Kulturforum Schweiz 2027 in La Chaux-de-Fonds

Im Rahmen der «Capitale culturelle suisse» wird in La Chaux-de-Fonds am 19. Juni 2027 ein nationales Kulturforum Schweiz stattfinden.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Die politische Ebene des Nationalen Kulturdialogs (NKD) hat von den laufenden Arbeiten der Fachebene des NKD zur Organisation eines  ersten «Kulturforum Schweiz» Kenntnis genommen. Es soll die Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft ins Zentrum zu rücken. Die Veranstaltung findet laut der Medienmitteilung des Bundes am 19. Juni 2027 in La Chaux-de-Fonds im Rahmen der «Capitale culturelle suisse» statt. Sie richtet sich besonderes an Akteurinnen und Akteure aus Kultur und Kulturförderung, aus Fachbereichen wie Wirtschaft, Bildung und Forschung, Soziales sowie Gesundheit, an Politikerinnen und Politiker aller Staatsebenen sowie an die Medien.

Die Kultur und andere gesellschaftsrelevante Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Forschung, Soziales sowie Wirtschaft beeinflussen und bedingen sich gegenseitig. Diesen vielfältigen Bezügen will die erste Ausgabe des «Kulturforum Schweiz» mehr Sichtbarkeit verleihen. Der Nationale Kulturdialog (NKD) wurde 2011 ins Leben gerufen und vereinigt Vertreterinnen und Vertreter der politischen Instanzen und der Kulturförderung der Kantone, Städte, Gemeinden und des Bundes.

Digitaledition eines Beethoven-Skizzenbuchs

Das Forschungsprojekt «Beethovens Werkstatt» macht ein Skizzenbuch des Komponisten in digitaler Edition zugänglich.

(Bild: Beethoven-Haus Bonn)

Wie Ludwig van Beethoven arbeitete, lässt sich heute in mehr als 7500 überlieferten Skizzenseiten nachvollziehen. Ein grosser Teil davon ist in 70 erhaltenen Skizzenbüchern überliefert, die seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht werden. Aus dem Projekt «Beethovens Werkstatt» liegt nun erstmals die digitale Edition eines dieser Skizzenbücher vor: des sogenannten «Notirungsbuchs K».

Beethoven nutzte das Buch im Frühjahr 1823 zur Skizzierung von Teilen der Neunten Symphonie und der Diabelli-Variationen. Auch frühe Entwürfe zur späteren «Ode an die Freude» finden sich darin. Nach Beethovens Tod wurde das Skizzenbuch in mehrere Teile zerlegt. Die sieben erhaltenen Einzelteile befinden sich heute im Beethoven-Haus Bonn, in der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Nationalbibliothek in Paris.

Die neue digitale Edition führt diese Bestände virtuell wieder zusammen und macht das Skizzenbuch erstmals in seiner ursprünglichen Form erfahrbar. Im Unterschied zu gedruckten Editionen eröffnet das digitale Format neue Möglichkeiten der Darstellung und Vermittlung. Herzstück der Edition ist die eigens entwickelte fluide Transkription. Sie macht den editorischen Erkenntnisprozess sichtbar, indem sie Nutzerinnen und Nutzern erlaubt, sich mithilfe eines Schiebereglers vom digitalen Faksimile einer Skizze bis hin zu einem nach heutigen Standards lesbaren und verständlichen Notentext zu bewegen.

Mehr Infos:
https://www.adwmainz.de/aktivitaeten/aktuelles/details/erste-digitale-edition-eines-beethoven-skizzenbuchs-veroeffentlicht.html

Glasson-Stipendium für Anaïs Hess

Der Kanton Freiburg vergibt das Stipendium 2025-26 des Fonds Pierre und Renée Glasson in Höhe von 10’000 Franken an die Flötistin Anaïs Hess.

Anaïs Hess (Bild: Staat Freiburg)

Anaïs Hess, geboren 2002 lebt in Villaz-St-Pierre. Im Jahr 2024 schloss sie ihr Bachelorstudium in Querflöte an der Musikhochschule Lausanne (HEMU) ab. Parallel zu ihrem Studium engagiert sie sich in mehreren regionalen Musikensembles sowohl als Instrumentalistin als auch als Sängerin, wobei ihr Repertoire von klassischer  über keltische  bis hin zu elektroakustischer Musik, Varieté und Pop reicht. Sie wirkt insbesondere bei den «Concerts du Cœur Fribourgeois» mit und unterrichtet Querflöte in Freiburg.

