Dragos Tara vertritt die Schweiz

Der Komponist Dragos Tara wurde mit dem Werk «Pixel» von der Jury der ISCM World Music Days als Schweizer Vertretung des Festivals gewählt, das im Herbst in Kanada stattfindet.

Foto: Ensemble Phoenix Basel/Dragos Tara

Die ISCM World Music Days ist das jährlich stattfindende Festival der 1922 gegründeten Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (International Society for Contemporary Music, http://iscm.org) und findet 2017 vom 2. bis 8. November an der kanadischen Westküste in Vancouver statt. Die zur Auswahl stehenden Werke werden von den 65 Länder-Sektionen eingereicht und der Festivaljury unterbreitet. Die Eingaben der Schweizer Gesellschaft für Neue Musik SGNM/SSMC koordiniert ihr Vizepräsident Nicolas Farine. Das Programm der ISCM WMD 2017 ist unter http://iscm2017.ca/home/ online.

Dragos Tara ist 1976 in Bukarest geboren und in der Schweiz aufgewachsen. Der Lausanner Kontrabassist und Komponist hat bei Michael Jarell, Eric Gaudibert, Emmanuel Nunes, Nicolas Bolens, Luis Naon, und Rainer Boesch Komposition respektive Elektroakustische Musik studiert. Er ist Mitbegründer und Mitglied der Association Rue du Nord, der Compagnie du Phonoscope und von CH.AU. Seine Werke wurden von Vortex, dem NEC und Phoenix gespielt, das STEIM Amsterdam und das CMMAS in Mexiko gewährten ihm 2008, 2010 und 2013 Arbeitsresidenzen. 2014 war er für den Schweizer Musikpreis nominiert. Sein Stück «Pixel» ist ein Hybrid zwischen Installation und Konzertstück für Kontrabass solo und Live-Elektronik und erlebte seine Uraufführung am Festival Présences Electroniques in Genf.

Hochschule Luzern übernimmt Jazzarchiv

Die Forschungsabteilung der Hochschule Luzern Musik übernimmt und archiviert zusammen mit der Schweizer Nationalphonothek das ganze Archiv des Schaffhauser Jazzfestivals.

Vertragsunterzeichnung zur Übernahme des Jazzarchivs (Bild: zvg)

Seit 28 Jahren dokumentiert das Schaffhauser Jazzfestival als Werkschau des aktuellen Schweizer Jazzschaffens die Schweizer Szene praktisch lückenlos. Mit der Schenkung werde «nicht nur eine professionelle Archivierung garantiert, sondern auch der öffentliche Zugang geschaffen», ähnlich wie die HSLU-Musik das mit dem Archiv des Jazzfestival Willisau bereits tue, schreiben die Verantwortlichen.

Zusammen mit der Schweizer Nationalphonothek wird die Hochschule das Material – über 3000 Bewerbungsunterlagen, über 2500 Stunden Tonaufnahmen durch SRF 2 Kultur, Medienberichte und Festivalfotographien, Konzertvideos, sämtliches Werbematerial (Plakate, Programmheft, Flyer und so weiter) – aufarbeiten, katalogisieren und aufbewahren – um es als Online-Archiv in rund zwei Jahren über den Web-Auftritt des Schaffhauser Jazzfestivals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ben Pryer gewinnt Aargauer Wettbewerb

Der neu gegründete Aargauer Verein mission4music hat einen Wettbewerb initiiert und umgesetzt. Zu gewinnen gibt’s die Aufnahme einer Live-EP inklusive Reisekosten. Erster Nutzniesser ist der 21-jährige Engländer Ben Pryer.

Ben Pryer (Bild: Ben Pryer Photos)

Pryer verfügt über einige musikalische Erfahrung: Schon mit 18 Jahren war er Mitglied der britischen Boy Band M.A.D. Live wird er seinen Gesang mit Gitarre und Loop begleiten. Sein Repertoire reicht von Elvis Presley bis Ed Sheeran. Aber der Brite wird auch eigene Songs präsentieren. Unterstützt wird er von zwei Supportern aus Deutschland, die ebenfalls am Wettbewerb teilgenommen haben.

Der Wettbewerb wurde vom neu gegründeten Aargauer Verein mission4music initiiert und umgesetzt. Ziel des Vereins ist die Realisierung und Unterstützung von Projekten im Musikbereich, speziell kombiniert mit neuen Medien.

Mehr Infos: https://missionformusic.webling.ch/web.php/woq4BB/Konzert.html

 

Kasi Geissers Vermächtnis im Web

Ende Mai wird der gesamte Nachlass des singulären Volksmusikanten Kasi Geisser für die Öffentlichkeit online zugänglich sein. Das Haus der Volksmusik lanciert zu dieser Gelegenheit einen Wettbewerb: Musikschaffende aus allen Sparten sind aufgefordert, sich Kompositionen auszusuchen und neu zu interpretieren.

