Tag of Lehre 2022

The Conference of Swiss High Schools of Music organizes a day of reflection and discussion each year on a defined theme. Focus in this article on the Tag der Lehre 2022.

Antoine Gilliéron — Students as authors of their courses. This is the subject around which the pedagogical day will be organized, which will take place on Friday, October 21, 2022 in Lausanne. To question this idea, about twenty guests from each of the eight higher music schools that make up the landscape of higher education in Swiss music will be present.

Creation

Starting from the fundamental humanist postulate stipulating that human beings are the author of their own destiny, music study courses would benefit from being even more centered on the learner, with the aim that the latter can become ever more active. source of his training.

Ainsi, une individualisation accrue des curriculums permettrait de renforcer la logique profonde des études musicales tertiaires qui visent in fine à ce que des musicien.nes investissent la société par le truchement de leur art et de leur sensibilité à dessein de la bonifier.

Dès lors, trouver un équilibre fin entre cette nouvelle vision de la formation, avec ses implications organisationnelles, et les anciennes formes de structuration curriculaires s’annonce comme un des enjeux de cette journée.

Employabilité

Au-delà du temps des études, cette nouvelle manière de concevoir les cursus dans une veine plus flexible tout en répondant aux obligations curriculaires de la systématique Bachelor-Master née de la réforme de Bologne, induit un conséquence éminemment positive sur l’emploi.

Il est vrai en effet qu’au sein des grandes transformations sociétales à l’œuvre, notamment numérique, une majorité des emplois du futur ne sont pas connus et une diffusion transversale de compétences-clés à acquérir (à l’instar de la créativité, l’adaptation ou l’intelligence sociale) pour à la fois transfigurer la société mais aussi répondre à ses besoins, paraît nécessaire.

L’impact souhaité est de renforcer l’employabilité des étudiant.es au sortir de leurs études tout en leur insufflant l’envie et la capacité d’inventer le monde de demain.

Fédération

Enfin, cette journée resserra les liens entre les Hautes Écoles de Musique de Suisse et les personnes les faisant vivre tout en fédérant autour des questionnements et des synergies potentielles que de telles réformes auraient à tous les niveaux institutionnels.

There is no doubt that the quality of the speakers and participants in this day of exchange and reflection will create the conditions for a positive impact on the future of music students in our country.

Aaraus Kulturförderung wird digital

Ab sofort können Kulturschaffende ihre Gesuche an die Stadt Aarau digital eingeben. Ein Online-Tool ersetzt die bisherige Gesuchseingabe per Post und E-Mail.

Foto: Christin Hume/unsplash.com (s. unten)

Kulturschaffende können die Gesuche auf der Webseite aarau.ch unter «Kulturförderung» eingeben. Informationen zu den Eingabekriterien sind auf der städtischen Webseite aufgeführt. Neben einem Projektbeschrieb müssen Kulturschaffende unter anderem ein Budget und einen Finanzierungsplan einreichen.

Förderanträge können ausschliesslich über das Online-Formular eingereicht werden. Die nächsten Eingabetermine sind 1. Oktober 2022, 31. Januar 2023 und 31. Mai 2023.

Bauprojekte der Musik-Akademie Basel

Die Musik-Akademie Basel plant, ihre Infrastruktur am historischen Standort in den nächsten Jahren zu sanieren und zu erweitern sowie mit einer Salle Modulable zu ergänzen. Zum Zuge kommen soll ein Projekt des Architekturbüros Architecture Club.

Visualisierung des geplanten Aussenfoyers (Bild: zVg)

Im Rahmen des Sanierungs- und Erweiterungsprojekts «MAB Campus 2040» führte die Musik-Akademie Basel einen selektiven Studienauftrag durch. Das Beurteilungsgremium unter Vorsitz von Pierre de Meuron wählte in einer offenen Präqualifikation aus 37 Bewerbungen vier Teams aus. Das Beurteilungsgremium empfahl schliesslich den Projektvorschlag von Architecture Club einstimmig zur Weiterbearbeitung, sowohl für die bauliche Erweiterung als auch für die Sanierung der bestehenden Bauten.

Das Vorhaben umfasst zum einen die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten des historisch wertvollen Gebäudeensembles. Zum anderen geht es um die Erfüllung des dringenden Raumbedarfs hinsichtlich heutiger funktionaler und technischer Anforderungen. So sei auch die Erweiterung um eine Salle Modulable für heutige Ausbildungszwecke unabdingbar, heisst es in der Medienmmitteilung. Einzig eine solche Salle Modulable vermöge der stilistischen Vielfalt im aktuellen und zukünftigen Musikleben, mit dem steigenden Einbezug multimedialer und digitaler Techniken, den vielen interdisziplinären künstlerischen Ansätzen gerecht zu werden.

Mehr Infos:
https://www.musik-akademie.ch/de/news/detail/campus-2040-die-musik-akademie-der-zukunft.html

 

Schoecks elegische Kühnheit

Bariton Christian Gerhaher und das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Heinz Holliger treffen den richtigen Ton für Othmar Schoecks Elegie op. 36.