Anaïs Hess gewann einen ersten Preis beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb (2022) und den Prix Musique des Schweizer Blasmusikverbandes (2021). Das Stipendium wird Anaïs Hess dabei helfen, ihre beruflichen Erfahrungen zu erweitern und ihr Masterstudium in Musikpädagogik an der HEMU fortzusetzen.

Mit dem 1995 eingerichteten und vom Amt für Kultur des Kantons Freiburg verwalteten Fonds Pierre und Renée Glasson für Musik wird die Tätigkeit von Musikerinnen und Musikern aus dem Kanton Freiburg oder der übrigen Schweiz, die im Kanton Freiburg wohnen, unterstützt. Das Stipendium aus diesem Fonds dient als Beitrag zur Finanzierung eines Master- oder Nachdiplomstudiums an einer Musikhochschule in der Schweiz oder im Ausland.

Stadt Luzern zeichnet Openair Funk am See aus

Die Stadt Luzern verleiht dem Openair einen mit 10’000 Franken dotierten Anerkennungspreis, der Kulturpreis 2026 der Stadt geht an die Theaterschaffende Ursula Hildebrand.

Das OK Funk am See 2026 (vlnr):Linus Bürgi, Reto Schefer, Silvana Emmenegger, Pascal Segmüller, Sofia Grütter, Nora Graber, Noemi Mahler (Quelle: Stadt Luzern/zvg)

Das Openair Funk am See ist laut der Mitteilung der Stadt seit seiner Gründung im Jahr 1996 zu einem festen Bestandteil des Luzerner Kulturlebens geworden. Das nichtkommerzielle Musikfestival findet im Zweijahresrhythmus auf der Lidowiese statt und zieht an zwei Tagen bis zu 12’000 Besuchende an. Besonders prägend ist der konsequent niederschwellige Zugang. Der Eintritt ist kostenlos. Es ermöglicht Menschen unterschiedlichster sozialer und wirtschaftlicher Hintergründe die Teilnahme am kulturellen Leben.

Gleichzeitig dient Funk am See seit drei Jahrzehnten als wichtige Plattform für junge und regionale Kunstschaffende. Zahlreiche Acts aus der Zentralschweiz konnten hier erstmals vor einem grösseren Publikum auftreten. Getragen wird das Festival von einem ehrenamtlichen Organisationskomitee und zahlreichen freiwilligen Helfenden, deren kontinuierliches Engagement es ermöglicht hat, Funk am See seit nunmehr 30 Jahren zu erhalten und weiterzuentwickeln. Damit steht das Festival exemplarisch für eine Kulturarbeit, die aus der Basis heraus entsteht und die regionale Musik- und Jugendkultur nachhaltig prägt.

Musikrat besorgt um Kulturradio

Der Schweizer Musikrat nimmt mutmassliche Pläne der SRG zum Verzicht auf die Kultursender SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due mit grosser Sorge zur Kenntnis.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Der Musikrat erwartet in einer offiziellen Stellungnahme, dass Kultur – und insbesondere die Kulturberichterstattung – als Kernauftrag der SRG gesichert bleibt. Die aktuelle Diskussion um die Zukunft von SRF 2 Kultur irritiere, und sie komme zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die SRG-Halbierungsinitiative sei von der Bevölkerung klar abgelehnt worden. Dieses Resultat sei auch ein deutliches Bekenntnis zur Bedeutung von Kultur, Information und Bildung im Service public.

Der Schweizer Musikrat hält fest: Ein Abbau im Bereich Kultur – insbesondere bei zentralen Gefässen wie SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due – würde die kulturelle Infrastruktur der Schweiz substanziell schwächen und dem klaren Abstimmungsresultat widersprechen. SRF 2 Kultur sei eine zentrale mediale Bühne für Musik und Kultur in der Schweiz – für künstlerische Produktion, Vermittlung, kritische Einordnung und öffentliche Debatte. Gerade für jene Bereiche, die im kommerziellen Umfeld kaum Platz finden, erfülle der Sender eine unverzichtbare Funktion.