(Bild: Wettbewerbs-Flyer)

Ab 30. Mai 2017 wird der gesamte Nachlass für die Öffentlichkeit auf der digitalen Plattform www.volksmusik.ch zugänglich sein. Mit einem Startprojekt werden Musikschaffende aus allen Sparten aufgefordert, sich Kompositionen auszusuchen und neu zu interpretieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ziel ist es, die Relevanz der Geisser-Kompositionen für zeitgenössische Musik darzulegen.

Ein Wettbewerb gibt Musikschaffenden die Möglichkeit, ein neues Arrangement oder eine innovative Interpretation des Originals einzureichen. Die zehn spannendsten Interpretationen werden von einer Fachjury ausgewählt und in einem Konzert am 3. Dezember 2017 in Altdorf aufgeführt.

Der erste Preis wird mit 3000 Franken dotiert. «Quasi Geisser – der Wettbewerb» ist ein Projekt von «Überkantonale kulturelle Kompetenzzentren» unterstützt von Pro Helvetia im Rahmen der Initiative «Kulturelle Vielfalt in den Regionen».

Christoph Hess ist «Soundzz.z.zzz…z»-Gewinner

Strotter Inst., ein Projekt des Berners Christoph Hess, hat den diesjährigen «Soundzz.z.zzz…z»-Wettbewerb des Lucerne Festivals und des Kunstmuseums Luzern gewonnen.

Christoph Hess (Bild: zvg)

Für Delokation hat sich Strotter Inst. drei Werke aus dem Festivalprogramm zur Brust genommen und einem Remix unterzogen: Was bleibt erhalten von der Identität des Originals? Und wieviel Eigenständigkeit erlangt eine neue Arbeit, die vollständig aus bereits bestehendem Material generiert wurde?

Delokation ist während des Sommer-Festivals in drei «Aggregatzuständen» zu erleben: Im Kunstmuseum präsentiert Strotter Inst. die Remixe, ergänzt um eine Filmcollage, via Screening sowie fragmentarisch in mehreren Klanginstallationen. Bei Lucerne Festival bringt er Delokation als Live-Remix zur Aufführung, dazu in zwei Performances mit «artiste étoile» Patricia Kopatchinskaja und mit dem Turntable-Künstler Jorge Sánchez-Chiong.

Ziel des Wettbewerbs ist die Verknüpfung der beiden Kultursparten Musik und Bildende Kunst: Junge, aufstrebende Künstler werden aufgerufen, zum jeweiligen Thema von Lucerne Festival ein ephemeres, performatives, aktionistisches Projekt an der Schnittstelle dieser Künste zu entwickeln.

Erstmals Mindestgagen an Deutschen Theatern

Für die Beschäftigten an deutschen Theatern wird es ab Oktober 2017 Tarifregelungen geben, die erstmals Mindestgagen bei Gastverträgen für Vorstellungen und für Proben vorsehen.

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Über die für Gastverträge geltenden Regelungen haben sich am 2. Mai 2017 die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband bei ihren Manteltarifverhandlungen geeinigt, wie sie in einer gemeinsamen Erklärung festhalten.

Im Einzelnen beinhalten die getroffenen Vergütungsregelungen eine Mindestgage von 200 Euro pro Vorstellung – für die Übernahme kleiner Rollen oder Partien ist eine Abweichung von bis zu 25 Prozent möglich. Darüber hinaus wurde eine Probengage von mindestens 90 Euro für volle Probentage vereinbart, für halbe Probentage fallen 60 Euro an. Die Mindestgage für Doppelvorstellungen beträgt 150 Prozent der Mindestgage für eine Einzelvorstellung.

Ausserdem wurden die Anspruchsvoraussetzungen für die Zahlung einer Zuwendung – also Urlaubs- und Weihnachtsgeld – wesentlich verbessert. Anders als nach der gegenwärtigen Regelung können nun Beschäftigungsmonate aus zwei Spielzeiten zusammengerechnet werden, um die nötige Anspruchs-Voraussetzung von neun Monaten Beschäftigungszeit an derselben Bühne zu erfüllen. Bisher mussten diese neun Monate Beschäftigung in einer Spielzeit erbracht werden, um eine Zuwendung zu erhalten.

Schliesslich konnten sich die Tarifparteien auf eine Regelung verständigen, die künftig Rechtssicherheit für Befristungen von auf der Basis des Tarifvertrags NV Bühne abgeschlossenen Arbeitsverträgen schafft. Hierbei geht es insbesondere um Krankheits- und Elternzeitvertretungen.

Der Vereinbarung müssen die Gremien der Tarifparteien noch zustimmen.
 

Kluger Aktionismus

Klanginstallationen von Barblina Meierhans sowie Werke von Nicolaus Anton Huber zählten dieses Jahr zu den Höhepunkten in Witten. Die Tage für neue Kammermusik fanden vom 5. bis 7. Mai statt.

