Akustik der Städte als Trendthema

Wie klingen Städte? Nicht nur in Basel und Luzern stellt man sich zur Zeit diese Frage: Die Deutsche Aktion Stadtklang 2015 bringt Metropolen zum Klingen. Jeder kann Töne auf einer grossen Klangkarte hochladen, diese mit anderen teilen und zeigen, wie die eigene Wohnumgebung klingt.

Foto: johannes vortmann/pixelio.de

Bürgerinnen und Bürger können in Deutschland Töne auf einer grossen Klangkarte hochladen, diese mit anderen teilen und zeigen, wie die eigene Stadt, das eigene Viertel oder das Heimatdorf klingt. Unter allen hochgeladenen Klängen werden in regelmässigen Abständen  Sachpreise verlost.

Neben der Aktion selbst bringt die Webseite der Aktion Wissenswertes zur aktuellen Klang- und Lärmforschung in Städten. Speziell thematisiert werden Psychoakustik und Lärmforschung, Tiergeräusche in der Stadt, Lieblingsorte und Lieblingsklänge, Stadthits und Stadtmusik sowie Kinder in der Stadt.

In Basel thematisiert die Ausstellung «KlangRaum – RaumKlang» noch bis zum 10. Dezember den Klang der Städte. Sie will das Verständnis für die akustischen Qualitäten von Orten und Räumen schärfen. Und in Luzern hat der Komponist Tod Machover die Bürger aufgerufen, Klänge, Geräusche und Hintergrundinformationen zu sammeln, um damit ein klingendes Portrait von Luzern zu komponieren. Die Sinfonie wird am 5. September mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra und Matthias Pintscher im Rahmen von Lucerne Festival im Sommer uraufgeführt.

Webseite von Stadtklang 2015: www.stadtklang2015.de
 

Europäische Spitzenorchester im Iran

Laut der Neuen Musikzeitung verhandelt das iranische Kulturministerium mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern über Gastspiele in Teheran. Damit setzt sich ein Tauwetter in Sachen Musik fort, das mit der Rehabilitation des Teheraner Symphonieorchesters eingesetzt hat.

Teheran aus dem Flugzeug. Foto: Arad, wikimedia commons

Anlass für einen Auftritt der Wiener Philharmoniker wäre laut Bahram Dschamali, dem Musikbeauftragten des Ministeriums, bereits der Staatsbesuch des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer in Teheran im September. Weder die Wiener noch die Berliner Philharmoniker bestätigen entsprechende Gespräche.

Zuletzt waren die Berliner Philharmoniker 1979 im Iran aufgetreten. Mit der islamischen Revolution wurde die Situation für die Musik zusehends schwieriger. Extreme Auslegungen der islamischen Schriften verbieten Musik aus religiösen Gründen im Islam generell. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte das Teheraner Symphonieorchester aufgelöst, ein Entscheid, den sein Nachfolger Hassan Ruhani wieder rückgängig machte.  

Maurice Steger mit Echo Klassik ausgezeichnet

Der Schweizer Blockflötist Maurice Steger ist Instrumentalist des Jahres in der Kategorie Flöte der diesjährigen Echo-Klassik-Auszeichnungen. Unter den zahlreichen weiteren Preisträgern finden sich auch der frühere Chefdirigent des Zürcher Tonhalle-Orchesters David Zinman und der Schweizer Flötist Emmanuel Pahud.

Maurice Steger. Foto: © Molina Visuals

Die Preisträger der Kategorie Nachwuchskünstler/-in des Jahres sind Bryan Hymel (Gesang), Sonya Yoncheva (Gesang), Florian Noack (Klavier), Sophie Pacini (Klavier) und Nemanja Radulović (Violine). Der Preis für Nachwuchsförderung geht an Classic Scouts und die Freie Grundschule Wernigerode. Den Klassik-für-Kinder-Preis gewinnt die Aufnahme Des Kaisers Nachtigall des Helbling Verlags mit Uģis Prauliņš, Michala Petri, Malte Arkona, Klaas Stok und dem SWR Vokalensemble Stuttgart.

