Appenzell AR erneuert Kulturpartnerschaften

Der Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden hat die Erneuerung der Leistungsvereinbarungen mit Kulturinstitutionen für die Jahre 2015, 2016 und 2017 beschlossen. Davon betroffen sind unter anderem der Appenzeller Blasmusikverband, das Appenzeller Kammerorchester und das Roothuus Gonten.

Jugend Brass Band Appenzellerland 2013, ein Mitglied des Appezeller Blasmusikverbands. Foto: zvg

Die im Zuge des Entlastungsprogramms vorgenommenen Kürzungen der Mittel des Kulturfonds um 100’000 Franken hätten zu einigen Kürzungen bei den wiederkehrenden Beiträgen geführt, schreibt der Kanton.

297’000 Franken sind für die Unterstützung von Kulturinstitutionen von kantonaler Bedeutung vorgesehen. Mit folgenden sechs Institutionen werden dazu Leistungsvereinbarungen für die drei Jahre 2015-2017 abgeschlossen: Appenzeller Blasmusikverband, Appenzeller Kammerorchester, Appenzeller Kulturkonferenz, Ausserrhodische Kulturstiftung, Heimatschutz Appenzell und Schlesinger Stiftung.

Darüber hinaus geht ab 2015 ein Jahresbeitrag von 50’000 Franken an das Roothuus Gonten, das Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik, bei dem Appenzell Ausserrhoden einer der Träger ist.

Eine Fortsetzung erfahren auch die Leistungsvereinbarungen mit den vier ausserkantonalen Institutionen, die für das Kulturschaffen von Appenzell Ausserrhoden von besonderer Bedeutung sind und wofür jährlich insgesamt 24’000 Franken aufgewendet werden. Es sind dies das Museum in Lagerhaus St. Gallen, Nextex St.Gallen, art-tv.ch und bandXost.
 

 

MKZ-Förderpreis geht an Audrey Haenni

Zum vierten Mal hat ein herausragendes Nachwuchstalent den Förderpreis Klassik von Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ) in Empfang nehmen können. Er ist der jungen Geigerin Audrey Haenni zugesprochen worden.

Foto: Frederic Meyer

Die junge Geigerin, die von Fränzi Frick unterrichtet wird, beeindruckte die siebenköpfige Jury im Kleinen Saal der Tonhalle Zürich laut einer Medienmitteilung der Stadt Zürich «mit ihrer Spieltechnik und ihrer Musikalität». Sie erhält ein Preisgeld von 3000 Franken, das die Förderstiftung MKZ zur Verfügung stellt. Es muss in die zukünftige musikalische Ausbildung investiert werden. Audrey Haenni will damit an einem Meisterkurs im In- oder Ausland teilnehmen.

Ziel der Förderstiftung MKZ ist es, junge Künstlerinnen und Künstler in ihrer musikalischen Entwicklung zu fördern. Die Verleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. Die Schirmherrschaft über den MKZ-Förderpreis obliegt Ilona Schmiel, Intendantin des Tonhalle-Orchesters Zürich sowie dessen Chefdirigenten Lionel Bringuier.

 

Chiara Enderle ist Feuermann-Preisträgerin

2013 hat sie den Lutoslawski-Wettbewerb in Warschau und den Pierre Fournier Award in London gewonnen: Nun ist die junge Zürcher Cellistin Chiara Enderle beim Grand Prix Emanuel Feuermann 2014 dritte Preisträgerin.

Foto: Jannette Kneisel

Die 22-jährige Chiara Enderle ist in einer Zürcher Musikerfamilie aufgewachsen und studiert seit 2012 bei Jens Peter Maintz an der UdK Berlin. Mit ihren Eltern ist sie als Kammermusikerin bereits in der Schweiz, den USA und Japan aufgetreten. Daneben hat sich in zahlreichen Meisterkursen fortgebildet, unter anderem im Rahmen der London Masterclass.

Gewinner des ersten Preises, des Publikumspreises und des Sonderpreises für die beste Interpretation des Cellokonzertes von Ernest Toch ist der 20-jährige Franzose Aurélien Pascal. Er hat die Rostropovich Junior Competition und 2011 den Preis für den vielversprechendsten Cellisten der Navarra Cello Competition in Toulouse gewonnen.  1994 in Paris geboren, erhielt er dort ihre Ausbildung.

Der zweite Preis ist an den 20-jährigen Rumänen Andrei Ionita gegangen. Er hat seine  Ausbildung an der Bukarester Iosif Sava Musikschule und ab 2012 an der UdK Berlin erhalten. Beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb erhielt er in der Sparte Cello den zweiten Preis und den Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerks.

