Tod des Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez

Der eng mit dem Lucerne Festival verbundene französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist laut Angaben seiner Familie gestern Nacht in Baden-Baden im Alter von 90 Jahren verstorben.

Boulez 2007 im Kreis des Lucerne Festival Academy Orchestra (Foto: Lucerne Festival/Priska Ketterer)

Historisch betrachtet, verdanke Luzern die Bekanntschaft mit Pierre Boulez seinem grössten Freund und Förderer Paul Sacher, schreibt Lucerne-Festival-Intendant Michael Haefliger in einer ersten Würdigung. Als Mitglied der damaligen Programmkommission habe Sacher bereits in den 1960er Jahren Boulez als Dirigenten empfohlen. In einem Gesprächskonzert stellte er den Komponisten 1983 dem Luzerner Publikum vor, nachdem Boulez erstmals 1975 mit dem New York Philharmonic in zwei Konzerten hier gastiert hatte.

Lucerne Festival, so Haefliger weiter, danke Pierre Boulez «für seinen unschätzbaren Beitrag zur Weiterentwicklung eines Festivals, in dessen Herzen das Engagement für die Musikergeneration von morgen und die Musik unserer Zeit eine bestimmende Rolle spielt und spielen wird».

Der 1925 in Montbrison geborene Pierre Boulez studierte bei Olivier Messiaen und René Leibowitz. Mit Douze Notations (1945) und zwei Klaviersonaten (1946/48) trat er erstmals als Komponist in Erscheinung; seinen weltweiten Ruf festigte vor allem die Uraufführung der Kammerkantate Le Marteau sans Maître (1955) in Baden-Baden.

Als Dirigent war er Musikalischer Leiter des BBC Symphony Orchestra (1960–72) und des New York Philharmonic (1971–75). Anschliessend war er von 1976 bis 1991 als Leiter des von ihm gegründeten IRCAM, des Forschungsinstituts für zeitgenössische Musik am Centre Pompidou, und des Ensemble intercontemporain in Paris tätig.

2003 begründete er die Lucerne Festival Academy. Pierre Boulez war Träger des Siemens-Musikpreises, des «Praemium Imperiale», des Theodor-W.-Adorno-Preises, des «Polar Music Prize», des «Kyoto Prize» und des Adenauer-de Gaulle-Preises.

Chur ruft Talentklassen ins Leben

Im November 2015 hat der Churer Gemeinderat grünes Licht zu städtischen Talentklassen für musisch und sportlich begabte Jugendliche der Real- und Sekundarstufe gegeben. Im Schuljahr 2016/17 wird das Konzept erstmals umgesetzt.

Jugendliche auf dem Churer Stadtplatz. Foto: Mor – flickr

Das Führen von Talentklassen erlaubt es sportlich und musikalisch begabten Jugendlichen, sich in einem förderorientierten Umfeld in Schule und Talentbereich möglichst positiv und erfolgreich zu entwickeln, heisst es in der Botschaft des Gemeinderates. Die Churer Klassen ergänzen die bereits bestehenden Angebote in Ilanz, St Moritz-Champfèr und Davos.

Die Nachfrage nach dem Zusatzangebot Musik sei wesentlich kleiner als dasjenige für den Sport, heisst es in der Botschaft weiter. Nur wenige Jugendliche besuchten im letzten Jahr den Musikbereich der Scoula Sportiva St. Moritz-Champfèr oder der Talentschule Ilanz. Im Engadin waren es ein Knabe von 22 Jugendlichen, in Ilanz drei Mädchen von 32 Schülerinnen und Schülern.

Im aktuellen Schuljahr 2015/2016 sind in St. Moritz-Champfèr vier, in Ilanz zwei und in Davos (Neueröffnung der Talentschule) keine Schülerinnen und Schüler mit dem Talentbereich Musik eingetreten. Zurzeit werden von den in Graubünden geschulten 96 Talenten acht im Musikbereich gefördert. In Chur wird nicht zuletzt aufgrund des umfassenden Angebots der Musikschule mit einem grösseren Anteil von fünf bis acht Musikerinnen oder Musikern pro Jahrgang gerechnet.

 

Berner Exekutive verabschiedet Kulturstrategie

Der Gemeinderat der Stadt Bern (die Exekutive) hat vier Grundprinzipien der künftigen Kulturstrategie verabschiedet. Es sind dies die Bekenntnisse zur Kulturstadt Bern, zur Vielfalt der kulturellen Akteure, zur Kultur als öffentliches Interesse und zu Partnerschaft und Dialog.

