Freddy Burger übernimmt Thunerseespiele

Die Thunerseespiele werden auf Wunsch von Elsbeth Jungi Stucki, der Witwe des Mitgründers Res Stucki, per Spielsaison 2019 von Freddy Burger Management FBM übernommen. Stucki und Geschäftsführer Stephan Zuppinger werden das Unternehmen weiterhin beraten.

Vertragsunterzeichnung im Grandhotel Giessbach (v.l.n.r.): Burger, Stucki, Zuppinger.

FBM hat sich laut Freddy Burger als langjährige Betreiberin von zwei Theaterhäusern in Zürich und Basel auf die Aufführung von Musicals und Bühnenshows spezialisiert. Dadurch verfüge die Firma über ein Beziehungsnetz zu den grössten internationalen Rechteinhabern und Produzenten sowie eine entsprechende Marketingorganisation. Die Open-Air-Sommersaison mit der Seebühne eröffne ihr neue Möglichkeiten und Perspektiven, «um Synergien zu nutzen und diesen Bereich weiter auszubauen». So könnten zum Beispiel durch die saisonale Ergänzung der Theaterspielzeiten Infrastrukturen optimiert werden.

Die Thunerseespiele gehören laut eigener Einschätzung zu den 10 Top Events der Freilichtmusicals in Europa. Das Programm besteht aus Klassikern der Weltbühne wie Evita oder West Side Story und Eigenproduktionen wie Dällebach Kari oder Gotthelf. Der Besuch der alten Dame war die erste grosse Schweizer Musicalproduktion, die international aufgeführt wurde. Dieses Jahr ist am Thunersee das Musical Cats zu sehen, nächstes Jahr Mamma Mia.

«Wenig so genannt Narratives»

Im Bieler Verlag die brotsuppe sind klang-, lust- und geheimnisvolle Texte des Komponisten Urs Peter Schneider erschienen.

Foto: Thomas Batschelet

Vielleicht sollte man ihn etwas kennen, diesen Urs Peter Schneider. Komponist und Pianist ist er, geboren 1939, in Biel lebend, unermüdlich arbeitend an Orchesterwerken, an musikalischen Konzepten, an Texten und Textpartituren. Wie er selbst sagt, urteilt er schon mal «direkt und unverblümt». Er polarisiert. Es gibt kein «sowohl/als auch», sondern meist – Søren Kirkegård lässt grüssen – ein «entweder/oder».

Nun: Schriften I bis V nennt sich der schneidersche, jetzt im Bieler Verlag die brotsuppe erschienene Sammelband. Seitenzahlen gibt es nicht. Aber 500 Seiten dürften es etwa sein, die diese eigenartigen, subtilen, kaum auf einen Nenner zu bringenden Texte füllen. «Wenig so genannt Narratives» ist darunter, dafür schon mal herrlich Infantiles, das der Klappentext offen deklariert: «nicht zurechtredigierte Peinlichkeiten». Manchmal gibt es blosse Wortreihungen, eine Häufung von Adverbien, die im Kopf klingen («schnatternd», «rülpsend», «heulend»), oder von Adjektiven, die Visuelles betreffen («unbewölkt», «himmelblau», «durchsichtig»).

Amüsant-persönliche Aphorismen wiederum erinnern entfernt an das Münchner Urgestein, den nachdenklichen Komiker Karl Valentin. 1989 schreibt Schneider radikal klein: «mir wird ganz schwindlig, wenn ich bedenke, dass musik schon wieder nicht ist, was sie früher auch nicht war.» Kurz davor heisst es: «im zweifelsfall hält der anthroposoph einen vortrag.» Thematisch wiederum passend: «die dornacher dogmatiker haben wenig humor, aber sie bringen doch viel lachen in die welt.»

Zum zwischen 1955 und 2015 Entstandenen kommen fluxuesk-eigenartige Wortgebilde, oft garniert mit unorthodoxer Orthografie. All das öffnet Imaginationsräume, kann aber auch befremden. Schneider komponiert seine Texte mithilfe mathematischer Algorithmen. Vielleicht sind so manche Reihungen von Silben zu erklären, die sich – durchaus klangvoll – weniger fürs Lesen als fürs Vortragen im Sinn einer Klangkomposition eignen.

Wer diese Schriften zur Hand nimmt, kann sich erfreuen an ihrer freundlichen Weltöffnung, die so gar keine «Haudrauf-Mentalität» zum Ausdruck bringt. Nicht «in einem Rutsch» wird man das dicke, gründlich wie liebevoll lektorierte Buch lesen. Herumblättern wird man wohl, sich das zu Gemüte führen, was einem gerade so beliebt. Beiläufige Musik ist Schneiders Sache übrigens nicht – sie ist auch nicht zu empfehlen bei der Lektüre, der eines auf jeden Fall nicht zu nehmen ist: ihre Klangfülle.

