Robert Lakatos gewinnt 12. Sarasate-Wettbewerb

Robert Lakatos, Alumnus der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), hat die zwölfte Ausgabe des internationalen Sarasate-Violinwettbewerbs im spanischen Pamplona gewonnen.

Foto: zvg

Mit dem Preis, der von der Regierung von Navarra gestiftet worden ist, sind zudem Auftritte mit dem Navarra Symphony Orchestra, dem Cascais e Oeiras Chamber Orchestra, dem Krakow Philharmonic Orchestra und der Filharmonia Poznanska verbunden. Im Rahmen eines Recitals im Konservatorium Madrid erhält Lakatos überdies die Gelegenheit, die Stradivari im Besitz des Konservatoriums zu spielen.

Die Amerikanerin Angela Wee hat als zweite Preisträgerin des Wettbewerbs 10’000 Euro erhalten, gestiftet von der Stadt Pamplona.

Der 1991 in Novi Sad geborene Robert Lakatos hat in seiner Heimatsstadt bei Dejan Mihailovic und an der Zürcher Hochschule der Kün­ste bei Rudolf Koel­man studiert. Er war Stipentiat der Schweizer Stiftung Lyra.
 

Musikunterricht an deutschen Schulen fällt oft aus

Eine Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Deutschland auf Initiative des Rates für Kulturelle Bildung durchgeführt hat, zeigt Beunruhigendes: 33 Prozent aller deutschen Schülerinnen und Schüler geben an, bei ihnen falle der Musikunterricht mehr als selten, zum Teil sogar häufig aus.

Foto: Manfred Jahreis / pixelio.de,SMPV

Hinzu kommen 17 Prozent, die derzeit keinen Kunstunterricht haben. Mithin berichten 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler, ihr Kunstunterricht finde nicht regelmässig statt; ähnliches gilt für den Musikunterricht (49 Prozent). Mit Blick auf die Frage der Chancengerechtigkeit sei zudem ein Gefälle zwischen Sekundarschulen und Gymnasien festzustellen, schreibt der Rat für Kulturelle Bildung.

Nach eigenen Angaben haben in den Sekundarschulen 54 Prozent der Befragten keinen regelmässigen Kunstunterricht (Gymnasien 43 Prozent), 55 Prozent keinen regelmässigen Musikunterricht (Gymnasien 41 Prozent). Für die repräsentative Studie wurden bundesweit 1430 Personen im Alter ab 16 Jahren in mündlich-persönlichen Interviews befragt.

Tanz und Bewegungstheater in Schulen auf dem Prüfstand

Bislang ist wenig darüber bekannt, wie sich die motorische Kreativität bei Kindern entwickelt und wie sich dies auf ihre Persönlichkeit auswirkt. Licht ins Dunkel bringen will ein Team der Universitäten von Marburg und Münster und der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de,SMPV

Ausgebildete Tanzpädagogen werden im Rahmen des Projekts Kindern an Ganztagsgrundschulen in der 3. und 4. Klasse die Grundlagen von Tanz und Bewegungstheater vermitteln. Dabei sollen vor allem Kinder mit Migrationshintergrund an Brennpunktschulen, die ansonsten wenig Förderung erhalten, einbezogen werden.

In einem weiteren Schritt wollen die Wissenschaftler feststellen, ob sie den künstlerisch-kreativen Aspekt, den die Kinder einbringen, messen und erfassen können. Schliesslich soll ermittelt werden, wie sich die Förderung der Kreativität durch Tanz und Bewegungstheater auf die motorische und die kognitive Entwicklung der Kinder auswirkt.

Die Mainzer Sportwissenschaftlerin Claudia Steinberg ist Teil einer vierköpfigen Forschergruppe mit Martin Stern von der Philipps-Universität Marburg, Nils Neuber von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Yvonne Hardt von der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie haben gemeinsam 190’000 Euro der Stiftung Mercator eingeworben, um bei mehr als 250 Schülern in Mainz die Kreativitäts- und Persönlichkeitsentwicklung zu untersuchen.

