Basel Sinfonietta verlängert Vertrag mit Titus Engel

Titus Engel bleibt bis zum Ende der Saison 2030/31 Principal Conductor der Basel Sinfonietta.

Basel Sinfonietta (Bild: Marc Doradzillo)

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 habe Titus Engel die Basel Sinfonietta künstlerisch massgeblich geprägt, schreibt das Orchester, und zu grossen Erfolgen geführt. Dazu gehören Gastspiele in Häusern wie der Philharmonie Essen und bei Festivals für Neue Musik wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik oder dem Festival NOW!. Ebenso international beachtet wurde die jüngste Naxos-Einspielung mit Werken von Sofia Gubaidulina, die von der New York Times als eines der besten Klassikalben des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde. (zur SMZ-Rezension von Torsten Möller)

Die 1980 gegründete Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung. Sie hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 240 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.

 

 

Ausschreibung für Unterwaldner Werkbeiträge

Die Kantone Obwalden und Nidwalden schreiben für das Jahr 2026 gemeinsam Werkbeiträge in der Höhe von 20’000 sowie 10’000 Franken aus.

Dampfschiff Unterwalden (Bild: Wikimedia Commons, Gestumblindi Public Domain)

Die Kulturkommissionen von Obwalden und Nidwalden schreiben auch in diesem Jahr gemeinsam Werkbeiträge aus. Die Ausschreibung findet seit 2014 jährlich statt und richtet sich an Kulturschaffende in allen Kultursparten. Teilnahmeberechtigt ist, wer seit mindestens drei Jahren in einem der beiden Kantone wohnt oder mindestens 10 Jahre hier gewohnt hat oder dessen Schaffen einen aussergewöhnlich engen Bezug zu Obwalden und/oder Nidwalden aufweist.

Mit den Werkbeiträgen von 20’000 respektive 10’000 Franken sollen Kunst- und Kulturschaffende unmittelbar gefördert werden, indem ihnen ermöglicht wird, sich während einer gewissen Zeit intensiv ihrem Schaffen zu widmen. Sie können sich auf eine künstlerische Idee einlassen oder ihre künstlerischen Kompetenzen gezielt vertiefen und weiterentwickeln.

Keine Beiträge werden gewährt für Ausbildungen oder Projekte, die während der Grundausbildung realisiert werden. Auch die Eingabe von literarischen Texten und Theatertexten ist ausgeschlossen, da diese via Zentralschweizer Wettbewerbe gefördert werden. Filmprojekte können nur berücksichtigt werden, wenn sie nicht unter das Reglement der Zentralschweizer Filmförderung (IFFG) fallen.

Mehr Infos:
https://www.ow.ch/dienstleistungen/4084

Swiss Jazz Award 2026 geht an Manon Mullener

Der jährlich im Rahmen von JazzAscona verliehene Swiss Jazz Award geht dieses Jahr an die Pianistin und Komponistin Manon Mullener.

Manon Mullener (Bild: Mei Fa Tan)

Geboren 1997 in Freiburg, wuchs Mullener in einer Musikerfamilie auf und begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Mit 17 Jahren wandte sie sich dem Jazz und afro-kubanischen Musiktraditionen zu, die sie in Havanna vertiefte. Anschliessend studierte sie an der Hochschule der Künste Bern und gewann 2022 den internationalen SOFIA-Preis.

Nach ihrem Debütalbum Reflejos (2019) gründete sie das Manon Mullener 5tet, mit dem sie modernen Jazz mit afro-kubanischen Einflüssen verbindet. Das Album Insomnia (2023) führte das Ensemble auf internationale Tournee, während das jüngste Werk Stories (2025) grosse Beachtung für seine Energie und Originalität fand.

Der 2007 ins Leben gerufene Preis wird jedes Jahr während des Festivals vergeben (25. Juni – 4. Juli 2026). Zu den jüngsten Preisträgern zählen Bruno Spoerri, Franco Ambrosetti, Othella Dallas, Nolan Quinn, Christoph Grab, das Swiss Jazz Orchestra und Elina Duni.

