Neuer Lehrplan für Solothurns Maturitätsschulen

Auf das Schuljahr 2014/2015 wird an den beiden Solothurner Gymnasien ein kantonaler Lehrplan eingeführt. Er ersetzt die bisherigen schulischen Lehrpläne der Maturitätsschulen Olten und Solothurn. Festgelegt sind auch die detaillierten Ziele für das Fach Musik.

Foto: Kantonsschule Solothurn. IqRS, wikimedia commons,SMPV

Nach mehr als fünfzehn Jahren erhalten die Gymnasien in Olten und Solothurn einen neuen einheitlichen kantonalen Lehrplan. Der Regierungsrat hat das Departement für Bildung und Kultur vor rund zwei Jahren beauftragt, die seit 1998 geltenden Lehrpläne grundlegend zu überarbeiten.

Musik ist für den Lehrplan «eine produzierende und reproduzierende Kunst sowie ein Gegenstand der intellektuellen und ästhetischen Auseinandersetzung». Diese Facetten spiegelten sich auch in der Vielfalt an Studienrichtungen in tertiären  Bildungseinrichtungen wie Musikwissenschaft oder Musikethnologie.

Der Solothurner Lehrplan mit den detaillierten Zielen für die Musik als Grundlagen-, Schwerpunkt- oder Ergänzungsfach ist online abrufbar unter www.ksso.ch/klp oder www.kantiolten.ch/klp.

Frey-Stiftung bittet um Nominationen

Die Peter-Hans Frey Stiftung, Zürich, besteht seit 1989 mit dem Zweck, alljährlich einen Preis für eine ausserordentliche pädagogische Leistung zu verleihen. Die Stiftung ruft zu Nominationen für die Auszeichnung der Jahres 2014 auf.

Foto: FFCucina Liz Collet – Fotolia.com

Der Preis kann Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz haben, oder
Schweizerbürgerinnen und Schweizerbürger, die im Ausland tätig sind, zuerkannt werden. Es dürfen Preise an Lehrkräfte an Berufs-, Volks-, Mittel- und Hochschulen sowie an Fachschulen und Anstalten, aber auch an private Forscherinnen und Forscher mit praktischer Tätigkeit auf dem Gebiete der Pädagogik verliehen werden.

Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen und Institutionen werden in gleicher Weise berücksichtigt. Sind pädagogische Leistungen gemeinsam von mehreren Personen erbracht worden, so darf der Preis gemeinsam zuerkannt werden.

Der Stiftungsrat, bestehend aus Allan Guggenbühl (Präsident), Rémy Droz, Fritz Osterwalder, Gianni Ghisla und Claudia Crotti, entscheidet über die Vergabe des Preises, in der Regel 10’000 Franken. Die nächste Preisverleihung der Peter-Hans Frey Stiftung
findet im Oktober/ November 2014 statt.

Begründete Nominationen samt kleiner Dokumentation werden an Peter-Hans Frey Stiftung, c/o Allan Guggenbühl, Untere Zäune 1, 8001 Zürich bis zum 30. April 2014 erbeten. Referenzen sind erwünscht.

 

Stiftung Salle Modulable hat vor Gericht Erfolg

Der Richter des zuständigen Gerichts auf Bermuda hat entschieden, dass der Rückzug der Finanzierungszusage für die Salle Modulable in Luzern unrechtmässig erfolgte. Butterfield Trust (Bermuda) Limited müsse seinen Verpflichtungen nachkommen.

Bild: Stiftung Salle Modulable/Archiv SMZ

Der im Oktober 2010 erfolgte Rückzug der Finanzierungszusage für die Salle Modulable durch Butterfield Trust (Bermuda) Limited sei unrechtmässig gewesen. Der zuständige Richter habe festgestellt, dass ein Schenkungsvertrag nach schweizerischem Recht bestehe und der Trust seinen daraus entstehenden Verpflichtungen nachkommen müsse, schreibt die Stiftung.

