Neue Internet-Plattform für klassische Musik

Das Startup Idagio hat an den Salzburger Festspielen eine neue Internet-Plattform zum Vertrieb klassischer Musik präsentiert. Partner sind unter anderem die Wiener Philharmoniker, das Philharmonia Orchestra, das Cleveland Orchestra und das Gustav Mahler Jugendorchester.

Grafik: zvg

Immer mehr Orchester und Instrumentalisten produzieren ihre Aufnahmen heute selbst. Mit Idagio haben sie laut der Medienmitteilung des Unternehmens «erstmals die Möglichkeit, aktuelle Aufnahmen oder ihre Archive einfach über eine speziell für Klassik geschaffene Plattform zur Verfügung zu stellen».

Neben einem bereits jetzt mehrere 1000 Stunden umfassenden kuratierten Katalog, der unter anderem Aufnahmen von Karajan, Bernstein, Szell, Solti, Furtwängler, Böhm, Giulini, Maria Callas, Arthur Rubinstein und vielen anderen umfasst, sind die Partner mit zahlreichen Aufnahmen vertreten, unter anderem unter Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Sir Andrew Davis, Christoph von Dohnányi, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Sir Charles Mackerras, Georges Prêtre und Franz Welser-Möst.

Idagio hat im Juni 2015 ein Investment vom australischen Beteiligungskapitalgeber Macquarie Capital und vom europäischen Investoren-Netzwerk b-to-v und weiteren Business Angels erhalten.

Mehr Infos: www.idagio.com
 

Zeit und Raum kunstvoll inszeniert

Ende Juni wurde das Konzept der 1. Biennale «ZeitRäume Basel» vorgestellt. Vom 10. bis 13. September sollen neue Klänge spezielle Räume beider Basel in ungewöhnliche Musikorte verwandeln.

Rheindüker. Foto: Anna Katharina Scheidegger

Schon öfter gab es in Basel originelle Festivals mit Neuer Musik. So etwa den grandiosen «Europäischen Musikmonat 2001» oder Gidon Kremers «Les Muséiques», ein Festival, das hauptsächlich in Museen spielte. Nun haben sich Baselland und Baselstadt auf Initiative von Beat Gysin zusammengetan, um die «einheimische» Biennale ZeitRäume Basel zu realisieren. Gysin präsidiert den Verein Zeiträume, der das Festival verantwortet. An der Presskonferenz vom 23. Juni in Laufen präsentierte Festivalintendant Bernhard Günther das vielfältige und spannende Programm

Das Konzept ist bestechend: Neue Musik erobert neue Räume und ein neues Publikum. Es überzeugt auch vom Qualitätsanspruch her. Namhafte Komponisten schreiben Stücke für unkonventionelle Konzerträume, wobei die Räume in die Kompositionen einbezogen werden. Und verschiedene Schulklassen und Musikschulen von Stadt und Land sowie Studierende der Musik-Akademie sind originell in die Produktionen eingebunden.

Insgesamt bespielen rund 1000 Beteiligte die beiden Basel, es werden an den vier Festivaltagen über 20 Innen- und Aussenräume akustisch ausgeleuchtet, darunter das Basler Münster inklusive Kreuzgang und Vorplatz, die historische Innenstadt von Laufenburg, das Volkshaus, die Bahnhofshalle Badischer Bahnhof, das Staatsarchiv, eine offene Halle im Rheinhafenareal, der Lachsländerhof, die Alte Aula im Naturhistorischen Museum und das Stadtcasino.

Besonders auffällig an dieser ersten Biennale ist die Durchmischung von Profis mit Laien, von internationalen Grössen und einheimischen Kräften. So findet man international führende Komponisten wie Georg Friedrich Haas, Dieter Schnebel, James Clarke, Karlheinz Stockhausen ebenso in den Programmen wie die Schweizer Künstler Beat Furrer, Daniel Ott und Edu Haubensak. Veranstalter wie das Sinfonieorchester Basel oder die renommierten Quartette, die die «Hofkonzerte» bestreiten, sind für einmal beteiligt an pädagogischen Konzepten für Grundschülerinnen und -schüler, Musikstudentinnen und -studenten. Dieses Miteinander, das sich an den unkonventionellsten Orten Basels klingend offenbaren wird, dürfte dem Festival einen grandiosen Sog geben.

