Auch das Business kennenlernen

Das Förderprojekt SOFIA hat neben der künstlerischen Profilierung junger Musikerinnen auch deren bessere Vernetzung und Selbstvermarktung im Auge. Bewerbungen für die erste Durchführung können jetzt eingereicht werden.

Foto: Nick Freund – Fotolia.com

SOFIA (Support Of Female Improvising Artists) greift eine Idee des amerikanischen Förderprogramms «Sisters in Jazz» auf, das zur musikalischen Weiterbildung von Jazzmusikerinnen eingerichtet wurde, ergänzt es aber um eine wichtige Komponente: Neben der künstlerischen Profilierung geht es um die Förderung der Vernetzung und Selbstvermarktung der jungen Musikerinnen.

Initiantin des länderübergreifenden Projekts (Schweiz, Deutschland, Frankreich) ist die Jazzmusikerin Nicole Johänntgen. Partner in der Schweiz sind Helvetiarockt, die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich, die Fachstelle Gleichstellung & Diversity der Zürcher Hochschule der Künste, und das Migros Kulturprozent. Private Investoren aus den beiden anderen Ländern und die Kulturförderung der EU sind ebenso beteiligt. SOFIA soll 2014 erstmals, danach alle zwei Jahre stattfinden.

Bewerbungen für 2014
Junge Musikerinnen (Altersbegrenzung 30 Jahre/Abgeschlossenes Studium oder Studentenstatus) in den Bereichen Jazz und Improvisation aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz bewerben sich bis Ende Novermber 2013 online. Durch eine international besetzte Jury werden im Dezember jeweils zwei Studentinnen aus jedem Land ausgewählt. Vom 6. bis 24. März 2014 finden dann Business-Kurse, Musik-Workshops und Konzerte in Deutschland, der Schweiz und Frankreich statt. Dabei werden Themen wie Booking, PR, Musikphysiologie, Moderation, Labelarbeit, Urheberrechte, Medientraining, Musikphysiologie bearbeitet. Zudem studieren die Teilnehmerinnen als SOFIA-Band 2014 unter Anleitung internationaler Jazzmusiker Eigenkompositionen ein, die sie während Konzerten vortragen. Die Teilnahme ist kostenlos. Bei Konzertauftritten wird keine Gage an die SOFIA-Teilnehmerinnen ausbezahlt. Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten werden bezahlt. Anmeldeschluss ist der 30. November 2013.

www.sofia-musicnetwork.com

Schweizer Gemeinschaftsstand an der Midem

Vom 1. bis 4. Februar 2014 treffen sich Verleger, Labels und weitere Vertreter des Musikbusiness zum 25. Mal am Schweizer Stand an der Midem (Marché international de l’édition musicale) in Cannes. Es besteht die Möglichkeit einer Präsentation an einem Gemeinschaftsstand.

Foto: D’Halloy / Image & Co.,SMPV

Organisiert wird der Gemeinschaftsstand mit dem Titel music made in switzerland von der SUISA, der FONDATION SUISA und der Stiftung Phonoproduzierende.Die Kosten für die Midem können zudem mit einem «Artist-Rabatt» für Studenten und Mitglieder von Swissperform und dem Schweizerischen Tonkünstlerverein (STV) gesenkt werden.

Die Midem findet seit 1966 jährlich in Cannes statt. Sie zieht jährlich rund 10’000 Fachbesucher an.

Mehr Infos: www.fondation-suisa.ch/de/messen-events-im-ausland/midem

Neues professionelles Vokalensemble

Mit BernVocal will Dirigent Fritz Krämer die in der Region verankerten Barockorchester ergänzen. Ein erster Auftritt erfolgt im Herbst.