Wenn die Stiftung Salle Modulable eine den neuen Umständen angepasste Machbarkeitsstudie für ein flexibel gestaltbares Musiktheater in der Stadt Luzern vorlegt, ist Butterfield verpflichtet, der ursprünglichen Finanzierungszusage in Höhe von bis 120 Millionen Franken nachzukommen. Die Aktualisierung und Anpassung der Machbarkeitsstudie wird im Rahmen des Projekts Neue Theater Infrastruktur Luzern (NTI) erfolgen.

Die Gegenklage von Butterfield wurde vollumfänglich abgewiesen. Zu weiteren Fragen hat sich der Richter noch nicht abschliessend geäussert. Dazu wird es eine Nachverhandlung geben. Das Urteil ist noch nicht endgültig. Es kann noch an das Appellationsgericht von Bermuda weitergezogen werden.

ZHdK ermutigt weiterhin Erasmus-Bewerbungen

Nach Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative ist unklar, wie es mit der Bildungs-Zusammenarbeit zwischen Europa und der Schweiz weitergeht. Die ZHdK ermutigt dennoch alle Studierenden, sich wie vorgesehen im Rahmen des Programms Erasmus+ zu bewerben.

Foto: Zoe – Fotolia.com

Das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) sei daran, zusammen mit der EU bis Juni 2014 eine Lösung zu erarbeiten, welche den Schweizer Hochschulen und deren Studierenden eine Teilnahme an Erasmus+ ermöglicht, schreibt die ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste).

Das International Office der Hochschule ermutigt alle Studierenden, sich wie vorgesehen zu bewerben. Sie werde sich dafür einsetzen, dass das Auslandssemester in jedem Fall wie geplant stattfinden könne und glaube nach wie vor daran, dass Politik und Diplomatie eine gangbare Lösung finden werden.

Seit der Annahme der Initiative vom 9. Februar 2014 herrscht Unsicherheit, wie es mit dem Programm Erasmus in der Schweiz weitergeht. Die Verhandlungen für eine Vollbeteiligung der Schweiz an der neuen Programmgeneration Erasmus+ sind derzeit sistiert.
 

Lily-Waeckerlin-Preis für Keller und Maurer

Die beiden Berner Musikpädagogen Bettina Keller und Bernhard Maurer gewinnen mit dem Projekt «JakObs Reise ans Meer» den mit 60’000 Franken dotierten Lily-Waeckerlin-Preis für Jugend & Musik 2014 der Stiftung Accentus.

Bild: zvg

In dem Projekt spielen 100 Cellisten und Kontrabassisten, vom interessierten Anfänger bis zur professionellen Studentin. Interpretiert werden Stücke zum Thema Wasser aus fünf Jahrhunderten sowie vier Uraufführungen von zeitgenössischen Berner Komponistinnen und Komponisten. Das Zaubererpaar Wundertäter – Christoph Borer und Lou – verwebt die Musikstücke miteinander.

Der Lily Waeckerlin-Fonds der Stiftung Accentus verleiht jährlich einen Musikpreis. Ausgezeichnet wird jeweils ein innovatives und qualitativ hochstehendes Projekt im Bereich Jugend und Musik. 2013 ging der Preis an das Zürcher Kammerorchester. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen das Luzerner Theater, die Oberwalliser Singschule cantiamo, der Berner Verein Tönstör, der Gare des enfants Basel, die Musikschule Köniz und die Ecole de Musique du Conservatoire de Lausanne. 

Mehr Infos: www.jakobsreise.ch

Erstes kantonales Singlager für Kinder

Die Singwoche im Rahmen der Jugendförderung vom 6. bis 11. Juli in Niederuzwil wird von Esther Stalder und Tina Dätwyler geleitet.

Foto: zvg,SMPV

Der St. Galler Kantonal-Gesangsverband als Zusammenschluss aller weltlichen Chöre im Kanton St. Gallen erachtet die Jugendförderung als eine sehr wichtige Aufgabe. Dieses Jahr soll deshalb ein erstes Singlager für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8-13 Jahren in Niederuzwil stattfinden.