Neue Musik erobert Alltagsräume

Ein wichtiger Bestandteil dieses Musikfestivals sind die verschiedenen Klanginstallationen. So zeigt etwa das Schweizerische Architekturmuseum ab dem 4. September die Ausstellung Der Klang der Architektur. Der in Berlin lebende Komponist Peter Ablinger entwickelt dafür mit dem Elektronischen Studio der Musik-Akademie Basel in den Ausstellungsräumen ein speziell auf die Ohren zugeschnittenes Konzept.

Im Hinterhof der Musik-Akademie kann man Walter Fähndrichs Musik-Installation Sunset erleben, die den Innenhof in subtil auf den Ort abgestimmte Klangfarben taucht. Unbequeme Musik gibt es auf dem Theaterplatz mit einem «begehbaren Hörstück» von Peter Ablinger, das aus den Klängen der Stadt ein inszeniertes Erlebnis macht. Oder dann der geheimnisvolle Tunnel Spiral im Tunnel des Parkhauses City, in welchem junge Komponistinnen und Komponisten aus Basel eine interaktive Klanginstallation einrichten.

So werden die sonst oft als elitär geltenden Exponentinnen und Exponenten der Neuen Musik Alltagsräume erobern, wie an der Presskonferenz in Laufen vier Schüler Alltagsgegenstände bespielten. Auf einem Wassereimer hockend machten sie orange Plastikeimer mit Holzschlägeln zu Schlagzeugen, eine dramaturgisch und konzentrationsmässig beeindruckende Leistung.

An der Biennale selbst werden unter der Leitung von Sylwia Zytynska zirka 300 Schülerinnen und Schüler mitmachen, die nicht nur das hübsche «Stetli» von Laufen akustisch besetzen, sondern auch die Freiestrasse in der Stadt Basel. Der anwesende Stadtpräsident Alexander Imhof zeigte berechtigten Stolz auf die Musikbegeisterung in den Laufener Schulen.

> www.zeitraeumebasel.com

Zwei Termine

18. August 2015, 20 Uhr
Karlheinz Stockhausen: Spiral
zeitraeumebasel.com/de/de-spiral

Schubertiade will Deutschschweiz erobern

Da spielt der Röschtigraben: Das Festival Schubertiade ist in der Welschschweiz sehr populär, in der Deutschschweiz kaum bekannt. Das wollen die Veranstalter nun ändern. Der Anlass wird erstmals diesseits des Grabens stattfinden. So halb, zumindest.

Zweisprachiges Biel. Foto: Wirtschaftskammer Biel/Bienne Seeland

Das Festival findet am 5. und 6. September in der Alt- und Innenstadt der zweisprachigen Berner Metropole Biel statt. Höhepunkte sind ein Galakonzert mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne und auf einem Stadtplatz die grosse Schubertmesse. Mitsingen können alle, die wollen.

Die Sprachenfrage zeigt sich auch im Programm: Für die diesjährige Auflage waren Beiträge gesucht, die mit der Zweisprachigkeit einen Umgang finden und zwischen Deutsch und Französisch in musikalischer und allenfalls sprachlicher Form vermitteln.

Die Schubertiade wird seit 1978 vom öffentlich-rechtlichen Kultursender Espace 2 als volksnahes Klassikfestival veranstaltet, und zwar zwei Jahre in einer anderen Schweizer Stadt. In Biel, der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz, werden an etwa 15 Standorten rund 1500 Musiker 150 Konzerte geben.