Dirigent Fritz Krämer. Foto: Adele Marschner

BernVocal ist ein Kammerchor für Alte Musik. Er wurde gegründet, um neben den im Konzertleben von Stadt und Kanton bereits fest verankerten Barockorchestern auch im vokalen Bereich ein professionelles Ensemble anzusiedeln, das sich der Historischen Aufführungspraxis widmet. Hierfür hat der Dirigent Fritz Krämer Sänger und Alte-Musik-Spezialisten aus Bern und Umgebung gewinnen können. Das Ensemble stellt sich mit Anthems von Henry Purcell am 9. und 10. November in Thun und Bern vor.

Wie der Chor in einer Medienmitteilung schreibt, seien bereits Gespräche mit den besagten Instrumentalensembles im Gange, die an gemeinsamen Konzerten und Kooperationen interessiert seien. Langfristig wolle sich BernVocal auch auf überregionaler und internationaler Ebene etablieren.

www.bernvocal.ch
 

Historische Plattencover im Loeb-Schaufenster

Die Schaufenster des Berner Warenhauses Loeb sind seit Jahrzehnten kreativer Kult. Dies nutzt nun die Hochschule der Künste Bern HKB, mit einer Ausstellung zur Geschichte des Schallplattencovers und Kurzkonzerten für die Passanten.

Foto: Mike Lehmann, wikimedia commons

Vom 17. Oktober bis am 3. November 2013 zeigt der Fachbereich Gestaltung und Kunst der HKB Schallplattencover aus der riesigen Sammlung des Berners Robert Hasenböhler. In einem Rahmenprogramm wird die Bedeutung der Cover-Gestaltung im Kontext von Kunst und Kommerz thematisiert.

In Kooperation mit der HKB-Forschung wird am 17. Oktober der Jazz in den Mittelpunkt gerückt: Christian Steulet zeigt – ausgehend von Jazz-Plattencovers – Verknüpfungen mit dem SNF-Forschungsprojekt «Growing up – Die Emanzipation des Jazz in der Schweiz 1965–1980» im Rahmen einer Performance mit dem Titel «Undercover».

Der Akkordeonist Hans Hassler wird im Schaufenster als Special Guest überdies Kurzkonzerte geben (Beginn 17.30h).

Zwei Duos mit einem ersten Preis

Das Duo Gregor-Smith – Graf und das Duo Liamo überzeugten die Jury unter der Leitung von Thomas Demenga am meisten.

Seit den Siebzigerjahren findet in der Schweiz die ORPHEUS – Swiss Chamber Music Competition statt. Mit diesem Wettbewerb sollen Kammermusik-Ensembles zu Beginn ihrer Berufslaufbahn gefördert werden.

Die diesjährige Austragung fand am Wochenende vom 11. und 12. Oktober an der Musikhochschule in Basel statt. Die fünfköpfige Jury, geleitet vom Berner Cellisten und Komponisten Thomas Demenga, wählte sechs Ensembles aus, die am Swiss Chamber Music Festival Adelboden 2014 teilnehmen können.

Die drei Erstplatzierten gewannen Preise von zweimal 4000 und einmal 2000 Franken. Ausserdem wird für sie je ein von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia finanzierter Kompositionsauftrag an einen Nachwuchskomponisten erteilt. Die drei Werke werden am Swiss Chamber Music Festival Adelboden 2014 (12. bis 21. September) uraufgeführt werden.

Die Preisträger:

Zwei 1. Preise (je Fr. 4000.–)

  • Duo Gregor-Smith – Graf: Benjamin Gregor-Smith (Violoncello) und Aglaia Graf (Klavier)
  • Duo Liamo: Mai Suzuki (Violine) und Shintaro Kawahara (Klavier)

3. Preis (Fr. 2000.–)
Duo Càmara-Köhnken: Pablo Càmara Toldos (Saxophon) und Camilla Köhnken (Klavier)

Weitere Preisträger:

  • Duo Astrig & Andriy: Astrig Siranossian (Violoncello) und Andriy Dragan (Klavier)
  • GALAAD QUARTET: Simon Bouveret (Violine), Charlotte Magnien (Violine), Anais Renard (Viola), Raphaël Abeille (Violoncello)
  •  Eromea Trio: Tania Ramos Morando (Oboe), Yolanda Fernandes Anguita (Klarinette), Miguel Angel Pérez Domingo (Fagott).