Gemeinsam singen, ein Programm für Eltern, Geschwister und Interessierte erarbeiten und aufführen, eine erlebnisreiche Woche mit Gleichgesinnten verbringen – all dies soll das Lager vom 6. bis 11. Juli bieten.

Die Leiterinnen Esther Stalder (Verantwortliche für die Jugendförderung im Kantonalverband), Tina Dätwyler (musikalische Leitung), Alessandra Hollenstein (musikalische Assistenz) und Gabi Aeschbacher (Choreografie) freuen sich auf viele singfreudige Knaben und Mädchen.

Anmeldeschluss ist am 31. März 2014.

Flyer und Anmeldung auf: www.sgkgv.ch
 

Christian Buxhofer ist tot

Wie das «Bünder Tagblatt» vermeldet, ist Christian Buxhofer, der frühere Chefredaktor der Zeitung, in der Nacht auf Sonntag überraschend verstorben. Er war als Präsident und Geschäftsführer des Vereins Arosa Kultur eine der prägenden Kräfte hinter den Musikfestivals und Kurswochen des Ortes.

Foto: Arosa Kultur

Buxhofer habe die Leitung der Redaktion in Chur vor nicht einmal einem Jahr abgegeben, um vermehrt als Journalist zu arbeiten, schreibt das «Bünder Tagblatt» weiter. Der Verstorbene hinterlasse eine Frau und einen Sohn.

Christian Buxhofer wurde 1961 in Chur geboren. Er war drei Jahre als Primarlehrer in Arosa tätig und wechselte anschliessend in den Journalismus. Seit 2010 war er auch Mitglied des Stiftungsrats des Theaters Chur.

Arosa Kultur führt Konzertreihen und seit 1987 die Musik-Kurswochen Arosa durch. Laut Selbstcharakterisierung handelt es sich um das grösste Musikfestival Europas dieser Art. Zum Jubiläum 2011 ist das Angebot durch zusätzliche Meisterkurse erweitert worden, die jeweils im September unter dem Titel Arosa Music Academy stattfinden.

 Link zum Nachruf

 

Janina Ruh ist drittes SWR2 New Talent

Die 25-jährige Cellistin Janina Ruh, die mit 12 Jahren bereits an der Zürcher Hochschule der Künste studierte, ist nach der Sängerin Hanna-Elisabeth Müller und dem Pianisten Alexej Gorlatch die dritte junge Musikerin, die von der 2013 vom Kultursender SWR2 ins Leben gerufenen Initiative SWR2 New Talent profitiert.

Foto: SWR-Pressestelle, Fotoredaktion_MM

SWR2 wird Janina Ruh bis 2016 in seinem Radioprogramm, mit Auftritten auf SWR-Veranstaltungen und durch CD-Produktionen fördern. Sie habe die Jury aus der Musikredaktion «durch ihre hohe Musikalität, ausgereifte Technik und grosse Sicherheit und Bühnenpräsenz» überzeugt, schreibt der Sender. Die Jury-Entscheidung sei einstimmig ausgefallen.

Janina Ruh, 1989 in Rottweil geboren, war bereits mit zwölf Jahren Jungstudentin an der Zürcher Hochschule der Künste bei Susanne Basler. Nach diversen Studien an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» Berlin sowie an der Universität der Künste Berlin absolvierte die Cellistin Meisterkurse unter anderem bei Gustav Rivinius, Troels Svane, Ralph Kirshbaum und Jens Peter Maintz.
 

Verzeichnis der Werke Zimmermanns verfügbar

Mit dem Bernd-Alois Zimmermann-Werkverzeichnis von Heribert Henrich veröffentlichen Schott Music und die Akademie der Künste, Berlin, das erste umfassende, nach historisch-kritischen Methoden erarbeitete Werkverzeichnis eines Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bild: Schott Music,SMPV

Rund 350 erhaltene, verschollene, unvollendete und fragmentarische Werke sind in dem 1400 Seiten starken Band verzeichnet. Neben der Darlegung musikalischer Quellen erfassen die Werkeinträge auch Erstveröffentlichungen von Zimmermanns Briefen, Notizen und Kalendereinträgen mit allen für das jeweilige Werk relevanten Stellen.