Kontakt: www.sportpaedagogik.uni-mainz.de/dr-claudia-behrens

Ansgar Beste kommt in Luzern zu Ehren

Im Februar 2015 hat Ansgar Beste den Delz-Preis für junge Komponisten in Basel gewonnen. Wie die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar stolz vermeldet, wird sein Gewinnerstück «In den Steppen von Sápmi» nun im Rahmen des Lucerne Festival uraufgeführt.

(Foto: Beate Heidecke, zvg)

Das preisgekrönte Werk «In den Steppen von Sápmi» für präparierten) Chor a cappella erklingt in Luzern erstmals am Sonntag, 13. September 2015 um 11 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum in einem Konzert des SWR Vokalensembles Stuttgart unter der Leitung von Marcus Creed.

Der 1981 in Malmö geborene Ansgar Beste hat sein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar in der Klasse von Michael Obst im Jahr 2007 erfolgreich beendet. Beim 6. Internationalen Kompositionswettbewerb der Stiftung Christoph Delz konnte er die Jury mit einem elfminütigen Chorstück überzeugen, das auf sechs traditionellen samischen Tier-Joiken basiert.

Das Volk der Samen lebt nördlich des Polarkreises und pflegt eigene traditionelle Gesänge, die so genannten Joiken. Sápmi ist das samische Wort für Lappland. Joiken sind kurze Melodien, die viele Male während der Aufführung wiederholt werden. 

Zu Bestes Kompositionslehrern zählen neben Obst auch Luca Francesconi (Malmö), Adriana Hölszky (Salzburg), Wolfgang Rihm (Karlsruhe), Hanspeter Kyburz (Berlin) und Beat Furrer (Graz).

Deutscher Musikmarkt legt deutlich zu

Der deutsche Musikmarkt hat in den ersten sechs Monaten 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einer Umsatzsteigerung von 4,4 Prozent deutlich zugelegt.

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Die Einnahmen aus physischen und digitalen Musikverkäufen lagen zum Ende des ersten Halbjahres bei rund 686 Millionen Euro. Die Zuwächse kommen vor allem aus dem Streaming (Musikstreamingdienste wie Spotify, Deezer, Napster oder nun auch Apple Music), das um 87,4 Prozent nach oben schoss und jetzt 12,8 Prozent aller Umsätze ausmacht (1. Halbjahr 2014: 7,7 Prozent).

Auch der allgemein unter Druck geratene Downloadmarkt konnte in Deutschland laut der Medienmitteilung des Bundesverbandes im Vergleich zum Vorhalbjahr um 3,2 Prozent gewinnen, getrieben vor allem durch das Wachstum bei den Downloadalben. Damit macht das Digitalgeschäft derzeit rund ein Drittel der Umsätze aus, im ersten Halbjahr 2014 waren es noch 26,5 Prozent gewesen.

Daneben entwickelte sich auch der Vinylmarkt weiterhin dynamisch: Mit einem Plus von fast 33 Prozent kann er einen Anteil von 3,1 Prozent am Gesamtmarkt für sich verbuchen. Der Rückgang im CD-Geschäft wiederum entspricht mit 3,3 Prozent dem Rückgang des physischen Marktes insgesamt, bleibt im weltweiten Vergleich aber moderat.
 

Musik für die beste aller möglichen Welten

Der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) war überzeugt davon, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Sein Hermonieverständnis wird nun Leitlinie eines internationalen Kompositionswettbewerbs. Treibende Kraft ist dabei das Neue Ensemble Hannover.

Gottfried Wilhelm von Leibniz (Maler unbekannt, Bild: Bibliothek Hannover)

Der internationale Kompositionswettbewerb «Leibniz’ Harmonien» thematisiert laut der Ausschreibung Leibniz’ Vorstellungen von musikalischer Harmonie und unseren heutigen Bezug auf sie. So bringe er anlässlich der im kommenden Jahr anstehenden grossen Jubiläen des Universalgelehrten weltweit Wissenschaft und Kunst miteinander sowie mit der Gesellschaft in Austausch.

