Die 93-jährige amerikanische, in der Schweiz wohnhafte Sängerin Othella Dallas wird für ihre aussergewöhnliche Künstlerkarriere mit dem Swiss Jazz Award 2019 ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 23. Juni 2019, während des Festivals JazzAscona statt.
Musikzeitung-Redaktion
- 13. Mai 2019
Othella Dallas (Bild: zvg)
Othella Dallas wurde 1925 in Memphis geboren. Bevor sie ihre Karriere als Sängerin begann, war sie Schülerin der Tänzerin Catherine Dunham. Als Sängerin debütierte Dallas in den frühen 50er-Jahren in den Jazzclubs von Paris, wo sie die Bühne mit Duke Ellington, Sammy Davis Jr., Nat King Cole, Quincy Jones, Sonny Stitt, King Kurtis und vielen mehr teilte. Seit den 1960er-Jahren lebt Othella Dallas in der Schweiz. 1975 gründete sie in Basel die Othella Dallas Dance School. 2008 brachte sie ihr Album «I Live The Life I Love» auf die Bühne zurück.
Der Swiss Jazz Award wurde 2007 von Radio Swiss Jazz und JazzAscona ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Schweizer Jazz einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Zu Beginn war er als Publikumspreis ausgerichtet, 2017 und 2018 wurde er direkt vergeben. Zu den früheren Gewinnern gehören Franco Ambrosetti (2018), Bruno Spoerri (2017), Patrick Bianco’s Cannonsoul (2016), Raphael Jost and lots of horns (2015), Nicole Herzog & Stewy von Wattenwyl (2014), Chris Conz Trio (2013), Christina Jaccard & Dave Ruosch (2012), Alexia Gardner (2011) und Dani Felber Big Band (2010). Ein «Lifetime Achievement Award» wurde bisher an Hazy Osterwald (2009) und Pepe Lienhard (2006) überreicht.
Solothurner Förderpreise 2019
Das Kuratorium für Kulturförderung des Kantons Solothurn hat im Auftrag des Regierungsrates zum achten Mal mit 15’000 Franken dotierte Förderpreise vergeben. Ausgezeichnet werden in der Musik Christine Hasler und Simone Meyer.
Musikzeitung-Redaktion
- 10. Mai 2019
Lia Sells Fish (Christine Hasler). Foto: Melanie Scheuber
Christine Hasler arbeitet als Theatermusikerin und als Singer-/Songwriterin. Sie hat 2015 den Master in Musik und Medienkunst an der Hochschule der Künste in Bern abgeschlossen. Als Theatermusikerin arbeitete sie unter anderem mit Markus Heinzelmann am Theater Kanton Zürich, am Staatstheater Nürnberg, am Stadttheater Ingolstadt und am Hessischen Landestheater Marburg, mit Marie Bues am Schlachthaustheater in Bern und an der Rampe in Stuttgart. Mit ihrem Singer-/Songwriting-Projekt Lia Sells Fish spielt sie immer wieder Konzerte in der ganzen Schweiz.
Die Geigerin Simone Meyer ist Schülerin von Bartlomiej Niziol, der an der Hochschule der Künste Bern unterrichtet. 2013 gewann sie einen Förderpreis beim Migros Kulturprozent Wettbewerb, 2014/15 ein Rahn-Stipendium. 2016 war sie als Solistin mit der Jungen Münchner Philharmonie, unter der Leitung von Mark Mast auf Tournee und spielte sieben Konzerte in München, Zürich und Wien.
Briefe von Ethel Smyth online gestellt
Die Hochschule für Musik und Theater Leipzig veröffentlicht online 57 Briefe aus Smyths Leipziger Studienzeit Ethel Smyth (1858-1944).
Musikzeitung-Redaktion
- 09. Mai 2019
Bild: zvg,SMPV
Die englische Komponistin Ethel Smyth (1858-1944) kam 1877 nach Leipzig, um am dortigen Konservatorium ein Musikstudium aufzunehmen. : «Leipzig!!! … HERE I AM», überschrieb sie einen der ersten von über 50 Briefen aus dieser Zeit an ihre Mutter. In ihnen berichtet sie eindrücklich von den im Alltag spürbaren kulturellen Unterschieden zu ihrer Heimat, der Ausbildung am Leipziger Konservatorium und auch von ihren vielfältigen Aktivitäten und Begegnungen im gesellschaftlichen Leben Leipzigs.
Mit einer Patenschaftsaktion gelang es 2014 der Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT), die 57 durch ein Londoner Antiquariat angebotenen Briefe zu erwerben. Im Anschluss konnten die einzelnen Schriftstücke im Handschriftenportal Kalliope erschlossen werden. Pünktlich zum 75. Todestag der Komponistin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth liegen die Briefe nun auch online vor.
