Lufthansa ändert ab März Regeln für Instrumente

Nachdem die Violinistin Caroline Widmann gezwungen war, ihre Guadagnini-Geige in der Kabine des Flugzeugs ohne Kasten mitzuführen, ändert Lufthansa nun die Regeln für Instrumente als Handgepäck.

Lufthansa-Check-in Frankfurt (Bild: Wikimedia Commons, Public domain)

Widmann war laut mehreren internationalen Presseberichten im November letzten Jahres gezwungen, ihre millionenteure Geige auf einem Lufthansa-Flug von Helsinki nach Leipzig in der Kabine ungeschützt mit sich zu führen. Das Bodenpersonal hatte ihr regelkonform untersagt, den Geigenkasten mitzunehmen, weil er mit 80 Zentimetern Länge nicht den erlaubten Massen entsprach. Zuvor hatte sich das Lufthansa-Personal jeweils kulant gezeigt.

Nach Gesprächen mit der Musikerin ändert nun Lufthansa (und mit ihr auch Swiss) ab März die Regeln für Musikinstrumente in der Kabine.  Höhe plus Breite plus Tiefe des verpackten Instruments dürfen nun in Summe nicht mehr als 125 Zentimeter betragen. Auf diese Weise können auch Instrumente mit an Bord genommen werden, die länger als das reguläre Höchstmass von 55 Zentimetern sind.

 

Zoppi folgt in Chur auf Mettler

Romano Zoppi leitet ab April 2026 die Kulturfachstelle der Stadt Chur. Er folgt in dem Amt auf Helena Mettler. Die Position der Projektleitung bei der Kulturfachstelle wird ausgeschrieben.

Romano Zoppi (Bild: Stadt Chur)

Romano Zoppi begann seine Berufslaufbahn mit einer Ausbildung als Kaufmann. Er absolvierte in der Folge verschiedene Aus- und Weiterbildungen und schloss 2014 den Master of Advanced Studies der Hochschule Luzern/FHZ in Kulturmanagement ab. Er arbeitet bereits als Projektleiter Kulturstrategie bei der städtischen Kulturfachstelle und setzte verschiedene aufwendige und kooperativ aufgegleiste Projekte wie den Aufbau des Kulturraumnetzwerkes, des Kulturportals chur-kultur.ch oder die Erneuerung der städtischen Kulturstrategie um.

Von 2016 bis 2025 wurde er als Initiator und vorsitzender Geschäftsführer der Churer Werkstatt bekannt. Weiter war er zuerst als Co-Projektleiter und später als Vorstandsmitglied des Langen Samstags tätig sowie als Inhaber der Musikagentur Sonic Service GmbH.

Der Stellenantritt erfolgt am 1. April 2026. Helena Mettler verlässt die Stadt Ende März, wird die Kulturfachstelle in ausgewählten Projekten jedoch noch bis im Sommer 2026 unterstützen. Die Position der Projektleitung bei der Kulturfachstelle wird ausgeschrieben.

Kaisa Žigurs gewinnt französischen Harfenwettbewerb

Kaisa Helena Žigurs, die in Zürich bei Sarah O’Brien studiert, hat in Limoges den ersten Preis des 15. Concours Français de la Harpe gewonnen.

Kaisa Žigurs (Bild: Kaupo Kikkas)

In diesem Jahr gewann Kaisa Helena Žigurs aus Estland einstimmig den ersten Preis in der höchsten Kategorie, Excellence (Stufe 12). Žigurs studiert derzeit an der Zürcher Hochschule der Künste bei Sarah O’Brien, nachdem sie 2025 ihr Studium an der Estnischen Akademie für Musik und Theater abgeschlossen hat. Als Gewinnerin des ersten Preises wird Žigurs ein Konzert beim Festival International Harpe en Avesnois und ein Eröffnungskonzert beim nächsten Concours Français de la Harpe geben.

Ebenfalls in der höchsten Spielklasse erhielten Anna-Helena Hamann (Finnland) und Denitza Dimitrova (Bulgarien) den ersten Preis. Siyu Chen  (China) gewann den zweiten, Anastasiya Uvarava (Weißrussland) und Meret Maria Meier (Schweiz) den dritten Preis.

Die 15. Ausgabe des Concours Français de la Harpe fand vom 13. bis 15. Februar 2026 in Limoges, Frankreich, statt. Der internationale Wettbewerb umfasste 12 Repertoire-Kategorien. Zu den Jurymitgliedern des diesjährigen Wettbewerbs gehörten Isabelle Perrin, Dominique Lacôte, Sylvain Blassel und Véronique Chenuet (die den Wettbewerb gemeinsam mit Marie-Monique Popesco organisiert).

