Deutscher Musikmarkt ist 2015 gewachsen

Der Musikmarkt in Deutschland hat das Jahr 2015 nach ersten Hochrechnungen mit einem Plus von 3,9 Prozent abgeschlossen. Laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) liegt der Umsatz aus Musikverkäufen damit erstmals seit 2009 wieder über 1,5 Milliarden Euro.

Bild: BVMI

Mit einem Plus von 96,6 Prozent hat die Wachstumsdynamik beim Streaming einen neuen Spitzenwert erreicht, der die bisherigen Prognosen noch deutlich übertrifft; eine Entwicklung, durch die die Rückgänge im physischen Markt (-4,2 Prozent) und bei den Downloadumsätzen (-2,6 Prozent) mehr als ausgeglichen werden können.

Über Audio-Streaming werden nun 13,8 Prozent des Gesamtumsatzes generiert, über Downloads sind es 15,7 Prozent. Vinyl kann, wenn auch in der Nische, als einziger physischer Tonträger erneut zulegen: Mit einem Wachstum von 32,2 Prozent steht die Schallplatte inzwischen für 3,3 Prozent der Umsätze. Unter dem Strich liegt der Digitalanteil (Streaming und Downloads) am Gesamtmarkt 2015 bei 30,9 Prozent, der Anteil physischer Musikverkäufe (CD, Vinyl, DVD/Bluray) bei 69,1 Prozent.

Weiter im Aufwärtstrend befindet sich auch das nationale Repertoire. Acht der Top 10-Alben in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts waren 2015 deutschsprachig, das gab es noch nie. Ausserdem ist zu beobachten, dass neben Pop und Rock, die nach wie vor sehr erfolgreich laufen, auch weitere Genres wie Metal und HipHop bei den Alben oder Electronic Dance Music bei den Singles kontinuierlich hohe Charterfolge erzielen.

Die endgültigen Marktdaten mit Detailauswertungen der Teilmärkte wird der BVMI im März veröffentlichen.

Über Musik urteilen

Ein Sammelband fragt nach Wesen und Hintergründen von Beurteilungen in der Musik.

Foto: Stefanie Salzer-Deckert/pixelio.de

Musikmachen heisst Kritisieren, heisst die Frage stellen: gut oder schlecht? Musiker und Musikerinnen kritisieren sich selbst, die Lehrenden, die eigenen Schüler, andere Interpreten, Aufnahmen usw. Kenner kritisieren, noch lustvoller aber Liebhaber. Wie äussern sich Musikwissenschaftlerinnen, Vertreterinnen «des Fachs» (fünfmal im Vorwort auf S. 5), zu «Urteil und Werturteil in der Musik»? «Geschmacksurteile» sind auf diesem Niveau verpönt, vielmehr sollten «qualifizierte Hörer» relevante «Sachurteile» fällen. Carl Dahlhaus (gestorben 1989) vertrat noch die Ansicht, solche Urteile müssten auf musikalischer Analyse beruhen. Davon ist man heute weit entfernt. Man könnte fast sagen: Je kompetenter ein Urteil ist, desto mehr widerspiegelt es seine eigene Zeit; denn Werturteile im Rahmen der Künste sind weder nur in der Sache selbst noch in den darüber Urteilenden, sondern stets kulturell begründet und damit wechselnden Einflüssen und Moden unterworfen.

Die meisten der Beiträge zu einer Hamburger Tagung im Herbst 2013 kommen zu diesem Schluss, egal ob Gounods Bach-Bearbeitung Ave Maria, Johann Mattheson oder die Musik von Erik Satie, ob die Rezeption von Friedrich Witts pseudo-beethovenscher Jenaer Symphonie oder von Hans Rotts E-Dur-Sinfonie als Beispiele gewählt sind. Komplizierter wird es, wenn der Humor hineinspielt, wenn also die Musik selbst schon auf einer Unterscheidung von gut und schlecht beruht und die Zuhörenden dies merken sollten. Dass das Urteilsvermögen des Musikverlegers prophetische Züge, jedenfalls finanzielle Konsequenzen hat, ist eine weitere Spielart von impliziter Kritik. Wenn heute, in einer kommerzialisierten Welt, Kunst problemlos neben Nicht-Kunst steht, wird jedes Urteil schwierig. Darum kommt Manfred Stahnke zum Schluss: «Letztlich hat für uns nur das ‹Wert›, was an unsere Seele kommen kann. Und die ist kommerzfrei» (S. 188). Ist das ein Plädoyer für die Wiederauferstehung des reinen «Geschmacksurteils»?

Ich lese den Band mit Interesse, nicht weil er grundlegend Neues enthält, sondern weil die Gedankengänge der Schreibenden, ihre Argumente, Quellen und Illustrationen Unbekanntes entdecken lassen. Nur: Warum bleiben Musik-, Literaturwissenschaftlerinnen und Komponisten unter sich? Haben sie dazu mehr zu sagen als jene Musikkritiker und -rezensentinnen, deren Tagesgeschäft sich um «Urteil und Werturteil in der Musik» dreht, mithin um die Frage: «Gut oder schlecht?»?

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Gut oder schlecht? Urteil und Werturteil in der Musik, (=Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft, Band 30), hg. von Claudia Maurer Zenck und Ivana Rentsch, 188 S., Fr. 37.00, Peter Lang, Bern u. a. 2015, ISBN 978-3-631-659997-7

Der Neuen Volksmusik auf der Spur

In knappen Einführungen und umfangreichen Interviews wird eine vielgestaltige Musikszene erkundet.