Studie zu den SRG-Kulturleistungen

Die SRG hat eine Analyse ihrer Kulturleistungen veröffentlicht. Laut Suisseculture ein erster Schritt, um die Leistungen der Öffentlich-Rechtlichen nachvollziehbar zu machen.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Die Studie des Mileva Instituts sei ein erster Schritt zu einem kontinuierlichen Monitoring der SRG-Kulturleistungen in diesen zwei Bereichen, schreibt Suisseculture. Die Ziele in der Kulturproduktion und -distribution sind für die in der Konzession explizit erwähnten Kultur-Bereiche über Branchenvereinbarungen, unter anderem die Musik-Charta, verbindlich geregelt und mit jährlichen Reportings dokumentiert – mit Ausnahme der Literatur, wo entsprechende Bestrebungen am Laufen sind.

Die Rolle der SRG für die Schweizer Kulturlandschaft sei in diesen Bereichen unentbehrlich und für die Schweizer Stimmbevölkerung am 8. März 2026 eines der wichtigen Argumente für das klare Nein gegen die SRG-Halbierungsinitiative gewesen.

Die vorliegende Studie zeigt anhand einer Stichprobe («künstliche Woche») aus dem Jahr 2025, was die TV- und Radio-Programme sowie die Online- und Social Media-Angebote der SRG für die Kultur und die Kunst in der Schweiz leisten, macht jedoch auch deutlich, wo es dringenden Nachholbedarf gibt.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_studie_zu_den_srg_kulturleistungen_ist_ein_erster_schritt

Berner Pilotprojekt «Lehre & Musik»

Im Sommer 2027 startet im Espace Mittelland (Freiburg und Bern) das Pilotprojekt «Lehre & Musik» des Vereins Wemusic.

Altstadt von Bern (Bild: Daniel Schwen/Wikimedia commons)

Musiktalente absolvieren eine Lehre als Kaufmann/-frau EFZ in vier statt drei Jahren. Dank der Lehrzeitverlängerung steht den Lernenden durchschnittlich ein Viertel der Arbeitszeit für die musikalische Ausbildung zur Verfügung. Das Programm richtet sich an Talente in Genres wie Pop, Rock, Punk, RnB, Rap, Soul oder Metal. Nach Abschluss der Lehrzeit erhalten sie ein EFZ als Kaufmann/Kauffrau und ein Diplom in Musik. Die Ausbildung wird im Rahmen eines Lehrbetriebsverbunds organisiert.

Mit dem BWD Bern (Bildungszentrum für Wirtschaft und Dienstleistung) hat Wemusic einen erfahrenen Partner an der Seite, der das Projekt «Lehre & Musik» sowohl ideell als auch fachlich und finanziell unterstützt. Seit 2005 bietet das BWD Bern erfolgreich das Modell «Lehre & Sport» an. Ob Sport oder Musik: Ziel ist es, junge Menschen zu fördern, die in ihren jeweiligen Disziplinen nach Exzellenz streben.

Wemusic, gegründet von der Akademie für aktuelle Musik Schweiz, Helvetiarockt und Petzi, ist ein nicht profitorientierter Verein gemäss Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Sitz in Bern und Geschäftsstelle in Freiburg-Fribourg. Er konzentriert sich auf die Bereiche der aktuellen Musik mit Fokus auf die musikalische Förderung von Kindern, Jugendlichen und musizierenden Erwachsenen im Amateurbereich.

Mehr Infos:
https://wemusic.ch/lehre-efz-musik/

Fritz-Gerber-Awards 2026 verliehen

Der Kontrabassist Pietro Elia Barcellona, der Geiger Benjamin Frueh und die Perkussionistin Bárbara Ribeiro erhalten im Rahmen der Lucerne Festival Academy die Fritz-Gerber-Awards.

