Zwei Welten?

Gospel und die traditionelle musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes rücken mit dieser Publikation zusammen.

Foto: jonchootc / fotolia.com

Stephan Zebe schreibt im Vorwort von Glory to God! – Gospel liturgisch: «Wenn sich Gospelchor und Sonntagsgemeinde begegnen, dann treffen meist zwei Welten aufeinander. Das soll sich ändern.» Zahlreiche Komponisten haben hier zu einem bahnbrechenden Werk beigetragen. Die Songs bilden eine vielfältige, praxisorientierte Mischung aus Gospel, Pop und Neuem geistlichem Lied.

In der Partitur sind nicht weniger als 94 Bearbeitungen enthalten. Der Band ist gegliedert in Beginn, Psalmen, Gloria, Kyrie, Halleluja, Credo, Sanctus, Vater unser, Agnus Dei, Dank und Sendung sowie Segen. Auch das Kirchenvolk wurde miteinbezogen, indem vier Liedsätze aus dem Kirchengesangbuch enthalten sind.

Das Kyrie ist mit acht verschiedenen Versionen vertreten. Auch neue Gesänge kommen nicht zu kurz. Auf die Kyrierufe antwortet das Volk mit «Herr und Gott erbarme dich». Auch eine deutsches Eingangslied ist zu finden: Der Herr sei hier. Der Gloriateil ist ebenfalls mit deutschen Gesängen bestückt: Ehre sei dem Vater und dem Sohn, Ehre und Herrlichkeit und Ehre sei Gott in der Höhe. Dann folgen 14 Hallelujaversionen. Das Vater unser ist ebenso vertreten. Als Schlusslieder finden wir Verleih uns Frieden gnädiglich und sieben Amenversionen. Zahlreichen englischen Songs sind auch deutsche Texte unterlegt.

In der Inhaltsangabe finden wir eine Aufschlüsselung nach verschiedenen Themen: Trauer und Trost, Gebetsrufe, Konfirmation, Firmung, Hochzeit, Kommunion und Abendmahl, Wort Gottes, Advent, Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Trinitatis. Ebenso wird hingewiesen auf die A-cappella-Versionen und die Kanons. Die deutschsprachigen Lieder sind speziell aufgeführt, auch alphabetisch mit Angabe des Komponisten. In der Partitur sind alle Gesänge mit Klavierbegleitungen versehen. Für den Chor gibt es eine kleinere Ausgabe im Format A5 ohne Instrumentalbegleitungen.

Es handelt sich um eine sehr gelungene Ausgabe, verwendbar für alle Zeiten des Kirchenjahres und für spezielle Anlässe, die neue Hörerlebnisse bietet.

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Glory to God! – Gospel liturgisch, hg. von Stephan Zebe, Partitur, ZE 3083, € 19.90; Gesangsausgabe, ZE 3084, ab € 6.90; ZebeMusic, Berlin 2014

Eine Wiederentdeckung wert

In einer repräsentativen Aufnahme kirchenmusikalischer Werke setzt das Ensemble Corund Johann Baptist Hilber ein Denkmal.

Ensemble Corund vor der Luzerner Hofkirche. Foto: zvg

«… mein ganzes bisheriges Leben [stand] im Zeichen dieses Klangwunders, das wir Musik nennen. Ich bin Musiker gewesen mit jedem Nerv, mit jedem Blutstropfen …» Das schrieb Hilber 1963, kurz nach der Vollendung seiner letzten Komposition, der Missa a cappella Vox clamantis in deserto. Seine ganz persönliche Wüste war eine Schwerhörigkeit, die schon in jungen Jahren begonnen hatte und die sich kontinuierlich verschlimmerte.

Trotzdem schuf Hilber ein reichhaltiges Œuvre und wurde vor allem mit seiner Kirchenmusik (verbreitet etwa die Missa pro Patria) über die Landesgrenzen hinaus bekannt. 1891 in Wil geboren, wirkte er ab den 1920er-Jahren bis zu seinem Tod 1973 in Luzern. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit war ihm die pädagogische wichtig: Er gründete unter anderem die Katholische Kirchenmusikschule Luzern (heute Teil der Musikhochschule) und stand ihr bis 1967 vor, war Direktor der Luzerner Gesangsvereine und Mitredakteur musikalischer Zeitschriften. Er war Träger zahlreicher Ehrentitel und Preise, von denen hier nur der Titel eines Ehrendoktors der Universität Freiburg erwähnt sei.