Konzerte der Donaueschinger Musiktage im Radio

Die Konzerte der Donaueschinger Musiktage vom 18. bis 20. Oktober 2013 sind ausverkauft. Nahezu alle Uraufführungen können aber am Radio mitverfolgt werden. Übertragen werden auch Auftritte Schweizer Ensembles, darunter derjenige des Trios Hans Koch, Martin Schütz und Fredy Studer und der Sängerin Shelley Hirsch.

Ausschnitt aus dem Plakat 2013 von Thomas Schütte

Insgesamt widmet der Radiosender SWR2 dem Festival rund 22 Stunden Sendezeit. Den Auftakt für die Übertragungen bildet das Musikmagazin SWR2 Cluster, das am Freitag, 18. Oktober, erstmals live aus Donaueschingen gesendet wird (15 Uhr). Darin beleuchten Wibke Gerking und Festivalleiter Armin Köhler mit beteiligten Künstlern die Programmatik der diesjährigen Musiktage: musikalische Grossformen im Zeitalter der Computerästhetik.

Als erster Höhepunkt folgt um 20 Uhr die Übertragung des Eröffnungskonzertes mit Werken von Walter Zimmermann und Bernhard Lang unter der Leitung von Pascal Rophé, Wolfgang Lischke und Christopher Sprenger.

Am Samstag, 19. Oktober, sendet SWR2 um 15 Uhr zeitversetzt live das Chor-Ensemblekonzert mit dem SWR Vokalensemble Stuttgart, dem Ensemble musikFabrik und dem Ircam unter der Leitung von Marcus Creed mit Werken von Hèctor Parra und Raphaël Cendo. Um 17 Uhr präsentiert das Klangforum Wien unter Enno Poppe dessen Werk Speicher. Um 20 Uhr überträgt SWR2 die NOWJazz Session mit Tobias Delius, dem Trio Hans Koch, Martin Schütz und Fredy Studer und der Sängerin Shelley Hirsch.

Den Sonntag, 20. Oktober, eröffnet auf SWR2 um 11 Uhr die Live-Übertragung des Ensemblekonzerts mit dem Klangforum Wien unter Emilio Pomàrico mit Situations von Georges Aperghis. Um 14 Uhr folgen die Verleihung des Karl-Sczuka-Preises für Hörspiel als Radiokunst an Oswald Egger und Iris Drögekamp und die Verleihung des Förderpreises an Rafael Nassif.

Ab 17 Uhr erfolgt die Übertragung des Abschlusskonzertes mit dem Bläsertrio Recherche, dem Ensemble Modern, dem SWR Vokalensemble Stuttgart und dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter François-Xavier Roth mit Werken von Alberto Posadas, Bruno Mantovani und Philippe Manoury.

Alle Sendungen von den Donaueschinger Musiktagen sind auf SWR2.de als Live-Stream zu hören. Aktuelle Tagesvideos und ein Blog geben Einblicke in Proben, Berichte und Reaktionen.

Mehr Infos: www.swr2.de

Spirit of Music in Burgdorf

Klassische Musiker, die sich mit Spiritualität beschäftigen, stehen in der heutigen, rational dominierten Zeit oft alleine da. Der neu gegründete Verein Spirit of Music in Burgdorf möchte Impulse geben, klassische Musik und Spiritualität wieder zu verknüpfen. Erste Workshops und Konzerte finden anfangs Dezember statt.