Mehr Infos: www.schubertiade.ch

Audiostreaming-Dienste im Vergleich

Apple Music, der neue Audiostreaming-Dienst des iTunes-Betreibers, soll die etablierte Konkurrenz namens Spotify, Deezer, Rdio und Co. unter Druck setzen. Das Computermagazin «Chip» hat Angebot, Funktionsumfang und Bedienkomfort getestet.

Foto: Christian Seidel/pixelio.de,SMPV

Voraussetzung für das Streamingkonzept sind umfangreiche Musikbibliotheken. In der Regel enttäuscht hier kein Dienst. Bei ihrem Stichprobentest fanden die Chip-Experten bis zu 85 Prozent aller gesuchten Alben und rund 95 Prozent der Singles – Chart-Musik, Indie-Tracks und alternative Titel inklusive. Akustische Leerstellen lassen sich jedoch oft nirgends ausgleichen, da manche Künstler das Streamingmodell ablehnen oder Exklusivverträge mit einzelnen Anbietern schließen.

Preismodelle und Qualität
Die Kostenstruktur der Anbieter unterscheidet sich kaum: Für einen durchgängigen Abo-Preis von 10 Euro monatlich spielen Nutzer nicht nur endlos Dateien per PC und Handy ab, sondern speichern Favoriten gleichzeitig auf ihrem Mobilgerät. Musik lässt sich so ohne Netzverbindung oder -belastung von unterwegs anhören. Qualitativ leisten sich die Dienste keine Schwäche. Mit bis zu 320 Kilobit pro Sekunde gibt es eine sehr gute Klangqualität auf die Ohren, die kaum vom CD-Sound zu unterscheiden ist.

Feuer in norwegischem Musikinstrumenten-Museum

Ein Feuer, das aus noch ungeklärten Gründen ausgebrochen ist, hat Teile der Sammlung des Musikinstrumenten-Museums Ringve im norwegischen Trondheim zerstört. Betroffen sind vor allem historische Tasteninstrumente.

Museum Ringve. Foto: Mahlum, wikimedia commons

Wie das Museum mitteilt, sind zwei historische Klaviere dem Feuer zum Opfer gefallen, ein Tafelklavier und ein Flügel aus dem 19. Jahrhundert. Weitere Objekte seien zum Teil stark beschädigt.

Ringve ist in Norwegen die für Musik und Musikinstrumente zuständige zentrale Einrichtung und im Land das einzige Spezialmuseum auf diesem Gebiet. Gründung war im Jahr 1952.

Die Sammlung des Museums umfasst heute knapp 2000 Musikinstrumente aus aller Welt. Darüber hinaus trägt Ringve die Verantwortung für mehrere hundert Instrumente, die von anderen Museen und Privatpersonen bei ihm deponiert sind, darunter historische Klavierinstrumente, klassische Saiteninstrumente und Teile der ethnografischen Sammlung.

Die Sammlung von Klavierinstrumenten umfasst unter anderem ein unsigniertes italienisches Virginal aus der Zeit um 1600, ein Spinett von etwa 1700, eine grosse Auswahl an Clavichorden aus dem 18. Jahrhundert, ein Cembalo von Jacob Kirkman aus dem Jahre 1867, einen 1783 von J. A. Stein und einen 1826 von Congrad Graf signierter Hammerflügel sowie eine Pianoharfe von Chr. Dietz aus dem Jahre 1870.

Musik kann im Alltag stressreduzierend wirken

Das Hören von Musik im Alltag kann stressreduzierend wirken. Darauf geben Daten Hinweise, die von Psychologen der Universität Marburg erhoben worden sind. Für eine Studie liessen die Forscher 55 Probanden regelmässig Fragen zum subjektiven Befinden und zu ihrem Musikhörverhalten beantworten.

Foto: Dörthe Huth / pixelio.de,SMPV

Parallel dazu erhoben die Forscher des Music & Health Lab um den Klinischen Biopsychologen Urs Nater das Stresshormon Cortisol. Die Daten legen die Vermutung nahe, dass es bei der stressreduzierenden Wirkung der Musik nicht auf die gehörte Musik an sich ankommt, sondern auf die Gründe des Musikhörens.

