Die International Conference on Cultural Policy Research (iccpr), die weltweit grösste Konferenz für kulturpolitische Forschung macht nach Montreal, Istanbul und Barcelona im Herbst in Deutschland Station: Vom 9. bis 12. September 2014 richtet die Uni Hildesheim den Weltkongress aus.
Die Konferenz wird in Hildesheim eröffnet. Unter anderem sprechen Bernd M. Scherer, Direktor des Hauses der Kulturen der Welt Berlin und Basma El Husseiny vom ägyptischen Kulturforschungsinstitut Al Mawred Al Thaqafy in Kario. Am 12. und 13. September wird der Kongress in Berlin fortgeführt.
400 Experten aus rund 60 Ländern werden insgesamt erwartet. In 75 parallelen Foren diskutieren sie über Kulturpolitik und Transformationsprozesse, kulturelle Bildung und Partizipation. Die Anmeldung als Besucher der ICCPR2104 ist über die Konferenz-Website möglich, die Anzahl der Plätze ist allerdings begrenzt.
Beiträge aus der Schweiz stammen von Iolanda Pensa von der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) und Lisa Marx von der Universität Genf.
Isabelle Stettler und Madeleine Merz, beides Mezzosopranistinnen und Masterstudentinnen der Hochschule der Künste Bern (HKB) in der Klasse von Christian Hiltz, haben den geteilten ABA Award 2014 der Austria Barock Akademie und damit ein gemeinsames Konzert bei den Schwetzinger Winter-Festspielen 2016 gewonnen.
PM/Codex flores
- 26. Aug. 2014
Isabelle Stettler. Foto: zvg
Die Austria Barock Akademie bietet in Gmunden, Moskau und Belgrad Meisterkurse für Absolventen von Musikhochschulen und Konservatorien an. Studierende höherer Semester können mit Empfehlung ihres Lehrers zugelassen werden. Zu ihren Partnerorganisationen gehören die Tschaikovsky Universität Moskau, die Gnessin Musikhochschule Moskau sowie die Musikuniversitäten von Wien, Prag, Belgrad und Warschau.
Isablle Stettler hat an der Hochschule für Musik Main 2012 ein Diplom als Gesangslehrerin abgeschlossen. Sie studiert seit September 2012 an der HKB. Die Aargauer Mezzosopranistin Madeleine Merz begann ihre Gesangsausbildung bei Regula Grundler und studiert seit 2010 an der HKB in der Klasse von Christian Hilz. Im Sommer 2013 schloss sie den Bachelor of Arts mit Auszeichnung ab.
Madeleine Merz. Foto: zvg
Auf Tuchfühlung mit dem Nachwuchs
Am 17. und 18. Januar 2015 führt die Hochschule Luzern – Musik erstmalig eine Brass Academy durch. Teilnehmen können junge und talentierte Blechbläserinnen und Blechbläser im Alter von 12 bis 20 Jahren aus der Zentralschweiz.
Musikzeitung-Redaktion
- 25. Aug. 2014
Foto: Marcus Brauer/pixelio,SMPV
Die Teilnehmenden erhalten bei folgenden Professoren und Dozenten der Hochschule Einzel- und Kammermusikunterricht: Markus Würsch (Trompete / Kornett), Immanuel Richter (Trompete / Kornett), Thomas Rüedi (Euphonium, Bariton, Es-Horn), Simon Styles (Tuba), Markus Wüest (Posaune), Lukas Christinat (Horn), Olivier Darbellay (Horn).
Thomas Rüedi erklärt, warum er bei der Brass Academy als Dozent dabei ist, was diese beiden Academy-Tage von anderen Kursen unterscheidet und wer mitmachen kann:
Seit langem ist es uns Blechblasdozenten der Hochschule Luzern ein grosses Anliegen, den Kontakt mit dem Nachwuchs in der Zentralschweiz zu intensivieren. Das «Konsi», wie es ja traditionell immer noch heisst, soll nicht eine elitäre Burg hoch über der Stadt sein.
Die jungen Musikerinnen und Musiker erhalten die Gelegenheit, während zwei Tagen einen Einblick in das Musikleben der Hochschule Luzern zu gewinnen. Dabei steht auch der persönliche Kontakt zu den Dozierenden im Vordergrund. Unser Ziel ist es, den jungen, talentierten Blechbläsern Impulse auf ihren musikalischen Weg geben zu können und ihnen unsere Leidenschaft fü̈r die klassische Musik weiterzugeben.