Pietro Elia Barcellona, Bárbara Ribeiro und Benjamin Frueh (Bilder: Stepjan Kaffa / zVg / Brittany Hudson)

Bereits zum zwölften Mal vergibt die Fritz-Gerber-Stiftung im Sommer 2026 gemeinsam mit Lucerne Festival den «Fritz-Gerber-Award» an drei Nachwuchskräfte im Bereich der zeitgenössischen Musik. Dieses Jahr erhalten der italienische Kontrabassist Pietro Elia Barcellona, der schweizerisch-amerikanische Geiger Benjamin Frueh und die portugiesische Perkussionistin Bárbara Ribeiro die hochdotierte Auszeichnung. Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von 10’000 Franken. Darüber hinaus ermöglicht ihnen die Stiftung die Teilnahme an der Lucerne Festival Academy 2026 im Gesamtwert von ebenfalls je 10’000 Franken.

Der «Fritz-Gerber-Award» richtet sich an junge Künstler und Künstlerinnen, die entweder die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzen oder seit mindestens drei Jahren in der Schweiz wohnen. Sie werden von einer Jury ausgewählt, die 2026 aus Sebastian Nordmann, dem Intendanten von Lucerne Festival, Mark Sattler, Co-Leiter Contemporary und Dramaturg von Lucerne Festival, und Jack Adler-McKean, Coaching Program Coordinator der Lucerne Festival Academy, besteht.

Musikalische Nutzung der Luzerner Villa Vicovaro

Die Stadt Luzern übergibt die Villa Vicovaro und das Ökonomiegebäude im Dreilindenpark ab August 2026 an den Verein Jazzschule Luzern für eine befristete Übergangsnutzung.

Villa Vicovaro im Dreilindenpark (Bild: Stadt Luzern)

Proberäume für Musizierende, Ateliers oder öffentliche Aufführungen: Im Rahmen einer Übergangsnutzung kehrt laut der Mitteilung der Stadt Leben in den Dreilindenpark ein. Zwischen der Stadt Luzern und dem Verein Jazzschule Luzern wurde ein Gebrauchsleihvertrag abgeschlossen, welcher die zeitlich begrenzte Nutzung in der Villa Vicovaro und im Ökonomiegebäude regelt. Von August 2026 bis Dezember 2028 stellt der Verein die Räumlichkeiten verschiedenen Kulturschaffenden und Veranstaltenden mittels Vermietung zur Verfügung. Die Übergangsnutzung leistet einen Beitrag zur Kulturagenda 2030, mit welcher die Stadt Luzern für Infrastrukturen für Kulturschaffende und Veranstaltende sowie für niederschwellige Zugänge zu kulturellen Räumen sorgt.

Die Stadt Luzern stellt die Gebäude dem Verein kostenfrei zur Verfügung und übernimmt einen Betriebsbeitrag, während der Verein Jazzschule Luzern zusätzliche Drittmittel akquiriert. Für die operative Nutzung und den laufenden Betrieb hat der Verein Jazzschule Luzern ein Nutzungs- und Betriebskonzept ausgearbeitet.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2874781

Lichtsteiner wird in Basel Studiengangsleiter

Per Herbstsemester 2026 wird David Lichtsteiner am Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel Studiengangsleiter für Schulmusik, Chorleitung und Blasorchesterdirektion.

David Lichtsteiner (Bild: FHNW)

David Lichtsteiner ist laut der Mitteilung der Hochschule Schulmusiker und Komponist mit umfassender pädagogischer Erfahrung. Er studierte Komposition bei Erik Oña in Basel sowie Schulmusik II. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich Komposition und Arrangement für Konzert- und Theaterformate, insbesondere im Bereich Chormusik. Unterrichtstätigkeiten führten ihn an verschiedene Gymnasien und Pädagogische Hochschulen.

Darüber hinaus wirkte er am Aufbau der Kompositionswerkstatt des Neuen Orchesters Basel und des Nordwestschweizer Schulmusiktags mit. Derzeit ist er an der Pädagogischen Hochschule FHNW im Forschungsprojekt «Gymnasialer Musikunterricht als Spiegel einer praxisbasierten Didaktik» tätig. Gemeinsam mit Yana Bibb leitet er den CampusChor Muttenz mit rund 80 Studierenden.

Luzerner Studie zu Wagners Antisemitismus

Die Stadt Luzern und das Richard-Wagner-Museum haben zwei Schlüsselphasen der Luzerner Wagner-Geschichte im Zeichen des Antisemitismus wissenschaftlich untersuchen lassen.