Oloid live. Christian Zehnder, Gregor Hilbe, Matthias Loibner& Ndima Aka Pygmäen (CH, A, Congo) Foto: © Alpentöne 2015 (www.scriptum.ch: Raffi Brand/Ueli Bachmann)

Der Leiter des Festivals Alpentöne in Altdorf, Johannes Rühl, und Dieter Ringli, Ethnomusikologe und Dozent an der Musikhochschule Luzern, haben die Neue Volksmusik in der Schweiz seit Jahren beobachtet, Presseartikel und Tonträger gesammelt und dieses Material mit ausführlichen Interviews bei Musikern und Musikerinnen zu Hause ergänzt und nun in einem umfassenden Sachbuch verarbeitet.

Unter dem Begriff «Neue Volksmusik» versteht man in der Schweiz instrumentale und vokale Musik, die mit traditionellen Melodien experimentiert, althergebrachte Instrumente auf neue Weise einsetzt, Jodel mit anderen Gesangsgattungen aufmischt und in professionellen Interpretationen vor allem an Festivals, auf Kleinkunstbühnen und über Radio DRS2 ein weitgehend urbanes Publikum erreicht.

Das Phänomen konzentriert sich seit 1999 auf das Festival Alpentöne in Altdorf, seit 2003 auf das Naturtonfestival im Toggenburg und seit 2008 auf die Stubete am See in Zürich, was die Autoren veranlasst haben dürfte, ihre Untersuchung auf die deutsche Schweiz zu beschränken. Bringt man die Neue Volksmusik nicht einfach mit der epochalen Edition der zehntausend, von Hanny Christen zwischen 1940 und 1960 notierten, von Fabian Müller und Ueli Mooser für den Druck vorbereiteten und 2002 von der Gesellschaft für die Volksmusik in der Schweiz (GVS) herausgebrachten Volkstänze aus der ganzen Schweiz als Initialzündung in Verbindung, sondern bedenkt die Anfänge als Folge der abklingenden Folkbewegung in den 1980er-Jahren und der Experimente mit alter Volksmusik aus aktuellen Anlässen, der 700-Jahrfeier der Schweizerischen Eidgenossenschaft (1991) und der Weltausstellung in Sevilla (1992), dürften auch Initianten aus der Westschweiz genannt werden.

Die Auseinandersetzung mit der wohl spannendsten Musikszene der heutigen Schweiz präsentieren die sachverständigen Autoren einleitend in 13 kurzen Kapiteln wie «Neues von damals», «Volksmusikalische Zwischenwelten», «Thema Appenzell», «Grundlage Folk». Im Zentrum der Publikation stehen 17 fünfstündige, von den Herausgebern transkribierte und gekürzte Gespräche mit 13 Musikern und 5 Musikerinnen, die sich in einer CD auch mit ihrer Musik äussern.

Dieter Ringli stellt im lesenswerten Fazit fest, es sei unmöglich, die Neue Volksmusik auf einen Nenner zu bringen. Das bestätigen die informativen Lebensläufe von Ueli Mooser, Markus Flückiger, Dani Häusler, Fabian Müller, Domenic und Madleina Janett, Thomas Aeschbacher, Nadja Räss, Töbi Tobler, Hans Kennel, Christoph Baumann, Dide Marfurt, Albin Brun, Christine Lauterbrug, Corin Curschellas, Erika Stucky, Christian Zehnder und Balthasar Streiff. Die meisten dieser Biografien beginnen aber bei musikbegabten und verständnisvollen Eltern.

Es fällt zudem auf, dass mehr als die Hälfte der zu Wort kommenden Träger dieses Musiktrends über sechzig Jahre alt, gut ausgebildet, von traditionellen Musikern geprägt worden und fleissig sind. Die Lust am Experiment mit immer wieder neuen Besetzungen, mit der Kombination verschiedener Stile, mit dem Wechselspiel von immer wieder anderen Musikpartnern ist das Geheimnis des unverkrampften Umgangs mit der überlieferten Volksmusik.

Die dem Buch beiliegende Audio-CD ist um ein informatives, dreisprachiges Booklet ergänzt beim Label Musiques Suisses, das sich die Dokumentation der Neuen Volksmusik zur Aufgabe gemacht hat, erschienen. Einleitungstext, Kurzbiografien der Interpreten und 19 sorgfältig ausgewählte Tonbeispiele erlauben eine konzentrierte Einführung in die Neue Volksmusik.

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Dieter Ringli / Johannes Rühl, Die Neue Volksmusik. Siebzehn Porträts und eine Spurensuche in der Schweiz, 362 S., mit CD, Fr. 38.00, Chronos-Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-0340-1310-9

Die neue Volksmusik. Musiques Suisses CD MGB –NV 30

Musik der Schweizer Garden

Ein neues Fachbuch bietet 15 barocke Stücke für «fifres et tambours» und eine Menge Hintergrundwissen.

Ausschnitt aus dem Titelbild

Das Pfeifen und Trommeln hat in der Schweiz eine lange Tradition. Und es waren die Schweizer Garden, die am Hof Ludwigs des XIV. und XV. die Musikstücke der französischen Komponisten Jean-Baptiste Lully, André Danican Philidor und Jean-Jacques Rousseau – um nur einige zu nennen – spielten.