Berner Vertrag Urbańskis wird bis 2032 verlängert

Das Berner Symphonieorchester setzt die Zusammenarbeit mit Chefdirigent Krzysztof Urbański um weitere fünf Spielzeiten bis 2032 fort.

Krzysztof Urbański (Bild: Christian Kaufmann)

Krzysztof Urbański ist seit der Saison 2025/26 Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters. Zudem ist er Musikdirektor und künstlerischer Leiter der Warschauer Philharmoniker und seit 2022 Erster Gastdirigent des Orchestra della Svizzera Italiana.

Unter der Leitung von Urbański habe das Berner Symphonieorchester seine künstlerische und thematische Bandbreite kontinuierlich erweitert, schreibt das Ensemble in seiner Mitteilung. Bekannte Werke des spätromantischen Repertoires stünden kombinierten Wieder- und Neuentdeckungen sowie spannenden Werken der klassischen Moderne und der Gegenwart gegenüber. Darüber hinaus werde das Orchester in den kommenden Spielzeiten gemeinsam mit Krzysztof Urbański seine Tourneetätigkeit auf internationaler Ebene weiter ausbauen.

Walliser Fördermodell ist ein Erfolg

Der Kanton Wallis zieht eine positive Bilanz mit trilateralen Pilotabkommen, die unter anderem mit dem Verein Musikdorf Ernen abgeschlossen wurden.

Der Kontrabassist Jordi Carrasco Hjelm in Ernen. Foto: Musikdorf Ernen

Das Fördermodell, das den Kanton, die Sitzgemeinden und die betreffenden Kultureinrichtungen zusammenbringe, habe «seine Stichhaltigkeit in Bezug auf die Finanzierungsstabilität, die mittelfristige Entwicklung und die administrative Vereinfachung unter Beweis gestellt», schreibt der Kanton. Eine Ausdehnung auf weitere Strukturen sei ab diesem Jahr vorgesehen.

Die im Jahr 2023 als Pilotprojekt lancierten trilateralen Abkommen zwischen dem Kanton, den Gemeinden und kulturellen Einrichtungen sollen die Kulturinstitutionen nachhaltig stärken, indem sie ihnen einen festen, vorhersehbaren Finanzierungsrahmen sichern. Dieser basiert auf klaren Zielsetzungen und bietet messbare Indikatoren wie künstlerische Tätigkeit, Besuchszahlen, Kulturvermittlung, Arbeitsbedingungen, Lohngleichheit und Nachhaltigkeit. Das nach dreijähriger Laufzeit durchgeführte Controlling hat laut dem Kanton deutliche positive Auswirkungen aufgezeigt.

Mehr Infos:
https://www.vs.ch/de/web/communication/e/com-et-media/10108/45375476

Leitfaden für diversitätsorientierte Kulturförderung

Kultur Stadt Bern hat einen «Leitfaden für diversitätsorientierte Kulturförderung» publiziert. Darin werden die wichtigsten Erkenntnisse zur diversitätsorientierten Öffnung zusammengefasst.

Stadt Bern (Bild. Wikipedia/Public Domain)

Kultur Stadt Bern orientiert sich laut der Medienmitteilung am Grundsatz der Teilhabegerechtigkeit. In einer Stadt mit einer vielfältigen Bevölkerung sollen die Angebote der Kulturförderung möglichst breit zugänglich sein und die Realität dieser Diversität abbilden. Der Leitfaden hält das gewonnene Wissen fest und soll auch von anderen öffentlichen und privaten Kulturförderstellen genutzt werden können. Das Hauptaugenmerk der Arbeitshilfe liegt auf der Projektförderung und der Arbeit mit Kommissionen und Jurys.

Angesichts des gesellschaftlichen Wandels hat die städtische Kulturförderung im Jahr 2020 einen mehrjährigen Transformationsprozess angestossen. Anhand der Leitfrage «Was können wir unternehmen, um Diversität zu fördern?» wurden die Haltungen und die Arbeitsweisen sowohl der Abteilung Kultur als auch der Kommissionen analysiert, Massnahmen erarbeitet und umgesetzt.

Der nun vorliegende Leitfaden widerspiegelt die Erkenntnisse und Erfahrungen, die Kultur Stadt Bern gesammelt hat. Die Reflexion wurde von den externen Expertinnen Anisha Imhasly und Rahel El‑Maawi begleitet, die den Leitfaden im Auftrag von Kultur Stadt Bern auch verfasst haben. Der Prozess wurde von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im Rahmen der Initiative «Interkulturelle Gesellschaft» (heute Innovation und Gesellschaft) von 2020 bis 2024 finanziell unterstützt.

