Echo Jazz für HKB-Dozenten Dejan Terzic

Der Schlagzeuger und HKB-Dozent Dejan Terzic ist mit dem Deutschen Musikpreis Echo Jazz 2014 als Instrumentalist des Jahres national Drums/Percussion ausgezeichnet worden.

Foto: Ulla C. Binder

Der gebürtige Serbe Terzic übersiedelte im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. 2002 wurde er Mitglied der Gruppe des Tessiners Franco Ambrosetti mit der er in der Schweiz und Italien auftrat. Im gleichen Jahr wurde er Teil des Nils Wogram Nostalgia Trio. 2004 wurde ihm der Münchner Kulturpreis zugesprochen.

2008 schrieb er die Musik zum DokumentarfIlm «Tunnel’s End» der Regisseurin Monica Lleo, die vom Babelsberg Filmorchester Berlin eingespielt wurde. Seit 2008 ist er überdies Dozent für Jazzschlagzeug der Swiss Jazzschool der HKB (Hochschule der Künste Bern).

 

Neuer Gesamtleiter für das Theater Winterthur

Auf Anfang Juni 2014 tritt René Munz die Nachfolge von Marc Baumann als Gesamtleiter und kaufmännischer Direktor des Theater Winterthur an. Bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt der Programmleiter und stellvertretende Direktor Thomas Guglielmetti die interimistische Gesamtleitung des Theaters.

Foto: Roland zh, wikimedia commons

Der 59-jährige Thurgauer René Munz war Theatermacher, Produzent und Redaktor beim Schweizer Fernsehen sowie Leiter des Kulturamtes des Kantons Thurgau. Er absolvierte seine Grundausbildung an der damaligen Schauspiel-Akademie in Zürich und mit verschiedenen Hospitanzen und Regieassistenzen am Theater Basel, beim internationalen Theaterfestival B80 in Basel, beim Theater Konstanz und bei freien Theatergruppen.

Munz war Gründer und Leiter eines Kleintheaters im Thurgau und hat mehrere Theaterproduktionen mit freien Gruppen und mit Amateur-Ensembles inszeniert. Ab 2002 leitete er das neu geschaffene Kulturamt des Kantons Thurgau und war damit verantwortlich für den vielfältigen Bereich der kantonalen Kulturförderung, der Lotteriefondsverwaltung und für fünf kantonale Museen. 2013 wurde er stellvertretender Leiter der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich.
 

Ausschreibung des Zuger Werkjahres 2014

Der Zuger Regierungsrat vergibt einen Betrag von 50 000 Franken an einen Zuger Künstler oder eine Zuger Künstlerin. Anmeldefrist für die Sparte Musik ist der 20. Mai.

© Zug Tourismus/swiss-image.ch

Wer sich für das Werkjahr bewerben will, muss laut der Ausschreibung mindestens 30 Jahre alt sein, seit drei Jahren im Kanton Zug wohnen oder zu einem früheren Zeitpunkt dort zehn Jahre lang gewohnt haben. Gefordert wird eine herausragende künstlerische Leistung oder ein überzeugendes Projekt. Das bisherige Schaffen muss sowohl regional als auch national ausstrahlen.

Bewerbungen für die Sparte Musik sind bis am 20. Mai beim Amt für Kultur einzureichen. Die eingereichte Dokumentation wird vom 3. bis 6. Juli in der Zuger Chollerhalle öffentlich ausgestellt. Am 8. Juli findet in der Musikschule Zug ein Vorspiel statt. Die Entscheidungsfindung der Jury im September basiert auf der Dokumentation und dem Vorspiel. Schliesslich werden die Preise am 2. Oktober in der Chollerhalle Zug übergeben.

Anmeldeformulare und Teilnahmebedingungen können im Internet unter www.zug.ch/kultur herunter geladen oder bei der Direktion für Bildung und Kultur, Amt für Kultur, Baarerstrasse 19, 6300 Zug, Telefon 041/728 31 46, tanja.vogel@zg.ch bezogen werden.
 

Grosser Österreichischer Staatspreis für Furrer

Dem 1954 in Schaffhausen geborenen Komponisten Beat Furrer ist der Grosse Österreichische Staatspreis zuerkannt worden. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im November in Wien statt.