Das Werkverzeichnis enthält zusätzlich 23 farbige Abbildungen von Autographen. Es ist Teil der wissenschaftlichen Erschliessung des Bernd-Alois-Zimmermann-Archivs der Akademie der Künste und basiert auf Vorarbeiten des verstorbenen Zimmermann-Forschers Klaus Ebbeke. 

Mehr Infos: www.schott-musik.de/shop/2/show,260217.html

Maturitätsschule Kreuzlingen offiziell anerkannt

Die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen hat mit einem Beschluss des Vorstands der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektionen (EDK) die Anerkennung für die Maturitätsausweise des Kunst- und Sportlehrganges erhalten.

PMS Kreuzlingen. Foto: Pingelig, wikimedia commons

Seit dem Schuljahr 2005/06 wird in Kreuzlingen ein Lehrgang angeboten, der sich an künstlerisch, musikalisch oder sportlich begabte Schülerinnen oder Schüler richtet. Es handelt sich um eine Ausbildung, in der die breitgefächerte Maturitätsausbildung mit einer individualisierenden Ausbildung in einem der Spezialgebiete Sport, Musik oder Kunst verbunden wird.

Die reduzierten Präsenzzeiten führen zu höheren Anteilen Selbststudium (E-Learning, Selbstlernaufträge, Lernprogramme mit Selbstkontrolle und so weiter). Für die Ausbildung in den gewählten Spezialgebieten wird in allen Bereichen mit Institutionen zusammengearbeitet, welche die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer Begabung unterstützen (Sportverbände, Konservatorium, Schule für Gestaltung).
 

Österreich plant Ausbau der Künstlersozialversicherung

Laut einer Meldung der österreichischen Zeitung «Der Standard» hat der Kulturminister des Landes aus Anlass einer Diskussion im Bund Sozialistischer Akademiker (BSA) erklärt, er arbeite darauf hin, den Zugang zur Künstlersozialversicherung in verschiedener Hinsicht zu erleichtern.

Bild: kikkerdirk – Fotolia.com

Laut der Meldung soll der Kreis der Bezugsberechtigten in Österreich auch auf jene ausgeweitet werden, die in Kunstvermittlung und Lehre beschäftigt sind. Auch die untere Einkommensgrenze, die zum Eintritt in die Versicherung berechtige, soll gesenkt werden. «Die Verbesserung der Einkommenssituation für Künstler und Kulturschaffende sei neben einer Urheberrechtsreform ein vorrangiges Ziel dieser Legislaturperiode», zitiert der «Standard» den Kulturminister.

Eine Künstlerversicherung als Altersabsicherung für Kulturschaffende kennen Deutschland und Österreich. Bemühungen, eine solche auch in der Schweiz einzuführen, sind während der Parlamentsarbeit am Kulturförderungsgesetz zur Umsetzung des Kulturartikels in der neuen Bundesverfassung gescheitert.

Allerdings einigten sich die Schweizer Bundespolitiker darauf, dass ein bestimmter Prozentsatz an Fördermitteln des Bundes für Künstler in eine Vorsorgeeinrichtung fliessen müssen. Substantiell wird das Modell allerdings erst, wenn auch Kantone und Gemeinden vergleichbare Bestimmungen einführen. 

Wieler verlängert Vertrag mit Stuttgarter Oper

Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst von Baden-Württemberg mitteilt, bleibt der Schweizer Jossi Wieler bis 2018 Intendant der Staatsoper Stuttgart.

