Richard Flury – ein Romantiker?

Chris Walton hat Leben und Schaffen des Solothurner Komponisten Richard Flury (1896–1967) nachgezeichnet. Neben der ausführlichen englischsprachigen Biografie ist auch eine kurzer deutscher Abriss mit Werkverzeichnis erhältlich.

Gemälde von Cuno Amiet, 1948 (Ausschnitt aus dem Buchcover)

«S isch immer e so gsi» – das musikalische Motto Solothurns meinte Chris Walton beim Schreiben seiner lesenswerten und auf umfangreichen unveröffentlichten Materialien fussenden, englischsprachigen Richard-Flury-Biografie selbst zu hören (S. 102/3). Seine Lebenserzählung des in Biberist geborenen, in Basel, Bern und Wien ausgebildeten Komponisten, die mit einem vollständigen Verzeichnis des umfangreichen Œuvres und einer CD mit einer gelungenen Auswahl an historischen Aufnahmen und Neueinspielungen ausgestattet ist, hat sich denn auch grundlegend mit dessen selbstverordneten musikalischen Anachronismen auseinanderzusetzen.

Es dauert gute 200 unterhaltsame, reich bebilderte und strikt chronologisch gehaltene Seiten, bis Fleisch an die schon im Buchtitel genannten Romantizismen des 1896 geborenen Komponisten kommt. Ein wohltuend unterstrichener Blick von aussen auf die Deutschschweiz (Wie schmeckt Mehlsuppe? Was haben der Table Mountain und der Weissenstein gemein?) mündet in eine argumentative Herleitung des Romantikers Flury aus einem nie überwundenen Komplex der Provinzialität und konstatiert eine herbeidefinierte geistige Zuflucht, zu der sich durchaus Alternativen geboten hätten. Starke Passagen finden sich in der Verortung dieser interessanten Komponistenfigur im Schweizer Bildungs- und Musikausbildungssystem (Flury wirkte als Orchesterleiter und Kantonsschullehrer in Solothurn), auch im Vergleich mit seinen Schweizer Berufskollegen, die, im Gegensatz zu Flury, im Alter allesamt nahezu ganz verstummten (S. 95, 113).

Waltons auktoriale Perspektive, die über das Gut und Schlecht der Musik abschliessend urteilen möchte, befragt diese in letzter Konsequenz selbstisolationistisch veranlagte Figur nicht grundlegend und versetzt das Buch in ein Fortschrittsdenken, gegen das sich der Komponist gerade stellte. So werden die «modernsten» und kürzesten Werke der 1920er-Jahre mit Tendenzen in die Atonalität und Gebrauchsmusik als die besten und auch heute noch aufführenswert beschrieben.

Den besonders im Alterswerk ausgeprägten Romantizismen in der Tiefe nachzugehen, hätte wohl auch eine deutlichere Auseinandersetzung mit Flurys – wohl nicht körperlich vollzogener (S. 189)– Vorliebe für blutjunge Mädchen bedeutet, die mit einigen unangenehmen Stellen im Briefwechsel mit seinem Lehrer Ernst Kurth (S. 124) und in den Widmungen, vor allem seiner Lieder und Kammermusik, als Inspirationsquelle belegt sind. Es hätte bedeutet, eine Diskussion seiner Religiosität (mit Exkommunion nach der Scheidung und Wiederaufnahme nach Zölibatsgelübde) nicht zu scheuen, um seine geistlichen Kompositionen (und eine Verklärung dieser Mädchen in die Madonnenrolle hinein) zu verstehen. Vermutlich war dies alles nicht einfach umzusetzen bei einem Buch, das in enger Zusammenarbeit mit dem Sohn aus zweiter Ehe und mit Unterstützung der Familienstiftung entstand. «S isch immer e so gsi».

In der Kleinen Reihe der Zentralbibliothek Solothurn sind ein 30-seitiger biografischer Abriss und ein verkürztes Werkverzeichnis in deutscher Sprache erschienen:
Chris Walton: Richard Flury (1896–1967). Ein Schweizer Romantiker, Kleine Reihe Band 5,
41 S., Fr. 20.00, Zentralbibliothek Solothurn, 2017, ISBN 978-3-9524247-2-8

 

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Chris Walton: Richard Flury. The life and music of a Swiss romantic. 328 p., £ 25.00, Toccata Press, London 2017, ISBN 978-0-907689-44-7

Ralf Weikert über seinen Beruf

Der langjährige Chefdirigent des Zürcher Opernhauses spricht über den Alltag seiner faszinierenden Tätigkeit.