Kammerorchester Basel. Foto: Sandro Isler, Matthias Müller

«Es sind da wirklich Töne aus einer andern Welt, etwas Ähnliches habe ich noch nie vernommen», schrieb Komponistenkollege Fritz Brun über das neue Werk. Das war 1923 – eine Zeit, in der punkto Modernität einiges los war, in Paris wie in Wien. Auch den Zürchern kam das Werk kühn vor, aber Brun sagte nicht «neu», sondern «andere Welt» und traf damit die Situation ziemlich gut. Othmar Schoeck war an einer Schwelle. Schon mit der Venus hatte er andere Töne angeschlagen, kurz darauf wird er sich mit der Penthesilea für kurze Zeit unter die Modernsten einreihen – und sich ein bisschen entäussern. Denn eigentümlicher und persönlicher ist er hier, in der dazwischen entstandenen Elegie, einem Zyklus von 24 Orchesterliedern nach Eichendorff und Lenau.

Kühnheit: Das Wort mag überraschen bei dieser weitgehend ruhigen und melancholischen Musik, die kaum hyperchromatisch ist, weder neoklassizistisch frech noch expressionistisch hochgetrieben, die aber dennoch an Grenzen geht. Sie gehört durchaus noch der tonalen Spätromantik an, ja, ist aber nicht überfrachtet wie bei Mahler, Strauss oder dem Lehrer Reger, sondern entschlackt, grandios verknappt und damit für die Moderne parat. Die Melodien kreisen in sich – Zeichen der Melancholie. Von Abschied ist ständig die Rede. Die Kühnheit steckt also in der tieftraurigen, aber lichtvollen Stimmung und in einer im Detail höchst originellen Tonsprache, was besonders gut in der Orchesterfassung zutage tritt. Mit wenig wird hier enorm viel erreicht. Ein phänomenales Meisterwerk.

Der Name des einen Dichters, Lenau, wird manchen an Heinz Holligers jüngste Oper Lunea erinnern, und tatsächlich steht dieser hier am Dirigentenpult, leitet das Kammerorchester Basel und den ebenso phänomenalen Christian Gerhaher in dieser Neuaufnahme. Es wird sehr liebevoll und aufmerksam musiziert. Und ungemein differenziert in der Klanglichkeit. Das Verblüffende: Schoecks Vertonweise verlangt den Sängern einen bestimmten, sehr typischen Duktus ab. Leicht, meist unaufdringlich, zuweilen fast gesprochen, kein schweres Pathos, aber überaus expressiv und an wenigen Stellen ausbrechend. Gerhaher, der den Lenau auch in Lunea sang, trifft das genau.

Othmar Schoeck: Elegie op. 36 für Stimme und Kammerorchester. Christian Gerhaher, Bariton; Kammerorchester Basel; Leitung Heinz Holliger. Sony Classical 19439963302

Hochvirtuose Bearbeitung

Für diese Version von Camille Saint-Saëns’ «Carnaval des Animaux» braucht es eine gross dimensionierte Orgel und gewiefte Interpretinnen und Interpreten.

Aquarium. Foto: Ray Aucott/unsplash.com

Auch wenn Camille Saint-Saëns die Verbreitung seines Carnaval des Animaux zu Lebzeiten vermeiden wollte: Heute gehört die «Grande Fantaisie Zoologique» zweifellos zu seinen meistgespielten Werken und hat sich einen festen Platz gerade in Familien- und Kinderkonzerten erobert. Zum 100. Todesjahr des Komponisten legt die aus Südkorea gebürtige und in Frankreich tätige Konzertorganistin Shin-Young Lee eine Transkription für Orgel solo vor, die einen neuen Blick auf den Carnaval erlaubt. Der Zyklus ist in mindestens zwei weiteren kompletten Orgel-Bearbeitungen im Handel erhältlich, neben zahlreichen Arrangements des Schwans, unter anderem in der historischen Transkription von Félix Alexandre Guilmant.

Lees Einrichtung (die sie auch in einer stimmungsvollen Youtube-Aufnahme interpretiert) steht der Transkriptions-Ästhetik von Jean Guillou relativ nahe, richtet sich also in ihrem mehrheitlich hochvirtuosen Anspruch (Pedaltriller, Doppelpedal in Sätzen wie dem Aquarium oder der Volière) an souveräne Spielerinnen und Spieler. Die Bearbeiterin geht zudem (leider ohne Angabe von Alternativen) von einem modernen Instrument mit einem Manualumfang von 61 Tasten und einem Pedal aus, das bis g‘ reicht (z. B. für den Schwan), und auch die vorgeschlagenen, farbigen Registrierungen suggerieren eine üppig disponierte Orgel. Ohne hier auf die schwierige Frage einzugehen, in welchem Rahmen solche Arrangements ihren Platz finden können: Bei entsprechender Spieltechnik und auf einem passenden Instrument wird der Carnaval in dieser Fassung seine Wirkung nicht verfehlen!