Franziska Teuscher, Reto Nause, Alexander Tschäppät, Ursula Wyss, Alexandre Schmidt. Foto: Stadt Bern

Im September 2015 sind die Arbeiten an der gesamtstädtischen Kulturstrategie aufgenommen und ein partizipativer Prozess lanciert worden. Die von der Stadtregierung verabschiedeten Grundprinzipien schaffen die politische und inhaltliche Basis für das erste Berner Kulturforum, das am 18. Januar 2016 durchgeführt wird.

Im Workshop werden Handlungsfelder, die sich aus den Grundprinzipien ableiten lassen, vorgestellt, diskutiert und entsprechende Ziele definiert. Die Projektleitung wird daraus, unterstützt von Expertengruppe und Projektgruppe, einen Massnahmenplan erarbeiten, der am zweiten Kulturforum im Frühsommer 2016 zur Diskussion gestellt wird.

«Ausgehend von einem breit gefassten Kulturbegriff», schreibt die Stadt, bekenne sich der Gemeinderat «mit den vier Grundprinzipien der künftigen Kulturstrategie zur Kulturstadt Bern, zur Vielfalt der kulturellen Akteure, zur Kultur als öffentliches Interesse und zu Partnerschaft und Dialog».

Mehr Infos: www.bern.ch/kulturstrategie
 

Musikunterricht fördert den schulischen Erfolg

Ein Studie der portugiesischen Escola Superior de Educação de Coimbra stützt die Vermutung, dass zwischen Musikunterricht und schulischem Erfolg ein Zusammenhang besteht. Fragen bleiben zu den konkreten Wirkmechanismen.

Jugendliche in der Freizeit. Foto: Photocapy, flickr,SMPV

Für die Studie haben die Erziehungswissenschaftler Carlos dos Santos-Luiz, Lisete Mónico, Leandro S. Almeida und Daniela Coimbra die schulischen Leistungen von insgesamt 110 Schülerinnen und Schülern mit und ohne Musikbildung untersucht. Weitere untersuchte Faktoren waren der sozioökonomische Status, die Intelligenz, die Motivation und frühere Schulerfolge. Untersucht wurden die Gruppen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren und drei Jahre später. 

Dabei zeigte sich, dass die musikalisch Geschulten signifikant besser abschnitten. Besonders deutlich war dies mit Blick auf den Sprachunterricht (Portugiesisch) und die Naturwissenschaften der Fall. Der Effekt blieb überdies stabil, wenn besondere Merkmale des sozioökonomischen Status, der Intelligenz und der Motivation eingerechnet wurden.  

Originalartikel: C dos Santos-Luiz, L S. M. Mónico, L S. Almeida et al., «Exploring the long-term associations between adolescents’ music training and academic achievement», Musicae Scientiae, 31. Dezember 2015, msx.sagepub.com

Erstes Berner Kulturforum im Januar 2016

Am 1. Berner Kulturforum» werden am 18. Januar 2016 «erste Handlungsfelder der zukünftigen Strategie» der städtischen Kulturpolitik präsentiert und diskutiert – Resultate der Arbeit einer neu konstituierten Expertengruppe.

Stellwerk Bern. Foto: Eisenbahnfreunde.ch

Nach der internen Überarbeitung der Handlungsfelder werden am «2. Berner Kulturforum» im Frühsommer 2016 Ziele und Massnahmen präsentiert und verhandelt. Am Ende einer neuerlichen Überarbeitung steht im Herbst 2016 die abschliessende Informationsveranstaltung zur gesamtstädtischen Kulturstrategie. Dieses Leitbild schafft die Grundlagen für die zukünftige Kulturpolitik der Stadt Bern.

In der Expertengruppe haben laut einer Meidenmitteilung der Stadt folgende Fachpersonen Einsitz genommen: Monika Bandi, Rahel Bucher, Patrizia Crivelli, Dagmar Kopse, Myriam Prongué, Hans Rudolf Reust, Urs Rietmann, Christoph Ris, Fabian Schmid und Lejla Sukaj. Gemeinsam decken sie unter anderem die Themenfelder Kulturproduktion (Institutionen und freie Szene), kulturelle Teilhabe, inklusive Kultur, Kulturvermittlung, kulturelle Bildung und Ausbildung, kulturelles Erbe, Kreativwirtschaft, Laienkultur, Quartierkultur und Tourismus ab.