Foto: zVg von rbartists.at

Der Buchtitel Beruf Dirigent ist unspektakulär. Und genau so gibt sich der Autor mit seiner Sprache: direkt, klar, verständlich und hart am Thema, deshalb mit vielen Details, die für den Konzertgänger erhellend sind, denn bei vielen Pausengesprächen kann man erfahren, wie vage die Kenntnisse über das Geschehen «hinter den Kulissen» und über die Bedingungen des Konzertbetriebs oft sind. Ralf Weikert, 1940 in St. Florian (Österreich) geboren, der die Ausbildung in Linz und Wien (bei Hans Swarovsky) absolvierte und mit achtundzwanzig Chefdirigent in der damaligen deutschen Hauptstadt Bonn wurde, war während beinah zehn Jahren (1983–92) auch Chef am Opernhaus Zürich und ist seit Langem in der Schweiz wohnhaft. Er spricht ganz bewusst von Beruf, nicht von Berufung – und er meint natürlich auch Dirigentinnen, wie er schon im Vorwort betont – welche Wohltat, dass auf die mühsamen Doppelnennungen verzichtet wird!

Weikert stellt das Handwerk in den Mittelpunkt und damit das Alltägliche dieser anspruchsvollen und faszinierenden Tätigkeit. Er denkt bei seinen Ausführungen vor allem an angehende Dirigenten und Musiker und legt dar, dass vieles davon erlernbar ist und ein überzeugendes Repertoire an Werken nur mit lebenslanger intensiver Arbeit spielbereit gehalten werden kann; er zeigt aber auch, dass gewisse Vorbedingungen erfüllt sein müssen, um den Anforderungen genügen zu können.

In klarer Gliederung geht er dann auf die einzelnen Problembereiche ein, zuerst in der Musik selber und dem dazu gehörigen Notenmaterial – mit eingefügten Partiturseiten wird dies auch anschaulich dokumentiert –, anschliessend widmet er sich dem Musikbetrieb, der Akustik in verschiedenen Räumen und der Orchesteraufstellung; weiter unterscheidet er deutlich die Situation des Opern- oder Konzertdirigenten. Er verfügt in beiden Bereichen über umfangreiche Erfahrungen, denn er hat an der Met in New York dirigiert, in San Francisco, in Korea, in Japan und in vielen namhaften Opernhäusern und Konzertsälen Europas. Auch das aktuelle Problem der Dominanz der Opernregie über die Musik führt er an, bringt zahlreiche, meist negative Beispiele, verliert aber nie die Contenance und subsumiert sie unter «Unwägbarkeiten». Einige knapp, aber hübsch formulierte Erinnerungen an unerwartete Ereignisse und Begegnungen gehören auch dazu, wenn er vom schönsten Beruf spricht, den er sich denken kann. Das «feu sacré» könne allerdings nicht erlernt werden.

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Ralf Weikert: Beruf Dirigent, mit Disco-/Videografie, Personenverzeichnis, 189 S., geb., € 19.99, Böhlau, Wien u. a. 2017, ISBN 978-3-205-20530-2

Umfassende Werkeinführung

Christoph Flamm hat die Hintergründe zu Mussorgskys «Bilder einer Ausstellung» aufgearbeitet und seine eigene Notenausgabe relativiert.

Viktor Hartmann (1834–1873): Plan für ein Stadttor in Kiew, 1869. wikimedia commons

Es geschieht nicht alle Tage, dass ein Herausgeber seine eigene Edition nachträglich kritisch hinterfragt und Fehler offen zugibt. Als Christoph Flamm vor drei Jahren bei Bärenreiter Mussorgskys Bilder einer Ausstellung in einer neuen Ausgabe präsentierte, liess er darin aufgrund eines sowjetischen Faksimiles einige alte Lesarten korrigieren. Diese neuen Varianten waren aber schwer nachvollziehbar und die Kritik reagierte skeptisch, zumal das Faksimile zum Teil kaum lesbar war (siehe auch SMZ 3/2014, Seite 24).

In seiner Werkeinführung nimmt Christoph Flamm diese neuen Lesarten nun wieder zurück. Ein sympathischer Zug! Und nicht nur das ist zu loben: Das Büchlein bringt auf fast 180 Seiten so ziemlich alles Wissenswerte über Mussorgskys einzigartigen Klavierzyklus. Es geht darin zunächst um Viktor Hartmann, dessen Bilder an einer Gedächtnisausstellung ja der unmittelbare Anlass für das Werk waren. Nicht immer können sie ganz eindeutig den Sujets bei Mussorgsky zugeordnet werden. (So wurde das Porträt eines italienischen Bauern lange fälschlicherweise für den armen Juden «Schmuyle» gehalten.) Es geht um den einflussreichen Kunstkritiker Wladimir Stassow, dem Mussorgsky sein Werk widmete. Und natürlich geht es um die Musik selber.