Foto: Dimitri Papageorgiou

In seiner Stellungnahme begründet der Kunstsenat seine Empfehlung mit Furrers «unverwechselbarem Stil, der geprägt ist von der menschlichen Stimme und der Wechselbeziehung von Klang, Sprache und Optik, auf Basis anspruchsvoller Texte». Furrer gehöre heute international zu den geachtetsten Komponisten, und seine Werke würden von renommierten Konzertinstitutionen, Festivals und Opernhäusern wahrgenommen.

Beat Furrer zog 1975 nach Wien, wo er Komposition und Dirigieren studierte, 1985 gründete er das Klangforum Wien, das er bis 1992 leitete und dem er seitdem als Dirigent verbunden ist. Seit 1991 ist Furrer Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz.

Vor allem seine Musiktheaterwerke (unter anderen Die Blinden, Narcissus, Begehren oder FAMA, Wüstenbuch) haben Anerkennung gefunden. Gegenwärtig arbeitet er an Projekten für die Opernhäuser in Hamburg und Berlin.
 

Den Swiss Music Guide gibt es seit 15 Jahren. Die 14. Auflage enthält 4000 Schweizer Musikadressen.

SMPV

Darüber hinaus sieht sich der Swiss Music Guide als Schaufenster für unterschiedliche Vereinigungen im Schweizer Musikleben, die im Einzelnen vorgestellt werden.

Die Website www.swissmusicguide.ch ergänzt den vorliegenden Branchenführer um weitere Informationen wie Fotos oder Videos der Künstlerinnen und Künstler. Die Eintragung im Swiss Music Guide ist – und bleibt – kostenlos!

Leserinnen und Leser der Schweizer Musikzeitung erhalten den Swiss Music Guide zum Vorzugspreis von 25 Franken statt 35 Franken über www.musikzeitung.ch/de/swissmusicguide
 

Schweiz will mit EU über Kulturprogramm verhandeln

Der Bundesrat hat ein Verhandlungsmandat über die Teilnahme der Schweiz am EU-Programm Kultur 2014-2020 verabschiedet. Die Teilnahme ist nach der Schweizer Stornierung der Personenfreizügigkeit mit Kroatien offener denn je.

Foto: michaeljayberlin – Fotolia.com

Das Programm Kultur bildet die Klammer um die kulturellen Aktivitäten der Europäischen Union. Am laufenden Programm nehmen 38 europäische Staaten teil, was dieses zum wichtigsten Instrument der Kulturförderung auf europäischer Ebene macht.

Das Programm unterstützt die grenzüberschreitende Mobilität der Kulturschaffenden und begünstigt die Verbreitung von künstlerischen Werken. Es ist mit einem Budget von 453 Millionen Euro für die Periode 2014 bis 2020 ausgestattet. Seit Januar 2014 ist es Teil des neuen Rahmenprogrammes Kreatives Europa, zu dem auch das Filmförderungsprogramm Media gehört. Zu Media hat der Bundesrat bereits im September 2013 ein Verhandlungsmandat verabschiedet.

Mit der definitiven Verabschiedung des Mandats ermöglicht der Bundesrat die rasche Aufnahme von Verhandlungen in diesem Bereich, sobald die Dossiers Kultur und Media von Seiten der EU deblockiert werden. Nach der Stornierung der Personenfreizügigkeit mit Kroatien – eine Folge der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative – hat die EU die Zusammenarbeit mit der Schweiz in Sachen Studentenaustausch und Forschung auf Eis gelegt. Auch der Kulturaustausch leidet unter den veränderten Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.

Eine Kulturstrategie für Chur

Die Stadt Chur plant unter der Leitung der Kulturfachstelle gemeinsam mit der Kulturkommission, Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen, Fachexperten und der Bevölkerung bis Ende 2016 eine Kulturstrategie auszuarbeiten.

Skulptur von Robert Indermaur in Chur. Foto: Walter Schmid

Den Auftakt bildet ein breit gestreuter Fragebogen, um die gegenwärtige Situation des Churer Kulturplatzes zu erfassen. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden in einer zweiten Phase in verschiedenen Arbeitsgruppen spartenspezifische Anliegen ausgearbeitet.

Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppen wird öffentlich diskutiert und danach in die Vernehmlassung geschickt. Geplant ist, die Kulturstrategie Ende 2016 dem Stadtrat und dem Gemeinderat zur Genehmigung zu unterbreiten.

Die Eingabefrist läuft bis Ende Juni 2014. Alle interessierten Personen können sich an der Umfrage beteiligen. Der Fragebogen kann hier heruntergeladen werden.

Kontrabassklarinette und Beethoven-Rezeption unter der Lupe

Die Studie «Contrabassclarinet Extended» hat zum Ziel, die Qualität des Instruments zu steigern, während sich die Untersuchung «Vom Vortrag zur Interpretation» mit der Rezeption von Beethovens Klavierwerk im 19. Jahrhundert beschäftigt.

Thomas Siepmann / pixelio.de

Die Kommission für Technologie und Innovation hat ein interdisziplinär angelegtes Projekt unter dem Titel Contrabassclarinet Extended bewilligt. Mit der Firma Segelke+Partners GMBH als Praxispartner entwickeln die Hochschule der Künste Bern und das Departement Technik der Berner Fachhochschule eine neue Kontrabassklarinette zu einem serienreifen Prototypen. Das Projekt basiert auf einem von der Berner Fachhochschule finanzierten Entwicklungsprojekt Contrabassclarinet Unlimited (2013-14).
Die neue Kontrabassklarinette soll die mangelnde klangliche und technische Qualität des Instrumentes überwinden, und zwar unter einer radikal neuen Prämisse: Durch die Ersetzung der traditionellen Mechanik mittels sensorisch-dynamischer Tasten und Motorklappen sind keine Kompromisse hinsichtlich der Setzung der Tonlöcher mehr nötig. Klang und Intonation werden markant verbessert und neue Schnittstellen für Komponisten und Interpreten, ja selbst für Medien-Kunst geschaffen. Das von Ernesto Molinari angestossene Projekt wird von Roman Brotbeck verantwortet und von Christoph Schnyder geleitet.

Wie das «lange 19. Jahrhundert» Beethovens Klavierwerk rezipierte, erforscht das neue SNF-Projekt Vom Vortrag zur Interpretation, das von Thomas Gartmann erfolgreich eingegeben wurde: Von beiden Enden her untersuchen zwei eng verzahnte Dissertationen, wie sich nach Beethovens Tod interpretatorische Praktiken verändert und weiterentwickelt haben und damit zu einem massgeblichen Teil noch heute unser heutiges Beethoven-Bild prägen: Leonardo Miucci geht dabei von Ignaz Moscheles’ Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Klavierschulen aus und vergleicht dazu die beiden grossen Beethoven-Editionen, die er in den 1830er-Jahren für den englischen und zwanzig Jahre später für den deutschen Markt anfertigte. Manuel Bärtsch wertet Aufnahmen mit Welte-Mignon-Rollen und frühe akustische Einspielungen aus und kontextualisiert sie historisch wie ästhetisch. Im Fokus beider Studien, die im Rahmen der Graduate School of the Arts erarbeitet und von Michael Lehner musiktheoretisch begleitet werden, stehen Artikulation, Dynamik, Agogik, Pedalisierung, (Umsetzung von) Vortragsbezeichnungen, Tempo und Metronomisierung.

Ausserdem wurde die HKB eingeladen, beim EU-Projekt Experimentation versus Interpretation: Exploring New Paths in Music Performance in the Twenty-First Century des European Research Council & Orpheus Institute, Ghent, teilzunehmen. SNF-Förderungsprofessor Kai Köpp wird dabei als ständiger Experte wirken und sich mit einer Untersuchung von historischen Aufnahmen aus dem Schönberg-Kreis beteiligen.

Schliesslich hat Tobias Pfleger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der HKB, an der Hochschule für Musik Karlsruhe mit der Dissertation Entschlackte Romantik? Die Sinfonien von Robert Schumann in den Interpretationen historisch informierter Aufführungspraxis mit dem Prädikat «summa cum laude» promoviert.
 