Link zum Leitfaden:
https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/neuer-leitfaden-fuer-eine-diversitaetsorientierte-kulturfoerderung/dokumente/leitfaden-diversity.pdf/download

Wirkung neuer Konzertformate klassischer Musik

Ein Team des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) und der Uni zu Köln weist nach, dass unterschiedliche Konzertformate Erleben, Verhalten und Körperreaktionen des Publikums beeinflussen.

(Bild: Pixnio/Marko Milivojevic)

Insgesamt nahmen 802 Personen an der Studie teil, die aus elf Kammermusikkonzerten mit denselben drei Streichquintetten bestand, die jedoch mit unterschiedlichen Formatkomponenten realisiert wurden. Mithilfe von Fragebögen, physiologischen Messungen und Kameras wurden das individuelle Erleben und Verhalten erfasst. Dazu mass das Team unter anderem die Herzfrequenz, wertete Emotionen aus, die sich über den Gesichtsausdruck zeigten und erhob die Bewertung, das Gemeinschaftserleben und weitere Erlebensdimensionen.

Die Studie ist Teil des umfassenden Forschungsprojekts «Experimental Concert Research», in dessen Rahmen Erkenntnisse über das Musik-Erleben im Konzert gewonnen werden. Mit den Ergebnissen mehrerer experimenteller Live- sowie gestreamter Konzerte möchte das Team ein grösseres, empirisch gestütztes Modell des Musik-Erlebens im Konzert etablieren.

Mehr Infos:
https://www.aesthetics.mpg.de/newsroom/news/news-artikel/article/wie-konzertformate-das-musik-erleben-beeinflussen.html

Handschriften Bachs, Gottscheds und Telemanns aufgefunden

Im Stadtarchiv Leipzig sind bislang unbekannte Akten zur Leipziger Kirchenmusik aufgefunden worden, darunter Handschriften von Bach, Gottsched und Telemann.

Präsentation der Handschriftenfunde im Stadtarchiv Leipzig (Foto: Christian Kern)

Die Akten enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und liefern neue Erkenntnisse zur Organisation von Johann Sebastian Bachs Kantatenaufführungen. Erstmals belegen die Quellen, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: »Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur«, so Musikwissenschaftler Bernd Koska.

Als herausragender Fund gilt ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.

Die Funde gelangen Projektmitarbeiter Bernd Koska im Rahmen des Forschungsprojekts »Forschungsportal BACH« der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig. Das Stadtarchiv Leipzig präsentiert die Funde noch bis zum 23. April im Rahmen einer Sonderausstellung.

Mehr Infos:
https://www.leipzig.de/newsarchiv/news/handschriften-von-j-s-bach-j-c-gottsched-und-g-p-telemann-im-stadtarchiv-leipzig-entdeckt

Basels kommender Operndirektor heisst Cameron Arens

Ab der nächsten Spielzeit 26/27 wird der Amerikaner Cameron Arens am Theater Basel Opern- und Casting-Direktor . Er übernimmt das Amt von Jean Denes.

Cameron Arens (Bild: Felix Grunschloss)

Arens ist derzeit künstlerischer Betriebsdirektor und Direktor der Akademie des Festival d’Aix-en-Provence, wo er seit 2022 tätig ist. Zuvor war er als Senior Director of Production an der Lyric Opera of Chicago, als Director of Audience Development für das Chicago Symphony Orchestra und als Casting Manager (interim) für die Pariser Oper tätig.

Darüber hinaus war er als beratender Produzent für das Spoleto Festival (USA), als künstlerischer Produktionsleiter für das Badische Staatstheater und als Regieassistent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik tätig. Cameron Arens studierte Musikwissenschaft (B.A.) an der Yale University sowie Kontrabass im Rahmen eines Masterstudiums an der Yale School of Music.

Jean Denes, der bisherige Opern- und Casting-Direktor am Theater Basel, wechselt nach sechs Spielzeiten in die Künstlerische Leitung des Grand Théâtre de Genève.

Konzertstatistik 2025: Pärt ist meistgespielter Zeitgenosse

2025 feierte Arvo Pärt den 90. Geburtstag, was ihn zum meistgespielten lebenden Komponisten machte. Komponistinnen wurden mehr gepielt, wenn auch immer noch deutlich zu wenig.