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Camille Saint-Saëns: Le Carnaval des Animaux, Orgelbearbeitung von Shin-Young Lee, ED 23492, € 16.00, Schott, Mainz

Vom See bis Klee

Am letzten Augustwochenende findet erstmals rund um den Egelsee in Bern ein Festival statt. Es bringt Musik aus dem Konzertsaal direkt zum Publikum ins Quartier.

Der Egelsee in Bern. Foto: Lilian Grindat

Organisiert wird das Festival vom Verein Berner Seefestspiele unter der künstlerischen Leitung von Olivier Darbellay. Es findet im Berner Quartier Obstberg-Ostring-Zentrum Paul Klee rund um den Egelsee statt und bringt Musik von Klassik über Jazz bis Weltmusik in kammermusikalischen Formationen an alltägliche und ungewöhnliche Orte. Die Berner Seefestspiele wollen gemäss Medienmitteilung niederschwellig und nachhaltig sein, indem sie die Musik direkt zum Publikum bringen. Statt weit hergereister Musikerinnen und Musiker treten international bekannte und in Bern und Umgebung wohnhafte sowie junge Talente auf. Die Spielorte sind per öV, Velo oder zu Fuss errreichbar und werden «wie ephemere Pop-Ups aufgebaut, bespielt und wieder abgebaut.»

Weitere Informationen und detailliertes Programm
 

www.bernerseefestspiele.ch
 

Ausbildungsstätten für Musik im 19. Jahrhundert

In drei Bänden beleuchtet das «Handbuch Konservatorien», wie sich die institutionelle Musikausbildung im deutschsprachigen Raum in ihren Anfängen entwickelt hat.

Ausbildungsstätten für Musik im 19. Jahrhundert Das Leipziger Konservatorium am Neumarkt im Hof des Gewandhauses 1882. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.-Nr. D 1441; Fotograf: Hermann Walter, Wikimedia commons

Sie nennt es Handbuch der Konservatorien, die Herausgeberin und Institutsleiterin des Sophie-Drinker-Instituts Bremen, Freia Hoffmann, die in verdankenswerter Weise zusammen mit ihrem Team erstmals umfassende Informationen zum Beginn der professionellen Musikausbildung im deutschsprachigen Raum zusammengetragen hat. Anhand von 16 ausgewählten Instituten zeichnet das Team ein spannendes Bild der frühen Geschichte der Konservatorien. Entstanden ist in drei Bänden ein Panoptikum, in dem man sowohl interessiert lesen als auch gezielt Informationen finden kann, was den Begriff «Handbuch» rechtfertigt.

Es war sicherlich nicht einfach, einen gemeinsamen Nenner für die Darstellung der verschiedenartigen Entwicklungen dieser Ausbildungsinstitute zu finden. Zuerst galt es, alle verfügbaren Quellen zusammenzutragen: Korrespondenzen und Inventare aus Archiven, Zeitungsartikel, Biografien der Lehrerschaft oder Broschüren. Einen Einblick geben abgedruckte Quellen am Schluss des dritten Bandes wie diverse Artikel Ueber musikalische Conservatorien in der Neuen Zeitschrift für Musik von 1841, Teile der 46 Seiten umfassenden Broschüre von Franz Joseph Kunkel Die Verurtheilung der Conservatorien zu Pflanzschulen des musikalischen Proletariats … oder Luise Adolpha Le Beaus Artikel Über die musikalische Erziehung der weiblichen Jugend von 1878.

Trotz grosser Unterschiede ist es methodisch gelungen, eine Einheitlichkeit im Vorstellen der einzelnen Konservatorien zu finden. So umfassen die Beiträge Aspekte zur Geschichte, zur Finanzierung und zur inhaltlichen Ausgestaltung des Studiums einschliesslich Nebenfächern und Konzertaktivitäten in den damals zur Verfügung stehenden Räumen. Finanzieren mussten sich die meisten Institutionen über Studiengebühren, erhielten aber auch Zuwendungen von Fürsten oder Königen wie das Stern’sche Konservatorium Berlin.

Interessant sind auch die Statistiken zu Studierenden im Geschlechterverhältnis und nach Nationen aufgelistet. Bei allen Konservatorien und in allen Studienjahren finden sich Schweizerinnen und Schweizer, was das damalige Manko an helvetischen Ausbildungsstätten markant demonstriert. Besonders bekannt und begehrt war das Konservatorium Leipzig, das so eng mit Felix Mendelssohns Wirken verbunden ist und das bis 1868 die erstaunliche Zahl von 46 Personen aus der Schweiz ausweist.

Erstmals ein wissenschaftliches Gesicht erhält auch die Misere der Frauen im 19. Jahrhundert, die schon gar nicht erst zum Studium zugelassen wurden. Für Wien heisst es etwa, dass Verordnungen erlassen wurden, «die den Zugang zu Instrumentalabteilungen für Frauen deutlich beschränkten». Ausgenommen waren natürlich Sängerinnen, die nicht ersetzbar waren. Informationen zu den Lehrern – Lehrerinnen gab es kaum – zusammenzutragen war gewiss eine Herkulesarbeit, ermöglicht aber weitere Einblicke bezüglich der Beschaffenheit des Lehrkörpers.

