Tugan Sokhiev wird Chefdirigent des OSR

Das Orchestre de la Suisse Romande hat Tugan Sokhiev zum Chefdirigenten und künstlerischen Berater ernannt. Er übernimmt das Amt ab kommenden September.

Tugan Sokhiev (Bild: OSR)

Die Ernennung ist laut der Mitteilung des Orchesters die Fortsetzung einer künstlerischen Zusammenarbeit, die 2024 begann und durch eine Interpretation von Prokofjews Sinfonie Nr. 5 im Oktober 2025 geprägt war.

Sokhiev, ein Schüler des Pädagogen Ilya Musin am Konservatorium von Sankt Petersburg, gründete 2016 die Internationale Dirigentenakademie in Toulouse und setzt sein Engagement für junge Künstler heute durch verschiedene Projekte fort, darunter die Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, die Akademie des Mahler Chamber Orchestra und das BEPHIL-Programm der Berliner Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen. Zudem ist er Schirmherr des Philharmonic Brass Education Program.

Tugan Sokhiev pflegt insbesondere zu den Wiener Philharmonikern und den Berliner Philharmonikern eine besondere Beziehung. Mit letzteren dirigierte er im April 2026 mehrere Konzerte im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg. Zu seinen jüngsten Kooperationen mit den Wiener Philharmonikern zählen das Sommernachtskonzert im Schloss Schönbrunn im Juni 2025, Galakonzerte zum 200. Geburtstag von Johann Strauss II sowie mehrere Höhepunkte der Saison 2026–2027: die Salzburger Festspiele, eine Europatournee und das prestigeträchtige Neujahrskonzert im Musikverein in Wien.

Das 1918 vom Dirigenten Ernest Ansermet gegründete Orchestre de la Suisse Romande besteht aus 112 festangestellten Musikerinnen und Musikern aus 22 verschiedenen Nationen. Es bestreitet die Abonnementkonzerte in Genf und Lausanne, die Sinfoniekonzerte der Stadt Genf, das jährliche Konzert anlässlich des Tages der Vereinten Nationen sowie die Opernaufführungen im Grand Théâtre de Genève.

Gaillard folgt in Sion auf Haefliger

Ophélie Gaillard wird an der HEMU – Valais-Wallis als Dozentin und Koordinatorin für Kammermusik die Nachfolge von Daniel Haefliger antreten.

Ophélie Gaillard (Bild: HEMU)

Ophélie Gaillard ist seit 2014 Professorin für Violoncello an der HEM in Genf und wechselt nun nach Sion. Daniel Haefliger wird am Ende des akademischen Jahres in den Ruhestand gehen.

Gaillard startete ihre Karriere 2003 als «Entdeckung des Jahres» in der Kategorie Instrumentalsolisten bei den Victoires de la musique classique  und tritt seither in Europa, Asien und Amerika in Recitals und als Solistin mit renommierten Orchestern auf und engagiert sich gleichzeitig stark für die zeitgenössische Musik. 2005 gründete sie das Pulcinella Orchestra, ein Ensemble, das sich dem Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts auf historischen Instrumenten widmet und dessen künstlerische Leitung sie innehat. Ihre Diskografie umfasst zahlreiche Aufnahmen, die sich insbesondere Bach, Britten, Schumann, Fauré, Brahms und Boccherini widmen.

Die HEMU – Valais-Wallis ist einer der Lehrstandorte der HEMU (Haute École de Musique). Ihr Lehrpersonal bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in klassischer Musik an, darunter Violine, Viola, Cello und Kontrabass sowie Gitarre, die ausschliesslich an diesem HEMU-Standort unterrichtet werden. Im Oktober 2024 bezog der Standort HEMU – Valais-Wallis den neuen Pôle Musique Sion.

Grand Prix Musik 2026 geht an Nadja Räss

Der vom Bundesamt für Kultur vergebene und mit 100’000 Franken dotierte Schweizer Grand Prix Musik für ein Lebenswerk geht dieses Jahr an die Jodlerin Nadja Räss.