Salzburger Böhm-Saal wird mit Erläuterungstafel versehen

Wie der österreichische «Kurier» schreibt, wird der Karl-Böhm-Saal im Salzburger Festspielbezirk mit einer Erläuterungstafel versehen – mit Hinweisen zur Rolle des Dirigenten während der Nazi-Zeit.

Ehemalige kleine Winterreitschule, heute Karl-Böhm-Saal. Foto: Andreas Praefcke, wikimedia commons

Laut «Kurier» ist Böhm 1934 an der Semperoper auf Fürsprache Hitlers Nachfolger des von den Nazis vertriebenen Fritz Busch geworden. 1938, kurz nach dem «Anschluss» Österreichs, dirigierte Böhm im Wiener Konzerthaus. Er begrüsste das Publikum dabei freiwillig mit dem Hitlergruss und liess das Horst-Wessel-Lied spielen. 1943 wurde er auf Wunsch Hitlers Direktor der Staatsoper. Die Alliierten belegten Böhm nach dem Krieg mit einem Auftrittsverbot, das erst 1947 aufgehoben wurde.

Wegen Böhms «aussergewöhnlichen künstlerischen Verdiensten» will das Festspieldirektorium den Böhm-Saal nicht umbenennen.  Auf der Tafel, auf die man sich nun geeinigt hat, soll auf eine Internetadresse verwiesen werden, «wo in Deutsch und Englisch die Persönlichkeit Karl Böhms dargestellt wird als das, was er war: ein grosser Künstler, aber politisch fatal Irrender».

Der Deutsche Kulturrat zieht Bilanz

Im zu Ende gehenden Jahr 2015 waren in der europäischen Kulturpolitik die Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) die beherrschenden kulturpolitischen Themen. Aber auch der Urheberschutz steht vor Herausforderungen.

Foto: tarudeone/pixelio.de

Die Bundesregierung habe 2015 ihre Haltung aufgegeben, die Gefahren für den Kulturbereich durch TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) generell zu bestreiten und im Oktober ein eigenes Papier zur Gefahrenlage vorgelegt, schreibt der Deutsche Kulturrat.

Der Deutsche Bundestag hat zudem Ende dieses Jahres ein umfangreiches, mehrjähriges Kulturinvestitionsprogramm beschlossen. Allein für das kommende Jahr (2016) sollen rund 120 Millionen Euro zusätzlich an Kulturfördermitteln des Bundes zur Verfügung gestellt werden. Für die nächsten Jahre sind insgesamt 740 Millionen Euro an zusätzlichen Kulturinvestitionen geplant.

Stellung genommen hat der Kulturrat auch zum Entwurf eines «Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung». Er sieht es als selbstverständlich an, dass Urhebern eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen und ihrer Rechte zusteht. Auch eine Pauschalzahlung könne gegebenenfalls angemessen sein.

Laut seinem Geschäftsführer Olaf Zimmermann hat der Deutsche Kulturrat 2015  kulturpolitisch einiges bewegt. Bei den Diskussionen über TTIP, CETA würden nun auch die Gefahren für den Kultur- und Medienbereich öffentlich breit diskutiert und von der Bundesregierung nicht mehr ignoriert.

Schaffhausen erneuert Kultur-Leistungsverträge

Stadt und Kanton Schaffhausen haben die Leistungsvereinbarungen mit acht der wichtigsten Leistungserbringer der freien Kulturszene erneuert. Die Vertragspartner sind unter anderen das Schaffhauser Jazzfestival, der Verein Kultur im Kammgarn und der Tap Tab Musikverein.

Urs Roellin. Foto: Francesca Pfeffer

Die bisherigen Leistungsvereinbarungen hätten sich bewährt, schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Bei den erneuerten Leistungsvereinbarungen handelt es sich denn auch um bereits seit mehreren Jahren bestehende Verträge. Sie gelten von 2016 bis 2020, mit dem Verein Kultur im Kammgarn und dem Tap Tab Musikverein von 2016 bis 2018.