Dabei kommt es zu interessanten Quervergleichen mit anderen russischen Kompositionen aus jener Zeit. Auch die sprachliche Mehrdeutigkeit mancher Überschriften (z. B. Bydło) wird thematisiert, und sogar alte Metronomzahlen wurden aufgestöbert. Diese stammen offenbar von Stassow und sind zumindest teilweise erstaunlich (120 für die Viertel in Baba-Jaga?). Darüber hinaus gibt es Hinweise zur Rezeption und damit natürlich auch zu den zahlreichen Transkriptionen, von denen Ravels Orchesterfassung immer noch die dominierende bleibt. All diese wissenswerten Fakten lesen sich bei Flamm spannend wie ein Krimi, und die vorzügliche Bebilderung tut das ihrige dazu.

Kurz: Dieses Taschenbuch ist ein Muss für alle, die sich mit Mussorgskys unsterblichem Klavierzyklus eingehender befassen möchten!

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Christoph Flamm: Modest Mussorgsky. Bilder einer Ausstellung – Erinnerungen an Viktor Hartmann, Bärenreiter Werkeinführungen, 178 S., € 14.95, Bärenreiter, Kassel 2016, ISBN 978-3-7618-2221-0

Chorsinfonik der Champions League

Grosse Klangpracht entfalten sowohl die «Coronation Anthems» von Händel, die «Missa votiva» von Zelenka und die Grosse Messe c-Moll von Mozart. Sie alle liegen in bemerkenswerten Neuausgaben vor.

Foto: Karin Schmidt/pixelio.de

Als Teamplayer kennen viele Chorleiterinnen und -leiter selbstverständlich auch die Champions-League-Eröffnungsmusik, welche Zadok the Priest (HWV 258) aus den Coronation Anthems von Georg Friedrich Händel als offizielle Hymne benutzt. Neben diesem intensiven, 6-minütigen Werk erschien nun beim Bärenreiter Verlag auch The King shall rejoice (HWV 260, Dauer ca. 12 Minuten) im Urtext der Hallischen Händel-Ausgabe. Händel schrieb die festlichen, reich orchestrierten und prunkvollen vier Coronation Anthems (Gesamtdauer ca. 40 Minuten) anlässlich der Krönung Georges des Zweiten 1727 in London. Ihre überwältigende Klangpracht umschrieb der englische Musikforscher und Zeitgenosse Charles Burney einst ebenso treffend wie flapsig als «grossen Wauwau-Stil». Es ist zu hoffen, dass die anderen beiden, weniger bekannten Anthems auch bald in einer so fantastischen Neuausgabe (Orchestermaterial, Klavierauszug und Partitur) erscheinen, um Oratorienchören weitere Alternativen zum altbekannten Messias zu geben.

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Mit der Missa votiva des leider viel zu wenig aufgeführten Bach-Zeitgenossen Jan Dismas Zelenka erschien im Verlag Breitkopf & Härtel eine weitere sehr empfehlenswerte Urtext-Ausgabe. Das Aufführungsmaterial basiert auf den wissenschaftlich-kritischen Ausgaben der Reihe Das Erbe deutscher Musik, aus der auch das informative Vorwort und der Kritische Bericht stammen. Zelenkas Messen sind spektakuläre Prachtstücke barocker Chorliteratur, die in ihrer farbenfrohen Vielfalt den Werken Johann Sebastian Bachs wirklich in nichts nachstehen. Gerade für ambitionierte Kammerchöre, die oratorisch etwas Besonders suchen, ist diese 70-minütige Messe mit ihrer schlanken Orchesterbesetzung (2 Oboen, Streicher und Basso continuo) der ideale Fund.

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Die berühmte Grosse Messe c-Moll (KV 427) von Wolfgang Amadeus Mozart reiht sich ohne Zweifel ein in eine musikgeschichtliche Linie zwischen Bachs h-Moll Messe und Beethovens Missa solemnis. Sie ist in diesem Jahr beim Carus-Verlag in einer vorbildlichen Neuedition erschienen. Leider blieb das Opus als Mozarts persönlichste und am grössten angelegte Messe unvollendet und hat als Torso seitdem viele Rätsel aufgegeben. Deshalb gab es im Laufe ihrer Rezeptionsgeschichte zahlreiche Versuche, das Fragment zu ergänzen, zu bearbeiten und sogar weiterzukomponieren.

Nun haben sich der Musikwissenschaftler Uwe Wolf vom Carus-Verlag und der bekannte Dirigent Frieder Bernius zusammengetan und eine Fassung geschaffen, die neue Massstäbe setzt in einer – leider viel zu selten praktizierten – kongenialen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Mit grossem Respekt vor den vorhandenen Quellen setzt diese Neuausgabe die Tradition der Fassungen von Eder, Beyer und Maunder fort, dem Torso keine neuen Messesätze hinzuzufügen, sei es durch das sogenannte Parodieverfahren oder Eigenkompositionen, wie in den Fassungen von Wilby, Levin oder Koopman. Besonders erfrischend sind die neu dazugekommenen Trompeten und Pauken im Credo und die Neuordnung und behutsame Korrektur der Kontrapunktik im Osanna. Neben dem gesamten Aufführungsmaterial erscheint auch ein elegantes Faksimilebeiheft zur besseren Zuordnung der Ergänzungen/Bearbeitungen und eine hervorragende CD-Einspielung mit dem Kammerchor Stuttgart unter Bernius (Carus CD 83.284).

