtuose Ländlermusik für Klavier solo. Dabei orientierte er sich unter anderem am Ragtime.

Hans Frey. Ausschnitt aus dem Titelblatt

Solostücke für Klavier sind in der klassischen Literatur so wenig Mangelware wie im Jazz, in der Volksmusik aber eine ziemliche Rarität. Als unbestrittener Meister in diesem Fach wurde der Lachener Hans Frey (1913–1973) einst von Nischen-Liebhabern gefeiert und von Radio Beromünster gehätschelt. Selber ohne musikalische Ausbildung und Notenkenntnis, aber ausgestattet mit reichlich Talent und einem absoluten Gehör, hinterliess der Ausserschwyzer Klavierstimmer 43 Tänze für Klavier solo. Zum hundertsten Geburts- und vierzigsten Todesjahr hat der Wollerauer Musikhändler Mathias Knobel nun diese teilweise virtuosen Polken, Ländler, Mazurken, Märsche und Schottischen als vollständige Notensammlung herausgegeben.

Die Ländlermusik hat bekanntlich dem Klavier lediglich eine Nebenrolle als rhythmisches und harmonisches Begleitinstrument zugedacht, mancherorts ist es gar völlig verpönt. Mit einer solchen Sideman-Funktion mochte sich Frey, der offensichtlich auch Ragtime- und Stride-Pianisten zu hören bekam, nicht bescheiden. Schon in seinen Jugendjahren lud er gelegentlich Mitschüler zu «Konzert & Sirup» in den Bären ein, wo er mangels eines eigenen Klaviers auch üben durfte. Bei seiner ersten und einzigen Klavierstunde soll ihn der entnervte Lehrer umgehend weggeschickt haben, weil er ihm alles auf Anhieb nachspielte. Bald holten ihn dafür die Dorfnotablen jeweils aus der Schulstube, um das Wunderkind ihren Gästen vorzuführen.

Fredy Reichmuth, Knobels langjähriger Mitstreiter an Akkordeon und Klavier, hat die Noten ab Freys eigenen Einspielungen minutiös und in den Originaltonarten transkribiert. Dessen Faible für die schwarzen Tasten widerspiegeln schon die zwei ersten Nummern in Des-Dur. Während die linke Hand in Vierteln zwischen Oktavbässen und dreistimmigen Akkorden turnen kann, darf sich die Rechte an Achtelläufen in Terzen oder Sexten delektieren. Das ist also nicht gerade Literatur für Anfänger, schon gar nicht, wenn Frey sich auch mal eine Septole leistet, um einen chromatischen Durchgang zwischen zwei Taktstrichen unterzubringen.

Der schöne Notenband, der auch eine kompakte Biografie mit Fotos enthält, liegt für Amateur-Ländlerpianisten technisch wohl ausser Reichweite. Umso mehr bietet er sich für neugierige Outsider an, die ihre allfälligen Vorurteile betreffend «einfach gestrickter» Ländlermusik überprüfen möchten. Die 43 Tänze dürften vorab Pianisten ansprechen, die eine einheimisch-bodenständige Ergänzung zu Chopin-Walzern oder Fats Waller suchen. Da das Gros des Ländler-Repertoires lediglich in vereinfachter Notation (Melodie, eventuell zweite Stimme und Akkord-Chiffrierung) verfügbar ist, könnten die detailliert ausnotierten Frey-Noten aber auch als Studienobjekte für Analyse und stilgerechtes Arrangement interessieren. Ergänzend dazu – sprechend hinsichtlich Phrasierung, Dynamik oder Verzierungspraxis – liegen Freys Einspielungen auf zwei CDs vor: Erinnerungen an Hans Frey, Vol. 1 + 2

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Notenband: Hans Frey (1913–1973), Pianist und Komponist der Schweizer Volksmusik, Transkription: Fredy Reichmuth, Herausgeber: Mathias Knobel, Sämtliche 43 Kompositionen in Originalfassung, Format A4, 136 Seiten, Umschlag kartoniert, Fr. 56.00, Musikhaus Knobel, Wollerau 2013

Baglama studieren in Berlin

Nach Abschluss des 2. Internationalen Baglama-Symposiums fanden zwischen der Fakultät Musik der UdK Berlin sowie des Staatlichen Konservatoriums für Türkische Musik in Istanbul Gespräche statt: Die Baglama soll in den Fächerkanon der UdK Berlin aufgenommen werden.

