Das Amt für Kultur des Kantons Bern schreibt die Auslandstipendien für die Aufenthalte 2021 zum ersten Mal spartenübergreifend aus. Damit können sich Kulturschaffende statt wie bisher alle fünf Jahre neu jedes Jahr für ein Auslandstipendium bewerben, je nach ihrer Schaffensperiode und Lebenssituation.
Musikzeitung-Redaktion
- 04. Feb. 2020
Foto: MEAX on Unsplash
Die Ausschreibung 2020 (Aufenthalt 2021) richtet sich an professionelle Berner Kulturschaffende mit überzeugendem Leistungsausweis und jeden Alters der Sparten Design, Kunst, Fotografie, Architektur, Literatur, Musik, Theater und Tanz. Davon ausgenommen sind Filmschaffende, für die jährlich zwei Weiterbildungsstipendien ausgeschrieben werden.
Der Kanton Bern verfügt über Ateliers und Studios in New York, Berlin (im Zweijahresrhythmus) und Paris. Die mehrmonatigen Auslandstipendien umfassen Wohn- und Arbeitsräume sowie einen Beitrag an die Lebenshaltungs- und Reisekosten. Die Kulturschaffenden erhalten die Möglichkeit, während einigen Monaten in einem anderen Kontext zu arbeiten, neue Impulse zu erhalten und sich mit der jeweiligen lokalen Kulturszene und oft auch darüber hinaus international zu vernetzen.
Eine Jury aus Delegierten der kantonalen und interkantonalen Kulturkommissionen sowie dem Fachausschuss der Berner Design Stiftung evaluiert jeweils die Bewerbungen. Die detaillierte Ausschreibung gibt Auskunft über die Bewerbungskriterien und Zulassungsbedingungen.
Vom 1. bis 4. April 2020 feiert Europas grösste Fachmesse der Musikwirtschaft ihren 40. Geburtstag. Dank den vielfältigen Begleitveranstaltungen ist sie ein lebendiger Treffpunkt der Musikszene.
Musikzeitung-Redaktion
- 03. Feb. 2020
Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Pietro Sutera,Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Pietro Sutera,Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Petra Welzel,Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Jean Luc Valentin,SMPV
Auch 2020 schafft die Musikmesse bestmögliche Voraussetzungen für den professionellen Austausch. So stehen an den ersten beiden Messetagen (Mittwoch, Donnerstag, 1. und 2. April) Fachbesucher im Mittelpunkt der Veranstaltung. Am Freitag und Samstag (3.und 4. April) gibt es spezielle Tickets für Privatbesucher. An diesen Tagen geht der Pop-up Erlebnismarkt Musikmesse Plaza als Zusatzangebot in die zweite Runde. Hier können musikinteressierte Endverbraucher Instrumente, Tonträger und Lifestyle-Produkte direkt kaufen und an einem randvollen Entertainment-Angebot teilnehmen. Ebenfalls am Freitag und Samstag findet die Premiere des Community Hubs «Home of Drums» auf dem Messegelände statt. Die Veranstaltung vereint Produktpräsentationen von Key-Playern im Schlagzeugbereich mit Wissenstransfer, Networking und Performances bekannter Drummer. Auch das begleitende Musikmesse Festival feiert in seiner fünften Auflage bereits ein kleines Jubiläum. Es bietet vom 31. März bis 4. April Konzerthighlights auf dem Messegelände sowie in ganz Frankfurt und lädt in diesem Rahmen auch Unternehmen zur Präsentation ihrer Künstler und Marken ein.
Abgabe freier Eintrittskarten
Leserinnen und Leser der Schweizer Musikzeitung, welche die Musikmesse 2020 besuchen möchten, senden eine Mail mit dem Betreff «Musikmesse 2020-Schweizer Musikzeitung» bis am 19. März 2020 an die E-Mail-Adresse: sk@tf-solutions.ch (Kontaktperson: Frau Susanne Kiene). Sie erhalten Eintrittsgutscheine – solange Vorrat.
Dieses Jubiläum steht für vier Jahrzehnte Partnerschaft zwischen der Messe Frankfurt und der internationalen Musikwirtschaft. 2020 markiert einen wichtigen Evolutionsschritt der Musikmesse. «Wir schaffen ein Gesamtevent, das alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette aktiviert – von Instrumentenherstellern bis hin zu Konzertpromotern, von Händlern bis zu Musikliebhabern, von langjährigen Branchenexperten bis zu interessierten Neueinsteigern. Mehr denn je setzen wir dafür auf zugkräftigen Content, den wir gemeinsam mit Ausstellern, Organisationen aus Bildung und Forschung sowie Think Tanks und Innovation Leadern realisieren», sagt Michael Biwer, Group Show Director des Bereichs Entertainment, Media & Creative Industries der Messe Frankfurt Exhibition GmbH.