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Urs Peter Schneider: Schriften I bis V – Texte für als mit zur Musik 1955–2015, Illustrationen von Ursi Anna Aeschbacher, 528 S., Fr. 39.00, Verlag die brotsuppe, Biel 2016, ISBN 978-3-905689-70-9

 

Lexikon oder Handbuch der Neuen Musik?

Das Nachschlagewerk von Jörn Peter Hickel und Christian Utz bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Gebiet eher in längeren Abhandlungen als in lexikalischer Kürze.

Foto: Ubé – flickr.com

Überblickt man die Publikationen der letzten Jahre, so wird man nur schwer den Eindruck los, es gebe in den traditionellen Branchen des Musikmarktes eine Art Götterdämmerung – zumindest aber das Gefühl eines «letzten Aufrufs». Auf dem CD-Markt sind es die Major-Label, die ihre gefüllten Archive in jeglicher Form unter immer wieder neuen Gesichtspunkten geradezu «entleeren» und an das Pub-likum bringen wollen. Kaum anders steht es um die Verlage, die schon seit Jahren die gute Idee von Lexika und Handbüchern gelegentlich ins Absurde führen. Be-gonnen hat dieser Drang zum Enzyklopädischen vor mehr als zwei Jahrzehnten. Seither sind nicht nur Komponisten und Gattungen, sondern auch einzelne Epochen oder Bereiche entsprechend bedacht worden – und man darf sich schon die Frage stellen, ob hie und da nicht der verlegerische Hang zum Ertrag Vater des Gedanken war.

Beim Lexikon Neue Musik drängt sich eine solche Vermutung erst einmal nicht auf. Und doch darf man sich bei der Lektüre der Einleitung wundern. Denn die beiden Herausgeber werden (klug genug!) nicht müde, das «Lexikon» ein «Handbuch» zu nennen, was es auch ist – honni soit qui mal y pense. So wird in die anhaltende Unübersichtlichkeit des Gegenstandes durch neun zusammenfassende Essays erst einmal eine Bresche geschlagen (Themen, S. 3–156), bevor es zu den eigentlichen Artikeln geht (Lexikon S. 157–635). Doch auch diese lesen sich teilweise wie weiter gefasste Abhandlungen auf kleinem (besser: grossem) Raum. Wer also lexikalische Informationen zu einzelnen Komponisten der Neuen Musik, exemplarischen Werken, Institutionen oder wirklich musikalischen Sachverhalten sucht, wird enttäuscht. Der fraglos gelungene Fokus liegt vielmehr auf der allgemeinen Orientierung. Überraschungen gibt es dennoch – im Detail wie auch im Ganzen: so einen übereilten Abgesang auf die universitäre Musikwissenschaft (S. 424), aber auch die ernste Reflexion über den Humor oder Überlegungen zur Kanonisierung des Neuen. Seltsam nur, wie sehr das alles geografisch – mit separaten Einträgen zu Afrika, Indien, Nordeuropa, Osteuropa, Südostasien etc. versehen – um das offenbar mitgedachte, aber unausgesprochene Zentrum kreist.

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Lexikon Neue Musik, hg. von Jörn Peter Hickel und Christian Utz, XVII/686 S., € 128.00, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7618-2044-5

Die «grande dame» der «bonne grace»

Aus dem Englischen übersetzte und erweiterte Biografie von Isolde Ahlgrimm (1914–1995), einer bedeutende Persönlichkeit auf dem Weg zur historischen Aufführungspraxis.

Ausschnitt aus dem Titelblatt

Dass sich die Wiederentdeckung Alter Musik und die Hinwendung zur historischen Aufführungspraxis weder einer Revolution verdankte, noch ohne prägende Persönlichkeiten auskam, macht das Buch Die Cembalistin Isolde Ahlgrimm (1914–1995) deutlich. Eine Generation jünger als Wanda Landowska (1879–1959), stützte sich Isolde Ahlgrimm kompromissloser als diese auf Lehrwerke und musikalische Quellen der Vergangenheit; eine halbe Generation älter als Gustav Leonhardt (geb. 1928) und Nikolaus Harnoncourt (geb. 1929), war sie für diese Pioniere eine Anregerin und – über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg – Förderin, zeitweise sogar musikalische Partnerin. Sie durchlief eine Ausbildung zur Pianistin an der Wiener Musikakademie und begegnete im Alter von zwanzig Jahren dem streitbaren Sammler und charismatischen Verfechter unbedingter Originaltreue, Erich Fiala, den sie 1938 heiratete. Standen zunächst Aufführungen von Mozarts Clavierwerken auf dem Fortepiano im Zentrum der eigenen «Concerte für Kenner und Liebhaber», so wandte sie sich ab 1943 dem (Pedal-)Cembalo und mithin dem Tastenwerk von Johann Sebastian Bach zu, das sie von 1951 bis 1956 (fast) vollständig auf Schallplatte einspielte. Endlich eröffnete sich dadurch – nach der Scheidung von Fiala – eine internationale Karriere und eine Lehrtätigkeit an der Wiener Musikuniversität. Bis 1983 konzertierte sie im In- und Ausland, bis in die USA und nach Japan, besonders häufig und gerne auch in der Schweiz. Am 11. Oktober 1995 ist Isolde Ahlgrimm in Wien gestorben.

