Nicolas Bucher wird Leiter des Genfer Kammerorchesters

Der Obwaldner Organist Nicolas Bucher, der bislang das Centre de musique baroque de Versailles geleitet hat, wird Generaldirektor des Genfer Kammerorchesters. Er folgt in dem Amt auf Frédéric Steinbrüchel.

Nicolas Bucher (Bild: OCG)

Parallel zu seinen Aufgaben im Kulturmanagement verfolgt Bucher eine künstlerische Karriere als Organist, die ihn laut der Mitteilung des Genfer Kammerorchesters regelmässig in die Westschweiz, nach Frankreich und Europa führte. Unter seiner Leitung will das Orchestre de Chambre de Genève (OCG) «seine Mission als ein entschieden auf das 21. Jahrhundert ausgerichtetes Orchester fortsetzen». Mit einem Programm, das klassisches Repertoire, zeitgenössische Musik und interdisziplinäre Projekte miteinander verbinde, möchte es klassische Musik für alle zugänglich und nahbar machen.

Das OCG weitet seine Aktivitäten zur Zeit aus, dank der verstärkten Unterstützung der Stadt und des Kantons Genf, dem bevorstehenden Umzug in den Kulturraum Concorde und damit neuen künstlerischen Ambitionen unter der Leitung von Maestro Raphaël Merlin, der für die nächsten drei Jahre wiederernannt wurde.

Roche Young Commissions 2027 gehen an Brichs und Martirosyan

Arnau Brichs und Aregnaz Martirosyan erhalten für 2027 die Kompositionsaufträge der im Rahmen von Lucerne Festival vergebenen «Roche Young Commissions».

Arnau Brichs und Aregnaz Martirosyan (Bild: Nik Hunger)

Dieter Ammann, Co-Leiter des Composer Seminars der Lucerne Festival Academy, Dirigent Baldur Brönnimann und Contemporary-Dramaturg Mark Sattler haben die beiden ausgewählt. Sie erhalten den Auftrag, neue Werke für Orchester zu schreiben, die im Rahmen des Sommer-Festivals 2027 mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) uraufgeführt werden.

Arnau Brichs, geboren 2000 im spanischen Sant Joan Despí, lebt in Paris. Er studierte Komposition an der Royal Academy of Music in London und schloss mit Auszeichnung ab. Seit 2024 ist er Composer in Residence am IRCAM in Paris. Brichs besuchte 2021 das Composer Seminar des Lucerne Festivals und war Teilnehmer zahlreicher internationaler Akademien, unter anderem in Viitasaari und Madrid.

Aregnaz Martirosyan ist 1993 in der armenischen Hauptstadt Jerewan geboren und lebt in Luzern. Sie studierte Komposition an der Hochschule Luzern – Musik. Zudem nahm sie im Jahr 2022 am Composer Seminar der Lucerne Festival Academy teil. Ihre Werke wurden unter anderem vom Ensemble Modern, der Basel Sinfonietta und dem Sinfonieorchester Biel Solothurn aufgeführt.

Die «Roche Young Commissions» wurden 2013 als Kooperation zwischen Roche, Lucerne Festival und der Lucerne Festival Academy ins Leben gerufen. Die «Roche Young Commissions» geben dem Nachwuchs bis 30 Jahren die Gelegenheit, alternierend zu den «Roche Commissions» im jeweils folgenden Jahr, Werke für Orchester zu schreiben. Die Bewerbung erfolgt über eine offene Ausschreibung.

Aarau erneuert Kulturförderrichtlinien

Die Abteilung Kultur der Stadt Aarau hat während rund eineinhalb Jahren und in enger Abstimmung mit den lokalen Kulturschaffenden ihre Kulturförderrichtlinien erneuert.