Von Leibniz sind einige Aphorismen fester Betandteil der Musikästhetik geworden. So charakterisierte er Musik etwa als «verborgene arithmetische Übung des Geistes, der nicht weiss, dass er zählt». Wenn Gott rechne und den Gedanken ausführe, entstehe die Welt.

Der Wettbewerb wird durch ein Partner-Netzwerk weltweit in acht Sprachen ausgeschrieben. Die Ur- und Wiederaufführungen werden unter anderem in Hannover und Beijing stattfinden – durch die NDR Radiophilharmonie und Das Neue Ensemble Hannover, sowie das Con Tempo Ensemble Beijing. Schirmherren sind der deutsche Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier und der Botschafter der Volksrepublik China in Berlin Shi Mingde.

Mehr Infos: www.leibnizharmonien.de

Schola Cantorum Basiliensis europäisch ausgezeichnet

Das Europäische Netzwerk für Alte Musik Rema (Réseau Européen de Musique Ancienne) hat erstmals den Rema Early Music Award vergeben, und zwar an die Schola Cantorum Basiliensis; einen Sonderpreis erhält das Hilliard Ensemble.

Sitz von SCB-Leitung und -Sekretariat (Bild:Wikipedia/Mattes)

In der Szene der Alten Musik sei die Schola Cantorum Basiliensis «eine treibende Kraft, die anderen Einrichtungen als wegweisendes Beispiel dient», heisst es in der Begründung. Es handelt sich laut Rema «um ein einzigartiges Zentrum, das sowohl professionelle Musiker im Bereich der Alten Musik ausbildet, als auch Historische Musikpraxis erforscht». Ausserdem organisiere die Schola, deren Dozenten und Studierende aus der ganzen Welt kämen, zahlreiche öffentliche Konzerte, und sie fördere junge Ensembles.

Der zweite Preisträger, das britische Vokalquartett The Hilliard Ensemble, habe sich massgeblich für die Wiederentdeckung und Popularisierung Alter Musik stark gemacht. Das Ensemble, das von 1973 bis 2014 bestand, konzentrierte sich hauptsächlich auf die Musik des Mittelalters und der Renaissance, führte aber auch zeitgenössische Musik auf.

Das Rema (Réseau Européen de Musique Ancienne) vereint 60 Organisationen und Festivals aus 21 Ländern, die auf Alte Musik spezialisiert sind. Mit dem Rema Early Music Award zeichnet es Ensembles oder Einrichtungen aus, die sich besonders um die Verbreitung und Erforschung Alter Musik verdient machen. Finanziell unterstützt wird das Rema unter anderem von der Europäischen Kommission durch das Creative Europe Programm und vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation.
 

Pro Helvetia fördert erneut Jazz prioritär

Mit ihrer «Prioritären Jazz-Förderung» (PJF) will die Kulturstiftung Pro Helvetia Schweizer Bands die internationale Tourneeplanung vereinfachen und auf beiden Seiten den administrativen Aufwand verringern. Sie schreibt sie nun erneut aus.

Elina Duni, Empfängerin der Prioritären Jazzförderung bis 2012 (Bild: Albinfo)

Für die PJF kommen laut der Ausschreibung Ensembles in Frage, die am Anfang einer internationalen Karriere stehen und über einen ausgezeichneten Leistungsausweis verfügen, das heisst Bands, die sich schon einen Namen in der Schweizer Szene gemacht haben und deren Ziel eine nachhaltige Entwicklung und Verstärkung Ihrer internationalen Präsenz ist.

Bewerber müssen in der aktuellen Jazz-Szene etabliert sein und regelmässig in den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz auftreten. Sie müssen über ein Repertoire von Eigenkompositionen verfügen und bereits mindestens zwei erfolgreiche internationale Tourneen absolviert haben. Sie verfügen über eine detaillierte Karriereplanung, sind professionell gemanagt und verfügen über einen internationalen Vertrieb ihrer Tonträger.

Bewerbungen für die «Prioritäre Jazz-Förderung» nimmt die Schweizer Kulturstiftung ausschliesslich online entgegen. Eingabeschluss ist der 1. September 2015.