Die Digitalisate befinden sich mit weiteren Objekten der digitalen HMT-Kollektion auf dem Portal Sachsen.digital und sind unter der Lizenz CC-BY-SA 4.0 nutzbar. Die Digitalisierung, Präsentation und Langzeitarchivierung der Kollektion wurde ermöglicht durch das von der SLUB Dresden koordinierte Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen.
Lucerne Festival streicht Ostern und Piano
Das Oster- und das Pianofestival von Lucerne Festival werden nicht weitergeführt. Das Festival konzentriert sich ab 2020 auf das Sommerfestival. Im Mittelpunkt stehen dabei das Festival Orchestra, die Academy, die Lucerne Festival Alumni und Aktivitäten für die Stadt und Region.
Musikzeitung-Redaktion
- 08. Mai 2019
Igor Levit, der am diesjährigen Pianofestival auftreten wird. Foto: Felix Broede/Lucerne Festival
Stiftungsrat und Geschäftsleitung von Lucerne Festival haben die ab dem kommenden Jahr geltende neue Festivalstruktur im Rahmen ihrer periodischen Strategieüberprüfung beschlossen. Ab 2020 neu ins Leben gerufen werden zwei Wochenenden. Diese sollen dem Publikum jeweils im Frühjahr und Herbst Konzerte unter anderem mit Eigenproduktionen bieten.
Neben Orchester und Academy sollen die Lucerne Festival Alumni mehr Bedeutung erhalten. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk ehemaliger Akademie-Teilnehmer, deren Konzerttätigkeit in Luzern und im Ausland stetig zunimmt. Auch die Aktivitäten in der Stadt und Region Luzern sollen vertieft werden. Dazu gehören beispielsweise die Konzertübertragung auf dem Inseli, das Festival «In den Strassen», der Erlebnistag oder das Format «40min».
Schweizer Grand Prix Musik 2019 geht an Cod.Act
Der Schweizer Grand Prix Musik 2019 geht an Cod.Act – André und Michel Décosterd. Die zwei Brüder befassen sich mit den Interaktionen zwischen Ton, Bild und Raum. Weitere vierzehn Musikerinnen und Musiker oder Ensembles werden mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet.
Musikzeitung-Redaktion
- 07. Mai 2019
πTon, Installation von Cod.Act (Bild: Xavier Voirol)
André und Michel Décosterd wurden 1967 und 1969 in Le Locle geboren. Der Musiker André Décosterd spezialisierte sich in Musikinformatik und studierte die Kompositionssysteme der elektroakustischen und zeitgenössischen Musik. Der Ingenieur Michel Décosterd begann, bewegte Skulpturen zu entwerfen. Seit 1997 verbinden die beiden Brüder ihre Talente als Cod.Act und schaffen musikalische und architektonische Formen, deren Ästhetik an die Welt der Industrie erinnert.
Folgende 14 Musikerinnen und Musiker oder Ensembles werden mit einem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet: Bonaventure – Soraya Lutangu (Rougemont VD), d’incise – Laurent Peter (Genf), Pierre Favre (Le Locle), Ils Fränzlis da Tschlin (Engadin), Béatrice Graf (Nyon), Michael Jarrell (Genf), Kammerorchester Basel (Basel), KT Gorique (Sitten), Les Reines Prochaines (Basel), Rudolf Lutz (St. Gallen), Björn Meyer (Bern), Andy Scherrer (Brunnadern SG), Sebb Bash (Lausanne) und Marco Zappa (Locarno).
Vom Jazz zur zeitgenössischen Musik, vom Hip-Hop zum Rap und von der Klassik zur Volksmusik sind durch die Preisträgerinnen und Preisträger alle Musiksparten vertreten. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr allerdings auf elektronischer Musik in den verschiedensten Formen. Erstmals wird zudem ein Preis an ein Orchester vergeben.
Hotel-Abgabe soll bleiben
Neu spricht sich die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) dafür aus, die Vergütungspflicht für private Räumlichkeiten von Hotels und ähnlichen Institutionen nicht aufzuheben. Die Kulturschaffenden hatten sich für Vergütungen auf Empfangsgeräten in Hotels und Ferienwohnungen eingesetzt.
Musikzeitung-Redaktion
- 06. Mai 2019
Foto: Ruslan Keba on Unsplash (s. unten)
Die Ständerats-Kommission will, im Widerspruch zum Nationalrat, dass es bei der Hotel-Abgabe bleibt. Geht es nach dem Nationalrat, sollen Hotels, Spitäler und Gefängnisse für die Verwendung öffentlicher Werke in ihren Räumen nicht mehr zahlen müssen. Die Verwendung soll als Eigengebrauch definiert werden.