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Georg Friedrich Händel: Zadok the priest. Coronation Anthem HWV 258, hg. von Stephan Blaut; Partitur BA 10258, € 14.95; Klavierauszug BA 10258-90, € 4.95; Bärenreiter, Kassel 2016

id.: The King shall rejoice; Partitur BA 10259, € 24.95; Klavierauszug BA 10259-90, € 10.95

Jan Dismas Zelenka: Missa votiva ZWV 18, hg. von Reinhold Kubik; Partitur PB 5577, € 89.00; Klavierauszug EB 8053, € 19.90; Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2016

Wolfgang Amadeus Mozart: Missa in c KV 427, ergänzt und hg. von Frieder Bernius und Uwe Wolf, Partitur CV 51.651/00, € 85.00; Klavierauszug CV 51.651/03, € 16.00; Faksimilebeiheft CV 51.651/02, € 29.80; Carus, Stuttgart 2017

Romantische Trouvaillen

Bei Coviello Classics ist am 1. Dezember 2017 unter dem Titel «Fantasie | Sonate» ein hörenswertes Album für Flöte und Klavier erschienen.

Miriam Terragni und Catherine Sarasin (v. li.) Foto: zVg

Für die Querflöte gibt es sehr wenig Literatur aus der Romantik, darum ist es äusserst verdienstvoll, dass sich die Soloflötistin des Aargauer Symphonie Orchesters «argovia philharmonic» Miriam Terragni zusammen mit ihrer Duopartnerin, der Pianistin Catherine Sarasin auf Entdeckungstour durch die Basler und Pariser Antiquariate gemacht hat. Die Ausbeute war sehr erfreulich: Allein sechs Stücke erleben auf dieser CD ihre weltweit erste Wiedergabe auf Tonträger – und es handelt sich dabei um echte Trouvaillen aus der deutschen (Spät-)Romantik und dem französischen Fin de Siècle.

Den Anfang macht die Fantasie-Sonate in A-Dur op. 17 des Liszt-Schülers Max Meyer-Olbersleben (1850–1927). Obwohl schon mehrfach im Druck erschienen, ist diese grosse dreisätzige Sonate heute so gut wie vergessen. Eine echte Referenzaufnahme fehlte bisher. Diese Lücke darf jetzt als geschlossen gelten. Die beiden Solistinnen ziehen gleich zu Beginn alle Register und lassen ein subtiles, ausgewogenes Zusammenspiel hören. In der anspruchsvollen Ballade in gis-Moll op. 9 für Klavier desselben Komponisten vermag sich Catherine Sarasin als kompetente Solistin zu profilieren. Dem Violinvirtuosen und Konzertmeister von Wagners Gnaden am Bayreuther Festspielhaus August Wilhelmj verdanken wir die Violinstimme zu Richard Wagners kurzer Klavierromanze WWV 94, welche von Miriam Terragni wiederum auf die Flöte übertragen wurde. Von Wilhelmj selbst stammt die Ballade: Sie verbindet Anklänge an eine wagnerische Chromatik mit einer ausladenden spätromantischen Harmonik. Lili Boulangers Pièce erlebt eine träumerische Premiere, gefolgt von der besser bekannten, zart musizierten Nocturne. In Dans la forêt enchantée des Franzosen Léon Moreau (1870–1946) wird die Ruhe des Waldes und das Vorbeischwirren flirrender Sylphen (Luftgeister) plastisch dargestellt. In der Valse Lente variiert Louis Masson die gemächliche Melodie allmählich ganz filigran – mit Ohrwurmpotenzial. Deux Morceaux op. 41 von Victor Alphonse Duvernoy (1842–1907), aufgestöbert in der berühmten Pariser Rue de Rome, sind bei keinem Verlag mehr gelistet. Das Intermezzo, das dem bedeutungsschweren Lamento folgt, setzt mit seinem bezaubernd leichten Rhythmus den Schlusspunkt dieser rundum geglückten Aufnahme.

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Fantasie | Sonate. Miriam Terragni, Flöte, Catherine Sarasin, Klavier. Coviello Classics DDD 2016

Jugendliche musizieren vermehrt selber

Im Langzeitvergleich der letzten zehn Jahre zeigt sich laut der deutschen JIM-Studie (Jugend, Information, Media), dass das Musizieren eine der wenigen Aktivitäten ist, die an Beliebtheit unter den Jugendlichen zugenommen hat. Nur Unternehmungen mit der Familie weisen eine höhere Steigerung auf.

