Kobi übernimmt beim Musikfestival Bern künstlerische Koleitung

Der Berner Saxofonist Christian Kobi wird künstlerischer Koleiter des Musikfestivals Bern. Er folgt in dem Amt auf Martin Schütz.

Christian Kobi (Bild: zvg)

Christian Kobi ist Saxofonist und tritt regelmässig solo sowie als Mitglied des Konus-Quartetts auf; er ist Initiator und Leiter des «zoom in»-Festivals für improvisierte Musik, Dozent für improvisierte Musik an der Hochschule der Künste Bern (HKB) und Träger des Musikpreises des Kantons Bern. Martin Schütz scheidet nach neun Festivalausgaben aus dem Gremium aus. Er war seit 2016 Mitglied der Koleitung und machte sich in dieser Zeit vor allem für die improvisierte Musik stark.

Gemeinsam veranstaltet von Persönlichkeiten aus dem Berner Musikleben, Ensembles der freien Szene, Berner Kulturveranstaltern und Institutionen ist das Musikfestival Bern unter der künstlerischen Leitung eines mehrköpfigen Kuratoriums eine Plattform für die Musikszene in Stadt und Kanton Bern; es strebt eine nationale und internationale Ausstrahlung an. Die stilistische Bandbreite reicht von alter bis zu zeitgenössischer, von improvisierter, experimenteller bis zu elektronischer Musik. Das Festival findet jährlich während fünf Tagen unter einem gemeinsamen Thema statt.

Neben Christian Kobi sind Tamriko Kordzaia, Vera Schnider und Thomas Meyer Mitglieder des Kuratoriums des Festivals. Die nächste Ausgabe findet vom 2. bis 6. September 2026 zum Thema «Blitz» statt.

Balatsinos wird Chefdirigent in L’Aquila

Der griechisch-schweizerische Dirigent Georgios Balatsinos übernimmt mit der Saison 2025/2026 das Amt des Chefdirigenten des Orchestra dell’Istituzione Sinfonica Abruzzese.

Georgios Balatsinos (Bild: zvg)

Georgios Balatsinos war von 2021 bis 2024 Musikdirektor am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen (Deutschland) sowie von 2023 bis 2025 Chefdirigent der Oper Wrocławska in Breslau (Polen). Er wohnt mit seiner Familie in Oberhofen am Thunersee und wird in der Region auch seine jahrelange künstlerische und pädagogische Arbeit weiterführen.

Die Istituzione Sinfonica Abruzzese (ISA) mit Sitz im Ridotto des Teatro Comunale in L’Aquila ist eine von dreizehn italienischen Konzert- und Orchesterinstitutionen (ICO), die vom Kulturministerium anerkannt sind und die Aufgabe haben, musikalische Aktivitäten in ihrem jeweiligen Gebiet zu fördern. Sie wurde 1970 gegründet und verfügt über ein festes professionelles Orchester. Künstlerischer Leiter ist zur Zeit Ettore Pellegrino, er folgte in dem Amt 2010 auf Vittorio Antonellini.

Suissculture spricht sich für die Bilateralen III aus

Suisseculture unterstützt das EU-Paket als wichtigen Schritt zur Sicherung des bilateralen Wegs, bemängelt aber den fehlenden Kulturbereich.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Kultur sei keine Nebensache, schreibt der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden sowie der Verwertungsgesellschaften der Schweiz. Sie sei systemrelevant, stärke die Demokratie, reduziere die Anfälligkeit für Manipulation und Extremismus, und sie trage wesentlich zu Resilienz, Wohlstand und Sicherheit der Schweiz bei. Nicht zuletzt sei sie ein relevanter Wirtschaftsfaktor.

Zugleich brauche es Nachbesserungen: Gefordert werden von Suissculture der Beitritt zu «Creative Europe», die volle Wahrung der Kulturförderung im Beihilferecht, die Integration des Kulturbereichs in Erasmus+ und einen institutionellen Kulturdialog. Nur so sei  gewährleistet, dass die Schweiz ihre kulturelle Vielfalt und und das Kulturschaffen stärke und als Teil des europäischen Kulturraums ihre demokratische Resilienz und internationale Handlungsfähigkeit sichere.