Schloss Burgdorf. Foto: Chris ALO/WikiCommons,SMPV

Wer sich schon einmal von Musik hat «verzaubern» lassen, wer sich einmal selbst vergessen hat im Erleben der Musik und tief berührt aus dieser Erfahrung wieder aufgetaucht ist, der hat eines der grössten Geheimnisse der Musik erahnt: Sie hat die Kraft, uns in andere Dimensionen des Erlebens zu entrücken, sie kann ein Schlüssel und Zugang sein zu meditativer, mystischer, spiritueller Erfahrung.
Wenn wir die spirituelle Dimension in der Musik erfahren, entdecken wir die Dreiheit des Lebens. Nämlich den Lebensrhythmus, die Lebensmelodie und die Lebensharmonie.
Viele westliche Komponisten und Musiker vom Mittelalter bis in die neuere Zeit, waren spirituell ausgerichtet und haben sich dazu geäussert, etwa Ludwig van Beethoven: «Musik vermittelt zwischen der Geistes- und der Sinneswelt».

Klassische Musik ist für den Zuhörer heute an erster Stelle ein wunderschöner Anlass für ein sinnliches Erleben. Das ist gut so. Dabei übersehen wir aber oftmals, dass der Impuls für das Entstehen vieler Musikwerke ein spiritueller war. Viele Menschen verspüren heute wieder das Verlangen nach einer neuen Spiritualität in ihrem Leben und wenden sich oftmals den östlichen Kulturen zu. Aber unsere eigene Kultur trägt ebenfalls starke spirituelle Impulse in sich, die es lediglich wiederzuentdecken gilt.
Wir sehen die Aufgabe der Veranstaltungen und Konzerte des Spirit of Music in Burgdorf darin, diese Wurzeln wieder freizulegen und allen interessierten Menschen zugänglich zu machen. Gleichzeitig möchten wir Produktionen vorstellen, die aus der gegenseitigen Befruchtung spiritueller Kulturen hervorgegangen sind.
Auch der Einbezug der natürlichen Rhythmen der Jahreszeiten, der Planetenkräfte und Tierkreiszeichen war für inspirierte Tonkünstler aller Epochen unserer abendländischen Kultur selbstverständlich. Jede Tonart wurde als Wesenheit mit eigenem Charakter und spezifischer Wirkung auf die Psyche des Menschen erkannt.
Dieses und Vieles mehr wollen wir am internationalen Spirit of Music in Burgdorf mit allen Sinnen für alle erfahrbar machen.

Musik kann man nicht anfassen, aber sie berührt Dich!
Da wir als Personen (personare = hindurchtönen = der Hindurchtönende) unsere Fähigkeiten zur Resonanz verfeinern können, indem wir unsere Sinne und Intuition schulen, öffnen wir die Wahrnehmung für die spirituellen Qualitäten der Musik.
Sie offenbart uns dann, wie sie uns helfen kann, die Harmonie von Himmel und Erde, von Geist und Natur, die in der Musik zum Ausdruck kommt, in unser tägliches Leben miteinzubeziehen.
Auch für alle grossen Komponisten ist die Musik zunächst einmal eine Lobpreisung Gottes und der Fülle des LEBENS (gross geschrieben = steht für das unendliche Leben). Oder wie es Johann Sebastian Bach formulierte: «Zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüths».
Heutzutage haben wir uns teilweise von diesen uns umgebenden Lebensgesetzmässigkeiten so weit entfernt, dass der amerikanische Präventivmediziner und Psychiater John Diamond in seinem Buch Lebensenergie in der Musik schreibt: «Die Funktion der Musik bestand von allem Anfang an in der geistigen Erbauung des Hörers, in der Stärkung seiner Lebensenergie. Wir wissen alle, dass die Musik diese Kraft hat und doch denken wir selten daran, wenn wir musizieren, wenn wir ein Konzert besuchen oder wenn wir eine CD kaufen; oder wir haben den eigentlichen Grund für die Existenz von Musik vergessen».
In meinem beruflichen Wirkungsfeld als Musiker und Naturheiler begleitet und trägt mich hierzu immer der Ausspruch von Robert Schumann: «Licht senden in die Tiefen des menschlichen Herzens ist des Künstlers Beruf.»
Dass Musik Heilkraft besitzt und Heilungsprozesse auf allen Ebenen unterstützt, ist altbekannt. So schreibt Novalis über die Heilkraft der Musik: «Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem, die Heilung eine musikalische Auflösung.»

