Kneipp-Kur mit Tuba

Ein jazziges Stück für die solistisch eingesetzte Tuba in Begleitung einer überaus bemerkenswerten weiteren Besetzung.

Foto: Elsa/pixelio.de

«Die Tubisten spielen in den Niederungen der Musik, in Tonkatakomben, (…) sie sind halbblinde Tonwichte, sie sind die Bergmänner der Musik, der Fussabtreter des Orchesters.» Mit diesen Worten begann der deutsche Kabarettist Olaf Schubert seine humorvolle Präsentation des Echo-Klassik-Preisträgers 2013, des jungen Tubisten Andreas Martin Hofmeir, anlässlich des Konzertes zur Verleihung des benannten Preises im Berliner Konzerthaus. Der exzentrische Hofmeir, der wie die fast gleichaltrige Patricia Kopatchinskaja barfuss spielt, ist der typische Anti-Star, einer, der alles aufzumischen versucht, in allen Musik-Genres dabei ist und sich daher in keine Schublade stecken lässt: Orchestermusiker, Kammermusiker, Volksmusiker, Popmusiker, Kabarettist, Dozent am Mozarteum Salzburg. Also doch ein Star!

Die Kunst braucht solche Zugpferde, damit Neues entstehen kann. Und wenn einer dies für die «Bergmänner der Musik» in Angriff nehmen kann, dann Hofmeir. So erstaunt es nicht, dass dieser Ausnahmekünstler seinen ungarischen Tuba-Kollegen und Komponistenfreund Roland Szentpali gebeten hat, ein Werk für ihn zu schreiben, um Literatur für sein verkanntes Soloinstrument zu generieren. Szentpali, nur ein Jahr älter als Hofmeir, legte 2014 ein Werk in kurioser Besetzung vor – passend zum Kuriosum Hofmeir –, mit dem er Olaf Schubert Lügen straft: die Chill Fantasy für Tuba, Klavier, Schlagzeug und Streichquintett. Hier wird dem Solisten alles abverlangt, und die Tuba entpuppt sich als ein höchst akrobatisches, agiles und zu unglaublich hohen Tönen fähiges Soloinstrument. Die jazzige Grundausrichtung des Stücks wird durch die Möglichkeit zur freien Improvisation (für Tuba und Klavier) über Jazzharmonien unterstützt, wobei der Komponist für «Nicht-Jazzer» jeweils eine auskomponierte Version anbietet. Ein Solostück für Tuba also, das nur in seiner Dreisätzigkeit einer gewissen Klassiknorm entspricht, ansonsten wohl eher als musikalische Kneipp-Kur zu verstehen bzw. zu geniessen ist – barfuss natürlich!

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Roland Szentpali: Chill Fantasy for tuba, piano, drum set and string quintet, TU185; Partitur und Stimmen Fr. 78.00; Orchesterpartitur Fr. 42.00; Editions Bim, Vuarmarens 2015

Gabi Gans grüsst Günter Geier

Keine Melodie ohne Worte! Im neuen Unterrichtswerk «Alles Gitarre!» von Burkhard Wolters ist jedes Stück mit einem passenden Text versehen.

Ausschnitt aus dem Titelbild

Das grosszügig gestaltete Heft richtet sich an junge Primarschulkinder im Einzel- oder Gruppenunterricht. Die meisten Liedtexte stammen – selbst bei bekannten Volksweisen – vom Autor selbst und beziehen sich in irgendeiner Form auf den musikalischen Inhalt. So gefallen sich Gabi Gans und Günter Geier auf der g-Saite, während Doris Dackel auf der d-Saite dauernd an den dicken Dieter Dachs denkt. Alle Melodien wollen also nicht nur gespielt, sondern auch gesungen werden.

Für fast alle Stücke steht jeweils eine ganze Seite zur Verfügung, sodass trotz grafischen Hilfen, mehrstimmigen Arrangements, zusätzlichen Lehrer-Begleitstimmen und farbigen Illustrationen die Übersicht immer gewahrt bleibt. Jeder Gitarrensaite ist eine bestimmte Farbe zugeordnet. (Im Unterricht können parallel dazu entsprechende Leuchtstifte eingesetzt werden.) Mit grosser Sorgfalt und didaktisch durchdacht werden die Kinder mit ihrem Instrument in die Welt der Töne, des Rhythmus und der Liedbegleitung eingeführt. Nach einer ersten Phase des Daumenspiels auf den Tönen g–d‘ wird der angelegte Wechselschlag gezeigt. Als Begleitung dienen reduzierte Akkorde, die mit dem Zeigefinger auf den drei Melodiesaiten geschlagen werden. Daumen und Wechselschlag werden zu nicht-gleichzeitigem zweistimmigem Anschlag kombiniert, und ebenfalls im Wechsel mit dem Daumen – als Pendelanschlag – wird der «freie» Anschlag des Zeigefingers vorgestellt.