Als Stiftskapellmeister an der Hofkirche St. Leodegar in Luzern fand Hilber ab 1934 ein ideales Wirkungsfeld. In eben dieser Kirche wurde die CD aufgenommen. Stephen Smith erweiterte sein professionelles Ensemble mit zehn Berufsmusikerinnen und -musikern und fünf ausgewählten Amateuren (ein gelungenes Experiment!), um so den Chor zu bilden, der wohl dem Komponisten vorgeschwebt haben mag. Der kongenial musizierende Titulaire Wolfgang Sieber setzte seine Orgel farbig und immer unterstützend ein, tadellos auch die Solistinnen Gabriela Bürgler und Anne Montandon und die Solisten Ross Buddie und Marcus Niedermeyr.

Hilbers spätromantische Klangwelt ist agogisch und dynamisch nuancenreich erstanden; die wunderschöne CD wird hoffentlich in vielen nacheifernden Chören ihre Wirkung entfalten.

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Johann Baptist Hilber: Chorwerke. Ensemble Corund, Leitung Stephen Smith; Wolfgang Sieber, Orgel. Spektral SRL4-13121

Zwei Visitenkarten

Über die Musik hinausgreifen, wollen die Projekte der Klavierklasse von Patricia Pagny. Das wird nicht wirklich deutlich, die CDs zeigen aber ansprechende Programme.

Ausschnitt aus dem CD-Cover von «Entre la France et le Japon»

Patricia Pagny, Klavierprofessorin an der Hochschule der Künste in Bern, ist Initiatorin des «Tasti’Era»-Projektes, das durch Interdisziplinarität neuen Wind in die Klassikszene bringen möchte. Ihr erklärtes Ziel ist es, musikalische Auftritte durch die Verknüpfung mit anderen Künsten attraktiv, vielseitig und ansprechend für das Publikum zu machen. Als greifbares Ergebnis und Visitenkarte sind bis jetzt allerdings nur zwei CDs entstanden, die trotz ansehnlicher Qualität kaum als bahnbrechend zu bezeichnen sind. Pagnys Klavierklasse spielt darin zwei gut geschnürte Programme ein, die sich aber nicht von gewöhnlichen Motto-CDs abheben.

Ausgehend vom starken Einfluss der japanischen Malerei auf die französischen Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts begibt sich die Klasse auf der CD Entre la France et le Japon auf die Suche nach etwas Vergleichbarem in der Musik. Tatsächlich gelingt eine überzeugende Gegenüberstellung durch eine treffende Stückwahl. Toshio Akaishi und Toru Takemitsu gewähren einen Einblick in die japanische Kompositionskultur, und durch mehr oder weniger bekannte französische Vertreter von Maurice Ravel bis Jean-Jacques Werner werden sehr bald Unterschiede, aber auch weitreichende Gemeinsamkeiten deutlich. Die meist atmosphärisch-schwebenden Werke, grenzen sich vornehmlich durch unterschiedliche Klangflächenstrukturen voneinander ab, die auf die verschiedenen Kulturkreise zurückzuführen sind. Das Prélude La Puerta del Vino von Claude Debussy mit seinen starken spanischen Einflüssen fällt da aus der Reihe, durch seine sehr schöne, thematisch aber unpassenden Klangwelt. Drei Ersteinspielungen, Jean-Jacques Werners Madigan Square, Toshio Akaishis A Heavy Cloud Drips in the North Winter’s Sky und The blue moon is rising from beyond a mountain ridge, weisen kompositorische Finesse und Individualität auf; bei Akaishi finden sich teilweise ausdrucksstarke und farblich überschwängliche impressionistische Elemente. Die Interpretinnen sind überzeugend und werden den Werken gerecht; neben Patricia Pagny selbst, welche als Mentorin qualitativ heraussticht, ist Mrika Sefa besonders hervorzuheben, die mit einer besonderen Ausdrucksstärke und Sensibilität für Phrasen und Zeit Poulencs Improvisation XIII und Takemitsus Song of love darbietet.