Schade ist einzig, dass ein Personenregister fehlt, das Querverweise unter den Institutionen ermöglicht und auf übersichtliche Weise aufgezeigt hätte, welche bekannten Namen sich schon damals pädagogischen Aufgaben stellten. Andererseits zwingt es zum intensiven Lesen aller drei Bände, was auch grossen Gewinn bringt.

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Handbuch Konservatorien: Institutionelle Musikausbildung im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts, hg. von Freia Hoffmann, 3 Bd. mit zusammen 871 S., € 198.00, Laaber, Lilienthal 2021, ISBN 978-3-89007-911-0

Zollikoner Kunstpreis für ZHdK-Studierende

Mirjam Skal und Cédric Joël Ziegler erhalten je einen Förderpreis des Kunstpreises Zollikon aus der Dr. K. & H. Hintermeister-Gyger Stiftung. Beide haben den Studiengang «Komposition für Film, Theater und Medien» der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) absolviert.

Mirjam Skal und Cédric Joël Ziegler. (Foto: Manuel Vargas und Lety Haessing)

Mirjam Skal wurde 1996 geboren und wuchs in Wetzikon auf. 2021 absolvierte sie den Studiengang «Komposition für Film, Theater und Medien» an der Zürcher Hochschule der Künste. Neben ihrem Studium arbeitet sie als freischaffende Komponistin für Film und Medien. Mirjam Skal komponiert Soundtrack für Animationsfilme, Dokumentarfilme wie auch Musik fürs SRF. Durch die Alliance for Women Film Composers erhielt Mirjam Skal ein Mentorat mit dem Hollywood-Komponisten und Oscarpreisträger Mychael Danna. 2021 wurde sie an die Berlinale Talents eingeladen.

Cédric Joël Ziegler, geboren 1996, ist Komponist, Produzent, Multi-Instrumentalist und Sänger. Während seines Studiums in Komposition und Filmmusik an der ZHdK, das er 2019 abschloss, arbeitete er mit verschiedenen Ensembles und sammelte praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen von Klassik bis zeitgenössischer Komposition, über Jazz bis Sound Design. Als Sänger und Songwriter bewegt sich Cédric Ziegler aljas JODOQ zwischen Elektropop und Neoklassik.

Der Kunstpreis Zollikon aus der Dr. K. & H. Hintermeister-Gyger Stiftung wird im Jahr 2022 turnusgemäss in der Sparte Komposition vergeben. Die Förderpreise sind mit je 5000 Franken dotiert. Der Preis wird heuer zum letzten Mal verliehen. Das Legat ist nach der Vergabe der beiden Förderpreise ausgeschöpft.

Zukunft der Vielfalt der Musik sichern

Der Österreichische Musikrat (ÖMR) nimmt in einem Positionspapier zur Kunst- und Kulturstrategie in Österreich Stellung. Er hat in einer Reihe von Arbeitsgruppen Vorschläge zur Entwicklung der Musik erarbeitet.

vlnr.: Wildner, Birklbauer, Huber bei der Übergabe des Positionspapiers

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) hat  2021 den Prozess zur Erstellung einer Kunst- und Kulturstrategie des Bundes gestartet und schliesst nun die erste Phase der Erhebung und Partizipation von Kunstschaffenden, Interessensvertretungen und Zivilgesellschaft ab. In einem Dialogforum im Frühherbst 2022 soll das weitere Vorgehen für die Kunst- und Kulturstrategie verlautbart werden.

In einem internen Prozess mit reger Teilnahme vieler Musikorganisationen aus Bildung, Kunst und Wirtschaft wurden Positionen und Forderungen zu folgenden Themen erarbeitet: Staatsziel Kultur, kulturelle Vielfalt, Förderwesen/Preise & Wettbewerbe, Amateurmusik & semiprofessionelle Ensembles, Soziale Lage von Musikschaffenden & Fair Pay, Inklusion, Musikalische Bildung (Schulen/Musikschulen), Musikuniversitäten, Musikvermittlung, Musikwirtschaft/Standortsicherung, Professionalisierung, Urheberrecht/Urhebervertragsrecht, Rundfunk, Internationale Vernetzung, Musikexport, Entwicklungspolitik.

Das Foto zeigt den Koordinator der Kunst- und Kulturstrategie Lorenz Birklbauer (BMKÖS) sowie ÖMR-Generalsekretär Günther Wildner und ÖMR-Präsident Harald Huber bei der Übergabe des Positionspapiers in Wiener Neustadt.

Positionspapier des ÖMR:
https://oemr.at/wp-content/uploads/O%CC%88MR_Kunst-und-Kulturstrategie_Positionspapier_2022.pdf

Hilz wird Leitungsmitglied an der Schola Cantorum

Christian Hilz ist als Mitglied der Leitung der Schola Cantorum Basiliensis gewählt worden. Er wird nach der Pensionierung von Thomas Drescher im September 2022 im Rahmen einer neuen kollaborativen Leitung die Zukunft und Weiterentwicklung der Schule mitverantworten.