 

Wagner-Museum Tribschen (Bild: PD)

Auslöser der Untersuchung war laut der Mitteilung der Stadt ein Postulat, das eine kritische Überprüfung der Dauerausstellung verlangte. Der Bericht zeigt, wie Wagner in Luzern wirkte und wie das Museum in den 1930er-Jahren entstand. Der Stadtrat bekräftigt, dass Antisemitismus mit den Grundsätzen der Stadt Luzern unvereinbar ist und konsequent abgelehnt wird. Das Museum stellt Wagners Antisemitismus transparent, kritisch und ohne Beschönigung dar.

Der Stadtrat beauftragte die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) mit der Durchführung eines wissenschaftlichen Projekts. Die Forschung konzentrierte sich auf zwei Phasen: Wagners Zeit in Tribschen von 1866 bis 1872 sowie die Jahre der Museumsgründung zwischen 1931 und 1956. Ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat begleitete und prüfte das Projekt.

Der Bericht des Historikers Patrik Süess zeigt umfassend auf, dass die antisemitischen Äusserungen von Richard Wagner sehr deutlich und unmissverständlich waren. So festigte Richard Wagner während seiner Luzerner Jahre zentrale Teile seiner radikal-nationalistischen und antisemitischen Haltung und veröffentlichte sein überarbeitetes Pamphlet «Das Judenthum in der Musik». Zudem wird deutlich, dass die Gründung des Museums in den 1930er-Jahren in einer politisch belasteten Zeit stattfand und einzelne Akteure Verbindungen zu nationalsozialistischen Kreisen aufwiesen. Die Studie stellt diese Entwicklungen transparent dar und liefert eine fundierte historische Einordnung.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2873023

Kulturforum Schweiz 2027 in La Chaux-de-Fonds

Im Rahmen der «Capitale culturelle suisse» wird in La Chaux-de-Fonds am 19. Juni 2027 ein nationales Kulturforum Schweiz stattfinden.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Die politische Ebene des Nationalen Kulturdialogs (NKD) hat von den laufenden Arbeiten der Fachebene des NKD zur Organisation eines  ersten «Kulturforum Schweiz» Kenntnis genommen. Es soll die Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft ins Zentrum zu rücken. Die Veranstaltung findet laut der Medienmitteilung des Bundes am 19. Juni 2027 in La Chaux-de-Fonds im Rahmen der «Capitale culturelle suisse» statt. Sie richtet sich besonderes an Akteurinnen und Akteure aus Kultur und Kulturförderung, aus Fachbereichen wie Wirtschaft, Bildung und Forschung, Soziales sowie Gesundheit, an Politikerinnen und Politiker aller Staatsebenen sowie an die Medien.

Die Kultur und andere gesellschaftsrelevante Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Forschung, Soziales sowie Wirtschaft beeinflussen und bedingen sich gegenseitig. Diesen vielfältigen Bezügen will die erste Ausgabe des «Kulturforum Schweiz» mehr Sichtbarkeit verleihen. Der Nationale Kulturdialog (NKD) wurde 2011 ins Leben gerufen und vereinigt Vertreterinnen und Vertreter der politischen Instanzen und der Kulturförderung der Kantone, Städte, Gemeinden und des Bundes.

Digitaledition eines Beethoven-Skizzenbuchs

Das Forschungsprojekt «Beethovens Werkstatt» macht ein Skizzenbuch des Komponisten in digitaler Edition zugänglich.

(Bild: Beethoven-Haus Bonn)

Wie Ludwig van Beethoven arbeitete, lässt sich heute in mehr als 7500 überlieferten Skizzenseiten nachvollziehen. Ein grosser Teil davon ist in 70 erhaltenen Skizzenbüchern überliefert, die seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht werden. Aus dem Projekt «Beethovens Werkstatt» liegt nun erstmals die digitale Edition eines dieser Skizzenbücher vor: des sogenannten «Notirungsbuchs K».