Ahlgrimm war in Vielem ihrer Zeit weit voraus. Dies betraf zunächst ihre akribische Quellenarbeit, dank der sie ein (2004 posthum ediertes) Kompendium der Ornamentik der Musik für Tasteninstrumente verfassen konnte. Andererseits entschloss sie sich 1972, (allzu) spät, zum Spiel auf wirklichen Kopien historischer Instrumente und blieb ihren Ammer-Cembali mit den langen (Klavier-)Tasten treu. Gewisse Manierismen der jüngeren (vor allem holländischen) Kolleginnen und Kollegen lehnte sie ab und stützte sich dabei auf eine Vielzahl historischer Aussagen und Beispiele. Selbst in ihrem Beharren auf Professionalität und technischer Perfektion blieb sie stets eine Anhängerin des guten Geschmacks oder, wie sie selbst sagte, der «bonne grace».

Die erweiterte und angereicherte Übersetzung einer englischen Biografie ihres letzten Schülers Peter Watchorn aus dem Jahre 2007 durch eine weitere ehemalige Studentin, die Schweizerin Regula Winkelman, macht als vorläufige Materialsammlung zu Recht auf das Wirken der bedeutenden Wiener Cembalistin aufmerksam. Besonders verdienstvoll ist der Abdruck von Ahlgrimms eigenen Begleittexten zur Bach-Gesamteinspielung, welche in ihrer Vielschichtigkeit und Gedankenfülle unverzichtbare Dokumente der Bach-Rezeption im 20. Jahrhundert sind.

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Regula Winkelman, Peter Watchorn: Die Cembalistin Isolde Ahlgrimm (1914–1995). Eine Wegbereiterin der historischen Aufführungspraxis, 288 S., geb., € 29.99, Böhlau, Wien u. a. 2016, ISBN 978-3-205-79679-4

Honeggers Vermächtnis

Das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Mario Venzago spielt «Rugby», die «Symphonie liturgique» und die Sinfonie «Di tre re».

Ausschnitt aus dem CD-Cover, Ölbild von Allan Storer

Mario Venzago ist und bleibt ein eigenwilliger und kompromissloser Dirigent. So auch bei seinen CD-Projekten, mit denen er immer zu überraschen weiss. Die Gesamteinspielung der Bruckner-Sinfonien mit verschiedenen Orchestern bei cpo hat durch seine eigene Lesart – linear, transparent, klangsinnlich und mit rhythmischer Verve – in der internationalen Fachpresse für Aufsehen gesorgt.

Konsequent setzt er sich für die Schweizer Musik ein, sei das für die Orchesterwerke Othmar Schoecks oder Paul Juons. Als Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters, der er seit 2010 ist, bezieht er die Schweizer Moderne ganz selbstverständlich in seine Programmierung mit ein. Und das von ihm restrukturierte, verjüngte und mit Teilzeitstellen attraktiver gemachte Orchester folgt ihm engagiert.

Nun ist Arthur Honegger (1892-1955) an der Reihe. Auf der aktuellen Einspielung, die als eine der letzten CDs beim bald eingestellten Migros Label Musiques Suisses erschienen ist, präsentieren Venzago und sein Berner Orchester Rugby, Mouvement symphonique (1928), die Sinfonie Nr. 3 Symphonie liturgique (1945/46) und die 5. Sinfonie Di tre re (1950).

Obwohl Honegger den Schweizer Pass hatte, harrte er auch im Zweiten Weltkrieg in Paris aus. Der pulsierenden Musikstadt, in der er schon studiert hatte, blieb er ein Leben lang treu. Mit Rugby, einem seiner drei Mouvements symphoniques, gab Honegger seiner Sportbegeisterung Ausdruck.

Die rhythmische Kraft, die sich auch in Pacific 231 Bahn brach, kommt hier laut wie in einem Sportstadion daher. Dem Berner Symphonieorchester gelingt es trotzdem zu differenzieren, in der harmonisch dichten Klangwucht die Agilität zu wahren und die Imitationen und Fugen deutlich zu artikulieren.

In der Liturgique bringt Honegger zwar durch Satzbezeichnungen wie «Dies irae» oder «Dona nobis pacem» liturgische Beschwörung in die Sinfonik, es gibt jedoch keinen direkten Bezug zu kirchlichen Originalmelodien. Es ist Bekenntnismusik der tiefsten Erschütterung, gleich nach Kriegsende geschrieben. Mario Venzago schöpft hier aus dem Vollen, die Atonalität und expressionistische Gestik deutet er mit aller Intensität aus, bis an die Grenzen des Erträglichen. Da ist man für das Allegretto-Adagio der 5. Sinfonie, das auf ein dunkles Grave folgt, mehr als dankbar.

