Städte fördern musikalische Vielfalt

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main ist der Frage nachgegangen, wie der urbane Alltag unsere Musikauswahl prägt.

(Bild: Wikimedia Commons/Adrian Scottow)

Das Team analysierte die Hörgewohnheiten von 2,5 Millionen Menschen in Frankreich, Brasilien sowie Deutschland. Es fand heraus, dass die Musikauswahl der urbanen Bevölkerung vielfältiger und individueller ist als die der Landbevölkerung.

Zunächst untersuchte es, wie ähnlich sich die Lieder waren, die von Menschen in derselben Region gehört wurden. Die Auswertung von insgesamt 250 Millionen Hörprotokollen ergab in allen drei Ländern: Je grösser die Stadt, desto individueller die Musikauswahl. In Grossstädten teilen Menschen weniger musikalische Vorlieben mit ihren Nachbarn als in ländlicheren Regionen. Gleichzeitig erweitert sich mit der Stadtgrösse auch der persönliche Hörradius mit einem breiteren Spektrum von Genres und Acts.

Der persönliche Hörradius verändert sich zudem über die Altersspanne hinweg: In der Adoleszenz nimmt die Vielfalt der gehörten Musik rasch zu, erreicht mit Ende 20 ihren Höhepunkt und nimmt danach langsam wieder ab.

An dem Projekt waren Fachleute aus Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten beteiligt, darunter solche des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPICBS) in Leipzig, Deezer Research in Paris und der Cornell University in Ithaca, New York.

Originalpublikation:
Lee, H., Jacoby, N., Hennequin, R. & Moussallam, M. (2025). Mechanisms of Cultural Diversity in Urban Populations. Nature Communications, 16, 5192. https://doi.org/10.1038/s41467-025-60538-2

Roman Wyss mit Oltner Kulturpreis 2025 ausgezeichnet

Der Musiker, Komponist und Produzent Roman Wyss ist mit dem Oltner Kulturpreis 2025 ausgezeichnet worden.

Roman Wyss (Bild: Annetta Wyss)

Nebst der Zusammenarbeit mit Schweizer Musikgrössen wie Endo Anaconda, produzierte Roman Wyss Hörbücher unter anderem von Alex Capus oder Pedro Lenz, schrieb Musicals und Popsongs. Nachdem er bereits 1995 den Förderpreis der Stadt Olten erhalten habe, konnte er seine künstlerische Karriere nachweislich sehr erfolgreich weiterentwickeln, schreibt die Stadt.

Mit einem Förderpreis hat die Stadt Olten zudem die Saxofonistin und Komponistin Sara El Hachimi ausgezeichnet. Und der Eventmanager und Musiker Christian Che Dietiker, der  seit Jahren Partys und Veranstaltungen für Orte wie die Schützi und das Galicia organisiert, hat eine Ehrengabe erhalten.

 

Regeln für Instrumente in Flugzeugkabinen

Der Europäische Rat hat eine Bestimmung vorbereitet, die Musikern unter bestimmten Bedingungen das Recht einräumt, während Flügen ihr Instrument in der Flugzeugkabine mitzuführen.

Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MUCFIDS.jpg

Aufgegleist wurden die Bestimmungen für das Mitführen von Instrumenten in der Flugzeugkabine bereits im Februar 2014. Das Verfahren blieb dann allerdings mehr als zehn Jahre lang in der Schwebe, da die erste Lesung keiner Frist unterliegt. Das Dossier ist auf Betreiben der polnischen EU-Ratspräsidentschaft nun wieder aufgenommen worden.

Der Rat hat nach seiner Sitzung am 5. Juni 2025 nun seine Fassung des Textes bekannt gegeben. Es ist deshalb mit einer baldigen Verabschiedung einer europäischen Verordnung zu rechnen, die Musikern, die mit dem Flugzeug reisen, unter bestimmten Bedingungen das Recht einräumt, ihr Instrument in der Kabine mitzuführen.

 

 

Swissperform mit leichtem Einnahmenrückgang

Swissperform, die Schweizer Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte, hat 2024 einen leichten Einnahmenrückgang verzeichnet. Gründe sind unter anderen sinkende Werbeeinnahmen der Privatradios und weniger Radio- und TV-Abonnemente.

Swissperform erzielte 2024 Tarifeinnahmen von 62,8 Millionen Franken. Dies entspricht einem Minus von 300’000 Franken oder 4 Promille gegenüber dem Vorjahr. Laut der Medienmitteilung nahmen bei der Weitersendung die Radio- und TV-Abonnemente ab, bezüglich Aufführung verzögerte sich der Abrechnungsversand an die Nutzer und hinsichtlich Sendung verzeichneten die Privatradiosender sinkende Werbeeinnahmen.