Beethoven nutzte das Buch im Frühjahr 1823 zur Skizzierung von Teilen der Neunten Symphonie und der Diabelli-Variationen. Auch frühe Entwürfe zur späteren «Ode an die Freude» finden sich darin. Nach Beethovens Tod wurde das Skizzenbuch in mehrere Teile zerlegt. Die sieben erhaltenen Einzelteile befinden sich heute im Beethoven-Haus Bonn, in der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Nationalbibliothek in Paris.

Die neue digitale Edition führt diese Bestände virtuell wieder zusammen und macht das Skizzenbuch erstmals in seiner ursprünglichen Form erfahrbar. Im Unterschied zu gedruckten Editionen eröffnet das digitale Format neue Möglichkeiten der Darstellung und Vermittlung. Herzstück der Edition ist die eigens entwickelte fluide Transkription. Sie macht den editorischen Erkenntnisprozess sichtbar, indem sie Nutzerinnen und Nutzern erlaubt, sich mithilfe eines Schiebereglers vom digitalen Faksimile einer Skizze bis hin zu einem nach heutigen Standards lesbaren und verständlichen Notentext zu bewegen.

Mehr Infos:
https://www.adwmainz.de/aktivitaeten/aktuelles/details/erste-digitale-edition-eines-beethoven-skizzenbuchs-veroeffentlicht.html

Glasson-Stipendium für Anaïs Hess

Der Kanton Freiburg vergibt das Stipendium 2025-26 des Fonds Pierre und Renée Glasson in Höhe von 10’000 Franken an die Flötistin Anaïs Hess.

Anaïs Hess (Bild: Staat Freiburg)

Anaïs Hess, geboren 2002 lebt in Villaz-St-Pierre. Im Jahr 2024 schloss sie ihr Bachelorstudium in Querflöte an der Musikhochschule Lausanne (HEMU) ab. Parallel zu ihrem Studium engagiert sie sich in mehreren regionalen Musikensembles sowohl als Instrumentalistin als auch als Sängerin, wobei ihr Repertoire von klassischer  über keltische  bis hin zu elektroakustischer Musik, Varieté und Pop reicht. Sie wirkt insbesondere bei den «Concerts du Cœur Fribourgeois» mit und unterrichtet Querflöte in Freiburg.

Anaïs Hess gewann einen ersten Preis beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb (2022) und den Prix Musique des Schweizer Blasmusikverbandes (2021). Das Stipendium wird Anaïs Hess dabei helfen, ihre beruflichen Erfahrungen zu erweitern und ihr Masterstudium in Musikpädagogik an der HEMU fortzusetzen.

Mit dem 1995 eingerichteten und vom Amt für Kultur des Kantons Freiburg verwalteten Fonds Pierre und Renée Glasson für Musik wird die Tätigkeit von Musikerinnen und Musikern aus dem Kanton Freiburg oder der übrigen Schweiz, die im Kanton Freiburg wohnen, unterstützt. Das Stipendium aus diesem Fonds dient als Beitrag zur Finanzierung eines Master- oder Nachdiplomstudiums an einer Musikhochschule in der Schweiz oder im Ausland.

Stadt Luzern zeichnet Openair Funk am See aus

Die Stadt Luzern verleiht dem Openair einen mit 10’000 Franken dotierten Anerkennungspreis, der Kulturpreis 2026 der Stadt geht an die Theaterschaffende Ursula Hildebrand.

Das OK Funk am See 2026 (vlnr):Linus Bürgi, Reto Schefer, Silvana Emmenegger, Pascal Segmüller, Sofia Grütter, Nora Graber, Noemi Mahler (Quelle: Stadt Luzern/zvg)

Das Openair Funk am See ist laut der Mitteilung der Stadt seit seiner Gründung im Jahr 1996 zu einem festen Bestandteil des Luzerner Kulturlebens geworden. Das nichtkommerzielle Musikfestival findet im Zweijahresrhythmus auf der Lidowiese statt und zieht an zwei Tagen bis zu 12’000 Besuchende an. Besonders prägend ist der konsequent niederschwellige Zugang. Der Eintritt ist kostenlos. Es ermöglicht Menschen unterschiedlichster sozialer und wirtschaftlicher Hintergründe die Teilnahme am kulturellen Leben.