Weitere Preistträger sind laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) Jonas Kaufmann (Sänger des Jahres), Joyce DiDonato (Sängerin des Jahres), Elīna Garanča (Solistische Einspielung des Jahres/Gesang), Lang Lang (Instrumentalist des Jahres/Klavier) und Andreas Ottensamer (Instrumentalist des Jahres/Klarinette).

Die offizielle Verleihung findet am Sonntag, dem 18. Oktober 2015 im Rahmen einer Gala im Konzerthaus Berlin statt. Der Abend wird vom ZDF am gleichen Abend ausgestrahlt.

Die komplette Liste: www.echoklassik.de

Musikstudium in der Tradition der Sieben Freien Künste

Die Technische Universität Darmstadt bietet ab dem Wintersemester 2015/16 in Kooperation mit der Akademie für Tonkunst in Darmstadt den neuen Teilstudiengang Musikalische Kultur an.

Die sieben freien Künste, Gemälde von Marten de Vos 1590. Quelle: wikimedia commons,SMPV

Das Teilfach «Musikalische Kultur» kann mit jedem zweiten Fach aus dem Kanon Digital Philology, Germanistik, Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie, Informatik, Sportwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaften kombiniert werden. Das gemeinsam vom Institut für Philosophie der Universität und der Darmstädter Akademie für Tonkunst getragene Lehrangebot verbindet künstlerische Praxis, gesellschaftsbezogene Reflexion, Musiktheorie, Ästhetik und Musikphilosophie.

Der Studiengang ist laut Cord Meijering, dem Direktor der Akademie, ein vollwertiges universitäres Musikstudium, mit dem Studierende in der Tradition der antiken Sieben Freien Künste eine Mehrfachqualifikation erreichen sollen. Die Vorbereitung auf Herausforderungen moderner neuer Berufsbilder im Kulturbereich erfolge dabei durch eine Kombination aus praktischem Musizieren und geisteswissenschaftlicher Bildung.

Studienvoraussetzungen sind die Allgemeine Hochschulreife beziehungsweise Fachhochschulreife sowie ein an der Akademie zu absolvierender Nachweis der künstlerischen Eignung.
 

Thüringen will Musikangebot abbauen

Der kulturelle Umbau der neuen Bundesländer in Deutschland scheint noch nicht abgeschlossen: Thüringen will die Opernsparte in Weimar aufgeben und Orchester fusionieren oder gleich ganz auflösen. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) ist empört.

Geht für die Oper im Nationaltheater Weimar bald das Licht aus? Foto: Antje Schröter/pixelio.de

Die DOV droht «massiven Widerstand an gegen die öffentlich gewordenen Abbaupläne der Thüringer Staatskanzlei für die Orchester und Theater im Freistaat». Medienberichten zufolge sollen unter anderem das Deutsche Nationaltheater Weimar die Opernsparte aufgeben, die Landeskapelle Eisenach aufgelöst und die Thüringen Philharmonie Gotha mit dem Orchester in Erfurt fusioniert und verkleinert werden, schreibt die Vereinigung in einer Medienmitteilung.

Die aktuellen Abbau- und Fusionspläne von Minister Benjamin-Immanuel Hoff seien  inakzeptabel, erklärt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Die Art und Weise, wie mit den Thüringer Künstlerinnen und Künstlern und ihren Verbänden umgegangen werde, sei unwürdig.

Die DOV hatte laut eigenen Angaben der Thüringer Staatskanzlei einen Dialog zur Lage und zur Zukunft der Orchester und Theater angeboten. Nun werde er als Berufsverband vor vollendete Tatsachen gesetzt.  In den vergangenen 25 Jahren wurden laut DOV in Thüringen von ehemals über 1000 Musikerstellen bereits über 400 abgebaut.

Das nördlich von Bayern gelegene Thüringen ist eines der kleineren  Bundesländer Deutschlands und war früher Teil der DDR. Zu ihm gehören kulturträchtige Städte wie Erfurt, Jena, Weimar, Gotha, Eisenach, Rudolstadt oder Meiningen.
 