Let’s sit down and enjoy ourselves, Klanginstallation von Barblina Meierhans. Foto: © WDR/Claus Langer

Es gibt auch schöne Plätze im Ruhrgebiet. Zum Wittener Hammerteich kamen schon die Bergarbeiter, wenn sie mit wenig Geld Ausflüge in die Umgebung machten. Nun ist der Himmel nicht mehr so grau wie vor 50 Jahren, als die Schornsteine noch rauchten in der Industrie- und Kohleregion. Jetzt scheint die Sonne – und Kunst gedeiht: Am Ufer des kleinen Hammerteichs laden Klangstationen zum Hören ein. Gordon Kampe, ein Komponist aus dem nahe gelegenen Essen, lässt einen Männergesangsverein am anderen Ufer singen. Zudem schippern kleine Modellschiffe übers Wasser. Kampe stattete sie mit MP3-Playern aus, die Originaltöne von Bürgern aus der Nähe transportieren. Man erfährt was vom Teich: Was hier so passierte, was man über ihn weiss.

Töne – verspätet

Wolfgang Rihm nannte Klanginstallationen einmal «Klingende Gartenzwerge». Das damit wohl gemeinte «Süsslich-Niedliche» trifft zuweilen zu. In Witten aber zeigen sich die Klangkünstler von ihren besten Seiten. Mit Charme und sehr durchdachten Konzepten bereichern sie den Hammerteich. Barblina Meierhans, 1981 im schweizerischen Burgau geboren, präsentiert eine vielseitige Installation mit dem Titel Let´s sit down and enjoy ourselves. Nicht nur schön anzuschauen sind die Blechblasinstrumente, die sie aufgestellt hat. In ihnen sind Mikrofone, die Klänge der Umgebung an Kopfhörer weitergeben. Ein mehrfach gebrochenes Verhältnis von Innen und Aussen: Trompeten sind nun ausnahmsweise keine lauten Sender, sondern stille Empfänger. Zugleich hört man das «Aussen» per Kopfhörer durch die Filterung im Blech anders: vielleicht aufmerksamer, vielleicht interessierter, vielleicht auch befremdeter. Kurz: nicht so ungebrochen «natürlich».

Barblina Meierhans überlegte sich noch mehr. Trompeter, Hornisten oder auch Posaunisten befinden sich auf den gegenüberliegenden Seiten des Teichs. Per Taktgeber im Ohr sind sie verbunden. Doch die Gesetze der Physik sind nicht zu überwinden. Leicht verzögert kommen wegen der Schallgeschwindigkeit von 340 Metern pro Sekunde die Impulse vom anderen, etwa 60 Meter entfernten Ufer. Für Meierhans ist so etwas nebensächlich. Ein Teich ist kein Konzertsaal. Hier gibt es weniger Grüblerfalten, weniger ernst geht es zu, atmosphärischer eben – und Zeit wie Raum zum Reden gibt es auch.

Töne – aus dem Nichts

Das Konzept der Wittener Tage für neue Kammermusik bewährt sich: Neben den schon traditionellen Klanginstallationen in freier Natur überzeugt vor allem der Schwerpunkt mit einem Komponisten im Fokus. Zu Gast ist diesmal der 1939 geborene Nicolaus Anton Huber. Noch immer frisch klingen seine Werke und Worte. Das in den letzten Jahren zuweilen langatmige Porträtkonzert wird zu einem amüsanten Spass. Eloquent entspannt verknüpft Huber Gedanken über den Marxismus mit biografischen Episoden und konzeptuellen Ideen. Selbst scheinbar so simple Konzepte wie in der Musik für Violine alleine (1962) sind nach wie vor eindringlich. Aus verschiedenen Mustern einzelner Tonproduktionen bestehen die sechs «Sätze». Nach seinem Studium reflektierte Huber so über die Musik Anton Weberns. Äusserste Kargheit, Reduktion, aber auch Witz prägen diese Musik, die Langzeitwirkung hat. Für den Interpreten sind Hubers «musikalische Aktionen» eine besondere Herausforderung. Die Spannung zwischen den Aktionen nicht zu verlieren, sich zugleich gedanklich immer wieder neu zu sammeln – nicht nur das gelingt dem Trompeter Paul Hübner in Hubers Solostück Doux et scintillant (2004) ausserordentlich. Wie Hübner auf seiner Trompete die Töne im mehrfachen Pianissimo zart aus dem Nichts tönen lässt, ist ebenso beeindruckend wie überwältigend.

Etwas zu viele Streichquartette gab es bei diesen Wittener Tagen. Vielleicht auch ein wenig zu viele alte Bekannte wie Philippe Manoury oder Brian Ferneyhough (dem allerdings ein für ihn untypisch flexibles Umbrations für Streichquartett und Ensemble gelang). Insgesamt zeigte sich die noch immer so genannte «Neue Musik» von ihrer besten Seite – in all ihrer faszinierenden Klangfülle und Grenzenlosigkeit.

