Französische Konservatorien in finanzieller Not

Das französische Syndicat des Personnels de Direction des Conservatoires (Spedic) hat bei Aurélie Filippetti, der Kulturministerin des Landes, eine Petition deponiert. Sie richtet sich gegen drastische Kürzungen der Gelder für die Musikausbildungen des Landes.

Foto: vepar5 – Fotolia.com

Laut einem Bericht von «France Musique» sind die Zuschüsse des Staates für die Konservatorien bereits 2013 um 25 Prozent reduziert worden. 2014 sollen sie noch einmal um 31 Prozent gekürzt werden, damit reduzieren sich die Zuschüsse innerhalb von zwei Jahren um rund die Hälfte. Die Spedic verlangt, dass die Beiträge mindestens in gleicher Höhe belassen werden wie bisher.

Die Senkungen der Beiträge an die Konservatorien entsprechen den allgemeinen Senkungen der staatlichen Kullturbudgets in Frankreich. Diese werden 2014 um rund 2 Prozent gekürzt. Der Staat wirft für die Kulturwirtschaft jährlich rund 2,7 Milliarden Euro auf und für die Kreativwirtschaft (unter anderem Medien) 4,56 Milliarden Euro.

Die Petition im Web:
https://secure.avaaz.org/fr/petition/Conservatoires_en_danger/?stFdveb

2014 übernimmt Jérôme Benoit interimistisch die Leitung der Abteilung Kulturförderung französisch im Amt für Kultur des Kantons Bern. Er tritt die Nachfolge von Aline Delacrétaz an, die die Abteilung sechs Jahre lang geleitet hat und am 1. Januar 2014 die Stelle als stellvertretende Leiterin des Amts für Kultur des Kantons Genf übernimmt.

Der 41-jährige Bernjurassier Benoit arbeitet seit 2007 in der Abteilung, seit 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Neben der Gesuchsbearbeitung betreut er zurzeit die Geschäftsstelle der französischsprachigen Kulturkommissionen.

Benoit hat an der Universität Neuenburg Deutsch, Englisch und Geografie studiert. «Dank seiner Erfahrung aus der Praxis und als Co-Stellvertreter der Abteilungsleitung sowie seinen sehr guten Kenntnissen der Kulturszene im französischsprachigen Teil des Kantons Bern und im zweisprachigen Amtsbezirk Biel» bringe er ideale Voraussetzungen für die Aufgabe mit, schreibt der Kanton.

Eine interimistische Lösung bis Ende 2014 sei zweckmässig, so der Kanton weiter, weil die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in der Kulturförderung im französischsprachigen Teil des Kantons Bern im nächsten Jahr im Rahmen eines «Statu Quo+» genannten Projektes diskutiert würden.
 

Zwei Schweizer Projekte nominiert

Von 103 Projekten gelangten die Luzerner Mullbau-Konzertreihe «Frei improvisierte Musik für Kinder» und «Das goldene Herz», eine Coproduktion der Philharmonie Luxembourg, des Lucerne Festival und der Kölner Philharmonie in die engere Auswahl.

Frei improvisierte Musik für Kinder. Foto: Mullbau Luzern

In der ersten Juryrunde des junge ohren preises 2013 wurden aus 103 Bewerbungen elf Musikprojekte für Kinder und Jugendliche nominiert. Darunter befindet sich in der Kategorie LabOhr das Projekt «Frei improvisierte Musik für Kinder» von Mullbau aus Luzern sowie in der Kategorie Best Practice, Konzert die Koproduktion «Das goldene Herz» der Philharmonie Luxembourg, des Lucerne Festival und der Kölner Philharmonie.  Der Wettbewerb, der 2013 zum achten Mal unter dem Motto «Ausgezeichnetes für junge Ohren» durchgeführt wird, zeichnet herausragende Vermittlungsprojekte aus. Das Finale findet am 21. November im Gewandhaus zu Leipzig statt.