Nadja Räss (Bild: Pati Grabowicz)

Nadja Räss ist Sängerin, Gesangspädagogin und Netzwerkerin. Die 1979 geborene, in Einsiedeln aufgewachsene Musikerin gehört nach Einschätzung des Bundesamtes zu den prägendsten Stimmen der Schweizer Jodelkultur. Von 2012 bis 2018 war sie Intendantin der Klangwelt Toggenburg. Seit 2018 amtet sie als Professorin für Jodel und Volksmusik-Fachverantwortliche an der Hochschule Luzern.

In der Begründung der Jury heisst es, ihre Fähigkeit, Brücken zwischen regionalen Traditionen, aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und internationalen Perspektiven zu schlagen, mache sie zu einer wichtigen Gestalt der Schweizer Musik. Als erste Grand Prix Musik-Trägerin aus dem Feld der Schweizer Volksmusik werde ihr langjähriges Engagement in besonderer Weise sichtbar.

Die je mit 40’000 Franken dotierten Schweizer Musikpreise 2026 gehen an Domi Chansorn (Huttwil, Zürich), das Ensemble ö! (Chur), die Geigerin Esther Hoppe (Zug, Zollikerberg), das Experimentallabor  Flèche Love (Troinex , Genf), Louis Schild (Lausanne), die Akkordeonistin Patricia Draeger (Zug, Meierskappel ) und Ruedi Häusermann (Lenzburg).

Mit je 25’000 Franken dotierte Spezialpreise Musik erhalten die Café Bar Mokka (Thun), Intakt Records (Zürich) und La Via Lattea (Vacallo).

Das Bundesamt für Kultur BAK beauftragt jährlich zehn unabhängige Fachpersonen. Diese nominieren insgesamt bis zu 100 Personen, Kollektive oder Institutionen aus der Schweizer Musikszene. Die siebenköpfige Eidgenössische Jury für Musik empfiehlt danach die Gewinnerinnen sowie Gewinner des Grand Prix Musik, der sieben Schweizer Musikpreise und der drei Spezialpreise Musik. Das Bundesamt für Kultur BAK vergibt abschliessend die Auszeichnungen im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern EDI.

Die Rechte der Musikschaffenden nicht aushöhlen

Der Nationalrat stimmt morgen über die Motion «Schikanen im Urheberrecht für KMU beseitigen» ab. Suisseculture bittet den Nationalrat, die Motion abzulehnen.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Für Hintergrundmusik bezahlt der grösste Teil der Unternehmen, darunter auch die meisten KMU, heute eine tragbare Pauschale von weniger als 250 Franken pro Jahr. Dafür können sie in ihren Geschäftsräumen unbeschränkt Musik nutzen: um den Verkauf zu fördern, Kundinnen, Kunden und Gästen ein angenehmes Erlebnis zu bieten oder Mitarbeitende zu motivieren. Das koste, schreibt Suissculture, weniger als einen Franken pro Tag.

Komponisten, Textautorinnen, Interpreten, Produzentinnen und Verleger von Musik investieren viel Zeit, Arbeit und Geld in jedes musikalische Werk. Entschädigt werden sie erst, wenn die Musik gehört und genutzt wird. Damit auch KMU fair für diese Nutzung bezahlen, gibt es Verwertungsgesellschaften wie die Suisa und Swissperform. Sie stellen die Nutzung von Musik bei Unternehmen in Rechnung und verteilen die Einnahmen. Gerade in einer Zeit, in der Kulturschaffende zunehmend finanziell unter Druck geraten, sind diese Vergütungen ein essentieller Teil des Einkommens. Eine Kürzung ist für Suisseculture nicht akzeptabel.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_rechte_der_musikschaffenden_nicht_aushoehlen_motion_24_3944_ablehnen

 

Höppner folgt bei der Hindemith-Stiftung auf Zimmermann

Christian Höppner übernimmt bei der Hindemith-Stiftung das Präsidium von Tabea Zimmermann. Sie hat das Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Christian Höppner und Tabea Zimmermann (Bild: Fondation Hindemith)

Christian Höppner ist Präsident des Deutschen Kulturrates und des Deutschen Tonkünstlerverbandes. Seit 1986 unterrichtet er Violoncello an der Universität der Künste Berlin. Konzerte und Aufnahmen als Dirigent und Cellist in Deutschland, Österreich, Italien und Brasilien.