Mehr Infos: www.myprohelvetia.ch

Kontroverse um Musikunterricht im Stift Einsiedeln

Die Stiftsschule Einsiedeln lagert aus finanziellen Gründen den Instrumentalunterricht künftig an die Musikschule Einsiedeln aus. Dies führt zu einer Änderungskündigung bei zwölf privatrechtlich an der Stiftsschule angestellten Instrumentallehrpersonen.

Front des Klosters Einsiedeln (Bild: Wikimedia Commons/hofec)

Im Rahmen der Budgetkürzungen im Bildungswesen hat der Kanton Schwyz Beiträge an die Schwyzer Mittelschulen gestrichen. Die Stiftschule Einsiedeln will als Folge dieser Kürzungen nun ihre Instrumentallehrpersonen entlassen. Betroffen sind alle Lehrerinnen und Lehrer, die am Gymnasium Instrumente wie Klavier, Violine, Trompete oder Gesang unterrichten.

In einer Kleinen Anfrage wollte die Kantonsrätin Karin Schwiter vom Regierungsrat des Kantons wissen, wie er die von der Stiftschule Einsiedeln vorgesehenen Entlassungen beurteilt.

In seiner Antwort schreibt das Bildungsdepartement, die Änderungskündigungen beträfen zwölf privatrechtlich an der Stiftsschule angestellte Instrumentallehrpersonen mit insgesamt 200 Stellenprozenten. Mehr als die Hälfte dieser Instrumentallehrpersonen seien bereits heute zusätzlich auch bei der Musikschule Einsiedeln angestellt.

Sämtliche betroffenen Lehrpersonen haben von der Stiftsschule die Garantie erhalten, das bisherige Pensum an der Stiftsschule weiterhin übernehmen zu können, jedoch beim neuen Arbeitgeber, der Musikschule Einsiedeln. Da die Löhne unterschiedlich sind, haben die betroffenen Lehrpersonen laut dem Bildungsdepartement eine Lohneinbusse in Kauf zu nehmen. Dass ein solcher Schritt zu Widerstand und Unmut bei den Betroffenen führt, sei nachvollziehbar. Der Entscheid für diesen Schritt liege allerdings im alleinigen Kompetenzbereich der Stiftsschule Einsiedeln.

Chur vergibt Atelieraufenthalt in Buenos Aires

Die Stadt Chur hat das Stipendium für den Atelieraufenthalt in La Boca / Buenos Aires für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2016 an die Sängerin Martina Hug vergeben.

Foto: zvg

Die Städtekonferenz Kultur (SKK), der auch die Stadt Chur angehört, verfügt über ein Atelierhaus in Buenos Aires (Argentinien), in dem gleichzeitig drei Kulturschaffende aus verschiedenen Schweizer Städten während sechs Monaten wohnen und arbeiten können. Chur entrichtet zusammen mit der SKK einen Beitrag von 10’000 Franken an die Lebenskosten.

Die Bünder Stadt hat im Frühjahr 2015 das Atelierstipendium zum ersten Mal ausgeschrieben. Es haben sich innerhalb der Anmeldefrist zehn Kulturschaffende beworben.

Der Stadtrat habe aufgrund der Empfehlung der Kulturkommission die Sängerin Martina Hug berücksichtigt, schreibt die Medienstelle der Stadt. Die 1974 Geborene absolvierte das Bündner Lehrerseminar in Chur. Anschliessend studierte sie am Conservatoire de musique de Neuchâtel Gesang bei Jeanne Roth. 2004 erhielt sie den Förderpreis des Kantons Graubünden und 2010 jenen der Stadt Chur.
 

BAK präsentiert aktualisierte Übersicht der Kulturstatistiken

Das Bundesamt für Kultur BAK veröffentlicht eine aktualisierte Übersicht der Kulturstatistiken, zusammengefasst in der Taschenstatistik Kultur in der Schweiz, die 2014 erschienen ist. Zusätzlich gibt es neue statistische Daten zur Kulturfinanzierung.