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In der zweiten CD Bern-Thun-Interlaken, véritable source d’inspiration wird das Spiel der Assoziationen weitergespielt, allerdings recht lose. Die vier miteinander eng verbundenen Komponisten (Ehepaar Schumann, Brahms und Mendelssohn) haben zwar alle die genannte Gegend gekannt und geschätzt, aber nur eines der aufgenommen Werke ist tatsächlich hier entstanden: Drei Fantasiestücke op. 111 von Schumann. Tanja Biderman eröffnet die Aufnahme mit der für den Anfang sehr intelligent gewählten Toccata op. 7 von Robert Schumann, einem Stück, das so schwer ist, dass nur wenige Pianisten es in ihr Repertoire aufnehmen können oder wollen. Es wird überraschend souverän und mit erleichternd wenig Betonung der Technik gemeistert, was sich auch bei Mendelssohns Variations sérieuses und Brahms’ Intermezzo op. 118 Nr. 6 nicht ändert. Dass direkt darauf die Intermezzi op. 117 von Brahms, gespielt von Tomomi Hori, erklingen, zeigt genauestens die Unterschiede der beiden Pianistinnen. Während Biderman Brahms ausholend, mit viel Rubato und Pathos vorträgt, gönnt sich Hori nicht viele Freiheiten, spielt streckenweise beinahe hölzern. Solche divergierende interpretatorische Auffassungen werden im Laufe der CD weiter sichtbar. Die Gesamtqualität bleibt trotzdem sehr hoch, besonders zu loben ist die Auffassung eines runden Klanges und die merkliche Hinwendung an die interne Logik der Kompositionen, die bei allen Unterschieden nie ins Willkürliche abgleitet.

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Bern – Thun – Interlaken, véritable source d’inspiration, Werke von Mendelssohn, Brahms, Clara und Robert Schumann, Patricia Pagny et sa classe de pianistes à la Haute Ecole des Arts de Berne, Tasti’Era-Projects

Den Erinnerungen folgen

Die Pianistin Luisa Splett verwebt auf ihrer Doppel-CD Bekanntes mit Unbekanntem und lässt sich dabei von ganz persönlichen Assoziationsfäden leiten.

Luisa Splett. Foto: Elena Astafieva

Eine nicht alltägliche Zusammenstellung: mit Sergej Prokofjew und Nikolai Rimski-Korsakow zwei gestandene Russen, mit Hermann Goetz, Martin Wendel und Alfred Felder drei wenig bekannte Schweizer Komponisten. Hermann Goetz (1840–1876) war ein Schüler Hans von Bülows. Mit 23 Jahren verschlug es ihn nach Winterthur. An der dortigen Stadtkirche war er als Organist tätig, fand aber auch Zeit, seine Losen Blätter zu komponieren. Es sind kleine romantische Charakterstücke á la Davidsbündlertänze von Robert Schumann; und Schumanns Clara hatte Goetz sie denn auch gewidmet, doch sie nahm sie nicht auf in ihre Konzertprogramme. Ihre Gründe wird sie gehabt haben. Einer könnte sein, dass sich die Stückchen nicht auf dem Niveau derjenigen ihres Mannes bewegen. Hübsch sind sie, diese Losen Blätter des Kleinmeisters Goetz. Nur leider ohne jegliche Überraschung und Tiefenwirkung.

In Fahrt kommt die Doppel-CD Wie im Fluge erst mit der zweiten Scheibe. Luisa Splett zeigt sich im 2013 entstandenen memoir – following a trace of my memory als feinfühlig-empathische Pianistin, die den persönlichen Stücken des 1950 in Luzern geborenen Alfred Felder sowohl Leben wie auch Glaubwürdigkeit einhaucht. Die aus Winterthur stammende Luisa Splett sammelte viel Erfahrungen. Am renommierten Rimski-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg verfeinerte sie ihre Fähigkeiten, die besonders zur Entfaltung kommen in Sergej Prokofjews selten gespielten Aphorismen Visions fugitives op. 22 und dem ungleich bekannteren Hummelflug Nikolai Rimski-Korsakows.

Leider geben das Booklet und die grafische Gestaltung der bewusst persönlichen und engagierten Crowdfunding-Produktion eine skurrile Note. Das Bild der jungen Dame Splett mit Regenschirm auf einem zwischen Wolken fliegenden Flügel (es heisst ja «Wie im Fluge») wird der Musik jedenfalls nicht gerecht.