Gleichzeitig dient Funk am See seit drei Jahrzehnten als wichtige Plattform für junge und regionale Kunstschaffende. Zahlreiche Acts aus der Zentralschweiz konnten hier erstmals vor einem grösseren Publikum auftreten. Getragen wird das Festival von einem ehrenamtlichen Organisationskomitee und zahlreichen freiwilligen Helfenden, deren kontinuierliches Engagement es ermöglicht hat, Funk am See seit nunmehr 30 Jahren zu erhalten und weiterzuentwickeln. Damit steht das Festival exemplarisch für eine Kulturarbeit, die aus der Basis heraus entsteht und die regionale Musik- und Jugendkultur nachhaltig prägt.

Musikrat besorgt um Kulturradio

Der Schweizer Musikrat nimmt mutmassliche Pläne der SRG zum Verzicht auf die Kultursender SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due mit grosser Sorge zur Kenntnis.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Der Musikrat erwartet in einer offiziellen Stellungnahme, dass Kultur – und insbesondere die Kulturberichterstattung – als Kernauftrag der SRG gesichert bleibt. Die aktuelle Diskussion um die Zukunft von SRF 2 Kultur irritiere, und sie komme zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die SRG-Halbierungsinitiative sei von der Bevölkerung klar abgelehnt worden. Dieses Resultat sei auch ein deutliches Bekenntnis zur Bedeutung von Kultur, Information und Bildung im Service public.

Der Schweizer Musikrat hält fest: Ein Abbau im Bereich Kultur – insbesondere bei zentralen Gefässen wie SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due – würde die kulturelle Infrastruktur der Schweiz substanziell schwächen und dem klaren Abstimmungsresultat widersprechen. SRF 2 Kultur sei eine zentrale mediale Bühne für Musik und Kultur in der Schweiz – für künstlerische Produktion, Vermittlung, kritische Einordnung und öffentliche Debatte. Gerade für jene Bereiche, die im kommerziellen Umfeld kaum Platz finden, erfülle der Sender eine unverzichtbare Funktion.

Kultur sieht der Musikrat als Teil des Service public mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag: Sie schafft Orientierung, ermöglicht Reflexion und trägt massgeblich zur kulturellen Identität eines Landes bei. Das gilt insbesondere für Minderheiten, für anspruchsvolle Formate und für jene Stimmen, die sonst kaum Gehör finden.

Link: musikrat.ch

Tod des Musikwissenschaftlers Peter Gülke

Peter Gülke, der von 1999 bis 2002 eine Professur für Musikwissenschaft an der Universität Basel innehatte, ist im Alter von 91 Jahren in seiner Heimatstadt Weimar verstorben.

Peter Gülke beim Forum Dirigieren mit Clemens Mohr und Ingmar Beck (Bild: Deutscher Musikrat/Marie Liebig)

Lydia Grün, die Präsidentin des Deutschen Musikrats, würdigt Gülke als «eine herausragende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte Massstäbe gesetzt hat – als Dirigent, Wissenschaftler, Autor und prägende Stimme der kulturellen Vermittlungsarbeit im Bereich Musik». Sein Wirken sei von höchster künstlerischer wie intellektueller Integrität geprägt gewesen. Gleichzeitig sei er ein wichtiger Impulsgeber und Mentor gewesen, dessen Urteil und Erfahrung weit über sein eigenes Fach hinaus Gewicht hatten.

Gülke studierte Musik- und Geisteswissenschaften in Weimar, Jena und Leipzig, wirkte als Repetitor und Dramaturg und wandte sich ab den späten 1950er-Jahren zunehmend dem Dirigieren zu. Er wirkte als Kapellmeister an der Semperoper Dresden und als Chefdirigent in Stendal, Potsdam, Wuppertal und der Stadt Brandenburg. Als gefragter Gastdirigent trat er international auf und lehrte Dirigieren an der Hochschule für Musik in Freiburg und Musikwissenschaft an der Universität Basel. Von 2011 bis 2014 war er Präsident der Sächsischen Akademie der Künste.

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