Auf Anregung des Schweizerischer Tambouren- und Pfeiferverbands (STPV) hat Thilo Hirsch das vorliegende Werk, Musik der Gardes Suisses für Fifres & Tambours, verfasst. Dieses Fachbuch entstand in Zusammenarbeit mit Walter Büchler (Tambour), Danny Wehrmüller (Tambour/Basler Piccolo) und Sarah van Cornewal (Fifre/Basler Piccolo). Darin werden 15 Kompositionen französischer Musiker aus dem 17. und 18. Jahrhundert vorgestellt.

In der Einleitung macht Thilo Hirsch wichtige Angaben zu Geschichte und Aufführungspraxis der barocken Flöten- und Trommelmusik, und er erwähnt auch zahlreiche unterhaltsame Anekdoten zum Thema. Im Anschluss wird jedes Musikstück mit einer kurzen Erläuterung der musikhistorischen Hintergründe und einem Faksimile des Originals vorgestellt. Die Transkription der Faksimiles ist in einer zweistimmigen Fassung nach historischen Vorbildern angefertigt. Die Autoren haben aber auch für jedes der 15 Stücke ein modernes, dreistimmiges Arrangement für Pfeifen und Trommeln geschrieben. Um den nötigen Umfang für die dritte Flötenstimme zu gewinnen, transponierten sie die Stimmen in diesen Versionen nach oben. Allerdings kommen sich dabei die Hilfslinien der obersten Stimme vereinzelt etwas gar nahe. Die Tambourenstimme ist in «Zündstoff-Trommelschrift» notiert. Diese stammt aus dem Lehrmittel des Schweizerischen Tambouren-Verbands Zündstoff für Trommler, das Mitte der 1980er-Jahre erschienen und mittlerweile leider vergriffen ist.

Das in deutscher und französischer Sprache verfasste Buch Musik der Gardes Suisses für Fifres & Tambours bietet einen reichen Fundus an Material für Konzerte oder spezielle Anlässe von Pfeifer- und Tambourenvereinen. Es besticht durch schlichtes Design und eleganten Notensatz. Weiterführende Hinweise zu den Texten finden sich in den zahlreichen Quellenangaben und Literaturempfehlungen.

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Thilo Hirsch, Musik der Gardes Suisses für Fifres & Tambours, Verlag des Schweizerischen Tambouren- und Pfeiferverbands, Fr. 45.00, Stäfa 2015, ISBN 978-3-9524552-0-3

Primavista

Eine sorgfältig aufgebaute, dreibändige Sammlung mit Blattspielübungen für Klavier.

Foto: BloodyMary/pixelio.de

Fit vom Blatt heissen die drei Bände von Paul Harris, die im Jahr 2008/2009 bei Faber Music erschienen und nun als Gemeinschaftspublikation mit der Edition Peters auch auf Deutsch erhältlich sind. Die Hefte sind sehr übersichtlich und klar in Stufen und Lektionen gegliedert und das Inhaltsverzeichnis gibt einen schnellen Einblick in die Lehr- und Lernabsichten des Autors.

Puls und Rhythmus stehen als musikalisches Urelement im Zentrum und werden auf verschiedene Art und Weise geschult und veranschaulicht. Von Anfang an wird darauf geachtet, dass durch einen festen Puls dem Lesen eine Richtung gegeben wird, um stockendes Spiel möglichst zu vermeiden. In jeder Lektion gibt es «Vorbereitete Stücke». Durch jeweils vorangestellte Fragen wird vom Schüler oder der Schülerin konsequent verlangt, sich vor dem Spiel einen Überblick zu verschaffen, auf wiederkehrende Muster (rhythmische oder melodische), auf Tonleiterausschnitte, auf Schritte oder Sprünge, die Handlage in Zusammenhang mit dem Fingersatz zu achten. Dem Vorhaushören im Kopf wird zusätzlich besondere Bedeutung geschenkt, was bei der sehr einfach aufbauenden Literaturauswahl mit der nötigen Übung durchaus gelingen könnte.

Mir gefällt, wie in sorgfältig aufeinanderfolgenden Schritten nach und nach wichtige Themen wie Haltebogen, punktierte Noten, Artikulation, Dur und Moll, verschiedene Rhythmus-Muster und Taktarten, verschiedene Handpositionen, Akkordspiel und polyfones Spiel eingeführt werden. Vortragsbezeichnungen wie «Mit einem Lächeln» oder «Würdevoll» verlangen ein Sich-Einfühlen in den emotionalen Gehalt der Stücke. Während der erste Band sich den elementaren Grundlagen des gekonnten Primavista-Spiels widmet, werden im zweiten Band schon etliche Aspekte kombiniert. Die Stücke sind sehr klug komponiert und auf das Erfassen von Zusammenhängen ausgerichtet. Im dritten Band finden dann auch im Blattlesen Fortgeschrittene viele instruktive Beispiele, die ein genaues Notenerfassen verlangen, da sie mit ihrer angereicherten Harmonik und überraschenden Taktwechseln ein intuitives Erraten verhindern.

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Paul Harris, Fit vom Blatt. Blattspielübungen für Klavier; Band 1 – Anfänger, EPF 2002-1; Band 2 – Mittelstufe, EPF 2002-2; Band 3 – Fortgeschrittene, EPF 2002-3, je Fr. 19.45; Faber Music/Edition Peters, London/Leipzig u.a. 2014

Minimal verschoben

Steve Reichs Violin Phase ist in einer Fassung für Gitarre und Tonband oder für vier Gitarren erschienen.