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Luisa Splett: Wie im Fluge. Werke von Hermann Goetz, Sergej Prokofjew, Martin Wendel, Alfred Felder und Nikolai Rimski-Korsakow. Rocco Sound (2 CD). www.roccosound.ch

 

Luzerner Musikwagen ausgezeichnet

Als eines von vier kulturellen Projekten erhält der Musikwagen des Luzerner Sinfonieorchesters (LSO) den Zentralschweizer Förderpreis des Migros-Kulturprozents. Der Preis ist mit 15‘000 Franken dotiert.

Foto: Ingo Höhn, © Luzerner Sinfonieorchester.

Der Holzwagen ist Anfang 2014 auf gemeinsame Initiative des LSO und der Drosos Stiftung zu dem Zweck gebaut worden, klassische Musik ausserhalb des kulturellen Zentrums der Stadt Luzern und des KKL Luzern anzubieten und musikalische Entdeckungen und Aktivitäten in die Dörfer und Städte der Zentralschweiz zu bringen. Der Wagen dient dabei als fahrende Bühne und wird zum Hörraum und zur Begegnungsstätte.

In den Werkstätten werden Schulklassen unter der Leitung von Künstlern selber zu Komponisten und Musikern. Seit der Eröffnung des Musikwagens im Juni 2014 war die mobile Konzertbühne bereits an der Kantonsschule Seetal, der Schule Hasle, dem Institut Rhaetia Luzern, der Montessori-Schule Luzern und am Kinderkulturfest in Kriens. Schüler wurden angeleitet, bewusst hinzuhören auf Klänge und Geräusche in der Umgebung und in der Musik. Abgeschlossen wurde jede Projektwoche mit einem öffentlichen Konzert.

Der Zentralschweizer Förderpreis des Migros-Kulturprozent wird an kulturelle Institutionen und Kulturschaffende verliehen, die «die Kulturwelt in der Zentralschweiz auf vielfältige Weise bereichern und leistet damit eine finanzielle Unterstützung für aufwendige und aussergewöhnliche Projekte». Dabei erfüllt der Musikwagen die Vergabekriterien der Erreichung eines breiten Publikums in Randregionen und der Musikvermittlung im Austausch zwischen Laien und Profis.

Die vier Projekte, die die siebenköpfige Jury aus rund 20 eingereichten Projekten heuer ausgewählt hat, vertreten die Sparten Film/Foto, Jugendtheater und Musik: Neben dem Musikwagen des Luzerner Sinfonieorchesters sind dies Luzern-Kosovo-retour des VorAlpentheaters Luzern (30‘000 Franken), The Big Picture Projekt von The Big Picture AG Alpnach (10‘000 Franken) und das Gasthaus Grünenwald in Engelberg (15‘000 Franken).
 

Thunerseespiele ausgezeichnet

Anfangs Dezember erhielten die Thunerseespiele einen Ehrenpreis für ihr Engagement in der Region.

Foto: Thunerseespiele

Die Jury des «Thunersee-Sterns», einer Auszeichnung, die das Qualitätsbewusstsein und die Innovationskraft bei den Leistungsträgern der Region fördern will, ehrte die Thunerseespiele für ihre langjährige Arbeit. Mit dem Export von Der Besuch der alten Dame – das Musical nach Wien hätten die Thunerseespiele dieses Jahr das geschafft, was zuvor noch keinem Schweizer Musicalproduzenten gelungen sei: ein Schweizer Musical erfolgreich international zu platzieren.
Nachdem Der Besuch der alten Dame – das Musical vor rund zwei Monaten alle Publikumspreise der Fachzeitschrift musicals abräumte, erhielt der Thuner Kulturbetrieb in seiner Heimat nun noch am 2. Dezember diesen speziellen Ehrenpreis.

 

Bregenzer Festspiele suchen Mitwirkende

Auf der Seebühne wird vom 22. Juli bis 23. August 2015 Puccinis «Turandot» aufgeführt. Die Bregenzer Festspiele schreiben ein Casting für Statisten und Kleindarsteller aus.