Bittere Pille für Oltner Musikschüler

Die Tarife der Oltner Musikschule werden in zwei Schritten à je 25 Prozent auf die nächsten beiden Schuljahre hin erhöht. Die Erhöhung ist eine Massnahme des Stadtrates im Rahmen des Entlastungspakets zur Sanierung der städtischen Finanzen.

Musikschule Olten in der Villa Sonnhalde. Foto: zvg

Grundlage für die Massnahme sind die Vorgaben der geltenden Tarifordnung: Diese legen laut einer Mitteilung der Stadt als Zielgrösse fest, dass die Elternbeiträge 15 bis 20 Prozent der Lohnkosten abdecken sollen; heute seien es lediglich rund 12 Prozent. Zudem seien die Tarife für Auswärtige im kantonalen und interkantonalen Vergleich sowie im Vergleich mit den Oltner Schülerinnen und Schülern zu tief.

Der Einzelunterricht für Oltner Kinder und Jugendliche wird sich von heute 450 Franken (30 Minuten) bzw. 600 Franken (40 Minuten) in zwei Schritten auf 560 Franken (2014/15) bzw. 675 Franken (2015/16) für die 30-Minuten-Lektion respektive auf 750 Franken (2014/15) bzw. 900 Franken (2015/16) für die 40-Minuten-Lektion erhöhen.

Entsprechend erhöht werden auch die Tarife für Partnerunterricht und Gruppenunterricht (mind. 5 Teilnehmende). Während es bisher für den zusätzlichen Ensembleunterricht eine Reduktion des Elternbeitrags für Kinder und Jugendliche aus Olten um 50 Franken gab, wird neu für die ganzjährigen Ensembleangebote der Musikschule eine Administrationsgebühr von 50 Franken, bei Auswärtigen von 100 Franken erhoben.

Auswärtige Schülerinnen und Schüler – derzeit rund 50 an der Zahl – können zum doppelten Tarif der Einheimischen den Einzelunterricht an der Musikschule Olten besuchen, sofern sie sich auch in einem Ensemble der Musikschule engagieren. Andernfalls bezahlen sie ab dem Schuljahr 2014/15 Kosten von 1900 Franken für die 30-Minuten-Lektion (bisher 700 Franken) und 2500 Franken für die 40-Minuten-Lektion (bisher 900 Franken) respektive ab Schuljahr 2015/16 den Vollkosten-Tarif von 3000 Franken für die 30-Minuten-Lektion bzw. 4000 Franken für die 40-Minuten-Lektion.

Bei konstanter Anzahl von Schülerinnen und Schülern sollen sich nach den zwei Erhöhungsschritten Mehreinnahmen von rund 145‘000 Franken pro Jahr ergeben.

Oppermann wird Chefdramaturg in Pforzheim

Peter Oppermann, der seine Bühnenlaufbahn am Theater Luzern begonnen hat, wird ab der Spielzeit 2015/2016 Chefdramaturg und künstlerischer Stellvertreter des Intendanten Thomas Münstermann am Theater Pforzheim.

Foto: Marco Piecuch, Trier

Der 44-jährige Oppermann begann seine Karriere in der Schweiz und ging an die Städtischen Bühnen Osnabrück. Nachfolgend war er als Mitglied in den Theaterleitungen des Nordharzer Städtebundtheaters Halberstadt und der Landesbühne Hannover engagiert. Seit 2004 ist er als Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten Gerhard Weber am Theater der Stadt Trier tätig.

Dort wurden seine Romanadaptionen für die Bühne erfolgreich uraufgeführt; zudem leitete er mit überregionaler Resonanz mehrmals das zeitgenössische Autorenfestival Maximierung Mensch. Unter dem Titel «Total théatre» führte er Kooperationen mit verschiedenen Theatern der deutsch-französisch-luxemburgischen Grossregion durch, und er setzte weitere kontinuierliche Akzente mit der Etablierung zahlreicher ungewöhnlicher Spielorte in der Stadt.

Best Edition 2014

Auch in diesem Jahr hat der Deutsche Musikverleger-Verband DMV besonders gelungene Publikationen mit dem Prädikat «Best Edition» gewürdigt. Er setzt damit ein Zeichen für verlegerisches Engagement und verlegerische Vielfalt.