Die ganze Stellungnahme: 
https://www.suisseculture.ch/?article=ja_zu_den_bilateralen_iii_aber_mit_creative_europe

Lucie Leguay übernimmt Sinfonietta de Lausanne

Die Dirigentin Lucie Leguay wird ab der Saison 2026/27 musikalische Leiterin der Sinfonietta de Lausanne. Sie folgt in dem Amt auf David Reiland.

Lucie Leguay (Bild: Christine Ledroit-Perrin)

Lucie Leguay, die 2018 beim Tremplin pour Jeunes Cheffes d’orchestre (Sprungbrett für junge Dirigentinnen) in der Philharmonie de Paris entdeckt wurde, hat einen Master-Abschluss in Orchesterleitung der HEMU–Haute École de Musique (Standort Vaud, Lausanne). Im Jahr 2023 gewann sie den Victoires de la Musique Classique in der Kategorie «Révélation chef d’orchestre» (Entdeckung als Dirigentin).

Lucie Leguay arbeitet als Gastdirigentin mit zahlreichen Orchestern zusammen, darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Orchestre de Paris, das Orchestre Symphonique de Montréal, das Royal Stockholm Philharmonic, das Konzerthaus Berlin und das BBC Philharmonic Orchestra, aber auch mit Komponisten wie Peter Eötvös, Kaija Saariaho oder Heinz Holliger.

Die Sinfonietta de Lausanne wurde 1981 von Jean-Marc Grob unter dem Namen Orchestre des Rencontres Musicales gegründet und stand von 2013 bis 2017 unter der Leitung von Alexander Mayer, bevor es an David Reiland überging. Das Ensemble verfügt über einen variablen Personalbestand und nimmt Studierende der HEMU auf, die es auf ihrem Weg zum Beruf des Orchestermusikers begleitet.

 

Sprache formt die taktile Wahrnehmung, Musik nicht

Laut einem Forschungsteam der Freien Universität Berlin können sprachliche Reize die taktile Wahrnehmung verbessern, Musik hingegen nicht.

(Bild: deepai.org)

In dem Experiment lernten Teilnehmende, feine Berührungsmuster ähnlich den Blindenschriftpunkten der Brailleschrift bestimmten Lautsequenzen zuzuordnen. Eine Gruppe von Mustern wurde mit sprachähnlichen Pseudowörtern assoziiert (beispielweise «fromp» oder «schpepf»), die andere mit musikalischen Tonfolgen. Nach mehreren Trainingseinheiten zeigte sich: Nur jene Berührungsmuster, die mit sprachähnlichen Lauten verbunden waren, konnte anschliessend besser allein durch Tasten unterschieden werden. Dies wird als klarer Hinweis darauf verstanden, dass sprachliche Signale die Sinneswahrnehmung direkt formen.

Das Forschungsteam sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der engen Verknüpfung von Sprache, Kognition und Sensorik. Die Erkenntnisse verdeutlichten, wie Sprache Wahrnehmung formt und Menschen dabei hilft, feinere Unterschiede zu erkennen, als sie sonst möglich wären. Die Studie Language – but not music – shapes tactile perception wurde in Kooperation mit dem Exzellenzcluster «Science of Intelligence» durchgeführt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Originalartikel: https://doi.org/10.1017/langcog.2025.10006

Doppelspitze am Luzerner Theater

Ab der Spielzeit 26/27 übernimmt eine Doppelspitze die Intendanz am Luzerner Theater: Katja Langenbach und Wanda Puvogel treten gemeinsam die Nachfolge von Ina Karr an.

Luzerner Theater 2009. Foto: Ingo Hoehn/wikicommons 

Katja Langenbach und Wanda Puvogel gehören laut der Medienmitteilung des Theaters seit der Spielzeit 21/22 als Schauspiel- bzw. Tanzdirektorin dem künstlerischen Leitungsteam um Ina Karr an. Ab der kommenden Saison übernehmen sie gemeinsam die Intendanz des Luzerner Theaters. Ihre aktuellen Spartenleitungen werden sie an interne Kräfte übergeben. Die Teams der beiden Sparten werden umstrukturiert und zum Teil durch neue Kräfte ergänzt. Die beiden Co-Intendantinnen werden ihre aktuell verantworteten Sparten auch weiterhin aktiv begleiten und sie tatkräftig unterstützen. Ina Karr verlässt zum Ende der Spielzeit 25/26 nach fünf Jahren das Luzerner Theater. Sie wurde im vergangenen Juni zur Generalintendantin der Deutschen Oper am Rhein berufen.