Kultur sieht der Musikrat als Teil des Service public mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag: Sie schafft Orientierung, ermöglicht Reflexion und trägt massgeblich zur kulturellen Identität eines Landes bei. Das gilt insbesondere für Minderheiten, für anspruchsvolle Formate und für jene Stimmen, die sonst kaum Gehör finden.

Link: musikrat.ch

Tod des Musikwissenschaftlers Peter Gülke

Peter Gülke, der von 1999 bis 2002 eine Professur für Musikwissenschaft an der Universität Basel innehatte, ist im Alter von 91 Jahren in seiner Heimatstadt Weimar verstorben.

Peter Gülke beim Forum Dirigieren mit Clemens Mohr und Ingmar Beck (Bild: Deutscher Musikrat/Marie Liebig)

Lydia Grün, die Präsidentin des Deutschen Musikrats, würdigt Gülke als «eine herausragende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte Massstäbe gesetzt hat – als Dirigent, Wissenschaftler, Autor und prägende Stimme der kulturellen Vermittlungsarbeit im Bereich Musik». Sein Wirken sei von höchster künstlerischer wie intellektueller Integrität geprägt gewesen. Gleichzeitig sei er ein wichtiger Impulsgeber und Mentor gewesen, dessen Urteil und Erfahrung weit über sein eigenes Fach hinaus Gewicht hatten.

Gülke studierte Musik- und Geisteswissenschaften in Weimar, Jena und Leipzig, wirkte als Repetitor und Dramaturg und wandte sich ab den späten 1950er-Jahren zunehmend dem Dirigieren zu. Er wirkte als Kapellmeister an der Semperoper Dresden und als Chefdirigent in Stendal, Potsdam, Wuppertal und der Stadt Brandenburg. Als gefragter Gastdirigent trat er international auf und lehrte Dirigieren an der Hochschule für Musik in Freiburg und Musikwissenschaft an der Universität Basel. Von 2011 bis 2014 war er Präsident der Sächsischen Akademie der Künste.

Kampf gegen Kulturkürzungen in Österreich

Der Kulturrat Österreich befürchtet massive Kürzungen der öffentlichen Kulturförderung und einen verhängnisvollen Wechsel der Förderstrukturen.

Das österreichische Parlamentsgebäude (Bild: PD)

Im Rahmen der laufenden Budgetverhandlungen stehen laut dem Kulturrat Österreich Kürzungen von mehr als 60 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren im Raum. Gleichzeitig deuteten die Vorschläge aus dem Umfeld der Fördertaskforce auf eine grundlegende Neuordnung staatlicher Förderlogiken hin. Besonders problematisch wären Kriterien, nach denen Förderungen künftig nur mehr als Anschubfinanzierung verstanden oder nur durch eine einzige Gebietskörperschaft vergeben werden sollen.

Gerade im Kunst- und Kulturbereich würde das an der Realität vorbeigehen, ist der Kulturrat überzeugt. Kulturfinanzierung ist in Österreich auf Ko-Finanzierung aufgebaut: Gemeinden, Länder und Bund tragen gemeinsam Verantwortung. Fällt eine Ebene weg, geraten gesamte Finanzierungsstrukturen ins Wanken. Auch der Ansatz, Kunst- und Kulturförderung auf reine Anschubfinanzierung zu reduzieren, widerspricht den tatsächlichen Erfordernissen kontinuierlicher kultureller Arbeit ebenso wie dem gesetzlichen Auftrag der Kunstförderung.

Der ganze Text:
https://oemr.at/keine-kuerzungen-kunst-kultur/

Unisono besorgt über Situation der Bodensee Philharmonie

Angesichts der noch unbesetzten Intendantenstelle bei der Bodensee Philharmonie wendet sich die Deutsche Orchestergewerkschaft Unisono in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Konstanz.