Foto: Janusz Klosowski/pixelio.de

Der 1936 geborene amerikanische Komponist Steve Reich ist ein Pionier der Minimal Music, in der mit repetitiven Mustern, mit langen, aber meist spannungsarmen Bögen und oft auch mit Phasenverschiebungen gearbeitet wird. Violin Phase aus dem Jahre 1967 ist eines jener frühen Werke, welche die Entwicklung dieser Stilrichtung mitprägten.

Das Stück ist wie so oft bei Reich auf den ersten Blick technisch einfach zu spielen, stellt aber dennoch hohe musikalische Anforderungen an die Aufführenden. Kurze patterns werden fast endlos wiederholt – wie oft genau, wird von den Spielerinnen und Spielern selbst bestimmt – sodass durch die Überlagerung der verschiedenen Melodieschnipsel ein clusterartiges Gewusel entsteht.

Die Schwierigkeit, aber auch die Faszination des Stücks liegt in den minimalen Phasenverschiebungen: Durch ein unmerkliches Accelerando einer Stimme wird ganz langsam vorerst nur eine, dann vielleicht eine weitere Achtelnote «aufgeholt». Die daraus resultierenden Tonmuster werden vorübergehend unübersichtlich, bis sich Gitarre und Tonband bzw. die vier Gitarren im gleichen Metrum wieder gefunden haben.

Die ausführlichen Spielanweisungen der Originalausgabe von 1967 wurden für die Gitarre angepasst; von wem, ist aber nicht ganz klar. Zwar sind sie mit Steve Reichs Namen unterzeichnet, jedoch nicht datiert. War Reich in die Herausgabe der Gitarrennoten involviert oder nicht? Wurden die Anweisungen gar vom Stück Electric Guitar Phase aus dem Jahre 2000 übernommen, das ebenfalls eine Adaption von Violin Phase war? Schade, dass der Verlag hier nicht für Transparenz sorgt, ist doch die Bearbeitungsgeschichte von Reichs Werken durchaus interessant!

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Steve Reich, Violin Phase for Guitars, für Gitarre und Tonband oder 4 Gitarren, UE 21646, € 24.95, Universal Edition, Wien 2015

Gelungener Beginn

Mit der Walzer-Suite hat der Paladino-Verlag eine Werkausgabe von David Popper begonnen.

Porträt von David Popper auf einer Postkarte, vor 1905. Quelle: Hollomis, wikimedia commons

David Popper (1843–1913) studierte am Prager Konservatorium bei Julius Goltermann und ist wohl einer der bedeutendsten Cellovirtuosen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zeitgenössische Kritiker verglichen sein Spiel mit dem des Violinvirtuosen Pablo de Sarasate. Von 1868 bis 1873 war er Solocellist an der Wiener Hofoper; ab 1886 unterrichtete er in Budapest an der 1875 von Franz Liszt gegründeten Königlich-Ungarischen Musikakademie (heute: Franz Liszt Musikuniversität). Er gilt als Begründer der ungarischen Cellistenschule.

Als Komponist ist er bis heute präsent: Seine Etüdensammlungen sind fester Bestandteil im Cellounterricht und mehrere seiner effektvollen Charakterstücke gehören zum Standardrepertoire. Der Paladino-Music-Verlag hat sich nun zum Ziel gesetzt die gesamten Kompositionen Poppers im Neustich zu veröffentlichen. Dabei bleiben die Partituren mit Poppers eigenen Aufführungshinweisen versehen, die Stimmen werden von international bekannten Interpreten redigiert.

Ein erstes Ergebnis dieser Reihe ist die vorliegenden Walzer-Suite op. 60. Es ist eines der umfangreicheren Werke Poppers: Auf eine Introduktion folgen fünf Walzer und ein ausladend-virtuoses Finale. Es ist kein reines Virtuosenstück, sondern gehobene Salonmusik, die die lyrischen Stärken des Cellos auskostet. Wie immer bei Popper ist auch der Klavierpart farbig-fantasievoll ausgestaltet. Ein schöner Anfang für die Neuedition dieser geistreichen Werke.

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David Popper, Walzer-Suite op. 60 für Violoncello und Klavier, hg. von Martin Rummel, pm 0036, € 17.95, Paladino Music, Wien 2014

Frank Martin ans Licht!

Eine Neuausgabe der «8 Préludes pour piano» mit erhellenden Kommentaren von Paul Badura-Skoda.

Foto: © Universal Edition

«Diese Neuausgabe hat den Zweck, dieses Meisterwerk der Klavierliteratur einem grösseren Kreis von Musikern näher zu bringen …» Das wünscht sich Herausgeber Paul Badura-Skoda in seinem Vorwort zu den 8 Préludes pour le piano von Frank Martin. Tatsächlich wird dieser 1947/48 entstandene und Dinu Lipatti gewidmete Zyklus in letzter Zeit eher etwas vernachlässigt, wie überhaupt das Œuvre Martins ein bisschen in den Hintergrund geraten ist. Was die Préludes betrifft, ganz sicher zu Unrecht: Jedes einzelne ist eine kostbare Perle mit eigenem Charakter und Klang.

Paul Badura-Skoda weiss als intimer Kenner der Musik Martins denn auch viel Inspirierendes und manches interessante Detail zu berichten. Insbesondere lässt er seine Hörerfahrungen aus Martins eigenen Interpretationen einfliessen, was einmal mehr die alte Frage aufwirft, ob ein Komponist auch der ideale Interpret seiner eigenen Werke sei. In diesem Fall wohl durchaus, denn Frank Martin war auch ein sehr kompetenter Pianist.
Aufschlussreich ist zudem ein kurzer Brief Martins an den Pianisten Klaus Wolters, worin er ein paar Interpretationsfragen ganz präzis beantwortet. Dieser Brief ist als Faksimile samt Übersetzungen der neuen Ausgabe beigefügt.