Die komplexe und personell grösste Sparte Oper wird wie bisher gemeinsam von Operndirektorin Ursula Benzing und Musikdirektor Jonathan Bloxham geleitet. Teresa Rotemberg bleibt Leiterin des Jungen Luzerner Theaters.

Katja Langenbach studierte in München und New York Dramaturgie und Regie. Nach Assistenzen am Thalia Theater in Hamburg und beim Bayerischen Rundfunk arbeitet sie seit 2005 als freischaffende Regisseurin  Seit 2021 ist sie Schauspieldirektorin am Luzerner Theater, wo sie zuletzt die Produktion «Hard Land» inszenierte.

Nach Abschluss ihres Violinstudiums wechselte Wanda Puvogel hinter die Bühne und arbeitet seit inzwischen drei Jahrzehnten in ganz unterschiedlichen Kontexten im Tanzbereich. Sie war während drei Jahren bei der Norddeutschen Konzertdirektion Melsine Grevesmühl mit der Tourneeplanung und -organisation für grosse internationale Tanzcompagnien betraut. Seit 2007 in der Schweiz, arbeitete sie ab 2008 als Dramaturgin und Managerin des von Cathy Marston geleiteten Bern Balletts. Ab 2014 setzte sie sich als Mitarbeiterin des Berufsverbands Danse Suisse für eine bessere Verankerung des Tanzes in der Schweiz und gute Arbeitsbedingungen für die Tanzschaffenden ein. National und international gut vernetzt, war sie 2015 bis 2020 als Dramaturgin für das Migros- Kulturprozent Tanzfestival Steps tätig. Seit 2021 ist sie Tanzdirektorin am Luzerner Theater.

 

Brahms-Institut erwirbt Brahms-Brief

Das Lübecker Brahms-Institut hat einen Brief von Brahms an den Bach-Biografen Philipp Spitta erworben.

Brahms‘ Brief an Spitta im brahms-portal.de

Es handelt sich um einen Brief, den Johannes Brahms im Sommer 1873 an den Musikgelehrten und Bach-Biografen Spitta geschrieben hat. Das dreiseitige, eigenhändig signierte Schreiben war bislang in amerikanischem Privatbesitz und ist nun über das Brahms-Portal für Forschung und breite Öffentlichkeit zugänglich.

Es ist bereits der zweite in der Lübecker Sammlung. Darin bedankt sich Johannes Brahms beim Musikgelehrten, der ihm den frisch erschienenen ersten Band seiner grossen Bach-Biografie zugesendet hatte. Knapp zehn Jahre hatte Spitta daran gearbeitet. Das Dankesschreiben dokumentiert nicht nur die gemeinsame Leidenschaft für die grossen Meister der Vergangenheit und insbesondere Johann Sebastian Bach, sondern auch Brahms’ grosse Wertschätzung für die Arbeit des Biografen.

Der Brief ist über das jüngst gelaunchte Brahms-Portal für Forschung und breite Öffentlichkeit zugänglich. Seit dem 1. August bietet das Brahms-Portal einen neuartigen digitalen Zugang zur weltweit einzigartigen Lübecker Sammlung sowie zu Leben und Werk des Komponisten. Knapp 10’000 Werke und Objekte – darunter Autografe, Briefe, Fotografien und Erstdrucke – sind hier bereits nach neuesten Standards erfasst, semantisch vernetzt und weltweit zugänglich. Der Brief wird im Museum des Brahms-Instituts erstmals am 13. Dezember im Rahmen der Veranstaltung «Weihnachten mit Brahms» gezeigt.

Katharina Andres unterrichtet in Bremen

Katharina Andres übernimmt im Zentrum für Alte Musik der Hochschule für Künste Bremen eine Professur für Historische Oboeninstrumente.