An ihrer Delegiertenversammlung erklärte die Gesellschaft, dass ihre Kosten und somit auch der Verwaltungskostensatz anstiegen. Der prozentuale Anteil der Kosten an den Einnahmen belief sich netto auf 11,22 Prozent (Vorjahr: 9,86 Prozent), brutto (inklusive den Inkassokosten der Schwestergesellschaften) auf 14,91 Prozent (Vorjahr: 13,70 Prozent). Hauptursache für diese Entwicklung sind gestiegene Kosten von Swissperform infolge laufender Restrukturierungsarbeiten.

Per Ende 2024 gehörten 26’134 Mitglieder und Auftraggeber dem Verein an. Der Zuwachs 2024 belief sich auf 1’147 Berechtigte (4,59 Prozent). Den sowohl zahlenmässig als auch anteilmässig grössten Zuwachs verzeichneten die Ausübenden Phono (1’050 / 5,28 Prozent). Über die angeschlossenen Stiftungen konnten rund 6,3 Millionen Franken in die Förderung von kulturellen und sozialen Projekten investiert werden.

 

Solothurn fördert Guldimann, Schoch und Wyss

Drei mit je 15’000 Franken dotierte kantonale Musik-Förderpreise gehen in Solothurn an die Gitarristin Zoë Lena Guldimann, den Komponisten Joel Schoch und den Bassisten Andreas Wyss.

v.l.n.r.: Wyss, Guldimann, Schoch (Bilder: Kanton Solothurn)

Schoch studierte nach einem filmmusikalischen Vorkurs in Bonn im Bachelor Film und Medienmusik an der Hogeschool van de Kunsten in Arnhem, um danach den Bachelor und Masterstudiengang Komposition für Film- Theater und Medien (FTM) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) abzuschliessen. Im Rahmen seiner Studienzeit hat er Musik für Ensembles verschiedener Grössen geschrieben, mehrere Games vertont, ein Kindermusical geschrieben und ein 3D-Hörspiel komponiert.

Andreas Wyss ist Musikproduzent, Komponist und Multiinstrumentalist aus Olten. Er war Bassist der Gruppe Stiller Has und unterrichtet an einer Oltener Schule Musik.

Zoë Lena Guldimann veröffentlichte unter dem Künstlernamen Zoey 2024 ihre erste EP und studiert derzeit Pop-Gitarre im Bachelor Musik an der Zürcher Hochschule für Musik, wo sie eine eigene Band leitet.

Schweizer Grand Prix Musik 2025 geht an Sylvie Courvoisier

Die Pianistin und Komponistin Sylvie Courvoisier erhält den vom Bundesamt für Kultur verliehenen und mit 100’000 Franken dotierten Schweizer Grand Prix Musik 2025.

Sylvie Courvisier (Bild: Harald Krichel)

Sylvie Courvoisier, geboren 1968 in Lausanne, sei «eine der bedeutendsten Pianistinnen und Komponistinnen der zeitgenössischen Jazz-Szene», schreibt das Bundesamt für Kultur (BAK). Seit 1998 lebt sie in New York. Courvoisier hat eine hybride Welt aus Jazz, zeitgenössischer Musik und Improvisation geschaffen und arbeitet regelmässig mit Grössen wie John Zorn, Mark Feldman, Yusef Lateef, Ikue Mori, Joey Baron und Evan Parker zusammen. Ihre Spielweise ist inspiriert von Cecil Taylor und Thelonious Monk sowie von den Komponisten György Ligeti und Olivier Messiaen. Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Soloalbums To Be Other-Wise (Intakt Records, 2024) und des atmosphärischen Albums Chimaera (Intakt Records, 2023) wird im Herbst das Album Angel Falls mit Wadada Leo Smith (Intakt Records, 2025) erscheinen.

Schweizer Musikpreise, je mit 40 000 Franken dotiert, gehen an die Harfenistin Julie Campiche, den Cellisten Thomas Demenga, den Dirigenten Titus Engel, den Komponisten Jannik Giger, die experimentelle Musikerin Charlotte Hug Raschèr, den Musik-Poeten Silvio Brunner sowie an die zwei Musikgruppen Vox Blenii und Vent Negru. Spezialpreise (je 25’000 Franken) erhalten das Festival Facciamo la Corte! im Tessiner Dorf Muzzano, das Insub Meta Orchestra und das globale Netzwerk Norient.