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Arthur Honegger: «Rugby», Mouvement symphonique; Symphonie liturgique; Symphonie «Di tre re», Berner Symphonieorchester, Leitung Mario Venzago, MGB CD 6287

Hannys Sammlung erklingt

Auf ihrer jüngsten CD haben die Mitglieder der Hanneli-Musik Tänze aus der Ostschweiz zusammengestellt. Wie immer aus dem enormen Fundus der Sammlung Christen.

Hanneli-Musig. Bild: zVg

Die Landesausstellung1964 in Lausanne präsentierte die moderne Schweiz der Technik und Architektur und vergass dabei die Kultur und die Bedürfnisse der Bergbewohner. Die Studiengruppe Forum alpinum legte sozusagen als Lückenbüsser 1965 einen viersprachigen Bildband und die Anthologie authentischer Volksmusik aus den Schweizer Bergen vor. Diese Schallplatten-Edition wurde aber kaum beachtet, bereits 1966 wieder aus dem Handel gezogen und erst 2008 in einer CD-Überspielung als wichtiges Dokument wahrgenommen.

Das mangelnde Verständnis für die traditionelle Schweizer Musik liess auch die 435 handschriftlichen Notenhefte mit 11 874 Volkstänzen, die Hanny Christen von 1940 bis 1960 in der ganzen Schweiz gesammelt und 1963 der Universitätsbibliothek Basel geschenkt hatte, vergessen. Erst 1992 erkannte der Zürcher Musiker und Verleger Fabian Müller den Wert dieser Sammlung. Ein Team von 17 freiwilligen Mitarbeitern erstellte vorerst eine Datenbank und inventarisierte 10 000 Tänze nach Kantonen und Zuträgern. Mit finanzieller Unterstützung der Gesellschaft für die Volksmusik in der Schweiz (GVS/SMPS) konnten 2002 zehn grossformatige Bände unter dem Titel Schweizer Volksmusiksammlung. Die Tanzmusik der Schweiz des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gesammelt von Hanny Christen vorgelegt werden. Die einstimmig notierten Tänze aus der ganzen Schweiz (mit Ausnahme des Kantons Thurgau) wurden durch die Sammlerin vor allem aus handschriftlichen Tanzbüchern kopiert und mit gehörsnotierten Aufzeichnungen nach Instrumentalstücken älterer Musikanten ergänzt. Die Christen-Sammlung enthält Tanzgattungen, die das heutige aus Ländler, Walzer, Polka und Schottisch bestehende Repertoire mit Mazurka, Galopp, Kreuzpolka, Polonaise, Varsovienne, Tyrolienne, Allewander und Montferrine erweitern.

Nach dem Erscheinen der Christen-Sammlung gründeten professionelle Volksmusiker rund um den Cellisten Fabian Müller die Hanneli-Musig, machten sich an die Umsetzung des Notenmaterials und konnten 2004 die erste von mittlerweile sieben Einspielungen, das Album Blümchen Wunderhold vorlegen (ZYT 4895, vergriffen). 2005 folgten unter dem Titel Alpenträume Tänze aus der Innerschweiz (ZYT 4897, vergriffen). Ein Jahr später publizierten die sechs Musiker, die alle auch bei der Auswahl und dem Arrangement der einstimmigen Melodien mitarbeiten, die CD Tänzix (ZYT 4900). Kürzel und Nummern, die auf den Herkunftskanton und den Sammlungsstandort jedes Stückes hinweisen, erlauben den Rückgriff auf die originale Notation. Wer die mehrstimmigen Bearbeitungen der ersten drei Einspielungen gedruckt vorzieht, findet sie im Fachhandel.

Mit dem Album Seeland von 2008 lässt die Hanneli-Musig das stimmige Repertoire der Biberemusig aus den 1850er-Jahren (Region Murten, ZYT 4919) aufleben und mit dem Titel Baselbiet (ZYT 4930) wird Hanny Christen 2010 mit Volksmusik aus ihrer Heimat die Ehre erwiesen.

Im eben erschienenen Album Über Stock & Stei bieten der gewandte Ländlerklarinettist Dani Häusler, der Spielmann Johannes Schmid-Kunz an der Geige, der Herausgeber der Christen-Tänze und Cellist Fabian Müller, der Vollblutmusiker Ueli Mooser an Kontrabass und Saxofon, der Blechbläser Christoph Mächler und Fränggi Gehrig mit dem Akkordeon «lüpfige», zum Teil in virtuosem Tempo vorgetragene Tänze aus den Alpengebieten der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden.

Es ist durchaus ein Pläsir, alle diese Einspielungen – und man hofft auf weitere – als Zeugnisse schweizerischer Musiklandschaften zu hören, aber man vermisst bei den Interpretationen der Hanneli-Musig die Bemühung um eine historische Aufführungspraxis.