Christian Hilz. Foto: Fabian Birke

Als Bariton ist Christian Hilz in den Musikzentren Europas und Amerikas präsent. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich des Spätbarock, der Romantik und im Lied-Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts.

Er studierte Gesang und Musiktheater an der Folkwang-Hochschule Essen. Ein Weiterbildungsstudium Theater- und Musikmanagement an der LMU München, Weiterbildungen und künstlerische Beratungstätigkeit für verschiedene Festivals erweiterten seinen Blick auf das Musikleben.

Die Schweizer Musikhochschullandschaft ist ihm vertraut: Als Professor für Gesang und Kammermusik lehrt er seit 2009 an der Hochschule der Künste Bern und am Schweizer Opernstudio. Seit 2015 ist er zudem künstlerischer Leiter der Austria Barockakademie.

Wechsel beim SWR-Experimentalstudio

Joachim Haas übernimmt zum 1. September 2022 die Leitung des SWR-Experimentalstudios, Patricia Kopatchinskaja, die auch als Artistic Partner der Camerata Bern amtet, wird Associated Artist.

Haas tritt die Nachfolge von Detlef Heusinger an. Haas arbeitet seit dem Jahr 2001 für das Experimentalstudio und war seitdem regelmässig an der Entstehung und Aufführung live-elektronischer Partituren bedeutender zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten beteiligt.

Neue Akzente möchte Joachim Haas unter anderem mit der Berufung wechselnder Associated Artists setzen, deren Engagement die künstlerischen Perspektiven des SWR Experimentalstudios weiter öffnen und diverser gestalten sollen. Für die kommenden zwei Jahre (Saisons 2022/2023 und 2023/2024) wird Patricia Kopatchinskaja die Funktion übernehmen.

Joachim Haas wurde 1968 in Stuttgart geboren: Er absolvierte eine Ausbildung in Flöte und Saxophon und studierte an der Technischen Universität in Berlin Elektroakustik, Kommunikations- und Nachrichtentechnik. Nach Abschluss des Studiums forschte er im Rahmen eines EU-Stipendiums an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Schwerpunkt Klanganalyse und Synthese. Joachim Haas war Mitbegründer von FREQ-Laboratories und entwickelte für Native Instruments Audio- und Musiksoftware.

Seit 2001 ist er als Klangregisseur und Musikinformatiker im SWR Experimentalstudio in Freiburg tätig. Er war massgeblich bei der Entstehung und Realisierung von Live-Elektronik beteiligt — in Werken unter anderen von Karlheinz Stockhausen, Chaya Czernowin, Mark Andre, José Maria Sánchez-Verdú, Vinko Globokar, Elena Mendoza. Seit 2007 ist er stellvertretender Künstlerischer Leiter des SWR Experimentalstudios.

Wechsel beim SWR-Experimentalstudio

Joachim Haas übernimmt zum 1. September 2022 die Leitung des SWR-Experimentalstudios, Patricia Kopatchinskaja, die auch als Artistic Partner der Camerata Bern amtet, wird Associated Artist.

Joachim Haas. Foto: SWR, Anja Limbrunner

Haas tritt die Nachfolge von Detlef Heusinger an. Haas arbeitet seit dem Jahr 2001 für das Experimentalstudio und war seitdem regelmässig an der Entstehung und Aufführung live-elektronischer Partituren bedeutender zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten beteiligt.

Neue Akzente möchte Joachim Haas unter anderem mit der Berufung wechselnder Associated Artists setzen, deren Engagement die künstlerischen Perspektiven des SWR Experimentalstudios weiter öffnen und diverser gestalten sollen. Für die kommenden zwei Jahre (Saisons 2022/2023 und 2023/2024) wird Patricia Kopatchinskaja die Funktion übernehmen.

Joachim Haas wurde 1968 in Stuttgart geboren: Er absolvierte eine Ausbildung in Flöte und Saxophon und studierte an der Technischen Universität in Berlin Elektroakustik, Kommunikations- und Nachrichtentechnik. Nach Abschluss des Studiums forschte er im Rahmen eines EU-Stipendiums an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Schwerpunkt Klanganalyse und Synthese. Joachim Haas war Mitbegründer von FREQ-Laboratories und entwickelte für Native Instruments Audio- und Musiksoftware.

Seit 2001 ist er als Klangregisseur und Musikinformatiker im SWR Experimentalstudio in Freiburg tätig. Er war massgeblich bei der Entstehung und Realisierung von Live-Elektronik beteiligt — in Werken unter anderen von Karlheinz Stockhausen, Chaya Czernowin, Mark Andre, José Maria Sánchez-Verdú, Vinko Globokar, Elena Mendoza. Seit 2007 ist er stellvertretender Künstlerischer Leiter des SWR Experimentalstudios.