Auch die Aussage des bekannten französischen Atomphysikers Charon führt uns vor Augen, dass alles beseelt ist: «Jedes Atom kommuniziert mit jedem anderen Atom im Universum und zwar über die Substanz der Antimaterie (Geist).»
Die moderne Physik bestätigt uns, was die Alten Weisen, Heiler und Eingeweihte vor Jahrtausenden bereits wussten: Alles ist Eins und Alles schwingt. Und was schwingt, das klingt, auch wenn wir das alles nicht mit unseren materiellen Ohren hören können.

Joseph von Eichendorff schliesslich sagt: «Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.»
Um dies zu erfahren und nicht nur aus Büchern zu wissen, braucht es die Fähigkeit des Zuhörens. Aktives Musikhören fördert das persönliche Wachstum und führt stets zur Bewusstseinserweiterung. So sehen wir im Spirit of Music in Burgdorf auch einen Bildungsauftrag. Die Erziehungsdirektion des Kantons Bern regte dieses Anliegen schon vor einigen Jahren an und nun haben wir die Gelegenheit, diesem wieder zu entsprechen mit unseren zwei Kreativ-Workshops und den jeweiligen detaillierten Einführungsvorträgen zu den Konzerten.

Das ausführliche Programm (PDF) kann hier heruntergeladen werden.
 


Leo Hofmann gewinnt Giga-Hertz-Produktionspreis

Die mit je 1000 Euro dotierten Giga-Hertz-Preise für elektronische Musik des SWR und des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe gehen an John Chowning sowie Francis Dhomont. Der HKB-Absolvent Leo Hofmann erhält einen mit 8000 Euro dotierten Produktionspreis.

Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Bild:ONUK/ZKM, wikimedia commons

Der 1986 geborene Leo Hofmann ist Komponist, Performer und Klangkünstler. Er studierte Contemporary Art Practice und Komposition Théâtre musical an der Hochschule der Künste in Bern. Hofmann experimentiert mit den Formaten des Hörspiels und des Konzerts.

Die weiteren Giga-Hertz-Produktionspreise in der Höhe von je 8000 Euro gehen an Daniel Blinkhorn (* 1973, Sydney), Alexander Schubert (* 1979), Ying Wang (* 1976, Shanghai) und Roque Rivas (* 1975, Santiago, Chile).

Kevin John Edusei mit drei Premieren

Kevin John Edusei wird mit der Saison 2013/14 Erster Gastdirigent am Konzert Theater Bern. Er hat hier bereits in der letzten Saison überzeugt.

Kevin John Edusei. Bild: zvg

Edusei hat in der vergangenen Spielzeit mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail Kritik und Publikum begeistern können. In der aktuellen Spielzeit wird er Eduard Künnekes Der Vetter aus Dingsda (Premiere 9. März 2014), Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos (Premiere 19. April 2014) im Stadttheater sowie Benjamin Brittens Peter Grimes in der Grossen Halle der Reitschule Bern (Premiere 6. Juni 2014) dirigieren.

In einer Mitteilung von Konzert Theater Bern freut sich Konzert- und Operndirektor Xavier Zuber über die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Dirigenten: «Kevin John Edusei verkörpert die junge, aufstrebende Dirigentengeneration und steht auch für den musikalischen Aufbruch am Konzert Theater Bern». Ähnlich begeistert äussert sich Kevin John Edusei: «Das Konzert Theater Bern habe ich bereits in der letzten Spielzeit als einen äusserst progressiven künstlerischen Ort erlebt. Es bietet einen Raum, in dem Ideen entstehen und sich entfalten können. Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir unsere fruchtbare Zusammenarbeit nun mit drei so spannenden wie herausfordernden Produktionen fortsetzen können.»