Foto: WikiCommons

Am 15. September 2013 endete an der Universität der Künste Berlin das erste internationale Baglama-Symposium Deutschlands, das vom Landesmusikrat Berlin veranstaltet wurde. In Folge des Symposiums, das sich intensiv mit der Theorie und Geschichte des Instrumentes auseinandersetzte, fanden Gespräche zwischen der Fakultät Musik an der UdK Berlin und dem Direktor des Staatlichen Konservatoriums für Türkische Musik Istanbul, Cihangir Terzi, statt, in denen über mögliche Kooperationen zwischen beiden Hochschulen beraten wurde.

Wie die Udk Berlin mitteilte, soll die Baglama in den Fächerkanon der Universität der Künste Berlin aufgenommen werden. Ziel sei, vermehrt auch Menschen mit Migrationshintergrund für ein Lehramtsstudium im Fach Musik zu interessieren und durch die Integration dieses traditionsreichen Instruments in den Unterricht vor allem der Grundschulen einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund zu leisten.

Die Baglama nehme – ähnlich wie die Gitarre in Deutschland – im gesellschaftlichen Leben der türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten wie auch in der Türkei selbst einen hohen Stellenwert ein. Sie entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Instrument mit immer virtuoseren Spieltechniken und hohem künstlerischen Anspruch. Mittlerweile sei die Baglama auch aus der kommerziell erfolgreichen Musik nicht mehr wegzudenken und habe sich – gerade durch ihren Einsatz in der Pop-Musik – im Alltag der Jugendlichen, unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund, einen festen Stellenwert erobert.
 

Überaus hellhörig interpretieren die Schwestern Huh Klaviertrios von Haydn und Schostakowitsch.

Klaviertrio Es-Dur Nr. 29,Klaviertrio Nr. 1,Klaviertrio Nr. 2

Unterschätzte unter sich: Joseph Haydn und Dmitrij Schostakowitsch teilen nicht nur das Schicksal, im Schatten anderer gestanden zu haben, sondern offenbaren auch erstaunliche Gemeinsamkeiten. Ihre Klarheit ist frappierend. Dazu kommt ein Sinn für Humor, der im Falle Schostakowitschs schon mal umschlagen kann in bitterbösen Sarkasmus. In seinem Frühwerk, dem 1923 entstandenen Klaviertrio Nummer 1 in c-Moll kommt das noch nicht so stark zum Ausdruck. Umso drastischer aber im zweiten Klaviertrio Opus 67 von 1944. In dessen letztem Satz frönt Schostakowitsch jener bohrenden Beharrlichkeit, für die er berühmt (und berüchtigt) wurde.

Dem Huh-Trio entgeht nichts. Energisch – «Tonschönheit ist Nebensache» – nehmen sie solch rhythmisch stampfenden Passagen auf. Fein ziseliert formulieren sie auf der anderen Seite das Vokabular Joseph Haydns in dessen Es-Dur Trio Nummer 29 von 1784. Viele wissen mit Haydns Kammermusik nicht viel anzufangen, überreizen das variationsreiche Spiel mit Tempi und Klangfarben. Ganz anders bei den Huhs: Mit dem ersten kräftigen Akkord nimmt alles seinen selbstverständlichen, zugleich sehr flexiblen Lauf. Selten hat man so ein feines Attacca gehört wie beim Übergang vom Andantino zum Finale.