Der kritische Apparat ist detailliert, gleichzeitig aber übersichtlich und lesefreundlich gehalten. Keine Selbstverständlichkeit in unseren Tagen … Alles in allem also eine Neuausgabe, die den eingangs zitierten Wunsch des Herausgebers erfüllen dürfte.

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Frank Martin, 8 Préludes pour le piano, UE 35 753, € 24.95, Universal Edition, Wien 2014

«Lass mich dein Klarinettchen sein»

Die Musikschule Region Burgdorf bereicherte das Jahr der Klarinette 2015 mit einer Opernaufführung im Casino Theater Burgdorf. «Der Klarinettenmacher» thematisiert die Geburt des Instruments.

Der Instrumentenbauer (Roger Bucher) betört seine Angebetete (Bettina Bucher) mit seiner Klarinette. Foto: Niklaus Rüegg

An den Musikschulen sinkt die Nachfrage nach Klarinettenunterricht stetig, obwohl kaum ein Blasinstrument breitere stilistische Anwendungsmöglichkeiten bietet. Von der Klassik über die Volksmusik bis hin zu Klezmer und Jazz – überall wird die Klarinette eingesetzt. Sie ist eines der beweglichsten und vielseitigsten Blasinstrumente überhaupt. Was liess sich der Schweizer Blasmusikverband nicht alles einfallen, um dieses, nicht zuletzt von Mozart hochgeschätzte Instrument vermehrt in den Fokus zu rücken: Konzerte landauf, landab, Flashmobs, das grösste Klarinettenensemble, der längste Klarinettenton und ein Klarinettenbus, der auf Aufklärungstour quer durch die Schweiz geschickt wurde.

Auf den Spuren des Erfinders

An der Musikschule Burgdorf kam man im Januar 2015 auf eine ebenso originelle wie naheliegende Idee, um das Jahr der Klarinette zu bereichern. In den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts stöberte der Klarinettist und Musiklehrer Andreas Ramseier auf einem Freiburger Trödelmarkt den Klavierauszug einer Oper auf. Es war das Werk des weitgehend unbekannten Nürnberger Komponisten Friedrich Weigmann (1869–1939) mit dem Titel Der Klarinettenmacher auf. Das Libretto entstammt der Feder des Musikforschers, Kapellmeisters und Verfassers des Reclam-Opernführers Georg Richard Kruse (1856–1944).

Die Erfindung der Klarinette wird Johann Christoph Denner (1655–1707), einem berühmten Musikinstrumentenbauer des Barock zugeschrieben. Denner fügte dem Chalumeau, das den Umfang einer grossen None hat, eine Zusatzklappe an, sodass der Tonumfang des Instruments in die mittleren und hohen Register hinauf durch Überblasen erweitert werden konnte. Der Klang der oberen Töne erinnerte an den Clarinoklang der Barocktrompete, weshalb das neue Instrument den Namen Klarinette erhielt. Johann Christian Denner ist denn auch die Hauptperson der Oper. Inwieweit die Handlung tatsächlich den historischen Tatsachen entspricht, entzieht sich heutiger Kenntnis, ist aber auch nicht weiter von Belang.

Uraufführung der Burgdorfer Fassung

Der Klarinettenmacher wurde 1913 am Bamberger Theater uraufgeführt und stand in der Folge auf den Spielplänen einiger deutscher Bühnen, darunter des Schillertheaters Hamburg. Heute ist das Werk in keinem Opernführer zu finden und ausser dem einen Klavierauszug fehlt das gesamte Material. Es ist während des Ersten Weltkriegs offenbar verschwunden.

Roger Müller hat für die Inszenierung im Casino Theater Burgdorf auf der Basis der Klavierbegleitung eine anderthalbstündige, farbige, vielschichtige Partitur für Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Flöte/Saxofon, Akkordeon, Orgel, Gitarre geschrieben. Weigmanns Musik ist schwer einzuordnen, besitzt aber spätromantische Züge. Vom Inhalt her handelt es sich um eine Spieloper, doch die durchkomponierte Form steht dieser Gattungsbezeichnung entgegen. In die Solopartien ist viel Text gepackt worden, was der Melodieführung und dem musikalischen Spannungsbogen nicht eben zuträglich ist. Vielleicht hätten dem Werk gesprochene Dialoge im Sinne der Spieloper gut getan. Duette sind Mangelware und Gesangsensembles fehlen gänzlich. Die wenigen Chorstellen des Stücks werden in der Burgdorfer Fassung ökonomischerweise vom Orchester übernommen.

Ein Instrument wird besungen

In der lebendigen Regie von Ueli Eggimann und im zeichnerisch konzipierten Bühnenbild von Matthias Egger, das in wechselnde Farbkonstellationen getaucht wurde, entfaltete sich ein engagiertes Spiel mit guten Gesangsleistungen. Neun Solorollen galt es zu besetzen, darunter die umfangreiche Titelrolle des Klarinettenmachers Johann Christoph Denner, der Roger Bucher seinen beweglichen Bariton lieh. Sein Tüfteln am neuen Instrument geht einher mit Geldproblemen und Liebeskummer. Sobald seine Klarinette nach Wunsch klingt, klappt es auch mit der Liebe.