Der internationale Feuermann-Wettbewerb wird von der Kronberg Academy und der Domenico-Gabrielli-Stiftung der Universität der Künste Berlin alle vier Jahre ausgerichtet. Die Schirmherrschaft hat Daniel Barenboim.

 

m4music sucht hervorragende Nachwuchsmusiker

Die 18. Ausgabe des Popmusikfestivals des Migros-Kulturprozents findet vom 26. bis 28. März 2015 in Lausanne und Zürich statt. Ambitionierte Schweizer Nachwuchskünstler können bis am 18. Januar 2015 ihre besten Songs für die Demotape Clinic 2015 einreichen.

Erste Highlights des Festivals sind bereits bekannt. Darunter befinden sich Acts wie das Londoner Kollektiv Jungle (UK), Sohn (UK/AT), das Berner Duo Lo & Leduc (CH) sowie Bilderbuch (AT), Death by Chocolate (CH), «Demo of the Year»-Gewinner 2014 Conjonctive (CH), Phoria (UK) und Sizarr (DE). Earlybird-Tickets sind ab sofort für 79 anstatt 89 Franken über www.starticket.ch oder an den Vorverkaufsstellen erhältlich.

Die Demotape Clinic ist einer der grössten und bedeutendsten Nachwuchsband-Wettbewerbe der Schweiz. Sie hat sich durch ihre fast zwei Jahrzehnte lange Tätigkeit des Migros-Kulturprozents als Förderer der Schweizer Popmusik sowohl bei den Künstlern als auch in der Industrie etabliert und gilt als verlässlicher Talentscout der Branche. Die verheissungsvollsten Songs werden am 27. und 28. März 2015 am m4music präsentiert und von Profis bewertet. Musikerinnen und Musiker können sich bis zum 18. Januar 2015 anmelden. In den vier Kategorien Pop, Rock, Electronic und Urban vergibt die Jury den mit je 3000 Franken dotierten Fondation-Suisa-Award. Der vielversprechendste Künstler aus den vier Stilrichtungen erhält zusätzlich die Auszeichnung «Demo of the Year» und damit weitere 5000 Franken. Im Anschluss an den Wettbewerb produziert m4music die CD «The Best of Demotape Clinic 2015» in einer Auflage von mehr als 4000 Stück und verteilt diese an Entscheidungsträger der Schweizer Musikszene.

Mehr Infos und Anmeldung unter www.m4music.ch/de/demotape-clinic

m4music ist das wichtigste Musikszenefestival der Schweiz. Mit dem Musikfestival, der Conference, der Demotape Clinic und dem Best Swiss Video Clip schafft m4music eine Plattform für Austausch, Information und Talentförderung. m4music wurde vom Migros-Kulturprozent konzipiert und wird in Zusammenarbeit mit den Clubs Moods und Exil sowie Partnern realisiert. 2014 haben sich über 850 Vertreter der nationalen und internationalen Musikbranche sowie 6600 Musikbegeisterte am Festival getroffen. Weitere Informationen finden sich unter www.m4music.ch

Orchestre de Chambre de Lausanne mit neuem Leiter

Joshua Weilerstein wird auf die Saison 2105/16 für vorerst vier Jahre Künstlerischer Leiter des Orchestre de Chambre de Lausanne (OCL).

Foto: Felix Broede

Joshua Weilerstein hat am New England Conservatory in Boston Dirigieren und Violine studiert. Bereits kurz nach seinem Master wurde er im Mai 2011 einer der beiden Assistant Conductors beim New York Philharmonic. Internationale Aufmerksamkeit errang er, als er 2009 beim Malko Wettbewerb für junge Dirigenten in Kopenhagen sowohl den Ersten Preis als auch den Publikumspreis gewann.

2009 und 2010 arbeitete er mit dem früheren Chefdirigenten des Zürcher Tonhalle David Zinman beim Aspen Music Festival. Im Sommer 2012 kehrte er als Dirigent des Festivalorchesters dorthin zurück. Weilerstein wird pro Saison mindesens zwei Konzerte des OCL selber dirigieren, eine CD aufnehmen und eine Tournee begleiten.
 

Zürcher Rektor präsidiert europäische Hochschulliga

Thomas D. Meier, Rektor der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, ist im britischen Glasgow zum Präsidenten von ELIA (European League of Institutes of the Arts), der Vereinigung der Kunsthochschulen Europas, gewählt worden.