Bild: BAK

Kulturstatistiken geben einen Einblick in die Kulturlandschaft und zeigen Veränderungen auf. Sie liefern Grundlagen für politische Entscheide und verdeutlichen die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Kultur.

Mit seiner Taschenstatistik Kultur stellt das Bundesamt für Kultur in knapper und übersichtlicher Form statistische Informationen zur Kultur und Kulturwirtschaft in der Schweiz zur Verfügung. Die Broschüre ist in den vier Landessprachen erhältlich. Sie erscheint 2015 zum zweiten Mal und soll laufend weiterentwickelt werden.

Neue statistische Daten präsenteirt das BAK zur Kulturfinanzierung durch Gemeinden, Kantone und Bund sowie zum Kulturangebot und -publikum in den Bereichen Film und Kino, Museen, Theater und Bibliotheken.

Download der Statistik: www.bak.admin.ch/themen/04110/index.html?lang=de

 

Daniel Ott Mitglied der Akademie der Künste

Der Schweizer Pianist und Komponist Daniel Ott, unter anderem Gründer des Festivals Neue Musik Rümlingen, ist in die Deutsche Akademie der Künste aufgenommen worden.

Ott ist seit 2005 Professor für Komposition und Experimentelles Musiktheater an der Universität der Künste Berlin. 2016 übernimmt er gemeinsam mit Manos Tsangaris die Künstlerische Leitung der Münchener Biennale – Internationales Festival für neues Musiktheater.

Insgesamt hat die Akademie der Künste 13 neue Mitglieder aufgenommen. In der Sektion Musik sind dies neben Ott Philippe Manoury und Helmut Zapf. In die Sektion Literatur wurden gewählt: Jenny Erpenbeck, Günter Kunert, Reiner Kunze, Marie-Luise Scherer und Kathrin Schmidt. Neue Mitglieder der Sektion Darstellende Kunst sind Boris Charmatz, Mark Lammert, Eva Mattes, Thomas Quasthoff und Krzysztof Warlikowski. Die Akademie der Künste zählt nun in ihren sechs Kunstsektionen insgesamt 414 Mitglieder.

Aus für Interjurassische Kulturkommission

Die Regierungen der Kantone Jura und Bern haben beschlossen, eine interkantonale Vereinbarung aufzuheben, die als rechtliche Basis für die gemeinsame interjurassische Kulturkommission diente.

Karte: Bundesamt für Statistik

Die gemeinsame Kulturkommission war für die Kulturpolitik in der Region zuständig und hat in den vergangenen zehn Jahren insbesondere Weiterbildungs-Stipendien an französischsprachige Kulturschaffende aus der Region vergeben. Die Kommission wird ihre Tätigkeit auf Ende August 2015 einstellen. Ihre Aufgaben übernehmen die besonderen interjurassischen Kulturkommissionen.

Die Kommission wurde 2005 von den Kantonen Bern und Jura gegründet, um «kulturelle Aktivitäten mit interjurassischer Ausstrahlung zu fördern». Die Kommission befasste sich namentlich mit Fragen, die ihr von beiden Kantonen im Nachgang zu Resolutionen der Interjurassischen Versammlung unterbreitet wurden. Im Weiteren hat sie die Entwicklung und Unterstützung der gemeinsamen Kulturinstitutionen evaluiert, Möglichkeiten für den Bau neuer kultureller Infrastrukturen untersucht und Weiterbildungs-Stipendien an Kulturschaffende aus der Region vergeben. Schliesslich diente die Kommission den politischen Behörden als beratendes Organ.

Für die Regierungen der Kantone Bern und Jura hat die interjurassische Kulturkommission zur kulturellen Annäherung der beiden Regionen beigetragen. Sie verdanken das Engagement der Kommissionsmitglieder. In den Jahren 2013 und 2014 haben die Kantone Bern und Jura gemeinsam neue Aufgaben für die Kommission gesucht. Als Folge von politischen Entscheiden in beiden Kantonen konnten konkrete Projekte allerdings nicht umgesetzt werden.