Festgehalten hat die Kommission hingegen an ihrem früheren Entscheid zu Video-on-Demand. Sie ist zwar damit einverstanden, dass Filmschaffende eine Vergütung für die Video-on-Demand-Verwendung erhalten. Die Regelung soll der zunehmenden Online-Nutzung von Werken und dem Verschwinden der Videotheken Rechnung tragen. Die WBK schlägt aber vor, Musik in Filmen von einer solchen Vergütungspflicht auszunehmen.
Für die Beibehaltung hatten sich die Urheberrechtsgesellscahften eingesetzt. Siehe dazu diesen Artikel in der SMZ.
Wie sollte eine modische, den besonderen Erfordernissen des Spielens angepasste Konzertkleidung aussehen? Steuern Sie bis zum 16. Mai Ihre Erfahrungen und Wünsche bei!
SMZ
- 03. Mai 2019
Foto: Kai Pilger on unsplash (s. unten)
Was tragen Sie bei Ihren Konzertauftritten? Ist es eine vorgegebene Berufskleidung oder können Sie selber bestimmen? Gefällt Ihnen dieses Outfit? Ist es praktisch? Was würden Sie ändern?
Eine Studentin der Schweizerischen Textilfachschule hat sich vorgenommen, eine modische, den besonderen Erfordernissen des Spielens angepasste Konzertkleidung zu entwerfen. Dabei ist sie sehr froh um Ihre Erfahrungen.
Nehmen Sie dazu an dieser Online-Umfrage teil (Dauer ca. 5 Minuten).
Ziel der Umfrage ist es, Ihre Bedürfnisse zu erfahren, aber auch die Schwierigkeiten, die Konzertbekleidung beim Musizieren bereiten kann. Ihre Angaben bleiben anonym und werden nicht ausserhalb dieser Forschungsarbeit verwendet.
Den Entwurf, der aus der Befragung hervorgeht, wird in der Dezembernummer 2019 der Schweizer Musikzeitung vorgestellt.
Die Stadt St.Gallen vergibt 2019 sechs Werkbeiträge in der Höhe von je 10‘000 Franken. Drei davon gehen an die Musiker Atilla Bayraktar, Davide Rizzitelli und Charles Uzor.
Musikzeitung-Redaktion
- 03. Mai 2019
Davide Rizitelli und Atilla Bayraktar haben sich zum Musik-Projekt Vals zusammengetan. Foto: zVg
Davide Rizzitelli und Atilla Bayraktar gründeten im Sommer 2018 die Band «Vals», um mit neuen musikalischen Produktionsmethoden zu experimentieren. Sie arbeiten mit alten Tonbändern statt mit Computersequenzern, mit Kassetten und Tape Loops statt mit Samplern und lassen auch visuelle Aspekte stark miteinfliessen. Mit einem Werkbeitrag werde «das zukunftsweisende und nachhaltige Potential dieser Kombination aus nostalgischen und futuristischen Elementen gewürdigt», schreibt die Stadt.
Charles Uzor beschäftigt sich seit einiger Zeit mit seinem dritten Opernprojekt und thematisiert damit Leopold II., König von Belgien und Inhaber der Privatkolonie Kongo. Das Projekt sei, so die Stadt «in seiner Aufarbeitung des Kolonialismus und der Täter-Opfer-Bilder im Jetzt verankert» und habe das Potential, das Publikum durch Ambivalenz, Spannung und glaubhafte Motive zu fesseln.
Werkbeiträge erhalten von der Stadt zudem Tine Edel (Bildende Kunst), GAFFA (Dario Forlin, Wanja Harb, Linus Lutz, Lucian Kunz) (Angewandte Kunst), Priska Rita Oeler (Bildende Kunst) und Juliette Uzor (Tanz)
Fundgruben
Wenig bekannte Chorkompositionen aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland, die den Vergleich mit «Blockbusters» nicht zu scheuen braucht.
«Repertoire ist eine Lebensfrage.» Eric Ericson, die schwedische Chorlegende, lebte wie kein anderer dieses immer wieder zutreffende Credo und gab es überzeugend seinen Studierenden (zu denen auch der Autor dieses Textes gehören durfte) mit auf den Weg. Auf der Suche nach spannendem Repertoire treffen Chorleiterinnen und Chorleiter in den hier vorgestellten neuen Sammlungen mit Musik aus Luxemburg und Frankreich, wie auch den oratorischen Werken um J. S. Bach auf echte Fundgruben.
Die geistlichen Vokalwerke des in unseren Breiten relativ unbekannten luxemburgischen Komponisten Laurent Menager (1835–1902) sind in einer vorbildlichen Edition beim Verlag Merseburger erschienen, als Band 3 der gross angelegten Kritischen Gesamtausgabe innerhalb des Forschungsprojektes «Musique luxembourgeoise» an der Universität Luxemburg.