Foto: ZHdK

Gewählt wurde Thomas D. Meier vom 23-köpfigen Board von ELIA, das aus Vertreterinnen und Vertretern von Kunsthochschulen aus ganz Europa besteht. Meier tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung an.

Das ELIA-Netzwerk zählt mehr als 300 Mitglieder aus rund 50 Ländern, vertritt mehr als 300’000 Studierende und ist verbunden mit vergleichbaren Organisationen in Asien und Amerika.

Für die Schweiz sei die Wahl ein positives Signal, schreibt die ZHdK. Dem grossen europäischen Netzwerk stehe damit erstmals ein Präsident aus einem Nicht-EU-Land vor. Der neue Campus im Toni-Areal habe dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Meier setzt sich unter anderem zum Ziel, den ELIA-Kongress 2018 nach Zürich ins Toni-Areal zu holen. Der letzte ELIA-Kongress in der Schweiz fand 2004 in Luzern statt.

Obwald wird vom Kanton bis 2017 unterstützt

Der Obwaldner Regierungsrat unterstützt das Volkskulturfest Obwald auch in den nächsten drei Jahren finanziell. Er hat für die Jahre 2015 bis 2017 einen Beitrag von insgesamt 240‘000 Franken gesprochen. Dies sind 60‘000 Franken weniger als in der Periode 2012 bis 2014.

Foto: Nik Spoerri

Der Regierungsrat sprach seit der Durchführung jeweils eine finanzielle Unterstützung über eine Dauer von drei Jahren. Während der Trägerverein in der Periode 2012 bis 2014 insgesamt 300‘000 Franken aus Swisslosmitteln erhalten hatte, wird der Betrag nun um insgesamt 60‘000 Franken auf 240‘000 Franken reduziert und ein Grossteil aus ordentlichen Mitteln gesprochen.

Für das Jahr 2015 bewilligt der Regierungsrat 100‘000 Franken (70‘000 Franken ordentliche Mittel, 30‘000 Franken Swisslos) und für die nachfolgenden Jahre je 70‘000 Franken (50‘000 Franken ordentliche Mittel, 20‘000 Franken Swisslos). Hauptgrund für den höheren Beitrag im nächsten Jahr ist der Umstand, dass 2015 das Festival bei seiner zehnten Durchführung vor höheren Ausgaben steht. Im Jubiläumsjahr werden die musikalischen Höhepunkte der letzten Jahre gezeigt und damit für einmal Musikformationen aus verschiedenen Kantonen und Ländern auftreten, und zwar verteilt auf die zwei Wochenenden vom 2. bis 4. Juli und vom 9. bis 11. Juli 2015.

Das Volkskulturfest Obwald findet seit 2006 jährlich jeweils Anfang Juli in Giswil im Kanton Obwalden statt. Am Festival treten Volksmusikformationen aus Obwalden, einem Gastkanton und einem Gastland auf. Das Volksmusikfest, das auf einer Waldlichtung unter einem Zelt über die Bühne geht, zeigt schweizerische und Obwaldner Volksmusik im Wechselspiel mit europäischen und aussereuropäischen Volkskulturen. Es wird von einem Trägerverein, präsidiert vom Sachsler Daniel Fanger, getragen. Künstlerischer Leiter ist der in Engelberg aufgewachsene und in Zürich wohnhafte Martin Hess.

Hoffnung für süddeutsche Musikhochschulen

Nachdem den Musikhochschulen in Baden-Württemberg in den letzten eineinhalb Jahren erhebliche finanzielle Kürzungen angedroht wurden, sollen deren Mittel nun aufgestockt werden.

Foto: Musikhochschule Trossingen

Die Grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat angekündigt, dass die Standorte in Stuttgart, Trossingen, Freiburg, Mannheim und Karlsruhe jeweils drei Prozent mehr Geld im Jahr erhalten sollen. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 28 Millionen Euro in den kommenden sechs Jahren.

Der Deutsche Musikrat begrüsst den Sinneswandel in der Förderpolitik des Landes Baden-Württemberg. Sein Generalsekretär Christian Höppner hofft, dass «die Krise der letzten eineinhalb Jahre dazu gedient hat, einen Erkenntnisgewinn über die Bedeutung der Musikhochschulen» gebracht hat. 

Ins Auge gefasst worden ist zuvor die Streichung von 500 Studienplätzen und eine stärkere Profilbildung der Musikhochschullandschaft. Betroffen wären vor allem die Hochschulen Mannheim und Trossingen. An beiden Standorten wäre vorgesehen, die Abteilungen zur Ausbildung von Orchestermusikerinnen und Orchestermusikern zu schliessen.