Female Classics: Die zwei Prozent, die man sonst nie hört

FemaleClassics, ein neues Festival in Zürich, bringt ausschliesslich Kammermusik von Komponistinnen, gespielt von Instrumentalistinnen, zum Klingen und setzt damit ein Zeichen.

Uraufführung «Näher am Körper» von Asia Ahmetjanova. Foto: FemaleClassics

Ein neu entdecktes Trio von Mendelssohn? Oder ein Quintett des in Vergessenheit geratenen Heinrich von Herzogenberg? Wer kein Programmheft zur Hand hatte und den Aufführungszusammenhang nicht kannte, mochte sich fragen, von welchem Komponisten des 19. Jahrhunderts die beiden unbekannten, aber künstlerisch attraktiven Streicherstücke stammen könnten. Komponist? Fehlanzeige. Die beiden Werke stammen von einer Frau, der Engländerin Ethel Smyth.

Ihr Streichquintett op. 1 aus dem Jahr 1883 verwendet, wie Schuberts berühmtes C-Dur-Quintett, zwei Celli anstelle der üblichen zwei Bratschen. Anna Mikolášek, Nevena Tochev (Violinen), Meredith Kuliew (Viola), Elodie Théry und Lidewij Faber (Violoncelli) setzten ihren ganzen interpretatorischen Ehrgeiz ein und beleuchteten die Komposition von ihrer besten Seite. Alle fünf Sätze des Quintetts bestechen durch eine gelungene Kombination von Fasslichkeit und handwerklichem Können; gelegentlich ist eine gewisse Redundanz im Melodischen feststellbar.

Ethel Smyth, die gegen den Willen ihrer Eltern in Leipzig studiert hat und die nicht nur als Komponistin, sondern auch als Frauenrechtlerin bekannt geworden ist, verkörpert die Message des neu gegründeten Musikfestivals FemaleClassics in idealer Weise: In einer Musiksparte, in der zu 98 Prozent Kompositionen von Männern aufgeführt werden, soll die Aufmerksamkeit des Publikums auf die vernachlässigte Musik von Frauen gelenkt werden. Drei Kammerkonzerte im Kunstraum Walcheturm und in der Photobastei in Zürich setzten dieses Anliegen in einladender Weise um.

Signal an Musikinstitutionen

Initiantin und künstlerische Leiterin des Festivals ist Meredith Kuliew. Nach dem Bratschenstudium in Zürich und Luzern tritt sie heutzutage in verschiedenen Formationen auf. Als Co-Leiterin steht ihr die Musikwissenschaftlerin Eva Ruckstuhl zur Seite. Sie arbeitet in den Bereichen Konzertorganisation und Kommunikation, bis vor Kurzem bei der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. Beide Leiterinnen haben in ihrem bisherigen Berufsleben die Erfahrung gemacht, dass in den Programmen der meisten Veranstalter die Komponistinnen eine verschwindend kleine Rolle spielen.

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Zum Vorstand gehören Viviane Nora Brodmann, Brigitta Grimm, Meredith Kuliew und Eva Ruckstuhl. Foto: FemaleClassics

«Ich hatte keine Lust, mein Leben lang die beiden Bratschensonaten von Brahms zu spielen. Durch wenige Klicks im Internet habe ich dann mit grossem Erstaunen auf einen Schlag viele spannende Werke von Komponistinnen gefunden», erklärt Kuliew, und Ruckstuhl ergänzt: «Man spricht immer von der Entstaubung des Klassikbetriebs, aber das Repertoire bleibt stets gleich. Dabei könnte gerade heutzutage eine feministische Programmierung durchaus auch als Verkaufsargument eingesetzt werden.» Neben dem Sichtbarmachen von Komponistinnen geht es den beiden auch um die Sensibilisierung des Publikums und, über das Festival hinaus, um ein Signal, das an die Musikinstitutionen ausgesendet werden soll.

Abgesehen vom Smyth-Abend gab es ein Konzert mit der Gegenüberstellung eines Klaviertrios von Fanny Hensel und eines Klavierquintetts der afroamerikanischen Komponistin Florence Beatrice Price. Und bei einem zeitgenössischen Programm wurde ebenfalls eine bekannte Komponistin mit einer unbekannten kombiniert. Die mittlerweile 91-jährige Sofia Gubaidulina hat 1988 ein Streichtrio geschrieben, das in seiner Klangvariabilität und seinen vertrackten formalen Abläufen einige Ansprüche an das Publikum stellt. Die Geigerin Nevena Tochev, die Bratscherin Meredith Kuliew und die Cellistin Elodie Théry, die zusammen das TriOlogie String Trio bilden, scheuten sich nicht, auch die verstörenden Seiten des Werks zu zeigen.