Aarau (Bild: Lutz Fischer-Lamprecht)

Der 2023  begonnene Prozess der Erneuerung der Kulturförderrichtlinien ist laut der Medienmitteilung der Stadt diesen Sommer abgeschlossen worden. Gewünscht wurden von den Kulturschaffenden vor allem präzisere Formulierungen, mehr Informationen zum Ablauf der Gesuchseingabe, eine vereinfachte Gesuchseingabe sowie allgemein eine bessere Kommunikation der Informationen rund um die Kulturförderung (wichtige Termine, infrastrukturelle Förderung, Plakatierung etc.).

Die neuen Kulturförderrichtlinien sind präziser formuliert und übersichtlich gestaltet. Ein Q&A gibt kurz und bündig Auskunft zur Aarauer Kulturförderung. Die Übersetzung in Einfache Sprache soll zudem den Zugang zur Kulturförderung erleichtern. Digitale Projekte sowie die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern am Anfang ihrer Karriere haben inhaltlich ein stärkeres Gewicht erhalten. Betont wird ausserdem, dass eine Unterstützung immer wieder von Neuem beurteilt wird und auch eine mehrmalige Zusage von Fördermitteln keinen Anspruch auf künftige Förderbeiträge ergibt. Alle Dokumente sind auf der Webseite der Stadt Aarau abrufbar.

An ihrer Sitzung vom 21. August 2025 behandelte die Kulturförderkommission 18 Gesuche aus verschiedenen Sparten, dabei kamen die neuen Kulturförderrichtlinien bereits zur Anwendung. Total sprach die Kulturförderkommission Beiträge in Höhe von 56’900 Franken. Über die Hälfte für Projekte aus der Klassischen Musik/Chormusik – jener Sparte, die mit zehn Gesuchen am stärksten vertreten war.

Svetlana Makarova nach Wien berufen

Die Geigerin Svetlana Makarova, die an der Haute École de Musique in Lausanne unterrichtet, ist an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien berufen worden.

Svetlana Makarova (Bild: Claude Dussez)

Makarova wurde laut der Mitteilung des Magazin The Strad 1981 in Moskau, geboren und studierte am Moskauer Konservatorium. Im Alter von zehn Jahren gewann sie den ersten Preis beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb für junge Musiker in Moskau. 2008 wurde sie Mitglied des Orchesters des Palau de Les Arts Reina Sofía in Spanien.

Im Rahmen ihrer Kammermusikkarriere arbeitete sie unter anderem mit dem Cellisten Patrick Demenga zusammen. Sie hatte Lehraufträge an der Gnessin-Akademie in Moskau und der Scuola di Musica di Fiesole in Florenz inne und ist seit 2014 Professorin an der Haute École de Musique in Lausanne. Neben ihrer Karriere als Musikerin und Pädagogin ist sie regelmässig als Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben tätig.

Originalartikel:
https://www.thestrad.com/news/violinist-svetlana-makarova-appointed-professor-in-vienna/20119.article

Suisseculture sieht in Sachen KI Handlungsbedarf

Das Bundesparlament berät zurzeit eine Motion für besseren Schutz des geistigen Eigentums vor KI-Missbrauch. Suisseculture beschreibt eine von mehreren möglichen Lösungen.

Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Die Motion Gössi (24.4596) trägt den Titel «Besserer Schutz des geistigen Eigentums vor KI-Missbrauch». Suisseculture unterstützt das Anliegen, in der «begründeten Auffassung, dass Lizenzen und Vergütungen eine vorteilhafte Marktordnung entstehen lassen, und dass dafür mehrere urheberrechtliche Modelle zur Verfügung stehen werden». Die Anliegen der Wissenschaft und Wirtschaft könnten laut der Dachorganisation der Kulturverbände in den Einwilligungs- und Vergütungsmodellen berücksichtigt werden. Sie beschreibt eine von mehreren möglichen Lösungen.

Die grossen Sprachmodelle, Bild-, Musik- und Videogeneratoren und ähnliche Systeme generativer künstlicher Intelligenz wie ChatGPT oder Perplexity hätten das Urheberrecht und ein Einwilligungsprinzip umgangen, so Suisseculture weiter. Zudem erzeugten diese Modelle basierend auf grossen Mengen urheberrechtlich geschützter Daten ähnliche und neue Inhalte, die wirtschaftliche Investitionen und künstlerische Interessen gefährdeten.

