Die Bratschistin Tabea Zimmermann ist laut einer Meldung des deutschen Kulturinformationszentrum seit Januar 2013 Mitglied im Stiftungsrat der im waadtländischen Blonay beheimateten Fondation Hindemith.

Nach Professuren an der Hochschule für Musik Saar und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main ist Tabea Zimmermann seit Oktober 2002 Professorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

Im Hindemith-Gedenkjahr 2013 spielt sie Werke des Komponisten in unterschiedlichen Programmen, unter anderem als Solistin im Bratschenkonzert «Der Schwanendreher», mit dem die Osnabrücker Symphoniker im Januar 2013 als erstes deutsches Orchester das russische Wolgograd (vormals Stalingrad) besucht haben.

Beim CD-Label myrios classics bereitet sie derzeit eine Gesamteinspielung aller Sonaten und Konzerte Hindemiths vor.

Die Hindemith Stiftung wurde von Hindemiths Witwe und Erbin Gertrud Hindemith begründet. Die Stiftung richtete 1974 das Hindemith Institut Frankfurt ein und gründete 1978 das Hindemith Musikzentrum Blonay. Dem fünfköpfigen Stiftungsrat gehören neben Zimmermann Andreas Eckhardt, François Margot, Hans-Dieter Resch und Andreas Schober an. Andres Briner ist Ehrenmitglied.

4. Schweizer Kinder- und Jugendchorfestival

Über 50 Ensembles singen vom 10. bis 12. Mai in St. Gallen.

Foto: Lukas Wehrli – Coro di voci bianche Clairiere am SKJF 2011 in Lausanne

Nach Zürich, Schaffhausen und Lausanne findet das 4. Schweizer Kinder- und Jugendchorfestival (SKJF) in St.Gallen statt. Für das dreitägige Festival vom 10. – 12. Mai 2013 haben sich über 50 Kinder- und Jugendchöre mit rund 1600 Sängerinnen und Sängern aus der ganzen Schweiz eingeschrieben. Das entspricht einem Rekord.

Die öffentlichen Konzerte finden im Athletik Zentrum St.Gallen statt, das als Hauptveranstaltungsort zu einem grosszügigen Konzertsaal mit Bühne umgestaltet wird. So wird es den über 50 teilnehmenden Festivalchören und dem Publikum ausreichend Platz bieten. Zusätzlich werden die Chöre am Festivalwochenende in der ganzen Stadt an verschiedenen Begegnungskonzerten, auf Plätzen, in Gottesdiensten und Matineen singen. Das musikalische Programm wird unter der Leitung von Bernhard Bichler von der Musikkommission erarbeitet.

Während des Festivals besteht die Möglichkeit, an der Study Tour für Chorleiterinnen und Chorleiter unter der Leitung von Michael Gohl teilzunehmen. Folgende Punkte stehen auf dem Programm:

  • Einführung in das Festivalprogramm
  • Besuch von ausgewählten Konzerten und Workshops
  • Besprechung der Konzertvorträge unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien
  • Literaturausstellung (mit Kaufmöglichkeit)
  • Anregungen für Chorleiterinnen und Chorleiter betreffend Literaturwahl und Aufführungsformen
  • Ansatzpunkte und Kriterien für die Qualitätsbeurteilung von Kinderchorleitung

Der Verein Schweizer Kinder- und Jugendchor-Förderung SKJF wurde am 7. März 2006 in Zürich gegründet. Er gewährleistet die regelmässige Organisation des Festivals, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Europäischen Jugendchorfestival stattfinden. SKJF fördert mit weiteren Projekten über die Sprachgrenzen hinweg die Vernetzung der Schweizer Kinder- und Jugendchöre.

www.skjf.ch
 

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland ist der Föderalismus in der Kultur- und Bildungspolitik Thema: Der Deutsche Kulturrat fordert die Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich. Der Bund soll kulturelle Bildung an Schulen und in Kindertagesstätten direkt fördern können.

