Die Freiburger Pianistin Fiona Hengartner erhält von der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Freiburg das mit 10’000 Franken dotierte Stipendium für das Jahr 2013 aus dem Fonds Pierre und Renée Glasson.

Für die Vergabe des Stipendiums waren beim Amt für Kultur drei Kandidaturen eingegangen. Nach Anhörungen entschied sich die Fachjury, bestehend aus dem Direktor des Freiburger Standorts der Lausanner Hochschule für Musik HEMU und zwei Fachleuten, schliesslich für die Pianistin Fiona Hengartner aus Bulle, wobei die Jury ihr grosses Potenzial, ihr technisches Können und ihre beachtliche interpretatorische Intelligenz hervorstrich.

Die 1990 geborene Fiona Hengartner schloss im Jahr 2010 das Kollegium des Südens in Bulle mit dem zweisprachigen Maturitätszeugnis ab. Ein Jahr zuvor hatte sie bereits am Konservatorium Freiburg ihr Berufsdiplom für Klavier mit dem Prädikat «vorzüglich» erworben. Dann setzte sie ihr Studium an der HEMU fort, wo sie 2012 den Bachelor erhielt und für ihre hervorragende Bachelorarbeit und ihr vorzügliches Bachelor-Konzert mit dem Pisler-Preis ausgezeichnet wurde.

Seit 2005 hat Fiona Hengartner mit Erfolg an mehreren Wettbewerben und Meisterkursen in der Schweiz teilgenommen und sich durch zahlreiche öffentliche Auftritte im Kanton Freiburg einen Namen gemacht. Dank diesem Stipendium kann Fiona Hengartner ihr Studium an der HEMU weiterführen, um im Jahr 2014 einen Master in Pädagogik zu erwerben.

Der 1995 eingerichtete und vom kantonalen Amt für Kultur verwaltete Fonds Pierre und Renée Glasson für Musik dient dazu, die Tätigkeit von Musikerinnen und Musikern aus dem Kanton Freiburg oder der übrigen Schweiz, die im Kanton Freiburg wohnen, zu unterstützen. Aus diesem Fonds kann ein Stipendium als Beitrag zur Finanzierung eines Nachdiplomstudiums an einer Musikhochschule in der Schweiz oder im Ausland gewährt werden. Das Stipendium für das Jahr 2014 wird im Oktober 2013 ausgeschrieben.

Die Kantone Nidwalden und Obwalden schreiben für das Jahr 2014 zum ersten Mal Werkbeiträge für Kunst- und Kulturschaffende aus. Mit dieser Zusammenarbeit wollen die beiden Kantone ab sofort jedes Jahr Kunst- und Kulturschaffende einer bestimmten Sparte gezielt unterstützen. Diesmal geht’s um Musik.

Die erste Ausschreibung richtet sich an Musikerinnen und Musiker beliebiger Stilrichtung. Die eingereichten Bewerbungen werden von einer Fach-Jury beurteilt. Es werden ein Werkbeitrag von 20‘000 Franken und ein Werkbeitrag von 10‘000 Franken vergeben.

Mit den Werkbeiträgen sollen Kunst- und Kulturschaffende unmittelbar und personenbezogen gefördert werden. Sie sollen sich auf eine innovative, künstlerische Idee einlassen oder ihre künstlerischen Kompetenzen gezielt vertiefen und entwickeln können.

Bewerbungen sind bis spätestens 10. Januar 2014 in vollständiger Form beim Amt für Kultur Nidwalden oder beim Amt für Kultur und Sport Obwalden einzureichen. Das Anmeldeformular kann unter www.nw.ch oder www.ow.ch, Suchbegriff «Werkbeiträge», heruntergeladen werden.

738 neue Studierende an der ZHdK

Heute beginnt das neue Studienjahr an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). 738 neue Studierende starten diesen Herbst eine Bachelor-, Master- oder MAS-Ausbildung in den Künsten, im Design oder in der Vermittlung.

Standort des Departements Musik der ZHdK, Florhofgasse 6 zvg

Die Zahl der Studierenden ist laut der Medienmitteilung der ZHdK zum Studienauftakt gegenüber den letzten Jahren konstant geblieben. Es gilt ein Numerus Clausus, das heisst, die Studieninteressierten durchlaufen ein strenges Zulassungsverfahren, bevor sie an der ZHdK aufgenommen werden.

