Kopiervergütungen sollen bestehen bleiben

Suisseculture, der Dachverband der Schweizer Kulturschaffenden, ist erfreut, dass die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates von einer Abschaffung der Kopiervergütungen absieht.

Die Kopiervergütungen sind laut Suisseculture ein von den Verwertungsgesellschaften professionell und pragmatisch geführtes System. Sie würden eine Wertschöpfung mit geschützten Inhalten erfassen. Suisseculture zeigt sich darum in einem aktuellen Communiqué froh darüber, dass die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrats einen Vorstoss von SVP-Nationalrat Thomas Aeschi zur Ablehnung empfiehlt. Aeschi will via parlamentarische Initiative das «ungerechte und verstaubte Modell der Kopiervergütung» abschaffen.

Suisseculture spricht sich demgegenüber für Vereinfachungen bei der Datenbeschaffung und eine Überprüfung der Vergütungssumme aus. Angesichts der tatsächlichen Nutzungsmengen geschützter Inhalte empfindet der Verband den heutigen Betrag als «sehr bescheiden».

Suisseculture empfiehlt dem Nationalrat, Aeschis Vorstoss keine Folge zu geben und damit dem Antrag der WBK zu folgen. Zu Annahme empfohlen wird hingegen ein Postulat mit dem Titel «Modernisierung der Kopiervergütung», das weitere Abklärungen vorsieht.  Erst danach sei über einen allfälligen gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu entscheiden.

 

Schweizer Blasmusikverband verleiht Preise

Im neuenburgischen Marin-Epagnier hat der Schweizer Blasmusikverband seine Swiss Windband Awards 2026 vergeben. Insgesamt gab es vier erste Preise.

Ehrung der Siegerinnen in der Kategorie Holzblasinstrumente, v.l.n.r.: Fabrice Reuse (Verbandsleitungsmitglied SBV), Juliette Duay, Célestine Crelier, Corine Schnyder, Luana Menoud-Baldi (Präsidentin SBV) und Aldo Werlen (Kdt Militärmusik). Bild: Nathalie Gobet-Vial

In der Kategorie Percussion Classic setzte sich Victor Sparleanu aus Zug vor Mauro Wigger (LU) und Aaron Tschopp (BE) durch, während Leo Aschwanden aus Zürich die Kategorie Percussion Modern gewann.

Bei den Wind Instruments wurde Célestine Crelier aus Alle (JU) auf der Querflöte zur Siegerin 2026 in der Kategorie Holzblasinstrumente gekürt. Sie setzte sich gegen Juliette Duay (Querflöte, LU) und Corine Schnyder (Klarinette, LU) durch. Nathan Goumaz aus Châtonnaye (FR) sicherte sich mit dem Euphonium den Sieg in der Kategorie Blechblasinstrumente. Weitere Podestplätze gab es für Antoine Zeiter (Euphonium, VS) und Florin Messmer (Bassposaune, SG).

Das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel unter der Leitung von Carlo Balmelli begleitete die sechs Solisten der Kategorie Wind Instruments. Die Jurys setzten sich aus Iwan Jenny, Yves Kolly und Laurent Zufferey für die Perkussionisten sowie aus Isabelle Ruf-Weber, Felix Hauswirth und Oliver Waespi für die Bläser zusammen.

Der Schweizer Blasmusikverband (SBV) vereinigt als Dachverband 29 Mitglieds- und Partnerverbände sowie knapp 2000 Blasmusikvereine. Mit insgesamt rund 54 000 aktiven Musikantinnen und Musikanten ist der SBV der grösste Amateurkulturverband in der Schweiz.

Widmann mit Roche Commission 2028 beauftragt

Der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann erhält für 2028 den Kompositionsauftrag, den die Firma Roche jeweils im Rahmen des Lucerne Festival vergibt.

Der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann.
Photo: Marco Borggreve

1973 in München geboren, absolvierte Jörg Widmann zunächst ein Klarinettenstudium und anschliessend ein Kompositionsstudium bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm. Seine Werke werden von den weltweit führenden Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem New York Philharmonic, dem Royal Concertgebouw Orchestra oder dem Cleveland Orchestra uraufgeführt und regelmässig gespielt. Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano, Christian Thielemann, Sir Simon Rattle und Andris Nelsons bringen seine Musik weltweit auf die Bühne.