Der Bogen: mein Unterarm

Eine besondere Note erhielt dieses zeitgenössische Programm durch die Uraufführung des Streichtrios Näher am Körper der erst 30-jährigen Komponistin Asia Ahmetjanova. Die Lettin lebt in Luzern und hat unter anderem bei Dieter Ammann Komposition studiert. Der «Witz» des Stücks besteht darin, dass die Interpretinnen ohne Bogen spielen. Die Bogenhaare sind nämlich am Ellbogen und am Handgelenk der Spielerinnen befestigt, womit deren Arm gewissermassen zum Bogen wird. Daraus resultieren nicht immer genau vorhersehbare Klänge von ganz ätherischem, nicht geerdetem Charakter. Das Nichtgelingenkönnen einer «perfekten» Interpretation sei gerade die Grundidee des Stücks, erklärte die Komponistin im Gespräch mit der Musikwissenschaftlerin Viviane Nora Brodmann, die zuvor bereits eine Einführung in den Abend gegeben hatte.

Das Festival FemaleClassics soll auch in Zukunft wieder stattfinden, aber der Termin ist noch offen. Für die zweite Ausgabe möchte man sich wünschen, dass es weniger streicherlastig daherkommt, dass die Konzerteinführungen rhetorisch etwas raffinierter gestaltet werden und dass durch intensivierte Werbung mehr Publikum angelockt wird. Die interpretatorische Qualität der Spielerinnen und die Aussagekraft der Programme verdienen es auf jeden Fall. Und das Sicht- und Hörbarmachen von Komponistinnen hat gerade erst begonnen.

Vom Glauben an eine andere Welt

Zur 10. Sinfonie Dmitri Schostakowitschs schuf der südafrikanische Künstler William Kentridge einen eindrücklichen Film.

Weltpremiere des Films von William Kentridge. Foto: Philipp Schmidli/Luzerner Sinfonieorchester

Trotz mancher Krisen im Musikbetrieb: Seit einigen Jahrzehnten erlebt zumindest ein Genre ein markantes Crescendo: die Filmmusik. Dies nicht nur in der Betrachtung und Bewertung (selbst von Seiten der Musikwissenschaft und der Neuen Musik), sondern auch im Konzertsaal. Pionierarbeit hierzulande hat das 21st Century Orchestra aus Luzern geleistet, das seit 1999 unter der Leitung von Ludwig Wicki jüngere Film live begleitet. Längst sind ihnen die meisten Orchester gefolgt. Gut so. Denn diese Bewegung kompensiert, was die Kinos nicht mehr leisten, seit fast alle Cinemascope-Säle zerstückelt wurden. Das ganz grosse Erlebnis, mit weit geöffneten Augen und Ohren vom Bild und Ton umgeben zu sein, ging dabei verloren. So wird ein Genre zurückerobert.

Man kann es jedoch auch weiterdenken, wie das Luzerner Sinfonieorchester nun zeigt. Neu entstanden ist ein eigenständiger Film zu einer bildhaften und emotional intensiven Musik, die allerdings keineswegs als Filmbegleitung gedacht war, von einem Komponisten, der seinerseits reichlich Erfahrung mit dem Film gemacht hat, über Jahrzehnte hinweg in den unterschiedlichsten Genres. Der südafrikanische Künstler William Kentridge, ein Meister vieler Klassen, schuf mit seinem Team den Film Oh, to Believe in Another World zur 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, der schon als junger Pianist Stummfilme in Leningrad begleitete.

Gefühle und Leidenschaften

Wie soll man das bebildern? Die Zehnte, entstanden 1953 nach Stalins Tod, gilt als bitterböses Porträt des Diktators, was vor allem auf den überzeichneten zweiten Satz zutrifft. Im ersten Satz werde, so Dirigent Michael Sanderling, der Zustand der Gesellschaft geschildert; im dritten erzähle der Komponist von sich selber. Man mag in der tragischen Schönheit des Werks auch Hoffnung erkennen. Bezüglich eines konkreten Inhalts hielt sich Schostakowitsch selber eher bedeckt: «In diesem Werk wollte ich menschliche Gefühle und Leidenschaften wiedergeben.»

Man könnte sich das nun recht plakativ vorstellen – oder aber untermalt von alten Dokumentaraufnahmen. Ausgangspunkt für Kentridge war jedoch keine Handlung, sondern vielmehr das Spiel mit kleinen Pappfiguren, die in einem «verlassenen sowjetischen Museum» agieren, das freilich nur in einem Kartonformat existiert, wie es auf dem Ateliertisch Platz fand. Gefilmt wurde mit einer Miniaturkamera, in der Art eines Animationsfilms. Hinzu kamen Akteure, die das Figurenspiel teilweise in Lebensgrösse nachstellten: Schostakowitsch und seine Schülerin Elmira Nasirowa, den Dichter Wladimir Majakowski und seine Geliebte Lilja Brik sowie die drei Revolutionäre Lenin, Trotzki und Stalin. Aus den Aufnahmen entwickelte das Filmteam die Szenen zur Musik, die allerdings keiner wahrnehmbaren Chronologie folgen.