Von den 738 neuen Studierenden beginnen 317 ein Bachelor- und 381 ein Master-Studium in den Bereichen Design (112), Musik (290), Kunst & Medien (102), Art Education und Transdisziplinarität (111), Theater und Film (83). Für ein berufsbegleitendes Master of Advanced Studies Programm haben sich 40 Personen eingeschrieben.

Total zählt die Zürcher Hochschule der Künste 2005 Studierende in den Bachelor- und Master-Ausbildungen (1142 BA, 863 MA) und 578 Personen in den Weiterbildungsangeboten (MAS, CAS, DAS).
 

Studienjahrbeginn an der Hochschule Luzern

An der Hochschule Luzern beginnt am kommenden Montag laut provisorischen Zahlen das neue Studienjahr mit 5821 Studierenden im Bachelor und Master. 2086 von ihnen nehmen ihr Studium neu auf. Die Gesamtzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent gestiegen. Das Wachstum entwickelt sich ähnlich wie im Vorjahr.

HSLU Grabenstrasse-Mariahilfgasse (zvg)

Mit Abstand am meisten Eintritte verzeichnen auch in diesem Jahr die Departemente
Wirtschaft (821) sowie Technik & Architektur (644), gefolgt von Design & Kunst (219),
Soziale Arbeit (205) sowie Musik (197).

Insgesamt sind an der Hochschule Luzern 5821 Studierende für ein Bachelor- oder Master-Studium eingeschrieben. 44 Prozent davon kommen aus den Zentralschweizer Kantonen, 6 Prozent stammen aus dem Ausland. Der Frauenanteil liegt bei rund 42 Prozent. Über die ganze Hochschule beträgt die Zunahme an Studierenden 5,5 Prozent. Damit bewegt sich das Wachstum in ähnlichem Rahmen wie im Vorjahr.

Offiziell begrüsst werden die Neuen an der heutigen Eröffnungsfeier im KKL Luzern. Als Gastreferenten treten Annette Schönhölzer, Direktorin der Art Basel, und Arno Troxler, Leiter des Jazz Festival Willisau, auf. Zudem wird der Nachhaltigkeitspreis der Hochschule Luzern an eine hervorragende Bachelor oder Master-Abschlussarbeit vergeben, die sich mit Fragen der Nachhaltigkeit befasst und einen hohen Wert für die Praxis hat.

Der Dandy «in Conversation»

Das Aargauer Kunsthaus zeigt in einer Retrospektive das überraschende künstlerische Schaffen des Yello-Sängers Dieter Meier und bewegt sich dabei auch an der Schnittstelle von bildender Kunst und Musik.

Foto: Dominic Büttner, Zürich

«Was soll das?» Diese Frage mag sich mancher gestellt haben, der sich mit der Kunst von Dieter Meier konfrontiert sah. Etwa 1969 in Zürich, als Meier vor dem Kunsthaus auf dem Boden sitzend fünf Tage lang Plastiksäcke mit je tausend Schrauben befüllte. Oder ein Jahr später, als der junge Schweizer in New York mitten auf dem Boulevard Passanten aufforderte, ihm die Wörter «Yes» oder «No» aufzusagen. Im Gegenzug drückte er den Freiwilligen einen Dollar und ein Zertifikat in die Hand, das besagte, dass sie eben «Yes» oder «No» gesagt haben.

Fussspur eines Künstlerlebens
«Was soll das?», fragt man sich nun erneut, angesichts der Ausstellung «In Conversation», die im Aargauer Kunsthaus in Aarau zu sehen ist. Weshalb Dieter Meier in einem Kunstmuseum? Jener Dandy mit Jackett und Halstuch, der als Sänger der Elektropioniere von Yello bekannt ist und als Autor und Zürcher Restaurantbesitzer mit Rinderfarm und Weingut in Argentinien von sich reden macht? Dass Meiers erste Gehversuche in der Öffentlichkeit die beschriebenen Happenings waren und er sich schon lange vor der Yello-Gründung Ende der Siebzigerjahre mit Kunst befasste, ist nur wenigen bekannt.
Das möchte die erste grosse Schweizer Museumsschau über Dieter Meier ändern. In den 14 Räumen finden sich Fotografien, Darstellungen seiner Konzeptkunst, Experimentalfilme, Zeichnungen und Musikvideos von den späten Sechzigerjahren bis in die Gegenwart. Meier versuchte sich auch schon als Bildhauer. Die mehr oder weniger geglückten Resultate sind ebenso ausgestellt, wie Zeitungsartikel und Filme, die die Rezeption seiner Aktionen dokumentieren. Als «zufällige Fussspur des Lebens» bezeichnet der Künstler die Retrospektive. .