Beiträge und Atelieraufenthalte

Die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth lädt ein, sich für Werk- und Förde-rungsbeiträge 2015 ferner für ein viermonatiges Berlin- und ein viermonatiges New-York-Atelier (Aufenthalt 2017) zu bewerben

Aussicht auf einen New York-Aufenthalt. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Im Jahre 1981 wurde die Urner Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth gegründet. Seit 1982 vergibt sie einmal pro Jahr Förderungs- und Anerkennungsbeiträge am Kunst und Kulturschaffende in folgenden Sparten: Bildende Kunst, Musik, Literatur, Tanz, Theater, Film, Foto, Neue Medien. Für die Förderbeiträge (ohne Ateliers) stehen 24 000 Franken zur Verfügung.

Zu vergeben sind ebenfalls ein viermonatiger Atelier-Aufenthalt in Berlin sowie in New York (Aufenthalt 2017). Ferner können sich Künstlerinnen und Künstler für einen Kunstwerkankauf bewerben.

Teilnahmeberechtigt sind professionelle Kulturschaffende, die in Uri wohnen, hier aufgewachsen oder heimatberechtig und mit Uri verbunden sind. Nähere Angaben unter: www.ur.ch (Suchbegriff: Kunst- und Kulturstiftung).

Bewerbungen sind bis 16. Oktober 2015 zu richten an: Amt für Kultur und Sport, Daniothstiftung, Klausenstrasse 4, 6460 Altdorf, Tel. 041 875 20 96, E-Mail: josef.schuler@ur.ch

Kulturelle Auszeichnungen der Stadt Thun

Die Stadt Thun ehrt in diesem Jahr den bildenden Künstler Stefan Guggisberg mit dem Kunstpreis und das Musikerpaar Sabine und Tuomas Kaipainen mit einem Kulturstreuer. Je einen Kulturförderpreis erhalten die bildende Künstlerin Tanja Schwarz und der klassische Saxofonist Jonas Tschanz.

Sabine und Tuomas Kaipainen. Foto: Camenisch

Der mit 5000 Franken dotierte sogenannte Kulturstreuer der Stadt Thun geht an Sabine und Tuomas Kaipainen für ihre Verdienste in der Kultur- und Kunstvermittlung. Der in Steffisburg aufgewachsene Musiker Jonas Tschanz wird mit einem Kulturförderpreis von 10‘000 Franken geehrt. Der Kunstpreis 2015 der Stadt Thun in der Höhe von 10‘000 Franken geht an den in Thun aufgewachsenen bildenden Künstler Stefan Guggisberg. Die bildende Künstlerin Tanja Schwarz erhält ebenfalls einen Förderpreis.

Das Musikerpaar Sabine und Tuomas Kaipainen leitet bereits im neunten Jahr gemeinsam die Konzertreihe «Im Rathaus um 4». Beide wirkten bereits bei zahlreichen Aufnahmen und Konzerten mit, so zum Beispiel an den Festspielen in Moskau und Helsinki. Als Dozenten unterrichteten sie an zahlreichen Meisterkursen, unter anderem am Tschaikowski-Konservatorium in Moskau.

Der klassische Saxofonist Jonas Tschanz schloss seine Studien 2014 an der Hochschule für Musik in Basel ab. In seiner noch jungen Karriere konnte er bereits verschiedene Schweizer Musikpreise gewinnen. Seine Konzerttätigkeit führte ihn sowohl als Solist wie auch als Ensemblemitglied bereits durch ganz Europa, nach China und nach Japan.

Musikpreise der Dienemann-Stiftung

Zwei Hauptpreise, vier Anerkennungspreise und ein Sonderpreis wurden für herausragende kammermusikalische Leistungen vergeben.

Made In Trio. Foto: zvg

Die in Luzern beheimatete Marianne und Curt Dienemann-Stiftung, die sich die Förderung von Ausbildungen und Weiterentwicklungen in den Bereichen Jazz, Klassische Musik und Literatur zur Aufgabe gemacht hat, widmete ihren neunten Musikwettbewerb der Kammermusik. 25 Ensembles hatten sich für die Teilnahme am Vorspiel beworben.

Ein Hauptpreis von 15 000 Franken ging an das Made In Trio mit David Dias da Silva, Klarinette, Rute Fernandes, Flöte, und Petralia Sinforosa, Klavier. Ein zweiter Hauptpreis von 10 000 Franken wurde dem Duo Damien Bachmann, Klarinette, und François-Xavier Poizat, Klavier, zugesprochen.