Die relativ rasche Einführung verschiedener Anschlagstechniken eröffnet verschiedene Kombinationsmöglichkeiten im Zusammenspiel der Gruppe. Aber auch für den Einzelunterricht bietet der Band attraktives Material. Die Reihenfolge der zu lernenden Töne folgt keinem bestimmten Schema, sondern ist pragmatisch auf die Eigenheiten des Gitarrengriffbretts abgestimmt. So lernen die Schülerinnen und Schüler zwar das dis‘ und das gis‘ kennen, dafür fehlen einige tiefere Stammtöne; ein passender Anschlusslehrgang eines anderen Autors dürfte gar nicht so leicht zu finden sein. Wir warten deshalb gespannt auf einen zweiten Band!

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Burkhard Wolters, Alles Gitarre! Schule für Gruppen- und Einzelunterricht; ohne CD: ED 21710, € 14.00; mit CD: ED 21710-50, € 19.50; Schott, Mainz 2014

Eine neue Schweizer Musikgeschichte

Angelo Garovi betrachtet in seinem Buch die Musik im Gebiet der heutigen Schweiz von der Spätantike bis in die Gegenwart.

Ausschnitt aus dem Buchcover

Wer hat an der Expo 1964 die Sinfonie für 156 Büromaschinen komponiert? Welche Kompositionen hat Igor Strawinsky am Genfersee geschrieben? Gab es nur in den Klöstern komponierende Frauen? Und was ist das Besondere an der Musik Arthur Honeggers?

Als Antoine-Elisée Cherbuliez, Professor für Musikwissenschaft an der Universität Zürich, 1932 die erste Musikgeschichte der Schweiz schrieb, gehörte Arthur Honegger noch zu den «jungen» Komponisten. Seither hat es keine selbständige Publikation zur schweizerischen Musikgeschichte mehr gegeben. Angelo Garovi betrachtet nun in zahlreichen knappen Kapiteln musikalische Themenkreise auf schweizerischem Territorium. Er beginnt bei der spätrömischen Wasserorgel von Avenches, thematisiert neben vielem anderen die Musik an den grossen Klöstern St. Gallen und Engelberg sowie am Konzil von Basel, spricht über liturgische Spiele im Spätmittelalter und die Festspielkultur im 19.und 20. Jahrhundert, über Minnesang und Kuhreihen, den Genfer Psalter und Glareans Dodekachordon. Auch die Schweiz als Gast- und Inspirationsland berühmter Musiker aus umliegenden Ländern spielt eine Rolle.

Angelo Garovi (*1944 in Sarnen) studierte Germanistik, Geschichte, Musikgeschichte und Orgel sowie Komposition bei Mauricio Kagel. Garovi war Musikkritiker in Luzern, Musikredaktor am Schweizer Radio SRF in Bern, Staatsarchivar des Kantons Obwalden und Professor für Deutsche Philologie an der Universität Basel. Er hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland.

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Angelo Garovi, Musikgeschichte der Schweiz, mit Namensregister der Komponisten, 160 Seiten, illustriert, broschiert, Fr. 19.90, Stämpfli, Bern 2015, ISBN 978-3-7272-1448-6

Rezension von Brigitte Bachmann-Geiser

Aus dem Vollen geschöpft

Eigentlich war eine kreative Pause geplant gewesen. Doch mit «Supermoon» veröffentlicht Sophie Hunger bereits wieder ein neues Studioalbum, das von souveräner Ausdruckssicherheit geprägt ist.

Sophie Hunger. Foto: zvg

Auf Supermoon präsentiert sich Sophie Hunger als eine Musikerin, die sich gefunden hat – im Spannungsfeld zwischen Singer-Songwriter-Tradition, Impulsen aus Jazz und Elektronik sowie eigenwilligen Texten, die immer noch von zentraler Bedeutung sind. Dies zeigt sich besonders gut im Titelsong, wo sie mit akustischer Gitarre und sinnierendem Gesang zunächst geradezu klassisch wirkt. Ein pulsierender Beat, flirrende Hintergrund-Sounds und subtile Effekte bringen nicht nur eine zeitgemässe Komponente, sondern auch eine latente Unruhe in ein trügerisch entspanntes Wechselspiel zwischen dunklen und hellen Stimmungen.

Der Folk-Einschlag dieses Songs verweist auf den Ort des Entstehens in Kalifornien. Auf dem CD-Cover sieht man denn auch ein psychedelisch verfremdetes Bild von Sophie Hunger mit Gitarre, als wäre sie eine Westcoast-Folksängerin ums Jahr 1970. Als Feedback auf die Flower-Power-Zeit könnte man auch das Stück Love Is Not The Answer betrachten, dessen Titel man als Umkehrung des bis heute immer wieder strapazierten Slogans verstehen kann. Der Humor kommt besonders deutlich im dazugehörigen Videoclip zur Geltung, der in einem Blumenmassaker endet. Vor allem musikalisch witzig ist das Stück Superman Woman, das sich als regelrechtes stilistisches Potpourri entpuppt.