Menager studierte Mitte des 19. Jahrhunderts in Köln beim Chopin- und Mendelssohn-Freund Ferdinand Hiller. Seine Kirchenmusik steht in der Tradition der deutschen Spätromantiker und zeichnet sich aus durch eine schlichte Textbehandlung sowie Bevorzugung einer homofon-syllabischen Satzweise. Der Band enthält viele klangschöne, kurze und leicht ausführbare, deutsche und lateinische A-cappella-Werke (einige auch mit Orgelbegleitung), die als Kirchenlieder, Marienlieder und Tantum-ergo-Kompositionen ideal für die katholische Liturgie geeignet sind.
In Französische Chormusik, erschienen beim Carus-Verlag, finden nicht nur Leiter katholischer Chöre ein stilistisch breit angelegtes geistliches Repertoire mit einigen bekannten Werken, aber vor allem vielen lohnenden Neuentdeckungen und Erstausgaben. Die Werke in lateinischer und französischer Sprache, viele auch mit Orgelbegleitung, sind grösstenteils nicht besonders schwierig, hauptsächlich vierstimmig mit weiteren kleinen Stimmteilungen und überkonfessionell wie auch konzertant gut einsetzbar. Der Herausgeber Denis Rouger, Chorleitungsprofessor in Stuttgart, konnte bei dieser liebevollen Zusammenstellung auf seine langjährige Erfahrung als Kapellmeister an den Pariser Kirchen Notre-Dame und La Madeleine zurückgreifen und ergänzt die Edition mit einer CD mit ausgewählten Werken, klangschön gesungen von seinem Kammerchor figure humaine.
In den letzten Jahren bieten die Urtext-Ausgaben von Breitkopf & Härtel eine hervorragende Fundgrube für oratorisches Repertoire: seien es die Neuausgaben von «Blockbusters» wie Händels Messias (sehr empfehlenswerte Kritische Ausgabe mit vielen neuen Perspektiven, Partitur PB 5560) oder Mozarts c-Moll-Messe (einfühlsame Rekonstruktion von Clemens Kemme, PB 5562), aber auch neu zu entdeckende Werke um Bach herum, die häufigere Aufführungen verdienen würden.
Besonders hervorzuheben sind die Neuerscheinungen des böhmischen, von J. S. Bach hochgeschätzten Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka. Sowohl sein Miserere c-Moll (ZWV 57, PB 5594), als auch seine Missa votiva (ZWV 18, PB 5577) sind Meisterwerke seines kirchenmusikalischen Schaffens für die Dresdner Hofkirche. Sie kommen mit einer kostengünstigen Orchesterbesetzung (zwei Oboen, Streicher und Basso continuo) aus und sind dennoch reich an Formen und Farben.
Eine wirklich lohnende Wiederentdeckung bieten die Werke von Johann Kuhnau, direkter Amstvorgänger Bachs an der Leipziger Thomaskirche. Sein neu erschienenes Magnificat mit weihnachtlichen Einlagesätzen ist eine echte Bereicherung für festliche Weihnachtskonzerte mit Solisten, Chor und Orchester (EB 32108).
Zwischen den Passionen Bachs, deren Wiederentdeckung und Carl Loewes Das Sühnopfer des neuen Bundes steht das einstündige, nicht allzu schwer ausführbare Passionsoratorium Gethsemane und Golgatha von Friedrich Schneider aus dem Jahr 1838. Die textnah-plastische und süffige Vertonung erinnert mit opulenten Chören an Mendelssohn, enthält nur wenige Arien und bezieht die Gemeinde mit Passionschorälen ein. Eine interessante Bereicherung für Passionskonzerte, aber auch als Karfreitagsmusik im Gottesdienst bestens geeignet.
Laurent Menager: Geistliche Vokalwerke für gemischten Chor SATB, Männerchor TTBB, Singstimmen Solo und Duo, (=Kritische Gesamtausgabe Band 3), hg. von Alain Nitschké und Damien Sagrillo, Partitur, EM 2600, € 140.00, Merseburger, Kassel 2018
Französische Chormusik, 45 geistliche Chöre und Motetten von 15.–21. Jahrhundert, hg. von Denis Rouger, Chorleiterband mit CD, CV 2.311, € 27.90, Carus, Stuttgart 2018
Johann Kuhnau: Magnificat C-dur mit Einlagesätzen für die Aufführung zur Weihnachtszeit, hg. von David Erler , Partitur, PB 32108, € 54.00, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2018
Rhythmisch beschwingte Barcarolle
Théodore Gouvys «Sérénade vénitienne» ist eine vergessene Perle der Bratschenliteratur.
Théodore Gouvy (1819–1898), in Goffontaine bei Saarbrücken, im Grenzland zwischen Preussen und Frankreich, geboren, wirkte in beiden Ländern als Komponist und Dirigent. Er fand in Deutschland besonders durch seine sinfonischen, in Frankreich durch seine kammermusikalischen Werke Anerkennung.