Die Potentiale der kulturellen Bildung, heisst es in einer Meldung der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Mercator Stiftung, seien bislang vielfach ungenutzt. Gesamtkonzepte müssten besser miteinander vernetzt werden.

Der Deutsche Kulturrat schliesst sich dieser Forderung an. Eine Möglichkeit die Lage der kulturellen Bildung zu verbessern, stelle die Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich dar. Bislang dürfe der Bund Projekte der kulturellen Bildung an Schulen und in Kindertagesstätten nicht direkt fördern, so der Kulturrat. Dieses Hindernis müsse beseitigt werden. 

Machen Sie Lärm!

Übersetzung: Pia Schwab

Übersetzung: Pia Schwab

«Kakofonie» – das Schlagwort fiel schnell einmal, als wir ein Thema für unsere Februarnummer suchten. Man verbindet es ohne viel zu überlegen mit Fasnachtsmusik. Und das hat mindestens zwei Gründe: Auf der einen Seite feiert die Fasnacht, ihre Tradition reicht ja bis in die Antike zurück, das Ende des Winters und vertreibt ihn mit lärmiger und dissonanter Musik. Auf der anderen Seite ist sie das Fest der Verkleidung. Die Armen dürfen für einen Tag den Platz der Reichen oder gar des Königs einnehmen. Und wenn die soziale Ordnung symbolisch auf dem Kopf steht, muss man auch Musik machen, die auf dem Kopf steht, sich selbst parodiert: Katzenmusik mit Alltagsgegenständen, die sich fern von ihrem gewöhlichen Nutzen als Instrumente «verkleidet» austoben. Schläuche, Röhren, Trichter gebärden sich als Trompeten, Pfannen und andere Küchengeräte als Schlagzeug.

Es ist eine schweizerische Besonderheit, dass dieses Getöse von den festlichen und farbenfrohen Blasorchestern aufgenommen wurde. Daraus entstanden in Basel und Luzern zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Guggenmusiken.

Erstaunlicherweise begannen genau in jener Zeit, in einer ganz anderen Sparte, avantgardistische Komponisten wie Luigi Russolo Musik aus Geräuschen zu schaffen. Seinen Höhepunkt erreichte dieses Vorgehen mit Pierre Schaeffer, der 1966 seinen Traité des objets musicaux publizierte, ein monumentales Werk, das alle möglichen und vorstellbaren Geräusche nach einer Reihe von präzisen Kriterien klassifiziert. Damit wurde auch die konkrete Musik geadelt, die Schaeffer und seine Schüler schufen, indem sie die Klänge an sich bearbeiteten, die sie auf Tonband aufgenommen hatten. Die Komposition Variations pour une porte et un soupir (Variationen für eine Tür und einen Seufzer) von Pierre Henry, eine Stunde Hauchen und Knarren von Türangeln, ist ein sprechendes Beispiel.

«Das ist keine Musik, das ist Lärm!», versäumten die Kritiker nicht zu sagen. Aber wie oft hat man diesen Satz schon gehört, für alle möglichen Stile, die sich ausserhalb der üblichen Pfade bewegen. Der Jazz wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts so sehr mit dieser Floskel abqualifiziert, dass sein Name eine Weile gleichbedeutend war mit Höllenlärm. Und erst der Rock, fünfzig Jahre später, oder die Serielle Musik! Heute hört man Jazz in der Salle Pleyel und die Rolling Stones wurden von der Königin geadelt.

Es ist also schon lange her, dass die Musik bloss eine «Kunst schöne Melodien zu schreiben» war, wie es die Wörterbücher des 18. Jahrhunderts festlegten. Eine Nummer zum Thema Kakofonie öffnet also ein überaus weites Feld. Schliessen wir daher so, wie die Rapper ihr Publikum anheizen: Macht Lärm!

Viel Vergnügen!

 

P.S. Wieviel Musik in alltäglichen Geräuschen stecken kann, zeigt auch das folgende Video Sound of Noise: Music for one appartement and six drummers.
 