Intakt begeistert London

Zwölf Tage lang gestaltete das Schweizer Plattenlabel Intakt Records das Programm im legendären Londoner Jazz-Club Vortex. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen.

Louis Moholo-Moholo und Irene Schweizer vor dem Vortex Jazz Club. Foto: Patrik Landolt

Oliver Weindling hat es seit Jahren immer wieder gesagt: Eines seiner ganz grossen Ziele als Direktor des Jazz-Club Vortex sei es, Irene Schweizer auf seiner Bühne zu erleben. Die inzwischen 75 Jahre alte Pianistin gilt als eine der prägenden Figuren im europäischen Free Jazz. Nicht zuletzt ihrer pionierhaften Arbeit ist es zu verdanken, dass die Schweizer Free Jazz/Improvisationsszene auf internationaler Ebene heute einen ausserordentlich starken Ruf geniesst. Aber das Reisen gehört nicht mehr zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Auftritte im Ausland sind rarer und rarer geworden.

Nun ist Weindlings Traum doch noch in Erfüllung gegangen. Im Rahmen des 12-tägigen Intakt-Records-Festival im Vortex trat auch sie auf, deren Karriere so eng mit der Geschichte des Labels verbunden ist, und zwar sogar mehrmals. Zuerst an der Seite des südafrikanischen Schlagzeugers Louis Moholo-Moholo, mit dem sie freundschaftlich verbunden ist, seit dieser 1964 auf der Flucht vor der Apartheid mit den Blue Notes in Zürich landete. Bei einem weiteren Set mit Moholo-Moholo gesellte sich auch noch der Saxofonist Omri Ziegele dazu. Ein drittes Mal stand Schweizer mit der englischen Stimmkünstlerin Maggie Nicols auf der Bühne. «Es war ein ausserordentlich freudvolles Erlebnis», strahlt Weindling. «Irene war drei Tage lang in toller Stimmung, als sie hier war, und das hat uns natürlich auch sehr gefreut, denn bei früheren Gelegenheiten soll es ihr in England nicht immer wohl gewesen sein.»

Findiges Konzept

Überaus erfreut zeigte sich auch Intakt-Gründer und -Direktor Patrik Landolt. «Das Festival war ein ganz grosser Erfolg sowohl in Bezug auf den Publikumsaufmarsch als auch auf die musikalischen Begegnungen. Wir sind alle glücklich, dass dieses Abenteuer so gut angekommen ist.» Das Festival begann am 16. April mit einer musikalischen Feier zum 70. Geburtstag eines weiteren Intakt-Musikers der ersten Stunde, des englischen Kontrabassisten und Gründers des London Jazz Composers’ Orchestra, Barry Guy. Einmal spielte er im Duo mit der Geigerin Maya Homburger, ein zweites Mal an der Seite seines alten Mitstreiters Howard Riley am Klavier und mit Lucas Niggli am Schlagzeug.

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Evan Parker und Barry Guy. Foto: Dawid Laskowski

Landolt und Weindling hatten ein cleveres Konzept ausgeheckt, das mehrere Fliegen auf einen Schlag erwischen sollte. Einerseits wurden Musikerinnen und Musiker, die auf der Insel wohlbekannt sind, zum Improvisieren zusammengebracht mit dort noch unbekannten Grössen. So lernten sich der englische Piano-Experimentierer Steve Beresford und der Schweizer Perkussionist Julian Sartorius buchstäblich am Abend ihres Auftrittes auf der Bühne kennen. Andererseits bestand jedes Konzert aus zwei Sets – eines von einem «Star» der Szene, das andere von jüngeren Musikerinnen und Musiken, die zum Teil zum ersten Mal in England auftraten. Dieses Programmkonzept sollte dafür sorgen, dass der Saal auch bei den Auftritten der jüngeren Bands nicht leer war. Darüber hinaus sollte durch frische und ungewohnte Musikantenkombinationen eine gegenseitige künstlerische Neugier entfacht werden, die zu einem wiederkehrenden Austausch führen könnte.

Verblüffende Resonanz

Zumindest das erste Ziel ist erfüllt worden. Der Klub war mehrmals mit über hundert Zuschauern ausverkauft. Auch die aufregende junge Zürcher Band Weird Beard spielte immerhin vor ungefähr sechzig Zuschauern. Beeindruckend war zudem das Echo in den Medien, was in keiner Weise zu erwarten gewesen war. Vom Guardian über den Daily Telegraph bis hin zur Financial Times publizierten alle wichtigen Zeitungen Beiträge zum Festival. Darüber hinaus erfreute sich der CD-Tisch eines dermassen grossen Zuspruches, dass am Ende der ersten Woche Nachschub aus der Schweiz angefordert werden musste. Schliesslich wurden weit über 400 Tonträger abgesetzt. Das Finale am 27. April gestaltete sich dann zur regelrechten Free-Jazz-Party.