Ein entscheidendes Ziel des Messekonzepts 2020 ist es, Unternehmen aller Grössen und Sparten eine Heimat auf der Veranstaltung zu geben. Das Spektrum der Aussteller, die bereits ihre Teilnahme an der Musikmesse erklärt haben, reicht von internationalen Key Playern bis zu kleinen Manufakturen und Hidden Champions, darunter AER Music, APC Instrumentos, Aquila Corde, Arnold Stölzel, Beltuna, Bosporus Cymbals, C.A. Götz, Cooperfisa, D’Addario, Dörfler, Enrique Keller, Franz Sandner, Godin, Hal Leonard, Kawai, Miraphone, Music Distribution Services, Musictech, PetzKolphonium, Pirastro, Saga Musical Instruments, Schilke, Suzuki und Thomastik Infeld.
Auf der zweitägigen Sonderveranstaltung «Home of Drums» beteiligen sich darüber hinaus zahlreiche wichtige Marken im Schlagzeug-Bereich, darunter DW, GEWA, Gibraltar, Gretsch, Latin Percussion, Mapex, Millenium, Natal, Paiste, PDP, Pearl, Protection Racket, Remo, Roland, Sabian, Sonor, Toca Percussion, Vic Firth, Yamaha, Zildjian und Zultan.
Networking & Education Area
Erneut findet die Musikmesse auf dem Ostgelände der Messe Frankfurt statt. So bildet Halle 3 den Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung. Ebene 3.0 präsentiert Neuheiten in den Bereichen Pianos und Keyboards, Drums und Percussion, E-Gitarren und -Bässe sowie Holz- und Blechblasinstrumente. In Ebene 3.1 finden akustische Gitarren, Streich- und Harmonika-Instrumente sowie Verlage und Verbände ihre Heimat.
Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Pietro Sutera
Halle 3
Zusätzlich entsteht dort mit der «Networking & Education Area» eine zentrale Begegnungs- und Weiterbildungsplattform. Sie bietet spezialisierte Vortragsbühnen zu Themen rund um Musikhandel und -vermarktung (Networking Forum) sowie zu Musikpädagogik und -therapie sowie kulturpolitische Themen (Education Forum). Zudem finden Messeteilnehmer eine Lounge für den professionellen Austausch mit Geschäftspartnern, Referenten und Branchenexperten. Unternehmen, die in diesem Rahmen teilnehmen und auf die Vorführung von Produkten verzichten möchten, können in diesem Areal mit einem reduzierten Standpaket Präsenz zeigen. Darüber hinaus stehen verschiedene All-Inclusive-Pakete für fertig eingerichtete Messestände in den Messehallen zur Verfügung – so können bereits kleine Unternehmen und Start-ups mit kleinem Kosten- und Organisationsaufwand an der Veranstaltung teilnehmen.
Circle Stages und weitere Themenfelder
Mit den Circle Stages führt die Messe Frankfurt eine weitere erfolgreiche Premiere der letztjährigen Musikmesse fort. An allen Messetagen erleben Besucher ein randvolles Programm an Workshops, Produktdemos und Live-Performances, das gemeinsam mit Ausstellern gestaltet wird. Die runden Bühnen sind mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet und befinden sich in direkter Nähe zu den Ausstellungsbereichen in Hallenebenen 3.0 und 3.1. Auch in und um die Festival Arena auf dem Freigelände sind Aussteller eingeladen, das Programm mitzugestalten und ihre Marken in Szene zu setzen.
Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Petra Welzel
Circle stage 2019
Bereits in den letzten Jahren hat sich die Musikmesse neuen Themenfeldern geöffnet und führt diesen Weg 2020 konsequent fort. Zu den Programmhighlights der Musikmesse zählen: • Deutscher Musikinstrumentenpreis mit feierlicher Preisverleihung • European Songwriting Awards: Das Live-Finale auf der Musikmesse • Fachtag KlassenMusizieren: Vortragsreihe speziell für Musiklehrer • Frankfurter Musikpreis für herausragende Musik-Persönlichkeiten • International Vintage Show: Gitarren mit Tradition und Geschichte • Music Tech Fest: Innovation Lab für kreative Entwickler • Music4Kids: Nachwuchsförderungs-Areal für musikalische Entdecker • Musikmesse Campus: Experten coachen die Profis von morgen • Musikmesse International Press Award für die besten Produkte des Jahres • SchoolJam: Musikmesse sucht «Deutschlands beste Schülerband» • Wettbewerb «Neue Therapie-Instrumente» für internationale Instrumentenbauer, Therapeuten und Künstler
Musikmesse Plaza: Pop-up Erlebnismarkt
Unter dem Namen «Musikmesse Plaza» werden am 3. und 4. April parallel zu den übrigen Angeboten Inhalte für eine erlebnisorientierte B2C-Zielgruppe gebündelt: von Musikern aller Kenntnisstufen über Sammler und Instrumentenliebhaber bis hin zu Fans und Neueinsteigern. Herzstück ist der Pop-up Markt in Halle 4.1, auf dem Anbieter ihre Produkte direkt an Endverbraucher verkaufen können. Darüber hinaus erwartet Besucher ein erweitertes Event-Programm mit Festival-Atmosphäre auf dem Freigelände. Bei einer riesigen Schallplatten- und CD-Börse können Musikliebhaber einige Schätze entdecken. Die Sonderausstellung International Vintage Show bringt ein erweitertes Programm inklusive Fender- und Gibson-Workshop sowie einer Vintage Guitar Party mit Star-Gitarrist Thomas Blug als Musical Director. Zudem steht das Areal Music4Kids für Familien offen.