Bis heute fehle es an Rechtssicherheit und Transparenz zu dieser Datennutzung. Die schweizerische Politik stehe vor der Aufgabe, Lösungen zu ermöglichen, die den Schutz kreativer Werke und Leistungen mit Innovation, Wirtschaft, Wissenschaftsfreiheit und Zugang zu Kulturgütern in Einklang bringen.

Die ganze Stellungnahme: 
https://www.suisseculture.ch/?article=kuenstliche_intelligenz_und_urheberrecht_politischer_handlungsbedarf_und_loesungsansaetze

Leistungsvertrag 2026 für Konsibern genehmigt

Der Berner Gemeinderat, die Exekutive der Stadt, hat den Leistungsvertrag 2026 für die Stiftung Musikschule Konservatorium Bern (Konsibern) genehmigt.

(Bild: Konsibern)

Die Leistungen von Konsibern sollen im kommenden Jahr mit einer Summe von 4,48 Millionen Franken abgegolten werden. Darin enthalten sind Mehrkosten von 107’000 Franken. Diese seien auf einen Zuwachs an Schulkindern und eine Zunahme bei den Gehältern für Lehrpersonen zurückzuführen, schreibt die Stadt Bern.

Der Betrieb von Konsibern finanziert sich über Beiträge von Stadt und Kanton Bern, Schulgelder und Zuwendungen Dritter. Für die Gelder der Stadt Bern braucht es noch die Zustimmung der Stimmberechtigten der Stadt im Rahmen der Budgetabstimmung am 30. November 2025, schreibt das Konsibern.

Die Musikschule wurde 1858 von der Bernischen Musikgesellschaft BMG ins Leben gerufen. Mit der Gründung der Hochschule der Künste Bern HKB im Jahr 2000 wurden die Abteilung allgemeine Musikschule des bisherigen Konservatoriums in eine eigenständige Institution übergeführt und die Stiftung Musikschule Konservatorium Bern als Kompetenzzentrum für das Laienmusizieren gegründet.

Thun fördert Lisa Mark

Die Stadt Thun verleiht dem bildenden Künstler Michael Streun den Kunstpreis. Den Kulturförderpreis teilen sich die Klangkünstlerin Lisa Mark sowie der Filmemacher Yannick Mosimann.

Lisa Mark (Bild: Tim Rod)

Mit einem Kulturförderpreis von 5000 Franken ehrt die Stadt die Sound Art Künstlerin Lisa Mark (*1996). Mark schloss ein Studium in Sound Arts und Contemporary Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern ab. Sie überzeugte die Jury «mit ihrer Vielseitigkeit». In ihrer Kunstpraxis bewege sie sich zwischen Sound Arts, Bildender Kunst und Musik, schreibt die Stadt Thun. In ihrer interdisziplinären Praxis ergründe sie «mit Feingefühl Klang und das bewusste Zuhören», resümiert die Jury.

Die Kulturpreise der Stadt Thun werden auf Empfehlung der Kulturkommission verliehen, die Kulturförderpreise werden durch die Jury Kulturförderpreis vergeben. Beide Gremien präsidiert Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch. Die Preisgelder stammen aus dem Heinrich-und-Martha-Streuli-Fonds, die Kulturförderpreise werden seit 2004 vom Gemeindeverband Amtsanzeiger Verwaltungskreis Thun gestiftet.

Berner Förderpreise für Neustudierende

Der Fachbereich Musik der Hochschule der Künste Bern vergibt in diesem Herbst erstmals Förderpreise an acht herausragende Neustudierende.