Statisten in «André Chénier». Foto: Bregenzer Festspiele / Karl Forster,SMPV

Erneut können Opernfans in der kommenden Saison das Spiel auf dem See nicht nur von der Tribüne aus erleben, sondern als Statisten und Kleindarsteller selbst Teil der Inszenierung werden. Für die Oper Turandot suchen die Bregenzer Festspiele 34 Männer und Frauen, die während der Probenphase ab 11. Juni sowie an den Aufführungstagen bis einschliesslich 23. August zur Bregenzer Theaterfamilie am Bodensee gehören möchten. Voraussetzung ist eine Bewerbung über das Online-Formular auf der Festspiel-Internetseite sowie das erfolgreiche Abschliessen eines Castings.

Wer schon immer einmal die Zofe einer echten Prinzessin sein wollte und darüber hinaus über einen Sinn für tänzerische Gymnastik verfügt und ohne Höhenangst ist, hat gute Chancen, als Statistin in den chinesischen Hofstaat aufzusteigen. Das gleiche gilt für die «Persischen Mädchen» und die «Krankenschwestern», für die ebenfalls junge Frauen mit schauspielerischer Erfahrung gesucht werden. Aber auch ältere Damen sind laut Ausschreibung gewünscht, die als Kleindarstellerinnen in die Rolle der Krankenschwestern des Kaisers schlüpfen sollen. Ebenfalls sind Männerstatisten gefragt: Als Henkersknechte sollen diese über einen athletisch-muskulösen Körper verfügen und der Statist des Prinzen von Persien sollte zudem südländisch-exotisch aussehen.

Der Lohn ist neben einer finanziellen Vergütung vor allem das einzigartige Erlebnis, auf der weltgrössten Seebühne zum Teil einer einmaligen Theaterfamilie zu werden und Seite an Seite mit internationalen Künstlern auftreten zu können. Voraussetzungen:
– Mindestalter 18 Jahre
– Schwindelfreiheit
– schwimmen können
– durchgehend verfügbar sein während des Proben- und Aufführungszeitraums vom 11. Juni bis und mit 23. August, zum Teil wenn möglich auch tagsüber
– Schauspieltalent

Die Bewerbungsfrist endet am 7. Januar 2015. Hier geht es zum Online-Formular: http://bregenzerfestspiele.com/de/node/572

 

Weitere Informationen gibt es auf der Festspiel-Internetseite: www.bregenzerfestspiele.com
 

Hannover und Mannheim sind Städte der Musik

Hannover und Mannheim sind von der Unesco neu als Städte der Musik ins Netzwerk Creative Cities aufgenommen worden. Heidelberg als Stadt der Literatur. Abgelehnt worden sind die Bewerbungen von Essen und Weimar.

Musik auf dem Dach der Marienkirche, Mannheim. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Unesco-Städte der Musik sind neben Hannover und Mannheim Sevilla, Bologna, Glasgow, Ghent, Bogota, Brazzaville und Hamamatsu.

Mitglieder des Netzwerks sind sogenannte Exzellenz-Zentren in einem der sieben Bereiche Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Sie unterstützen sich gegenseitig durch Kooperation und geben ihre Erfahrungen an andere kreative Städte oder Metropolen, vor allem in Entwicklungsländern, weiter.

Das Netzwerk unterstützt Städte dabei laut Eigencharakterisierung dabei, ihr kreatives Potenzial für die Stadtentwicklung zu nutzen. Schweizer Städte finden sich in dem Netzwerk nicht.

 

Lucerne Festival gewinnt einen Junge-Ohren-Preis

Im Kammermusiksaal der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sind die diesjährigen Junge-Ohren-Preise des Netzwerks Junge Ohren vergeben worden. Eine der drei je mit 5000 Euro dotierten Auszeichnungen geht an das Projekt «Heroïca» des Lucerne Festivals.

Foto: Peter Fischli, Lucerne Festival

In der Kategorie Best Practice, Konzert wird das Lucerne Festival für «Heroïca» ausgezeichnet. Das inszenierte Konzert mit sieben jungen Mitgliedern der Lucerne Festival Academy verbindet musikalische Miniaturen in einer Revue. Spielfreude, Dynamik und Witz machten das Programm aus, das auch Mut zu leisen Tönen zeige, heisst es in der Mitteilung zum Preis.