Bodensee Philharmonie (Bild: Bodensee Philharmonie)

Hintergrund sei vor allem, dass bislang kein öffentlich kommuniziertes Findungsverfahren eingeleitet wurde, schreibt Unisono. Selbst wenn übergangsweise eine Interimslösung angestrebt werden würde, entbinde dies nicht «von der Notwendigkeit, parallel ein reguläres, transparentes Auswahlverfahren durchzuführen». Weder die Gründe für das Ausbleiben eines Findungsverfahrens noch die strategischen Überlegungen der Stadt seien nachvollziehbar kommuniziert worden. Ein solcher Umgang mit einer zentralen Leitungsfunktion eines kommunalen Orchesters sei ungewöhnlich, intransparent und erklärungsbedürftig.

Eine öffentliche Debatte über die kulturpolitische Ausrichtung der Stadt Konstanz sei überfällig, so Unisono weiter. Diese Diskussion betreffe sowohl die Öffentlichkeit als auch die Beschäftigten. Beide bräuchten ein klares Bekenntnis, dass die Stadt weiterhin uneingeschränkt hinter ihrem Orchester stehe.

Die Bodensee Philharmonie Konstanz wurde 1932 gegründet. Sie gehört zu den wichtigsten Kulturträgern des deutschen Südwestens, prägt das kulturelle Angebot der Universitätsstadt Konstanz und stellt auch im Konzertleben der Schweiz eine wichtige Grösse dar. Mit über 60 fest angestellten Musikern erreicht das Orchester bei über 100 Konzerten pro Jahr rund 80’000 Menschen.

Nationalfonds fördert ZHdK-Projekt

Das Projekt «Animated Objects and Moving Sound Sources» der Zürcher Hochschule der Künste wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für vier Jahre gefördert.

ZHdK (Bild: Google Maps)

Das Projekt mit vollem Namen «Projekt Animated Objects and Moving Sound Sources: Expanding Spatial Audio in Post-Instrumental Practice» untersucht neue Konzepte und Methoden im Bereich der räumlichen Audiowiedergabe mit einem Fokus auf verkörperte und objektbasierte performative Praktiken in der zeitgenössischen Musik. Es wird für vier Jahre finanziell gefördert.

Unter der Leitung von Rama Gottfried verbindet das Projekt verschiedene Forschungsstränge des Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der ZHdK zum Thema Räumlichkeit. Es verknüpft 3D-Audio-Rendering mit Peter Fäbers Arbeit zu «Moving Sound Sources», Daniel Bisigs Forschung zur Bewegungsanalyse im Tanz sowie Gottfrieds Arbeit im postinstrumentalen Materialtheater und mit animierten Objekten als verkörperter Präsenz.

Hanna Järveläinen und Germán Toro Pérez beraten das  Projekt wissenschaftlich. Eine Postdoc- sowie eine PhD-Stelle werden im kommenden Jahr im Rahmen des Projekts ausgeschrieben.

Kanton Thurgau fördert David Flütsch

Der Kanton Thurgau unterstützt die Karriere des Schlagzeugers David Flütsch mit einem Förderbeitrag von 25 000 Franken.

David Flütsch (Bild: Flütsch/Instrumentor)

David Flütsch ist laut der Mitteilung des Kantons Thurgau in Graubünden aufgewachsen und hat in Zürich Jazzschlagzeug sowie Musikpädagogik studiert. Seit zehn Jahren ist er in Weinfelden zuhause und betreibt in Bürglen ein Musikstudio namens Sour Soul. Seine Kunden sind internationale wie auch regionale Musikbands gleichermassen. Er ist Musiker, Songwriter, Komponist sowie Sound Engineer und Sounddesigner.

Als hervorragender Schlagzeuger ist Flütsch Teil verschiedener Bands. Auch als Produzent hat er eine eigene Handschrift. Viele der Projekte, an denen er beteiligt war, wurden schweizweit gefördert und ausgezeichnet mit Nominationen und Awards wie der M4Music Demotape Clinic, so auch sein eigenes Projekt MonoDada.

Mit seinem aktuellen Vorhaben möchte er sich von der reinen Auftragsarbeit lösen, um Zeit zu haben, die eigene musikalische Handschrift zu stärken um zu einer klar profilierten, künstlerischen Eigenständigkeit zu finden. Er möchte sich vermehrt eigenen musikalischen Projekten widmen.