Während der Musikmesse Plaza initiiert die internationale Schlagzeug- Branche mit der «Home of Drums» ein Meet-up-Konzept für Schlagzeuger und Percussionisten aus allen Teilen der Welt. Die Veranstaltung setzt auf praktische Use-Cases und persönlichen Austausch zwischen Herstellern und Musikern. Besucher erleben die Neuheiten von Top-Marken und können zudem an gemischten Teststationen Drumkits verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Kategorien vergleichen. Zahlreiche Aussteller bringen sich und ihre Künstler direkt ins Event-Programm ein. Auf der begleitenden Online-Plattform homeofdrums.com sind Schlagzeug-Begeisterte das ganze Jahr über dazu eingeladen, sich zu vernetzen, an Video-Lessons mit bekannten Künstlern teilzunehmen und sich über das Event auf dem Laufenden zu halten.
Musikmesse Festival: Kultur- und Konzerthighlights
Nach der Rekordveranstaltung 2019 mit über 100 Konzerten in rund 60 Locations wirft die fünfte Ausgabe des Musikmesse Festivals ihre Schatten voraus. Auch in diesem Jahr bringt es vom 31. März bis 4. April grossartige Konzerte in die Stadt und Event-Highlights auf das Frankfurter Messegelände. Für Unternehmen ergeben sich zahllose Möglichkeiten, eine urbane, musikaffine Zielgruppe zu erreichen und ihre Marke zu promoten. Die Messe Frankfurt bietet Unterstützung bei der Organisation eines Events auf dem Gelände oder in einem der teilnehmenden Clubs oder vermittelt einen örtlichen Veranstalter. Ebenso können Firmen als Sponsor von Events und Bühnen auftreten. Besucher der Musikmesse erhalten ein Festival-Bändchen, mit dem sie alle Events kostenlos oder zum vergünstigten Preis besuchen können.
Messe Frankfurt Exhibion GmbH / Jean Luc Valentin
Festival Arena 2019: Big Band der Bundeswehr
Wiederentdeckte Ammann-Messe
Anlässlich der Heiligsprechung von Niklaus von Flüe wurde 1947 in Rom eine zwölfstimmige Messe des Schweizer Komponisten Benno Ammann uraufgeführt. Das Werk, das in der Folge in Vergessenheit geriet, ist von den Balser Madrigalisten wieder entdeckt worden.
Musikzeitung-Redaktion
- 03. Feb. 2020
Benno Ammann stammt aus Gersau/SZ. Foto: JoachimKohlerBremen/wikicommons
Die Messe Ammanns (1904–1986) wurde in Rom anlässlich der Heiligsprechung von Niklaus von Flüe uraufgeführt. Ihre Bedeutung wird nach Einschätzung der Basler Madrigalisten «schweizerisch und international ausserordentlich hoch bewertet und in Fachzeitschriften vorbesprochen». Es handle sich, nach der Entdeckung von Frank Martins Messe, um den bedeutendsten Fund der letzten Jahre, was die Messevertonungen Mitte des 20. Jahrhunderts der Schweiz betreffe.
Die Basler Madrigalisten realisieren nun die Schweizer Erstaufführung von Ammanns Missa «Defensor Pacis» ad 6–12 voces inaequales in honorem Sancti Nicolai Helvetii Eremitae, die im Palestrina-Stil als Höhepunkt in dessen kirchenmusikalischem Schaffen gilt.
Wer in den letzten zwei Jahren doktoriert und einen Schweizer Bezug hat, kann sich bis am 20. März bei der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft für den Handschin-Preis 2020 bewerben.
Seit 2009 verleiht die Schweizerische Musikforschende Gesellschaft (SMG) alle zwei Jahre den Handschin-Preis für den musikwissenschaftlichen Nachwuchs. Das Preisgeld beträgt 3000 Franken. Bewerbungsberechtigt sind Doktorierte, die ihre Promotion zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2019 einschliesslich der Verteidigung abgeschlossen haben und – das Schweizer Bürgerrecht besitzen oder – an einer Schweizer Institution promoviert haben oder – an einer Schweizer musikalischen Institution mit einem Pensum von mehr als 25% seit über einem Jahr angestellt sind oder – mit ihrer Dissertation einen relevanten Beitrag zur schweizerischen Musikgeschichte leisten, Staatsbürgerschaft und akademische Filiation spielen hierbei keine Rolle.
Bewerbungen nimmt die Geschäftsstelle der SMG bis 20. März 2020 an, elektronische Bewerbungen können an den Sekretär Benedict Zemp (benedict.zemp@musik.unibe.ch) gerichtet werden. Die Preisverleihung findet am 17. September 2020 im Rahmen des ersten Studientages der SMG für den wissenschaftlichen Nachwuchs statt. Der Bewerbung sind beizulegen: – Dissertation (elektronisch) – Motivationsschreiben – Lebenslauf
Sonate für Klavier Nr. 28
Jeden Freitag gibts Beethoven: Zu seinem 250. Geburtstag blicken wir wöchentlich auf eines seiner Werke. Heute auf seine A-Dur-Klaviersonate aus den Jahren 1815/16.