Laut den Informationen der Organisation «wird der junge ohren preis in vier Kategorien vergeben. Best Practice sucht in den Rubriken Konzert und Partizipatives Projekt nach beispielhaften Konzertformaten für junges Publikum bzw. prozessorientierten Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche. In der Sparte Musik & Medien sind Musikprojekte gefragt, die durch den Einsatz auditiver, visueller oder digitaler Medien das Spektrum von musikalischen Angeboten für Kinder und Jugendliche über das Erlebnis Konzerthinaus erweitern. LabOhr richtet sich an Projekte im Randbereich von Musik mit dem Fokus auf das Hören selbst.»
 


Die Finalisten

Best Practice, Konzert
• Die drei Reisen Sindbads, SWR Vokalensemble Stuttgart (Deutschland)
• Das goldene Herz, Philharmonie Luxembourg, Lucerne Festival, Kölner Philharmonie (Luxemburg, Schweiz, Deutschland)
• Du bist da, du bist fort, Theater Kontra-Punkt (Düsseldorf, Deutschland)

Best Practice, Partizipatives Projekt
• CollAge – ein Kompositionsprojekt zu Bernd Alois Zimmermanns «Requiem für einen jungen Dichter», KölnMusik GmbH (Köln, Deutschland)
• Die dritte Hand und Sonatina Cinetica – ein instrumentalpädagogisches Projekt zu
zeitgenössischer Klaviermusi
k, Nazfar Hadji (Hannover, Deutschland)
• Die Zauberflöte – eine Kooperation der besonderen Art, Porta-Nigra-Schule der Lebenshilfe Trier, Stadttheater Trier (Deutschland)

Musik & Medien
• Ganz Ohr! Musik für Kinder, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (Deutschland)
• Spurensuche 2.0, Schwäbisches Bildungszentrum Irsee (Deutschland)
• 20.000 Meilen unter dem Meer – Trickfilmprojekt, SWR Young CLASSIX (Stuttgart, Deutschland)

LabOhr
• Frei improvisierte Musik für Kinder – Konzertreihe, mullbau (Luzern, Schweiz)
• Die Hörer, Theaterwerkstatt Pilkentafel (Flensburg, Deutschland)
 

Aldo Caviezel, zur Zeit Kulturbeauftragter der Gemeinde Thalwil und Leiter der Fachstelle Kultur Thalwil, die er auch aufgebaut hat, wird Leiter des Amts für Kultur des Kantons Zug. Er ersetzt Prisca Passigatti, welche im Kanton Zürich eine neue Stelle bei der Fachstelle Kultur antritt.

Aldo Caviezel ist dreiundvierzigjährig, verheiratet, Vater und wohnt in Unterägeri. Nach einer Ausbildung am Zuger Lehrerseminar St. Michael habe sich Aldo Caviezel bald auf allen Ebenen der Kultur engagiert, schreibt der Kanton Zug.

Von 2003 bis 2005 absolvierte Caviezel das Masterprogramm Kulturmanagement der Universität Basel, in seiner Diplomarbeit befasste er sich mit der Frage nach der optimalen Organisationsstruktur für Kulturbetriebe.

Aldo Caviezel wird für den Kanton Zug ab 1. November 2013 bis 31. Januar 2014 in einem 20-Prozent- und ab 1. Februar 2014 in einem 80-Prozent-Pensum arbeiten.

Förderung des neuen Musiktheaters in Bern

Unter dem Titel «Internationale Plattform neues Musiktheater» haben sich in Bern die Hochschule der Künste, Konzert Theater Bern, die Universität Bern und die Münchener Biennale 2016 zusammengeschlossen, um Nachwuchsprojekte im aktuellen Musiktheater zu fördern. Dossiers können bis am 7. Februar 2014 eingereicht werden.