Die meisten Songs sind jedoch von Nachdenklichkeit geprägt, eine Eigenheit, die in Die ganze Welt durch die Wahl von Hochdeutsch noch verstärkt wird. «Ich schaue CNN, geköpfte Kurden und einen Weltrekord im Spurten», singt sie mit ätzender Lakonie. Dies ist die einzige Stelle des Albums, an der Sophie Hunger dann ins Deklamieren verfällt, was in einigen früheren Stücken manieriert wirkte (und wohl auch viel zu ihrer polarisierenden Wirkung beitrug): «Uhhh, ich bin so auf-ge-klääärt!» Und das passt in diesem Zusammenhang auch, gerade im Wechselspiel mit hingebungsvollem «duuu-u-u-u-uuu»-Gesang, dem jegliche Gefühligkeit abgeht. Sophie Hunger beeindruckt zu einem guten Teil, weil sie eine Meisterin der Phrasierung ist – nicht nur hier.

Wie Stephan Eicher pflegt auch Sophie Hunger die Mehrsprachigkeit und vergessenes Liedgut. Bei La Chanson d’Hélène handelt es sich um ein wehmütiges Liebeslied, das als Duett von Romy Schneider und Michel Piccoli bekannt wurde. Sophie Hunger interpretiert es zusammen mit dem ehemaligen Fussballer und Schauspieler Eric Cantona fast so rätselhaft-poetisch. Besonders eindringlich ist aber einmal mehr ein Mundartlied geraten. In Heicho thematisiert Sophie Hunger ihr Leben zwischen Heimatgefühl und Rastlosigkeit. «Aber i chume sicher hei cho stärbe», resümiert sie trocken.

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Sophie Hunger: Supermoon. Caroline/Universal. Informationen, Videos und Musikausschnitte: www.sophiehunger.com

 

Grünes Licht für das Klanghaus Toggenburg

Die St. Galler Regierung hat die Botschaft für den Bau des Klanghauses Toggenburg verabschiedet. Sie beantragt dem Kantonsrat einen Kredit von 19,3 Millionen Franken für die Klangwerkstatt oberhalb von Unterwasser. Das Parlament wird das Geschäft voraussichtlich in der Novembersession beraten.

Simulation «Klanghaus in der Landschaft»: nightnurse images, Zürich

Das geplante Klanghaus soll den Kursort Seegüetli oberhalb von Unterwasser ersetzen, ein Angebot der Klangwelt Toggenburg schaffen und zum musikalischen und architektonischen Zentrum für Naturtonmusik werden. Als Klangwerkstatt mit einzigartiger Akustik soll das Klanghaus sowohl professionelle Musikerinnen und Musiker als auch Laien für Proben, Kurse, Forschung und Experimente anziehen.

Das Raumprogramm des Klanghauses Toggenburg umfasst vier akustisch spezielle Klangräume, die wie ein Instrument gestimmt werden können. Das Gebäude ist als integrale Holzkonstruktion geplant. Der Kanton plant als Bauherr das Klanghaus. Als Betreiber des Klanghauses ist die Klangwelt Toggenburg vorgesehen.

Die Gesamtkosten für den Bau des Klanghauses einschliesslich aller Vorbereitungsarbeiten belaufen sich auf 24,3 Millionen Franken. Davon werden 5 Millionen Franken durch Stiftungen und Gönner finanziert und vor Baubeginn rechtlich verbindlich sichergestellt. Für den Kanton verbleibt ein Kreditbedarf von 19,3 Millionen Franken. Entsprechend untersteht der Kantonsratsbeschluss dem obligatorischen Finanzreferendum. 

Das Projekt Klanghaus der Arbeitsgemeinschaft Meili, Peter Architekten und Staufer & Hasler Architekten stösst auch auf Interesse bei Privaten, bei möglichen Gönnerinnen und Gönnern sowie bei Stiftungen. Ein massgeblicher Teil der privaten Drittmittel sei  bereits zugesichert oder in Aussicht gestellt, schreibt der Kanton. Das Bauvorhaben werde erst in Angriff genommen, wenn die Mitfinanzierung im Umfang von 5 Millionen Franken durch private Geldgeber gesichert sei. 

Nach der Zuleitung der Botschaft an den Kantonsrat wird in der Septembersession die vorberatende Kommission bestellt. Die erste Lesung im Kantonsrat findet voraussichtlich in der Novembersession 2015 statt, die zweite Lesung in der Februarsession 2016. Stimmt der Kantonsrat dem Projekt zu, ist im Jahr 2016 die Volksabstimmung geplant. Bei einer Zustimmung durch den Souverän könnte im Jahr 2018 mit dem Bau begonnen werden.