Arvo Pärt (Bild: Estnisches Aussenministerium)

Laut der jährlichen Statistik der Seite Bachtrack.com haben lebende Komponistinnen deutlich an Bedeutung gewonnen, wobei Caroline Shaw und Anna Clyne unter den zehn meistgespielten lebenden Komponisten und Komponistinnen zu finden sind. Im Jahr 2025 ist auch eine zunehmende Bedeutung nicht-weisser Komponisten und Komponistinnen zu beobachten, wobei die Aufführungen von Gabriela Ortiz seit 2024 fast um das Doppelte gestiegen sind. Zu den weiteren Tonschöpfern, die in den 2020er-Jahren wichtiger werden, gehören Jessie Montgomery und Carlos Simon (beide USA), während der südafrikanische Komponist und Cellist Abel Selaocoe in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat und die Zahl seiner aufgeführten Werke zwischen 2024 und 2025 fast um das Dreifache gestiegen ist.

Meistbeschäftigter Dirigent war Yannick Nézet-Séguin, das meistbeschäftigte Orchester das Chicago Symphony Orchestra. Die meistgespielten Komponisten waren Beethoven, Mozart und Bach, das meistgespielte Werk waren Vivaldis Vier Jahreszeiten, gefolgt von Ravels La Valse, eine Folge von Ravels 150. Geburtstag. Meistgespieltes Solowerk war dementsprechend Ravels Klavierkonzert G-Dur. Die meistgespielten Opern waren Mozarts Zauberflöte, Bizets Carmen und Puccinis La Bohème.

Alle Statistiken:
https://cdn.bachtrack.com/files/467517-DE%20Annual%20classical%20music%20statistics%202025.pdf

Tod des Schweizer Rock-Pioniers Hardy Hepp

Laut einer Mitteilung des Pop-Journalisten Sam Mumenthaler ist der Schweizer Rock-Pionier Hardy Hepp im Alter von 82 Jahren verstorben.

Hardy Hepp 2018 in Zürich. Foto: SRF

Hepp, der als Sohn einer Konzertsängerin und eines Sekundarlehrers in Rüti im Zürcher Oberland aufwuchs, produzierte mit der Gruppe Les Sauterelles das erste Pop-Album der Schweiz. Ab 1968 moderierte er mit «Hits à Gogo» die erste Popmusik-Sendung des Schweizer Fernsehens. Mit dem Schlagzeuger Düde Dürst gründete er im gleichen Jahr die Gruppe Krokodil. In der Folge arbeitete er mit allem was in der Schweizer Jazz- und Rock-Szene Rang und Namen hatte.

Hepp war auch ein Pionier der Ökobewegung: 1987 war er einer der Mitbegründer der Grünen Bewegung, einer Vorläuferin der Grünen Partei in Graubünden. 1991 gründete er den legendären Heppchor, in dem unter anderen auch Dodo Hug und Vera Kaa sangen. Nach 2011 beendete er seine Karriere auf der Bühne und als Aufnahmeleiter. Er ist nun nach längeren gesundheitlichen Problemen im Spital Frauenfeld verstorben.

In Deutschland bleiben viele Orchesterstellen unbesetzt

Die Zahl der Musikerinnen und Musiker in deutschen Berufsorchestern ist stabil. Fast jede zwanzigste Planstelle kann aus verschiedenen Gründen allerdings nicht besetzt werden.

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Bild: SWR)

2026 gibt es 9748 ausgewiesene Planstellen und damit 33 weniger als 2024, schreibt die deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono. Die Orchesterträger besetzten  tatsächlich viel weniger Stellen. Aktuell seien es gerade mal 9292, 456 seien vakant. Die Ursachen sind laut Unisono-Co-Geschäftsführer Robin von Olshausen vielfältig. Fachkräftemangel, regionale Standortnachteile und mitunter lange Einstellungsverfahren erschwerten die Besetzung. Besorgniserregend hohe Vakanzquoten haben beispielsweise das Philharmonische Orchester Erfurt (21 Prozent), das Orchester der Komischen Oper Berlin (18 Prozent) oder das Gürzenich-Orchester Köln (14 Prozent).

Besonders grosse Sorgen machen Unisono die steigenden Unsicherheiten der Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Rundfunkorchester, -chöre und -bigbands sind davon zunehmend betroffen. Aktuell gibt es konkrete Überlegungen beim SWR und SR, die auf einen Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie hinauslaufen. Dieser Schritt träfe ein exzellentes Orchester, das regional ausgesprochen stark verankert ist und noch immer unter den Folgen einer vorangegangenen Fusion leidet.