Bild: artspace – Fotolia.de,SMPV

Der wachsenden Konkurrenz durch Veröffentlichungen im Internet, die oft wenig verlegerischen Einsatz zeigten, setzten die Musikverlage in Deutschland hochstehende Qualität entgegen, betonte Winfried Jacobs, der Vorsitzende des Ausschusses für E-Musik im DMV bei der Preisvergabe. Besonders erfreulich sei auch die wachsende Zahl der pädagogischen Literatur, die neue Formen des Musizierens, wie beispielsweise das Beatboxing, aufnehme.

Die Jury, bestehend aus fünf Vertretern der Sparten Design, Musikwissenschaft, Notenfachhandel und Musikjournalismus, musste aus 72 Einreichungen auswählen. Alle eingereichten Werke wurden nach folgenden Kriterien beurteilt:

  1. Graphischer und editorischer Gesamteindruck, wobei auch ein editorischer Anspruch erfüllt werden muss
  2. Besondere verlegerische Leistung oder Idee
  3. Korrektheit und graphische Qualität des Notenbildes (Stich, Typie, elektronischer Notensatz, Kalligraphie)
  4. Umschlaggestaltung, Titelei, Seitenlayout
  5. Druck, Papier, Einband

Im deutschen Musikfachhandel sind über 300 000 Notenausgaben der Verlage im Angebot, jährlich kommen etwa 5 000 Neuerscheinungen hinzu.

Ausgezeichnete Publikationen 2014

Manfred Schmitz, Klavier – Erster Weg zum Spielen nach Akkordsymbolen, Band I
AMA Verlag, Brühl

Nationalratskommission steht zur Leerträgervergütung

Ohne Angabe von Quellen schreibt der Dachverband Suisseculture auf seiner Webseite, dass die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) eine parlamentarische Initiative zur ersatzlosen Abschaffung der Leerträgervergütung mit 21 zu 0 Stimmen (4 Enthaltungen) abgelehnt hat.

Foto: VRD – Fotolia.com

Anstelle der Initiative nahm die Kommission einstimmig eine Kommissionsmotion an. Mit dieser soll der Bundesrat beauftragt werden, dem Parlament Alternativen zur aktuellen Abgabe auf leeren Datenträgern zu unterbreiten. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, «dass heute elektronische Mittel auf dem Markt sind, mit denen diese gesetzliche Pflicht ohne Weiteres umgangen werden kann».

Die Initiative, mutmasst Suisseculture, dürfte vom Plenum des Nationalrats demnächst auf Antrag der WAK definitiv abgelehnt werden. Die Diskussion sei aufgrund der Kommissionsmotion allerdings noch nicht vom Tisch. Mit der Forderung, dass Alternativen keine Einschränkungen der Vergütung zur Folge haben dürfen, sei aber seitens der WAK des Nationalrates «einer ersatzlosen Abschaffung der Leerträgervergütung eine klare Absage erteilt» worden.

St.Gallische Kulturstiftung zeichnet Roth aus

Die St.Gallische Kulturstiftung zeichnet den Hemberger Dirigenten und Komponisten Ruedi Roth mit einem Förderpreis aus. Anerkennungspreise gehen an den Musiker und Schriftsteller Jörg Germann und den Bildenden Künstler David Bürkler.

Aufführung der Messe «Seelenklang» am Jodlerfest in Wattwil 2013. Foto: zvg

Der fünfzigjährige Ruedi Roth sei seit Jahren als Komponist von Jodelliedern ein sanfter Erneuerer und als Organisator fest im Volkstümlichen verankert, schreibt der Kanton St. Gallen. So habe er wesentlich dazu beigetragen, den an Flamenco erinnernden Bödele-Tanz wieder zu beleben.

Als Nachfolger seines Lehrmeisters Willi Valotti dirigiert er seit 2000 den Jodlerklub Wattwil. Als bisheriger Höhepunkt von Ruedi Roths Komponistenlaufbahn kann das Nordostschweizerische Jodlerfest 2013 in Wattwil bezeichnet werden. Für dieses grosse Fest hat er eine Messe geschrieben. Der Förderpreis ist mit 10’000 Franken dotiert.

Der St. Galler Künstler David Bürkler erhält den Anerkennungspreis der St.Gallischen Kulturstiftung «für sein ausserordentlich präzises und gehaltvolles Schaffen».