Es sind ausnahmslos alle Blechinstrumente erwünscht. Die Anmeldung soll durch eine mündliche oder schriftliche Empfehlung des Musiklehrers oder Dirigenten des Blasmusikvereines unterstützt werden. Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die Musiklehrer und/oder Dirigenten der Region ihre Schützlinge auf dieses Blechbläserfest aufmerksam machen.
Während der Akademie finden öffentliche Kurzkonzerte der Dozenten statt. Das ebenfalls öffentliche Abschlusskonzert ist am 18. Januar 2015 um 18 Uhr.
Anmeldeschluss: 31. Oktober, Teilnahmegebühr inkl. zwei Mittagessen: 40 Franken. Ausnahmen von der geografischen Eingrenzung des Teilnehmerkreises können gewährt werden. Kontakte für weitere Informationen: Hochschule Luzern – Musik (Reimar Houtman: 041 249 27 12) oder Immanuel Richter (immanuelrichter@hslu.ch).
Im Oktober findet in Zürich der erste Jungunternehmeranlass explizit für die Kreativwirtschaft statt. 100 Teilnehmende entwickeln im ewz Selnau begleitet von Coaches und Experten neue Geschäftsideen im Bereich Kunst und Kultur.
Musikzeitung-Redaktion
- 25. Aug. 2014
Bild: Rawpixel – Fotolia.com
Das Startup Weekend (3.-5.Oktober) ist ein Nonstop-Entrepreneurship-Anlass, an dem gezielte Inputs, Vernetzung und Arbeiten im Vordergrund stehen. Die Teilnehmenden durchlaufen den gesamten Prozess der Schaffung eines Startups an einem Wochenende, von Freitag- bis Sonntagabend, und werden dabei von einem professionellen Team sowie namhaften Experten im Hinblick auf Finanzierung, Marketing, Strategie und Umsetzbarkeit unterstützt. Am Schluss präsentieren sie ihre Geschäftsmodelle einer Jury aus Investoren und Experten.
Unterstützt werden die Teilnehmer von einem Team aus Studierenden, die den Anlass operativ umsetzen, und einem Beirat. Sponsoren sind das Migros Engagement und Pro Helvetia, aber auch die Standortförderung des Kantons und der Stadt Zürich, Vertreter der Hochschulen sowie unterschiedliche Kulturunternehmer. Die Gebert Rüf Stiftung leistet darüber hinaus einen finanziellen Beitrag.
Die Fachhochschule Nordwestschweiz öffnet auf dem Areal der ehemaligen Basler Willy A. Bachofen AG Maschinenfabrik (WAB) einen Jazzcampus. Finanziert wird er von Stiftungsgeldern der Mäzenin Beatrice Oeri.
PM/Codex flores
- 22. Aug. 2014
Bild: FHNW (zvg)
Ermöglicht worden ist der Bau des Hauses namentlich durch die Stiftung Habitat, der Ausbau für die Jazzschule durch die Stiftung Levedo: Beide Stiftungen werden massgeblich von Beatrice Oeri gespiesen. Die Architekten Buol&Zünd haben historische Substanz und moderne Architektur verbunden und den Jazzcampus in den Quartier-Kontext integriert.
Die Musik-Akademie Basel und die Fachhochschule Nordwestschweiz haben den Unterhalt vertraglich gesichert. Der Campus verfügt über einen öffentlichen Club für 150 Personen, einen Performance-Saal im Untergeschoss für 120 Personen, einen weiteren Saal im Obergeschoss für 100 Personen und insgesamt 49 Musikzimmer.
Zur Verfügung stehen zudem eine Café-Bar, ein Music-Store, eine Bibliothek, ein Wohnhaus mit Studierenden-WGs und Gästewohnung sowie ein Innenhof mit Cheminé. Vom 19. bis 21. September 2014 öffnet der Jazzcampus Basel an der Utengasse in der Altstadt seine Tore für Interessierte.
Auf kaiserlichen Spuren
Das Bünder Festival Origen setzt seit Jahren ungewöhnliche Akzente in die Kulturlandschaft und expandierte heuer mit Karl dem Grossen.