Übergänge kultureller Art prägen die Biografien der der Schwestern Huh. Sie sind in Korea geboren und spielen im dortigen Kulturleben eine wichtige Rolle, konzertieren aber auch oft in Europa. Die Cellistin Yun-Jung und die Geigerin Hee-Jung unterrichten in Seoul, die Pianistin Seung-Yeun dagegen ist Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste und Schulleiterin der Musikschule Konservatorium Zürich City.

Übergänge anderer Art interessieren den Tonmeister der CD, Jan Zácek. Auch weil er den Weg von den Instrumenten auf die Festplatte so kongenial gestaltete verdient die Einspielung höchstes Lob. Einfach eine grandiose Hörfreude!

 

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Dmitri Schostakowitsch
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Dmitri Schostakowitsch
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Klaviertrios von Joseph Haydn und Dmitri Schostakowitsch. Huh-Trio: Seung-Yeun Huh, Klavier; Hee-Jung Huh, Violine; Yun-Jung Huh, Cello. Acustica Records

Fröhlicher Themenklau

Erstmals erscheint ein Streichquartett des Schweizer Romantikers Friedrich Theodor Fröhlich im Druck.

Fröhlichs Geburtsort Brugg in den 1820er-Jahren. Quelle: Schweizerische Nationalbibliothek/wikimedia commons

Während der im selben Jahr gestorbene Schicksalsgenosse Norbert Burgmüller (1810-1836) seit 2002 in den Denkmälern rheinischer Musik mit einer Gesamtausgabe seiner vier Streichquartette gut aufgehoben ist, hat es der Aargauer Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836) diesbezüglich immer noch schwer. Von den fünf Gattungsbeiträgen, die zu seinen instrumentalen Hauptwerken zählen, liegt einzig das 1827/28 in Berlin entstandene Quartett E-Dur gedruckt vor. Nach dem Autograf herausgegeben und mit einem Vorwort versehen wurde es von Carola Gloor, einer Brugger Musikstudentin und Violoncellistin. Ihre Fröhlich gewidmete Maturaarbeit brachte ihr mit dem Prädikat «hervorragend» den Sonderpreis Schweizer Jugend forscht: Kultur des 47.Nationalen Wettbewerbs ein, nachdem sie den Text mit dem Streichquartett-Experten Antonio Baldassare überarbeitet hatte.

Der in nur 280 Exemplaren veröffentlichte Erstdruck (Partitur und Stimmen) basiert auf Carola Gloors Transkription von Fröhlichs Handschrift mittels des Notenschreibprogramms Sibelius. In der bekannten Stichqualität des vom Bratschisten Bernhard Päuler geleiteten Amadeus Verlags erschienen, stellt das viersätzige Werk eine wesentliche Bereicherung des frühromantischen Quartettrepertoires dar.

Hätte Fröhlich dieses Werk seinen Berliner Lehrern Karl Friedrich Zelter und Bernhard Klein vorgelegt, wären sie mit den vielen Eigenwilligkeiten wohl kaum einverstanden gewesen. Sie erhöhen aber den Reiz der formal und klanglich unkonventionellen Komposition beträchtlich. Obschon er keine Durchführung enthält, entspricht der Kopfsatz der Sonatenform. Im Adagio erschweren komplizierte Rhythmen und unterschiedlich phrasierte Sextolen das Zusammenspiel. Das besonders einfallsreiche, in freier Rondoform geschriebene Finale zitiert über weite Strecken aus dem Kopfsatz und überrascht mit rezitativartigen Einschüben und einem wirkungsvollen Fugato.

Der Herausgeberin und ihrem wissenschaftlichen Berater entging es offenbar, dass das sanft wiegende Hauptthema des Kopfsatzes im Sechsachteltakt keine Erfindung Fröhlichs ist. Es entstammt der 1826 erstveröffentlichten Klaviersonate E-Dur op.6 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Derselbe Komponist, den Fröhlich in Berlin mehr schätzte als erfolgreich kontaktierte, hat auch im Scherzo seine Spuren hinterlassen. Die Kombination von langen Sechzehntelketten mit Staccato- Begleitachteln in tiefer Lage findet sich bereits in dessen 1826 gedrucktem Capriccio fis-Moll op.5 für Klavier.