Das Ergebnis der regionalen Abstimmung vom 24. November 2013 im Berner Jura zum Einleiten eines Verfahrens zur Gründung eines neuen, aus dem Berner Jura und dem Kanton Jura bestehenden Kantons, hat die jurassische Kantonsregierung bewogen, auf die gemeinsame Kulturkommission zu verzichten. Am 16. Juni 2015 hat der Regierungsrat des Kantons Jura die Vereinbarung über die gemeinsame Kulturkommission gekündigt. Die bernische Kantonsregierung fasste den entsprechenden Beschluss am 1. Juli 2015.

Die interkantonale Kommission der szenischen Künste und die interkantonale Literaturkommission sind von diesem Entscheid nicht betroffen. Sie stehen mit ihrem Expertenwissen weiterhin beiden Kantonen zur Verfügung. Die laufenden Geschäfte werden von den Kulturämtern beider Kantone übernommen.
 

Kanton Glarus auf dem Weg zu einem Kulturkonzept

Der Regierungsrat des Kantons Glarus hat die Erarbeitung eines Kulturkonzepts 2018 des Kantons genehmigt – unter der Voraussetzung, dass das finanzielle Engagement des Kantons gleich bleibt. Für die Erarbeitung wird ein Rahmenkredit von 100‘000 Franken bewilligt.

Ernst Ludwig Kirchner, Am Waldrand (1935/36, Ausschnitt), Sammlung Kunsthaus Glarus. wiki commons

Für das Thema Kultur ist auf kantonaler Ebene die Hauptabteilung Kultur des Departements Bildung und Kultur (DBK) verantwortlich. Zahlreiche kulturelle Institutionen mit und ohne finanzielle Beteiligung des Kantons beziehungsweise der Gemeinden tragen zur Vielfalt des kulturellen Lebens im Kanton Glarus bei. In den drei Gemeinden sei die organisatorische Verankerung des Themas Kultur aber unterschiedlich, schreibt der Regierungsrat.

Im Rahmen einer Effizienzanalyse der kantonalen Verwaltung sei festgestellt worden, dass das Thema Kultur auf der strategischen Ebene kaum verankert sei und dass die Gesetzgebung dem Kanton und den Gemeinden einen grossen Gestaltungsspielraum gewähre, schreibt der Regierungsrat weiter. Daher ist die Erarbeitung eines Kulturkonzepts als Departementsziel in das aktuelle Legislaturprogramm aufgenommen worden.

Das Kulturkonzept soll unter Einbezug eines externen Experten in einem breit abgestützten Prozess erarbeitet werden – gemeinsam mit den Gemeinden, den politischen Parteien, den Tourismusverantwortlichen und den Akteuren des kulturellen Lebens. Es soll die gesellschafts- und wirtschaftspolitische Bedeutung der Kultur im Kanton klären, das Thema Kultur auf der strategischen und gesetzlichen Ebene stärker verankern, Rollen und Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure im Bereich Kultur klären sowie die operative Umsetzung auf kantonaler Ebene aufzeigen.

Bieler Schubertiade auf der Suche nach Freiwilligen

Die Schubertiade 2015 bietet rund 150 Konzerte, die in 14 Sälen der Stadt stattfinden. Um diese Veranstaltung ideal zu betreuen, suchen die Stadt Biel und das Organisationskomitee noch 70 Freiwillige.

Foto: Heinz Windler, Biel

Die Freiwilligen können als Gegenleistung für ihre Arbeit gratis die Konzerte besuchen und werden ans Abschlussessen vom Sonntag 6. September eingeladen. Informationen zum Programm sowie zu den zahlreichen Einsatzmöglichkeiten finden sich auf der offiziellen Webseite www.schubertiade.ch, wo Freiwillige sich einschreiben können.

Die Schubertiade des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Espace 2 fand zum ersten Mal 1978 statt. Es handelt sich um ein festliches, volksnahes Klassikfestival, das alle zwei Jahre in einer anderen Schweizer Stadt organisiert wird. Für die 19. Ausgabe am 5. und 6. September 2015 wurde die Stadt Biel auserkoren.

In der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz werden 1500 Musiker und 150 Konzerte an etwa 15 Standorten im Herzen der Stadt gegeben.

 

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