Massgeschneiderte Programme für Hochschulabgänger

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia will jungen Künstlerinnen und Künstlern in den ersten fünf Jahren nach Abschluss ihrer Ausbildung Türen zur nationalen und internationalen Karriere öffnen. Das Nachwuchsprogramm enthält Angebote für alle geförderten Disziplinen und wird mit erfahrenen Partnerinstitutionen im In- und Ausland entwickelt.

Auch das ensemble proton bern ist Partner der Nachwuchsförderung bei Pro Helvetia. Foto: zvg

In vielen Künstlerbiografien werden die Weichen früh gestellt. Die ersten Jahre nach Abschluss der Ausbildung sind entscheidend für den weiteren Verlauf einer Laufbahn. Hier setzt die Nachwuchsförderung von Pro Helvetia an, die diese Aufgabe mit dem neuen Kulturförderungsgesetz erhalten hat: Mit einer Altersgrenze von 35 Jahren fördert sie die talentiertesten Schweizer Künstlerinnen und Künstlern in den ersten fünf Jahren nach Abschluss einer Kunsthochschule oder nach dem ersten öffentlichen Auftritt. Ihnen will Pro Helvetia den Einstieg ins professionelle Kunstschaffen erleichtern und sie auf dem Weg zum nationalen und internationalen Durchbruch unterstützen. Die Stiftung setzt dabei auf eine breite Angebotspalette, die sie mit erfahrenen Partnerorganisationen entwickelt hat. Dazu gehören Festivals, Musikensembles, Galerien oder Kunsthochschulen im In- und Ausland.

Um junge Talente möglichst rasch auf internationalem Niveau etablieren zu können, braucht es individuell abgestimmte Massnahmen, die sich am künstlerischen Entwicklungspotenzial sowie den Anforderungen des Marktes orientieren. Gefragt sind Know-how-Austausch und Vernetzung wie Coachings oder Artist-in-Residence-Programme. Mit dem Projekt «Klassenarbeit» ermöglicht beispielsweise das auf zeitgenössische Musik spezialisierte ensemble recherche in Freiburg im Breisgau, jungen Schweizer Komponistinnen und Komponisten neue Werke zu entwickeln und aufzuführen. Weitere Partner sind die ORPHEUS Swiss Chamber Music Competition oder das ensemble proton bern.

Eine detaillierte Übersicht über sämtliche Nachwuchsprojekte bietet:
www.prohelvetia.ch/Nachwuchs
 

Seit 18 Jahren kreuzt Steamboat Switzerland im Bermudadreieck zwischen Rock, improvisierter und Neuer Musik. Das Zürcher Trio beeindruckt auch auf seinem neuen Album «Zeitschrei».

Steamboat Switzerland,Steamboat Switzerland,Steamboat Switzerland

Dominik Blum (Hammond-Orgel), Marino Pliakas (E-Bass) und Lucas Niggli (Schlagzeug) gründeten Steamboat Switzerland 1996, weil sie ein Vehikel für ihre Vielseitigkeit suchten. Dominik Blum hatte einen Konzertabschluss für Klavier und Marino Pliakas einen für klassische Gitarre in der Tasche, doch verspürten sie ein gewisses Vakuum. Der Grunge machte ihnen damals klar, was ihnen in der Neuen Musik fehlte: die Körperlichkeit des Rock’n’Roll. Hinzu kam, dass alle drei Musiker eine Faszination für improvisierte Musik entwickelt hatten.

Schon bei den ersten Sessions kristallisierte sich ein weiteres Hauptmerkmal von Steamboat Switzerland heraus: Die Band spezialisierte sich auf die Interpretation von Fremdkompositionen und durchsetzt diese spannungsvoll mit improvisierten Passagen. Dass die drei hochmusikalischen Mitglieder die komponierten Teile nicht selbst schreiben, hat gemäss Lucas Niggli einen einfachen Grund: «Wir können dieses Niveau der Komponisten, die speziell für uns Stücke schreiben, nicht erreichen.»