Mit Anerkennungspreisen in der Höhe von 4 000 bis 8 000 Franken wurden ausgezeichnet: Saxofonquartet Strax Bravura, Trio Aeterno, Trio Saitenwind, Duo Graf-Gregor. Einen Sonderpreis (3 000.-) erhielt die Cellistin Gunta Abele vom Duo Art.
 

Zukunft der Stanser Musiktage gesichert

Die Sanierung des Vereins Stanser Musiktage ist erfolgreich abgeschlossen worden. Damit stehe der Durchführung des Festivals 2016 nichts mehr im Weg, schreiben die Veranstalter. Die diesjährige Auflage musste aus finanziellen Gründen abgesagt werden.

v.l.n.r: Marc Rambold, Esther Unternährer, Marc Unternährer. Foto: zvg

Vergangenen Dezember habe der Vereinsvorstand der Stanser Musiktage entschieden, aufgrund der finanziellen Situation mit dem Festival im 2015 zu pausieren, heisst es auf der Webseite des Anlasses. Stattdessen habe eine erfolgreiche zweitägige Benefizveranstaltung stattgefunden.

In den letzten Monaten konnte der Vorstand unter Beizug eines externen Spezialisten finanzielle Mittel in der Höhe von rund 250‘000 Franken einwerben und damit das Sanierungsziel erreichen. Unter den Donatoren finden sich private Geldgeber, der Kanton Nidwalden und die Gemeinde Stans.

Esther Unternährer und Marc Rambold bilden neu die Co-Festivalleitung. Der Luzerner Jazzmusiker Marc Unternährer ist auf Mandatsbasis neuer Programmleiter. Die Stanser Musiktage 2016 werden vom Dienstag, 5. April bis Sonntag, 10. April stattfinden.

Der Dorfplatz wird zum neuen Festivalzentrum mit Bars und einer Live-Bühne. Das Essensangebot wird auf dem Steinmättli zentralisiert. Das Programm in den diversen Räumlichkeiten in Stans wird sich wie gewohnt durch stilistische Offenheit auszeichen – World-, Jazz- und Popklänge treffen aufeinander.
 

Obwaldner Kulturgesetz an Kantonsrat überwiesen

Der Obwaldner Regierungsrat schlägt dem Kantonsrat die Schaffung eines Kulturgesetzes (KuG) vor. Er sei überzeugt, damit den Kulturbereich kohärent und zeitgemäss regeln zu können, schreibt der Kanton.

Historisches Museum Obwalden in Sarnen. Foto: alpöhi, wikimedia commons

Die bisher gültige Kulturverordnung des Kantons Obwalden stammt aus dem Jahr 1985 und weist grundlegenden Reformbedarf auf. Die Bereiche Kulturförderung und Kulturinstitutionen sollen im KuG neu geregelt werden. Die übrigen Bereiche (Denkmalpflege/Archäologie, Kulturgüterschutz, Bibliotheken) werden inhaltlich unverändert ins KuG überführt.

Gemäss der Kantonsverfassung ist die Kulturförderung eine Aufgabe des Kantons und der Einwohnergemeinden. Dieser Grundsatz wird im neuen KuG gesetzlich verankert. Gesetzlich geregelt werden zudem die Kantonsbeiträge an Kulturinstitutionen, die für den Kanton von Bedeutung sind. Schliesslich enthält das neue KuG eine Regelung der Kantonsbeiträge an Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung anderer Kantone. In der Praxis löst das KuG weder neue Aufgaben noch wesentliche Mehrkosten aus.

Mit dem neuen KuG erhält der Kanton den Auftrag, für den Erhalt eines Historischen Museums zu sorgen. Es ist jedoch die Absicht des Regierungsrats, die Führung des Museums wie bisher mit Leistungsvereinbarung an Dritte zu delegieren. Das Historische Museum wird seit dessen Gründung vom Historischen Verein Obwalden geführt. Der Kanton könnte aber, sollte sich dereinst kein Träger finden, das Historische Museum selber führen.

Der neue Artikel zum Historischen Museum sowie die vorgesehenen Aufgaben der Gemeinden in der Kulturförderung wurden von Mitte Januar bis Mitte April 2015 einem zweiten Vernehmlassungsverfahren unterzogen. Die vorgenommenen Änderungen sind grundsätzlich begrüsst worden. Die parlamentarische Beratung des Kulturgesetzes ist für die Kantonsratssitzung vom 22. Oktober 2015 vorgesehen.