Roche Commissions ist eine Zusammenarbeit zwischen Roche, Lucerne Festival sowie der Lucerne Festival Academy. Seit 2003 gibt Roche alle zwei Jahre ein neues Werk eines herausragenden zeitgenössischen Komponisten in Auftrag, auf Empfehlung der künstlerischen Leitung der Lucerne Festival Academy. Die Commissions verfolgen das Ziel, musikalische Werke zu ermöglichen, «die über das Konventionelle hinausgehen und eine Quelle intellektueller Anregung und Herausforderung bieten».

Der Komponist interagiert mit mehreren führenden Wissenschaftlern von Roche, und nach zwei Jahren wird das in Auftrag gegebene Werk beim Lucerne Festival im Sommer uraufgeführt. Die Roche Commissions gehen ursprünglich auf eine Partnerschaft zwischen Roche, dem Cleveland Orchestra und der Carnegie Hall zurück. Sie wird inzwischen mit dem Lucerne Festival und der Lucerne Festival Academy fortgeführt.

Rossier gewinnt Kompositionswettbewerb des SBV

Der Waadtländer Théo Rossier gewinnt mit seinem Werk «Ab Uno» den Paul-Huber-Kompositionswettbewerb des Schweizer Blasmusikverbands (SBV).

Théo Rossier (Bild: SBV/zVg)

Gefordert war eine Komposition, in der ein Thema aus einem Werk von Paul Huber im Sinne einer Metamorphose verarbeitet wird. Die Jury war sich einig, dass Rossiers Werk «Ab Uno» die Kriterien am überzeugendsten erfüllt. Der Wettbewerb war zu Ehren des bedeutenden Schweizer Komponisten Paul Huber ausgeschrieben, dessen Todestag sich heuer zum 25. Mal jährt. Die Siegerkomposition wird am Sonntag, 13. September 2026, in Anwesenheit von Théo Rossier durch das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel im Kurtheater Baden uraufgeführt.

Elf Teilnehmende aus ganz Europa, darunter eine Frau, haben sich laut der Mitteilung des SBV der Aufgabe gestellt. Eine Fachjury, bestehend aus Emilie Chabrol, Stéphane Delley und Felix Hauswirth, prüfte und bewertete die anonymisierten Werke unabhängig voneinander anhand des vorgegebenen Anforderungsprofils.

Théo Rossier absolvierte an der Hochschule der Künste Bern ein Bachelor-Studium in klassischer Musik mit Schwerpunkt Komposition. Aktuell setzt er am Konservatorium Freiburg seine Ausbildung zum Blasorchesterdirigenten fort. Er ist Gewinner des europäischen Kompositionswettbewerbs für Brass Bands 2022 mit seinem Stück «Stendhal’s Syndrome».

Mit seinen 29 Mitgliedsverbänden, 1972 Vereinen und insgesamt 54’000 Mitgliedern ist der Schweizer Blasmusikverband (SBV) der grösste Amateurkulturverband in der Schweiz.

Zwei neue Prorektorinnen für die ZHdK

Miriam Schmidt-Wetzel übernimmt an der Zürcher Hochschule der Künste das Prorektorat «Bildung», Beate Böckem Gottfried das Prorektorat «Forschung und Innovation».

Miriam Schmidt-Wetzel (links) und Beate Böckem Gottfried. (Bild: ZHdK)

Miriam Schmidt-Wetzel leitet seit Dezember 2025 interimistisch das Departement Kulturanalysen und Vermittlung der ZHdK und ist Mitglied der Hochschulleitung. Sie ist Kunstpädagogin und Professorin für Fachdidaktik, Kunst und Design. Ihre neue Funktion übernimmt sie per 1. August 2027. Bis zu ihrem Stellenantritt wird Hansuli Matter, Direktor des Departements Design der ZHdK, das Prorektorat leiten. Das Prorektorat Bildung ist die strategische Steuerungseinheit der ZHdK für alle Fragen rund um Studium, Lehre und Lernen.