Mit dem allerersten Solo-Auftritt des Schweizer Schlagzeugers Pierre Favre in England kurz vor seinem achtzigsten Geburstag ging ein weiterer grosser Wunsch von Weindling in Erfüllung. Eine grossartige Performance von Sylvie Courvoisier (Piano), Mark Feldman (Geige) und Evan Parker (Saxofon), zu denen sich zur Zugabe auch noch Favre setzte, sorgte für einen würdigen Abschluss. «Das Festival hat den Ruf von Intakt Records nur bestätigt, ein überaus sorgfältig kuratiertes Label zu sein, von dem man sich alles anhören muss, was es herausgibt», schliesst Weindling. «Andere Labels in diesem Bereich sind vielleicht bekannter und grösser. Aber Intakt ist eher bereit zum Abenteuer. Der sichere Weg ist nicht Sache von Intakt. Man geht Risiken ein. Vielleicht hat diese Bereitschaft mit der Schweizer Berglandschaft zu tun. Ich weiss, dass Patrik Landolt und seine Leute gern in den Bergen wandern. Das ist ja auch nicht ganz ungefährlich.»

Nur ein Anfang?

Eine solche Veranstaltung könne nur dann erfolgreich inszeniert werden, wenn man sich auf eine starke eigene Infrastruktur sowie einen hervorragend motivierten und organisierten Partner am Veranstaltungsort verlassen könne, sagt Landolt: «Die Konzeption, das Aufbringen der nötigen Finanzen, die effiziente Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, all das ist enorm arbeitsintensiv. Es braucht auf beiden Seiten eingespielte Teams und Szenen, auf die man sich verlassen kann, so dass die einzelnen Teile des Mosaiks am Schluss wirklich zusammenpassen. Der Einsatz ist sehr gross, aber er hat sich hier eindeutig gelohnt.» Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Zusammenarbeit weitergeführt wird. «Die Reaktion des Publikums hat uns eindeutig gezeigt, dass wir einen Weg finden müssen, diese Beziehung zu konsolidieren», sagt Weindling. «Ich bin zuversichtlich, dass das Abschlusskonzert nicht das Ende der Geschichte war. Nur das Ende des Anfanges.»

Schwyzer Lotteriefonds-Gelder für Zentrumskultur

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz möchte den Kulturlastenausgleich künftig mit Hilfe von Lotteriefonds-Geldern abgelten. Die eigenen kantonalen Kulturförderaufgaben sieht er dabei nicht gefährdet.

Luzerner Theater. Foto: Ingo Hoehn/dphoto.ch

Die Vereinbarung über die interkantonale Zusammenarbeit im Bereich überregionaler Kultureinrichtungen vom 2003 regelt den Kulturlastenausgleich zwischen den Kantonen Zürich, Luzern, Aargau, Zug, Uri und Schwyz. Der Kantonsrat des Kantons Schwyz hat 2005 den Beitritt zu dieser Vereinbarung beschlossen. Als überregionale Kultureinrichtungen gelten in Zürich das Opernhaus, die Tonhalle und das Schauspielhaus, in Luzern sind es das Kunst- und Kongresshaus (KKL), das Luzerner Theater und das Luzerner Sinfonieorchester.

Im Verlauf der ersten Abrechnungsperiode (2010-2012) hatte der Schwyzer Kantonsrat im September 2011 eine Motion für erheblich erklärt, die forderte, die Vereinbarung zu kündigen. Regierung und Kantonsrat sprachen sich 2013 schliesslich aber gegen einen Austritt aus der Vereinbarung ab. Neu plant der Regierungsrat, den Kulturlastenausgleich in der bisherigen Höhe von zwei Millionen Franken mit freiwilligen Mitteln aus dem Lotteriefonds zu finanzieren.

Als Antwort auf eine Interpellation erklärt der Regierungsrat nun, dass der «allfällig zusätzliche Aufwand für den Kulturlastenausgleich in der Höhe von aktuell rund 1,8 Millionen Franken eigene kantonale Kulturprojekte nicht beeinträchtigen würde». Nach dem heutigen Wissensstand seien die Zahlungen für die Kulturförderung in einem Zeithorizont von zehn Jahren nicht gefährdet. Der Regierungsrat berkräftigt zudem, dass er im Bereich der Kulturförderung keine Objekt-, sondern ausschliesslich Projektförderung betreibe und dies auch in Zukunft so halten wolle.

Die ganze Interpellationsantwort:
https://www.sz.ch/public/upload/assets/28444/I_Kultureinrichtungen.pdf

 

Lucerne Festival Academy sucht Gastfamilien

Im Rahmen der Lucerne Festival Academy werden auch in diesem Jahr rund 130 junge Instrumentalisten, Dirigenten und Komponisten aus über 30 Ländern erwartet. Wie jeden Sommer sollen die Künstler bei Luzernerinnen und Luzernern untergebracht werden.