Thomas Meyer
- 22. Aug. 2014
Foto: Benjamin Hofer
An der Stelle, an der seit dem 12. Jahrhundert im Oberhalbstein bzw. Surses die Burg Riom steht und die Talmulde von Savognin dominiert, befand sich früher ein Königshof, den der vorletzte Karolingerkaiser Arnulf von Kärtnen noch besass und dann weiterverschenkte. Vorstellbar also, dass sie zuvor schon den Karolingern diente und auch Arnulfs Ururgrossvater Karl der Grosse einst auf einer Reise durch sein weites Reich an diesem Hof übernachtete. Er soll ja die Region tatsächlich besucht haben. Zwei Täler weiter, im Münstertal, jedenfalls habe er, knapp einem Schneesturm entronnen, das Kloster von Müstair gestiftet. Und selbst wenn dies nur Legende ist: Riom und Müstair dürften Stützpunkte in seinem grossen Reich gewesen sein.
Auf der Burg Riom nun hat sich seit zehn Jahren eines der originellsten und eigentümlichsten Schweizer Sommerfestivals eingerichtet, das ohne Stars und Repertoirehits auskommt und ganz auf die Gegend abgestimmt ist: «Origen» (Ursprung, Herkunft, Schöpfung), gegründet und geleitet von Giovanni Netzer, lockt seit 2006 mit einem gewagten Origen-Programm ein Liebhaberpublikum an, denn die Thematik ist oft der Bibel entnommen (Samson, Messias, Paradies oder Sintflut). Um eine musiktheatralische Hauptproduktion herum gruppieren sich jeweils kleine Veranstaltungszyklen: Theater- und Tanzproduktionen, Gesänge in einer der alten Kirchen, auch Performances und Hörspiele in den Zügen der Rhätischen Bahn. Kunsthistorische Führungen und Ausstellungen ergänzen jeweils das Programm. Im Haus Sontga Crousch im Dorf Riom findet sich ein Sommercafé, die Scheune nebenan ist gerade im Umbau, so dass künftig auch im Winter gespielt werden kann, denn Origen expandiert und will den Betrieb ausweiten.
So zentral die Burg ist: Immer wieder verlässt das Festival Riom und sucht für die Theateraufführungen andere ungewöhnliche Ort auf: Salomon und die Königin von Saba trafen sich zum Beispiel 2010 hoch oben auf der Julierpasshöhe. Für Noah und seiner Arche wurde 2014 auf der Staumauer von Marmorera ebenfalls eine Bühne aufgebaut, an einer Stelle also, wo vor sechzig Jahren ein ganzes Dorf für die Energiegewinnung im Stausee versank. Ein andermal gastierte das Festival im Hauptbahnhof Zürich. Wie sonst nur das Festival Neue Musik Rümlingen arbeitet Origen also mit dem, was es vor Ort vorfindet. Und ebenso wie er biblische Geschichten ins Bündnerland transferiert, verändert Netzer diese weiter, reichert sie mit Varianten aus anderen Quellen an, lässt die Fantasie ausschweifen – um einen dramatischen Kern herauszuschälen. In den letzten Jahren ist er ohnehin dazu übergegangen, die Themen gleich mehrfach zu verarbeiten. Dabei erfahren sie jeweils auch eine Erweiterung ins Komische: Mit einer Wanderbühne zieht jeweils die kleinbesetzte «Commedia», bestehend aus ehemaligen Schülern der (Clown-) Scuola Dimitri, durch die Lande und spielt in den Dörfern. Heuer nahm sie sich mit einer fulminant-frechen Version eine alte Zürcher Karlslegende vor, denn im 1200. Todesjahr stand Karl der Grosse im Zentrum des Festivals.
Riom mit Burg. Foto: Benjamin Hofer
Origen expandierte dafür einmal mehr räumlich und zeitlich. Das meiste fand zwar während der Sommermonate in Riom und Umgebung statt. Eröffnet wurde das Festival aber bereits Ende März im Oberengadin am zugefrorenen Silvaplaner See. In der weissen Schneelandschaft strahlte, beschienen von der Abendsonne, der goldene Quader des wieder temporär aufgebauten «Festspielhauses». Das Publikum sass in der Wärme auf ansteigenden Sitzreihen, vor sich die Bühne; der Blick ging nach draussen in den Schnee, von wo die Tänzer auftraten. Erzählt wurde von Karl, dem «König im Schnee», der sich in einem Schneesturm verirrt, mit Frau und Kindern ins Reich des Totenfürsten gelangt und dort mit seinen früheren Untaten konfrontiert, dem Mord an seinem Bruder Karlmann und dessen Familie, konfrontiert wird. Diese fiktive Geschichte basiert gewiss nur auf Vermutungen und nicht auf historisch verbürgten Tatsachen, aber sie bot Giovanni Netzer Gelegenheit, einigen seiner Hauptmotive nachzugehen: Herrschaft, Konflikt und Gewalt. Die Schattenseiten der Macht werden sichtbar, denn Karl der Grosse erscheint in all diesen Produktionen selten nur als der glorreiche Imperator, sondern vor allem als wilder und grausamer, machthungriger Emporkömmling.