Der gebürtige Bielefelder absolvierte seine Studien Dirigieren, Tonmeister und Klassisches Schlagzeug an der Universität der Künste Berlin und an der Königlichen Musikhochschule Den Haag in der Klasse von Jac van Steen und Ed Spanjaard.
Während seines dreimonatigen Stipendiums für das Aspen Music Festival 2004 ernannte ihn David Zinman zum Academy Conductor. Weitere Inspirationen erhielt er von Marc Albrecht, Kurt Masur, Jorma Panula, Sylvain Cambreling und Peter Eötvös.
Als einer der drei Gewinner des von Pierre Boulez und Peter Eötvös initiierten Dirigentenwettbewerbs dirigierte er beim Lucerne Festival 2007 Karlheinz Stockhausens opus magnum Gruppen für drei Orchester. 2008 gewann er den ersten Preis beim Dimitris Mitropoulos Dirigentenwettbewerb.
Ab der Saison 2014/2015 wird Edusei Chefdirigent der Münchner Symphoniker.

 

Veronas Amphitheater-Konzerte in der Kritik

Der internationale Konzertgigantismus scheint an Grenzen zu stossen. In Italien ist ein heftige Debatte um Sinn und Unsinn der Zweckentfremdung antiker Bauwerke entbrannt.

Foto: Jörg Hackemann – Fotolia.com

Vincenzo Tiné, der Intendant der Arena, verlangt laut einem Bericht des österreichschen «Standard» von Veronas Bürgermeister Flavio Tosi, mit Genehmigungen für grosse Konzerte im Amphitheater zurückhaltender umzugehen. Das Monument werde durch die zahlreichen Events gefährdet. Anders sieht dies Tosi. Er weist darauf hin, dass gerade die Grossanlässe es finanziell möglich machten, die Arena zu renovieren. 

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat für Tiné der Zieleinlauf eines Marathons im Theater, das für sportliche Anlässe eigentlich nicht geöffnet werden darf, und ein Feuerwerk nach einem Konzert von Paul McCartney.

Die Arena in Verona ist neben dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua eines der grössten antiken Theater, die bespielt werden können. Es hat Platz für 22’000 Zuschauer und eine hervorragende Akustik.

Werkbeiträge 2013 von Kanton und Stadt Luzern

Kanton und Stadt Luzern haben in diesem Jahr Wettbewerbe in den vier Sparten Produktdesign, Illustration, Pop/Rock/Hip-Hop/Elektro sowie Jazz/Improvisierte Musik ausgeschrieben. Nun sind die Empfänger der Beiträge bekannt.

zvg

Es sei das erste Mal, dass nicht nur drei, sondern vier Sparten berücksichtigt wurden, schreibt der Kanton Luzern. Möglich geworden sei dies durch zusätzliche Mittel, die der Kanton Luzern von swisslos zugesprochen erhalten habe. Es werden Werkbeiträge in der Gesamthöhe von rund 260‘000 Franken vergeben, rund 70‘000 Franken mehr als üblich.

Aus den 30 Bewerbungen für Werkbeiträge in Pop/Rock/Hip-Hop/Elektro hat die Jury folgende Gruppen ausgewählt: Neustadtmusik (30’000 Franken), Huck Finn (20’000 Franken) und Tobi Gmür (15‘000 Franken). Für Werkbeiträge in Sachen Jazz/Improvisierte Musik sind 22 Bewerbungen eingegangen. Berücksichtigt sind das Lucerne Jazz Orchestra (20’000 Franken), Stimmorchester (15’000 Franken), Marc Unternährer (15’000 Franken) und Patrick Studer (15’000 Franken).

Die Werkbeiträge für Produktdesign und Illustration werden später bekanntgegeben.
 

Schweizer Erstaufführung von Holman-Partituren

Der legendäre Arrangeur Bill Holman hat in einem privaten Bandbuch Kompositionen notiert, die bisher in der Schweiz noch nie aufgeführt worden sind. Das Zurich Jazz Orchestra (ZJO) präsentiert sie im Moods.