Die unveränderten jährlichen Unterstützungsbeiträge von Kanton und Stadt Schaffhausen zusammen belaufen sich für das Schaffhauser Jazzfestival auf 132’000 Franken, für den Verein Kultur im Kammgarn auf 150’000 Franken, für das Schauwerk auf 84’000 Franken, für das Theater Sgaramusch auf 73’000 Franken, für das Sommertheater auf 35’000 Franken, für den jugendclub momoll Theater auf 33’000 Franken und für den Tap Tab Musikverein auf 30’000 Franken.

Der Beitrag des Kantons an den Verein Vebikus Kunsthalle Schaffhausen wird auf 70’000 Franken pro Jahr erhöht. Nach dem Wegzug der Hallen für Neue Kunst sei es wichtig, den Bereich der zeitgenössischen Kunst in einem bereits etablierten Umfeld zu stärken, schreibt der Kanton. Dazu sei es notwendig, dass sich der Vebikus-Ausstellungsraum neu als Kunsthalle positionieren und sein Programm ausweiten und profilieren kann.

Prachtchorbuch Albrechts V. im Internet

Nach aufwändiger Restaurierung und Digitalisierung ist ein von Hans Mielich prachtvoll illuminiertes Chorbuch Albrechts V. mit Motetten von Cipriano de Rore online abrufbar. Einer der bedeutendsten musikalischen Schätze der Bayerischen Staatsbibliothek wird so weltweit greifbar.

Das Chorbuch Albrechts V. wird gescannt. (Bild: Bayerische Staatsbibliothek),SMPV

Das grossformatige und schwere Chorbuch mit seinem Prachteinband kann nur mit äusserster Vorsicht geöffnet werden und gehört zu den kostbarsten Schätzen der Bayerischen Staatsbibliothek. Es war für die Öffentlichkeit deshalb kaum zugänglich. Experten am Scanzentrum des Münchener Digitalisierungszentrums haben es nun aber über mehrere Wochen hinweg mit hochspezialisierter Fototechnik gescannt und bearbeitet. Die Bilder können online abgerufen und unabhängig von Ort und Zeit für detaillierte Forschung genutzt werden.

Das Chorbuch wurde im Jahr 1559 im Auftrag Herzog Albrechts V. (1528-1579) für die Schatzkammer des bayerischen Herrscherhauses fertiggestellt. Es enthält 26 vier- bis achtstimmige Motetten des niederländischen Komponisten Cipriano de Rore (1516-1565).  Es ist als Prachtkodex mit reicher Buchmalerei in beispielloser Qualität: Neben detailreichen Bildschmuck zu Beginn jeder Motette sind acht ganzseitige Miniaturen des Malers Hans Mielich (1516-1573) in der Handschrift enthalten.

Bevor das Digitalisat angefertigt werden konnte, wurde das Werk am Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung der Bayerischen Staatsbibliothek über ein Jahr hinweg aufwändig restauriert. Die Miniaturen im Chorbuch wiesen zahlreiche verlustgefährdete Stellen der Malschicht auf. Sie wurden unter dem Mikroskop bei zwanzigfacher Vergrösserung mit einer speziellen wässrigen Hausenblasenlösung gefestigt.

Die Erfahrungen aus Restaurierung und Digitalisierung mit dem Buch kommen nun den Spitzenstücken der herzoglichen Sammlung, den von Hans Mielich illuminierten Chorbüchern mit Busspsalmen von Orlando di Lasso, zugute. Die beiden Bände werden in den kommenden eineinhalb Jahren restauriert und digitalisiert.

Das Prachtchorbuch Albrechts V. in den Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek:
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00103729/image_1

Film zum Prachtchorbuch Albrechts V.:
https://www.youtube.com/user/BayStaatsbibliothek

Musik bedeutet Hoffnung für depressive Jugendliche

Die SRH Hochschule und das Universitätsklinikum Heidelberg untersuchen mit einer Pilotstudie, wie eine neue Form der Musiktherapie bei depressiven Jugendlichen erfolgreich eingesetzt werden kann.

Foto: Christa El Kashef/pixelio.de,SMPV

Im Rahmen des Projektes «Wired by Music» wollen Franz Resch von Seiten der Heidelberger Uni und Thomas Hillecke als Vertreter der SRH Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren begleiten, die an einer depressiven Episode oder einer chronischen Depression leiden und bereits in ärztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung sind. Sie erhalten zwölf kostenlose Musiktherapie-Einzelsitzungen in der Ambulanz auf dem Campus der SRH Hochschule Heidelberg.