Dies wird auch auf dem neuen Album Zeitschrei deutlich. Die Stücke stammen von Michael Wertmüller, dem die Band bereits viermal einen Kompositionsauftrag erteilt hat. Als Schlagzeuger von Peter Brötzmanns Formation Full Blast, in der auch Marino Pliakas spielt, kennt er die spielerischen Fähigkeiten der drei Musiker sehr gut und kann deshalb massgeschneiderte Kompositionen schaffen. Diese sind streng klassisch und akribisch notiert, wie ein Blick auf die Notenblätter zeigt. Und sie reizen in ihrer – vor allem rhythmischen – Komplexität die Grenzen des Spielbaren aus, wie Marino Pliakas bestätigt. Doch das Trio meistert die Herausforderungen mit atemberaubender Präzision und brennender Intensität.

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Z.Rat III (Beginn)
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Steamboat Switzerland
(Dominik Blum, Marino Pliakas, Lucas Niggli):
Zeitschrei.
Kompositionen von Michael Wertmüller.
Trost records tr117

Drohender Abbau beim Musikunterricht an Berner Gymnasien

Die Kantonale Fachschaft Musik der Berner Gymnasien hat eine Petition gegen die Kürzung des Instrumentalunterrichts im Schwerpunktfach Musik an den Berner Gymnasien und Musikschulen lanciert.

Foto: fotoknips – Fotolia.com

In seinem Bericht Angebots- und Strukturüberprüfung vom 26. Juni an den Grossen Rat schlägt der Berner Regierungsrat vor, den wöchentlichen Instrumentalunterricht von heute rund 45 Minuten im nächsten Schuljahr auf 30 Minuten und bis in vier Jahren auf 22.5 Minuten zu kürzen. Es wird ein Sparpotenzial von 300 000 Franken für 2014 und von je
900 000 Franken in den nächsten drei Jahren ausgemacht. Der Regierungsrat ist der Ansicht, diese Massnahme sei vertretbar, da dadurch die Praxis, wie sie vor der Umwandlung der Seminare in Gymnasien gelebt wurde, wieder hergestellt würde. (S. 108)

Die Fachschaft Musik der Berner Gymnasien hingegen ist überzeugt, dass diese Sparmassnahme schwerwiegende Folgen für das Schwerpunktfach Musik an den Gymnasien im Kanton Bern hätte. Da der Instrumentalunterricht an den Gymnasien und an den Musikschulen erteilt wird, sind auch die Musikschulen von dieser Kürzung betroffen. Deshalb wehrt sich die Fachschaft mit einer online-Petition. Auf der Website www.instrumentalunterricht.ch listet sie Argumente gegen diese Kürzung auf. Die Petition kann online unterschrieben werden.
 

Die bernische Kantonsregierung unterstützt die Gstaad Academy des Menuhin Festivals Gstaad mit 450‘000 Franken.

Mit dem Aufbau einer Sommerakademie ab dem Jahr 2014 möchte das Menuhin Festival Gstaad seine Attraktivität weiter steigern. Im Rahmen der Gstaad Academy sollen die Aktivitäten im Bereich Meisterkurse und Kulturvermittlung zusammengefasst und ausgebaut werden.

Kernstück ist die für die Jahre 2014 bis 2016 geplante Gstaad Conducting Academy unter der Leitung des renommierten Dirigenten Neeme Järvi. Das Projekt sei sowohl aus kultureller als auch aus touristischer Sicht wichtig für die Region, schreibt der Kanton.

Steamboat Switzerland: radikal, frisch, unfassbar

Seit 18 Jahren kreuzt Steamboat Switzerland im Bermudadreieck zwischen Rock, improvisierter und Neuer Musik. Das Zürcher Trio beeindruckt auch auf seinem neuen Album «Zeitschrei».

Steamboat Switzerland. Foto: zVg

Dominik Blum (Hammond-Orgel), Marino Pliakas (E-Bass) und Lucas Niggli (Schlagzeug) gründeten Steamboat Switzerland 1996, weil sie ein Vehikel für ihre Vielseitigkeit suchten. Dominik Blum hatte einen Konzertabschluss für Klavier und Marino Pliakas einen für klassische Gitarre in der Tasche, doch verspürten sie ein gewisses Vakuum. Der Grunge machte ihnen damals klar, was ihnen in der Neuen Musik fehlte: die Körperlichkeit des Rock’n’Roll. Hinzu kam, dass alle drei Musiker eine Faszination für improvisierte Musik entwickelt hatten.