 

Wie spielte man das?

Ausgehend von historischen Aussagen erläutert Paolo Crivellaro die historische Aufführungspraxis norddeutscher Barockmusik für Orgel.

Foto: karrenbrock.de/pixelio.de

Das Repertoire der Norddeutschen Orgelschule scheint in den letzten Jahren Gegenstand erhöhten Interesses zu sein. Neben einer Fülle an wissenschaftlichen Notenausgaben – zum Teil sogar in fast parallel erscheinenden Neuausgaben derselben Musik (z.B. für Buxtehude, Tunder oder Weckmann) – sind auch diverse Fachbücher der theoretischen Erschliessung dieser Musik gewidmet. Nach Jon Laukviks Orgelschule zur historischen Aufführungspraxis (Barock und Klassik, Carus 60.002; Romantik, Carus 60.004; Moderne, Carus 60.006) und Klaus Beckmanns enzyklopädischer Darstellung Die Norddeutsche Schule (2 Bände, Schott ED 9869 und 20088) legt Paolo Crivellaro, Professor für Orgel an der Universität der Künste Berlin, nun ein Buch vor, das sich, so der Klappentext, an den praktischen Organisten wendet, der «mit historischem Bewusstsein» spielen möchte.

Die rund 200-seitige Darstellung – mit gegen 1000 (!) Fussnoten – streift übersichtlich angeordnet alle wesentlichen Aspekte der Aufführungspraxis norddeutscher Barockmusik, so z. B. ihre stilistische Einordnung, die Quellenlage, die wichtigsten Gattungen, instrumentale Gegebenheiten und wichtige Orgelbauer, aber auch Fragen zu Tempo, Ornamentik, Registrierpraxis etc. Crivellaro stützt sich dabei in erster Linie auf historische Zitate, die er kommentiert; mit zahlreichen Verweisen auf ihre (zum Teil durchaus widersprüchliche) Deutung in der neueren Sekundärliteratur vermittelt der Autor zudem eine wertvolle Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands und gibt zahlreiche Anregungen zu vertiefender Lektüre in Gebieten, wo sein Buch zwangsläufig nur knappe Hinweise geben kann. Die «objektive», auf Wertungen grösstenteils verzichtende Haltung Crivellaros regt hier zu aktivem Mitdenken an und lässt dem Leser Raum, sich eine eigene Meinung zu bilden. Biografische Notizen zu den 15 wichtigsten Komponisten der Norddeutschen Schule mit Werkübersicht und – besonders hilfreich – Angaben zu den Instrumenten an ihren Wirkungsorten runden die Darstellung ab.

Ganz konkrete Interpretationshinweise wie bei Laukvik oder analytische Angaben zu wichtigen Werken, wie sie Beckmann liefert, sind im vorliegenden Buch nur wenige zu finden; gelegentlich wäre man auch dankbar gewesen für illustrierende Notenbeispiele zu einzelnen Problemstellungen, wenn man bei der Lektüre nicht gerade die entsprechenden Notenausgaben in Griffnähe hat, um die praktische Umsetzung überprüfen zu können. Auch hier gibt die Bibliografie aber wertvolle Hinweise zum Publikationsstand bis 2010. Paolo Crivellaros Buch bietet also eine Vielzahl von Informationen für eine stilistisch adäquate Auseinandersetzung mit diesem Repertoire, verpflichtet den an dieser Musik interessierten Leser aber auch zu viel Eigeninitiative in seiner noch weiterführenden Beschäftigung mit norddeutscher Barockmusik. Die Türen dazu stehen dank diesem ausgezeichneten Buch weit offen!

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Paolo Crivellaro, Die Norddeutsche Orgelschule. Aufführungspraxis nach historischen Zitaten – Repertoire – Instrumente, 208 S., € 68.00, Carus-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-89948-212-6

Raritäten aus Polen

Kostproben aus der Entwicklung des polnischen Klavierliedes vorgestellt von der Mezzosopranistin Bernadeta Sonnleitner und dem Pianisten Jakub Tchorzewski.

Andrzej Panufnik (links) and Witold Lutosławski (rechts), 1990.

Obschon sich zahlreiche Meisterwerke darunter befinden, gingen nur ganz wenige polnische Kunstlieder ins Weltrepertoire ein. Was einer grossen Verbreitung im Wege stand, waren nebst Vorurteilen das Fehlen von international erfolgreichen Sängerinnen und Sängern sowie sprachliche Schwierigkeiten. Mit ihren vielen Zisch- und Nasallauten hat es die polnische Sprache nicht leicht, Interpreten zu gewinnen, denen zungenbrecherische Fähigkeiten ebenso zugemutet werden können wie Verständnis für eine spezielle, vorwiegend slawisch geprägte Klang- und Ausdruckswelt.