Die Kategorie Best Practice, Partizipatives Konzert entschied das Klavier-Festival Ruhr mit «Ein Jahr mit György Ligeti» für sich. In einem inklusiven Ansatz setzten sich 165 Jugendliche in Duisburg-Marxloh schöpferisch mit der Musik des Komponisten auseinander und entdeckten im künstlerischen Prozess gleichberechtigte Formen der Zusammenarbeit.

Mit der Idee zu dem partizipativen Musiktheater «Die beste Beerdigung der Welt» überzeugten Regisseurin Verena Ries und das Quartett Plus 1 in der neuen Konzeptkategorie Labohr. Geplant ist eine kollektive Komposition im Raum zu Fragen nach dem Ende des Lebens. Musikalische und performative Elemente verschmelzen in der Interaktion mit dem Publikum zu einem poetischen Ritualhybrid.

Der Junge Ohren Preis wird seit 2006 vom Netzwerk Junge Ohren vergeben. Gefördert wird der Wettbewerb für junge Musikformate in seiner Best-Practice-Kategorie vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und in der Kategorie Labohr von der Strecker Stiftung. Im nächsten Jahr feiert der Preis sein zehnjähriges Bestehen.
 

Musiknoten und -rechte seit 125 Jahren

Die Bosworth Music GmbH feiert im November ihr 125-jähriges Bestehen. Der in Berlin ansässige Musikverlag ist eine deutsche Tochter der weltweit agierenden Music Sales Group. Er ist heute sowohl ein Verlag für Notenbücher wie auch Rechteinhaber von Musikwerken und Songs.

Jubiläumsfeier vom 21. November 2014 in Berlin. Foto: zvg,SMPV

Arthur Edwin Bosworth gründete den Verlag 1889 in Leipzig unter dem Namen Bosworth & Co., um die Bühnenwerke von Arthur Sullivan deutschlandweit zu vertreiben. Michael Ohst ist seit 1998 als Geschäftsführer für Deutschland zuständig.

Im Print-Bereich produziert Bosworth Music chart-aktuelle Sammelalben sowie hochwertige Songbücher renommierter deutscher Künstler aus Rock & Pop wie z. B. die ärzte, Element of Crime, Die Toten Hosen, Söhne Mannheims, Max Raabe, Silbermond oder Unheilig. Daneben widmet sich der Verlag dem Ausbau deutschsprachiger Unterrichtsmaterialien: Methoden für Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Ukulele, Cello, Blockflöte oder Saxophon verbinden konsequent zeitgemässe Gestaltung und anspruchsvolle, moderne Didaktik.

Die Abteilung Copyright beschäftigt sich mit der Auswertung von Verlagsrechte in den Bereichen Spielfilm und Kommunikation sowie der Neuproduktion von Musik für alle Medien. Dies beinhaltet die Vermittlung und Lizenzierung von Musikrechten für Film und Werbung, die Vermittlung und das Erstellen von Auftragsmusiken, Filmsoundtracks etc.

Dem Verlag gehören die Musikrechte weltbekannter Titel wie Tainted Love, Diamonds Are A Girls Best Friend, Unchain My Heart sowie aktuelle Kompositionen von Hauschka oder William Fitzsimmons. Renommierte Verlagskataloge gehören zu Bosworth Music: der Robert Mellin Musikverlag mit Titeln wie Only You, Hang On Sloopy, Twist And Shout, Will You Still Love Me Tomorrow oder die Eaton Music GmbH mit der Musik von George Fenton und den von ihm komponierten Scores zu der BBC Serie Der blaue Planet.

Das Tonträgerlabel BRM – Bosworth Recorded Music rundet ein Verlagsprogramm ab, das seiner Tradition verpflichtet ist und gleichzeitig neuen Entwicklungen kreativ und innovativ gegenübersteht.
 

Die SMZ wird in die NZZ-Gruppe integriert

Der Verein Schweizer Musikzeitung genehmigte an seiner heutigen ausserordentlichen Delegiertenversammlung ein neues Verlagsmodell.

Die Schweizer Musikzeitung (SMZ) blieb nicht vom allgemeinen Rückgang des Inseratenvolumens in Printmedien verschont und kämpft mit finanziellen Problemen. Die Mitglieder des Vereins Schweizer Musikzeitung sahen sich nicht mehr in der Lage, drohende Defizite aufzufangen. Sie schlugen deshalb Mitte September vor, die gedruckte Version per Ende Jahr einzustellen und die Marke Schweizer Musikzeitung online vor dem Verschwinden zu bewahren.