(Bild: Markus Nass)

Laut der Studie macht jeder vierte Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren regelmässig Musik (24 Prozent). Damit liegt das Musizieren bei den Jugendlichen an vierter Stelle bei den beliebtesten non-medialen Freizeitaktivitäten, noch vor dem Besuch von Sportveranstaltungen (15 Prozent) oder Partys (5 Prozent). Das Musizieren ist bei Mädchen (29 Prozent) deutlich beliebter als bei Jungen (18 Prozent).

Im Langzeitvergleich der letzten zehn Jahre (2007 bis 2017) zeigt sich, dass das Musizieren eine der wenigen Aktivitäten ist, die an Beliebtheit unter den Jugendlichen zugenommen hat (plus 5 Prozent). Einzig Unternehmungen mit der Familie weisen eine höhere Steigerung auf (plus 14 Prozent). Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber auch, dass Jugendliche an Haupt-/Realschulen (15 Prozent) deutlich weniger aktiv Musik machen als an Gymnasien (28 Prozent).

Französische Ehren für «Wiener Klassik in Paris»

Die CD «Wiener Klassik in Paris» mit dem Diapason d’Or de l’année 2017 in der Kategorie Kammermusik ausgezeichnet.

v.l.n.r.: Padar, Torbianelli, Suske, Darbellay, Taillard (Bild: zVg)

Auf der ausgezeichneten CD spielt Edoardo Torbianelli, an der HKB Dozent für Fortepiano und historische Aufführungspraxis, am Hammerflügel zusammen mit dem Ensemble Freitagsakademie Bern die Klavier/Bläser-Quintette von Mozart und Beethoven. Das Ensemble trat am Galaabend neben anderen berühmten Namen der klassischen Musik live bei Radio France auf.

Die 1993 gegründete Freitagsakademie Bern steht unter der künstlerischen Leitung von Katharina Suske. Es spielt Musik vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert, jeweils auf Instrumenten der jeweiligen Epoche und in verschiedenen Besetzungen. Zu dem festen Kern von Musikern gehören unter anderem Leila Schayegh (Violine), Vital Julian Frey (Cembalo), Balasz Maté und Daniel Rosin (Violoncello), Jonathan Rubin (Laute) und Jan Krigovsky (Violone).

Stadt Aarau erhält eine Kulturabteilung

Die Stadt Aarau erhält per 1. Januar 2019 eine neue Abteilung «Kultur». Sie umfasst Bereiche, die heute der Stadtkanzlei angegliedert sind: Abteilungsleitung und Kultursekretariat sowie das Museum, die Bliothek und das Archiv der Stadt.

Aarauer Kunsthaus. Foto: Rudolf Künzli

Die Leitung der Abteilung Kultur und das Kultursekretariat sollen insgesamt 120 Stellenprozente umfassen. Die Stadt Aarau schreibt die Stelle der künftigen Leiterin oder des künftigen Leiters extern aus. Die neue Abteilungsleitung wird unter anderem auch sämtliche Kommissionen im Kulturbereich, die ebenfalls neu strukturiert werden, betreuen.

Weitere Aufgaben sind das Begleiten der Budgetierung und das Sicherstellen der Controlling-Funktionen, das Betreuen von Stadtratsgeschäften aus dem Kulturbereich und das Vertreten der Kulturanliegen innerhalb der Stadtverwaltung sowie gegenüber dem Stadtrat und Dritten.

Der Kulturbereich der Stadt sei in den letzten zwanzig Jahren gewachsen. Aarau habe sich zu einer Kulturstadt entwickelt und sich mit ihrem Kulturschaffen bis weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht, schreibt die Stadt. Mit der Schaffung der neuen Abteilung könne «eine Stärkung der Organisations- und Führungsstrukturen, eine stufengerechte Bearbeitung von Fachfragen, die einheitliche Bearbeitung von Querschnittsfunktionen sowie eine erhöhte organisatorische Flexibilität erreicht werden».

Manuel Herren mit Ober-Gerwern-Masterpreis geehrt

Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern hat dieses Jahr zum dritten Mal den Ober-Gerwern-Masterpreis für herausragende Masterarbeiten an der HKB in der Höhe von 20’000 Franken vergeben, und zwar an den Musikpädagogen Manuel Herren

Musik ohne Grenzen (Bild: Videostill)

Herren ist Absolvent des MA Music Pedagogy. Den Preis erhält er für sein musikalisches Integrationsprojekt Musik ohne Grenzen. In drei Workshops für Musik, Rhythmik und Tanz wurden interessierten Asylsuchenden aus Asylzentren im Raum Bern musikalische Inhalte vermittelt, die schliesslich gemeinsam mit dem Jugendblasorchester KMB im vollbesetzten Kulturcasino Bern zur Aufführung kamen.