Michael Kube
- 31. Jan. 2020
Die Elementarteilchenphysik hat ihr Standardmodell, mit dem die wichtigen Wechselwirkungen beschrieben werden. In der Mathematik arbeitet man hingegen mit Standardabweichungen, um die Entfernung von einem Mittelwert zu bestimmen. Und in der Musik gibt es die Sonatensatzform. Von Adolph Bernhard Marx Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt und bis heute in der Schule gepredigt, wird allzu schnell vergessen, dass dieses Modell wohl nur in wenigen, meist besonders langweiligen Fällen ohne Ausnahme funktioniert. Dass Begriffe wie Exposition, Überleitung, Seitenthema und Schlussgruppe dennoch im Gebrauch sind und unverzichtbar erscheinen, hat vielleicht nur einen Grund: Sie dienen als abstrakte Chiffren, mit denen sich Eigenarten einer Komposition trefflich beschreiben lassen – zumindest meistens.
Wenig überraschend hat Beethoven 1815/16 seine Klaviersonate op. 101 denn auch «anders» angelegt. Auf gleich mehreren Ebenen durchbricht er die noch jungen Konventionen der Gattung, so dass auch Marx trocken konstatieren muss, dass hier «der Name Sonate für eine vom gewöhnlichen Sonatenbau wesentlich abweichende Gestaltung angewendet» wird (Beethoven. Leben und Schaffen, 2. Aufl. 1863, Bd. 2, S. 216). Dies betrifft zunächst die Satzfolge mit einem formal changierenden Kopfsatz, einem lebhaften Marsch und einem langsamen Satz, der wie eine gross angelegte Einleitung zum Finale wirkt (einschliesslich einer Reminiszenz an den Kopfsatz).
Darüber hinaus gilt dies aber auch für die Anlage des Verlaufs – mit Elementen der Fantasie, des Rezitativs oder der Toccata – wie für die Faktur mit ausgesprochen kontrapunktischen Verfahren: Das Trio des Marsches ist als Kanon angelegt, die Durchführung des Finales als weit dimensionierte Fuge. Ferner eröffnet Beethoven mit den deutschsprachigen, im Detail ausdifferenzierten Tempo- und Charakterbezeichnungen einen vollkommen neuen Ausdruckshorizont, der ebenso wie die zyklische Anlage des Werkes weit über das Jahr der Entstehung hinausweist.
Seit 1. Januar 2020 sind die Werke von Richard Strauss gemeinfrei. Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) digitalisiert deshalb umfangreiche Quellenmaterialien zum Oeuvre des Komponisten und macht sie online frei verfügbar.
Musikzeitung-Redaktion
- 30. Jan. 2020
«Ägyptische Helena», Ausschnitt aus dem Libretto-Entwurf. Bildnachweis s. unten,SMPV
Die Sammlung enthält bisher kaum beachtete autographe Skizzen unter anderem zu den Bühnenwerken Intermezzo, Die Ägyptische Helena und Die Schweigsame Frau. Einsehbar sind ferner Strauss‘ Briefe an den Generalmusikdirektor Ernst von Schuch und den Kapellmeister Hermann Kutzschbach. Das Bühnengeschehen der Rosenkavalier-Uraufführung in Dresden wird durch Bühnenskizzen und Kostümentwürfe Alfred Rollers erlebbar.
Zentrale Quellen sind zudem die seit den Ur- und Erstaufführungen genutzten Orchestermaterialien zu bisher zehn Bühnenwerken, darunter Salome, Elektra, Rosenkavalier, Die Frau ohne Schatten. Diese im Besitz der Staatskapelle Dresden befindlichen Materialien wurden von der SLUB im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen bearbeitet und veröffentlicht.
Der diesjährige Heidelberger Künstlerinnenpreis wird am 19. Februar während eines Konzerts vergeben. Dabei wird Skrzypczaks Orchesterwerk «Initial» aufgeführt.
Bettina Skrzypczak wird mit dem Heidelberger Künstlerinnenpreis für das Jahr 2020 ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgt am 19. Februar 2020 im Rahmen eines Konzerts des Philharmonischen Orchesters Heidelberg. Die Auszeichnung wurde 1987 ins Leben gerufen und ist weltweit der einzige Preis, der ausschliesslich an Komponistinnen vergeben wird. Zu den Preisträgerinnen gehören unter anderen Sofia Gubaidulina (1991), Younghi Pagh-Paan (1995), Olga Neuwirth (2008), Isabel Mundry (2011) oder Chaya Czernowin (2016).
Im Konzert am 19. Februar – mit Wiederholung am 20. Februar – erklingt das Orchesterwerk Initial von Bettina Skrzypczak. Es wurde 2007 vom Orchestre de Chambre de Lausanne beim Festival Les Amplitudes in La Chaux-de-Fonds uraufgeführt. Seither ist es mehrfach auch international nachgespielt worden, so beim Festival Warschauer Herbst und bei der Biennale Musica in Venedig.