Musik- und kulturpolitisch engagiert er sich unter anderem als Vorsitzender des Programmausschusses und Haushaltsberichterstatter des Rundfunkrates der Deutschen Welle, Kuratoriumsvorsitzender der Carl Bechstein Stiftung und der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, Festivalbotschafter des Kammermusikfestes Oberlausitz, Mitglied im RTL-Medienrat und im Fachausschuss Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Hindemith Stiftung mit Sitz in Blonay (Kanton Waadt) widmet sich der Bewahrung und der Verbreitung des kulturellen Vermächtnisses von Paul Hindemith. Sie setzt sich für die Pflege und Verbreitung seiner Werke ein und möchte das Verständnis für seine Kunst wecken. Sie sichert den materiellen Erhalt aller Dokumente, die das Andenken des Komponisten bewahren können, und macht sie in geeigneter und angemessener Form der Öffentlichkeit zugänglich.

Kris Davis unterrichtet in Basel Klavier und Ensembles

Die Grammy-prämierte Pianistin und Komponistin Kris Davis amtet ab dem Herbstsemester 2026 am Institut Jazz FHNW als Professorin für Klavier und Ensembles.

Kris Davis (Bild: Dirk Neven, cc-by-2.0)

Kris Davis‘ Musik bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, elektronischen Klangwelten, Spoken Word und experimentellen Formen. Sie ist Associate Program Director of Creative Development am Berklee Institute of Jazz and Gender Justice und Gründerin des Labels Pyroclastic Records. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Doris Duke Artist Award sowie mehreren Ehrungen des DownBeat Magazine und der Jazz Journalists Association.

In den vergangenen Jahren veröffentlichte Davis 24 Alben als Leaderin oder Co-Leaderin, und sie arbeitete unter anderem mit Terri Lyne Carrington, Dave Holland, John Zorn, Esperanza Spalding, Tyshawn Sorey und Ingrid Laubrock zusammen. Ihr Album Diatom Ribbons wurde 2019 sowohl von der New York Times als auch vom NPR Music Jazz Critics Poll zum Jazzalbum des Jahres gewählt. 2023 erschien mit Diatom Ribbons – Live at the Village Vanguard eine Live-Version des Projekts mit Terri Lyne Carrington, Julian Lage, Val Jeanty und Trevor Dunn.

 

 

Basel Sinfonietta verlängert Vertrag mit Titus Engel

Titus Engel bleibt bis zum Ende der Saison 2030/31 Principal Conductor der Basel Sinfonietta.

Basel Sinfonietta (Bild: Marc Doradzillo)

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 habe Titus Engel die Basel Sinfonietta künstlerisch massgeblich geprägt, schreibt das Orchester, und zu grossen Erfolgen geführt. Dazu gehören Gastspiele in Häusern wie der Philharmonie Essen und bei Festivals für Neue Musik wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik oder dem Festival NOW!. Ebenso international beachtet wurde die jüngste Naxos-Einspielung mit Werken von Sofia Gubaidulina, die von der New York Times als eines der besten Klassikalben des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde. (zur SMZ-Rezension von Torsten Möller)

Die 1980 gegründete Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung. Sie hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 240 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.

 

 

Ausschreibung für Unterwaldner Werkbeiträge

Die Kantone Obwalden und Nidwalden schreiben für das Jahr 2026 gemeinsam Werkbeiträge in der Höhe von 20’000 sowie 10’000 Franken aus.

Dampfschiff Unterwalden (Bild: Wikimedia Commons, Gestumblindi Public Domain)

Die Kulturkommissionen von Obwalden und Nidwalden schreiben auch in diesem Jahr gemeinsam Werkbeiträge aus. Die Ausschreibung findet seit 2014 jährlich statt und richtet sich an Kulturschaffende in allen Kultursparten. Teilnahmeberechtigt ist, wer seit mindestens drei Jahren in einem der beiden Kantone wohnt oder mindestens 10 Jahre hier gewohnt hat oder dessen Schaffen einen aussergewöhnlich engen Bezug zu Obwalden und/oder Nidwalden aufweist.