Schon bei den ersten Sessions kristallisierte sich ein weiteres Hauptmerkmal von Steamboat Switzerland heraus: Die Band spezialisierte sich auf die Interpretation von Fremdkompositionen und durchsetzt diese spannungsvoll mit improvisierten Passagen. Dass die drei hochmusikalischen Mitglieder die komponierten Teile nicht selbst schreiben, hat gemäss Lucas Niggli einen einfachen Grund: «Wir können dieses Niveau der Komponisten, die speziell für uns Stücke schreiben, nicht erreichen.»

Dies wird auch auf dem neuen Album Zeitschrei deutlich. Die Stücke stammen von Michael Wertmüller, dem die Band bereits viermal einen Kompositionsauftrag erteilt hat. Als Schlagzeuger von Peter Brötzmanns Formation Full Blast, in der auch Marino Pliakas spielt, kennt er die spielerischen Fähigkeiten der drei Musiker sehr gut und kann deshalb massgeschneiderte Kompositionen schaffen. Diese sind streng klassisch und akribisch notiert, wie ein Blick auf die Notenblätter zeigt. Und sie reizen in ihrer – vor allem rhythmischen – Komplexität die Grenzen des Spielbaren aus, wie Marino Pliakas bestätigt. Doch das Trio meistert die Herausforderungen mit atemberaubender Präzision und brennender Intensität.

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Steamboat Switzerland (Dominik Blum, Marino Pliakas, Lucas Niggli): Zeitschrei. Kompositionen von Michael Wertmüller. Trost records tr117

Die Leiden der Orchestermusiker

Laut einer Befragung australischer Musikpsychologen haben 84 Prozent der australischen Orchestermusiker schon einmal mit musizierpraktisch bedingten Schmerzen gekämpft. Bei rund der Hälfte der Musiker sind die Leiden akut.

Foto: bluecmu – Fotolia.com,SMPV

Die Studie von Dianna Kenny vom Australian Centre for Applied Research in Music Performance diagnostiziert neben Schmerzen auch Depressionen, soziale Phobien und Lampenfieber als verbreitete Leiden von Orchestermusikern.

Mit Hilfe eines bestimmten methodischen Vorgehens, des Kenny Music Performance Anxiety Inventory (K-MPAI), sind die Aussagen von 377 professionell tätigen Orchestermitgliedern analysiert worden.

Weibliche Interviewte zeigen signifikante lineare Beziehungen zwischen sogenannt Triggerpunkt-bezogenen Schmerzen und Lampenfieber, bei männlichen Befragten sind die Beziehungen zwischen Schmerzen und Lampenfieber komplexer: Bei den Betroffenen mit dem auffälligsten Lampenfieber sind die damit verbundenen Triggerpunkt-bezogenen Schmerzen weniger intensiv.

Link zur Studie:
pom.sagepub.com/content/early/2013/09/02/0305735613493953.abstract

 

Rock- und Popstimmen digital analysiert

Mit einer Web-Software des Institutes für Software- und Multimediatechnik der TU Dresden können Stimm-Charakteristika von Pop-, Jazz-, Blues- und Gospelvokalisten interaktiv-spielerisch erkundet werden.

Foto: Svetlana Gryankina – Fotolia.com

Was ist das Besondere von Popstimmen? Wie unterscheiden sich Jazz-, Blues- und Gospelvokalisten voneinander? Um diese und ähnliche Fragen geht es im Forschungsprojekt «Stimme und Gesang in der populären Musik der USA (1900-1960)» unter Leitung des Weimarer Musikwissenschaftsprofessors Martin Pfleiderer.

Beheimatet ist das Projekt am Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der FSU Jena. In seinem Rahmen steht das Web-Tool zur Verfügung, das anhand einer Auswahl von mehr als 200 Vokalaufnahmen Merkmale von Stimmen und Gesangsweisen visualisiert und miteinander in Beziehung setzt.

Merkmale der Gestaltung wie raue oder behauchte Stimmgebung, Vibrato, Glissando, Offbeats sowie Dynamik, Artikulation und Timing werden graphisch dargestellt und mit Genres, Künstlern und Plattenlabels in Verbindung gebracht.