Als Kunde des Instrumentenbauers tritt der Komponist und Organist Johann Pachelbel in Erscheinung. Martin Weidmann gelang hier mit prägnanter Stimme und viel Komik ein Kabinettstück. Bettina Bucher verkörperte Denners reiche Angebetete Maria Clara Neufville, die sich schliesslich durch Denners verführerischen Klarinettenklang mit den Worten «Lass mich dein Klarinettchen sein» rumkriegen lässt. Sie durfte mit ihrem leichten, gut geführten Sopran die schönsten, auch lyrisch ansprechenden Stellen des Stücks gestalten. Barbara (Sandra Rohrbach) gefiel mit ihrer burschikosen Art. In der Hosenrolle des Gabriel Schutz trumpfte Diana Gouglina mit dramatischen Tönen auf, während der zwielichtige Dr. Betulius (Fabio de Giacomi) buffonesk überzeugte. Der Nachwuchs, mit Tobias Wurmehl in der Rolle des Jägers Doppelmayr, Emanuel Gfeller als tollpatschiger Gehilfe Zick und Sophie Aebersold als Mädchen, setzte sich vorteilhaft in Szene. Die Capella Burgdorf musizierte unter der Leitung von Armin Bachmann.

In ein paar Monaten eben mal eine Opern-Uraufführung auf die Bühne zu stellen, ist eine beachtliche Leistung. Die Musikschule Region Burgdorf darf auf das Ergebnis stolz sein. Die besuchte Aufführung war die Derniere vom 7. Januar.

 

Beiträge des Kantons Bern an Jazz- und Musikschulen

Für 2017 bis 2020 beantragt der Regierungsrat des Kantons Bern dem Grossen Rat Staatsbeiträge von jährlich 470‘000 Franken für die Swiss Jazz School Bern. Für 2016 bewilligt hat er 17,31 Millionen Franken Beiträge an die Musikschulen.

Foto: © Staatskanzlei des Kantons Bern

Die Swiss Jazz School sei eine spezialisierte Musikschule für besonders Begabte, schreibt der Kanton. Sie sei damit ein Bindeglied zwischen der Grundausbildung der regionalen Musikschulen im Jazzbereich und der Jazzabteilung der Hochschule für Künste HKB sowie vergleichbaren Studiengängen an anderen Musikhochschulen.

Die Staatsbeiträge werden jeweils für vier Jahre bewilligt, damit die Schule eine mittelfristige Finanzplanung erstellen kann. Der Leistungsvertrag wird für dieselbe Dauer abgeschlossen. 

Für das Jahr 2016 hat der Regierungsrat Kantonsbeiträge von 17,31 Millionen Franken an die 29 allgemeinen Musikschulen bewilligt, die vom Kanton Bern anerkannt sind. Im Rahmen von Sparmassnahmen hatte der Regierungsrat die im Finanzplan eingestellten Beiträge an die Musikschulen ab 2013 um 500‘000 Franken gekürzt und plafoniert. Für das Jahr 2016 hebt der Regierungsrat diese Plafonierung wieder auf. Die finanzielle Lage des Kantons rechtfertige die Massnahme nicht mehr, heisst es in der Medienmitteilung. Die Planungssicherheit der Musikschulen sei höher zu gewichten.
 

Die kommende Generation im Focus

Die Ausgabe 2016 des Arosa Musik Festivals bietet im Rahmen der academy concerts, den classic concerts und den jazz&rock concerts elf hochstehende Konzerte ganz unterschiedlicher Couleur.

Berner Mundartrockband Halunke. Foto: zVg von Arosa Kultur,Foto: Tomasz Trzebiatowski,Foto: Marco Borggreve,SMPV

Das diesjährige Arosa Musik Festival steht ganz im Zeichen der Neuerungen und bleibt sich dennoch im Kern treu. Am auffälligsten ist sicher die Aufteilung des Festivals auf je eine Woche im Januar, Februar und März. Auch neu ist die stilistische Gliederung der Konzerte auf die verschiedenen Wochen. Geblieben ist der Fördergedanke, der sich wie ein roter Faden durch das Festival zieht. Bei fast allen Konzerten sind junge, meist hochbegabte Musikerinnen und Musiker beteiligt.

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Sebastian Bohren

academy concerts 27.1. – 3.2.

Bei den neu konzipierten academy concerts Ende Januar und Anfang Februar werden, wie der Name schon verrät, Teilnehmende der arosa music academy für ein Konzert nach Arosa eingeladen. Dieses Jahr wurden der Violinist Sebastian Bohren, der amerikanische Saxofonist Jeffrey Siegfried und die beiden deutschen Sängerinnen Johanna Knaut und Kathleen Louisa Brandhofer ausgewählt. Jeffrey Siegfried und das casalQuartett eröffnen das Festival als Saxofonquintett mit Werken von Daniel Schnyder, Joseph Haydn und Adolf Busch. Im Zentrum des zweiten Konzertes mit Sebastian Bohren und dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt steht das eindrückliche Violinkonzert Concerto funebre von Karl Amadeus Hartmann. Es ist eines der ausdruckstärksten Werke im gesamten Violinrepertoire. Kathleen Louisa Brandhofer und Johanna Knaut präsentieren romantische Lieder und Duette, gebündelt zum Thema «Die Boten der Liebe».

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Oliver Schnyder

classic concerts 23.2. – 26.2.