Die Sérénade vénitienne für Viola und Klavier, 1875 dem belgischen Violinisten Louis van Waefelghem gewidmet, ist ein angenehm, aber rhythmisch anspruchsvoll zu spielendes Vierminutenstück in e-Moll, endend in strahlendem und sanft ausatmendem E-Dur. Über harmonisch reich wechselnden Sechzehntelwellen des Klaviers seufzt die Bratsche. Mit nachschlagend oder auftaktig einschwingenden Zweiunddreissigsteln singt sie in grossen Bögen, die dynamisch und agogisch sorgfältig ausdifferenziert sind. Der Tonraum bleibt im Bereich der unteren drei Saiten und ist am besten in der halben bis dritten Lage darzustellen.
Die Ponticello-Edition – gegründet 2009, spezialisiert für Streicher- und insbesondere Celloliteratur – verdient grosses Lob, dass sie diese vergessene Perle zugänglich gemacht hat.
(Louis) Théodore Gouvy: Sérénade vénitienne für Viola und Klavier, hg. von Wolfgang Birtel, PON 1034, € 10.95, Ponticello Edition, Mainz 2018
Eine Fundgrube für einseitige Klassikhörer
In diesem Buch hat Roger Willemsen seine Empfindungen für Musik in den verschiedensten Formen festgehalten und lädt zum Mitentdecken ein.
Jakob Knaus
- 01. Mai 2019
Roger Willemsen 2014. Foto: blu-news.org / wikimedia commons
Wo Sie das Buch auch öffnen, jederzeit ist eine Überraschung möglich, besonders wenn Sie eher einseitig auf die «grosse klassische Musik» eingeschworen sind. Es gelingt dem multikulturellen Musikhörer, Autor und Moderator Roger Willemsen immer wieder, den Leserinnen und Lesern seine «Liebeserklärungen an die Musik» ohne fachmännischen Firlefanz wortmächtig «unterzujubeln», so dass man sich der jahrzehntelangen Einseitigkeit (mit Recht) umso stärker bewusst wird. In fünf Kapiteln werden Stimmungen, Porträts, Vergleiche «Klassik und Jazz» sowie Weltmusik und Zufälliges angeboten, unterschiedlich fokussiert, aber meist in einer Kombination von sparsam eingesetztem historischem Wissen und persönlichem Musikerlebnis. Seine Fixpunkte sind John Coltrane, der «das musikalische Universum vielleicht weiträumiger abgeschritten hat als irgendjemand vor oder nach ihm», und der Jazz in all seinen Facetten. Es geht ihm primär aber nicht um die Beschreibung der Musik, sondern um «die Erkundung der Gefühle» beim Anhören von Musik; und hierin steht ihm ein wundersam reiches Vokabular zur Verfügung. Aber alle, auch die differenziertesten Erkundungen sind nichts ohne den entsprechenden Klang; als ob Ihnen die Speisekarte blumig geschildert würde, Sie aber nichts davon zu essen bekämen. Nach der Lektüre von Willemsens Ausführungen kann man denn auch sofort nachprüfen, ob sie auch für einen selbst zutreffen: Fast alle erwähnten Titel sind auf YouTube anzuhören – übrigens (noch) gratis.
Die tollsten Entdeckungen sind möglich. In den 50 Klassik-und-Jazz-Kombinationen stellt Willemsen Stücke nebeneinander, die beim Erkunden der Gefühle interessante Gemeinsamkeiten freigeben: das Staccato-Spiel des Lennie Tristano etwa nach dem G-Dur-Allegro von Muzio Clementi oder die abenteuerlich-flinke Trompete in Cherokee von Arturo Sandoval, nachdem man Niccolo Paganinis Moto perpetuo angehört hat. Verblüffend auch das Nocturne mit dem Teddy-Charles-Quintett gegenüber dem dritten aus den fünf Orchesterstücken von Anton Webern. Mag sein, dass manche Vergleiche auf Unverständnis stossen oder Wiederholungen auffallen, dass man sich nicht «für einen Angriff auf das sentimentale Zentrum» bereitmachen will, dass manche emotional-bedingten Urteile etwas zu salopp wirken oder dass «Spott zum Gruss» für Rex Gildo überflüssig ist. Aber die Information zur «weitgehend vergessenen» Pianistin Jutta Hipp kommt gerade rechtzeitig in der gegenwärtigen Diskussion um die Revision des Urheberrechts: Kurz vor ihrem Tod hat jemand bemerkt, dass ihr 40 000 Dollar an Tantiemen für Schallplatten zustanden, die nach ihrem Karrierenende noch verkauft worden waren. Ob die heutigen Verbreitungsmedien auch über ein derartiges Langzeitgedächtnis verfügen?