 

Hochschule der Künste Bern (Bild: HKB)

Die mit je 2500 Franken dotierten Preise werden laut der Mitteilung der HKB vorerst einmalig von einer privaten Stiftung gestiftet. Sie würdigen «besonders talentierte und vielversprechende Persönlichkeiten, die in den Eignungsprüfungen durch ihre künstlerische Qualität und Ausdruckskraft überzeugt haben». Ziel sei es, den Studienstart an der HKB gezielt zu unterstützen und zu fördern.

Die Ausgezeichneten sind Selma Aerni (MA Music Pedagogy Klassik), Nathaniel Edelmann (MA Music Composition Contemporary Jazz), Sumanie Gächter (BA Musik Sound Arts), Juliette Milone (MA Music Performance Jazz and Contemporary Music), Miquel Muñiz Galdon (MA Specialized Music Performance Klassik), Dávid Mór Sándor (BA Klassik), Laurin Stadler (BA Musik Sound Arts) und Chloé Underwood (MA Specialized Music Performance Oper).

10. Neeme Järvi Prize in Gstaad vergeben

Mit dem Neeme Järvi Prize der Gstaad Conducting Academy wurden dieses Jahr Joséphine Korda, Simon Clausse und Shira Samuels-Shragg ausgezeichnet.

v.l.n.r.: Müller, Samuels-Shragg, Korda, Clausse, Schläfli (Bild: Raphael Faux)

Der Dirigernachwuchs erhielt in den vergangenen zwei Wochen die Gelegenheit, im Rahmen der Gstaad Conducting Academy mit dem Gstaad Festival Orchestra zusammenzuarbeiten. Unter der Leitung von Jaap van Zweden (Musikdirektor des Seoul Philharmonic und designierter Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Radio France), Mirga Gražinytė-Tyla (Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra) und Johannes Schlaefli (Künstlerischer Leiter des Schweizer Jugendsinfonieorchesters SJSO und des Alumni-Sinfonieorchesters Zürich) wurde Brahms’ Sinfonie Nr. 3 und Dvořáks Sinfonie Aus der Neuen Welt sowie Richard Strauss’ Don Juan und Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 geprobt.

Die Hauptgewinnerin ist heuer Joséphine Korda (1996), die derzeit als Conductor in Residence an der Académie de l’Opéra in Paris amtet. Sie darf ihre Gastdirigate beim Kammerorchester Bern, bei der Philharmonie Südwestfalen, dem Orchestre de chambre de Lausanne und im Sinfonie Orchester Biel Solothurn absolvieren. Preisträger sind zudem Simon Clausse (2000) aus Frankreich – er gewinnt ein Gastdirigat im Musikkollegium Winterthur – und Shira Samuels-Shragg (1997) – sie wird mit dem Sinfonieorchester Basel arbeiten dürfen.

Der Neeme Järvi Prize zeichnet jene Teilnehmenden der Gstaad Conducting Academy aus, die in ihrer Entwicklung besonders überzeugen. Die Auszeichnung wird seit 2015 direkt im Anschluss an das Abschlusskonzert vergeben, durch eine Jury aus Lehrkörper, Festivalleitung und Mitgliedern der Partnerorchester.

Verbier Festival expandiert nach China

Verbier Festival baut im chinesischen Shenzhen ein «Verbier Festival in Asia» auf. Die erste Auflage findet vom 30. Januar bis 8. Februar 2026 statt und umfasst über 25 Konzerte und Veranstaltungen.

Shenzhen (Bild: getarchive.net)

Auftreten werden unter anderem Martha Argerich, Lang Lang, Joshua Bell, Mischa Maisky, Janine Jansen, Mikhail Pletnev, Gautier Capuçon, Bryn Terfel, Bruce Liu, Daniel Lozakovich, Alexander Malofeev, Marc Bouchkov, Timothy Ridout, Daniel Blendulf und viele mehr. Im Mittelpunkt des Festivals steht das Verbier Festival Chamber Orchestra als Residenzorchester unter der Leitung seines Musikdirektors Gábor Takács-Nagy. Es wird sechs Konzerte geben.