Erzählt wurde die Geschichte im Schnee ohne Worte, nur durch den Tanz und mit der elektronischen Musik von Lorenz Dangel. Die Landschaft bildete dafür eine eindrückliche Kulisse, aber es wäre zu oberflächlich gewesen, wenn sich die Inszenierung allein darauf verlassen hätte. Diese Darstellung reichte tiefer, ins Existentielle, und ging ans Eingemachte. Das offenbarte sich auf mehreren Ebenen. Der Kälte wegen konnten sich die Tänzerinnen und Tänzer nämlich nicht in gewohnter Weise bewegen. Sie trugen schwere Schuhe und waren in die dicke Gewänder gehüllt. Die Virtuosität ihrer Gesten entfaltete sich trotzdem. Der Tanz erhielt so eine neue Intensität, die Körper rangen miteinander und liessen zum Teil nicht voneinander ab. Das wirkte beklemmend. Fast atmete man auf, als Karl und seine Familie am Schluss wieder ins Leben entlassen wurden.
«König im Schnee». Foto: Benjamin Hofer
Zu erleben ist bei Origen fast immer eine Art geistliches Musiktheater, nicht nur der Themen, sondern auch der Form wegen, die weniger von der Oper als vom Mysterienspiel oder einem szenischen Oratorium herrührt. Das ist ebenso einzigartig und faszinierend, wie es zunächst auch befremden mag: Jedenfalls kein typisches Programm für Sommerfrischler. Vom dramatischem Gesang ist Giovanni Netzer abgerückt. Meist rückt er den Tanz und die Bewegung der Körper in den Mittelpunkt; hinzu kommt Musik ab Computer oder gesungen von einem Vokalensemble. Das kann sich enorm aufladen wie beim König im Schnee, er kann aber auch zu einer liturgiehaften, in rituellen Stationen ablaufenden Darstellung führen, wie sie diesen Sommer mit der Produktion David zu sehen war – auch das wieder an geeignetem Ort, in Müstair nahe der Grenze zu Südtirol. Dort ging es – auf einer der karolingischen Kirche nebenan nachgebauten Bühne – um die Kaiserkrönung Karls. Dieser, ein nur gelegentlich agierender Schauspieler, blieb stumm; ein Erzähler führte durch die Chronik. Aus dem Vokalensemble, das zwischendurch gregorianische Gesänge und Responsorien von Carlo Gesualdo vortrug, lösten sich nacheinander sechs Solisten, um eine Person aus dem Leben Karls in einer neu von Edward Rushton komponierten Arie zu darzustellen: Papst Leo III., der die Krönung wieder willen ausführt, der Prophet Samuel, der als Königsmacher aus dem Alten Testament auftrat; die intrigante byzantinische Kaiserin Irene und ihr schwacher Sohn Konstantin, Karls vernachlässigte Gattin Luitgard und eine Geliebte Karls. Jedesmal erschien der Kaiser in einem anderen Licht – auch da nicht gerade positiv. Das Ganze war stimmig gestaltet; das von Clau Scherrer einstudierte Vokalensemble arbeitet seit Jahren auf hohem Niveau; die prächtigen Kostüme, die jeweils der Textildesigner Martin Leuthold von der St. Galler Textilfirma Schläpfer entwirft, gehören zu den Anziehungspunkten des Festivals. Und doch: bei diesem «David» (so liess sich Karl an seinem Hof nennen) blieb es bei einer Bilderfolge, die sich nicht verdichtete oder steigerte. Dies ganz im Gegensatz zur Tanzproduktion Kaiser im Bad, die auf Burg Riom zu sehen war. Dort rückte wiederum ein sehr körperhafter expressiver Tanz ins Zentrum: Das Leben Karls zog an einem vorbei, und in der Verbindung mit den perkussiven Klängen von Peter Conrad Zumthor und Lukas Niggli und den Motetten von Francis Poulenc entstand eine abstrakte und doch sehr bewegende Biografie.