Probe der Academy 2016 mit Alan Gilbert und Anne-Sophie Mutter (Bild: Videostill)

Für den Zeitraum vom 12. August bis 2. September 2017 werden Gastgeber gesucht, die den Akademisten im Alter von 18 bis 32 Jahren einen Schlafplatz inklusive Frühstück zur Verfügung stellen.

Interessierte können zwischen zwei Modellen wählen, der «Patenschaft» und der «Gastfamilie». Bei der «Patenschaft» wird die kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen während des Festivals angeboten, bei der die Gastgeber ihre Gäste «in action» erleben können: Man erhält je zwei Karten für das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert der Academy mit anschliessendem Apéro und ausgewählte Academy-Proben, Künstlergespräche sowie die Generalprobe eines Sinfoniekonzerts können besucht werden.

Darüber hinaus werden Patenfamilien automatisch für ein Jahr in den Kreis der Freunde Lucerne Festival aufgenommen und profitieren von exklusiven Angeboten wie der Teilnahme am Event vor dem Patronatskonzert und der Einladung zum Informationsanlass zum Programm des kommenden Festspieljahres. Zudem erhalten sie Zutritt zur Foyer-Lounge der Freunde Lucerne Festival und ein Kartenvorbezugsrecht für maximal 14 Karten.

Den «Gastfamilien» wird ein Betrag in der Höhe von 30 Franken pro Nacht und Person vergütet. Hinzu kommen zwei Karten für das Academy-Eröffnungskonzert, 50 Prozent Ermässigung auf den Kauf von zwei Karten für das Academy-Abschlusskonzert sowie ebenfalls die Möglichkeit, ausgewählte Academy-Proben zu besuchen.

Mehr Infos: www.academy.lucernefestival.ch/service/gastfamilien/

Sprengen von Zeit

Das Theater Basel zeigt die Schweizer Erstaufführung der 1980 entstandenen Oper «Satyagraha» von Philip Glass, eine Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin und der Vlaamse Opera Antwerpen. Das Libretto in Sanskrit stützt sich auf Verse des altindischen Epos «Bhagavad Gita».

Nicholas Crawley, Cathrin Lange, Rolf Romei, Maren Favela. Foto: ©Sandra Then

Zeit zum Sinnieren: Knapp drei Stunden dauert diese Oper, die eher dem Weichen frönt. Wohlig bettet das minimalistische Kreisen der Musik die Hörer. Keine Dissonanzen stören, keine Brüche, schon gar keine Abgründe. Auf dem flauschigen Teppich des amerikanischen Komponisten Philip Glass bewegen sich Tänzer. Sie nehmen den kreisenden Gestus auf: Arme verkörpern Wellen, Füsse huschen mal geschmeidig, mal akrobatisch über die leere, nach vorn kippbare Bühne des Theaters Basel.

Eine Handlung im strengen Sinne gibt es nicht. Glass verglich seine 1980 komponierte Oper Satyagraha mit einem Fotoalbum. Ein «Leben in drei Bildern» könnte es auch heissen. Einblicke gibt es in entscheidende, frühe biografische Stationen des indischen Widerstandskämpfers Mohandas Karamchand Gandhi, später bekannt als Mahatma Gandhi: Sein Leben in Südafrika kommt auf die Bühne, der Protestmarsch von Newcastle im Jahr 1913 oder auch sein Leben auf der genossenschaftlich organisierten Tolstoi-Farm.

Eintauchen oder widersetzen

So geht es also stundenlang. Meist taucht Glass seine Klänge in samtiges Moll. Eine lang gezogene Melodie, dann tönen begleitende Streicher allein, darauf übernehmen andere Instrumente die Kantilenen oder variieren sie leicht. Solch minimalistisches Prinzip ist bekannt. Es fordert Kondition von den (von Sehnenscheiden-Entzündung bedrohten) Streichern. Durchaus auch vom Hörer, der noch andere Probleme hat: Entweder taucht (oder nickt) er ein. Oder aber er widersetzt sich aktiv, verweigert sich damit einer spirituellen Ebene, die dem Sujet und der glassschen Musik eingeschrieben ist.

Kompagnie Eastman, Rolf Romei (Gandhi). Foto: ©Sandra Then

Mit der Zeit kommen die Fragen: Passt das Sujet «Gandhi» überhaupt zur Vision eines Musiktheaters, das 1980 «Grenzen von Zeit und Raum» sprengen wollte? In der ersten Szene des ersten Akts herrscht Krieg. Gandhi jedoch relativiert den Kampf um Leben und Tod: «Erachte als gleich Vergnügen und Schmerz, Gewinn und Verlust, Sieg und Niederlage: dann bereite dich zum Kampfe. So wirst du kein Übel über dich bringen.» Nun, in Basel kommt keine Kritik an der Bhagavad Gita auf, jener zentralen hinduistischen Schrift, die die Basis war für Glass‘ Librettistin Constance DeJong. Dafür klingen Mollschleifen, zu denen Tänzer in blutverschmierten Kostümen sich bewegen. Merkwürdig kreuzen sich fragwürdige Ideologie, Widersprüche, gewiss auch Oberflächliches. Spirituelles wie Transzendentales kann man auch anders darstellen. Karger vielleicht, vor allem auch in offeneren Deutungsräumen.