Beate Böckem Gottfried ist Kunstwissenschaftlerin sowie Hochschul- und Wissenschaftsmanagerin. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von Strategie-, Organisationsentwicklungs- und Transformationsprozessen. Als Leiterin der Geschäftsstelle Forschung der ZHdK verantwortet sie seit 2018 den Aufbau und die Weiterentwicklung zentraler Forschungsstrukturen, die Forschungs- und Wissenskommunikation sowie die nationale und internationale Vernetzung der ZHdK. Beate Böckem Gottfried übernimmt ihre neue Funktion per 1. September 2026.

In den zwei neuen Prorektoraten fasst die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) laut ihrer Medienmitteilung ihre wichtigsten Aufgaben zusammen. Mit rund 2100 Bachelor- und Masterstudierenden zählt die ZHdK zu den grossen Kunsthochschulen Europas. Das Studien- und Forschungsprogramm umfasst die Bereiche Art Education, Cultural Critique, Design, Film, Fine Arts, Musik, Tanz, Theater und Transdisziplinarität.

Kanton Wallis stärkt den Musikunterricht

Im September tritt eine Teilrevision des Walliser Kulturförderungsgesetzes in Kraft. Die Musikschulen werden stärker unterstützt und die Kosten der Musikausbildung für die Eltern begrenzt.

Walliser Regierungsgebäude (Bild: EpsilonEridani)

Eine der bedeutendsten Neuerungen betrifft die Bildung in den Bereichen Musik und Bühnenkünste (Theater, Tanz und Zirkuskunst). Ab Beginn des Schuljahres 2026–2027 wird der kantonale Beitrag an die Unterrichtskosten der anerkannten Schulen von 40 auf 50 Prozent erhöht. Die Gemeinden müssen sich fortan mit mindestens 10 Prozent beteiligen, während der Anteil der Walliser Delegation der Loterie Romande bei 7 Prozent bleibt.

Der Restbetrag zulasten der Eltern ist künftig im ganzen Kanton auf 33 Prozent begrenzt, unabhängig von der Wohngemeinde der Familien. Für rund 4’500 Schüler werden die jährlichen Kosten für ihre musikalische Ausbildung auf etwas mehr als 1’000 Franken begrenzt. Dieses neue Modell fördere einen gerechteren Zugang zur künstlerischen Ausbildung, schreibt der Kanton.

Das neue Gesetz soll ausserdem die Rahmenbedingungen für die Kulturberufe stärken. Bei Projekten, welche durch die Kulturförderung unterstützt werden, erfolgt die Entlöhnung der Kulturakteurinnen und -akteure künftig auf Grundlage der Tarifempfehlungen der vom Kanton anerkannten Dachorganisationen. Auch die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit wird fortan im gesetzlichen Rahmen berücksichtigt.

Originalartikel:
https://www.vs.ch/de/web/communication/e/com-et-media/10108/49977144

 

Wüstendörfer bleibt bis 2032 Intendantin von Andermatt Music

Die Schweizer Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer bleibt bis 2032 und damit für weitere fünf Jahre Intendantin von Andermatt Music. Das von ihr geleitete Swiss Orchestra bleibt Residenzorchester.

Lena-Lisa Wüstendörfer mit Samih Sawiris, dem Verwaltungsratspräsidenten von Andermatt Swiss Alps. (Bild: zVg)

Die 1983 geborene Lena-Lisa Wüstendörfer studierte an der Hochschule für Musik in Basel Violine und Dirigieren sowie an der Universität Basel Musikwissenschaft und Volkswirtschaft. Ihre Dirigierstudien vertiefte sie bei Sylvia Caduff und Sir Roger Norrington und als  Assistenzdirigentin von Claudio Abbado. Andermatt Music ist der Konzertveranstalter der Andermatt Konzerthalle, der in einer ganzjährigen Konzertsaison Musik in den höchstgelegenen, auf Sinfoniekonzerte ausgerichteten Konzertsaal der Schweiz bringt.