Eröffnung von Lugano Arte e Cultura

Am 12. September öffnet das LAC Lugano Arte e Cultura seine Türen. Das Zentrum für bildende Künste, Musik und Bühnenkunst beherbergt unter anderem eine Theaterhalle mit 1000 Sitzplätzen und das Museo d’Arte della Svizzera Italiana.

Foto: Studio Pagi © LAC 2015

Der Konzert- und Theatersaal des LAC ist ganz mit Holz verkleidet. Seine Bühne besteht aus einer Akustikmuschel mit modular verschiebbaren Elementen. Neben dem Saal beherbergt das LAC auch das Museo d’Arte della Svizzera Italiana, in dem das Museo Cantonale d’Arte und das Museo d’Arte della città di Lugano zusammengeführt werden.

Eingeweiht wird das LAC im September mit drei Wiedergaben von Beethovens Neunter Symphonie durch das Orchestra della Svizzera italiana und dem Chor der RSI unter der Direktion von Vladimir Ashkenazy sowie mit neun Performances von «La Verità» der Compagnia Finzi Pasca.

Das 2500 Quadratmeter grosse Museum beherbergt eine permanente Kollektion und eine modulare Fläche über zwei Stockwerke für temporäre Ausstellungen. Sie vereint Werke aus aller Welt. 150 Exponate zeigt die Eröffnungsausstellung «Orizzonte Nord-Sud» – unter anderem mit Werken von Giacometti, Segantini, Klee und Turner.

Webseite des Zentrums: www.luganolac.ch

Der unterschätzte Klang der Städte

Die Ausstellung «KlangRaum – RaumKlang» thematisiert im Basler Schauraum-b den Klang der Städte. Sie will das Verständnis für die akustischen Qualitäten von Orten und Räumen schärfen.

Städtische Räume – ein Geflecht aus Klängen. Foto: CFalk/pixelio.de

Wächst die Bevölkerung, wird der Stadtraum knapper und die Klangräume verdichten sich. Trotzdem finden in Architektur und Stadtplanung akustische Veränderungen von Räumen und Orten wenig Beachtung, visuelle Aspekte stehen im Vordergrund. Dabei ist es für unser Wohlbefinden wichtig, dass bei der Gestaltung von Innen- und Aussenräumen die visuellen und die auditiven Sinneseindrücke gleichermassen berücksichtigt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass eine negative Raumakustik oft erst im Nachhinein mit ästhetisch fragwürdigen und kostspieligen Massnahmen korrigiert wird. Würden Klangqualitäten bestehender Orte und neuer Räume frühzeitig beachtet und geeignete Formen und Materialien für die Gestaltung gewählt, könnten die akustischen Facetten einer Stadt gezielt positiv beeinflusst werden. Im Idealfall entstünden hörenswerte Orte und Räume – eine wohlklingende Stadt, die zu einer höheren Lebensqualität im urbanen Raum beitragen kann.

Die Ausstellung «KlangRaum – RaumKlang» will das Verständnis für die auditive Raum- und Materialwahrnehmung schärfen. Sie zeigt Klanginstallationen von Fachpersonen aus den Bereichen Audio Design, Corporate Sound und akustische Rauminszenierung. Auf dem Programm der Vortragsabende stehen zwölf Referate von namhaften Architekten, Akustikerinnen, Autoren und Musikern, die sich dem Thema Raumklang aus unterschiedlicher Fachsicht widmen.

Info:
KlangRaum – RaumKlang. Auditive Raum- und Materialwahrnehmung, Vortragsreihe und Podiumsveranstaltung im schauraum-b, Austrasse 24, Basel. 20. August – 10. Dezember 2015, Mo – Fr, 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Eintritt frei.
 

Luzern bestätigt Unterstützung von Lucerne Festival

Die Stadt Luzern stimmt dem Beschluss des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe Kanton Luzern zu, wonach ab 2015 auch das Lucerne Festival und das Verkehrshaus der Schweiz Beiträge vom Zweckverband erhalten.