Jörg Germann, 1931 in St. Gallen geboren, ist promovierter Musiker und langjähriger Deutschlehrer an der Kantonsschule Sargans. Er hat im vergangenen Dezember mit Serenata eines Clowns seinen dritten Roman vorgelegt, herausgegeben vom Verlag Johannes Petri in Basel. Die beiden Anerkennungspreise sind mit je 15’000 Franken dotiert.

Sammlung Younghi Pagh-Paan in Basel

Die Basler Paul Sacher Stiftung hat die Musikmanuskripte der Komponistin Younghi Pagh-Paan übernommen. Die Sammlung von Skizzen, Entwürfen und Reinschriften wird laufend ergänzt und steht der Forschung im Archiv der Stiftung am Basler Münsterplatz ab sofort zur Verfügung.

Foto: Si-Chan Park

Younghi Pagh-Paan wurde 1945 in Süd-Korea geboren und kam 1974 als Stipendiatin nach Freiburg im Breisgau, wo sie bei Klaus Huber, Brian Ferneyhough und Edith Picht-Axenfeld studierte. Von 1994 bis 2011 war sie Professorin für Komposition an der Hochschule für Künste in Bremen.

Ihren kompositorischen Durchbruch erzielte Pagh-Paan mit dem Orchesterwerk Sori, das 1980 bei den Donaueschinger Musiktagen zur Uraufführung kam. Seither sind ihre Werke bei internationalen Festivals zu hören, und sie erhält Kompositionsaufträge von renommierten Institutionen.

Das Schaffen von Younghi Pagh-Paan zeichnet sich aus durch sozial-politisches Engagement und die Reflexion östlicher wie westlicher Philosophien. Die kompromisslos progressive Komponistin integriert auch auf musikalischer Ebene die Tradition und das Denken ihrer ostasiatischen Heimat.
 

Laute(r) Experimente

Die Welt des Schalls, seine Entstehung, Verbreitung und Wahrnehmung stehen im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung «Klangwelten», die am 16. April 2014 im Swiss Science Center Technorama in Winterthur eröffnet wird.

Ausschnitt aus dem Plakat zur Ausstellung,Foto:zvg,SMPV

Über 40 neue Exponate, verblüffende Klangräume, Klangskulpturen und zahlreiche Freihandexperimente machen die Phänomene des Schalls nicht nur hörbar. Akustische Schwingungen der Luft, von Metall, Glas, Holz und Kunststoff lassen sich auch mit den Augen beobachten und als Vibrationen mit dem ganzen Körper erspüren. Neue Klangräume und ungewöhnliche Klanginstallationen stehen bereit.

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Klankkaatser

Da ist etwa der Klankkaatser oder Klang-Hallraum des Niederländers Hans van Koolwijk. Der zehn Meter hohe eiförmige Raum verblüfft: Musik scheint wie aus dem Nichts direkt in den Köpfen der Zuhörer zu entstehen, und wer im Innern die Leiter ein Stück weit hinaufklettert, hört seine eigene Stimme so voll und kräftig wie niemals zuvor mit einem Nachhall von über zehn Sekunden!

An einer Hörbar werden keine Getränke ausgeschenkt, sondern Klänge serviert. Hier hört man Musik über die eigenen Knochen, bringt Gläser zum Schwingen, funktioniert die Thekenmöbel zu Instrumenten um und lässt Feuer im Rhythmus der Musik tanzen. Und weil Musik oft auch eine soziale Interaktion ist, lädt der Barkeeper die Gäste jeweils zu einer spontanen Jam-Session ein. Zu den weiteren ungewöhnlichen Musikinstrumenten gehören Schlag- und Pumporgeln, Zahnrad- und Lochsirenen oder eine riesige Xylofon-Kugelbahn, die alle auf spielerische Art ganz verschiedene Möglichkeiten der Klangerzeugung eröffnen.

Auch wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, ist hier richtig. Beim Experimentieren in den Klangwelten kann man nichts vergeigen! Zu jedem Exponat gibt es eine Anleitung zum Experimentieren sowie weiterführende Informationen.

Die Ausstellung dauert mindestens bis Sommer 2015. Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr
Website Technorama

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