Herausragende Interpreten

Von Problemen des Werks und dessen Inszenierung bleiben die Leistungen der Musiker, Sänger und Tänzer unberührt. Nur ganz selten fehlt es dem Sinfonieorchester Basel (Leitung: Jonathan Stockhammer) und dem Chor des Theater Basel etwas an Präsenz, die im Graben schwer herstellbar ist. Beeindruckend ist auch die Sängerbesetzung. Fulminant der Schaffhauser Tenor Rolf Romei in der Rolle des Gandhi. Gleiches gilt für die Sopranistin Cathrin Lange (Miss Schlesen), die Mezzosopranistin Maren Favela (Kasturbai) oder den Bassbariton Andrew Murphy (Mr. Kallenbach). Die im Vorfeld hoch gelobte Tanzkompanie Eastman unter Leitung des Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui beeindruckt; selbst in scheinbar chaotischen Formationen ist die ungeheure Kompaktheit der Truppe spürbar. Was bleibt von dieser überaus professionellen, fast schon zu glänzenden Produktion? Am Ende sicher die Einsicht, dass drei Stunden Philip Glass reichen. Auch die schlichte Erkenntnis, dass Satyagraha nicht zu den Opern-Highlights zählt. Dafür fehlt ihr schlicht der Tiefgang, musikalisch wie inhaltlich.

ZHdK verpflichtet Sitkovetsky und Malov

Das Departement Musik der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) hat zwei neue Lehrverpflichtungen bekanntgegeben: Ab Studienjahr 2017/18 werden Alexander Sitkovetsky und Sergey Malov Violine im Hauptfach unterrichten.

Alexander Sitkovetsky (Bild: zvg)

Alexander Sitkovetsky studierte an der Menuhin School und unter anderem bei Maxim Vengerov; aktuell lehrt er am Royal Northern College of Music in Manchester und an der Royal Academy of Music in London. Er  wird mit seiner Familie nach Zürich übersiedeln und seine weltweite Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker von dort aus weiter führen.

Sergey Malov – wie Sitkovetsky Jahrgang 1983 – studierte Violine und Viola an der Universität Mozarteum in Salzburg sowie an der Hanns Eisler Hochschule in Berlin bei Thomas Riebl beziehungsweise Antje Weithaas, in deren Klassen er auch als Assistent tätig war. 2014 bekleidete Malov die Vertretung einer Professur an der Hochschule für Musik und Theater Stuttgart.

Tod des Klarinettisten Eduard Brunner

In München ist der Schweizer Eduard Brunner im Alter von 77 Jahren verstorben. Der ehemalige Soloklarinettist des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war auch ein kundiger Apologet der zeitgenössischen Musik.

Eduard Brunner 2012. Foto: Thüringische Sommerakademie

Seiner Initiative sind unter anderem Kompositionen für Klarinette von Cristóbal Halffter, Krzysztof Meyer, Edisson Denissow, Augustyn Bloch oder Toshio Hosokawa zu verdanken. Zusammen mit Helmut Lachenmann entwickelte er zudem neue Spieltechniken für sein Instrument.

Der in Basel geborene Eduard Brunner hat an der Basler Musik-Akademie studiert. 1962 wurde er Soloklarinettist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik. Ab 1992 unterrichtete er Klarinette und Kammermusik an der Musikhochschule Saarbrücken. Brunner hat laut Angaben des Labels Musiques Suisses über 250 Werke für Klarinette auf CD eingespielt, darunter mit Alfred Brendel, Andràs Schiff, Oleg Kagan, Gidon Kremer, Jurij Bashmet, Kim Kashkashian, Natalia Gutman, dem Borodin- und dem Hagen-Quartett.

Authentizität versus Improvisation?

Die interdisziplinäre Tagung «Authenticity versus Improvisation in der Philosophie über Musik?» fragt nach dem Wesen und dem Wechselverhältnis von Improvisation und Authentizität.

Strassenmusikanten, ca. 1630. Bernardo Strozzi (1581-1644)/Detroit Institute of Arts,SMPV

Die Begriffe Improvisation und Authentizität werden oft gebraucht, um musikalische Aufführungen zu klassifizieren und zu bewerten. Eine genauere philosophische Reflexion bringt aber Probleme an den Tag. So evoziert der Begriff der Improvisation die Vorstellung grenzenloser Spontaneität und Freiheit. Diese bleibt aber unerreichbar, denn in der Praxis ist der Rekurs auf bestehende Muster und Regeln unvermeidbar. Was die Authentizität angeht, so kann zwischen einer subjektiven und einer objektiven Spielart unterschieden werden. Erstere zielt darauf, dass die Interpretinnen und Interpreten authentisch sich selbst ausdrücken. Objektive Authentizität strebt hingegen zum wahren Ursprung oder einer vermeintlichen Intention eines musikalischen Werks zurück, um die «Originalfassung» und/oder die hinter ihr liegende Erfahrung zu vergegenwärtigen. In beiden Fällen fragt sich aber, inwiefern volle Authentizität realisier- oder überhaupt denkbar ist.