Die Daten zeigen, dass immer dann, wenn Musik zur Entspannung gehört wurde, die Probanden nicht nur geringeren Stress berichteten, sondern auch geringere Cortisolwerte in ihrem Speichel nachzuweisen waren. Dies war insbesondere für den späten Nachmittag und Abend der Fall. Die Art der Musik (zum Beispiel traurige oder fröhliche, beruhigende oder aktivierende) hatte hingegen keinen Einfluss auf den subjektiv wahrgenommenen Stress im Anschluss an das Musikhören.

Hier zeigte sich jedoch ein anderer Zusammenhang: Musik, die als beruhigend beschrieben wurde, sagte eine geringere Alpha-Amylase-Konzentration im Speichel voraus, unabhängig vom Grund fürs Musikhören. Die Alpha-Amylase ist neben dem Cortisol ein weiterer Biomarker für Stress, der aber offensichtlich unter anderen Bedingungen vom Körper produziert wird.

Originalartikel:
Linnemann, A., Ditzen, B., Strahler, J., Doerr, J. M., & Nater, U. M. (2015). Music listening as a means of stress reduction in daily life. Psychoneuroendocrinology, 60, 82-90.
doi: 10.1016/j.psyneuen.2015.06.008.
 

Suisa-Filmpreis geht an Peter Scherer

Peter Scherer aus Zürich erhält den mit 25’000 Franken dotierten Preis der Suisa Stiftung für die beste originale Filmmusik des Jahres, und zwar für seine Kompositionen zum Dokumentarfilm «Dark Star – HR Gigers Welt». Der Preis wird jährlich alternierend an die beste Komposition für die Originalmusik zu einem Spiel- oder Dokumentarfilm vergeben.

Bild: Suisa (Gerry Amstutz)

Mit feinfühligen musikalischen Einsätzen habe es Peter Scherer verstanden, eine Brücke zwischen dem Betrachter und dem Protagonisten zu schlagen, ohne dabei eine bestimmte Richtung vorzugeben oder gar irgendwelche Klischees zu bedienen, schreibt die Suisa-Stiftung.

Die Jury würdigte ausserdem die Synthese von Gigers Werk und Scherers Musik. Die bald elektronischen, bald akustischen Klänge verschmelzten mit der fantastischen Bilderwelt von HR Gigers heimischer Umgebung in Zürich Oerlikon. «Erhellend und ängstigend zugleich, faszinierend und vielschichtig, eben wie Gigers Kunst».

Die Preisverleihung findet am 7. August 2015 im Rahmen des Internationalen Filmfestivals in Locarno statt. Scherer hat den Preis 2007 schon einmal erhalten (für die FIlmmusik zu «Marmorera»). Zu den andern früheren Preisträgern gehören unter andern Roman Lerch, Thomas Fischer, Michael Sauter, Niki Reiser und Marcel Vaid.

Schweizer Festivals spüren starken Franken

Das 22. Verbier Festival ist Geschichte. Es hat rund 41’000 Eintritte generiert. Wegen des starken Frankens mutmasslich ausgebliebene Besucher aus dem Euro-Raum hat es mit starkem Andrang aus der Region und dem Waadtland kompensiert.

Foto: Lupo/pixelio.de

Von den 30’000 verkauften Karten sind 39 Prozent während des Festivals über den Ladentisch gegangen. 11’000 Beucher haben an den Gratisveranstaltungen teilgenommen. Laut Kim Gaynor, der Verwaltungsdirektorin des Verbier Festivals, sind die Ticketpreise zwar nicht gestiegen. Der starke Schweizer Franken verursache aber für die Bewohner der Eurozone, die 20 bis 30 Prozent des Festival-Publikums ausmachten, Mehrkosten.

Die Zahl der Zuschauer, die das Festival im Internet verfolgten, werde immer grösser, schreiben die Verantwortlichen. Dieses Jahr hätten die auf medici.tv übertragenen Konzerte jegliche Rekorde gebrochen. Das Konzert von Valery Gergiev wurde von 34’000 Fernsehzuschauern gesehen (Rekordhalterin war bis dahin Martha Argerich, die vor drei Jahren 22’100 Zuschauer vor den Bildschirm brachte).