Mit den Werkbeiträgen von 20’000 respektive 10’000 Franken sollen Kunst- und Kulturschaffende unmittelbar gefördert werden, indem ihnen ermöglicht wird, sich während einer gewissen Zeit intensiv ihrem Schaffen zu widmen. Sie können sich auf eine künstlerische Idee einlassen oder ihre künstlerischen Kompetenzen gezielt vertiefen und weiterentwickeln.

Keine Beiträge werden gewährt für Ausbildungen oder Projekte, die während der Grundausbildung realisiert werden. Auch die Eingabe von literarischen Texten und Theatertexten ist ausgeschlossen, da diese via Zentralschweizer Wettbewerbe gefördert werden. Filmprojekte können nur berücksichtigt werden, wenn sie nicht unter das Reglement der Zentralschweizer Filmförderung (IFFG) fallen.

Mehr Infos:
https://www.ow.ch/dienstleistungen/4084

Swiss Jazz Award 2026 geht an Manon Mullener

Der jährlich im Rahmen von JazzAscona verliehene Swiss Jazz Award geht dieses Jahr an die Pianistin und Komponistin Manon Mullener.

Manon Mullener (Bild: Mei Fa Tan)

Geboren 1997 in Freiburg, wuchs Mullener in einer Musikerfamilie auf und begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Mit 17 Jahren wandte sie sich dem Jazz und afro-kubanischen Musiktraditionen zu, die sie in Havanna vertiefte. Anschliessend studierte sie an der Hochschule der Künste Bern und gewann 2022 den internationalen SOFIA-Preis.

Nach ihrem Debütalbum Reflejos (2019) gründete sie das Manon Mullener 5tet, mit dem sie modernen Jazz mit afro-kubanischen Einflüssen verbindet. Das Album Insomnia (2023) führte das Ensemble auf internationale Tournee, während das jüngste Werk Stories (2025) grosse Beachtung für seine Energie und Originalität fand.

Der 2007 ins Leben gerufene Preis wird jedes Jahr während des Festivals vergeben (25. Juni – 4. Juli 2026). Zu den jüngsten Preisträgern zählen Bruno Spoerri, Franco Ambrosetti, Othella Dallas, Nolan Quinn, Christoph Grab, das Swiss Jazz Orchestra und Elina Duni.

Studie zu den SRG-Kulturleistungen

Die SRG hat eine Analyse ihrer Kulturleistungen veröffentlicht. Laut Suisseculture ein erster Schritt, um die Leistungen der Öffentlich-Rechtlichen nachvollziehbar zu machen.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Die Studie des Mileva Instituts sei ein erster Schritt zu einem kontinuierlichen Monitoring der SRG-Kulturleistungen in diesen zwei Bereichen, schreibt Suisseculture. Die Ziele in der Kulturproduktion und -distribution sind für die in der Konzession explizit erwähnten Kultur-Bereiche über Branchenvereinbarungen, unter anderem die Musik-Charta, verbindlich geregelt und mit jährlichen Reportings dokumentiert – mit Ausnahme der Literatur, wo entsprechende Bestrebungen am Laufen sind.

Die Rolle der SRG für die Schweizer Kulturlandschaft sei in diesen Bereichen unentbehrlich und für die Schweizer Stimmbevölkerung am 8. März 2026 eines der wichtigen Argumente für das klare Nein gegen die SRG-Halbierungsinitiative gewesen.

Die vorliegende Studie zeigt anhand einer Stichprobe («künstliche Woche») aus dem Jahr 2025, was die TV- und Radio-Programme sowie die Online- und Social Media-Angebote der SRG für die Kultur und die Kunst in der Schweiz leisten, macht jedoch auch deutlich, wo es dringenden Nachholbedarf gibt.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_studie_zu_den_srg_kulturleistungen_ist_ein_erster_schritt

Berner Pilotprojekt «Lehre & Musik»

Im Sommer 2027 startet im Espace Mittelland (Freiburg und Bern) das Pilotprojekt «Lehre & Musik» des Vereins Wemusic.