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IG Volkskultur im Haus der Volksmusik

Dieses Jahr richtet der vom Bund unterstützte, grösste volkskulturelle Dachverband der Schweiz seine Geschäftsstelle neu im Haus der Volksmusik in Altdorf ein. Der Urner Regierungsrat hat überdies einen Beitrag an ein diesjähriges Seelisberg-Festival gesprochen.

Foto: zvg

Die Interessengemeinschaft für die Volkskultur in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein (IG Volkskultur) ist ein Zusammenschluss elf nationaler Volkskulturverbände, der gesamthaft rund 250’000 Mitglieder umfasst. Der Regierungsrat hat die Weiterführung des Beitrags an das Haus der Volksmusik für 2013 bis 2015 von jährlich 70‘000 Franken beschlossen.

Auf dem Waldweidli in Seelisberg findet zudem vom 1. bis 18. August 2013 ein Freilicht-Musikschauspiel zu Tell und Wagner statt. Es soll die Berggemeinde Seelisberg attraktiver machen. Verpflichtet worden sind die Münchner Schriftstellerin Ursula Haas und der Schweizer Schriftsteller Guy Krneta, ferner für die künstlerische Festivalleitung Beat Toniolo.

Kakofonie — die Kehrseite des Wohlklangs

Während vielerorts Guggenmusik ertönt, fragen wir uns, was der Begriff «kakofonisch» eigentlich meint. Und ausserdem: Stadtgeräusche als Ausgangspunkt für den Musikunterricht.

Ohrstöpsel © topfmodel – Fotolia.com
Kakofonie  — die Kehrseite des Wohlklangs

Während vielerorts Guggenmusik ertönt, fragen wir uns, was der Begriff «kakofonisch» eigentlich meint. Und ausserdem: Stadtgeräusche als Ausgangspunkt für den Musikunterricht.

Focus

Klänge aus St. Atonalien
Der Begriff Kakofonie und sein leidiger historischer Gebrauch

Grabenkämpfe im Orchester
Udo Rauchfleisch im Interview über zwischenmenschliche Misstöne

Le succès des guggenmusik entre Shanghai et Beijing
Les festivals folkloriques chinois avides de fanfares suisses
Schweizer Guggenmusik in China
Reisefreudige Gruppen haben Erfolg an folkloristischen Festivals.

La cacophonie à l’école
Et si on utilisait les sonorités urbaines comme matière de base ?
Kakofonie als Unterrichtsstoff
Vom Umgebungslärm zum musikalischen Begriff

A lire sur www.revuemusicale.ch – La rotonde : du chaos aux durations

und ausserdem

RESONANCE

Eine Reise zurück
Der Film «appassionata» begleitet Alena Cherny in die Ukraine.

Meisterwerke ganz schlicht
«10 x  Beethoven – Vision von Urgestalt»: Bericht und Interview

Carte Blanche mit Roman Brotbeck

CAMPUS

Auf dem Bahnsteig in Richtung Zukunft
Ein Gespräch um Reiserouten und Ziele im Musikunterricht

Die Menschen hinter den Musikstilen
4. Norient Musikfilmfestival: Bericht

Feel the Rhythm – Rhythmus am Klavier
Herbstkongress der Epta: Bericht

FINALE

Ein seltsamer Fall von Kakofonie: Rätsel von Thomas Meyer

 

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Stadttheater Bern trennt sich von musikalischem Leiter

Der Vertrag des Berner Musiktheater-Chefdirigenten Srboljub Dinić wird nicht erneuert. Er verlässt mit Ende der Saison 2012/13 Konzert Theater Bern.

Wikimedia Commons

In Folge der Zusammenführung von Stadttheater und Berner Symphonieorchester (BSO) zum Konzert Theater Bern und den damit verbundenen Umstrukturierungs-Massnahmen werde ab der Spielzeit 2013/14 eine neue leitende musikalische Position im Musiktheater geschaffen, heisst es in der Medienmitteilung.