Planauflage zum Klanghaus Toggenburg

Die St. Galler Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann beginnt mit der öffentlichen Planauflage des Gestaltungsplans Klanghaus und des dazugehörigen Teilzonenplans. Damit sollen die rechtlichen Voraussetzungen für das Projekt geschaffen werden.

Innenraumsimulation des künftigen Klanghauses. Bild: nightnurse images, Zürich

Seit über zehn Jahren vermittelt der Verein Klangwelt Toggenburg zwischen Säntis und Churfirsten eine einzigartige Klangkultur – in Form von Klangkursen, einem Klangweg, einem Klangfestival und einer Klangschmiede. Das Klanghaus soll Möglichkeiten bieten, diese Angebote weiter auszubauen und neue Produkte zu entwickeln.

Das Haus des Büros Meili, Peter Architekten, ein Y-förmiger, harmonisch gegliederter Holzbau, soll «optimal in die Natur integriert» werden und so selber als Klangkörper funktionieren. Seine Akustik wird sich dank mobilen Wänden verändern lassen.

Der Bau soll vier Musikräume, eine Stube mit Küche und diverse Technikräume sowie zwei Aussenbühnen für Musikexperimente beherbergen. Insbesondere die traditionelle Musik des Toggenburgs und ihre Weiterentwicklungen, aber auch andere musikalische Ausdrucksformen sollen sich darin entfalten können.

Die Probe- und Arbeitsräume des Klanghaus Toggenburg werden Musik- und Gesangsgruppen, Chören und Orchestern offen stehen – national wie international, professionellen Gruppen wie engagierten Laien. Dadurch soll das Klanghaus Toggenburg auch zur Entwicklung des Tourismusstandorts im Toggenburg beitragen.

Oh Yeah! Popmusik in der Schweiz

Vom 14. November 2014 bis 30. August 2015 bietet das Museum für Kommunikation in Bern einen Überblick über 60 Jahre Popmusikschaffen in der Schweiz, vom Rock’n’Roll der 1950er-Jahre bis zur elektronischen Musik von heute.

Aktuelle Musikvideos in der Ausstellung. Foto: © Museum für Kommunikation / Hannes Saxer,SMPV

Strukturiert in fünf Zeitfenster spannt der Hauptraum der Ausstellung einen Bogen
von 1954 bis zum Ende des Jahrtausends. Hier tritt der Reihe nach auf, wer in der Popmusik eine Rolle spielt: die Tanzorchester der frühen 1950er-Jahre, die Hawaii-Bands aus Basel, dann die «Halbstarken» und Les Sauterelles. In der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre etablieren sich die Beat-Bands über das ganze Land und erobern die Schweizer Hitparade. Anschliessend zeigt die Ausstellung die Entwicklung der verschiedenen Rockszenen. Ein eigenes Modul ist der Schweizer Mundart-Szene gewidmet, die das Erbe von Mani Matter weiterführt. Ab Mitte der 1980er-Jahre kommt mit den Privatradios und der Gründung von DRS3, Couleur3 und Rete3 frischer Wind in die Schweizer Popmusik. In den1990er-Jahren schliesslich sind Hip Hop, Eurodance und Techno Trumpf. Einen eigenständigen Auftritt verschafft die Ausstellung der Schweizer Popmusik ab dem Jahr 2000. Ihr ist ein eigener Raum gewidmet, in dem der Sprung ins digitale Zeitalter sichtbar wird: Drei grosse Projektionsflächen zeigen 42 Musikvideos von aktuellen Schweizer Bands und Künstlern.

Viele Originalobjekte und über 400 Minuten Ton- und Filmmaterial aus allen Jahrzehnten sind zu entdecken. Popradio-Pionier François Mürner führt akustisch durch die Räume. Zur Ausstellung erscheint im Chronos Verlag Zürich ein Bildband mit 200 Pop-Fotos aus der Schweiz. Die zum Teil raren Aufnahmen versammeln nationale und internationale Künstler. Ein Rahmenprogramm mit Kurzfilmen rundet das Angebot ab.

Führungen und Workshops für Schulklassen ab dem 5. Schuljahr bis Sekundarstufe II können gebucht werden. Für Musiklehrpersonen stehen zudem kostenlos didaktische Materialien zur Verfügung.