Die Gründung der gemeinnützigen Andermatt Music Foundation in diesem Sommer schaffe «die Voraussetzungen, um die finanzielle Basis von Andermatt Music zu stärken und neue Partnerschaften zu ermöglichen», heisst es in der Medienmitteilung. Die Stiftung solle private und institutionelle Unterstützung bündeln und dazu beitragen, dass Andermatt Music auch künftig ein hochkarätiges, breit abgestütztes Programm anbieten kann. Im Stiftungsrat setzen sich für dieses Anliegen neben dem Stifter die Urner Ständerätin Heidi Zgraggen und der Urner Ständerat Josef Dittli als Präsident sowie der Urner Alt-Regierungsrat Beat Jörg und der Luzerner Unternehmer Markus Schmid ein.

Iván Fischers Beethoven-Engagement gewürdigt

Der ungarische Dirigent und Komponist Iván Fischer ist im Rahmen des Menuhin Festivals Gstaad mit dem Beethoven Friendship Award ausgezeichnet worden.

Iván Fischer (Mitte), und Daniel Hope (links), Präsident des Beethoven-Hauses Bonn und künstlerischer Leiter des Menuhin-Festivals in Gstaad, (Foto: Raphael Faux)

Als Mitbegründer und musikalischer Leiter des Budapest Festival Orchestra habe Iván Fischer eines der schönsten Kapitel in der Geschichte der internationalen Orchesterwelt geschrieben, heisst es in der Medienmitteilung des Menuhin-Festivals. Durch weltweite Tourneen und eine Reihe von von der Kritik gefeierten Aufnahmen, darunter zahlreiche Interpretationen und Gesamtaufnahmen von Beethoven, habe er sich zudem einen aussergewöhnlichen Ruf als Interpret des Genies aus Bonn erworben.

Der Preis ist eine Initiative des Beethoven-Hauses Bonn und der Weingüter Wegeler, unterstützt von führenden europäischen Weinproduzenten. Die Auszeichnung ist inspiriert von einem Freundschaftsglas, das Ludwig van Beethoven 1816 seinem Bonner Jugendfreund Franz Gerhard Wegeler geschenkt hatte und das heute in der Dauerausstellung des Beethoven-Hauses zu sehen ist.

Stadt Thun zeichnet Evelyn und Kristina Brunner aus

Die Musikerinnen Evelyn und Kristina Brunner werden von der Stadt Thun mit dem mit 10’000 Franken dotierten Spartenpreis Musik ausgezeichnet.

Kristina und Evelyn Brunner (Bild: Videostill/EKB)

Die Kulturkommission der Stadt würdigt laut der Medienmitteilung «die unverwechselbare Klangsprache und ihre Virtuosität». Evelyn und Kristina Brunner gehörten zu den herausragenden Vertreterinnen der zeitgenössischen Schweizer Volksmusik. Mit Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass würden sie Tradition und Innovation verbinden, urteilt die Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur.

Die beiden Schwestern Evelyn und Kristina Brunner spielen seit frühester Kindheit zusammen. Beide begannen im Kindergartenalter Schwyzerörgeli zu spielen. Sehr früh erhielten sie ihr eigenes Schwyzerörgeli und entwickelten eine ausgeprägte Leidenschaft für traditionelle Schweizer Volksmusik. Zu ihren Projekten gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Dialektschriftsteller Pedro Lenz, ein Trio mit dem spanischen Geiger Gabriel Miranda oder das Streichquartett Eiger, Mönch & Urschwyz.

Kristina Brunner studierte nach der Matura  an der Hochschule Luzern – Musik Cello und Schwyzerörgeli und unterrichtet an der Musikschule Region Gürbetal sowie in ihrem Atelier in Luzern. Ihre Schwester Evelyn studierte ebenfalls in Luzern Jazz-Kontrabass, Musik- und Bewegungspädagogik sowie Volksmusik. Sie unterrichtet an der Musikschule Region Thun und in ihrem Atelier in Spiez.

Tod des Dirigenten und Kulturmanagers Armin Brunner

Armin Brunner, der Dirigent und langjährige Kulturchef des Schweizer Fernsehens, ist im Alter von 93 Jahren verstorben.