Die Schweizer Musikpreise bestehen seit 2014. Sie würdigen herausragende Werke oder Einzelleistungen und bilden das Musikschaffen in der Schweiz ab. Im Auftrag des Bundesamts für Kultur empfehlen rund zehn Expertinnen und Experten aus allen Landesteilen und aus verschiedenen musikalischen Disziplinen jedes Jahr um die sechzig Nominierte für die Schweizer Musikpreise. Zu Beginn des darauffolgenden Jahres wählen die sieben Mitglieder der Eidgenössischen Jury für Musik aus den Empfehlungen elf Preistragende aus.

 

Widmann übernimmt Leitung der Lucerne Festival Academy

Jörg Widmann übernimmt ab Januar 2026 die künstlerische Leitung der Lucerne Festival Academy. Er folgt in dieser Funktion auf den 2024 verstorbenen Wolfgang Rihm.

Jörg Widmann (Bild: Florian Ganslmeier)

Der 1973 geborene Jörg Widmann studierte Klarinette und Komposition in München und an der Juilliard School in New York. Er unterrichtete von 2001 bis 2015 in Freiburg Klarinette und Komposition, seit 2017 unterrichtet er Komposition an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin. In der Saison 2023/24 war er composer-in-residence bei den Berliner Philharmonikern. Mehrere zeitgenössische Werke wurden ihm gewidmet, darunter Klarinettenkonzerte von Wolfgang Rihm, Aribert Reimann und Mark Andre. 2009 war Widmann bei Lucerne Festival im Sommer als composer-in-residence präsent. Zuletzt wurde im Sommer 2023 ein vom Festival in Auftrag gegebenes Werk von ihm für Bratsche und Kammerorchester uraufgeführt.

Die Lucerne Festival Academy wurde 2004 von Pierre Boulez und Festival-Intendant Michael Haefliger für den Bereich zeitgenössische Musik gegründet. Künstlerischer Leiter war seit 2016 der Komponist Wolfgang Rihm. Jeden Sommer widmen sich über 100 Nachwuchskräfte aus rund 30 Nationen drei Wochen lang dem Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts.

Smart Speaker stärken Musikstreaming

Wer einen Smart Speaker, zum Beispiel ein Amazon-Echo-Gerät, besitzt, hört mehr Musik und bindet sich ausserdem häufig an den Streamingdienst des jeweiligen Herstellers. Dies könnte die Wettbewerbssituation im Musikstreamingmarkt verändern.

Bild: depositphotos.com

Marketing-Wissenschaftler der University of Hamburg Business School haben in einer repräsentativen Studie 1518 Menschen aus Deutschland zu ihren Hörgewohnheiten befragt. Das Ergebnis: Während Nutzerinnen und Nutzer ohne Smart Speaker durchschnittlich etwa 16 Stunden pro Woche Musik hören, sind es bei Menschen mit Smart Speakern mehr als 20 Stunden.

Auch beim Einsatz von Streamingdiensten und kostenpflichtigen Abonnements gibt es Unterschiede: So liegt der Anteil von Bezahlangeboten bei den Nutzerinnen und Nutzern von Smart Speakern bei 73 Prozent und lediglich 39 Prozent bei denjenigen, die keinen Smart Speaker besitzen.

Die Nutzerinnen und Nutzer von Smart Speakern scheinen zudem die Dienste ihrer jeweiligen Lautsprecherhersteller zu bevorzugen: So greifen beispielsweise Personen, die einen Amazon Smart Speaker besitzen, mit einem Anteil von 29,3 Prozent auf die hauseigene, kostenpflichtige Plattform Amazon Music Unlimited zurück. Bei Personen ohne Smart Speaker liegt dieser Wert bei lediglich 11,0 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei den Google Smart Speaker-Besitzern: Sie nutzen im Vergleich zu Nutzerinnen und Nutzern ohne Smart Speaker deutlich häufiger YouTube Music (17,3 Prozent mehr).

Originalpublikation:
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/08997764.2025.2494994

Fiona Stevens übernimmt Geschäftsführung der Basel Sinfonietta.

Fiona Stevens, zuletzt Geschäftsführerin des Barockorchesters Concerto Köln, übernimmt die Geschäftsführung der Basel Sinfonietta. Sie folgt in dem Amt auf Daniela Martin.