Was lange als Fröhlichs Missa I galt, erwies sich eines Tages als nur gering veränderte Abschrift einer Messe von Johann Gottlieb Naumann (1741-1801). Einmal mehr fällt Fröhlich als fröhlicher Plagiator auf, was jedoch bezüglich des kurzen Hauptthemas des Streichquartetts den Wert des Werkganzen keineswegs zu vermindern vermag.

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Friedrich Theodor Fröhlich: Streichquartett E-Dur, hg. von Carola Gloor, BP 1842, Fr.68.00, Amadeus Verlag, Winterthur 2012

Spielfreude und Witz

«Lorie» für B-Trompete und Klavier begeistert mit Anklängen an irische Volksmusik.

Foto: H. D. Volz / pixelio.de

Jean-François Michel (*1957) geniesst als brillanter Trompeter und als Professor für Trompete an der Hochschule für Musik (Lausanne, Fribourg, Sion) in der Schweiz einen sehr guten Ruf. Als Solist tritt der ehemalige Solotrompeter der Münchner Philharmoniker auch auf der internationalen Bühne auf und bietet Meisterkurse an. Ein ebenso zentrales und erfolgreiches Betätigungsfeld Michels ist das Komponieren von Kammermusikstücken in verschiedenen Stilen und Schwierigkeitsgraden.

Lorie ist eine leichte, in drei kurzen Sätzen angelegte modale Komposition mit starken Bezügen zur mitreissenden Volksmusik Irlands mit keltischen Wurzeln. Der erste Satz ist eine Jig mit einer vitalen dorischen Melodie, die zum Teil von perkussiven Elementen begleitet wird (Rhythmen sind auf das Holz des Klaviers und auf den Mundstückrand zu schlagen), was an das rhythmische Klopfen der Schuhe der Tänzer bei einem Irish Reel erinnert. Der langsame Mittelsatz wird von einer einfachen Melodie in Dur geprägt und bietet mit seinem Legatocharakter einen Gegensatz zu den beiden Ecksätzen. Auch der Schlusssatz ist – wie ein fiddle tune – mit punktierten Rhythmen und einer mixolydischen Melodie mit Ausweichungen nach Dur und Moll, voller Energie, Spielfreude und Witz.

Das rund fünf Minuten dauernde Stück würde sich sehr gut als Wettbewerbsstück der Mittelstufe eignen.

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Jean-François Michel: Lorie, für B-Trompete und Klavier, (=Swiss Composers Series), TP332, Fr. 20.00, Edition Bim, Vuarmarens 2011

Verwickelte Entstehungsgeschichte

Die Glagolitische Messe, ein grosses Stück Kirchenmusik in zwei Partituren und einem Klavierauszug.

Janáčeks Unterschrift. Quelle: wikimedia commons

Janáčeks Glagolitische Messe für Soli, Chor und Orchester hat einen komplexe Entstehungsgeschichte. Zwischen der Fassung vor der ersten Aufführung im Jahre 1927 und der endgültigen Druckvorlage bestehen grosse Unterschiede. Jirí Zahrádka, der Herausgeber dieser Neuausgabe, löste das Problem, indem er auch zwei Partituren vorlegte (die Fassung «September 1927» als BA 6863; und die Fassung letzter Hand als BA 6862). Die spätere wurde als die für Aufführungen gültige Fassung berücksichtigt. Sie ist instrumental reicher, in der Einstudierung einfacher und an einigen, wichtigen Passagen gerafft.

Der hier vorliegende Klavierauszug folgt dieser späteren Fassung. Der kirchenslawische Text wurde von dem Slawisten Radoslav Vecerka eingerichtet; das Aufführungsmaterial ist im Bärenreiterverlag leihweise erhältlich.

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Leoš Janáček: Mša glagolskaja, Klavierauszug nach der Kritischen Gesamtausgabe, bearb. von Martin Zehn, BA 6862-90, € 34.95, Bärenreiter, Kassel 2012

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