Appell der deutschen Musik-Berufsverbände

Mit einem gemeinsamen Appell kritisieren die deutschen Berufsverbände der Komponisten (DKV), Textdichter (DTV) und Musikverleger (DMV) die «völlig unangemessenen Mini-Lizenzen» von Streamingdiensten. Sie fordern einen höheren Anteil an den Einnahmen der Internet-Musikdienste.

Streamingeinnahmen kommen nur tropfenweise bei den Musikschaffenden an. Foto: piu700/pixelio.de

Ausserdem kritisieren sie «eine fehlende Transparenz der Abrechnungen», und sie sprechen von einer Diskriminierung der kreativen Leistungen auf dem Musikmarkt. Mit dem Appell schliessen die deutschen Musikberufsverbände den Forderungen des weltweiten Internationalen Rates der Musikautoren in Verwertungsgesellschaften (CIAM) an, dass nach einem Abzug von 20 Prozent der Streaming-Einnahmen für die Musikdienste die verbleibenden 80 Prozent je zur Hälfte, also mit 40 Prozent an Label und Künstler einerseits und mit 40 Prozent an Autoren und Verleger andererseits verteilt werden sollen.

Die 15 grössten Steamingdienste wie Apple, Spotify, Deezer, Napster oder Wimp machten laut dem Appell in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2015 nach Angaben der Musikindustrie einen Umsatz von über 100 Millionen Euro. 2,5 Millionen Deutsche nutzen bereits monatliche Abonnements für 9 bis 10 Euro. In drei Jahren erwarten die Marktforscher 12 Millionen Streamingkunden allein in Deutschland. Auf dem Weltmarkt steigt die Nutzung von Bezahl-Abo-Services für Musik um fast 40 Prozent und macht 23 Prozent vom Digitalmarkt aus.

In über 37 Ländern der Erde sei der Streaminganteil bereits grösser als der Anteil von Downloads. Für Komponisten, Textdichter, Musikverleger und auch für Künstlerinnen und Künstler könnte dies zu einem Millionengrab werden, weil die Streamingdienste zwar weltweit viele Millionen Euro abgreifen, aber die Kreativen nicht angemessen beteiligten. Den grössten Teil der Streaming-Einnahmen kassierten die multinationalen Tonträgerkonzerne, die aber oftmals auch nur kleine Teile an ihre Interpreten weitergeben würden.

64. Internationaler ARD-Musikwettbewerb

Zum 64. Mal treffen sich vom 31. August bis zum 18. September 2015 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München. In die bayerische Metropole reisen auch einige Schweizerinnen und Schweizer.

Jardena Flückiger. Foto: zvg

Insgesamt gab es 625 Bewerbungen aus 56 Ländern und fünf Kontinenten, davon wurden nach der anonymen Wertung eingesandter Tonträger durch eine Vorjury 232 Solisten und Klavierduos nach München eingeladen.

Gelistet als Schweizer Vertreter sind im Fach Flöte Sébastian Jacot, Anja Kreuzer und Héléna Macherel sowie im Fach Gesang Jardena Flückiger. Im Fach Posaune ist Louise Anna Pollock als schwedisch-schweizerische Teilnehmerin aufgeführt.

Den Auftakt macht am 31. August im BR-Funkhaus die Kategorie Posaune. Die Posaunistinnen und Posaunisten nehmen erst zum sechsten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs teil. Insbesondere für Bläser bedeutet der ARD-Musikwettbewerb die seltene Möglichkeit, sich einmal solistisch zu präsentieren. Im beliebten Fach Gesang hingegen werden in diesem Jahr bereits zum 38. Mal die besten Nachwuchskünstler gesucht.