Ein neues Verlagsmodell stellt nun aber sicher, dass die SMZ auch weiterhin auf Papier erscheinen kann. Gleichzeitig werden die Mitglieder des Vereins Schweizer Musikzeitung vom Verlagsrisiko entbunden. Die SMZ wird in die NZZ Fachmedien AG überführt, in ein neues Tochterunternehmen der NZZ-Mediengruppe, das per 1. Januar 2015 aus der Zusammenführung der Fachverlage der St. Galler Tagblatt AG und der Multicolor Print AG entsteht. Neu wird die SMZ neun anstatt elf Mal pro Jahr erscheinen.

Die Delegiertenversammlung hat heute entschieden, die NZZ Fachmedien AG ab 1. Januar 2015 sowohl als Herausgeberin als auch Verlegerin der SMZ einzusetzen. Hiermit gibt Verein Schweizer Musikzeitung seine Rechte am Titel ab. Damit ist der eigentliche Vereinszweck hinfällig; die Delegiertenversammlung hat deshalb die Liquidation des Vereins beschlossen.

Foto v.l.: René Roshardt (EOV), Hans Peter Völkle (SMV), Katrin Spelinova (Chefredaktorin), Andreas Weidmann (VMS), Hans Brupbacher (Präsident) und David Sonton (STV), fehlt: Pascal Müller (SMPV)

Auf die Ankündigung des Vorhabens, die SMZ nur noch online weiterzuführen, trafen viele Briefe von Leserinnen und Lesern ein, die unter dem Stichwort «Stimmen für die SMZ» online und zum Teil gedruckt in der November-Ausgabe veröffentlicht wurden.

Lesen Sie hier weiter: «Stimmen für die SMZ»

Kulturauszeichnungen der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich zeichnet 25 Kulturschaffende und zwei Kollektive mit Werkjahren, Stipendien und Anerkennungsgaben in der Höhe von insgesamt 693’000 Franken aus, darunter Darija Andovska und Iris Szeghy für Komposition und das Trio Rafale für Interpretation.

Trio Rafale. Foto: Andreas Zihler

Die Auszeichnungen in der Sparte Musik umfassen überdies aus dem Rock/Pop/Jazz-Bereich Dominik Huber, Jurczok 1001 und Flo Stoffner. Im Bereich Tanz sind Anerkennungsgaben zu je 12’000 Franken vergeben worden, und zwar an Tina Beyeler, Simone Blaser, Kilian Haselbeck und Lucie Tuma.

Die Werkjahre, Stipendien und Anerkennungsgaben versteht die Stadt Zürich als ein zentrales Instrument, um die freie Szene zu fördern, so wie es im Kulturleitbild für die Jahre 2012 bis 2015 als Ziel der städtischen Kulturpolitik festgehalten ist.

 

 

Paul Giger erhält Ausserrhoder Kulturpreis 2015

Der Ausserhoder Regierungsrat verleiht Paul Giger den mit 25’000 Franken dotierten kantonalen Kulturpreis 2015. Der Kanton zeichnet damit einen Musiker aus, der ein reiches musikalisches Werk geschaffen hat. Er wohnt und wirkt seit vielen Jahren in Rehetobel.

Filmbild aus Karma Shadub (cineworx)

Der 1952 in Herisau geborene Paul Giger hat in Winterthur und Bern studiert. Von 1980 bis 1983 war er Konzertmeister des Sinfonieorchesters St. Gallen, seither ist er freischaffender Künstler. Er arbeitet als Musiklehrer an der Kantonsschule Trogen. Sein Repertoire umfasst die verschiedensten Stilrichtungen vom Barock bis zur Moderne; weitere Schwerpunkte bilden Improvisation, Jazz und verschiedene Folkloretraditionen.

Paul Giger, schreibt der Kanton, sei «vielseitig – und vieles gleichzeitig: Virtuose der Obertöne und Vierteltöne, Bachinterpret, Klangtüftler, Erforscher fremder harmonischer Skalen, Komponist weltlicher und geistlicher Werke, die einen Bogen schlagen zwischen abendländischer Spiritualität und östlichen Kulturen». Er sei aber auch Volksmusiker, dessen schleenzigen Zäuerli niemanden kalt lasse.