Bettina Skrzypczak ist Professorin für Komposition und Theorie an der Hochschule Luzern – Musik. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im Schweizer Kulturleben; bis 2016 leitete sie das von ihr gegründete Ensemble Boswil für zeitgenössische Musik, und 2015 wirkte sie als Kuratorin der Tage für Neue Musik Zürich. Als Jurorin, Expertin und Gastdozentin ist sie bei internationalen Kompositionskursen gefragt. Sie ist Autorin zahlreicher Texte über zeitgenössische Musik. Gegenwärtig arbeitet sie an einer Orchesterkomposition für das Lucerne Festival, die am 6. September von der Basel Sinfonietta uraufgeführt wird.
Kantonale Stufentests in Luzern
Im Februar 2020 findet an der Musikschule Luzern zum ersten Mal der kantonale Stufentest Luzern statt. Bei dieser freiwilligen Standortbestimmung werden rund 130 Schülerinnen und Schüler vor einer Fachperson spielen oder singen sowie eine Theorieprüfung absolvieren.
PM/Codex flores
- 29. Jan. 2020
(Bild: Stadt Luzern/zvg)
In anderen Kantonen hätten sich vergleichbare Tests bereits erfolgreich etabliert, schreibt die Stadt Luzern. Die Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern, der Verband für die Luzerner Musikschulen sowie ausgewählte Instrumental- und Vokallehrpersonen und Musikschulleitungen haben gemeinsam eine Luzerner Variante dieser Stufentests entwickelt.
Die Tests haben sechs Stufen mit ansteigenden Anforderungen. Schon nach wenigen Unterrichtsjahren kann die erste Stufe bestanden werden, während sich die sechste Stufe an den Aufnahmekriterien für ein Berufsstudium an Musikhochschulen orientiert. Je nach Leistung kann alle zwei bis drei Jahre die nächsthöhere Stufe absolviert werden. Die Stufentests tragen dazu bei, die eigene Leistung transparent zu machen, Ziele zu setzen und den persönlichen Lernplan zu gestalten.
Auf allen Stufen wird ein Pflichtstück aus einer verbindlichen Liste gewählt, ein weiteres Stück wird selber gewählt. Dazu kommen Fragen zu Musiktheorie und Rhythmik sowie ein schriftlicher Test. Als Experten sind Instrumental- und Vokallehrpersonen der Musikschulen im Kanton Luzern im Einsatz.
Mit den Stufentests wird ein weiterer Schritt zur regionalen Zusammenarbeit im Bereich der musikalischen Bildung im Kanton Luzern gemacht. Im Zentrum steht aber die optimale Förderung der musikalischen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, die durch die Stufentests zusätzliche Unterstützung erhält.
Öffentliches Zertifikatskonzert Am Samstag, 8. Februar 2020, findet das Zertifikatskonzert statt. An dieser öffentlichen Veranstaltung treten ausgewählte Teilnehmende mit ausgezeichneten Leistungen auf, und alle erfolgreichen Prüflinge nehmen ihr Zertifikat in Empfang.
Zertifikatskonzert des Kantonalen Stufentest Luzern
Samstag, 8. Februar 2020, 16 Uhr Südpol, Arsenalstrasse 28, 6010 Kriens, Grosse Halle Freier Eintritt Weitere Informationen: www.musikschuleluzern.ch
Asuto Kitamura gewinnt Rahn-Musikpreis 2020
Vom 15. bis 17. Januar 2020 fanden im ZKO-Haus in Zürich die Vorspiele für den Rahn-Musikpreis statt. Die Jury zeichnete vier der acht Finalisten mit je einem Preis aus.
Von den 29 Klavier-Studierenden aus dem In- und Ausland, die an einer Schweizer Musikhochschule immatrikuliert und nach dem 1. September 1992 geboren sein mussten, qualifizierten sich acht Kandidatinnen und Kandidaten für das Finale. In der ersten und zweiten Wettbewerbsrunde hatten sie Stücke aus einem von der Jury (Benjamin Engeli, Adrian Oetiker, Walter Prossnitz und Oliver Schnyder) definierten Repertoire vorzutragen.
Der erste Preis (12’000 Franken) ging an Asuto Kitamura aus Japan, Jahrgang 1996, und der zweite (8000 Franken) an Georgiana Pletea aus Rumänien, Jahrgang 1993. Beide Drittpreisträger, Jérémie Conus aus der Schweiz, Jahrgang 1994, und Yilan Zhao aus China, Jahrgang 1995, erhielten je 4000 Franken.
Foto: Rahn Musikpreis / Priska Ketterer
Georgiana Pletea
Preisträgerkonzert in der Tonhalle Maag
Der Erstpreisträger und die Zweitpreisträgerin erhalten zusätzlich einen Auftritt als Solist bzw. Solistin am Rahn-Preisträgerkonzert mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Andrew Joon Choi. Zudem wird ihnen die live Bild- und Tonaufnahme des Konzerts als Streaming-Link zur Verfügung gestellt. Das Rahn-Preisträgerkonzert findet am 30. März 2020 um 19.30 Uhr in der Tonhalle Maag in Zürich statt. Asuto Kitamura wird Schumanns a-Moll-Klavierkonzert op. 54 interpretieren, Georgiana Pletea Mozarts d-Moll-Konzert KV 466.