KKL Luzern. Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL

Der Zweckverband hat Ende 2014 die Finanzierung von Lucerne Festival und des Verkehrshauses der Schweiz ab 2015 beschlossen; dies in Ergänzung zur bisherigen Finanzierung von Luzerner Theater, Luzerner Sinfonieorchester und Kunstmuseum Luzern. Der Kantonsrat hat bereits im März 2015 dieser Weiterentwicklung des Zweckverbandes – verbunden mit einer Änderung des Kulturförderungsgesetzes – zugestimmt. Die Referendumsfrist lief im Mai 2015 unbenützt ab.

Gemäss Kulturförderungsgesetz unterliegt der Beschluss des Zweckverbandes, an welche Institutionen Beiträge ausgerichtet werden sollen, auch der Genehmigung durch die Stadt Luzern. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat mit einem Bericht und Antrag, dem Beschluss des Zweckverbandes zuzustimmen. Die Stadt erfährt mit dieser Weiterentwicklung des Zweckverbandes gesamthaft eine Entlastung von rund 0,9 Millionen Franken pro Jahr, wie in der Kulturagenda 2020 vorgesehen.

In der Amtsperiode 2015 bis 2019 (Beginn 1. Juli 2015) sollen weiterhin Stadträtin Ursula Stämmer-Horst und Rosie Bitterli Mucha, Chefin Kultur und Sport, als Delegierte die städtischen Interessen im Zweckverband vertreten. Stadträtin Ursula Stämmer-Horst wird das Amt bis zu ihrem Rücktritt als Stadträtin am 31. August 2016 ausüben.
 

Busse wegen Preisabsprachen im Instrumentenhandel

Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) büsst die Musik Olar AG mit 65‘000 Franken wegen Preisabsprachen beim Vertrieb von Saiteninstrumenten. Die Generalimporteurin und Grosshändlerin hat ihren Wiederverkäufern maximale Rabatte beim Weiterverkauf von Saiteninstrumenten vorgegeben.

Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Die Musik Olar AG und ihre Wiederverkäufer waren übereingekommen, dass die von der Generalimporteurin veröffentlichte Preisliste für Saiteninstrumente und Zubehör verschiedener Marken unter Beachtung der kommunizierten Rabattpolitik bindenden Charakter hat. Damit seien unzulässige Abreden über Mindestpreise getroffen worden, heisst es in der Medienmitteilung der Bundesverwaltung.

Diese Abreden verhinderten, dass die Wiederverkäufer in der Schweiz echten Preiswettbewerb betreiben konnten. Damit wurde der Wettbewerb in dieser Branche in der Schweiz von Anfang 2010 bis Mitte 2013 erheblich beeinträchtigt. Im Rahmen einer  einvernehmlichen Regelung hat sich die Musik Olar AG verpflichtet, künftig weder direkt noch indirekt Einfluss auf die Verkaufspreise ihrer Händler zu nehmen. Der Entscheid kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

Erstmals Luzerner Tanzpreis vergeben

An der diesjährigen Copenhagen International Choreography Competition hat Kathleen McNurney, die Künstlerische Leiterin von Tanz Luzerner Theater, als Jurymitglied erstmals den «Tanz Luzerner Theater Production Award» vergeben.

«Hugin/Munin» von Po-Cheng Tsai. Foto: Costin Radu

Der Gewinner Po-Cheng Tsai aus Taiwan wird mit dem Luzerner Ensemble in der Spielzeit 2016/17 ein zeitgenössisches Werk erarbeiten können. Die gesamte Jury hat dem jungen Choreografen ausserdem den 1. Preis für sein Stück «Hugin/Munin» verliehen.

Kathleen McNurney sei 2013 in die Jury der Copenhagen International Choreography Competition (CICC), gewählt worden, schreibt das Luzerner Theater. Die CICC hat zum Ziel, in der zeitgenössischen Choreografie neue Talente zu entdecken und zu fördern. Sie wurde 2008 ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt.

Mit jährlich über 200 Bewerbern konnten am CICC bereits Vorstellungen aus mehr als 35 Ländern gezeigt werden. Der diesjährige Wettbewerb fand am 7. August und 8. August 2015 in der Dansehallerne Kopenhagen in Dänemark statt.

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