Manuel Herren hat die «völkerverbindende Sprache» Musik genutzt, um Brücken zum gegenseitigen Verständnis zu bauen und um alle Beteiligten an einem persönlichen, kulturellen und musikalischen Austausch teilhaben zu lassen.

Webseite des Projektes: musikohnegrenzen.ch

Cinzia Catania gewinnt JazzCompGraz 2017

Cinzia Catania, Kompositionsstudentin der Luzerner Musikhochschule, hat am diesjährigen Wettbewerb JazzCompGraz den ersten Preis sowie den Publikumspreis gewonnen.

Cinzia Catania (Foto: Facebookseite Cinzia Catania)

Die 1988 in Aarau geborene Cinzia Catania ist in Lenzburg aufgewachsen und entdeckte im Projekt Jazzaar ihre Leidenschaft für den Jazz. Sie studierte ein Jahr in Groningen und anderem bei Dena DeRose, Alex Sipiagin, Don Braden und Mark Gross. Als Dena DeRose ihre Lehrtätigkeit in Groningen aufgab, entschied sie sich, ihrer Lehrerin und Mentorin nach Graz zu folgen, um ihr Studium am Jazzinstitut der Kunstuniversität Graz weiterzuführen.

2014 schloss sie das Bachelorstudium in Jazzgesang mit Summa Cum Laude ab. Es folgte ein Masterstudium in Gesangspädagogik an der Hochschule Luzern unter anderem bei Susanne Abbuehl, das sie 2016 erfolgreich abschloss. Zurzeit macht sie ihren Zweitmaster in Komposition ebenfalls an der Hochschule Luzern bei Ed Partyka und Dieter Ammann als Hauptdozierenden.
 

Förderpreis der Bernburger für Dana

Die Burgergemeinde Bern hat zum 23. Mal ihren Jugendpreis verliehen. Ein Förderpreis für ausserordentliche musikalische Begabung geht an das Bandprojekt Dana.

Dana (Bild: danamusic.ch)

Die Mitglieder des Bandprojekts Dana erhalten einen Förderpreis für ihre ausserordentliche musikalische Begabung. Die Frontsängerin aus Biel schreibt selber Soul-Pop-Songs und performt diese mit ihrer Band. Die bemerkenswerte Stimme der 20-Jährigen begeistere zusammen mit der energiegeladenen Musik der vierköpfigen Band das Publikum, heisst es in der Begründung.

Seit diesem Herbst studiert Dana Burkard in London Musik und Gesang. Regelmässig kehrt sie aber nach Bern zurück und arbeitet zusammen mit der Band an der Veröffentlichung ihrer neuen CD, die 2018 erscheinen soll.

STV, SMS und MSS fusionieren

Der Schweizerische Tonkünstlerverein, der Verein Musikschaffende Schweiz und das Schweizer Musik Syndikat gründen am 25. November im Konservatorium Bern den neuen Verband «Sonart – Musikschaffende Schweiz».

Vor der eigentlichen Gründungsversammlung tagten die Mitglieder des Schweizerischen Tonkünstlervereins (STV), des Schweizer Musik Syndikats (SMS) und des Vereins Musikschaffende Schweiz (MSS). Je einzeln beschlossen sie mit überwältigender Mehrheit den Zusammenschluss zu «Sonart – Musikschaffende Schweiz» per 1. Januar 2018. Sämtliche formellen Traktanden und die Abnahme des Gründungsprotokolls gingen oppositionslos, speditiv und mit grosser Zustimmung über die Bühne.

Der neue spartenübergreifende Verband für (in erster Linie) freischaffende Musikerinnen und Musiker zählt ungefähr 1600 Mitglieder und wird bis zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2018 von einem Interimspräsidium geleitet: Käthi Gohl Moser (STV), Christoph Trummer (MSS) und Marianne Doran (SMS). Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Christian Kobi und Dragos Tara (STV), Salomé Christiani und Jaël Malli (MSS) sowie Anja Illmaier und Matthias Spillmann (SMS).

Nach der Konsolidierung des neuen Verbandes bilden berufsspezifische Dienstleistungen für freischaffende Musikerinnen und Musiker eine der Hauptaufgaben – was den Vorgaben des Bundesamtes für Kultur für die Unterstützungsberechtigung kultureller Organisationen entspricht. Neben weiteren Tätigkeiten wie Information, Repräsentation und Interessenwahrnehmung werden drei Fachkommissionen (Neue Musik/Komposition, Jazz/Impro, Pop/Rock/Elektro) die bislang verbandsspezifischen inhaltlichen Anliegen vertieft bearbeiten.

 

Klaviermusik rot und schwarz

Im Rahmen von Lucerne Festival sind vom 18. bis 26. November legendäre Meisterpianistinnen und -pianisten sowie Nachwuchstalente zu hören.