Foto: Kelvin Cantlon – Fotolia.com

Wie Konzert Theater Bern mitteilt, wenden sich die vier Partner mit einem «Call for Projects» an junge Nachwuchskünstler aus den Bereichen Theater, Regie, Musik, Komposition und verwandten Gebieten. Mit diesem Aufruf sollen zeitgenössische Projekte jenseits des gängigen Repertoires gefördert werden. In einem dreistufigen Wettbewerb soll dieses Ziel erreicht werden.

Gemäss den Informationen auf der Website von Musik Theater Bern diskutiert im Juni 2014 eine internationale Expertengruppe (Ludger Engels, Mathias Rebstock, Xavier Dayer, Xavier Zuber, Peter Kraut, Pierre Sublet, Françoise Rivalland, Malte Ubenauf, Daniel Ott) Positionen, Ästhetiken und Strategien, und die einzelnen Projekte werden individuell weiter entwickelt.

Der zweite Block im September 2014 bietet die Möglichkeit, gezielt an einer theatralen Ausgestaltung zu arbeiten. Die interessantesten Projekte werden an der Biennale Bern im September 2014 vorgestellt. Eine Jury mit den künstlerischen Leitern der Münchener Biennale 2016 (Manos Tsangaris, Daniel Ott) entscheidet bei dieser Gelegenheit, welche Projekte in München zur vollen Produktion ausgearbeitet werden könnten.

Zugelassen sind Einzelpersonen oder Teams bis zu drei Personen mit klarem Schweiz-Bezug, wobei keine der Personen bei Anmeldung älter als 38 Jahre sein sollte. Es werden maximal 15 Personen aufgenommen. Das elektronische Bewerbungsdossier ist bis am 7. Februar 2014 einzureichen. Weitere Teilnahmebedingungen finden sich bei Konzert Theater Bern. 
 

Der Deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann ist bereits Anfang Oktober bei den Vorbereitungen zu einer Staatsfeier in Stuttgart zusammengebrochen und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er wird der neuen Deutschen Regierung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Neumann wird an den Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen deutschen Regierung nicht teilnehmen. Mit dem Rückzug des allseits geschätzten Ministers geht in Deutschland eine kulturpolitische Epoche zu Ende. Wer ihm im Amt folgen wird, scheint noch völlig offen.

Der CDU-Politiker Neumann war seit November 2005 Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter für Kultur und Medien. Zwischen 1989 und 1995 war er Vorsitzender und 1995 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des Bundesfachausschusses Medienpolitik der CDU.

Von 1991 bis 1998 amtete er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung, Forschung und Technologie und in der Folge bis 2005 als Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss des Bundestags für Kultur und Medien. 
 

Basel soll zwei Orchester verstärkt unterstützen

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt beantragt beim Grossen Rat für das kammerorchesterbasel und die basel sinfonietta Unterstützungsbeiträge für die Jahre 2014/15, welche die bisherigen Subventionen deutlich übersteigen.

kammerorchesterbasel, Foto: Lukas Gysin

Das kammerorchesterbasel soll für die Jahre 2014/15 Unterstützungsbeiträge in der Höhe von jährlich 505’000 Franken erhalten. Dies entspreche einer Erhöhung von 150’000 Franken pro Jahr. Mit dieser Erhöhung könne ein Beitrag dazu geleistet werden, dass das Ensemble die Musikerinnen und Musiker innerhalb der kommenden zehn Jahre gemäss dem Tarif des Schweizerischen Musikverbands entlöhnen könne, schreibt der Kanton.

Die basel sinfonietta soll für den gleichen Zeitraum Unterstützungsbeiträge in der Höhe von jährlich 334’000 Franken erhalten, 100’000 Franken pro Jahr mehr als bisher. Um Planungssicherheit zu erreichen, sei die basel sinfonietta auf eine solide erhöhte Sockelfinanzierung durch Staatsbeiträge angewiesen. Das Orchester habe sich durch seine Qualität und sein spezifisches Programm einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet, erklärt der Regierungsrat. 
 