Altstadt von Bern (Bild: Daniel Schwen/Wikimedia commons)

Musiktalente absolvieren eine Lehre als Kaufmann/-frau EFZ in vier statt drei Jahren. Dank der Lehrzeitverlängerung steht den Lernenden durchschnittlich ein Viertel der Arbeitszeit für die musikalische Ausbildung zur Verfügung. Das Programm richtet sich an Talente in Genres wie Pop, Rock, Punk, RnB, Rap, Soul oder Metal. Nach Abschluss der Lehrzeit erhalten sie ein EFZ als Kaufmann/Kauffrau und ein Diplom in Musik. Die Ausbildung wird im Rahmen eines Lehrbetriebsverbunds organisiert.

Mit dem BWD Bern (Bildungszentrum für Wirtschaft und Dienstleistung) hat Wemusic einen erfahrenen Partner an der Seite, der das Projekt «Lehre & Musik» sowohl ideell als auch fachlich und finanziell unterstützt. Seit 2005 bietet das BWD Bern erfolgreich das Modell «Lehre & Sport» an. Ob Sport oder Musik: Ziel ist es, junge Menschen zu fördern, die in ihren jeweiligen Disziplinen nach Exzellenz streben.

Wemusic, gegründet von der Akademie für aktuelle Musik Schweiz, Helvetiarockt und Petzi, ist ein nicht profitorientierter Verein gemäss Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Sitz in Bern und Geschäftsstelle in Freiburg-Fribourg. Er konzentriert sich auf die Bereiche der aktuellen Musik mit Fokus auf die musikalische Förderung von Kindern, Jugendlichen und musizierenden Erwachsenen im Amateurbereich.

Mehr Infos:
https://wemusic.ch/lehre-efz-musik/

Fritz-Gerber-Awards 2026 verliehen

Der Kontrabassist Pietro Elia Barcellona, der Geiger Benjamin Frueh und die Perkussionistin Bárbara Ribeiro erhalten im Rahmen der Lucerne Festival Academy die Fritz-Gerber-Awards.

Pietro Elia Barcellona, Bárbara Ribeiro und Benjamin Frueh (Bilder: Stepjan Kaffa / zVg / Brittany Hudson)

Bereits zum zwölften Mal vergibt die Fritz-Gerber-Stiftung im Sommer 2026 gemeinsam mit Lucerne Festival den «Fritz-Gerber-Award» an drei Nachwuchskräfte im Bereich der zeitgenössischen Musik. Dieses Jahr erhalten der italienische Kontrabassist Pietro Elia Barcellona, der schweizerisch-amerikanische Geiger Benjamin Frueh und die portugiesische Perkussionistin Bárbara Ribeiro die hochdotierte Auszeichnung. Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von 10’000 Franken. Darüber hinaus ermöglicht ihnen die Stiftung die Teilnahme an der Lucerne Festival Academy 2026 im Gesamtwert von ebenfalls je 10’000 Franken.

Der «Fritz-Gerber-Award» richtet sich an junge Künstler und Künstlerinnen, die entweder die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzen oder seit mindestens drei Jahren in der Schweiz wohnen. Sie werden von einer Jury ausgewählt, die 2026 aus Sebastian Nordmann, dem Intendanten von Lucerne Festival, Mark Sattler, Co-Leiter Contemporary und Dramaturg von Lucerne Festival, und Jack Adler-McKean, Coaching Program Coordinator der Lucerne Festival Academy, besteht.

Musikalische Nutzung der Luzerner Villa Vicovaro

Die Stadt Luzern übergibt die Villa Vicovaro und das Ökonomiegebäude im Dreilindenpark ab August 2026 an den Verein Jazzschule Luzern für eine befristete Übergangsnutzung.