 

Basel Sinfonietta (Bild: Marc Doradzillo)

Fiona Stevens studierte Musikwissenschaften an der Cambridge University, Violine in Düsseldorf und historische Aufführungspraxis in Frankfurt am Main und Den Haag. 2017 promovierte sie an der University of Southampton. Zwei Jahre lang experimentierte sie im Sinne des Kultur-Crossover mit einer Agentur, die Konzerte an für die Klassik ungewöhnlichen Orten und Umständen veranstaltete. Von Oktober 2021 bis September 2024 war sie Geschäftsführerin des Barock-Orchesters Concerto Köln. Aktuell ist sie Stipendiatin des DeVos Institute of Arts Management, mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und strategische Planung für Kulturunternehmen.

Die Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung. Es hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 220 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.

Dreierteam übernimmt Leitung des Basler Jazzinstituts

Michael Beck, Sarah Chaksad und Patrik Zosso bilden ab September 2025 die Co-Leitung des Instituts Jazz der Hochschule für Musik Basel.

Patrik Zosso, Michael Beck, Sarah Chaksad (Bild: FHNW)

Die Form einer Co-Leitung entspreche «auf ideale Weise den heutigen Führungsanforderungen und Erwartungen so wie der gelebten Kultur der Zusammenarbeit im Bereich des Jazz». Das Co-Leitungsteam bringe «mit seinen vielseitigen Kompetenzen in künstlerischen, pädagogischen und organisatorischen Belangen auch einen reichen Erfahrungsschatz innerhalb von Strukturen in Bildung und Kultur mit», schreibt die Hochschule.

Michael Beck, international tätiger Pianist und Komponist, Dozent für Klavier und Theoriefächer am Institut Jazz FHNW mit breiter pädagogischer Erfahrung ist Kurator von Veranstaltungsreihen mit langjährigem kulturpolitischem Engagement, Sarah Chaksad Saxofonistin, Bandleaderin und Komponistin mit internationaler Konzerttätigkeit ist verantwortlich für Bildungsprogramme, Gründerin eines Labels und einer Konzertagentur. Der Schlagzeuger Patrik Zosso ist international tätiger Produzent und Tonmeister, Leiter eines Studios und Labels, Professor für Jazz-Producing und Leiter des Studiengangs Producing/Performance am Institut Jazz FHNW.

 

 

Andreas Reizes Vertrag in Leipzig verlängert

Die Stadt Leipzig verlängert den Vertrag mit dem Thomaskantor Andreas Reize. Der aktuelle Vertrag des Schweizer Dirigenten würde 2026 auslaufen. Er soll nun bis 2034 gelten.

Andreas Reize (Bild: zVg)

Stimme der Stadtrat zu, schreibt die Stadt, werde «auf dieser zentralen Position der Musikstadt Leipzig langfristige Kontinuität geschaffen». Zugleich möchte die Stadt damit «die hervorragende Arbeit des Thomaskantors seit seinem Amtsantritt im September 2021 wertschätzen».

Die lange Laufzeit des neuen Vertrages soll sowohl dem Thomaskantor als auch den Thomanern Planungssicherheit geben. Die Verlängerung um acht Jahre entspricht dem Zyklus eines Chormitglieds von der ersten Aufnahme in den Chor in der 5. Klasse bis einschliesslich Abiturklasse 12. Im Jahr 2029 schliesst der erste Jahrgang ab, der dann vollständig unter Andreas Reize gearbeitet hat.

Andreas Reize wurde 1975 in Solothurn geboren. Er studierte in Bern, Winterthur sowie an der Schola Cantorum Basiliensis und in Luzern. Zuletzt leitete er das Cantus Firmus Vokalensemble sowie das Cantus Firmus Consort-Orchester. Er war zuvor Musikdirektor der Oper Waldegg, Leiter des Knabenchores Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn, Leiter des Gabrielichors Bern und Chordirektor des Zürcher Bach-Chores sowie Erster Gastdirigent am Theater Biel-Solothurn für den Bereich Alte Musik.

Bündner Werkbeitrag für Anik Casutt

Der Kanton Graubünden fördert das Schaffen der Singer-/Songwriterin Anik Casutt mit einem Werkbeitrag von 20’000 Franken.

Anik Casutt (Bild: SRF)

Anik Casutt alias ANIKK ist eine Sängerin aus Sagogn, die modernen und elektronischen Pop macht. Sie trat unter anderem am Open Air Lumnezia oder auch am Moon and Stars in Locarno auf.

Der Kanton Graubünden schreibt jährlich zwei Wettbewerbe zur gezielten Unterstützung kultureller Leistungen aus. Zur Bewerbung eingeladen sind professionell arbeitende Kulturschaffende aller Kultursparten. Ziel des Wettbewerbs ist es, die inhaltliche Entwicklung und Realisierung, also den Prozess der Erarbeitung von kulturellen Projekten zu ermöglichen.