Umso dankbarer muss man der an der Frédéric Chopin-Musikakademie in Warschau und an der Berner Hochschule der Künste ausgebildeten Mezzosopranistin Bernadeta Sonnleitner und dem polnischen Pianisten Jakub Tchorzewski für eine mit Ersteinspielungen gespickte CD sein, die mit repräsentativen Kostproben von sechs bedeutenden Komponisten aus Polen bekannt macht. Bei Stanisław Moniuszko, der rund 300 Lieder schuf und als «polnischer Schubert» gilt, mag die Auswahl dermassen delikat gewesen sein, dass er schliesslich wegfiel. Chopin führt an dessen Stelle die Romantiker an, deren letzter Vertreter Mieczysław Karłowicz (1876–1909) mit durchwegs ausdrucksvollen Liedern aus Opus 3 hervorsticht.

In den Drei Fragmenten (Jan Kasprowicz) op. 5 von Karol Szymanowski steigert sich die Sängerin in opernhaftes Pathos. Weniger Vibrato wäre auch bei Roman Palester, in der Vokalise Dreamscape von Andrzej Panufnik und in Lutosławskis glasklaren Fünf Liedern nach Gedichten von Kazimira Iłłakowicz wünschenswert gewesen. Beide Interpreten schöpfen den emotionalen und geistigen Gehalt der stilistisch sehr unterschiedlichen Lieder aber mit hörbarem Engagement voll aus. Nebst dem polnischen Originaltext enthält das Booklet Übersetzungen ins Englische und Italienische.

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Polish Music – Songs. Chopin, Karłowicz, Szymanowski, Palester, Lutosławski, Panufnik. Bernadeta Sonnleitner, Mezzsosopran; Jakub Tchorzewski, Klavier. Acte Préalable APO 337

Neue Mitglieder im Vorstand der Suisa

An der Generalversammlung der Schweizer Urheberrechtsgesellschaft Suisa in Freiburg sind Marie Louise Werth und Zeno Gabaglio in den Vorstand der Gesellschaft gewählt worden. Sie ersetzen Monika Kaelin und Massimiliano Pani, die aus dem Vorstand ausgeschieden sind.

Foto: Robert Huber

Die 1963 geborene Marie Louise Werth studierte am Konservatorium Zürich Klavier und Orgel. Mit der Gruppe Furbaz gewann sie 1989 den nationalen Concours Eurovision de la Chanson. 1992 startete sie eine Solokarriere. Seit dem Comeback der Furbaz 2004 bestreitet sie jährlich exklusiv mit der Gruppe eine Weihnachtstournee.

2014 gewann diese nach 25 Jahren erneut den Prix Walo als «Publikumslieblinge für ausserordentliche Leistungen in 2013». Von 1993 bis 2015 war Marie Louise Werth Mitglied der Verteilungs- und Werkkommission der Suisa.

Der 1979 geborene Zeno Gabaglio hat Philosophie studiert und ein Diplom
in Cello und einen Master in Improvisation abgeschlossen. Aus seiner Feder stammen die Filmmusiken zu rund 20 europäischen Filmen, die bei wichtigen internationalen Festivals ausgezeichnet wurden. Weiter hat er mannigfach Musik fürs Theater geschaffen. Im Verlauf seiner Karriere arbeitete er mit Musikern wie Bugge Wesseltoft, Michel Godard, Villi Hermann, Frankie Hi NRG, Teho Teardo, Vinko Globokar, Peter Kernel und René Burri.

Zeno Gabaglio ist seit jeher auch als Kritiker und Promoter neuer Musik in der italienischen Schweiz aktiv. Zudem ist er Mitglied in der Jury des Schweizer Musikpreises und der kantonalen Subkommission der Musik.

Demotape Clinic 2015: die CD

m4music hat die Compilation «The Best of Demotape Clinic 2015» mit den verheissungsvollsten 14 Demos des diesjährigen Newcomer-Wettbewerbs veröffentlicht.

Gewinner 2015 mit Philipp Schnyder von Wartensee, Festivalleiter m4music. Foto: Alessandro Della Bella,SMPV

Die Demotape Clinic ist der etablierteste Wettbewerb für Schweizer Nachwuchsmusiker. Für die 17. Ausgabe haben Newcomer aus der ganzen Schweiz 681 Songs aus den Kategorien Pop, Rock, Urban und Electronic eingereicht. Eine Jury hörte sich sämtliche Songs an und präsentierte die besten am 27. und 28. März 2015 am m4music, dem Popmusikfestival des Migros-Kulturprozent. Branchenprofis kommentierten die Tracks öffentlich vor dem Festivalpublikum und gaben den Bands wertvolle Tipps.