Origens «Karlsjahr» wird am 5. und 6. September im Hauptbahnhof Zürich abgeschlossen: Requiem – Totenmesse für Kaiser Karl. Musik von W. A. Mozart und O. Weber
Im Rahmen der achten Durchführung des Musikwettbewerbs wurden neun Nachwuchstalente ausgezeichnet, darunter der Basler Saxofonist Patrick Stadler.
Musikzeitung-Redaktion
- 21. Aug. 2014
Wie die Marianne und Curt Dienemann-Stiftung aus Luzern in ihrer Mitteilung schreibt, spielten die Teilnehmenden dieses Jahr auf ausserordentlich hohem Niveau. Total vergab die Stiftung 66 000 Franken an neun junge Bläserinnen und Bläser.
Der Saxofonist Patrick Stadler aus Basel wurde mit einem Werkjahr ausgezeichnet, die Basler Flötistin Jin-Ah Lee und der Berner Oboist Bruno Lucas Pérez erhielten zwei Förderpreise-Extra.
Weitere Preise gingen an Claudiu Marius Danciu, Klarinette Basel; Calogero Presti, Klarinette, Basel; Niklaus Egg, Trompete, Rothrist; Wong-Ji Hwang, Flöte, Luzern; Isaac Makhdoomi, Blockflöte, Basel; Ana Teresa Herrero Bordell, Fagott, Basel.
Die 1986 gegründete Stiftung hat hauptsächlich zum Ziel, Ausbildungen im Bereich Musik (Jazz und Klassik) und Werkentwicklungen im Bereich Literatur zu fördern. Angesprochen sind junge (bis 40 Jahre), begabte Literaturschaffende, Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten schweizerischer Nationalität oder Künstlerinnen und Künstler, die ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben.
Adolf Wölfli und die Musik
Vor 150 Jahren wurde Adolf Wölfli geboren. Aus diesem Anlass führt der Verein Wölfli&Musik eine Reihe von Konzerten und Lesungen in Bern durch. In einem Musiktheater wird Wölfli auch auf der Bühne lebendig.
Musikzeitung-Redaktion
- 21. Aug. 2014
Zeichnung von Adolf Wölfli, wikimedia commons,SMPV
2012 wurde der Verein Wölfli&Musik mit dem Zweck gegründet, kulturelle Projekte zu unterstützen, die einen musikalischen Bezug zu Adolf Wölfli und seinem Lebenswerk aufweisen. Der Verein erteilte bisher jährlich einen Kompositionsauftrag, so an Jost Meier (2012) und an Christian Henking (2013). Zum 150. Geburtstag des Künstlers sind nun mehrere textlich-musikalische Veranstaltungen geplant. Weitere Kompositionen wurden in Auftrag gegeben und ein Kompositionswettbewerb für Studierende der Musikhochschulen durchgeführt.
Unter dem Titel 150Wölfli stehen die Wochenenden vom 29. bis 31. August und vom 3. und 4. Oktober ganz im Zeichen des «Musik-Diräkthors» und «Riesen-Theaat’r/Diräktohrs»,wie sich Wölfli selbst nannte. Wölflis Lebensort, die damalige kantonale Irrenanstalt Waldau und heutige Psychiatrische Universitätsklinik, wird als Veranstaltungsort einbezogen. Weitere Spielorte sind die Kunsthalle und die Dampfzentrale Bern. Auf dem Programm stehen unter anderem eine zwölfstündige Lesung aus Wölflis Von der Wiege bis zum Graab, eine Hommage an Wölfli für Kinder, die Uraufführung der Preisträgerstücke aus dem Hochschulwettbewerb, weitere Uraufführungen von Kjell Keller, Roland Moser und Daniel Glaus. Für das Musiktheater Das Allmachtsrohr hat Helena Winkelman die Komposition geschaffen; sie hat auch die musikalische Leitung. Es spielt Steamboat Switzerland, Regie führt Meret Matter.
Weitere Informationen zum Musiker Wölfli und ausführliches Programm: www.150woelfli.ch
Keine Zweckentfremdung der Lotteriegelder
Gemäss dem Entwurf über das Bundesgesetz über das Geldspiel besteht künftig die Möglichkeit, dass Kantone Betriebskosten gemeinnütziger Kulturinstitutionen regelmässig aus den Lotteriefonds subventionieren. Laut Suisseculture, dem Dachverband der Kulturschaffenden, ist das keine gute Idee.