Uraufführung eines Schnyder-Oratoriums in Dresden

Ein Oratorium des in New York lebenden Schweizer Komponisten und Saxofonisten Daniel Schnyder soll zum Höhepunkt der Frauenkirchenfesttage 2013 in Dresden werden. Die Festtage dauern vom 24. bis 27. Oktober.

Daniel Schnyder. Foto: Anja Tanner

Laut deutschen Pressemeldungen sollen in dem etwa 40 Minuten dauernden Oratorium vor allem Texte des Alten Testaments verarbeitet werden. Es sei «eine Art Stossgebet», zitiert die Deutsche Presseagentur Schnyder.

Die Frauenkirche in Dresden wurde im Zweiten Weltkrieg praktisch vollständig zerstört. Zwischen 1994 bis 2005 wurde sie rekonstruiert. Heute dient sie wieder als eines der Zentren des sakralen Musiklebens der Stadt.

Schnyders Musik ist nach seiner eigenen Charakterisierung in den Bereichen Neue Musik, klassische Musik (Kammermusik und symphonische Konzertmusik), alte Musik, ethnische Musik, Crossover, Jazz, Big Band, Oper, Oratorium, Ballett und Latin Music angesiedelt. Nebst seiner Kompositionstätigkeit konzertiert Schnyder regelmässig als Solist, Kammermusiker und Jazzimprovisator.

Wiegenlieder aus aller Welt

Nach Wiegenliedern, Volksliedern, Kinderliedern und Weihnachtsliedern wird die Buch- und CD-Reihe, die das Singen mit Kindern fördern will, international. Kulturradios starten ab 26. Oktober 2013 mit wöchentlichen Sendungen

Ausschnitt aus dem Buchumschlag,SMPV

Singen macht stark! Deshalb soll es überall unterstützt werden: in der Familie, im Kindergarten, der Jugendgruppe oder der Schule. 2009 startete der Carus-Verlag zusammen mit SWR2 das Liederprojekt. Es begann mit Wiegenliedern (vergl. Besprechung SMZ 4/2010). Fünf große Liederbücher wurden bislang veröffentlicht und 12 CDs, über 100 Sängerinnen und Sänger, Chöre und Vokalensembles, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten haben Lieder für das Projekt aufgenommen, ebenso über 300 Kinder. Mit mehr als 350 000 Euro konnten Gesangsprojekte mit Kindern unterstützt werden.

Die neue Folge, Wiegenlieder aus aller Welt, bringt eine Vielfalt an traditionellen Schlafliedern aus verschiedenen Ländern, illustriert mit Fotos aus aller Welt. Die Lieder nehmen den Betrachter mit auf eine musikalische Weltreise, u. a. nach Neuseeland, Indien, Südafrika, in den Libanon, die Türkei oder in die Schweiz. Der klingenden Reiseroute können interessierte Hörer auch im Radio folgen (s. u.).

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem europäischen Chorverband European Choral Association – Europa Cantat (ECA-EC) und seinem internationalen Netzwerk. Die Bücher, CDs, Notenbände und Texthefte sind im Handel erhältlich. Die Inhalte daraus gibt es auch kostenlos auf liederprojekt.org.

Sendetermine:
hr2-kultur: ab 26. Oktober 2013 bis 12. April 2014, jeweils samstags zwischen 13.05 und 14.00 Uhr

SR2 in Voyages – Musik der Welten: 27. Oktober 2013 bis 13. April 2014, ca.18.00/18.30 Uhr bis 20.00 Uhr

MDR: wöchentlich ab 28.Oktober im Webradio MDR Figarino sowie zum Auftakt und an den Novembersonntagen (3., 10., 17. und 24.November 2013) um 8.20 Uhr bei MDR Figaro im Familienfrühstück.