Damit verdichtet das Verbier Festival seine Aktivitäten mit einem Winteranlass. Organisations-Partner ist die 1991 gegründete chinesische Agentur Wu Promotion, die unter anderem Partenrschaften mit den Wiener und Berliner Philharmonikern pflegt.

Prix Yves Paternot 2025 geht an Anton Beliaev

Der Prix Yves Paternot, der im Rahmen des Verbier Festivals an den meistversprechenden Absolventen der Akademie für junge Berufsmusiker verliehen wird, geht dieses Jahr an den Bariton Anton Beliaev.

Anton Beliaev (Bild: Verbier Festival)

Die Bekanntgabe des Preises erfolgte nach Beliaevs Darbietung in der Titelrolle von Eugene Onegin, der Oper, die diesen Sommer im Rahmen des Atelier Lyrique der Akademie aufgeführt wurde, begleitet vom Verbier Festival Junior Orchestra unter der Leitung von Stanislav Kochanovsky.

Anton Beliaev schloss 2020 sein Studium am Tschaikowsky-Konservatorium in Jekaterinburg mit Auszeichnung ab, wo er bei Valery Gurevich studierte. Im selben Jahr begann er sein Bachelorstudium bei Michail Lanskoi an der Hochschule der Künste Berlin, wo er derzeit seinen Masterabschluss macht. Seit der Spielzeit 2023/24 ist er Mitglied des Opernstudios der Semperoper Dresden.

Yves Paternot war Gründer der Freunde des Verbier Festivals und Mitglied des Stiftungsrats. Um sein Engagementszu ehren, schufen seine Freunde nach seinem Tod den Prix Yves Paternot. Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert, beinhaltet eine Einladung zu einem Auftritt bei einem zukünftigen Verbier Festival und berechtigt zu einer Förderung von bis zu 15’000 Franken für die künstlerische und berufliche Weiterentwicklung.

Doppelerfolg für Jorge Rodriguez

Der Flötist Jorge Rodriguez, der vor Kurzem in Basel sein Masterstudium abgeschlossen hat, hat die Moyse Competition in Bulgarien und die Cluj Competition in Rumänien für sich entschieden.

Jorge Rodriguez in Cluj (Bild: HMB)

Jorge Rodriguez wurde sowohl beim Moyse International Flute Competition in Sofia, Bulgarien (28. Juni – 2. Juli 2025), als auch beim Cluj International Flute Competition in Rumänien (5. – 12. Juli 2025) jeweils mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert ist dabei laut der Mitteilung der Basler Musikhochschule, dass zwischen den beiden Wettbewerben lediglich drei Tage lagen.

Im Rahmen seiner Erfolge erhält Jorge die Möglichkeit, in der kommenden Saison als Solist mit verschiedenen Orchestern in Italien und Rumänien aufzutreten. Jorge Rodriguez hat vor Kurzem sein Masterstudium in Solo Performance an der Hochschule für Musik Basel in der Klasse von Felix Renggli erfolgreich abgeschlossen.

Lübecker Brahms-Portal geht online

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung zu Brahms und seinem Umfeld. Sie wird nun digital öffentlich zugänglich.

Brief von Brahms an Avé-Lallemant (Bild: Brahms-Portal)

Die Lübecker Bestände wurden nach neuesten Standards digital erfasst und semantisch vernetzt. Im Fokus steht das musikalische Œuvre: Ausgehend von den Objekten der Sammlung ist eine Vielzahl wissenschaftlich fundierter Werktexte entstanden, die neues Licht auf die Entstehungs- und Publikationshintergründe werfen. Knapp zwanzig Autorinnen und Autoren aus der deutschsprachigen Musikwissenschaft haben sich dafür mit den Objekten der Lübecker Sammlung beschäftigt.