Villa Vicovaro im Dreilindenpark (Bild: Stadt Luzern)

Proberäume für Musizierende, Ateliers oder öffentliche Aufführungen: Im Rahmen einer Übergangsnutzung kehrt laut der Mitteilung der Stadt Leben in den Dreilindenpark ein. Zwischen der Stadt Luzern und dem Verein Jazzschule Luzern wurde ein Gebrauchsleihvertrag abgeschlossen, welcher die zeitlich begrenzte Nutzung in der Villa Vicovaro und im Ökonomiegebäude regelt. Von August 2026 bis Dezember 2028 stellt der Verein die Räumlichkeiten verschiedenen Kulturschaffenden und Veranstaltenden mittels Vermietung zur Verfügung. Die Übergangsnutzung leistet einen Beitrag zur Kulturagenda 2030, mit welcher die Stadt Luzern für Infrastrukturen für Kulturschaffende und Veranstaltende sowie für niederschwellige Zugänge zu kulturellen Räumen sorgt.

Die Stadt Luzern stellt die Gebäude dem Verein kostenfrei zur Verfügung und übernimmt einen Betriebsbeitrag, während der Verein Jazzschule Luzern zusätzliche Drittmittel akquiriert. Für die operative Nutzung und den laufenden Betrieb hat der Verein Jazzschule Luzern ein Nutzungs- und Betriebskonzept ausgearbeitet.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2874781

Lichtsteiner wird in Basel Studiengangsleiter

Per Herbstsemester 2026 wird David Lichtsteiner am Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel Studiengangsleiter für Schulmusik, Chorleitung und Blasorchesterdirektion.

David Lichtsteiner (Bild: FHNW)

David Lichtsteiner ist laut der Mitteilung der Hochschule Schulmusiker und Komponist mit umfassender pädagogischer Erfahrung. Er studierte Komposition bei Erik Oña in Basel sowie Schulmusik II. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich Komposition und Arrangement für Konzert- und Theaterformate, insbesondere im Bereich Chormusik. Unterrichtstätigkeiten führten ihn an verschiedene Gymnasien und Pädagogische Hochschulen.

Darüber hinaus wirkte er am Aufbau der Kompositionswerkstatt des Neuen Orchesters Basel und des Nordwestschweizer Schulmusiktags mit. Derzeit ist er an der Pädagogischen Hochschule FHNW im Forschungsprojekt «Gymnasialer Musikunterricht als Spiegel einer praxisbasierten Didaktik» tätig. Gemeinsam mit Yana Bibb leitet er den CampusChor Muttenz mit rund 80 Studierenden.

Luzerner Studie zu Wagners Antisemitismus

Die Stadt Luzern und das Richard-Wagner-Museum haben zwei Schlüsselphasen der Luzerner Wagner-Geschichte im Zeichen des Antisemitismus wissenschaftlich untersuchen lassen.

 

Wagner-Museum Tribschen (Bild: PD)

Auslöser der Untersuchung war laut der Mitteilung der Stadt ein Postulat, das eine kritische Überprüfung der Dauerausstellung verlangte. Der Bericht zeigt, wie Wagner in Luzern wirkte und wie das Museum in den 1930er-Jahren entstand. Der Stadtrat bekräftigt, dass Antisemitismus mit den Grundsätzen der Stadt Luzern unvereinbar ist und konsequent abgelehnt wird. Das Museum stellt Wagners Antisemitismus transparent, kritisch und ohne Beschönigung dar.

Der Stadtrat beauftragte die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) mit der Durchführung eines wissenschaftlichen Projekts. Die Forschung konzentrierte sich auf zwei Phasen: Wagners Zeit in Tribschen von 1866 bis 1872 sowie die Jahre der Museumsgründung zwischen 1931 und 1956. Ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat begleitete und prüfte das Projekt.

Der Bericht des Historikers Patrik Süess zeigt umfassend auf, dass die antisemitischen Äusserungen von Richard Wagner sehr deutlich und unmissverständlich waren. So festigte Richard Wagner während seiner Luzerner Jahre zentrale Teile seiner radikal-nationalistischen und antisemitischen Haltung und veröffentlichte sein überarbeitetes Pamphlet «Das Judenthum in der Musik». Zudem wird deutlich, dass die Gründung des Museums in den 1930er-Jahren in einer politisch belasteten Zeit stattfand und einzelne Akteure Verbindungen zu nationalsozialistischen Kreisen aufwiesen. Die Studie stellt diese Entwicklungen transparent dar und liefert eine fundierte historische Einordnung.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2873023

get_footer();