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Hanneli-Musig: Über Stock & Stei. Zytglogge ZYT 4980

In die Schopfe gehen

Klanginstallationen im appenzellischen Hochmoor. Wie die Idylle kratzen und das Moor juchzen kann.

Foto: Jacques Erlanger

Es war ein noch etwas feuchter, aber sich öffnender Sonntagnachmittag, er lud zahlreiche Kunstliebende und Familien ein, hinaus in die Schopfe zu gehen. So sagt man offenbar in der Gegend, entgegen dem sonst üblichen Plural «Schöpfe» des im Hochdeutschen weitgehend ausgestorbenen Schopfs. Denn in dieser Moorlandschaft nahe Gais stehen etliche dieser Ställe und Schuppen, wie überhaupt im Appenzellischen. Und wenn man als Kind schon immer die Neigung hatte, in diese Gebäude einzudringen und das Heu zu zählen, so bot sich hier eine wunderbare Gelegenheit.

«Klang Moor Schopfe» nennt sich das kleine Festival, das erstmals Anfang September stattfand und vielleicht, die Veranstalter wissen es noch nicht genau, eine Fortsetzung finden wird. Die neun Klangorte sind kaum einen halben Kilometer voneinander entfernt – und auch nach ergiebigen Niederschlägen bequem zu erreichen. Ein einheitlich kuratiertes Konzept ergab sich nicht, sollte sich wohl nicht ergeben, das Nebeneinander völlig verschiedener Konzepte war ebenso reizvoll wie lehrreich – zur Frage: Wie gehen denn nun die Künstler in die Schopfe?

Forschen, schiessen, bombardieren

Während die eine, die aus Sibirien stammende und in Genf lebende Olga Kokcharova mit Moosforschern durchs Moor zog und aus den Gesprächsausschnitten eine Rauminstallation schuf, hängte der Österreicher Rupert Huber seine Klänge und eine dazu gehörende, freilich sehr offene Partitur in eine Ecke und machte den Schopf zum kleinen Kunsttempel. Das eine lieferte Dokumentation, das andere Transformation, und beides führte hier etwas zu wenig weit.

Das interessantere Beispiel einer Dokumentation, ja fast Überdokumentation, boten die Berner Ethnologinnen und Ethnologen der Gruppe Norient mit einem Theatre of War, das sie ausgerechnet in einem Schiessstand einrichteten. Mit Kopfhörer und Fernrohr fühlte man sich lokalisiert, nur die Schusswaffen fehlten. Aber genau die wurden dann in den Beiträgen thematisiert, die da zu hören waren. Durch die Berichte von Künstlerinnen und Künstlern aus Kriegsgebieten in Israel, Palästina, Syrien und Serbien wurde ein Erfahrungsfeld aufgetan, just in dieser idyllischen Umgebung, in der halt auch geschossen wird.

Eine Transformation versuchten die beiden deutschen Künstler Albert Oehlen und Wolfgang Voigt, die einen aus Astfragmenten wieder zusammengebastelten Baum mit Lichtblitzen und herben Trommelschlägen bombardierten. Das war dann weniger nett und hehr und demonstrierte eine kaputte Natur. Kein Ort, an dem man gern lange verweilte – aber er blieb doch im Gedächtnis.

Ärgern, aufreiben, verblüffen

Jason Kahn wiederum, der in Zürich lebende US-amerikanische Musiker, erkundete die appenzellische Klanglandschaft und hängte seine auf Blättern notierten Klangeindrücke zusammen mit Gesangsfetzen in einen Stall. Man begegnete einem Städter, der sich nicht wohl in diese rustikale Landschaft einfindet, sich aber damit nicht freundlich abfindet, sondern seinen Ärger mitlieferte, etwa wenn das Geschmetter einer Kuhglocke den Tinnitus in seinem Kopf konkurrenziert.

So haben sich die meisten Künstler eben nicht mit dem hübschen Landschaftsarrangement beschäftigt, sondern sich daran gerieben und gekratzt. Auch einige Aktionen des Rahmenprogramms verdeutlichten das. So ein Schopf oder Stall, wo noch das Heu liegt und es ein wenig nach Kuh riecht, hat natürlich ein eigenes Cachet, wenngleich ich bei aller Klanginstalliererei doch einmal anfügen möchte, dass eigentlich jeder Raum eine besondere Wirkung hat, wenn man ihn ausstellt und mit Klang versieht. Deshalb wirkten denn auch der klingende und neonleuchtende blaue Quader von Norbert Möslang oder die Feinklang erzeugenden Wassermaschinchen von Svetlana Maraš. Solche Einfachheit – egal in welcher Umgebung – hat durchaus etwas Rätselhaftes, obwohl sie kaum zu überraschen vermag.