Achtsames Hören der «eigenen» Musik und das Erstellen individueller Playlists für mobile Abspielgeräte, mit denen sich die Jugendlichen in verschiedenen Situationen selbst helfen können, seien ein Teil der Therapie, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Die jungen Menschen nähern sich musikalisch ihren Emotionen und vertonen sie in gemeinsamen Improvisationen. Klavier, Gitarre und Percussion-Instrumente stehen dafür bereit. Auch musikalische Rollenspiele oder therapeutisches Songwriting sind möglich.
 

Konzert Theater Bern zählt mehr Eintritte

Konzert Theater Bern (KTB) hat laut eigenen Angaben in der Saison 2014/15 die Gesamtzuschauerzahl im Vergleich zur Vorjahressaison um rund sieben Prozent gesteigert: Insgesamt konnten 149‘948 Eintritte gezählt werden, rund 9000 mehr als in der Spielzeit 2013/14.

Foto: Annette Boutellier

In der Saison 2014/15 wurden von KTB 417 Vorstellungen und 53 auswärtige Gastspiele gegeben (Vorjahressaison: 389/36). Den signifikantesten Anstieg der Besucherzahlen konnte das Musiktheater verzeichnen: 40‘886 Zuschauer wurden hier gezählt (2013/14: 31‘315). Publikumszuwachs vermeldet auch das Schauspiel. Die Publikumszahlen des Berner Symphonieorchesters und des Tanzes blieben laut der Medienmitteilung im Berichtszeitraum gegenüber der Vorjahressaison stabil.

Die Rechnung schliesst mit einem buchhalterischen Überschuss in Höhe von rund 33‘000 Franken ab. Die Einnahmen sind gegenüber der Vorjahressaison leicht gesunken – von 5,7 Millionen in 2013/14 auf rund 5,5 Millionen Franken in 2014/15. Ein Rückgang, der insbesondere der sanierungsbedingt kurzen Spieldauer im Stadttheater geschuldet ist.  Aufgrund der Stadttheater-Sanierung und der bevorstehenden Sanierung des Kultur Casino rechnet KTB frühestens ab Saison 2019/2020 wieder mit einem normalen Betrieb.

 

Foto: Herzog Blaubarts Burg, Grosse Halle der Reitschule, Spielzeit 2014/15, Claude Eichenberger (Judith), Pavel Shmulevich (Herzog Blaubart)

Neuer MKZ-Direktor heisst Erich Zumstein

Der Zürcher Stadtrat hat Erich Zumstein als Nachfolger von Cristina Hospenthal zum neuen Direktor von Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ) gewählt. Der Amtsantritt erfolgt per 1. August 2016.

Foto: zvg

Erich Zumstein, der zur Zeit als Rektor der Bezirksschulen Schwyz amtet, arbeitet seit 1982 als Lehrperson auf unterschiedlichsten Stufen, darunter auch als Musiklehrer, und leitet seit über zwanzig Jahren Musik- und Volksschulen in den Kantonen Luzern und Schwyz.

Erich Zumstein absolvierte eine umfassende Kaderausbildung, ist ausgebildeter Personal-Fachmann und hat einen MBA-Abschluss. Er nimmt seit 2005 oberste Führungsverantwortung wahr. Seit 2011 arbeitet Zumstein als Rektor der Bezirksschulen Schwyz und ist dort verantwortlich für 230 Mitarbeitende und 1800 Schülerinnen und Schüler.

Die amtierende MKZ-Direktorin, Cristina Hospenthal, tritt per 31. August 2016 in den Ruhestand; Erich Zumstein nimmt seine Tätigkeit am 1. August 2016 auf. Musikschule Konservatorium Zürich ist mit über 22’000 Schülerinnen und Schülern die grösste Musikschule der Schweiz. Bei MKZ arbeiten über 600 diplomierte Musiklehrerinnen und Musiklehrer. Sieben Musikschulen verteilen ihren Unterricht auf annähernd hundert Schulhäuser innerhalb der Stadt Zürich.

 

 

Revision des Bündner Kulturförderungsgesetzes

Das Kulturförderungsgesetz des Kantons Graubbünden steht vor einer Totalrevision. Neben einer kulturpolitischen Neupositionierung spielen dabei auch neue Strukturen aufgrund der Gebietsreform eine Rolle. Regionen sollen verpflichtet werden, ein flächendeckendes Angebot an Sing- und Musikschulen zu führen.