Die spannendsten Demos, darunter auch die Gewinner der Fondation-Suisa-Awards, sind zum zehnten Mal auf einer Compilation vereint: The Best of Demotape Clinic 2015. m4music-Festivalleiter Philipp Schnyder von Wartensee freut sich über die CD: «Ich bin überzeugt, dass wir auch dieses Jahr wieder einige Talente aufgespürt haben, die noch viel von sich hören machen werden. Gleichzeitig zeigt die Compilation, wie vielfältig und aktiv die Schweizer Popmusikszene aufgestellt ist.»

Mit Manoir, dem ersten Track auf der Compilation, hat FlexFab in der Kategorie Electronic sowie den Hauptpreis «Demo of the Year 2015» gewonnen. Nach einigen Auftritten in Belgien wird der 25-jährige Neuenburger am diesjährigen Paléo-Festival in Nyon spielen. Ebenfalls aus der Westschweiz stammen The Chikitas aus Genf, die sich den Preis in der Kategorie Rock sichern konnten und zurzeit in Los Angeles an ihrem neuen Album feilen. Der Gewinner in der Kategorie Pop, Don’t Kill the Beast, ist kein gänzlich Unbekannter in der Schweizer Musikszene: Der Bassist der Basler Band Sheila She Loves You hat für sein Soloprojekt unter anderem in Paris mit dem Musiker Marcello Giuliani zusammengearbeitet, der auch schon für namhafte Künstler wie The Young Gods oder Sophie Hunger produziert hat. Im Gegensatz dazu stehen die vergleichsweise jungen Musiker der Band Pedestrians aus Baden: Alle um die zwanzig Jahre alt, gewannen die Aargauer in der Kategorie Urban und damit die zweite Auszeichnung nach dem bandXaargau-Wettbewerb.

Unter www.m4music.ch/de/demotape-clinic kann die Compilation als Stream angehört werden. Zudem erscheint sie in einer limitierten Auflage von 4500 Stück als CD, die an die wichtigsten Entscheidungsträger der Schweizer Musikszene geht. Die CD gelangt nicht in den Verkauf, kann jedoch online kostenlos bestellt werden (solange Vorrat).

Die nächste Ausgabe von m4music findet vom 14. bis 16. April 2016 in Zürich und Lausanne statt.

Schott Music lanciert Open-Access-Plattform

Die Unternehmensgruppe Schott Music startet in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Musikforschung (GfM) und der Verlagsdienstleisterin tredition GmbH eine Open-Access-Plattform für Musikwissenschaft.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de,SMPV

Autoren, Institutionen und Herausgebern musikwissenschaftlicher Publikationen soll mit der Plattform «eine schnelle und transparente Veröffentlichung von Büchern und Aufsätzen ermöglicht» werden, schreibt Schott Music.

Sämtliche Texte, die über die Plattform mit Namen «Schott Campus» publiziert werden, sind im Open-Access-Modus, das heisst frei, zugänglich. Zugleich werden vom Verlag Bücher im gesamten deutschen und internationalen Buchmarkt als Paperback, Hardcover und E-Book zum Kauf angeboten sowie für Bibliotheken verfügbar sein. Für die Plattform nutzt Schott Music die Vertriebs- und Technologie-Infrastruktur des Verlagsdienstleisters tredition.

Jede Publikation durchläuft einen mehrstufigen Qualitätssicherungsprozess, der gemeinsam mit der GfM entwickelt worden ist. Zum Start der Plattform bietet Schott Music ausgewählte Texte aus seinem Programm an. Die GfM, die Schott Music bei dem Aufbau der Plattform unterstützt hat, plant die Publikation einer eigenen Schriftenreihe über Schott Campus

Laut Peter Hanser-Strecker, Verleger und Vorsitzender der Geschäftsführung von Schott Music, soll mit dem Angebot «eine zeitgemässe Form des Publizierens» möglich werden  und ein «hohes Mass an Selbstständigkeit bei gewohnt hoher Verlagsqualität» garantiert sein.

Mehr Infos: www.schott-campus.com

Glarner Musiker am Sacco di Roma 2016

Der Kanton Glarus ist 2016 Gastkanton an der Vereidigung der Rekruten der
Schweizergarde. Über 300 Glarnerinnen und Glarner werden am 6. Mai 2016
der feierlichen Zeremonie im Herzen der Vatikanstadt beiwohnen, darunter einige Musikgruppen.

Hermann Mathis. Foto: © Günter Lade, Mathis Orgelbau

Eine extra gebildete Glarner Jungmusik und Sänger werden, etwa auf dem Cortile San Damaso und im Petersdom, bei verschiedenen Gelegenheiten ihr Können zum Besten geben. Als musikalische Koordinatoren amten Hermann Mathis, der mit seiner Näfelser Firma bereits eine Orgel für die Sixtinische Kapelle gebaut hat, und Lorenz Stöckli, Dirigent der regionalen Jungmusik Young Winds.