Armin Brunner (Bild: Wikimedia Commons/Anthropogen anthropogen)

Armin Brunner studierte an der Musikhochschule Zürich Dirigieren und Komposition und fungierte von 1953 bis 1973 als Leiter der Neuen Zürcher Kammeroper. 1971 gründete er das Musikszenische Studio Zürich. Von 1979 bis 1998 war er Musikchef des Fernsehens DRS, wo er mit dem Fernsehregisseur Adrian Marthaler narrative Musikproduktionen und weitere musikalische Fernsehformate entwickelte.

Von Sommer 2000 bis ins Jahr 2009 hatte Brunner die künstlerische Leitung der Klubhaus-Konzerte des Migros-Kulturprozents inne.

Nicholas Carter übernimmt Amt in Melbourne

Nicholas Carter, der bis 2025 Chefdirigent und Co-Operndirektor bei den Bühnen Bern war, ist zum Chefgastdirigenten des Melbourne Symphony Orchestra ernannt worden.

Nicholas Carter (Bild: Intermusica/Met Opera)

Die Ernennung erfolgt, nachdem er ab der Spielzeit 2026/27 bereits zum Generalmusikdirektor der Staatsoper und des Staatsorchesters Stuttgart ernannt worden ist– als erster Australier in dieser Position an einem Opernhaus mit einer mehr als 400-jährigen Geschichte.

Carter war zuvor als Kapellmeister sowohl an der Staatsoper Hamburg als auch an der Deutschen Oper Berlin tätig und fungierte von 2016 bis 2019 als Chefdirigent des Adelaide Symphony Orchestra. Von 2018 bis 2021 war er Chefdirigent am Stadttheater Klagenfurt und beim Kärntner Sinfonieorchester sowie zuletzt von 2021 bis 2025 Chefdirigent und Co-Operndirektor an den Bühnen Bern.

 

Menuhin Conducting Prize geht an Kreutzmann und Jackson

Der Deutsche Leonhard Kreutzmann und die Britin Tess Jackson sind im Rahmen des Menuhin Festivals Gstaad mit dem Menuhin Conducting Prize ausgezeichnet worden.

(v.l.n.r.): Daniel Hope, Tess Jackson, Leonhard Kreutzmann, Tamina Kallert (Bild: Raphael Faux)

Die Jury entschied, «aufgrund des herausragenden Talentes beider jungen Dirigierenden einen Doppelpreis zu vergeben». Neu wurde 2026 zudem ein Publikumspreis vergeben. Das Publikum stimmte während des Finalkonzerts digital über seinen Favoriten oder seine Favoritin ab. Mit 23 Prozent der Stimmen konnte der Spanier Gonzalo Alacrón Burriel den Publikumspreis für sich gewinnen.

Mit dem Menuhin Conducting Prize setzt das Menuhin Festival Gstaad seine langjährige Förderung junger Dirigentinnen und Dirigenten fort. Der 2015 als Neeme Järvi Prize ins Leben gerufene Preis präsentierte sich 2026 mit einer «weiterentwickelten Ausrichtung und einem stärkeren Fokus auf nachhaltige Nachwuchsförderung». Heuer arbeiteten zehn junge Dirigentinnen und Dirigenten im Rahmen der Conducting Academy mit Jaap van Zweden, Alexander Shelley, Johannes Schlaefli und Stef Collignon. Höhepunkt des Meisterkurses war das Finalkonzert im Festival-Zelt Gstaad.

Matthias Pintscher wird in Los Angeles Musikdirektor

Matthias Pintscher übernimmt ab der Spielzeit 2027/2028 für vier Jahre das Amt des Musikdirektors des Los Angeles Chamber Orchestra. Er folgt dabei auf Jaime Martín, der zum emeritierten Musikdirektor ernannt wird.

Matthias Pintscher (Bild: Felix Broede)

Der deutsche Dirigent und Komponist ist gegenwärtig Musikdirektor des Kansas City Symphony Orchestra (KCS) . In der Saison 2018/19 war er Season Creative Chair des Tonhalle-Orchesters Zürich. Zudem leitete er von 2016 bis 2018 als Chefdirigent das Lucerne Festival Academy Orchestra.