Marko Lackner, zvg

Die Nummern «Front Runner» und «Moon of Manakoorah» existieren nur im privaten Bandbuch von Bill Holman und sind ausschliesslich am 17. Oktober im Moods zu hören. «Moon of Manakoorah» zeige den Schreibstil Holmans exemplarisch, schreibt das ZJO: Ursprünglich ein schmalziges Musical-Thema («The Hurricane»), werde die Melodie über einen langen Bogen hinweg mit viel Humor verfremdet und kontrapunktisch entwickelt.

Der Schweizer Trompeter Daniel Schenker und der Österreicher Marko Lackner hatten beide schon Gelegenheit, unter der Leitung von Bill Holman zu spielen. Dem Umstand sind die Erstaufführungen im ersten Set des Moods-Konzertes zu verdanken.

Im zweiten Set wird das Programm «Kaleidoscopia» von Marko Lackner, einem der Anwärter auf die Leitung des ZJO, gespielt. Der gebürtige Österreicher, Saxophonist, Komponist und Dirigent, arbeitete unter anderem mit Bob Brookmeyers «New Art Orchestra», dem «Sunday Night Orchestra» in Nürnberg sowie der NDR- und WDR-Bigband.

Infos:
«Meeting Bill & Marko», 17. Oktober 2013, 20.30 Uhr, Jazzclub Moods, Zürich.

Schweizer Luthier gewinnt in Italien Gold

Der Schweizer Geigenbauer Pierrick Sartre hat an der 4th International Violin Making Competition im italienischen Pisogne die Goldmedaille gewonnen.

Pierrick Sartre bei der Preisübergabe. Foto: zvg,Foto: Robert Fux

Silber ging an den Südkoreaner Oh Dong Hyun, Bronze an den Deutschen Andreas Haensel. Der Italiener Philip Protani gewann einen Sonderpreis für Klang, der Deutsche Christian Lijsen den Suzuki-Preis. Teilgenommen haben an dem Wettbewerb rund hundert Geigenbauer aus acht Ländern.

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Der 1982 geborene Pierrick Sartre hat seine Ausbildung an der internationalen Geigenbauschule in Cremona absolviert. Er arbeitet zur Zeit in der Lausanner Werkstatt von John-Eric Traelnes, wo er alte und neue Instrumente restauriert und Règlage macht.

Die lange Geschichte des Gemischten Chors Zürich

1863 wurde der Gemischte Chor Zürich als erstes offizielles gemischtes Sängerensemble in Zürich gegründet. Zum ersten Mal sangen Damen und Herren im selben Verein.

Ausflug des Gemischten Chors Zürich 1905, zvg

Am 28. Oktober 1863 fand die konstituierende Versammlung statt und am 12. und 27. Dezember 1863 ertönte bereits das erste Konzert, Joseph Haydns Die Schöpfung. Zweck des Chores war «Die Pflege aller Stufen des gemischten Chorgesangs vom einfachsten Volkslied bis zum klassischen Oratorium». Gleichzeitig sollten die Feiertage an Ostern «nicht nur durch Gebet und Predigt, sondern durch die Aufführung der Meisterwerke kirchlicher Musik» begangen werden.

Der Gemischte Chor Zürich zählt zu den Gründerchören der Tonhalle-Gesellschaft, die 1868 zusammen mit Stadt und Kanton Zürich, dem Sängerverein Harmonie und dem Männerchor Zürich ins Leben gerufen wurde. 1891 kam der Lehrergesangsverein zu den Gründerchören hinzu. 1872 stiftete der Gemischte Chor den Einbau einer Orgel in der Tonhalle und spendete 1895 für den Bau des neuen Tonhalle-Saal sein halbes Vermögen.

1865 wurde Friedrich Hegar Dirigent des Chors. Unter ihm erlebte der Chor seine erste Blütezeit; er leitete den Chor bis 1901. Nach Hermann Suter (1901–1902) folgten die langen Dirigentenzeiten von Volkmar Andreae (1902–1949) und Erich Schmid (1949–1975). Räto Tschupp stand dem Chor von 1975–1996 vor, Joachim Krause, der den Chor bis heute führt, übernahm das Amt 1996. Heute zählt der Chor ca. 130 aktive Mitglieder.