Der Glarnern Regierungsrat hat das Konzept für die Durchführung des Anlasses genehmigt und ein Budget von 180‘000 Franken bewilligt. Es beinhaltet neben der Musik weitere Aktivitäten, etwa zwei Apéros für hunderte Personen, die der Glarner Gastronom Claudio Keller in Zusammenarbeit mit seinem Zürcher Kollegen Daniel Pesaresi, durchführt. Der Regierungsrat möchte es der Glarner Bevölkerung ermöglichen, am Anlass teilzunehmen. Dazu wird in Kürze via Amtsblatt und Internet eine öffentliche Ausschreibung erfolgen.

Maria – greifbar und entrückt

In der frisch renovierten Klosterkirche wurden die Rheinauer Konzerte mit der Uraufführung von Ulrich Gassers Oratorium «Exvoto – ein Magnificat» Mitte Juni wieder aufgegriffen.

Deckengemälde in der Klosterkirche Rheinau. Foto: Klosterkirche Rheinau

Die Täfelchen entdeckt man nicht sogleich. Der Besucher ist zuerst einmal überwältigt von der barocken Pracht dieses Kirchenraumes, der seit der abgeschlossenen Renovation in den leuchtendsten Farben erstrahlt. Beim Rundgang findet man sie dann im linken Seitenschiff an einer Wand. Abgebildet ist meist der heilige Fintan, der im 9. Jahrhundert als Mönch im Kloster Rheinau lebte, begleitet von Texten wie diesem: «Herr Conrad Götz von Reinach Offizier bey der französischen Prinzen Armee ist den 18. December 1793 beym Volken-Bach mit seinem Pferd über den Berg hinabgestürzt; doch aber samt dem Pferd durch ein Wunderwerk vom heiligen Fintan unverletzt erhalten worden.»

Diese Votivtafeln, mit denen gläubige Christen in früheren Zeiten für die Errettung aus einer Notsituation dankten, führten zu einer der drei Grundideen, aus denen der in Rheinau wohnhafte Komponist Ulrich Gasser sein Oratorium Exvoto – ein Magnificat aufbaut. Die zweite Grundidee beruht – der Titel spricht es an – auf dem Lobgesang Marias. Gasser hat seine Komposition nämlich zur Wiedereröffnung der renovierten ehemaligen Klosterkirche Rheinau geschrieben. Und diese ist Maria geweiht, wie man aus den zahlreichen Mariendarstellungen im Kirchenraum unschwer erkennen kann. Das dritte Element stellt der Rosenkranz dar. Die heutzutage weitgehend verschwundene, aber in Rheinau immer noch gepflegte Gebetsform ist eine Art von Meditation, die das Leben Christi aus der Perspektive seiner Mutter Maria betrachtet. Dass der Protestant Ulrich Gasser in seinem Oratorium mit Heiligen- und Marienverehrung derart katholische Themen aufgreift, mag einigermassen erstaunen. Gegensteuer aus reformatorischem Blickwinkel geben da die Texte von Gassers Ehefrau Eva Tobler, die die traditionellen Gebete da und dort mit aktualisierenden Paraphrasen anreichern.

Klangzeitraum

Auch das musikalische Konzept des Oratoriums ist untrennbar mit den räumlichen Gegebenheiten der Klosterkirche verbunden. Die Uraufführung unter der Gesamtleitung von Peter Siegwart zeigte diesen Aspekt in eindrücklicher Weise. Beteiligt waren das von Siegwart geleitete Vokalensemble Zürich, der Bach-Chor Konstanz (Leitung: Claus G. Biegert), der Cäcilienchor Rheinau (Leitung: Gesuè Barbera), der Brass-Band-Posaunenchor Marthalen (Leitung: Daniel Jenzer) sowie ein Streichtrio, ein Horn, ein Glockenspiel, eine Harfe und drei Orgeln. Die grosse Orgel hinten auf der Empore und die Chororgel vorne steckten dabei nicht nur den Rahmen ab, sondern setzten sich in ihrer mitteltönigen Stimmung auch von den temperiert gestimmten Blasinstrumenten und den Chören ab. Ausgeklügelte räumliche Effekte ergaben sich insbesondere durch das Vokalensemble Zürich, das abwechselnd vor dem Hochaltar, vor dem Chorgitter, im Kirchenschiff, auf den Seitengalerien oder auf der Orgelempore zu hören war. Wechselnde Standorte nahmen auch das Streichtrio und einzelne Musiker der Brass-Band ein. Die räumliche Gestaltung verdeutlichte in nachvollziehbarer Weise die unterschiedlichen textlichen und formalen Teile des Oratoriums.