Berühren, schweben, juchzen

Zwei andere Räume verblüfften da eher. Die «Living Instruments» des Perkussionsensembles WeSpoke und der Biologengruppe Hackuarium bestehen eigentlich vor allem aus einem vermoosten Raum. Zwei der Moosflächen lassen sich berühren und betatschen streicheln und kratzen – wodurch elektronische Klänge ausgelöst werden. Man konnte sich im Spielen verlieren.

Zimoun lässt den Schopf schweben. Foto: Thomas Meyer

Mit solcher Vielfalt wurde man bei dieser Reise nach Gais gelohnt. Nur einer natürlich fehlt nun noch, der im Appenzellischen nicht fehlen darf. Sprengmeister Roman Signer lieferte diesmal nur «einen tiefen Ton», der freilich jedesmal auf einer anderen Tonhöhe daherkam, wenn er jeweils über den Bewegungsmelder ausgelöst wurde. Er dröhnte beim neunten Schopf wie aus dem letzten Rohr über die Landschaft und rief so nochmals die kleine Weite und die Einsamkeit ins Moor hinaus, einem Minimal-Juchzer aus der moorigen Unterwelt gleich.

Das Festival dauert noch bis am 10. September.

Rihm vergibt Roche Young Commissions 2019

Marianna Liik und Josep Planells Schiaffino erhalten die Kompositionsaufträge der Roche Young Commissions 2019. Ausgewählt hat die beiden jungen Künstler Wolfgang Rihm, der künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy.

Marianna Liik und Planells Schiaffino (Bild: Nik Hunger)

Die 1992 geborene Estin Marianna Liik schloss 2017 das Masterstudium in Komposition an der Estonian Academy of Music and Theatre bei Helena Tulve and Margo Kõlar ab. Sie schrieb bereits Werke für Orchester und Ensembles wie dem Estonian National Symphony Orchestra und dem finnischen Uusinta Ensemble und konnte bereits bedeutende Auszeichnungen entgegennehmen.

Josep Planells Schiaffino, 1988 in Valencia geboren, studierte Komposition an der Berliner Hochschule für Musik «Hanns Eisler». Seine Werke wurden von diversen Formationen gespielt, darunter  Ensemble Modern, das Ensemble der Lucerne Festival Academy, das WDR Sinfonieorchester Köln und die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken. Planells Schiaffino wurde unter anderem bereits mit dem Hanns-Eisler-Interpretationspreis 2015 ausgezeichnet.

Seit 2003 werden im Rahmen der Roche Commissions Werke an weltweit renommierte Komponisten in Auftrag gegeben, mit den Roche Young Commissions wurde die Partnerschaft erweitert. Die Werke der Roche Commissions und der Roche Young Commissions werden jeweils alternierend alle zwei Jahre uraufgeführt. 2015 erhielten Lisa Streich und Matthew Kaner den Kompositionsauftrag der Roche Young Commissions 2017.

Immer mehr junges Publikum

Die öffentlich getragenen deutschen Theater und Orchester in der Saison 2015/2016 zählten rund 14’400 Aufführungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. Damit erreichten Orchester und Theater laut Deutscher Orchestervereinigung (DOV) fast drei Millionen junge Besucher.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Die Anstrengungen im Bereich Musikvermittlung und Theaterpädagogik hätten dazu beigetragen, dass der Trend so deutlich nach oben zeige, schreibt die DOV. Inzwischen gebe es an allen grossen Theatern und in vielen kleinen Häusern extra Stellen für Vermittler, die Besuchern sowohl Theater als auch Musik nahe brächten. Der hohe Zuspruch beim Publikum zeige, dass der eingeschlagene Weg richtig sei.

Auch die Saisonbilanzen der vergangenen Monate belegen laut DOV den Trend. Für die gerade zu Ende gegangene Saison hätten ungewöhnlich viele Theater und Orchester Rekordbilanzen vorgelegt. Im ganzen Land nehmen Kommunen auch viel Geld in die Hand, um ihre Theater zu sanieren oder sogar neue Gebäude und Konzertsäle zu bauen. Die Trendwende Klassik ist nach der Überzeugung des DOV-Geschäftsführers Gerald Mertens voll im Gang.
 

Biel ehrt Festival «Ear we are»

Der Gemeinderat der Stadt Biel verleiht die Ehrung für kulturelle Verdienste 2017 an das Festival «Ear we are». der Kulturpreis der Stadt Biel 2017 geht an den Lyriker Rolf Hermann.

Ear we are in der Juragarage (Bild: ear we are

Seit 1999 ziehe das Festival «Ear we are» international bekannte Musiker aus den Bereichen Jazz, Experimental- und Improvisationsmusik nach Biel, schreibt der Gemeinderat. Die Programmqualität und die intime Atmosphäre des Festivals in den Räumlichkeiten der alten Juragarage machten das Festival zu einem einzigartigen Event in der Schweiz, der bis weit über die Region hinaus strahle.