Zur Feier seines Jubiläums hat der Chor dem in Zürich lebenden Komponisten Edward Rushton einen Werkauftrag erteilt. In D’un pays lointain erklingen Vertonungen von Gedichten von Henri Michaux, Gunnar Ekelöff, Dino Campana, Stevie Smith, Jürg Halter und Gerhard Meister. Sie erzählen von fiktiven Reisen in fiktive Länder und dem Wunsch nach Aufbruch zu neuen Ufern. Daneben erklingt Händels Ode for St. Cecilia’s Day.

Jubiläumskonzert: 9. November 2013, 19:00 Uhr, Tonhalle Zürich
Weiteres Konzert: 30. November 2013 um 19:30 Uhr im Stadthaus Winterthur

Zum Jubiläum erscheint Ende Oktober im Musikverlag Hug die Festschrift
150 Jahre Musik für Zürich. Der Gemischte Chor Zürich 1863 – 2013
 

Neues Forschungsprojekt, neuer Weiterbildungsjahrgang

Die Aktivitäten des Schweizerischen Hochschulzentrums für Musikphysiologie betrafen in der Saison 2012/13 Fortbildungskurse und Vollstudien, Forschungsprojekte und individuelle Hilfeleistungen.

Foto: Köpenicker – Fotolia.com

Das Schweizerische Hochschulzentrum für Musikphysiologie stellt eine Kooperation und Interessengemeinschaft der musikphysiologisch und musikmedizinisch aktiven Fachbereiche der schweizerischen Musikhochschulen dar.

Auf der Homepage des SHZM finden sich die Abstracts zu den durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen. Im letzten Schuljahr fand neben den lokalen Veranstaltungen in Basel und Zürich die überregionale Veranstaltung Was Musiker von Zauberern lernen können. Auftrittstechniken von Zauberern im Wandel der Zeit statt.

Nach Abschluss des in Kooperation mit der Universität Lausanne durchgeführten SNF-Forschungsprojektes Respiratory responses during music performance in anxious and non-anxious music students startet in der nächsten Saison Prolonged performance-related psychophysiological activation in high- and low-anxious music students. Dieses Folgeprojekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds über drei Jahre finanziert und findet wieder in Kooperation von Universität Lausanne und dem SHZM statt.

Das vor fünf Jahren begonnene Projekt zum Konditionsaufbau bei Musikstudierenden an den schweizerischen Musikhochschulen läuft weiter.

Weiterbildung
Das vom SHZM unterstützte und von Dozierenden mehrerer Musikhochschulen gemeinsam gestaltete Weiterbildungsstudium Musikphysiologie hat einen weiteren Jahrgang Studierender aufgenommen. Informationen zu den Zertifikatslehrgängen CAS, DAS und dem Master of Advanced Studies (MAS) finden sich auf der Homepage.

Die Mehrheit der bisherigen Absolventen des Weiterbildungsstudiums Musikphysiologie ab dem Level DAS haben bisher schweizweit über 100 Fortbildungskurse an Musikinstitutionen gegeben. Ab dem Herbstsemester 2011 /2012 führen sie auch die modular aufgebaute musikphysiologische Basisausbildung im Rahmen des Bachelor-Studiums der Kalaidos-Musikhochschule in Aarau durch.

Handlabor
Über das SHZM konnten zahlreiche Studierende und Dozierende von schweizerischen Musikhochschulen Kontakt zum Handlabor an der ZHdK aufnehmen, welches in der vergangenen Saison durch neue Geräte ergänzt wurde. Aus einem dort erstellbaren individuellen Handprofil ergeben sich Hilfestellungen bei der Prävention und Lösung berufsspezifischer Beschwerden, bei der Entwicklung einer individuellen Haltung und Instrumentaltechnik, bei der Auswahl ergonomischer Hilfsmittel sowie bei der Übetechnik, Fingersatz- und Literaturauswahl. 

Kontakt: www.shzm.ch
 

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