Stadt Luzern sucht den Dialog mit Kulturschaffenden

Die Stadt Luzern will den regelmässigen Austausch mit der lokalen Kulturszene stärken. Aktuelle kulturpolitische Themen sollen gemeinsam diskutiert werden.

Luzern (Bild: Andyindia)

Mindestens einmal pro Jahr lädt die Stadt Luzern zu den «Luzerner Kulturgesprächen» ein. Bei diesem Format werden aktuelle Themen, Herausforderungen und Chancen im Kulturbereich diskutiert. Stadtpräsident Beat Züsli, Bildungsdirektor, informiert gemeinsam mit der Dienstabteilung Kultur und Sport über aktuelle Kulturprojekte und kulturpolitische Entwicklungen in der Förderung. Gleichzeitig erhalten Kulturschaffende Raum, ihre Erfahrungen, Perspektiven und Anliegen einzubringen.

Ziel des neuen Formats ist es, den Dialog zu intensivieren, den fachlichen Austausch zu fördern und mit Fachreferaten Impulse für künftige Themenschwerpunkte zu setzen. Im gemeinsamen Gespräch sollen Herausforderungen benannt und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt werden, um die Vielfalt des Luzerner Kulturschaffens weiter zu stärken.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2726378

 

Jordi Savall mit Ernst-von-Siemens-Musikpreis geehrt

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis 2026 geht an den Musiker Jordi Savall, der von 1974 bis 1992 an der Schola Cantorum Basiliensis Viola da Gamba unterrichtete.

Jordi Savall (Bild: Georges Seguin)

Savall studierte zunächst in Barcelona Violoncello, bis er infolge seiner Begeisterung für die Musik der Renaissance die Viola da Gamba zu seinem Instrument erkor. Er schloss sein Studium in Basel an der Schola Cantorum Basiliensis ab, an der er später selbst Viola da Gamba unterrichten sollte. Seit den späten 1960er-Jahren habe er sich unermüdlich für die Alte Musik eingesetzt. Nicht nur als Interpret, sondern auch als Wissenschaftler, der Handschriften des Mittelalters und der Renaissance erforschte, schreibt die Ernst-von-Siemens-Muskikstiftung. Savall erhält den mit 250’000 Euro hochdotierten Preis 2026 für sein Lebenswerk.

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis wird seit 1973 von der privaten Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, die ihren Sitz in der Schweiz hat, alljährlich vergeben. Die Stiftung fördert Kompositionsaufträge, Festivals, Konzerte mit Ur- und Wiederaufführungen, Akademien, Symposien und die Herausgabe musikwissenschaftlicher Schriften. 2026 erhöht sie erneut das Förderbudget und vergibt insgesamt 4,3 Millionen Euro an Fördermitteln. Der grösste Anteil der Fördersumme geht mit 3,3 Millionen Euro an zeitgenössische Musikprojekte weltweit.

Rizzo übernimmt Konzertsparte von Konzert und Theater St. Gallen

Der italienische Dirigent Pietro Rizzo wird Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Konzertsparte von Konzert und Theater St. Gallen.

Pietro Rizzo (Foto: Urs Bucher)

Geboren und aufgewachsen in Rom, studierte Pietro Rizzo Violine – zunächst in seiner Heimatstadt, danach in Siena und Dallas. Darauf folgte ein Studium in Orchesterleitung an der Sibelius Academy in Helsinki bei Jorma Panula und Leif Segerstam. Engagements führten ihn als Ersten Kapellmeister ans Aalto-Theater in Essen, an der Göteborg Opera war er Chefdirigent, und er gastiert regelmässig an der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Im Sommer 2026 wird Pietro Rizzo an den Bregenzer Festspielen debütieren. Zwischen 2001 und 2019 hatte er eine Gastprofessur an der International Opera Academy (IOA) in Gent inne.

Pietro Rizzo setzte sich über mehrere Monate in einem siebenstufigen Bewerbungsverfahren als klarer Favorit gegen über 30 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch. Er übernimmt die Nachfolge von Modestas Pitrenas mit Beginn der Spielzeit 2026/27.  Zeitgleich mit der Wahl von Pietro Rizzo erfolgte die vorzeitige Vertragsverlängerung in zwei weiteren Spartenleitungen: Barbara-David Brüesch und Frank Fannar Pedersen bleiben bis mindestens Ende der Spielzeit 2030/31 Leiterin des Schauspiels beziehungsweise Leiter der Tanzsparte.

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