Opening «Piano Off-Stage» am 21. November. Foto: Priska Ketterer/Lucerne Festival

Ein schwarzer und ein roter Konzertflügel stehen auf der Bühne des Luzerner Saals im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Schon eine Stunde vor dem Opening von Piano Off-Stage ist jeder Platz besetzt. Die Präsentation der acht Jazz- und Bluespianisten, die an den Abenden auch in Luzerner Hotelbars spielen, ist schon seit der Einführung im Jahr 2003 eine Kultveranstaltung des gut einwöchigen Lucerne Festivals Piano. Hier sitzt man bei freiem Eintritt um die Pianisten herum und kann ihnen beim Improvisieren auf die Finger schauen. Hier kann man sogar sein Bier mit an den Platz nehmen. Mit Alessandro d‘Episcopo betritt der erste Pianist den Ring. Mit der seiner Tochter gewidmeten ruhigen Jazznummer Lunita startet der Abend besinnlich, ehe die klassisch ausgebildete Pianistin Ayako Shirasaki aus New York mehr Swing entwickelt. Die Zuhörer erleben auf der Bühne keinen Kampf der Eitelkeiten, sondern eine freundschaftliche Atmosphäre und eine grosse stilistische Bandbreite zwischen Jazz, Blues, Boogie-Woogie und Ragtime. Der junge Schweizer Maurice Imhof präsentierte ein groovendes James-Bond-Medley, Lluís Coloma aus Barcelona macht aus dem Klavier mit virtuosen Bassläufen und akzentuierten Akkorden eine stampfende Rhythmusmaschine. Noch aufregender wird es, wenn Moderator Andreas Müller-Crepon zwei Pianisten zu Sessions zusammenmixt. Ein improvisierter Spass mit faszinierenden musikalischen Dialogen, ehe sie nach getaner Arbeit Arm in Arm wieder an die Bar schlendern. Ganz am Ende stehen und sitzen alle acht Pianisten an den beiden Flügeln und spielen gemeinsam einen Blues. Kreatives Gedränge auf den Tastaturen! Und das Publikum staunt und geniesst.

Ausnahmekonzerte und Debüts

Auch beim Rezital von Güher und Süher Pekinel stehen zwei (schwarze) Konzertflügel auf der Bühne des grossen Saals. Seit den 80er-Jahren gehören die türkischen Zwillingsschwestern zur internationalen Spitze der Klavierduos. Im Gegensatz zu den Kollegen sitzen sie beim Spielen nicht gegenüber, sondern seitlich versetzt. Ohne Blickkontakt vertrauen sie beim Zusammenspiel ausschliesslich ihrem Gehör. Ein kräftiges Einatmen von Güher Pekinel am 1. Klavier reicht – dann setzen die beiden Schwestern bei Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur KV 448 auf die Millisekunde genau gemeinsam ein. Faszinierend, wie deckungsgleich auch Unisonopassagen oder Schlussakkorde gelingen. Mit Martha Argerich, Evgeny Kissin und Daniil Trifonov präsentiert der Herbstableger des Sommerfestivals in diesem Jahr wieder absolute Ausnahmekünstler der Klavierszene. Mit dem sogenannten Tastentag, der drei Rezitals mit einem Vortrag von Martin Meyer zur Debussy-Interpretation verbindet, versucht man, durch günstigere Eintrittspreise und kürzere Konzerte ein anderes Publikum zu erreichen. Auch bei der am Mittag stattfindenden Debütreihe mit Beatrice Rana, Aglaia Graf und Christopher Park in der Lukas-Kirche geht es legerer zu. Hier gibt es keinen Sekt, sondern «nur» gute Musik von jungen Talenten. Christopher Park hat im Sommer schon beim Freiburger Zeltmusikfestival gespielt und gerade beim SWR-Symphonieorchester mit dem A-Dur-Konzert von Mozart KV 488 debütiert. Der deutsch-koreanische Pianist ist ein kluger Gestalter, der in seinem Spiel immer einen erzählerischen Ton anschlägt. Das für ihn komponierte Trurl-Tichy-Tinkle (2016) von Olga Neuwirth ist ein virtuoses Spiel mit Kontrasten, das Park in der gut gefüllten Lukaskirche lustvoll zelebriert. In Strawinskys Petruschka imaginiert der draufgängerische Pianist am Flügel ein ganzes Orchester. Nur in Franz Liszt einsätziger Dante-Sonate türmt er die Akkordberge zu hoch. In den vielen Fortissimo-Passagen wird der Klavierklang hart und metallisch. Hier fehlt es an Zwischentönen und der richtigen Balance.