Aufbruch und Desillusionierung

Die 1920er-Jahre – und weniger die 50er, als die Sinfonie entstand – sind der historische Referenzpunkt für Kentridge. Und dies aus einem wichtigen Grund: Er wollte nicht jene unter Stalin herrschende Depression zeigen, sondern vielmehr die Ambivalenz der Gefühle angesichts des sozialistischen Aufbruchs in der jungen Sowjetunion und der bald darauf folgenden Desillusionierung. Emblematisch ist dafür die Figur des Dichters Wladimir Majakowski, der die Bewegung mit begeisterten, forschen Versen begleitete, dann aber 1930 enttäuscht Selbstmord beging. Aus seinen Gedichten und Dramen stellte Kentridge einen Text zusammen, der im Bild erscheint und sentenzenhaft von Hoffnung und Ernüchterung spricht. Daraus stammt auch der Titel Oh, to Believe in Another World (Ach, könnt’ ich doch an eine andere Welt glauben).

Der Film bezieht sich aber auch auf die Ästhetik der 1920er-Jahre, auf den expressiven Futurismus und auf die russischen Stummfilme jener Zeit. Mehrmals fühlt man sich an den schnell und kühn geschnittenen Film Das neue Babylon erinnert, den Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg 1929 drehten und zu dem Schostakowitsch eine fantastische Partitur schrieb. Auf diese damalige Filmqualität verweisen auch die zuweilen instabil changierenden Farben, die zerkratzten Flächen und die leicht wackelnden Bildtitel. Zwischen die Bilder sind zahlreiche Dokumentaraufnahmen eingeschoben. So entsteht ein grandioser Bilderbogen, ein kaleidoskophaftes Ballett der Figuren. Er habe die Sinfonie nicht zur Filmmusik degradieren wollen, sagt Kentridge, aber das Bild wird durch die vielen schnell wechselnden visuellen Ereignisse doch fast übermächtig. Daher ist es gut, dass die Emotionen des Bilds kaum mit jenen der Musik zu konkurrenzieren versuchen. Eine Handlung wird allenfalls angedeutet. Überzeugend etwa, dass beim zweiten Satz auf das Stalin-Porträt verzichtet wird. Zu sehen sind Propaganda-Aufnahmen der Zeit (auch mit dem jungen Schostakowitsch), die aber durch einen Bühneneffekt auf Distanz gerückt erscheinen. Kentridge sagte denn auch, er wolle mit seinem Film Fragen stellen. Problematisch ist allerdings, wie der dritte Satz visualisiert ist. Der Komponist porträtiert sich da mit seinen Tonbuchstaben (D-S-C-H) selber. Kentridge rückt dabei eine vermutete Liebesgeschichte zu Nasirowa ins Blickfeld, diskret zwar, aber doch unnötig, denn es banalisiert die Situation.

Die Partitur selber blieb weitgehend unangetastet. Einzig in der Tatsache, dass das Orchester und der Dirigent durch den einmal fertiggestellten Film zu einer bestimmten Tempogestaltung gezwungen sind, mag man eine Einschränkung sehen. Das betrifft aber eher zukünftige Interpreten. Das Luzerner Sinfonieorchester unter seinem Chef Michael Sanderling hat sich dieser Herausforderung Mitte Juni im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) mit enormer Verve, d. h. mit Energie und Leidenschaft hingegeben.

Die letzten paar Bilder des Films übrigens zeigen eine Art Satyrtanz aller Figuren (also auch der Diktatoren), so als gehe es ewig weiter. Sie tanzen, wie der Text sagt, über dem, was von Europa übriggeblieben ist. Das ist auf einmal wieder bedrückend aktuell geworden.

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Weltpremiere des Films «Oh, to Believe in Another World» zur 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Foto: Philipp Schmidli/Luzerner Sinfonieorchester

Neue Plattform für Geisteswissenschaften

Schweizer Verlage aus den drei Sprachregionen haben eine Plattform lanciert, auf der ihre digitalen Publikationen im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften verfügbar sind.

Foto: Tamas Pap/unsplash.com (s. unten),SMPV

Mit libreo.ch führen die sozialwissenschaftlichen Verlage ihre Bücher und Zeitschriften an einem zentralen Ort zusammen, um sie Forscherinnen und Forschern sowie einer breiten Leserschaft zur Verfügung zu stellen und ihnen eine bessere internationale Sichtbarkeit zu verleihen. Auf libreo.ch werden open access oder kostenpflichtig digitale Bücher und Zeitschriften angeboten, demnächst sind auch gedruckte Ausgaben der Zeitschriften und Bücher bestellbar.

Libreo.ch, schreiben die Initianten, sei eine der wenigen Plattformen in der Schweiz, die Bücher und Zeitschriften im xml-Format mit automatisiertem Import anbiete. Das Format erhöht die Sichtbarkeit und fördert die Suche. Bisher sind 127 Bücher sowie 7 Zeitschriften verfügbar. In den nächsten Monaten soll die Anzahl der Bücher und Zeitschriften stark ansteigen und neue Verlage und Institutionen sollen sich der Plattform anschliessen.

Träger von libreo.ch ist der Schweizerische Verband der Verlage für Geistes- und Sozialwissenschaften (SVGW), der sich im April 2015 als Verein konstituiert hat und dem rund 20 Verlage angehören.

Mehr Infos: https://libreo.ch

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