Hochschule für Künste Bremen (Bild: Wikimedia commons/Pedelecs)

Katharina Andres entwickelte ihr Interesse an Alter Musik bereits früh an der Musikschule Saarbrücken durch den Ensembleunterricht von Bernhard Stilz, wo sie die Musik und das Instrumentarium (Blockflöte, Krummhorn, Schalmei, Pommer, Dulzian) des 16. und 17. Jahrhunderts kennenlernte. Im Alter von zwölf Jahren erhielt sie ihren ersten Barockoboenunterricht von Elsa Frank. Ihr Studium an der Schola Cantorum Basiliensis bei Conrad Steinmann und Katharina Arfken schloss sie mit zwei Diplomkonzerten ab: 2005 mit dem Schwerpunkt Barock (Blockflöte und Barockoboe), 2006 mit dem Schwerpunkt Renaissance (Blockflöte, Schalmei, Pommer und Dulzian).

Seither beschäftigt sie sich auch eingehend mit dem klassischen und romantischen Repertoire und Instrumentarium. Seit 2013 ist sie Solo-Oboistin beim Prager Orchester Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks und seit 2020 unterrichtet sie Historische Oboe an der HfMDK Frankfurt am Main.

 

Vielfältiges Berner Musikschaffen ausgezeichnet

Die Camerata Bern, Werner Hasler, Nemo und Soukey werden mit dem Musikpreis des Kantons Bern 2025 geehrt. Der Nachwuchsförderpreis «Coup de cœur» geht an den Rapper Jule X.

 

Nemo, Schweizer Gewinner des ESC 2024 (Bild: Wikimedia Commons/Arkland)

In Bern ist die für über 60 Jahren gegründete Camerata mit einer eigenen Konzertreihe fest verankert. Sie tritt bei internationalen Festivals sowie in führenden Konzerthäusern in der Schweiz und darüber hinaus auf. Prägend verbunden ist das Ensemble zudem mit seinen beiden Artistic Partnern, der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Cellisten Steven Isserlis.

Werner Hasler ist Live-Sampling Artist, Elektromusiker und Trompeter, der mit Vorliebe ortspezifische und mehrkanalige Mischformen zwischen Installation und Liveperformance realisiert. In zahlreichen lokalen sowie internationalen, kollaborativen Projekten und Formationen schafft er einzigartige, neue Klangräume.  Er ist zudem im Studiengang Jazz and Contemporary Music der Hochschule der Künste Bern in der Lehre tätig.

ESC-Gewinner Nemos Stil ist eine Mischung aus Pop, Hip-Hop und klassischer Musik. Dabei entstehe, schreibt der Kanton Bern, «eine einzigartige Verbindung von Tradition und Moderne». Mit technischer Präzision, musikalischer Sensibilität und einem unverkennbaren Ausdruck bereichere Nemo die Schweizer Musikszene nachhaltig.

Mit dem Musikpreis würdigt der Kanton Bern zudem die bisherigen Leistungen Soukeys sowie ihr Engagement für Diversität, künstlerische Innovation und gesellschaftliche Relevanz. Soukey repräsentiere eine neue Generation von Musikerinnen, die mit künstlerischem Mut, intellektueller Tiefe und emotionaler Wirksamkeit die Gegenwart reflektiere und Zukunft gestalte.

Das Preisgeld beträgt je 15 000 Franken, der Nachwuchsförderpreis «Coup de cœur» ist mit 3000 Franken dotiert. Die gesamte Mitteilung kann hier gelesen werden: https://www.be.ch/de/start/dienstleistungen/medien/medienmitteilungen.html?newsID=d17ae0cb-13e3-48f9-84ab-c734842bf262

Aurel Dawidiuk wird in Bochum Generalmusikdirektor

Aurel Dawidiuk, der zur Zeit in Zürich bei Christoph-Mathias Mueller Dirigieren studiert, wird Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker.

Aurel Dawidiuk (Bild: Irène Zandel)

Dawidiuk wird ab der Saison 2026/27 Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Der 25-Jährige studiert aktuell Dirigieren im Master Specialized Performance bei Christoph-Mathias Mueller im Conductors Studio ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). Zudem ist er stellvertretender Dirigent des Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam.

Zu seinen zahlreichen Gastdirigaten zählen Auftritte mit den Bamberger Symphonikern, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Als Pianist und Organist tritt er in Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Wiener Konzerthaus und der Tonhalle Zürich auf.

Die 1919 gegründeten Bochumer Symphoniker wurden von 1994 bis 2021 vom israelisch-amerikanischen Dirigenten Steven Sloane geleitet. In seiner Ära wurde ihm durch den Deutschen Musikverleger-Verband zweimal eine Auszeichnung für seine Konzertprogramme (Saison 1996/1997 und 2004/2005) verliehen.