Foto: Martin Sigmund

Unter der Leitung Wielers habe die Oper Stuttgart in den vergangenen Jahren in Umfragen bei Theaterkritikern regelmässig hervorragende Bewertungen für ihre Produktionen und Sängerdarsteller erhalten und eine Vielzahl von Auszeichnungen und Preisen errungen, schreibt das Ministerium.

Jossi Wielers nächste Regiearbeit für die Oper Stuttgart entsteht zurzeit: Am 2. März findet die Uraufführung von Mark Andres erster Oper «wunderzaichen» statt. 

Jossi Wieler wurde 1951 in Kreuzlingen/Schweiz geboren. Er hat am Theatre Department der Universität Tel Aviv Regie studiert. Intendant der Oper Stuttgart ist er seit 2011/12. Gemeinsam mit Sergio Morabito führte er jüngst bei den Stuttgarter Neuproduktionen von Strauss‘ «Ariadne auf Naxos» und Denisovs «Der Schaum der Tage» Regie. In der laufenden Spielzeit 2013/14 folgen neben der Uraufführung von Mark Andres erster Oper die Neuinszenierung von «Tristan und Isolde». 
 

Popmusikfestival m4music 2014

Die 17. Ausgabe des Popmusikfestivals m4music des Migros-Kulturprozents findet vom 27. bis 29. März in Zürich und Lausanne statt. Es treten über 50 Bands auf. Für die diesjährige Demotape Clinic meldeten sich 825 Schweizer Nachwuchsbands. «Berlin» bildet den Schwerpunkt der Conference.

Eröffnet wird m4music am Donnerstag, 27. März, in Lausanne. Erstmals werden exklusive Showcases von Blood Red Shoes (UK), Rootwords (CH/GE), Nadine Carina (CH/TI) und Wolfman (CH/ZH) aus dem Studio 15 von RTS auf Couleur 3 und SRF Virus live übertragen. Am Nachmittag findet die Verleihung des Best Swiss Video Clip statt. Die Branche diskutiert mit Vertretern des neu entstehenden Indie-Label-Verbands über die Musikförderung in der Schweiz.

Neue Bühne mit Gratis-Konzerten auf dem Schiffbauplatz

m4music bezieht 28. und 29. März sein Hauptquartier im Zürcher Schiffbau. Dank der neuen Open-Air-Bühne auf dem Schiffbauplatz treten anstelle der bislang rund 40 Acts in Zürich dieses Jahr rund 50 Bands auf. Dazu zählen aufstrebende Schweizer Bands wie Milchmaa (CH/GR), Jeans for Jesus (CH/BE), Adieu Gary Cooper (CH/VD) oder Ekat Bork (CH/TI). Die Gratis-Konzerte beginnen am Freitagnachmittag, 28. März, ab 14.15 Uhr. m4music-Festivalleiter Philipp Schnyder von Wartensee freut sich über die neue Open-Air-Bühne: «Damit bieten wir starken Schweizer Nachwuchsbands eine weitere Plattform. Umgekehrt hört das Publikum schon am Nachmittag neue Bands – eine ideale Ergänzung zum ebenfalls kostenlosen Conference- und Demotape-Clinic-Programm.»

Diedrich Diederichsen und Daniel Miller diskutieren an der Conference

Die diesjährige Conference behandelt in Workshops, Podiumsdiskussionen und Keynotes die Top-Themen der Musikindustrie. Als thematischer Schwerpunkt ist Berlin zu Gast: Emigrierte Schweizer Künstler wie Tobias Jundt (Bonaparte) oder Stefan Rusconi (Rusconi Trio) diskutieren darüber, ob Berlin die neue Schweizer Musikhauptstadt ist. Diedrich Diederichsen, ehemaliger Herausgeber von «Spex», dem Magazin für Popkultur, spricht mit dem Publizisten Max Dax über sein Anfang März erscheinendes Buch «Über Pop-Musik». Daniel Miller, der Gründer von Mute Records (Depeche Mode, Kraftwerk u.v.m.), wird von Moderator Markus Kavka interviewt.