Die Konferenz hat das Ziel, genauer zu verstehen, was Improvisation und Authentizität sein könnten und wie sich ihr Wechselverhältnis beschreiben lässt. Beide Begriffe sollen insbesondere dazu verwendet werden, ein Licht auf den musikalischen Werkbegriff zu werfen. Die Konferenz ist interdisziplinär und bringt Philosophie und Musikwissenschaft ins Gespräch.

In dieser Hinsicht werden in den Konferenzbeiträgen u.a. die folgenden Fragen behandelt:
– Wie lässt sich eine Improvisation von anderen musikalischen Praktiken unterscheiden?
– Was meinen wir, wenn wir von einer mehr oder weniger authentischen Improvisation reden?
– Inwiefern können auch Ton-Aufnahmen authentisch sein?
– Was kann der Werkbegriff im Zusammenhang der Improvisation leisten?
– Welche Begriffe von Improvisation können wir aus konkreten Musikpraktiken sowie aus verschiedenen Musiktheorien gewinnen?
– Was bedeutet Freiheit der Improvisation?

Diese Fragen werden sowohl anhand theoretischer Argumente als auch konkreter Beispiele untersucht. Im interdisziplinären Dialog sollen dabei nicht nur die Kenntnisse unterschiedlicher Fächer zusammenfliessen, sondern auch verschiedene Perspektiven einander befruchten. Eingeladene Hauptvorträge werden von Julian Dodd (Manchester University), Roger Pouivet (Université de Lorraine) und Bastien Gallet (HEAR, Strasbourg/Mulhouse) gehalten. Praktisch erprobt werden diese Fragen in einem Workshop mit dem Improvisationstrio Inniger-daSilva-Spitzenstaetter der HKB.
 

Symposium an der Universität Bern, 19. bis 20.5.2017
Bern, Hauptgebäude Universität, Hochschulstr. 4, Raum 304 (19. Mai)
Bern, UniS, Schanzeneckstr. 1, Raum A-119 (20. Mai)
Konzert-Workshop: Hallerstrasse 12, Raum 002


philosophie.unibe.ch/impro2017

Aktualisiert am 30. Juni 2017:
Link zum Symposiumsbericht von Nemanja Radivojevic (auf Französisch)
 

Kanton Schwyz ehrt Fabian Römer

Der Kanton Schwyz verleiht dem Filmkomponisten Fabian Römer seinen mit 10’000 Franken dotierten Anerkennungspreis 2017. Gleichzeitig werden der Verein Kulturschock und der Musiker Mathias Meyer mit Förderpreisen ausgezeichnet. Sie sind mit je 5000 Franken dotiert.

Fabian Römer (Bild: Jens Best)

Fabian Römer wurde 1973 in Zürich geboren; aufgewachsen ist er in Freienbach. Nach der Matura an der Kantonsschule in Schwyz studierte er Musik (SMPV), und er gründete 1995 zusammen mit Matthias Hillebrand und seinem Bruder Manuel das Tonstudio GYSKO Soundlab in Pfäffikon. 1998 zog er nach München, wo er bis heute lebt. An der dortigen Musikhochschule ist er Gastdozent für Filmmusik. Römer ist er einer der bekanntesten Filmkomponisten Europas.

«Kulturschock» entstand 2014 aus der Idee, klassische und zeitgenössische Musik an ungewohnten Orten aufzuführen, um sie so einem Publikum zugänglich zu machen, das normalerweise kaum oder noch nicht klassische Konzerte besucht. Im Auge hatten die vier professionell ausgebildeten Schwyzer Musiker Cyrill Greter, Raphaela Reichlin, Lydia Opilik und Severin Suter vor allem junge Leute. Als Kulisse wurden angesagte Bars der Schwyzer Ausgehszene gewählt.

Mathias Meyer war und ist in verschiedenen, schweizweit bekannten Formationen als Schlagzeuger aktiv, wie zum Beispiel bei Dabu Fantastic oder aktuell bei Breitbild, mit welchen er unzählige Konzerte in Schweizer Clubs, Openairs und Festivals spielte. Neben seinem Wirken in der Schweizer Pop/HipHop-Szene ist er mit seiner Formation, dem Artra Trio, auch im Bereich der neuen Volksmusik tätig. Regelmässig kann man ihn am Radio hören oder mit dem Echo vom Leutschenbach (Band bei den Livesendungen von SRF bi de Lüt mit Nik Hartmann) am TV sehen.

 

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