Als Leuchtturmprojekt der Digitalisierung wurde das Brahms-Portal durch das Struktur- und Exzellenzbudget des Landes Schleswig-Holstein und durch die Possehl-Stiftung Lübeck mit 800’000 Euro finanziert. Alle Inhalte sind Open Access und angelehnt an die FAIR-Prinzipien, nach denen Forschungsdaten nachhaltig erfasst werden. Rund 10’000 Datensätze sind auf diese Weise bereits miteinander verknüpft worden. Die Erfassung ist damit noch nicht abgeschlossen, sondern wird in Zukunft sukzessive weitergeführt.

Link: brahms-portal.de

Yunchan Lim mit Berggruen-Preis ausgezeichnet

Der Pianist Yunchan Lim ist im Rahmen seines Rezitals an der Gstaad Menuhin Festival & Academy mit dem diesjährigen Olivier Berggruen Prize ausgezeichnet worden.

Olivier Berggruen überreicht Yunchan Lim den Preis (Bild: Raphel Faux)

Yunchan Lim überzeugte zusammen mit seinem Lehrer Minsoo Sohn in der Kirche von Rougemont mit einem Programm, das Bearbeitungen für zwei Klaviere von Richard Strauss’ Rosenkavalier, Brahms’ Sonate und Rachmaninows Sinfonischen Tänzen vereinte.

Yunchan Lim gewann mit 18 Jahren 2022 die Van Cliburn International Piano Competition. Seither feierte er Debüts mit  Orchestern wie der New York Philharmonic, der Los Angeles Philharmonic, den Münchner Philharmonikern und dem Seoul Philharmonic Orchestra. Im April 2025 gab er sein Recital-Debüt im Kennedy Center in Washington, D.C. Den Olivier-Berggruen-Preis erhält Yunchan Lim nach Alexandra Dovgan (Preisträgerin 2023) und Kate Liu (Preisträgerin 2024).

Der vom deutsch-amerikanischen Kunsthistoriker, Kurator und Schriftsteller Olivier Berggruen ins Leben gerufene Preis umfasst neben einem Konzert im Rahmen des Festivalprogramms eine Trophäe, die dieses Jahr von der in Genf geborenen und heute in New York lebenden Künstlerin Olympia Scarry gestaltet wurde. Berggruen entstammt einer Mäzenatenfamilie und ist künstlerischer Berater des Gstaad Menuhin Festivals.

 

 

Berner Tschumi-Preise gehen 2025 an Karpova und Lucjan

Der Eduard-Tschumi-Musikpreis der Hochschule der Künste Bern geht dieses Jahr ex aequo an die Pianistin Ekaterina Karpova und die Violinistin Marta Lucjan.

v.l.: Marta Lucjan (Bild: Bettina Matthiessen), Ekaterina Karpova (Bild: HKB)

Ekaterina Karpova hat ihre Ausbildung am Gnessin College (2016) und am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau (2021) mit Auszeichnung abgeschlossen. Sie absolvierte ihren zweiten Masterstudiengang in Specialized Music Performance an der Hochschule der Künste Bern (HKB) unter der Leitung von Tomasz Herbut.

Marta Lucjan ist eine polnische Geigerin, die sich der Erforschung und Aufführung zeitgenössischer Musik widmet. Sie hat an der HKB unter der Leitung von Corina Belcea (Master Specialized Performance, Vertiefung Neue Musik) studiert. Neben ihrer akademischen Tätigkeit ist sie Gründerin und aktives Mitglied des Aventurin-Quartetts.

Der Eduard-Tschumi-Musikpreis wird jährlich für den besten Abschluss des Master-Studiengangs Specialized Music Performance der HKB verliehen. Die beiden diejährigen Gewinnerinnen haben identische Abschlussnoten. Der Preis ist mit je 7000 Franken dotiert. Die Gewinnerin in der Vertiefung Solist*in erhält mit der Unterstützung der Bürgi-Willert-Stiftung ausserdem die Möglichkeit, im Saisonprogramm des Berner Symphonieorchesters als Kammermusikpartnerin oder als Solistin aufzutreten.

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