Marc Sway und Steff la Cheffe bewerten die Songs der Künstler von morgen

Die Demotape Clinic ist der wichtigste Schweizer Musiknachwuchswettbewerb. In dieser Ausgabe wurden 825 Demos eingereicht, 2013 waren es 777. Die Jury, bestehend aus Branchenprofis und Musikern wie Steff la Cheffe, Marc Sway oder José Moreno, Musikredaktor und -kritiker von Radio Couleur 3, kommentiert eine Auswahl davon öffentlich. Um den besten Schweizer Talenten den optimalen Karrierestart zu ermöglichen, vergibt die Fondation Suisa vier Awards in den Sparten Pop, Rock, Urban und Electronic mit Preisgeldern im Wert von insgesamt 17 000 Franken.

Weitere Informationen und Detailprogramm: www.m4music.ch

Vielsprachig singen

In dieser doppelchörigen Messe kommen sechs verschiedene Sprachen in Einklang.

Bild: Fiedels / fotolia.com

Die Lichtmesse von Thomas Gabriel entstand als Auftragswerk für das grosse Chorfestival Pueri Cantores 2004 in Köln, welches junge Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Welt zusammenführte. So erklärt sich auch die Vielsprachigkeit dieser Messe. Ursprünglich bestand sie aus drei Sätzen: dem Introitus, dem Halleluja und dem Schlussgesang. Sie ist angelegt für zwei vierstimmige, gemischte Chöre und grosses Blasorchester. Schon im Introitus werden sechs Sprachen verwendet: Deutsch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Latein. Auch das Halleluja und der Schlussgesang folgen dem Prinzip der Mehrsprachigkeit.

In den Jahren seit der Uraufführung wurden die drei Sätze um den Antwortgesang und das Offertorium erweitert und zusammen mit dem Instrumentalstück zur Communio herausgegeben. Der hier vorliegenden, grossangelegten Bläserkomposition steht eine Orgelfassung gegenüber, die in der Praxis wohl einfacher und öfter realisierbar sein wird.

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Thomas Gabriel, Lichtmesse; Bläserfassung, für Solosopran, Chor SATB/SATB, 2 Ob, Eh, 2 Fg, Cor, 2 Tr, Trb, Tb, Org, Partitur, CV 19.052, € 62.00; Orgelfassung, Partitur, CV 19.052/50, € 24.50; Carus, Stuttgart 2013

Keine bimmelnde Strassenbahn

Ein atemberaubendes Bravourstück für Trompete und Klavier, das den grossen Aufwand lohnt.

Foto: Isabell Richter/pixelio.de

tramway vienna–bratislava heisst ein neues Stück des bekannten, in Wien lebenden Schweizer Komponisten Mathias Rüegg. Wer sich unter diesem Titel einen beschaulichen Abstecher in einem alten Tramwaggon nach Bratislava vorstellt, der wird gleich in den ersten Takten eines Besseren belehrt: extrem schnelle Tempi, ein Pianist, der seinen Konzertflügel wie ein Cajon benutzt, nur die rettenden zwei Fermaten-Takte gönnen den Spielern und dem Zuhörer in der Startphase eine kurze Verschnaufpause. Schnell wird klar: Dies ist ein Stück von einem Könner für Könner komponiert. Mathias Rüegg schreibt selber: «Schwierigkeitsgrad 11 von 10».

Dass dieses Werk trotz der immensen technischen Anforderungen (Rhythmik, Höhe, schnelle Dämpferwechsel etc.) spielbar ist, beweist Mathias Rüegg gleich mit einem Link zu einer Aufnahme mit dem Widmungsträger dieser Komposition, dem fantastischen Trompeter Juraj Bartos, zusammen mit seinem ebenso begabten Klavierpartner Ladislav Fanzowitz. Eine Herausforderung für jeden Trompeter und Pianisten. Aber es lohnt sich, sie anzunehmen!

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Mathias Rüegg: tramway vienna – bratislava, für Trompete und Klavier, D 05748, € 17.95, Doblinger, Wien 2011

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