Nach dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten Rolf Keller hat der Aargauer Regierungsrat das Präsidium des Aargauer Kuratoriums öffentlich ausgeschrieben. Gewählt ist nun die Badenerin Daniela Berger.
Musikzeitung-Redaktion
- 28. Jan. 2020
Daniela Berger. Foto: zVg
Daniela Berger war von 2002 bis 2015 Mitglied des Stadtrats Baden und stand in dieser Funktion dem Ressort Kultur / Kinder Jugend Familie vor. Unter anderem fiel in diese Zeit der Aufbau einer neuen professionellen Kulturförderung in der Stadt Baden und die Aufgleisung des Um- und Erweiterungsbaus des Kurtheaters Baden. Daniela Berger ist Gründungs- und Geschäftsleitungsmitglied der Badener Tanzcentrum AG und dort auch als Tanzlehrerin tätig.
Das Aargauer Kuratorium fördert insbesondere das professionelle zeitgenössische Kunstschaffen im oder mit engem Bezug zum Kanton. Das elfköpfige Gremium entscheidet als Fachgremium im Rahmen der bewilligten Mittel abschliessend über Förderbeiträge. Die einzelnen Förderbereiche – unter anderem Kunst in sämtlichen Sparten, immaterielles Kulturerbe, spezifische Weiterbildung für Kulturschaffende, Auszeichnungen – müssen durch die elf Mitglieder des Kuratoriums angemessen vertreten sein.
Zimmermann erhält Ernst-von-Siemens-Preis
Der auch als Nobelpreis der Musik gehandelte Preis der in der Schweiz ansässigen Ernst von Siemenes Musikstiftung geht heuer an die Bratschistin Tabea Zimmermann.
Musikzeitung-Redaktion
- 27. Jan. 2020
Foto: Marco Borggreve
Tabea Zimmermann studierte unter anderem bei bei Sandor Végh am Mozarteum in Salzburg und ist unter anderem Gewinnerin des internationalen Wettbewerbs in Genf 1982. Ab 1987 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 konzertierte sie regelmässig mit ihrem Ehemann David Shallon.
Sie lebt in Berlin und hat drei fast erwachsene Kinder. Professuren hatte Tabea Zimmermann bereits an der Musikhochschule Saarbrücken und an der Frankfurter Hochschule für Musik inne; seit Oktober 2002 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler». Sie hat überdies das Interesse vieler zeitgenössischer Komponisten für die Bratsche geweckt und zahlreiche neue Werke in das Konzert- und Kammermusikrepertoire eingeführt.
Die Auszeichnung der Ernst von Siemens Musikstiftung ist mit 250’000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Musikpreisen weltweit.
Lobbying und Unternehmertum als Vorbild
Der Verband Musikschulen Schweiz lud am 17. und 18. Januar zur 9. Ausgabe des Forums Musikalische Bildung (FMB) ins Trafo Baden. Das Thema lautete «Wege zum Ziel – Chancen einer Gesellschaft im Wandel».
Niklaus Rüegg
- 27. Jan. 2020
Reger Austausch untereinander ist am FMB zentral. Foto: Niklaus Rüegg
Das FMB findet seit 2012 alle zwei Jahre statt und gehört zum festen Bestandteil der Agenda vieler Bildungsverantwortlicher. Christine Bouvard Marty, Präsidentin des Verbands Musikschulen Schweiz (VMS), durfte in diesem Jahr eine beeindruckende Zahl an Besucherinnen und Besuchern begrüssen, die Mehrheit davon war an beiden Tagen anwesend: Weit über 400 Tageseintritte wurden abgesetzt.
Im Jahr 2007 rief der damalige Präsident des VMS, Hector Herzig, das FMB ins Leben, um die musikalische Bildung als wichtigen Bestandteil der Gesamtbildung im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern. Dieses Anliegen fand in der grandios gewonnenen Volksabstimmung über die «Musikalische Bildung» 2012 einen ersten Höhepunkt. In den ersten fünf Foren (2007 bis 2012, anfänglich noch jährlich stattfindend) wurden folgerichtig neben musikpädagogischen und Zukunftsthemen die politischen Aspekte der Bildung stark gewichtet. Da sich die Umsetzung des Verfassungsartikels 67a «Musikalische Bildung» inzwischen am Vierjahresrhythmus der Kulturbotschaft orientiert, deren dritte Periode (2021–2024) in diesem Jahr in die entscheidende Phase der parlamentarischen Beratung geht, lag es nahe, auch diesmal einen Fokus auf die Politik zu richten.
Menschenrecht Musik
Ein ebenso aufschlussreiches wie unterhaltsames Referat zu den Mechanismen der Macht in Bundesbern hielt Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands und CVP-Nationalrat (SG). Unter dem Titel «Politisch erfolgreich sein – was man von den Bauern lernen kann» präsentierte er eine Sieben-Punkte-Anleitung. Als äusserst erfolgreicher und bekennender Lobbyist hat Ritter mehrfach bewiesen, dass seine Rezepte zum Erfolg führen: «Das Richtige, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Form, mit der richtigen Person, am richtigen Ort zu tun, ist grundlegend für den Erfolg», stellte er fest.