Musikzeitung-Redaktion
- 21. Aug. 2014
Foto: KFM/pixelio.de
Betriebsbeiträge sollen aus der Sicht von Suisseculture wie bisher aus dem ordentlichen Haushalt der öffentlichen Hand finanziert werden, da es sich dabei um verfassungsmässige und gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben der Kantone handelt. Es können nicht angehen, dass Staatsaufgaben aus den Einnahmen von Glücksspielen finanziert würden, so Suisseculture weiter.
Das Kunst- und Kulturschaffen in der Schweiz wird gemäss Bundesverfassung und den meisten kantonalen Verfassungen von der öffentlichen Hand gefördert. Ohne diese Förderung hätten nur die wenigsten professionellen Künstlerinnen und Künstler in der Schweiz eine ökonomische Existenzgrundlage und die Vielfalt der kulturellen Angebote würde ausgedünnt.
Vor allem künstlerische Einzelprojekte werden in den meisten Kantonen bis anhin aus den Einnahmen der Grosslotterien unterstützt, während ständige Kunstinstitutionen mit Jahresbudgets aus den ordentlichen Haushalt der Kantone und Gemeinden subventioniert werden. Dies ist aus der Sicht der Kulturschaffenden richtig und soll auch so bleiben.
Suisseculture begrüsst aber generell, dass der Gewinn aus Grosslotterien auch künftig vollumfänglich für gemeinnützige Zwecke verwendet wird. Ebenso sind aus Sicht von Suisseculture die im Gesetzesentwurf genannten Kriterien sowie die vorgesehene höhere Transparenz der Vergabeprozesse zu begrüssen.
Rückforderungen des Kantons Basel-Landschaft
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft will gegenüber mehreren Personen ausbezahlte Entschädigungen im Zusammenhang mit der Vertretung des Kantons in Institutionen mit kantonaler Beteiligung zurückfordern. Der zunächst möglicherweise auch betroffene Leiter der Abteilung Kulturelles wird aus dem Schussfeld genommen.
Laut einer Mitteilung des Kantons hat die kantonale Finanzkontrolle Basel-Landschaft Mitte Dezember 2013 in einem Revisionsbericht festgestellt, dass von Institutionen, an denen der Kanton beteiligt ist, Entschädigungen an Kantonsvertretungen ausbezahlt wurden, die nicht ordnungsgemäss abgerechnet worden sind. Daraufhin hat der Regierungsrat den emeritierten Rechtsprofessor Enrico Riva damit beauftragt, die Rückforderungsansprüche des Kantons zu prüfen.
Das Gutachten Riva stellt fest, dass gemäss Personaldekret alle Mitarbeitenden des Kantons Vergütungen, die sie im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von Ämtern im Auftrag und Interesse des Kantons erhalten, abzuliefern haben. Das Gutachten führt zudem aus, dass dies auch für die Mitglieder des Regierungsrates gilt.
Von einer Rückforderung betroffen sind Alt-Regierungsrat Adrian Ballmer, der verstorbene Alt-Regierungsrat Peter Zwick, Regierungsrat Urs Wüthrich und Alt-Landschreiber Walter Mundschin.
Für Alt-Regierungsrat Jörg Krähenbühl, Regierungspräsident Isaac Reber, Regierungsrat Anton Lauber, Regierungsrat Thomas Weber, Regierungsrätin Sabine Pegoraro und Niggi Ullrich, Leiter Abteilung Kulturelles, die in bisherigen Berichten auch aufgeführt worden sind, ergäben sich auch unter Berücksichtigung der mittlerweile durchgeführten Überprüfung der restlichen Mandate und Beteiligungen hingegen keine Rückforderungsansprüche, schreibt der Kanton weiter.
Usbekin gewinnt Europäischen Komponistenpreis
Im Rahmen des Festivals Young Euro Classic ist in Berlin die Usbekin Aziza Sadikova mit dem Europäischen Komponistenpreis 2014 ausgezeichnet worden. Am Festival ist auch das Werk «Enallagai» des Schweizer Komponisten Stefan Wirth zur deutschen Erstaufführung gekommen.
Der mit 5000 Euro dotierte Europäische Komponistenpreis wird jährlich vom Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin für die beste Ur- oder Deutsche Erstaufführung beim Festival Young Euro Classic vergeben. Aziza Sadikova hat ihn für ihr Werk Brief Scherben erhalten.