Kuratiert von vier Bieler Musikern steht das Festival für ein abwechslungsreiches und überraschendes Programm laut Eigencharakterisierung «aus konzentrierter, lauter, kantiger, bezaubernder, eigenständiger und dringlicher Musik unserer Zeit». Es fand dieses Jahr im Februar statt.

Der Kulturpreis der Stadt Biel 2017 geht an den Schriftsteller, Lyriker und Literaturvermittler Rolf Hermann. Rolf Hermann gehört zu den wichtigsten Vertretern der aufstrebenden schweizerischen Literaturszene. Er schreibt vorwiegend Lyrik, aber auch Prosa, Hörspiele, Theater- und Mundarttexte. Sein Schaffen wurde verschiedentlich ausgezeichnet, zuletzt mit dem Literaturpreis des Kantons Bern (2015) und einem Werkbeitrag der Schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia (2015). Rolf Hermann (1973) lebt seit 2005 in Biel. Er ist als Dozent im Schweizerischen Literaturinstitut in Biel tätig.

Neues Verrechnungsmodell für Konzertveranstalter

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt führt ein neues einheitliches Verrechnungsmodell für die öffentlichen Sicherheitskosten bei Sport- und Konzertveranstaltungen ein.

Foto: Stephen Woods/flickr

Die Verrechnung orientiert sich nicht mehr wie bisher am Zuschaueraufkommen, sondern an den tatsächlich geleisteten Einsatzstunden der staatlichen Dienstleister. Wie bisher keine  Kosten verrechnet werden kantonalen und Swisslos-Fonds-unterstützten Grossveranstaltungen wie der Fasnacht, Em Bebbi sy Jazz oder dem Jugendkulturfestival.

Weiteren Sport- und Konzertveranstaltungen werden die Hälfte der Kosten übertragen und weiteren Grosveranstaltungen sämtliche Kosten. Um das neue Verrechnungsmodell einzuführen, hat der Regierungsrat die Verordnung betreffend die Kantonspolizei des Kantons Basel-Stadt, der Verordnung über die von der Feuerwehr zu erhebenden Gebühren sowie der Verordnung über die von der Sanität Basel zu erhebenden Gebühren geändert.

Die Neuregelung ist vor allem von den Aktivitäten des FC Basel motiviert. Während sie für Konzert- und andere Veranstalter wenig Auswirkungen hat, bringt sie dem Fussballclub etwa eine Verdoppelung seiner Abgaben an die kantonalen Sicherheitsbehörden von heute rund einer auf neu rund zwei Millionen Franken pro Jahr.
 

Stadttheater Biel fit für die neue Saison

Die Bauarbeiten am Stadttheater Biel sind abgeschlossen, rechtzeitig für die neue Saison des Theaters Orchester Biel Solothurn TOBS. Am 21. April 2016 bewilligte der Stadtrat einen Baukredit von 2,4 Millionen Franken für dringende Unterhaltsarbeiten zur Aufrechterhaltung des Betriebs in den nächsten Jahren.

Eingang des Stadttheaters Biel. Foto: Andreas Praefcke/wikimedia commons

Die umgesetzten Massnahmen beinhalten eine neue Grundinfrastruktur für die Bühnentechnik. Die Sicherheit auf der Bühne wurde mit einer zusätzlichen Arbeitsgalerie verbessert. Die  vorhandene Bühnenlichtsteuerung wurde den zeitgemässen Bedürfnissen angepasst. Bei der Beschallung, der Videoanlage sowie den hausinternen Kommunikationsanlagen war ein kompletter Ersatz unumgänglich. Sämtliche Bühnenvorhänge wurden durch nicht entflammbare Stoffe ersetzt.

Weiter wurden die gesetzlichen Auflagen in Bezug auf Brandschutz, Sicherheit und Behindertengerechtigkeit umgesetzt. Ein neuer Hauptbrandabschnitt musste zwischen den Bereichen Zuschauerraum, Bühne und Treppenhaus gebildet werden. Die Brandausbreitung auf angrenzende Abschnitte wird nun durch feuerbeständige Bauteile verhindert.

Als öffentlich zugängliches Gebäude wurde das Stadttheater den aktuellen Normen betreffend Hindernisfreiheit angepasst. Das Behinderten-WC wurde erneuert und im Zuschauerbereich zusätzliche Rollstuhlplätze geschaffen. Die Fluchtwegsituation aus dem Zuschauerbereich musste mit Hinweissignalen und einer neuen Sicherheitsbeleuchtung verbessert werden.

Seit dem Jahr 1979 wurde das Stadttheater Biel nicht mehr renoviert und entsprach den heutigen Anforderungen an einen Theaterbetrieb nicht mehr. Die Bühnentechnik war stark veraltet und mindestens ein Teil der elektrischen Installationen musste ersetzt werden, damit der Betrieb auch in den nächsten Jahren noch aufrechterhalten werden kann.

 

Musikvideos gesucht

Bis am 27. September können Clips online angemeldet und hochgeladen werden.