Zu Ende geht der Wettbewerb mit den Preisträgerkonzerten am 16., 17. und 18. September im Prinzregententheater und im Herkulessaal der Residenz. Die Musiker werden ab den Semifinalen von drei renommierten Orchestern begleitet: dem Münchner Rundfunkorchester, dem Münchener Kammerorchester und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

2016 werden in München die Fächer Kontrabass, Harfe, Horn und Streichquartett zum Zuge kommen, und 2017 Violine, Oboe, Klavier und Gitarre.

Bachelor am Winterthurer Institut für aktuelle Musik

Das WIAM (Winterthurer Institut für aktuelle Musik), bietet ab dem kommenden Semester erstmals einen Bachelor Arts (Hons) Music an. Der Bachelor ist laut WIAM durch die Middlesex University London validiert.

Albert Landort mit Studenten. Foto: WIAM

Nach dem Bachelor-Musikstudium am WIAM können weiterführende spezialisierte Studiengänge absolviert werden. Der neue Bachelor-Studiengang sei bereits mit Anmeldungen gut dotiert, schreibt der Anbieter. Mit Nachaufnahmeprüfungen, die am 8. August 2015 stattfinden, könne man sich noch für die wenigen verbliebenen Studienplätze qualifizieren.

Das WIAM wurde im Jahr 1997 durch den Jazzsaxofonisten und -flötisten Albert Landolt gegründet. Landolt hat 1982 schon die Jazzschule St.Gallen ins Leben gerufen, sich aber 1997 von dieser Institution getrennt. Die Middlesex University London verfügt weltweit über mehr als 30’000 Studierende.

Mehr Infos: www.wiam.ch
 

Bruckners Gesamtwerk online einsehbar

Anton Bruckners Gesamtwerk kann dank eines österreichischen Internetprojektes neuerdings online eingesehen und dank zahlreicher begleitender Dokumente detailliert studiert werden.

Bild: Screenshot bruckner-online.at

Die Webseite ist ein umfangreich angelegtes Bruckner-Internetportal, in dem neben der elektronischen Dokumentation hand­schriftlicher Quellen auch Kompositionen, relevante Personen und Orte enthalten sind. Zudem werden von allen Handschriften, Erstdrucken und der Alten Gesamtausgabe vollständige Digitalisate zur Verfügung gestellt.

In der ersten Projektstufe sind sämtliche Musikhandschriften im In- und Ausland dokumentiert worden. Aktuell sind 740 Signaturen in einer Datenbank erfasst und überwiegend auch philologisch kommentiert. Synergien haben sich dabei durch die zu grossen Teilen abgeschlossene Digitalisierung der Bruckner-Autographe und frühen Abschriften seitens der Musiksammlung der Österreichischen National­bibliothek (ÖNB) ergeben. Die ÖNB hat dem Webprojekt alle Handschriften-Digitalisate kostenlos zur Verfügung gestellt (etwa 19’000 Einzelbilder).

Parallel dazu sind in hoher technischer Qualität rund 7000 Farbabbildungen von Quellen in österreichischen Archiven hergestellt worden . Das Oberösterreichische Landesmuseum Linz, die Library of Congress Washington, die Bibliothek der Universität für Musik- und darstellende Kunst Wien sowie die Wienbibliothek im Rathaus haben bereits vorhandene Digitalisate zur Verfügung gestellt.
 

Förderpreise der Zürcher Hochschule der Künste

Mit Förderpreise will die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Bachelor-Absolventen im weiteren Studium unterstützen und herausragende Arbeiten sichtbar machen. In der Musik prämiert sie Arbeiten von Fabian Klausberger und Benjamin Kobi.

Fabian Klausberger (am Klavier) mit Ensemble. Foto: zvg

Mit seinem Projekt «Trost in der Musik» zeige Fabian Klausberger (Bachelor Musik, Schulmusik, Hauptfach Klavier) «hohen professionellen Sinn für musikalische Wirkung und thematisch adäquate Bühnenpräsenz», schreibt die ZHdK. Es handle sich um eine «hervorragende Arbeit, die nicht zuletzt auch durch eine Dokumentation mit hohem Grad an Authentizität und Reflexion besticht».