Der Kanton Thurgau vergibt einmal jährlich persönliche Förderbeiträge an Kulturschaffende aus dem Thurgau, die mit einem überzeugenden Vorhaben in ihrer Karriere einen Schritt weitergehen möchten. Die Förderbeiträge sind mit je 25 000 Franken dotiert.

Verbindung zwischen Schmerz und Kreativität

Ein Team unter Beteiligung der Uni Zürich und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich ist den Zusammenhängen zwischen Schmerz und Kreativität nachgegangen.

Universität Zürich (Bild: Leonhard Lenz/Public Domain)

Kreatives Handeln und Schmerz sind laut dem Team mit komplexen sensorischen und emotionalen Erfahrungen verbunden, was auf mögliche Überschneidungen zwischen ihren neuronalen Netzwerkmodellen, Lernregeln und exekutiven Funktionen hindeutet. Die Identifizierung und Charakterisierung dieser Gemeinsamkeiten könnte das Potenzial von Kreativität als therapeutischer Ansatz in der Schmerzbehandlung verdeutlichen.

In einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift Neuroscience & Biobehavioral Reviews stellt das Team Herausforderungen vor, die sich aus der aktuellen Forschung ableiten. Es hebt mehrere relevante Komponenten hervor, darunter physiologische Mechanismen, neuronale Netzwerkmodelle, Lernregeln und die Vorteile eines mehrstufigen Ansatzes, darunter zum Umgang mit Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen mit Schmerzsensibilisierung bei neurologischen Entwicklungsstörungen und klinischen Erkrankungen, wie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Autismus-Spektrum-Störungen.

Der Artikel zitiert zahlreiche Studien, die kreativen Ausdruck wie bildende Kunst und Musik mit verringerter Schmerzwahrnehmung in Verbindung gebracht haben, was darauf hindeutet, dass ganzheitliche, therapeutische Ansätze, die beides integrieren, nicht nur möglich, sondern auch erforschenswert sind. Schliesslich präsentiert es einen Rahmen für zukünftige Forschung zur Beziehung zwischen Kreativität und Schmerz und bietet damit eine Orientierung für therapeutische Möglichkeiten zur Bewältigung chronischer Schmerzen durch kreative Handlungen.

Originalartikel:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0149763426001077?via%3Dihub

Neue Leitlinien für Sampling

Das höchste europäische Gericht hat im Rahmen eines Rechtsstreits der Band Kraftwerk mit dem Musikproduzenten Moses Pelham neue Leitlinien für das Sampling geschaffen.

Kraftwerk in einer Aufnahme von 1975 (Bild: Public Domain)

Laut einem Bericht der Neuen Musikzeitung hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Sampling unter bestimmten Bedingungen ohne Erlaubnis der Rechteinhaber zulässig sein kann. Ein abschliessendes Urteil im konkreten Fall steht allerdings noch aus.

Der EuGH konzentriert sich dabei vor allem auf sogenannte Pastiches. Dabei handelt es sich um Verwendungen, die «an ein bestehendes Werk erinnern, gleichzeitig aber wahrnehmbare Unterschiede aufweisen. Darüber hinaus müssten sie mit dem Werk einen erkennbaren künstlerischen oder kreativen Dialog führen». Dieser Dialog könne verschiedene Formen annehmen, etwa die offene Nachahmung eines Stils, eine Hommage oder eine humoristische Auseinandersetzung.

Im Zentrum der Kontroverse stand eine zwei Sekunden lange Sequenz, die Pelham ohne vorherige Zustimmung der Musikgruppe aus dem Kraftwerk-Titel «Metall auf Metall» (1977) entnahm und etwas verändert in einem eignen Song nutzte. Weil die Verwendung von solchen Samples aus älteren Songs in der Musikindustrie eine verbreitete Praxis ist, hat der Streit Signalwirkung für die gesamte Branche.

Originalartikel:
https://www.nmz.de/politik-szene/musikwirtschaft/wie-weiter-im-streit-um-kraftwerk-beat-eugh-setzt-massstaebe

Streaming zerstört weltweit Einkommen der Musikbranche

Laut einer Studie des Oxford Internet Institute und der Universität Groningen leiden Musiker weltweit unter der praktisch totalen Zerstörung ihrer Einkommen durch Streaming.