Informationen: www.mfk.ch/ausstellungen/oh-yeah/

Jeder fünfzigste Genfer in der Kulturwirtschaft

Per Ende 2012 haben laut einer neuen Statistik der kantonalen Verwaltung in Genf 9145 Angestellte in einem Kulturbetrieb gearbeitet. Dies entspricht 2,6 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Auch die Aktivitäten der Victoria Hall sind unter die Lupe genommen worden.

Foto: Gfuerst, wikimedia commons

Wie andere Kantone stellt Genf überdies fest, dass der Anteil an Teilzeitarbeitsstellen in der Kulturwirtschaft überdurchschnittlich hoch ist. Umgerechnet ergeben sich 6121 Vollzeitarbeitsstellen in der Kulturwirtschaft, wie das Office cantonal de la statistique (OCSTAT) vermerkt.

Der Kanton hat auch eine Statistik zu den Veranstaltungen in der Victoria Hall erstellt, die bis ins Jahr 1991 zurückreicht. 2010 wurden dort 133 klassische  Konzerte veranstaltet, 2011 140. Im Jahr 2012 ergab sich mit 151 Konzerten eine Spitze. 2013 fiel die Zahl auf 139 zurück.

Siginfikant zurückgegangen sind in diesem Jahr die Konzerte des Orchestre de la Suisse Romande (OSR) in der Victoria Hall. 2012 waren es 58, 2013 nur noch 40. 2007 veranstaltete das OSR in dem erfassten Zeitraum in dem Konzertsaal am meisten Konzerte, nämlich 79 und damit doppelt so viele wie 2013.

Alter Basler Jazzschulsitz wird umgenutzt

Am ehemaligen Sitz der Jazzschule an der Reinacherstrasse 105 in Basel entsteht auf Initiative des Erziehungsdepartements Basel-Stadt das R105, ein neues Kulturhaus für junge Erwachsene.

Foto: zvg

Mit niederschwelliger und heterogener Nutzung soll das R105 dem kreativen Schaffen junger Erwachsener aus allen Kultursparten Raum geben – von Design und Kunst über Literatur und Musik bis zu Tanz und Theater. 

Für die Räume können sich Interessierte im Alter von 18 bis und mit 26 Jahren aus allen Kultursparten bewerben und diese ab Januar 2015 als Atelier-, Büro-, Probe-, Produktions-, Studio-, Unterrichtsräume und so weiter nutzen. Eine Mietdauer von mindestens drei Monaten und höchstens sechs Jahren soll einerseits Kontinuität und andererseits eine gesunde Fluktuation gewährleisten.

Begleitet wird das Angebot von der Christoph Merian Stiftung, dem GGG Kulturkick, der JuAr Basel, den Vereinen Neues JKF und Kulturpush sowie dem RFV Basel. Bewerbungen sind ab sofort über die Webseite ddes Projektes möglich. Weitere Infos zum Angebot, den Nutzungsbedingungen und der Ausschreibung finden sich ebenfalls auf der Webseite.

Mehr Infos: www.r105.ch

 

14. Forum für Schulmusik

Vom 10. bis 12. April 2015 findet im Campus Muristalden in Bern eine musikdidaktische Grossveranstaltung statt. 56 Kurse für alle Schulstufen werden an diesen drei Tagen angeboten.

Foto: Bettina Hügli, ffsm

Im Zweijahresrhythmus stellt das Forum eine breite Palette von Workshops zur Auswahl. Von Bewegungsspielen und Tänzen für Kindergarten und Unterstufe über Bausteine zur Mehrstimmigkeit auf der Mittelstufe bis zum Beschallen von Schulvorstellungen in der Ober- und Gymnasialstufe bewegen sich die Themen. 40 Referentinnen und Referenten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sind geladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich ein individuelles Programm zusammen. Am Morgen werden gemeinsame Einsingen angeboten, die auch gleich vorführen, wie man so etwas in der Schule machen könnte. Am Donnerstagabend ist eine Vorstellung des Pfannestil Chammer Sexdeets vorgesehen und am Samstagnachmittag eine Abschlussveranstaltung mit einem Ad-hoc-Chor. Das Forum bildet auch den Rahmen für die Delegiertenversammlung der Schweizerischen Vereinigung der Musiklehrer und Musiklehrerinnen an Mittelschulen VSG. 

Das Forum wird initiiert und unterstützt vom Verein fortbildungmusik.ch.
Program und Anmeldung

14 Millionen Laien musizieren in Deutschland

Mindestens 14 Millionen Menschen musizieren in Deutschland in ihrer Freizeit oder singen in einem Chor. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ). Es hat Studien und Bevölkerungsumfragen unterschiedlicher Forschungsinstitute sowie eigene Erhebungen ausgewertet.