Über ein grosses politisches Wissen verfügt auch Max Fuchs, Honorarprofessor für Erziehungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Für seine Leistungen als ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Kulturrats und als Mitglied des Bundesjugendkuratoriums wurde Fuchs mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In einer wissenschaftlich stringenten Art und Weise leitete er in seinem Vortrag, ausgehend von der «Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte» der UNO (1948), ein «Menschenrecht Musik» ab.
David Vitali vom Bundesamt für Kultur (BAK), dort unter anderem zuständig für die musikalische Bildung, sprang als Referent für die verunfallte Direktorin des BAK, Isabelle Chassot, ein. Vitali erläuterte die in parlamentarischer Beratung befindliche Kulturbotschaft und hob die Pläne zur Umsetzung der musikalischen Begabtenförderung hervor. Der Referent nahm anschliessend unter der Gesprächsleitung von Jodok Kobelt zusammen mit Christine Bouvard Marty, Max Fuchs und dem Direktor des Schweizer Gemeindeverbands, Christoph Niederberger, an einer «Table ronde» teil.
Im Bann der Digitalisierung
Das FMB versteht sich traditionellerweise als Impulsgeberin für Zukunftskonzepte der Bildung. Den Auftakt des zweiten Tags machte Jan Rihak, Start-up-Gründer und Entwickler von «Classtime», einer in verschiedenen Ländern bereits erfolgreich eingesetzten, webbasierten Partizipations- und Prüfungsplattform für den modernen Unterricht. In seinem Vortrag «Ein unternehmerischer Spirit mit Modellcharakter für Bildungsinstitutionen?» präsentierte er Learnings aus der Programmentwicklung, und bot diese den Zuhörenden als Hilfestellung für eventuelle eigene Projekte an.
Anstelle des erkrankten Peter Röbke sprach Michaela Hahn, Professorin für Musikschulforschung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, zum Thema «Aspekte einer Musikpädagogik der Gegenwart». Sie warf einen Blick auf die Wurzeln und die Entwicklung der Musikschulbewegung bis heute, benannte den gesellschaftlichen Auftrag der musikalischen Bildungsinstitutionen und stellte einige impulsgebende europäische Modellprojekte vor.
Einer der führenden Soziologen Deutschlands, Armin Nassehi, Ordinarius an der Ludwig-Maximilians-Universität München, äusserte sich in seinem Referat «Bildung gestalten in der digitalen Gesellschaft» zur Bedeutung der Digitalisierung. Er erörterte die Frage: «Für welches Problem ist die Digitalisierung die Lösung?» und stellte diese epochale Errungenschaft in eine Reihe mit anderen weltverändernden Erfindungen wie dem Buchdruck oder der Dampfmaschine. Wie in allen Lebensbereichen sei die Digitalität auch in der Bildung ein Fakt. Die Technik sei aber in den Dienst der Bildungsziele zu stellen.
Gut umrahmt und Good Practices
Das musikalische Rahmenprogramm war wie immer von erlesener Qualität. Das Klarinettenquartett Quadrifoglio hatte sich im Thurgauer und im Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb (SJMW) bereits erste Preise mit Auszeichnung erspielt. Damit verdienten sich diese hochmusikalischen jungen Menschen auch einen VMS-Spezialpreis. Der zweite VMS-Preis ging an die Rockband Weird Fishes. Sie hatte bereits am SJMW Jazz&Pop für Furore gesorgt und mit ihrem progressiven Sound das Publikum vom Hocker gehauen. Der Hitparaden-Habitué Gustav setzte den Schlusspunkt des ersten Tages. Er ist seit Jahren bekannt für seine pädagogisch motivierten Schulkonzerte.
Zum dritten Mal führte der VMS seinen Wettbewerb mit zukunftsweisenden Musikschulprojekten durch. Dieses Mal gab es keine Zweit- und Drittplatzierten, sondern gleich drei erste Plätze: Die «Ecole de Jazz et de Musique Acutelle» (EJMA) verdiente sich nach Ansicht der Fachjury unter dem Vorsitz von Felix Bamert einen davon für ihr Projekt «Département de musique assistée par ordinateur (MAO)». Der nächste ging an die Swiss Jazz School Bern (SJS), für das Projekt «iMPro-Webapp: Das digitale Lehrmittel für Improvisation». Den Publikumspreis holte sich die Musikschule Olten mit «Offene Musikschule Olten – Mehr Raum und Zeit für die Musik».
Das nächste FMB findet am 21. und 22. Januar 2022 in Baden statt.
25 Schottische Lieder
Jeden Freitag gibts Beethoven: Zu seinem 250. Geburtstag blicken wir wöchentlich auf eines seiner Werke. Heute auf seine 25 Schottischen Lieder.