Beiträge zur Genfer Fête de la musique 2014

Künstler, Vereine und Gruppen können ab sofort Projekte für die Fête de la musique 2014 der Stadt einreichen. Der letztmögliche Termin für EIngaben ist der 29. November 2013.

Fête de la musique 2012, Foto: Franck Schneider, wikimedia commons

Bewerber können einen Ort des Festes mit einem eigenen Projekt bespielen, zum Beispiel mit einem Video, einer Installation oder konzertant. Zur Verfügung stehen pro Projekt maximal 30’000 Franken.

Die Fete de la Musique de Genève, eine Art offene Werkschau der Musik, folgt einem ursprünglich aus Frankreich stammenden Konzept. Der Anlass, der mittlerweile in etwa hundert Ländern begangen wird, zieht in der Calvinstadt jährlich rund eine Viertelmillion Besucher an.

Mehr Infos: www.ville-ge.ch/culture/fm/

Lehrplan 21 – Musik

Noch bis Ende Jahr befindet sich der erste gemeinsame Lehrplan für die Volksschule der deutschen Schweiz in Konsultation.

Screenshot aus www.lehrplan21.ch,SMPV

Der Lehrplan 21 ist ein dicker Wälzer, allein der Fachbereichslehrplan Musik umfasst 29 Seiten. Er legt Mindestansprüche fest, die von allen Schülerinnen und Schülern erreicht werden sollen. Musikalische Kompetenz wird gemäss den Zielsetzungen des Lehrplans über sechs Kompetenzbereiche aufgebaut: Singen und Sprechen, Hören und sich Orientieren,Bewegen und Tanzen, Musizieren, Gestaltungsprozesse sowie Praxis des musikalischen Wissens (Fachbereichslehrplan Musik, Bedeutung und Zielsetzungen, S. 1).

Auf didaktische Hinweise folgen ausführliche Tabellen, die den Kompetenzaufbau detailliert in einzelne Schritte aufschlüsseln. Von der Lehrperson wird erwartet, dass sie agiert «als Vorbild einer musikalisch interessierten Person, als musikalische Kommunikationspartnerin und als Begleitperson von musikalischen Prozessen» (S. 3).

Wie die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) in der Mitteilung von 28. Juni schreibt, können die betroffenen Kreise ihre Stellungnahmen bis Ende Jahr einreichen. Der überarbeitete Lehrplan soll im Herbst 2014 den Deutschschweizer Erziehungsdirektoren zum Beschluss vorgelegt werden. Die Einführung wirdschliesslich bei den einzelnen Kantonen liegen.

www.lehrplan.ch
 


Kommentare zum Lehrplan 21 – Musik

Wolfgang Böhler im Online-Magazin Codex Flores am 28. Juni 2013: Der Lehrplan 21 und die Musik

Hans Brupbacher in der Schweizer Musikzeitung (10/2013, S. 23): Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kampf für faire Bedingungen

Seit dem 7. September besteht der Verein art but fair Schweiz. Er kümmert sich um einen fairen Umgang innerhalb des Kulturbetriebs.

Foto: Phatic-Photography – Fotolia.com

Am 19. Februar 2013 gründete Johannes Maria Schatz die Facebook-Gruppe «Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse». Innert kürzester Zeit erfuhr diese Gruppe einen grossen Widerhall im Netz. Und, nachdem im März die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman und weitere prominente Künstlerinnen und Künstler der Bewegung ihre Unterstützung zusagten, berichteten viele andere Medien über die sogenannte «Revolution der Künstler». Am 1. Mai wurde das Logo des Gütesiegels «art but fair» veröffentlicht, mit dem sich Veranstalter zu einem fairen Umgang mit Künstlerinnen und Künstlern selbst verpflichten können.