Zum Schluss aber noch eine Merkwürdigkeit: Jacques Loussier, der für unsere Generation eine nicht geringe Bedeutung in Sachen «Horizonterweiterung» hatte, kommt nicht vor. Dabei war noch Anfang der Siebzigerjahre auf der Karteikarte «Loussier, Jacques – Play Bach» im Radiostudio Bern vermerkt, dass diese Schallplatten «nur nach Rücksprache mit dem Abteilungsleiter Musik» im Programm eingesetzt werden dürften. Klar: Als Willemsen (mit Jahrgang 1955) in Hörweite von Loussiers Bach-Spiel kam, war es keine Sensation mehr.
Roger Willemsen: Musik! Über ein Lebensgefühl, 512 S., € 24.00; S. Fischer, Frankfurt 2018, ISBN 978-3-10-397383-9
Musikalische Porträts aus Frankreich
Jean-François Dion hat den Exponenten der französischen Trompetenschule rund um Maurice André ein Denkmal gesetzt.
Unzweifelhaft: Die französische Trompetenschule mit ihrem Zugpferd Maurice André hat viele Generationen von Trompeterinnen und Trompetern geprägt wie kaum eine andere. Auch in meiner Jugendzeit war der Grand seigneur de la trompette omnipräsent: Er beherrschte die klassische Trompetenwelt fast im Alleingang, so wie Miles Davis den Jazz prägte.
Es wundert daher nicht, dass Jean-François Dion die Zeit für reif erachtet hat, den Exponenten dieser französischen Trompetenschule eine Hommage zu widmen. In 15 kleineren Einzelstücken zeichnet er ein musikalisches Bild der Widmungsträger (von Roger Delmotte über Bernard Soustrot bis Antoine Curé). Und wer die Meister gut kennt, der kann sich beim Durchspielen dieser manchmal doch etwas etüdenhaft wirkenden Kleinode eines kleinen Schmunzelns kaum erwehren. Die barocken Zitate bei Maurice André einerseits, die aleatorischen Elemente und Dämpferwechsel bei Antoine Curé andererseits sind wohl etwas plakativ geraten – der Beginn von Guy Touvron hingegen erinnert subtil an das Klappern der Mühle vor seinem Haus – ein hübscher Beweis für die Vertrautheit des Komponisten mit seinen Kollegen. Schön auch, dass jeder Maître im Anhang kurz mit Foto und Biografie vorgestellt wird – schade jedoch, dass Grössen wie Pierre Thibaud oder Eric Aubier fehlen, die es nicht minder verdient hätten, etwas beweihräuchert zu werden.
Jean-François Dion : La trompette française – 15 portraits musicaux, für Trompete solo, TP 348, Fr. 20.00, Editions Bim, Vuarmarens
Gestern kontrovers, heute harmlos
Der deutsche Musikjournalist Michael Behrendt erzählt in seinem neuen Buch von 70 Skandalsongs aus den letzten 100 Jahren.
Michael Gasser
- 01. Mai 2019
Foto: Petra Bork/pixelio.de
Vor zwei Jahren widmete sich Michael Behrendt in seinem Buch I Don’t Like Mondays. Die 66 grössten Songmissverständnisse inkorrekt interpretierten Liedinhalten. Was der deutsche Musikjournalist vor allem dazu nutzte, die Lieder und deren Entstehungsgeschichte zu beschreiben. Demselben Muster folgt auch sein neues Werk Provokation! Songs, die für Zündstoff sorg(t)en. Auf 296 Seiten breitet Behrendt insgesamt 70 Lieder aus, die bei ihrer Veröffentlichung für Aufsehen und Aufruhr sorgten. Die laut Autor «bewusst unvollständige und subjektive» Auswahl beginnt mit Claire Waldoffs Herrmann heesst er aus dem Jahre 1914. Als die Öffentlichkeit im frivol-frechen Stück plötzlich einen Seitenhieb auf Herrmann Göring zu erkennen glaubte, führte dies für die Berliner Künstlerin zum Karriereende. Inhaltlich direkter und brisanter zeigte sich Billie Holidays Strange Fruit (1939), in welchem die US-amerikanische Jazzsängerin von den seltsamen Früchten erzählt, die an Bäumen der Südstaaten hängen. Eine unverblümte Anspielung auf mehr als 4700 aktenkundige Lynchmorde an Schwarzen zwischen 1882 und 1968. Beim Versuch, das Stück bei einem Konzert in Mobile, Alabama, anzustimmen, wurde Holiday aus der Stadt gejagt.