Der Wettbewerb für professionelles Kulturschaffen (grosse Projekte) wird jeweils im Januar ausgeschrieben. Einsendeschluss ist jeweils Anfang März. Bei diesem Wettbewerb werden Werkbeiträge oder freie Stipendien von maximal 20’000 Franken vergeben. Aus den insgesamt 39 Gesuchen wurden dieses Jahr fünf Projekte mit einem Werkbeitrag ausgezeichnet. Der Wettbewerb für professionelles Kulturschaffen (kleine Projekte) wird jeweils im Juli ausgeschrieben. Einsendeschluss ist Ende August. Bei diesem Wettbewerb werden Werkbeiträge oder freie Stipendien von maximal 10’000 Franken vergeben.

Chur ehrt Happy for Real und Nora Bertogg

Die Stadt Chur zeichnet die Rockband Happy for Real und die Sängerin Nora Bertogg mit Förderpreisen aus.

Nora Bertogg (Bild: Akvilė Šileikaitė)

Die Schweizer Sopranistin Nora Bertogg absolvierte ihre Studien an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der Hochschule der Künste Bern im Schweizer Opernstudio. Im Sommer 2022 schloss sie ausserdem den Master of Arts Musicpedagogy bei Sarah Maria Sun sowie Sandra Trattnigg an der Hochschule für Musik Luzern mit Auszeichnung ab.

Happy for Real ist eine Indie-Pop-Band aus der Stadt Chur, bestehend aus Olivia Virgolin und Marcus Petendi. Im Juni erscheint ihr neues Albums «Solar Storm». Die Förderpreise sind mit je 4000 Franken dotiert. Schriftsteller Gion Mathias Cavelty, Produktionsleiterin Iris Peng und die bildende Künstlerin Miguela Tamò werden mit dem diesjährigen Anerkennungspreis  ausgezeichnet. Ein weiterer Förderpreis geht an die Schauspielerin Annina Hunziker.

Olivier Gremaud übernimmt Swissperform-Geschäftsführung

Der Vorstand von Swissperform hat Olivier Gremaud per 1. September 2025 zum neuen Geschäftsführer ernannt. Er löst in dem Amt Michael Egli ab.

Olivier Gremaud (Bild. LinkedIn)

Diese Entscheidung stehe vor dem Hintergrund der laufenden strategischen Weiterentwicklung und Digitalisierung, schreibt Swissperform. Olivier Gremaud ist Geschäftsleiter, Unternehmer, Motivator und ehemaliger Spitzensportler mit olympischem Diplom. Als Betriebsökonom und diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling sei er auch fachlich bestens gerüstet, um die Organisation in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, so Swissperform weiter. Michael Egli wird weiterhin als stellvertretender CEO und Leiter Rechtsdienst amten.

Swissperform ist die unter staatlicher Aufsicht stehende Verwertungsgesellschaft für die Leistungsschutzrechte (verwandte Schutzrechte) in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Sie  vertritt die Inhaber von Leistungsschutzrechten (Berechtigte) gegenüber den Nutzern (bspw. Musiknutzung durch Sendeunternehmen), handelt mit den Nutzern und ihren Verbänden Tarife aus und sorgt dafür, dass die entsprechenden Gelder eingezogen und an die Berechtigten verteilt werden.

Duo Gloss Arte gewinnt den H.I.F.-Biber-Preis 2025

Das Duo Gloss Arte, bestehend aus der Schweizer Cembalistin und Organistin Lea Suter und dem spanischen Posaunisten Juan Martínez González, hat den H.I.F.-Biber-Preis 2025 gewonnen.

Duo GlossArte (Bild: Jannis Dirksen)

Die Auszeichnung für herausragende Interpretation Alter Musik ist mit 1500 Euro dotiert und wurde im Stift St. Florian (bei Linz, Österreich) im Rahmen des 9. Internationalen H.I.F.-Biber-Wettbewerbs verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre an herausragenden Musiknachwuchs vergeben, der sich mit besonderem Engagement der historisch informierten Aufführungspraxis widmet.

Lea Suter studierte historische Tasteninstrumente in Deutschland und den Niederlanden und ist als Solistin sowie in verschiedenen Ensembles international tätig. Juan Martínez González studierte in Spanien, Bremen und Den Haag. Er zählt zu den vielseitigsten jungen Posaunisten der historischen Aufführungspraxis in Europa und spielt mit renommierten Alte-Musik-Ensembles.

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