Inzwischen hat sich die Bewegung unter dem Namen «art but fair» zu einem Verein organisiert, der in Deutschland und in der Schweiz seit dem 7. September und in Österreich seit dem 11. Oktober aktiv ist. Wie der Vereinswebsite zu entnehmen ist, stehen dem Schweizer Ableger Julia Schiwowa als Vorsitzende, Daniel Ris und Johannes Maria Schatz als stellvertretende Vorstände vor. Kernstück der Vereinsarbeit ist die Formulierung von «Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens», die zusammen mit dem Gütesiegel «den fairen, respektvollen Umgang innerhalb des Kulturbetriebs gewährleisten sollen.» Diese sollen am 1. Mai 2014 in einer endgültigen Version veröffentlich werden.
 


Artikel zum Thema

Andreas Beck Intendant des Theaters Basel

Andreas Beck, der langjährige Direktor und Geschäftsführer des Schauspielhauses Wien, wird als Nachfolger von Georges Delnon ab Spielzeit 2015/2016 neuer Intendant des Theaters Basel.

Andreas Beck. Foto: Alexi Pelekanos

Der 48-jährige Beck denke als langjähriger Dramaturg an grossen Theatern und «wichtiger Förderer zahlreicher zeitgenössischer Theaterautoren», auf «erfrischende Weise in spartenverbindenden und zukunftsweisenden Strukturen, ohne dabei den Respekt vor den einzelnen Sparten vermissen zu lassen», schreibt das Theater Basel in einer offiziellen Mitteilung.

Neben seinen Kenntnissen im Schauspiel sei Beck auch ein Kenner der Opernlandschaft und des zeitgenössischen Tanzes. Der studierte Theaterwissenschaftler habe die Findungskommission «durch inhaltlich faszinierende, zugleich realistische Modellvorstellungen für das Theater Basel als wichtigstes Dreispartenhaus Europas» überzeugt.

Winterthurer Kulturpreis für Ana Tajouiti Stahel

Ana Tajouiti Stahel wird mit dem mit 10’000 Franken dotierten Kulturpreis 2013 der Stadt Winterthur ausgezeichnet. Die Tänzerin gründete 1997 zusammen mit Sanna Kurtenbach ihre eigene Schule, das «aha! Studio für Tanz und Bewegung», und 2009 die Nachwuchscompanie «cie.aha!plus».

Foto: www.tajouiti.ch

Ana Tajouiti Stahel setze sich seit Jahren für die Entwicklung des Tanzes in Winterthur ein, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung, sowohl als Veranstalterin im Theater am Gleis und «tanzinwinterthur» (Präsidentin 2006-2011) als auch auf politischer Ebene.

Nach ihrer Ausbildung zur Tänzerin tanzte Ana Tajouiti Stahel unter anderem beim «Zürich Tanz Theater» und den «Movers», bevor sie 1989 ihre eigene Company – das «Rakassa Tanztheater» (ab 2000 «aha! tanzt») gründete. Seit ihrer Ausbildung ist Ana Tajouiti Stahel als Pädagogin in den Fächern zeitgenössischer Tanz, Modern Dance, Tanzimprovisation, Kindertanz und Jazztanz tätig.

Hans Abicht Präsident der Zuger Sinfonietta

Hans Abicht, Unternehmer und ehemaliges Mitglied des Grossen Gemeinderats und Kantonsrats von Zug, ist zum Präsidenten der beiden Vereine Zuger Sinfonietta und Gönnerkreis der Zuger Sinfonietta gewählt worden.

Foto: zvg

Mit seiner Wahl «erhofft sich die Zuger Sinfonietta eine weiterhin starke Verankerung in der Region und dank langjährigen Beziehungen zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine verbesserte Ausgangslage für die finanzielle Absicherung und möglichen Aktivitäten des Orchesters», heisst es in der offiziellen Mitteilung zur Wahl.

Die Neubesetzung des Präsidiums geht einher mit dem vor einem Jahr realisierten Geschäftsführerwechsel. Das Amt hat heute Simon Müller inne. Für die Zuger Sinfonietta bedeute der Führungswechsel einen neuen Abschnitt in ihrer 15 jährigen Geschichte.

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