In seiner Publikation streift Behrendt vornehmlich altbekannte und heute harmlos wirkende Geschichten, die er wenig tiefschürfend zum Besten gibt: Da ist Dylan, der Widerstand erfährt, als er von der akustischen Gitarre zur elektrischen wechselt, und da sind auch The Who, die 1965 auf ihrer Single My Generation verkünden, es sei besser, jung zu sterben. Nicht zuletzt widmet sich das Buch auch dem Gangsta-Rap, der bisweilen nicht bloss zu gewaltverherrlichenden, sondern auch zu antisemitischen oder homophoben Tendenzen neigt, was der Autor in aller Schärfe verurteilt. Behrendts Haupterkenntnis, dass sich die Grenzen des Akzeptablen immer weiter verschieben, trifft zweifelsohne zu, ist jedoch alles andere als neu. Fazit: Die Lektüre von Provokation! Songs, die für Zündstoff sorg(t)en erweist sich als kurzweilig, ein Must ist sie nicht.
Michael Behrendt: «Provokation! Songs, die für Zündstoff sorg(t)en», 296 S. € 20.00 wgb Theiss, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8062-3922-5
Besuch aus der Vergangenheit
Wie gehen wir mit früheren Zeiten um? Die neueste Ausgabe des Festivals Alte Musik Zürich vom 22. bis 31. März regte zu so mancher Reflexion an.
Simon Bittermann
- 01. Mai 2019
Aufführung der Vesper von Carlo Donato Cossoni. Foto: Samuel Jaussi
Weshalb soll man Musik historischer Epochen hören? Die Musik zumeist toter weisser Männer, wie sich unlängst eine Bekannte echauffierte. Das Problem fordert die gesamte Klassikbranche heraus, akzentuiert sich für einen Veranstalter wie das Forum Alte Musik Zürich aber noch. Schliesslich stammen die Programmschwerpunkte der von ihm zweimal pro Jahr organisierten Festivals doch oft gar aus längst vergangenen Zeiten.
Wie das diesjährige Frühlingsfestival unter dem Motto «Metamorphosen» aber zeigt, spriessen die Lösungsansätze dort am üppigsten, wo sie am dringendsten benötigt werden. Bewusst oder unbewusst, das über zwei Wochenenden verteilte Programm bot eine Reihe von Antworten auf die Frage, weshalb oder wie man sich mit Werken auseinandersetzen soll, die einem kulturell und gesellschaftlich weit entfernten Umfeld entstammen.
Frisches Präludium und einsamer Höhepunkt
Das begann mit den kleinen Apérokonzerten, in denen Linda Alijaj und Hitomi Inoue, beides Studentinnen der Zürcher Hochschule der Künste, Benjamin Brittens Six Metamorphoses after Ovid für Oboe solo vortrugen. Man könnte das nun den musealen Zugang zur Vergangenheit nennen und läge sicher nicht ganz falsch. Mit der Wahl dieses Stücks und den vom Schauspielstudenten Morris Weckherlin noch zusätzlich vorgetra- genen Ausschnitten aus Ovids Dichtung wurde deutlich und demonstrativ auf die lange Tradition europäischer Kultur verwiesen. Dass es sich bei Britten aber gerade nicht um Alte Musik handelt, verleiht der Sache eine gewisse Frische und zeugt von der Offenheit, mit der das Forum seine Programme gestaltet.
Selbstverständlich konnte man an den beiden Wochenenden auch den unter Veranstaltern wohl gängigsten Umgang mit alten Werken beobachten: Die Frage nach ihrer Aktualität wird gar nicht erst gestellt, sondern man vertraut schlicht auf die Kraft der Musik und versucht, sie in einer guten Interpretation möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Am Metamorphosen-Festival etwa in einem Konzert, das Josquin Desprez gewidmet war, dem für viele bedeutendsten Renaissance-Komponisten. Das Vokalensemble Alamire demonstrierte dabei in der Kirche St. Peter eindrücklich, wofür englische Kleinensembles zu Recht berühmt sind. Ungemein agil wurden das Stimmengeflecht umgesetzt, einzelne Stimmen hervorgehoben und so der Klangfluss strukturiert. Einzelne Phrasen bekamen da und dort etwas mehr Raum, ohne dabei das delikate Gefüge zu stören. Selbst die frühe und noch verhältnismässig karge Missa d’ung aultre amer blühte so unter der Leitung des Dirigenten und Musikwissenschaftlers David Skinner sinnlich auf. Fragt sich eigentlich nur, weshalb ausge- rechnet dieses Konzert zu den am schlechtesten besuchten des an sich gut frequentierten Festivals zählte – denn musikalisch war es ein Höhepunkt. Eventuell kann es als Hinweis darauf gedeutet werden, dass es heutzutage nicht mehr reicht, einfach sogenannte Meisterwerke der Musikgeschichte zu präsentieren, um Publikum anzulocken. Oder es war einfach Zufall.