Den jüngsten Erfolg hat Giger im vergangenen Sommer in St.Gallen bei den Festspielen mit der Musik zum Tanzstück Ignis gefeiert. Mit sechs CD, allesamt im Plattenlabel ECM herausgekommen, hat er sich ein internationales Renommee geschaffen. Von einer persönlichen Seite war er kürzlich im Dokumentarfilm Karma Shadub, gedreht von Sohn Ramòn Giger, zu erleben.

Basel Sinfonietta mit neuem Ko-Geschäftsleiter

Thomas Wehry, bisher am Festspielhaus Baden-Baden tätig, wird ab 1. Dezember neuer Co-Geschäftsleiter der Basel Sinfonietta. Er tritt die Nachfolge von Eva Ruckstuhl an, die als Projektleiterin PR in eine Kommunikationsagentur nach Zürich wechselt.

Basel Sinfonietta. Foto: zvg

Wie seine Vorgängerin ist Thomas Wehry bei der Basel Sinfonietta für die Leitung Marketing und Kommunikation verantwortlich. Zusammen mit dem bisherigen Co-Geschäftsleiter, Felix Heri, hat er die Geschäftsleitung inne. 

Thomas Wehry stammt aus Norddeutschland. Nach einem Studium der Musik-, Theater- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bayreuth hat er an den Opernhäusern in München, Stuttgart und Basel als Regieassistent und Produktionsleiter gearbeitet. Von 2011 bis 2014 war er als Opernreferent am Festspielhaus Baden-Baden engagiert. Dort hat er am Aufbau der Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker mitgewirkt und dabei die neuen Sparten Kammer- und Kinderoper entwickelt und etabliert.

Unter anderem mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem Mariinsky Theater St. Petersburg konnte er neue Konzertprojekte am Festspielhaus Baden-Baden realisieren, zuletzt zu den Sommerfestspielen im Juli 2014. Seit 2007 in Basel verortet, hat Thomas Wehry seit 2011 hier seinen Hauptwohnsitz.

Suisa wird Armonia-Mitglied

Die Schweizer Musikrechteverwalterin Suisa ist Armonia beigetreten, dem weltweit grössten Netzwerk für internationale Lizenzen für Musik. Sie hofft, damit ihre Verhandlungsposition gegenüber Online-Diensteanbietern im Musikbereich zu verstärken.

Foto: sparkie / pixelio.de

Als Armonia-Mitglied kann die Suisa Lizenzverträge mit Online-Diensteanbietern wie zum Beispiel Amazon iTunes, Youtube oder Spotify zusammen mit den anderen  Verwertungsgesellschaften verhandeln. Dies bringe Vorteile gegenüber einem Alleingang, da ihr Repertoire vergleichsweise oft unbekannt sei, schreibt die Suisa.

Im Verbund mit Armonia glaubt die Suisa ihre Verhandlungsposition gegenüber Online-Diensteanbietern stärken und damit bessere Verträge für ihre Mitglieder – die Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik – aushandeln zu können. Für die Online-Diensteanbieter sei das ebenfalls ein Vorteil, könnten sie doch durch diesen Verbund eine einzige Anlaufstelle für die Lizenzierung für ein weltweit gefragtes Repertoire von Musik im Onlinebereich haben.

Die Mitgliedschaft bei Armonia betrifft für die Suisa lediglich die sogenannten Front-Office-Aktivitäten, also die Verhandlungen mit Online-Diensteanbietern von Musik. Hingegen wird die Verwertungsgesellschaft ihre Abrechnungsprozesse und Daten weiterhin unabhängig über ihre eigene IT-Infrastruktur selber handhaben.

Armonia ist das weltweit grösste Netzwerk von Urheberrechtsgesellschaften. Es ermöglicht Online-Musikdiensten Lizenzen für die europaweite Nutzung von Musik. Das Netzwerk wurde von den Verwertungsgesellschaften Sacem (Frankreich), Sgae (Spanien) und Siae (Italien) gegründet und vertritt mittlerweile ein Repertoire von über 12 Millionen Werken in 33 Ländern.

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