Benjamin Kobi (Bachelor Musik und Bewegung) erzähle mit «Bagman hopes» dramaturgisch überzeugend die Geschichte eines Clochards, der durch Funde im Grossstadtmüll zum Fantasieren animiert werde, so die ZHdK weiter. Das Projekt  begeistere nicht nur durch eine ausgezeichnete professionelle Komposition, sondern auch durch seine Darstellung der Figur des Clochards mit akrobatischen Elementen.

Weitere Förderpreise gehen an Don Schmocker (Game Design), Lara Stoll (Film), Brigham Baker (Fotografie), ein Studierendenkollektiv bestehend aus Sophie Arbeiter, Pan Aurel Bucher, Tim Czerwonatis, Anne Eigner, Silvan Frick, Miro Maurer, Mirjam Rast, Robert Rozic, Mirza Sakic, Tatjana Sebben, Tonio Schneider und Anna Wohlgemuth (Theater) sowie an Martina Tobler (Ästhetische Bildung und Soziokultur).
 

Jaques-Dalcroze-Kongress in Wien

Unter dem Titel «The movement connection» findet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien vom 26. bis zum 29. Juli 2015 der zweite internationale Kongress der Dalcroze Studies statt. Am 26. Juli wird zudem eine Gedenktafel für Émile Jaques-Dalcroze angebracht.

Emile Jaques-Dalcroze, Porträt aus den Jahren 1918 bis 1920 (Bild: Frédéric Boissonnas)

Anlässlich des 150. Geburtstag von Jaques-Dalcroze, der in Wien geboren wurde und hier zehn Jahre gelebt und zwei Jahre studiert hat, findet die «2nd International Conference of Dalcroze Studies» nun 2015 in Wien statt. Präsentiert werden die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Forschung und Praxis innerhalb der Dalcroze-Studies, sowie verwandter Felder weltweit, darunter vor allem Forschungen zur Beziehung von Musik und Bewegung in den Bereichen Musik, Tanz, Somatische Praxis, Theater und Therapie.

Der in Wien geborene Schweizer Émile Jaques-Dalcroze (1865 – 1950) war richtungsweisend für eine moderne Musikpädagogik und beeinflusste mit der von ihm entwickelten Rhythmischen Gymnastik auch den modernen Tanz. Anlässlich seines 150. Geburtstages wird am 26. Juli an seinem Wiener Geburtshaus, Am Hof 8, eine Gedenktafel angebracht.

Mehr Infos: www.mdw.ac.at/569

Auf dem Weg zu einem paneuropäischen Musikmarkt

Die deutsche Gema, die britische PRS for Music und die schwedische Stim haben Verträge zur Gründung des ersten voll integrierten Lizenz- und Verarbeitungszentrums für den paneuropäischen Musikmarkt unterzeichnet.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Wie die Gema schreibt, ermöglicht das durch die drei Verwertungsgesellschaften gegründete Lizenz- und Verarbeitungszentrum einen vereinfachten Zugriff digitaler Musikdienste auf Musikrechte sowie die schnellere und genauere Lizenzierung und Abrechnung für Musikurheber und Verleger.  Den Aufbau des Lizenzbereichs des Joint Ventures wird zunächst Robert Ashcroft, Chief Executive des englischen Partners PRS for Music, verantworten.

Das Angebot des Joint Ventures richtet sich an alle europaweit agierenden digitalen Musikdienste, die Lizenzrechte erwerben möchten, sowie an Verleger und Verwertungsgesellschaften, die entweder das gesamte Servicepaket einschliesslich der Lizenzierung oder individuelle Back-Office-Services nutzen wollen. Das neue Lizenz- und Verarbeitungszentrum vereint die Repertoires der drei beteiligten Verwertungsgesellschaften und bietet Lizenznehmern so die Möglichkeit, eine einzige, gebietsübergreifende Lizenz zu erwerben.

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