 Auch bei den classic concerts Ende Februar steht die Förderung junger Musikerinnen und Musiker im Vordergrund. Dank der Zusammenarbeit mit der Orpheum Stiftung zur Förderung junger Solisten ist das Konzert Orpheum Young Soloists on Stage zustande gekommen. Der bekannte Schweizer Pianist Oliver Schnyder, einst selber Orpheum Solist, begleitet an diesem Abend die beiden jungen Orpheum Solisten Christoph Croisé, Violoncello, und Meta Fajdiga, Piano. Zu hören sind Werke von Franz Schubert und Sergej Rachmaninoff. Noch ganz am Beginn ihrer musikalischen Karriere stehen die Preisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Arosa Kultur hat zwei Kammermusikformationen und einen Gitarristen nach Arosa zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen. Die Bündner Querflötistin Riccarda Caflisch und die Sängerin Irina Ungureanu präsentieren selten gehörte Perlen zeitgenössischer Musik für Querflöte und Sopran im atmosphärisch intimen Bergkirchli. Das Konzert Modern music mit dem Bergensemble Arosa und Sofiia Suldina kann leider nicht stattfinden, da das Werk der geplanten Uraufführung des Komponisten Blaise Ubaldini aus gesundheitlichen Gründen des Komponisten nicht fertig wurde. Das Projekt wurde darum um ein Jahr verschoben. Stattdessen wird das noch junge Fathom String Trio ein Konzert in Arosa geben. Das Trio besteht aus der ungewöhnlichen Besetzung Bratsche, Violoncello Kontrabass, sie bewegen sich zwischen komponierter Musik, offenen Konzepten und Improvisation. Zu hören sind Werke von J. S. Bach, Mauricio Kagel, David Sontòn Caflisch, Rolf Riehm, Wolfgang Rihm und Leopold Mozart.

jazz&rock concerts 14.3. – 18.3.

 Zum Saisonende im März finden die jazz&rock concerts statt. Dabei ist die Bündner Jazzszene prominent vertreten und präsentiert mit drei ganz unterschiedlichen Konzerten eine grosse Bandbreite an verschiedenen Jazzstilen. Das erste Konzert ist Art Blakey &The Jazz Messengers gewidmet, gespielt von einem Jazzquintett rund dem den Bündner Schlagzeuger Rolf Caflisch. Im Bergkirchli präsentieren Andi Schnoz und Rees Coray das legendäre Studio Album Kind of Blue von Miles Davis auf ihre eigene Art. Einen Abend mit Martina Hug und Andi Schnoz gibt es im Waldhotel National, kombiniert mit einem 4-Gang-Menü. Als krönenden Abschluss, zumindest was die Lautstärke betrifft, spielt die aufstrebende Berner Mundartrockband Halunke im Kursaal in Arosa auf.

Tickets gibt es im Vorverkauf bei Arosa Tourismus (081 378 70 20) und unter info@arosakultur.ch. Die Festivalhotels bieten attraktive Packages mit stark vergünstigten Tickets an. Alle Informationen zu den Konzerten und zu den Packages gibt es unter www.arosamusikfestival.ch.

Sämtliche Informationen gibt es auch unter www.arosamusikfestival.ch.

Klingendes Kulturerbe gesichert

Die Schweizer Nationalphonothek in Lugano ist seit dem 1. Januar 2016 ein Teil der Schweizerischen Nationalbibliothek und des Bundesamts für Kultur. Damit ist auch das klingende Kulturerbe der Schweiz langfristig gesichert.

© Fonoteca Nazionale Svizzera, Foto: Miriam Bolliger Cavaglieri

Die Fonoteca nazionale svizzera (FN) sammelt, erhält und erschliesst Tonaufnahmen mit Bezug zur Schweiz und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Für die Tondokumente erfüllt sie damit die gleichen gesetzlichen Aufgaben, wie die Nationalbibliothek (NB) sie für die gedruckten und elektronischen Dokumente übernimmt. Die FN wurde schon bisher vom Bund via die NB subventioniert. Die Vereinigung der beiden Institutionen stellt sicher, dass die für die Kulturgeschichte der Schweiz relevanten Tonaufnahmen auf lange Sicht bewahrt werden können.

Fünf Millionen Tonaufnahmen
Die Sammlung der FN besteht aus rund 5 Millionen Aufnahmen. Diese werden digitalisiert und sind danach über 54 öffentliche audiovisuelle Arbeitsplätze in der ganzen Schweiz zugänglich. Rund drei von zehn Aufnahmen stammen von der Suisa, der Schweizer Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte an Tonaufnahmen und musikalischen Werken, deren Depotinstitution die FN ist. Weitere Sammlungsschwerpunkte sind die Produkte der Schallplattenindustrie, Dokumente der wissenschaftlichen Forschung sowie Radiosendungen aus den Jahren 1932 bis 1953. Auch die Tonaufnahmen aus der Sammlung der NB befinden sich seit 2008 in der FN.

Operettenpreis geht an Dominic Limburg

Der Deutsche Musikrat und die Oper Leipzig haben mit dem Deutschen Operettenpreis für junge Dirigenten zum achten Mal einen jungen Dirigenten für seine Leistung im Operettenfach ausgezeichnet. Er geht heuer an Dominic Limburg, einen Absolventen der Zürcher Hochschule der Künste.

Dominic Limburg. Foto: Web

Dominic Limburg studierte zunächst Klavier und Gesang, bevor er 2013 seine Dirigierausbildung bei Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste aufnahm. 2014 leitete er ein Schulkonzert des Berner Symphonieorchesters, dirigierte eine Vorstellung von Smetanas «Die verkaufte Braut» in Teplice und übernahm die Musikalische Leitung bei Pergolesis «La Serva Padrona» im Rahmen des Rüttihubeliade-Festivals in Bern.