Michael Kube
- 24. Jan. 2020
«Nach Schottland! Wann fahren wir? Habe ich noch Zeit, meine Zigarre zu Ende zu rauchen?» Ja, Zeit war da, auch ein Steamer, für den der bedeutende Komponist Jonathan Savournon gleich zwei Schiffspassagen gesponsert bekommen hatte. Musikalische Werke von Savournon haben sich nicht erhalten, denn er entsprang der wunderbaren Fantasie von Jules Verne. Mit seinem Roman von der Reise mit Hindernissen nach England und Schottland steht er auch heute noch auf der Höhe der Zeit, vor allem mit dem weisen Fazit: «Sie haben alles gestreift, aber in Wahrheit haben sie nichts gesehen!» Inspiriert hat Verne übrigens nicht etwa Mendelssohns Reise in die Highlands oder dessen Schottische Sinfonie, sondern eine eigene Exkursion im Jahre 1859, die er gemeinsam mit dem französischen Komponisten Aristide Hignard (1822–1898) unternahm.
Und Beethoven? Bekanntermassen hat er weder die Seine noch den Firth of Forth gesehen. Dann aber nahm George Thomson (1757–1851) aus dem fernen Edinburgh 1803 Kontakt mit ihm auf, nachdem dieser bereits bei Haydn, Pleyel und Koželuh kammermusikalisch begleitete Arrangements und knapp gefasste Einleitungen zu schottischen Weisen bestellt hatte: für Singstimme(n), Klavier, Violine und Violoncello. Bis 1820 hat Beethoven knapp 170 Bearbeitungen dieser Art angefertigt, und es darf vermutet werden, dass es für ihn nicht nur ein lukratives Brotgeschäft war. So ersetzen diese Arrangements in seinem Œuvre die Folge der originären Klaviertrios, die 1811 mit dem grossformatigen Werk in B-Dur op. 97 zu einem Abschluss gekommen war. Denn Thomsons Wunsch nach instrumentalen Vor- und Nachspielen eröffnete Beethoven einen kompositorischen Freiraum – ein Freiraum, der allerdings in Edinburgh unverstanden blieb. Umso klarer wurde er von einem anonymen Rezensenten der 1822 bei Schlesinger in Berlin erschienenen deutschen Ausgabe erfasst: «Kein entschlafener Barde wird hier aus den Trümmern nebelvoller Vorzeit geweckt: Beethoven’s selbstständiger Geist ist es, der hier über Hügeln des Schlummers in einem sich selbst erträumten Lande wandelt, das er Schottland nennt.» (Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 30, 1828, Sp. 284)
Eine Studie der Uni Basel weist nach, dass Informationen zu einem Kunstwerk keinen Einfluss auf das ästhetische Erlebnis haben. Die Resultäte dürften auch für das Erleben von Musik relevant sein.
Musikzeitung-Redaktion
- 23. Jan. 2020
Bild: SMZ,SMPV
Beim ästhetischen Erleben handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel von Wahrnehmungsweisen und kognitiven Prozessen: Merkmale der Kunstwerke wie die Farbgebung und die dargestellten Inhalte spielen eine Rolle, aber auch individuelle Eigenschaften des Betrachters wie seine Fachkenntnis sowie kontextbezogene Faktoren – etwa der Titel eines Kunstwerks.
Wie Kontextinformationen zu den Kunstwerken das ästhetische Empfinden beeinflussen, haben Forschende der Universität Basel um die Psychologen Jens Gaab und Klaus Opwis in einer realen Ausstellungssituation untersucht. Insbesondere gingen sie der Frage nach, ob und wie sich verschiedene Arten von Informationen auf die ästhetische Erfahrung von Museumsbesucherinnen und -besucher auswirken.
Frühere Forschung hat gezeigt, dass Kontextinformationen die Wahrnehmung und das Erleben massgeblich prägen können – etwa wenn Wein den Konsumenten besser schmeckt, wenn sein Preis höher angegeben wird.
Je tiefer man ins Thema «Stadt und Land» eintaucht, desto mehr verschwimmen die Gegensätze – auch aus musikalischem Blickwinkel betrachtet.
SMZ
- 22. Jan. 2020
Titelbild: neidhart-grafik.ch
Je tiefer man ins Thema «Stadt und Land» eintaucht, desto mehr verschwimmen die Gegensätze – auch aus musikalischem Blickwinkel betrachtet.
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Focus
Hinterland und Megacity Die gesellschaftlichen Ränder als Orte der Kreativität
Un creuset de vie culturelle en province L’accueil d’artistes en résidence de travail est une belle occasion de nourrir la vie culturelle locale, en plus de favoriser la création
Stadt vs. Land? Event vs. Kultur! Subjektive Befunde zu urbanen und ländlichen Auftrittsorten
Par le peuple et pour le peuple Entretien avec Michel Caspary, directeur du Théâtre du Jorat à Mézières
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute Wenn der Städter einst vor die Tore trat, war er dann auf dem Land?
Seit Januar 2017 setzt sich Michael Kube für uns immer am 9. des Monats in die Reihe 9 – mit ernsten, nachdenklichen, aber auch vergnüglichen Kommentaren zu aktuellen Entwicklungen und dem alltäglichen Musikbetrieb.
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