Mehr Infos: hfm-weimar.de/popvoices/vm/main.htm

Die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill hat Martha Monstein zur neuen Chefin des Kulturamtes des Kantons ernannt. Sie tritt am 1. Januar 2014 die Nachfolge von René Munz an, der Mitte September eine neue Aufgabe in der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich übernimmt.

Martha Monstein leitet seit 2001 die Abteilung Theater bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich und verfügt über langjährige Erfahrung in der Kulturförderung auf nationaler und internationaler Ebene sowie über vertiefte Kenntnisse des schweizerischen Kunst- und Kulturlebens. Sie ist 56 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Martha Monstein absolvierte in Chur das Lehrerseminar und studierte danach an der Universität Zürich Anglistik, Germanistik und Literaturkritik, wo sie 1986 mit dem Lizentiat abschloss. Ihre Laufbahn im Bereich Kultur begann sie als redaktionelle Mitarbeiterin im Kulturmagazin eines Lokalradios, gefolgt von Engagements als Programmverantwortliche von Zürcher Kulturzentren sowie in der Produktionsleitung und Organisation für Theater- und Tanzgruppen.

Von 1993 bis 2001 war Martha Monstein Co-Leiterin der Fachstelle Kultur des Kantons Aargau und lancierte verschiedene Projekte im Bereich Schule und Kultur. Dabei holte sie sich vertiefte Erfahrung im Bereich der kantonalen Kulturförderung und Kulturvermittlung. Berufsbegleitend absolvierte sie einen Nachdiplomkurs in Kulturmanagement und engagierte sich als Stiftungsrätin bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

 

Kompetenzzentrum Musikvermittlung der HKB

An der Berner Hochschule der Künste (HKB) soll ein Kompetenzzentrum für Musikvermittlung aufgebaut werden. Vorgestellt worden ist das Projekt im Rahmen von Musikfestival Bern.

Foto: dorioconnell, istockfoto

Getragen wird das «Kompetenzzentrum Musikvermittlung und Laboratorium Musikvermittlung» der HKB im Wesentlichen von Barbara Balba Weber, die mit «Tönstör» in Bern eine als Verein organisierte Infrastruktur für Musikvermittlung an Kinder und Jugendliche aufgebaut hat.

Das Kompetenzzentrum soll Anlaufstelle für Veranstalter, Ensembles und weitere Interessierte sein, die Vermittlungsprojekte durchführen oder evaluieren wollen.

Im Rahmen von Musikfestival Bern sind unter dem Titel «Totally Flipside» Projekte präsentiert worden, die Tönstor mit verschiedenen Berner Schulklassen durchgeführt hat. Zum «Handwerk zur Vermittlung Neuer Musik an Kinder und Jugendliche» ist an dem Anlass auch eine Dokumentation präsentiert worden, die bei Barbara Balba Weber bezogen werden kann.

Mehr Infos: www.toenstoer.ch

Kanton Aargau unterstützt Kulturbetriebe erneut

Der Regierungsrat spricht argovia philharmonic, KiFF Aarau, Künstlerhaus Boswil und Murikultur ein weiteres Mal Betriebsbeiträge für die Jahre 2014 bis 2016 zu. Er «bestätigt damit die mindestens kantonale Bedeutung dieser privaten Kulturinstitutionen».

Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau beim Künstlerhaus Boswil. Foto: zvg

Bei allen vier Institutionen sieht die Kulturkommission die Voraussetzungen für eine Weiterführung der Betriebsbeiträge gegeben. Durch den Entscheid des Regierungsrats werden folgende Kulturinstitutionen in den nächsten drei Jahren jährliche Betriebsbeiträge erhalten: das argovia philharmonic 400’000 Franken, das KiFF Aarau 200’000 Franken, das Künstlerhaus Boswil 350’000 Franken und Murikultur 150’000 Franken. Die Betriebsbeiträge werden an Leistungsvereinbarungen mit einer Laufzeit von drei Jahren geknüpft.

Die mit Betriebsbeiträgen unterstützten Institutionen können weiterhin Projektunterstützung aus dem Swisslos-Fonds beantragen. Weitere Institutionen mit kantonalen Betriebsbeiträgen sind das Schweizerische Kindermuseum in Baden, das Museum Langmatt in Baden, das Stapferhaus in Lenzburg, das internationale Festival für Animationsfilm Fantoche in Baden sowie Tanz und Kunst Königsfelden in Windisch.
 

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