Darüber hinaus assistierte er bei Produktionen an der Zürcher Hochschule der Künste sowie am Theater Biel-Solothurn. 2015 führte ihn ein Gastdirigat unter anderem zum Orquestra Experimental de Repertório nach São Paulo. Dominic Limburg wird seit 2015 durch das Dirigentenforum gefördert.

Nahezu unendliche Musikmassen

Das deutsche Computermagazin Chip hat neun Streamingdienste auf Kosten, Soundqualität und Benutzerfreundlichkeit getestet.

Aboservices und werbefinanzierte Musik-Streamingdienste liegen im Trend. Bis 2017 erwartet das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers einen Anstieg der Umsätze von derzeit 70 auf rund 125 Millionen Euro. Kein musikalisches Wunder. Denn Kunden profitieren bei Flatrates von einem fast unerschöpflichem Reservoir an Songs für wenig Geld. Chip hat neun Dienste verglichen und neben Marktführer Spotify auch Ampya, Deezer, Google Play Musik, Juke, Napster, Rdio, Simfy und Sony Music Unlimited unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Unterschiede beim Angebot gibt es kaum. In puncto Kosten, Soundqualität und Benutzerfreundlichkeit bestehen jedoch deutliche Differenzen.

Quantität und Qualität
Nach eigenen Angaben greifen die Streamingdienste auf einen Standardkatalog von rund 20 Millionen Titeln zurück. Anbieter wie Juke und Deezer haben mit 25 beziehungsweise 30 Millionen Songs sogar weitaus mehr Lieder im Portfolio. Die Anzahl der verfügbaren Menge ist aber noch kein Qualitätsmerkmal. Der vermeintliche Mehrwert entpuppt sich oftmals als Tracksammlung wenig bekannter Künstler. Dazu kommt, dass bei Spotify und Co. nicht wirklich alle Bands vertreten sind: Einige etablierte Gruppen trotzen der Vermarktung durch Streaming-Plattformen nach wie vor.

In welchem Format gesendet wird (üblicherweise MP3, AAC oder Ogg Vorbis), entzieht sich der Entscheidung des Kunden. Unterschiede stellten die Experten von Chip auch in der Bitrate fest, die letztlich über die Soundqualität entscheidet. So bieten Deezer, Google Play Music, Juke, Music Unlimited, Simfy und Spotify eine maximale Bitrate von 320 KBit/s. Das entspricht im Grunde CD-Qualität. Auf mobilen Geräten ist diese Datenmenge häufig reduziert, wobei die meisten Dienste eine Anpassung in den Einstellungen bis zur Hi-Fi-Qualität erlauben.

Testen, teilen, zahlen
Alle Streamingdienste bieten eine kostenlose Testphase an. User müssen sich dafür mit einer E-Mail-Adresse anmelden. Bei Ampya, Deezer, Juke Rdio und Spotify ist das auch über das Facebook-Konto möglich. Lieblingshits lassen sich so mit anderen Usern aus der Freundesliste teilen. Spotify hat dieses System besonders stark ausgebaut: Anwender sehen direkt im Player, wer was gehört hat und können diese Songs ebenfalls abspielen. Nach der Testphase muss sich der Kunde für einen Tarif entscheiden. Die Preise für den stationären Gebrauch auf dem PC liegen bei knapp fünf Euro pro Monat. Simfy ist mit 4,49 Euro der günstigste Dienst, Napster repräsentiert mit 7,95 Euro das obere Ende. Premiumtarife von rund zehn Euro monatlich schließen die mobile Nutzung auf Smartphone, iPod und Tablet ein. Eine werbefinanzierte, kostenlose Nutzung bieten derzeit nur Ampya, Spotify und Deezer an, letztgenannter aber maximal für ein Jahr. Der Haken: Werbeintervalle unterschiedlicher Länge trüben einen ungestörten Dauergenuss.

Den gesamten Testbericht mit weiteren Informationen zur Benutzerführung und zu Features wie Webplayer und Apps finden sich in der Ausgabe 09/2014 von Chip, die im Handel sowie im Chip Kiosk erhältlich ist

Schweizer Tanznetzwerk expandiert Richtung Jura

Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) ist von Reso (Réseau Danse Suisse/Tanznetzwerk Schweiz) als Mitglied aufgenommen worden.

Tanzproduktion Accords des TOBS. Foto: Filip Vanzieleghem

Reso ist ein Netzwerk aus Organisationen aus dem Bereich des professionellen Tanzschaffens und setzt sich als Verein organisiert für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Tanz ein, kämpft für mehr Anerkennung der Sparte im kulturpolitischen Kontext und setzt gemeinsam mit den Förderinstanzen die Vision einer koordinierten, umfassenden Tanzförderung um.

Die Aufnahme von TOBS könne, so die Bieler laut ihrer Medienmitteilung, auch als Bestätigung dafür angesehen werden, dass sich die noch junge Tanzsparte ihres Hauses bereits einen festen Platz in der Schweizer Tanz-Szene habe erobern können.

Als nächste Tanzproduktionen stehen bei Theater Orchester Biel Solothurn «Rising» von und mit Aakash Odedra (10./11. April in Solothurn – im Rahmen des Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps) sowie «TraumRaum» von Anja Gysin (10./12. Juni in Solothurn und 16. Juni in Biel) auf dem Programm.

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