Modern gefärbter Blick zurück und eine Ausgrabung
Grossen Publikumszulauf erzielten hingegen drei Konzerte, in denen versucht wurde, Verlorenes oder auch nur vergessene Traditionen zu neuem Leben zu erwecken. So präsentierte die Deutsche Hofmusik eine Rekonstruktion von Johann Sebastian Bachs verlorener Köthener Trauermusik und das Ensemble Melpomen wagte sich unter Conrad Steinmanns Leitung gar an das Wagnis, die Musik der griechischen Antike zu imaginieren. Und, Zufall oder nicht, gerade in solchen Momenten der tastend spekulativen Annäherung erwies sich die Auseinandersetzung mit dem Früher als ungemein produktiv. Nämlich, indem man dazu gezwungen wurde, über unseren Umgang mit der Vergangenheit nachzudenken.
Am stärksten wurde einem das in der Helferei beim Konzert von Arianna Savalls Gruppe Hirundo Maris bewusst. Savall eröffnete ihre Europareise durch 200 Jahre Minnesang mit einer Einladung ins Mittelalter, und bereits da fragte man sich, ob es nicht doch eher umgekehrt sei. Besucht nicht das Mittelalter uns? Und zwar als guter, sich den Gepflogenheiten des Gastgebers anpassender Gast? Ohne den Dreck und die verstörenden Gewohnheiten mitzubringen? Denn Hirundo Maris bot ja kein authentisches Mittelalter, sondern einen modern gefärbten Blick zurück. Das wäre grundsätzlich nicht problematisch, bleibt einem doch gar nichts anderes übrig, als sich eine bestimmte Sichtweise auf die nur in Text und Melodie überlieferten Weisen so gewissenhaft als möglich zurechtzulegen. Und musikalisch war das auch exzellent und historisch fundiert gelöst. Doch das ganze Brimborium inklusive «Mittelalterkleidung» war befremdlich. Mehr Distanz zum eigenen Tun hätte dem Ensemble nicht geschadet. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen verliess man das Konzert musikalisch beschwingt und intellektuell angeregt. Und was möchte man denn mehr? Viele Veranstaltungen mit neuerer Musik vermögen solches nicht zu leisten.
Eine Einsicht ganz anderer Art vermittelte das Abschlusskonzert mit einer Vesper Carlo Donato Cossonis, eines norditalienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, dessen Musik grösstenteils handschriftlich in der Bibliothek des Klosters Einsiedeln liegt. Es zählt zwar mittlerweile zu den beliebtesten Marketingtricks der Industrie, unbekannte Kleinmeister wiederzuentdecken. Hier konstatierte man allerdings einmal mehr, dass es bei vielen dieser Entdeckungen kein grosser Verlust wäre, wenn sie nie gemacht würden. Doch es zählt zu den vielen Stärken des Festivals, dass einem auch solche Konzerte als gewinnbringend in Erinnerung bleiben.
Das Ensemble Melpomen unter der Leitung von Conrad Steinmann mit Musik der griechischen Antike. Foto: Rolf Mäder
Richard Lane und John Frith habe Trios für Violine, Horn und Klavier geschrieben, die vom wohl bekanntesten Werk für diese Besetzung inspiriert sind.
Jakob Hefti
- 01. Mai 2019
Granitwürfel mit vier Bildnissen von Johannes Brahms vor der Laeiszhalle in der Hamburger Neustadt. Künstler: Th. Darboven. Foto: Claus-Joachim Dickow/wikimedia commons
Spricht man von Horntrio, denkt man unverzüglich an das bekannte Opus 40 von Johannes Brahms, welches György Ligeti in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts anregte, das für sein Schaffen bahnbrechende Trio Hommage à Brahms zu komponieren. Auch versuchten immer wieder Komponisten der «gemässigten Moderne», sich in Brahms’ Fussstapfen zu bewegen. Es waren dies neben Charles Koechlin mit seiner verträumten Kostbarkeit Quatre petites Pièces op. 32 der Engländer Lennox Berkeley und der Australier Don Banks, die für dieses Gattung Bereicherndes beisteuerten.
In der Edition Bim, dem verdienstvoll umtriebigen Westschweizer Verlag für Blechbläsermusik, ist ein Trio für Violine, Horn und Klavier des Amerikaners Richard Lane (1933–2004) erschienen, welcher eine ganze Reihe von Werken für Orchester, Blasorchester und Solostücke für Blasinstrumente geschrieben hat. Das elfminütige Trio gefällt durch bewegtes Wechselspiel der drei Instrumente und freie lyrische Teile im Adagio des zweiten Satzes.
Der Engländer John Frith bringt seine Liebe zum Brahms-Trio in sein neues Werk für dieselbe Besetzung ein. Als immer noch ausübender Hornspieler weiss er um die klanglichen Vorzüge seines Instruments, die er hier im bestklingenden Register zu den anderen Instrumenten setzt.
Richard Lane: Trio, für Violine, Horn und Klavier, Partitur und Stimmen MCX75, Fr. 25.00, Editions Bim, Vuarmarens
John Frith: Horn Trio, für Violine, Horn und Klavier, E717, £ 17.95, June Emerson Wind Music, Ampleforth