Zu Sloanes grössten Errungenschaften gehört zudem die Realisierung des 2016 eröffneten Konzertsaales Anneliese Brost Musikforum Ruhr, dessen Intendant er bis zu seinem Abschied war. Seit Beginn der Spielzeit 2021/2022 ist der aus Taiwan stammende Dirigent Tung-Chieh Chuang Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des Anneliese Brost Musikforum Ruhr.

 

 

Bislang unbekannte Dokumente Purcells entdeckt

Ein Team von Musikwissenschaftlern hat in Archiven ein Lied von Henry Purcell sowie das Originalmanuskript verschiedener Klavierkompositionen entdeckt.

Henry Purcell. Ölbild eines unbekannten Malers nach der John Closterman zugeschriebenen Zeichnung / wikimedia commons

Das Lied As soon as day began to peep, in dem sich ein französischer Geck über ein Mädcheninternat lustig macht, war Teil eines Theaterstücks aus dem Jahr 1691 mit dem Titel Love for Money, geschrieben von Thomas D’Urfey, einem häufigen Mitarbeiter Purcells.

Das Klaviermanuskript hat einen aufwendigen Einband aus rotem Leder mit Goldverzierungen, was darauf hindeutet, dass es einst einem wohlhabenden Besitzer gehörte. Um 1810 wurde es umfunktioniert, wobei einige der leeren Notenzeilen als Linien für das Verzeichnis der Stadtratsprotokolle von Thetford verwendet wurden.

Beide Entdeckungen erlaubten wichtige Einblicke in die Art von Musik, die Purcell in den letzten fünf Jahren seines kurzen Lebens komponiert hat, zitiert der britische Guardian den Musikwissenschaftler Stephen Rose.

Rose leitet ein Projekt mit dem Titel «Music, Heritage, Place: Unlocking the Musical Collections of England’s County Record Offices», eine Zusammenarbeit zwischen der Royal Holloway University of London und der Newcastle University, bei der Musikmanuskripte in lokalen Archiven katalogisiert werden.

Originalartikel:
https://www.theguardian.com/music/2025/oct/07/experts-find-music-english-composer-henry-purcell

 

Hochschule und Opernhaus vertiefen in Zürich Partnerschaft

Mit einer Rahmenvereinbarung bauen das Opernhaus Zürich und die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ihre enge Zusammenarbeit weiter aus.

Von links: Jacqueline Fehr (Regierungsrätin), Matthias Schulz (Intendant Opernhaus), Karin Mairitsch (Rektorin ZHdK), Silvia Steiner (Regierungsrätin). (Bild: Admill Kuyler)

Die Partnerschaft baut laut der Medienmitteilung der ZHdK «auf erfolgreichen Kooperationen der vergangenen Jahre auf, etwa zwischen ZHdK/taZ und dem Ballett Zürich, und erweitert diese künftig sparten- und abteilungsübergreifend». Geplant seien unter anderem gemeinsame Formate in der neuen Spielstätte des Opernhauses in Oerlikon, die Entwicklung digitaler Projekte, die Mitwirkung an Festivals wie Zürich Barock sowie Symposien, Forschungs- und Netzwerkinitiativen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Dazu gehören Praktika, Mentoring-Programme, Austauschformate sowie gemeinsame Projekte zur Musik- und Tanzvermittlung. Studierenden der ZHdK werden dadurch praxisnahe Einblicke in die künstlerische Arbeit am Opernhaus ermöglicht. Gleichzeitig soll die Vernetzung von Ausbildungs- und Kulturinstitutionen über Zürich hinaus gestärkt werden, um die Entwicklung junger Talente auch international noch wirksamer zu unterstützen.

Mehr Infos:
https://www.zhdk.ch/meldung/neue-impulse-fuer-kunst-ausbildung-und-forschung-opernhaus-zuerich-und-zuercher-hochschule-der-kuenste-vertiefen-ihre-partnerschaft-8748

Letzte Preisverleihung der Stiftung Nico Kaufmann

Die Nico-Kaufmann-Stiftung zur finanziellen Unterstützung von jungen, förderungswürdigen Talenten verleiht, bevor sie aufgelöst wird, zum letzten Mal ein Stipendium.