Graues Haus in Chur, Sitz der Bündner Regierung. Foto: Bravuogn, Wikimedia commons

Im Zuge der Totalrevision des Wirtschaftsentwicklungsgesetzes und der Schaffung eines Gesetzes zur Sportförderung sollen auch Fragen zur Reorganisation und Neupositionierung der kantonalen Kulturförderung untersucht werden. Zu klären sind dabei mögliche Schwerpunkte der Kulturförderung (professionelle Kultur, Amateurkultur), die Schnittstellen zur Wirtschaftsförderung sowie die Zuständigkeiten und die Wahl der kantonalen Kulturförderungskommission.

Die aktuelle Kulturförderung des Kantons Graubünden basiert auf dem Gesetz über die Förderung der Kultur vom 28. September 1997 und der Verordnung zum Gesetz über die Förderung der Kultur vom 12. Januar 1998. Das Kulturförderungsgesetz sowie die darauf basierende Verordnung haben sich als Grundlagen der kantonalen Kulturförderung bis heute in vielen Bereichen bewährt. Neu wird vorgesehen, die Unterstützung des professionellen Kulturschaffens explizit in die Zielsetzungen des Gesetzes aufzunehmen. Der Entwurf sieht überdies vor, dass die Regionen verpflichtet werden, ein flächendeckendes Angebot an Sing- und Musikschulen zu führen.

Das Gesetz soll spätestens auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten. Die Regierung des Kantons Graubünden schickt nun einen Entwurf in die Vernehmlassung. Die Vernehmlassung dauert bis am 15. April 2016. Die Unterlagen dazu sind abrufbar im Internet unter www.gr.ch.

 

Zürcher Festspielpreis 2016 geht an Sophie Hunger

Die Schweizer Sängerin, Songwriterin, Filmkomponistin und Texterin Sophie Hunger wird 2016 mit dem mit 50‘000 Franken dotierten Zürcher Festspielpreis ausgezeichnet.

Foto: Wikipedia/Thomas Springer

Die Künstlerische Kommission der Festspiele Zürich verleiht den vom Bär-Kaelin Fonds ermöglichten Preis zum zehnten Mal. Barbara Frey, Mitglied der Kommission und Intendantin am Schauspielhaus Zürich, charakterisiert die Sängerin als «grossartige, sensible Künstlerin», deren Musik durch eine «höchst eigenwillige Mischung aus Verspieltheit, geballter Kraft, Witz und Melancholie» geprägt werde.

Der Preis würdigt «Sophie Hungers herausragende Leistungen in der Zürcher Musikszene und weit darüber hinaus». Die Zürcherin, die heute in Berlin lebt, hat von hier aus ihre ersten Schritte in die Musikwelt gewagt. Besonders wichtig sei dabei der Zürcher Musikklub Helsinki gewesen, einer der ersten Klubs in Zürich, wo es jeden Abend Livebands gab.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der zwanzigsten Festspiele Zürich statt, die sich vom 3. bis 26. Juni 2016 hundert Jahre nach der Gründung der Dada-Bewegung auf die Spuren des Mythos Dada begeben. Am Anlass im Schauspielhaus Zürich wird Sophie Hunger einen musikalischen und multimedialen Rückblick auf ihre Musiklaufbahn geben.

 

Weiterbildung mit Kalaidos

Die Kalaidos Musikhochschule gewährt Anfang Januar im Konservatorium Winterthur Einblick in ihre neuen Studiengänge .

Bild: Ulrich Forchner,SMPV

Nichts ist unmöglich – dank der Nachdiplomstudiengänge an der Kalaidos Musikhochschule. Am 9. Januar 2016 präsentiert die Hochschule von 13 Uhr bis 16 Uhr einige ihrer neuen Studiengänge: Musikjournalismus, Musik – Psyche – Körper, Komponieren für Kinder, Zeitgenössische Improvisation, Musik und Forschung, Dirigieren und Organisieren, Indische Rhythmik, Musik und Management.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Dozierende sowie der Rektor der Hochschule, Frank-Thomas Mitschke, stehen für Fragen zur Verfügung.

Adresse: Konservatorium Winterthur, Tössertobelstrasse 1

www.kalaidos-music.ch
 

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