Als Inspiration für ihr Werk nennt die Komponistin das Tagebuch von Daniil Charms, einem russischen Avantgarde-Schriftstellers der 30er Jahre, in dem er emotionale Verzweiflung und erotische Wünsche aufzeichnete. Der physische Prozess des Verfassens eines Tagebuchs wird in der Komposition unter anderem durch den Gebrauch einer Schreibmaschine und entsprechende Orchester-Effekte wiedergegeben.
Die Jury begründete ihre Wahl mit der Verschiedenartigkeit musikalischer und darstellerischer Ausdrucksmittel, die «als Töne, Klänge und Wörter wie ein Gebet aus einer fernen Welt geisterhaft und doch intensiv zerrüttend zu hören» seien. Die 1978 geborene Aziza Sadikova studierte am Staatlichen Konservatorium von Taschkent, am Konservatorium in Birmingham und am Trinity College of Music in London. Ihre Musik ist unter anderem beim Salzburger Aspekte-Festival, bei Wien Modern und beim Southbank Festival in London erklungen.
Im Rahmen von Young Euro Classics ist es auch zur deutschen Erstaufführung von Enallagai des Schweizer Komponisten Stefan Wirth gekommen. Insgesamt zählte das «Festival der besten Jugendorchester der Welt» in Berlin 23’500 Eintritte.
Ostschweizer Plattform zur Kulturvermittlung
Unter dem Namen «kklick – Kulturvermittlung Ostschweiz» lancieren die drei Kantone Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau eine gemeinsame Plattform für Kulturvermittlungsangebote.
Musikzeitung-Redaktion
- 18. Aug. 2014
Ausschnitt aus dem Flyer zu den ersten Ostschweizer Schultheatertagen
Ab sofort können sich Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Kulturinteressierte unter www.kklick.ch über Projekte von Kulturschaffenden und Institutionen informieren. Es handelt sich laut den drei Kantonen um die erste umfassende interkantonale Kulturvermittlungsplattform der Schweiz.
Rund 100 Kulturvermittlungsangebote sind beim Start bereits auf der Site verfügbar und werden laufend durch neue, aktuelle Angebote ergänzt. kklick bietet insbesondere Lehrpersonen eine zentrale Anlaufstelle, gibt Auskunft in allen Belangen rund um Kulturvermittlung in der Region und ermöglicht den direkten Kontakt zu den Kulturanbietern. Für die Auswahl der Angebote ist ein Redaktionsteam verantwortlich.
Bei kklick handelt sich um eine Initiative der drei Ämter für Kultur der Kantone Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau. kklick arbeitet zudem mit den Schulämtern der beteiligten Kantone zusammen. kklick informiert via Newsletter, publiziert eine Begleitbroschüre zur Internetplattform und lädt Lehrpersonen regelmässig zu Netzwerktreffen ein.
Mit einem leichten Umsatzrückgang um 0,8 Prozent hat sich der deutsche Musikmarkt im ersten Halbjahr 2014 nach schwächeren Frühlingsmonaten stabil entwickelt.
Musikzeitung-Redaktion
- 15. Aug. 2014
Bild: Spectral-Design – Fotolia.com
Laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) belief sich der Umsatz aus Musikverkäufen auf 656 Millionen Euro – rund 4 Millionen Euro weniger als im ersten Halbjahr 2013.
Wichtigste Umsatzsäule bleibt die CD, die erneut nur einen leichten Umsatzrückgang (-3,6 Prozent) zu verzeichnen hatte und weiterhin rund zwei Drittel (65,6 Prozent) der Umsätze des deutschen Musikmarkts repräsentiert. Die grössten Zuwächse verzeichnete das Segment des abonnementbasierten und werbefinanzierten Musikstreamings (+77 Prozent), das nunmehr einen Anteil von 7,7 Prozent am deutschen Musikmarkt erreicht.
Ebenfalls weiter auf Erfolgskurs ist das Vinyl, das verglichen zum ersten Halbjahr 2013 um 34,5 Prozent zulegen konnte und seinen Marktanteil somit auf 2,4 Prozent steigern kann.
Rückläufig entwickelten sich dem Trend der vergangenen Jahre folgend der Verkauf von Musikvideos (-10,4 Prozent) und physischen Singles (-31,2 Prozent) sowie der Musikkassette (-39,3 Prozent), die nach ihrem 50. Jubiläum im letzten Jahr damit keine Rolle mehr im Musikgeschehen spielt.