Von der Interpretation zur Improvisation

Wie sensibel man mit Farbnuancen und dynamischen Differenzierungen umgehen kann, zeigt exemplarisch die venezolanische Pianistin Gabriela Montero. Ihre Kinderszenen von Robert Schumann sind helle, verbindliche Miniaturen. Die Interpretation der zweiten Schostakowitsch-Sonate verbindet unerbittliche Motorik mit mächtigen, aber nie brutalen Klangausbrüchen. Bekannt geworden ist die Pianistin durch ihre Improvisationen. Eine Besucherin singt von der Empore des KKL das Schweizer Volkslied Dört äne am Bärgli, do stoht a wyssi Geis. Montero spielt die Melodie zweimal nach, ehe sie das Thema nach Moll wendet und es Stück für Stück auseinandernimmt. bachsche Kontrapunktik trifft auf höchste Variationskunst. Montero erfindet immer neue Charaktere, ehe sie das Ganze charmant zusammenfasst und zu einem heroischen Ende führt. Auch das mexikanische Revolutionslied La Cucaracha behandelt sie in ähnlicher und doch wieder ganz anderen Weise. Am Ende landet sie beim Ragtime – und könnte so locker mit den Jazzkollegen mithalten. Da hat nämlich vor dem Konzert schon Rossano Sportiello am roten Flügel im Foyer gezeigt, wie man elegant und mit einem Lächeln von Beethovens Ode an die Freude zu einer entspannten Jazzballade wechseln kann.

Lucerne Piano-Festival 2017, noch bis am 26. November

www.lucerne-festival.ch

Doppelleitung für Basler Kulturabteilung

Ab Januar 2018 leiten Sonja Kuhn und Katrin Grögel im Rahmen eines Topsharing-Konzepts gemeinsam die baselstädtische Kulturabteilung. Das Leitungskonzept wird in der Verwaltung des Kantons erstmalig umgesetzt.

Sonja Kuhn (links) und Katrin Grögel (Bild: zVg)

Sonja Kuhn und Katrin Grögel decken laut der Mitteilung des Kantons das Profil für die Leitung der Abteilung Kultur aufgrund ihres jeweiligen beruflichen Hintergrundes und ihrer breiten Erfahrungen ab. Sonja Kuhn war bisher stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur und Katrin Grögel Beauftragte für Kulturprojekte in der Abteilung Kultur.

Das Präsidialdepartement reagiert mit dem Topsharing-Modell «auf gesellschaftspolitische Veränderungen und auf die Ansprüche von hochqualifizierten Arbeitnehmenden, die Verantwortung in Leitungsfunktionen im Rahmen einer Teilzeitanstellung wahrzunehmen». Sonja Kuhn und Katrin Grögel werden mit einem Beschäftigungsgrad von je 70 Stellenprozent angestellt sein. Für alle Leitungsentscheide und Geschäfte der Abteilung Kultur zeichnen sie gemeinsam verantwortlich. Im Modell integriert ist auch die gegenseitige Stellvertretung.

Berufliche Vorsorge von Kulturschaffenden

Stadt und Kanton Zürich organisieren die berufliche Vorsorge von Kunst- und Kulturschaffenden differenzierter. Ab 1. Januar 2018 gilt eine neue Regelung. Zur Finanzierung werden die zur Verfügung stehenden Fördergelder entsprechend gekürzt.

Foto: Bärbel Gast/pixelio.de

Für Kulturschaffende, die von Stadt oder Kanton Zürich einen Unterstützungsbeitrag erhalten und nachweisen, dass sie 6 Prozent des Unterstützungsbeitrages in die gebundene Vorsorge einzahlen, leisten die Förderstellen zusätzlich zum Unterstützungsbeitrag einen Beitrag in gleicher Höhe. Diese Regelung gilt für Werkjahre, Werkbeiträge, Werkstipendien und Freiraumbeiträge. Sie gilt ab einem Unterstützungsbeitrag von mindestens 10’000 Franken pro Jahr, Förderstelle und Kunstschaffenden.

Stadt und Kanton Zürich wirken überdies bei den von ihnen unterstützten Kulturinstitutionen darauf hin, dass den beschäftigten Kunst- und Kulturschaffenden eine Vorsorgelösung ab dem ersten Tag und Franken angeboten wird. Bei der Erneuerung von Verfügungen, Vereinbarungen oder Subventionsverträgen fliesst die Aufforderung, eine verbindliche Vorsorgeregelung in ihren Betrieben und Projekten zu etablieren, ein. Projektleitungen sind eingeladen, unter den Personalkosten neben den Sozialkosten Beiträge an die gebundene Vorsorge vorzusehen.

Die Beiträge für die Kulturförderung werden insgesamt allerdings nicht erhöht. Es stehen also entsprechend weniger Mittel für die direkte Unterstützung von Kulturschaffenden und Kulturprojekten zur Verfügung. Das sei auf den ersten Blick schmerzlich, schreiben Stadt und Kanton. Wenn es aber gelinge, «Kulturschaffende für das Thema zu sensibilisieren und sie damit vor der Fürsorgeabhängigkeit im Alter zu bewahren», dann zahlten sich diese Investitionen langfristig aus.

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