Foto: Burkard Vogt / pixelio.de

Für den Bereich des instrumentalen Laienmusizierens lasse sich ein Anteil von rund 13 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nachweisen, schreibt das MIZ, das entspricht rund 9 Millionen Menschen, die ein Musikinstrument spielen. Etwa 4 Millionen singen in einem Chor oder einem anderen Ensemble. Naturgemäss kommt es jedoch zu Überschneidungen in den beiden Gruppen.

32 Prozent der Sängerinnen und Sänger geben an, ebenfalls ein Musikinstrument zu spielen, so dass sich die Summe der Musizierenden ab 14 Jahren insgesamt auf rund 12 Millionen beläuft. Hinzu kommen hochgerechnet mindestens 2 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 13 Jahren, die regelmässig singen, ein Instrument spielen oder sich anderweitig musikalisch betätigen.

Über ein Fünftel der deutschen Amateurmusikerinnen und -musiker, das sind rund 3 Millionen, ist in den Verbänden des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens aktiv. Hinzu kommen etwa 700’000 Musikbegeisterte, die als fördernde Mitglieder die Entwicklung der Verbandstätigkeiten unterstützen und begleiten. Insgesamt verzeichnen die Laienverbände damit rund 3,7 Millionen Mitglieder. Mit 2,2 Millionen gehört ein grosser Teil den Chorverbänden an, die insgesamt 60 Prozent der Verbandsmitglieder organisieren.

Nach einer Hochrechnung des Deutschen Jugendinstituts nehmen 340’000 bis 450’000 der 9- bis 12-Jährigen und 500’000 bis 630’000 der 13- bis 17-Jährigen Unterricht bei Privatmusiklehrerinnen und -lehrern; hinzu kommen Schülerinnen und Schüler an privaten Musikschulen sowie Privatschüler in den Altersgruppen ausserhalb der 9- bis 17-Jährigen, über die derzeit jedoch keine Daten vorliegen. An öffentlichen Musikschulen finden sich über eine Million Schülerinnen und Schülern sowie jährlich rund 95’000 Teilnehmer an musikpraktischen Kursen der Volkshochschulen.

Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in Schulorchestern und -chören, Bands und anderen Ensembles der allgemein bildenden Schulen musizieren, beläuft sich nach Hochrechnungen des MIZ auf insgesamt rund 820’000.
 

Geld für Schweizer Labels und Künstlermanagement

Das Migros-Kulturprozent fördert zum zehnten Mal Pop- und Independent-Labels sowie Künstlermanagements mit Sitz in der Schweiz. Diese können ihre Gesuche bis zum 30. November einreichen. Die Förderbeiträge sind mit 50 000 Franken dotiert.

Stachelbaerle / www.pixelio.de

Schweizer Independent-Labels und Künstlermanagements wie Two Gentlemen in Lausanne oder Bakara Music in Zürich leisten viel für die Schweizer Musikszene. Sie bewegen sich aber in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Seit 2006 engagiert sich das Migros-Kulturprozent deshalb in der Label- und Künstlermanagement-Förderung. Die geförderten Labels und Managements erhalten Beiträge zwischen 10 000 und 50 000 Franken. Philipp Schnyder von Wartensee vom Migros-Kulturprozent erklärt dazu: «Die Musikmanager und Agenten leisten unerlässliche Arbeit im Hintergrund von Künstlern wie Sophie Hunger, Steff la Cheffe oder Peter Kernel. Mit unserer Förderung tragen wir dazu bei, dass sie ihre Strukturen professionalisieren können. Nur so können sie auch in Zukunft die Schweizer Popszene aufbauen und betreuen».

Zugelassen sind Independent-Labels, die innerhalb der vergangenen 24 Monate mindestens vier Alben von in der Schweiz ansässigen Künstlern veröffentlicht oder eine vergleichbare Leistung erbracht haben. Bei den Künstleragenturen ist es wichtig, dass sie umfassende Managementaufgaben wahrnehmen. Zudem sollen sie mindestens zwei Schweizer Musikerinnen und Musiker betreuen, die bereits CDs veröffentlicht haben.

 

Einsendeschluss für die Gesuche um die Förderbeiträge 2015 ist der 30. November 2014. Richtlinien und Anmeldeunterlagen unter www.migros-kulturprozent.ch/foerderung
 

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