Das Los Angeles Chamber Orchestra wurde 1968 vom Cellisten James Arkatov nach dem Vorbild der Academy of St. Martin in the Fields gegründet, um rund 40 Mitgliedern eines Filmstudio-Orchesters die Gelegenheit zu geben, das klassische Repertoire zu pflegen. Der erste Chefdirigent des Ensembles war Sir Neville Marriner.

 

Menuhin Festival ehrt Youtube-Star Hayato Sumino

Der Pianist und Youtube-Star Hayato Sumino ist vom Menuhin Festival Gstaad mit dem fünften Olivier Berggruen Prize ausgezeichnet worden.

Hayato Sumino im Rahmen seines Rezitals in der Kirche Saanen. (Bild: Raphael Faux)

Hayato Sumino begann als musikalisches Wunderkind und wurde schon mit 13 über seinen YouTube-Kanal «Cateen» bekannt. Der Gewinn des Grand Prix der PTNA Piano Competition 2018 markierte den Start seiner professionellen Laufbahn. 2019 folgten sein Debütalbum Passion und internationale Konzertauftritte. Beim Chopin-Wettbewerb 2021 erreichte er das Halbfinale und stellte mit 45’000 Live-Zuschauern einen Streaming-Rekord auf.

In den folgenden Jahren etablierte er sich weltweit als Konzertpianist, spielte mit renommierten Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra sowie den Symphonikern Hamburg und veröffentlichte erfolgreiche Alben wie Human Universe (2024) und Chopin Orbit (2026). Parallel wuchs das Publikum auf seinem YouTube-Kanal auf über 1,5 Millionen Abonnenten, was ihn zu einer der seltenen Figuren macht, die klassische Musik und digitale Reichweite auf höchstem Niveau vereinen.

Der Olivier Berggruen Prize steht laut der Medienmitteilung des Menuhin Festivals für eine langfristig angelegte Förderung herausragender musikalischer Talente und wurde nun zum fünften Mal vergeben. Zur Auszeichnung gehören neben einem Konzert im Rahmen des Festivalprogramms eine von der zeitgenössischen Künstlerin Olympia Scarry eigens gestaltete Trophäe.

Castellitz wird Betriebsdirektor am Luzerner Theater

Das Luzerner Theater erhält mit Robert Ernst Castellitz ab kommendem Monat einen neuen Betriebsdirektor. Die Geschäftsleitung ist damit wieder vollständig besetzt.

Luzerner Theater (Bild: zVg)

Robert Ernst Castellitz tritt die Nachfolge von Stefan Vogel an: Er wird Betriebsdirektor und Mitglied der Geschäftsleitung des Luzerner Theaters. Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehören Planung, Produktion, der Bühnenbetrieb sowie die Infrastruktur. Eine zentrale Aufgabe wird die Sicherstellung eines reibungslosen Theaterbetriebs in den sanierungsbedürftigen Theater- und Werkstattgebäuden sein.

Der gebürtige Wiener verfüge über langjährige Erfahrung an renommierten Theatern und Kulturinstitutionen in Österreich, der Schweiz, USA und Deutschland, schreibt das Luzerner Theater. Er war am Theater Freiburg und am Schauspielhaus Düsseldorf als Künstlerischer Betriebsdirektor tätig, in Freiburg zudem stellvertretender Intendant. Engagements führten ihn ans Burgtheater, an die Wiener Staatsoper und die Ruhrtriennale, wo er als Director of Artistic Management tätig war. Zuletzt wirkte er als Bereichsleiter Veranstaltungsmanagement und Prokurist bei der Gasteig München GmbH (2019–2023) und ab 2024 als freiberuflicher Kulturmanager, Kurator, künstlerischer Projektleiter und Coach.

Die Geschäftsführung des Luzerner Theaters ist damit wieder vollständig besetzt mit den Co-Intendantinnen Katja Langenbach und Wanda Puvogel, dem Kaufmännischen Direktor Adrian Balmer und dem Betriebsdirektor Robert Ernst Castellitz.

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