Gewinner Publikums-Award 2017: Hecht mit «Gymnastique». Foto: m4music,SMPV

Die Ausschreibung via neustem m4music-Newsletter vom 29. August im Wortlaut:

Das Popmusikfestival m4music des Migros-Kulturprozent, die Solothurner Filmtage und die Fondation Suisa suchen den besten Schweizer Videoclip des Jahres. Bis zum 27. September 2017 können Musikvideos online angemeldet und hochgeladen werden.
Die von einer Auswahlkommission ausgewählten Musikclips sind im Programm Best Swiss Video Clip der 53. Solothurner Filmtage zu sehen. An der Upcoming Award Night am Samstag, 27. Januar 2018, werden die fünf nominierten Clips für den Hauptpreis Best Swiss Video Clip bekannt gegeben. Jede Nomination ist mit je 2000 Franken dotiert.
Die Preisverleihung des Best Swiss Video Clip findet am 24. März 2018 am Festival m4music statt. Es werden ein Jury- und ein Publikums-Award vergeben. Beide sind mit 5000 Franken dotiert.

Die Preis- und die Nominationsgelder werden gestiftet von der Fondation Suisa.
 

Wunschlos glücklich musizieren

Die über 40 Teilnehmer der Musikferien auf dem Arenenberg in Salenstein waren begeistert. Für den Kurs im nächsten Jahr kann man sich bereits anmelden.

Gemeinsames Schlusskonzert. Foto: zVg,SMPV

Die Aussicht vom Arenenberg auf den Untersee ist einfach fantastisch. Dies dachte sich Napoleon III., als er im thurgauischen Salenstein ein Schloss baute. Der richtige Ort, um genussvolle Ferien zu verbringen, war auch Anna Gassner überzeugt, als sie vor fünf Jahren zusammen mit Musikerkollegen ein Musiklager für Erwachsene auf die Beine stellte. Von Beginn an bekam das Organisationkomitee Unterstützung vom Thurgauer Kantonalmusikverband und vom Verband Thurgauer Musikschulen.

Entspannung, kulinarische Genüsse und gemeinsames Musizieren – dies war auch das Motto der diesjährigen Aktivferien, die wie schon die Jahre zuvor in der letzten Juli-Woche stattfanden. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet und musizierten begeistert unter fachkundiger Anleitung der Dirigenten Bruno Uhr und Roland A. Huber. Für Registerproben, Workshops und Ensembles wurden vier weitere Musikpädagogen beigezogen.

Das Feedback war äusserst positiv. Eine Teilnehmerin schreibt: «Ich war einfach wunschlos glücklich.» In einer ersten Sitzung hat das OK nun Bilanz gezogen und diskutiert, wie Teilnehmerwünsche berücksichtigt werden können und in welche Richtung sich die Musikferien in den kommenden Jahren weiter entwickeln sollen. Nach den vergangenen fünf Jahren ist jedenfalls klar: Die steigenden Teilnehmerzahlen zeigen, dass es ein Bedürfnis nach aktiven Musikferien gibt. Um die Weiterführung zu sichern, soll demnächst ein Trägerverein gegründet werden.

Für die Musikferien Arenenberg 2018 vom Dienstag, 24. Juli, bis Freitag, 27. Juli, sind das Hotel und die Schulungsräume bereits wieder gebucht und per sofort kann man sich anmelden unter:

www.musikferien-arenenberg.ch
 

Neue Suisa-Bedingungen für Chöre

Die Schweizerische Chorvereinigung SCV schliesst mit der Suisa einen neuen, unbefristeten Vertrag ab. Für die Mitglieder des grössten schweizerischen Chorverbands gelten ab 2018 neue Bedingungen.

Mani (links) und Salvadé bei der Vertragsunterzeichnung (Bild: SCV)

Die SCV wird von der Suisa als Branchenverband anerkannt, die SCV, ihre Unterverbände und Chöre erhalten den im Tarif vorgesehenen Verbandsrabatt. Neu ist der gemeinsame Tarif K (Konzerte, konzertähnliche Darbietungen, Shows, Ballett, Theater) auch für sie anwendbar.

In der Tarifgruppe Hb (Musikaufführungen zu Tanz und Unterhaltung) sind die Konditionen, zu welchen Aufführungs- und Lizenzrechte abgegolten werden, verbessert: neu sind sämtliche Veranstaltungen dieser Art abgedeckt. Tarif B (Musikvereinigungen und Orchestervereine) gilt unverändert weiter.

Die Vertragsunterzeichnung am 28. August 2017 in Aarau fand im Beisein des stellvertretenden Direktors der Suisa, Vincent Salvadé und des Zentralpräsidenten der SCV, Claude-André Mani statt. An der halbjährlichen Zusammenkunft des Zentralvorstands der SCV im November in Martigny VS wird Vincent Salvadé den Vertrag im Detail vorstellen.

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