 

Streamingdienste (Bild: flickr)

Auf der Grundlage einer Umfrage unter rund 1200 Musikern kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich Künstler in einem sogenannten «Streaming-Paradoxon» gefangen fühlen: Dank Streaming war es noch nie so einfach, sichtbar zu sein, doch ein angemessenes Einkommen bleibt unerreichbar. Gleichzeitig berichten Musiker, dass sie einem wachsenden Druck ausgesetzt sind, zu Content-Erstellern und Publikumsmanagern zu werden, die ständig Beiträge veröffentlichen, mit ihrem Publikum interagieren und Werbung betreiben – nur um wahrgenommen zu werden.

Das auffälligste Ergebnis der Studie ist jedoch, wie unterschiedlich Musiker in verschiedenen Ländern denselben Druck erleben. In Nigeria gaben 83 Prozent der Musiker an, dass sich ihre Karriere seit dem Aufkommen des Streamings verbessert habe. In den Niederlanden sagten dies nur 14 Prozent. Es gibt auch interessante Unterschiede zwischen Genres und Generationen. Diese Unterschiede deuten darauf hin, dass Kultur, Erwartungen und der wirtschaftliche Kontext die Art und Weise, wie Künstler sich im Zeitalter der Plattformen zurechtfinden, auf grundlegend unterschiedliche Weise prägen.

Originalbeitrag:
https://www.eurekalert.org/news-releases/1123042

Juan David Toro gewinnt Andorra Competition

Der ZHdK-Student Juan David Toro Martín hat die Andorra International Saxophone Competition, den weltweit wichtigsten Saxophonwettbewerb, gewonnen.

Juan David Toro schloss 2023 sein Studium am Konservatorium von Granada ab, wo er bei Professor Javier Linares Leyva studierte. Als Solist erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er trat als Gastsaxophonist mit dem Orquesta Ciudad de Granada (OCG) und dem Joven Orquesta Sinfónica de Granada (JOSG) auf. Im Mai 2023 wurde er zum Masterstudium in Performance an der Zürcher Hochschule der Künste in Zürich (ZHdK) unter der Leitung von Lars Mlekusch zugelassen.

Für den Wettbewerb gab es über 200 Bewerbungen aus der ganzen Welt. Knapp über 130 wurden zur ersten Runde nach Andorra eingeladen, drei Tage dauerte die erste Auswahl, dann folgten die Semi-Finale und schliesslich stellten sich sechs Kandidaten dem Finale mit Orchester, das Juan David für sich entscheiden konnte.

 

Werkbeiträge des Kantons Schwyz ausgeschrieben

Die Kulturkommission des Kantons Schwyz schreibt 2026 im Rahmen eines Wettbewerbs erneut Werkbeiträge für Kulturschaffende aus.

Rathaus in Schwyz. Foto: Tobyc75

Ziel der Vergabe von Werkbeiträgen sei «die unmittelbare und personenbezogene Förderung». Mit den Beiträgen wird es laut der Medienmitteilung des Kantons Kulturschaffenden erleichtert, sich während einer gewissen Zeit ihrem Schaffen zu widmen. Sie sollen sich auf eine experimentelle, innovative und künstlerische Idee einlassen oder ihre künstlerischen Kompetenzen gezielt vertiefen und entwickeln können. Werkbeiträge fördern in erster Linie künstlerisch interessante, eigenständige und realisierbare Vorhaben. Der Werkbeitrag ist primär für die persönliche künstlerische Weiterbildung der Kulturschaffenden gedacht.

Teilnahmeberechtigt sind 2026 Kulturschaffende mit einem Leistungsausweis in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Tanz und Theater sowie Kurz- und Animationsfilm, die im Kanton Schwyz seit mindestens zwei Jahren wohnhaft sind oder in einem engen Bezug zum Kanton (Herkunft, Schwerpunkt des künstlerischen Wirkens) stehen. Gruppen können teilnehmen, sofern ihr Arbeits- und Produktionsstandort seit mindestens zwei Jahren zur Hauptsache im Kanton Schwyz liegt.

Mehr Infos:
https://www.sz.ch/kanton/medien-und-datenschutz/medienmitteilungen/detailseite.html/8756-8757-8803-10391-10392/news/24839

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