Sergey Tanin (Bild: sergeytanin.com)

Der Beitrag von 13’000 Franken wird dieses Jahr von der Stadt- und Stiftungsratspräsidentin Corine Mauch an Sergey Tanin vergeben. Die Auszeichnung des jungen Pianisten ist zugleich mit einer Würdigung des Vermächtnisses und Lebenswerks des Stifters verbunden: Sergey Tanin wird ein Lieder- und Klavierprogramm vortragen, das Nico Kaufmanns musikalisch vielfältiges Leben beleuchtet – von seinen Anfängen als klassischer Pianist, über die Tätigkeit als Bühnenmensch im Zürcher Cabaret bis hin zum Komponisten mit einer ganz eigenen Sprache.

Sergey Tanin wurde 1995 in Jakutien (Sibirien) geboren und begann im Alter von 5 Jahren Klavier zu spielen. Während seines Studiums mit Irina Plotnikova am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium wurde er 2016 Preisträger am Europäischen Klavierwettbewerb Bremen. 2019 zog er in die Schweiz, um sein Studium bei Claudio Martinez-Mehner als Geförderter der Bundes-Exzellenz-Stipendien an der Musik Akademie Basel fortzusetzen. Im Oktober 2020 gewann Sergey den ersten Preis sowie den Publikumspreis am Kissinger Klavierolymp im bayerischen Bad Kissingen und sprang im gleichen Monat für Hélène Grimaud an ihrem Konzert in Basel ein.

Musikräte besorgt über Kulturabbau

Die Spitzen der nationalen Musikräte von Deutschland, Österreich und der Schweiz haben an ihrer jährlichen Klausurtagung länderübergreifende Themen der Musikpolitik diskutiert.

V.l.n.r.: Glur-Troxler (SMR), Wiederkehr (SMR), Huber (ÖMR), Krüger (DMR), Valentin (DMR), Wildner (ÖMR) und Bauer (ÖMR), Bild: DMR

Musik sei Lebensnerv und Zukunftsressource, schreiben die Musikräte in einem gemeinsamen Statement. Sie verbinde Menschen über Grenzen hinweg, fördere demokratische Teilhabe und sei ein bedeutender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktor. Doch stünden die Rahmenbedingungen unter Druck: Abbau von Bildungsstrukturen, pauschale Sparvorgaben, digitale Marktverzerrungen und politisch motivierte Einschränkungen kultureller Vielfalt gefährdeten die Breite und Qualität des Musiklebens.

Unter anderem sehen die Räte «mit Sorge, dass musikalische Bildungsangebote geschwächt werden und Übergänge zwischen Schule, Musikschule, Hochschule und Praxis unsicher sind». Sie fordern eine nachhaltige Stärkung musikalischer Bildung mit klaren Qualitätsstandards, guter personeller Ausstattung, verlässlicher Talentförderung und Zugänglichkeit für alle – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort.

Das ganze Abschluss-Statement findet sich hier:
https://www.musikrat.de/media/aktuelles/meldung/musik-als-zukunftskraft-gegen-den-abbau-des-kulturlebens

Alessandra Münger gewinnt Reinl-Harfenwettbewerb

Alessandra Münger, Studentin von Sarah O’Brien an der Zürcher Hochschule der Künste, gewinnt am internationalen Reinl-Harfenwettbewerb den ersten Preis.

Alessandra Münger (Bild: Nils Mehr)

Alessandra Münger spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Harfe und nahm 2010 bis 2022 Harfenunterricht an der Musikschule Konservatorium Zürich. Im September 2022 begann sie ihr Bachelorstudium im Hauptfach Harfe an der Zürcher Hochschule der Künste bei Sarah O’Brien, das sie im Juli 2025 mit Auszeichnung abschloss. Seit September 2025 studiert sie an der ZHdK im Master Performance.

Der Reinl-Wettbewerb fand dieses Jahr zum 20. Mal statt. Organisiert wird er von der Franz Josef Reinl-Stiftung  in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die weiteren Gewinnerinnen sind Lauren Ashley Swain (USA) auf Platz zwei und Gabriela Dudziak (Polen) auf Platz drei. Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Daneben wurde auch der Reinl-Kompositionspreis verliehen: Preisträgerin ist Kefal Chen, ihr Werk «Up Skyward» wurde am Wettbewerb uraufgeführt.

 

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