Die Umsätze aus den digitalen Geschäftsfeldern legten insgesamt um 7,5 Prozent auf 174 Millionen Euro zu. Mit einem Umsatzanteil von 26,5 Prozent wird damit mehr als jeder vierte Euro in der deutschen Musikindustrie digital erwirtschaftet. Auch wenn bei den Downloads erstmals ein rückläufiges Ergebnis (-7,1 Prozent) zu beobachten war, stellen diese mit einem Anteil von 18,6 Prozent weiterhin die zweitwichtigste Umsatzsäule der deutschen Musikindustrie dar.
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Graz haben untersucht, wie sich das frühe Erlernen eines Musikinstruments langfristig auf die Gehirnentwicklung von Kindern auswirkt.
Musikzeitung-Redaktion
- 14. Aug. 2014
Bild: lassedesignen – Fotolia.com,SMPV
Bekommen beide Ohren dieselbe Information, arbeiten die rechte und die linke Hörrinde des Gehirns bei musikalisch geübten Kindern praktisch synchron. Bei untrainierten Kindern geraten sie minimal aus dem Takt, bei Kindern mit ADHS konnten die Wissenschafter in ihrer aktuellen Studie sogar eine markante Zeitverschiebung zwischen beiden Hirnhälften feststellen.
Diese Entdeckung könnte erklären, warum auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, ADHS und Lese-Rechtschreib-Schwäche häufig gemeinsam auftreten, erklärt Annemarie Seither-Preisler vom Institut für Psychologie der Uni Graz, eine der Autorinnen der Studie, die Resultate. Einige der Probleme der betroffenen Kinder dürften auf eine unzureichende Zusammenarbeit beider Hemisphären zurückzuführen sein, mit negativen Folgen für Aufmerksamkeit, rasche Sprachverarbeitung sowie die Lese-Rechtschreibfähigkeit.
Das Team stellte überdies fest, dass die graue Substanz der Hörrinde bei musikalisch aktiven Kindern etwa um die Hälfte grösser ist als bei den übrigen Altersgenossen. Eine Langzeitbeobachtung ergab, dass diese Hirnregion bereits vor dem musikalischen Training eine ganz bestimmte Form und Grösse aufwies und sich über die Zeit nicht mehr veränderte.
Als nächsten Schritt möchte das Team erforschen, ob sich auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen mittels neurologischer Messungen im Gehirn frühzeitig diagnostizieren lassen.
Originalartikel: Annemarie Seither-Preisler, Richard Parncutt, and Peter Schneider. Size and Synchronization of Auditory Cortex Promotes Musical, Literacy, and Attentional Skills in Children. The Journal of Neuroscience, 13 August 2014, 34(33): 10937-10949; doi: 10.1523/JNEUROSCI.5315-13.2014
Wettbewerb für Europas Jazznachwuchs
Die IG Jazz und die Stadt Burghausen schreiben den 7. Europäischen Nachwuchswettbewerb in Sachen Jazz aus. Er gehört mit 10’000 Euro zu einem der höchst dotierten auf dem Kontinent.
Musikzeitung-Redaktion
- 12. Aug. 2014
Bild: Didi01/pixelio.de
Die Teilnahme ist auf das Höchstalter von 30 Jahren beschränkt, zugelassen sind alle Stile des Jazz von Combos (ab drei Musiker) oder Big Bands in Europa. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 10’000 Euro, aufgeteilt in 5000 Euro Barpreis und 5000 Euro Promotionspreis zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Gewinner.
Die Jury wählt im Blindverfahren fünf Formationen für die Endausscheidung aus. Die Bekanntgabe der Finalisten erfolgt im Dezember 2014. Die Endausscheidung findet am ersten Tag der 46. Internationalen Jazzwoche, dem 17. März 2015, im Rahmen einer öffentlichen Konzertveranstaltung statt.
Die Jury besteht aus Joe Viera (Leitung, Künstlerischer Leiter der Internationalen Jazzwoche Burghausen), Roland Spiegel (Musikredakteur für Jazz und Klassik beim Bayerischen Rundfunk), Ralf Dombrowski (Musikjournalist) und Reinhard Köchl (Musikjournalist).
Bewerbungsschluss ist der 31.10.2014. Es werden nur Bewerbungen berücksichtigt, die vollständig und spätestens zu diesem Termin in der Geschäftsstelle der IG Jazz eingegangen sind.