Ulrich Gasser breitet in seinem Werk, wie er selber sagt, einen «Klangzeitraum» aus, den die Hörer selber ausfüllen müssen. Seine Musik fliesst in gemächlichem Tempo dahin, wiederholt sich oft, hat einen statischen Charakter, bietet eine flache Spannungskurve und lädt so zur Meditation ein. Immer wieder sind schöne Durakkorde zu hören, die an den Strahlenkranz von Maria auf einem der Altarbilder erinnern. Den vertrauten Klängen stehen aber auch verfremdete gegenüber, die durch verschiedene «Modi» wie Pentatonik oder Zwölftonreihen entstehen. Der Wohlklang wird überdies durch die überlagerten Stimmungen gestört. So spiegelt Gasser in der Harmonik genau die Doppelgestalt Marias, die auch in den Texten des Werks aufscheint: Sie ist eine zugleich greifbare und doch unendlich entrückte Erscheinung.

Aargau richtet Kulturpolitik neu aus

Der Regierungsrat des Kantons Aargau beauftragt die Abteilung Kultur, zusammen mit dem Aargauer Kuratorium ein Kulturkonzept auszuarbeiten, das neben einer Bestandsaufnahme auch die Ziele und Schwerpunkte der kantonalen Kulturpolitik für die Jahre 2017 bis 2022 festlegt.

Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Die Abteilung Kultur soll laut der Medienmitteilung des Kantons zusammen mit dem Aargauer Kuratorium in den kommenden Wochen die Aufgabe in Angriff nehmen. «In geeigneter Form» einbezogen werden die kulturellen Akteure und Interessenvertreter im Kanton. Mit Unterstützung externer Experten soll das Kulturkonzept bis im Dezember 2016 dem Regierungsrat zum Beschluss vorgelegt und im Frühjahr 2017 dem Grossen Rat zur Kenntnis gebracht werden. Der Kanton verfügt seit 2010 über ein eigenes Kulturgesetz.

Die bisherige Praxis soll «auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen, wie im Bereich der Digitalisierung und der demografischen Entwicklung, aber auch angesichts der finanzpolitischen Situation des Kantons» überprüft werden. Die Ziele und Handlungsfelder für die Jahre 2017 bis 2022 sollen «so ausgerichtet werden, dass die Ressourcen weiterhin nachhaltig und wirkungsorientiert eingesetzt werden können», schreibt der Kanton weiter.

Suisa verteilt erstmals Youtube-Einnahmen

Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen aus fünf Quartalen. Die Verteilsumme beträgt rund 300’000 Franken.

Grafik: vector_master, fotolia.com

Verteilt werden alle genutzten und identifizierbaren Werke, abhängig von der Klickrate. Der Vertrag zwischen Suisa und Youtube läuft gegenwärtig in seinem zweiten Jahr. Im Vertrag sind Nutzungen in 43 Ländern direkt lizenziert, wie der Suisa-Generaldirektor Andreas Wegelin im Blog der Gesellschaft schreibt.

Die Herausforderung bei der Verarbeitung der Nutzungsmeldungen von Youtube bestehe nicht nur aus der enormen Datenmenge, sondern auch in der Datenqualität vor allem des «User generated contents», so Wegelin weiter. Videos von privaten Benutzern würden kaum Angaben zum verwendeten Material enthalten.

Für die Abrechnungsperiode von 15 Monaten hat die Suisa Nutzungsmeldungen von Youtube verarbeitet mit rund 3,2 Millionen unterschiedlichen Videos, die gesamthaft 1,7 Milliarden Mal angeklickt wurden. Davon betreffen 590,2 Millionen Views das Repertoire, das von der Suisa abgerechnet wird.

Der Verteilungsbetrag pro Klick für die abgerechnete Periode beträgt 0,0008 Franken. Im Vergleich dazu kann die Suisa bei der ebenfalls jetzt stattfindenden zweiten Verteilung von Spotify-Einnahmen einen Betrag von durchschnittlich 0,0018 Franken pro Stream ausschütten, also mehr als doppelt so viel.

Jossi Wieler in Stuttgart ausgezeichnet

Jossi Wieler, der Schweizer Intendant der Stuttgarter Oper, ist mit dem mit 20’000 Euro dotierten Kulturpreis Baden-Württemberg 2015 ausgezeichnet worden.

Foto: Martin Sigmund

Mit Jossi Wieler werde eine Künstlerpersönlichkeit ausgezeichnet, die seit vielen Jahren dem Land durch ihre Arbeit auf das Engste verbunden sei, begründet Staatssekretär Jürgen Walter als Vorsitzender des Stiftungsrats den Entscheid.

Wieler gelinge es, in seinen Arbeiten das Gesellschaftliche und das Psychologische zu vereinen. Zudem sei er in seiner Arbeitsweise und seinem aufklärerischen Humanismus beispielgebend. Wieler, 1951 in Kreuzlingen geboren, ist seit 2011 Intendant an der Staatsoper Stuttgart.

Die im Jahr 2002 gegründete Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung vergibt den Kulturpreis alle zwei Jahre im thematischen Wechsel. Er ist mit insgesamt 25’000 Euro dotiert und teilt sich in einen Haupt- und einen Förderpreis. Letzterer geht an den Verein Zeitraumexit aus Mannheim.

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