Sie wird gemeinsam mit dem Chefdirigenten des BSO, Mario Venzago, und dem Opern- und Konzertdirektor Xavier Zuber die künstlerische Leitung des Musiktheaters von Konzert Theater Bern ergänzen.

Dinić habe das musikalische Leben in Bern in den vergangenen zwölf Jahren seines Engagements entscheidend mitgeprägt, würdigt Zuber den Dirigenten. Dinić selber nimmt «die Entscheidung mit Bedauern an».

Siemens-Förderpreis für Hefti

Einer der drei Komponisten-Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung
geht in diesem Jahr an den Schweizer Komponisten und Dirigenten David Philip Hefti.

Fotografin: Mareike Niemz, 2012

Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Geförderten eine nach ihren individuellen Wünschen in Kooperation mit dem Wiener Label col legno produzierte Porträt-CD. Die Auszeichnung wird Hefti am 4. Juni 2013 bei einem musikalischen Festakt im Münchner Prinzregententheater überreicht.

Das Kuratorium der Ernst von Siemens Musikstiftung, dem unter anderem die Komponisten Wolfgang Rihm (Heftis Kompositions-Lehrer) und Helmut Lachenmann angehören, sieht in Hefti einen der aufstrebenden Komponisten.

Neben Hefti erhalten der Kanadier Samy Moussa und der Serbe Marko Nikodijevic einen Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis für ein Lebenswerk im Dienste der Musik, dotiert mit 250’000 Euro, geht in diesem Jahr an den Dirigenten Mariss Jansons.

Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung 3 Millionen Euro. Gefördert werden 2013 weltweit über hundert zeitgenössische Projekte, die sich um die zeitgenössische Musik verdient gemacht haben.

Auf dem Weg zum professionellen Drummer

Die Swiss Drum Academy bietet berufsbegleitende Ausbildungsgänge an.

zvg/Swiss Drum Academy: Studiodrumming mit Rico Horber

Die Swiss Drum Academy bereitet in kurzer Zeit motivierte Nachwuchsdrummer auf die Berufe professioneller Drummer bzw. Schlagzeuglehrer vor. Der Unterricht findet vorwiegend am Wochenende statt und kann berufsbegleitend besucht werden. Vermittelt werden alle musikalischen Ausrichtungen mit Schwerpunkt auf moderner Musik wie Pop, Jazz, Rock, Metal etc. Auch werden Fächer wie Cubase, Studio-Drumming, Percussion, Basic Piano, Harmonielehre, Drums & Bass, Band, Musikbusiness, Mentaltraining, Cajon, Pädagogik/Didaktik etc. unterrichtet. Das praxisorientierte Schlagzeugspielen steht klar im Vordergrund.

Zu den Dozenten gehören u. a. Christoph Beck, Mario Caspar, Paolo Fedrigoli, Peter Haas, Rico Horber, Roman Schmon, Sascha Kaisler, Stefano Gus, Willy Günther, Wim Dykstra, Dani Löble, Sven Quartier, Felix Müller, Jan Moser, Andrea Tinner.

Das neue Ausbildungsjahr beginnt im August. Wer Fragen zu den Ausbildungsgängen stellen möchte, kann dies am Informationsanlass tun. Er findet statt am Samstag, 27. April, 14.00 bis 16.00 Uhr, in den Räumen der SDA an der Wehntalerstrasse 6 in 8154 Oberglatt. Eine Anmeldung ist bis spätestens einen Tag vor Anlass unter info@swiss-drum-academy.ch erwünscht.

Die SDA bietet folgende Ausbildungsgänge:
• 1-jähriger Vorbereitungskurs (Start August 2013)
• 2-jähriges, berufsbegleitendes Studium (Start August 2013)
• und weitere interessante Kurse (siehe www.swiss-drum-academy.ch)
 

Bernisches Kantonal-Musikfest 2014 in Aarwangen

Der Grossanlass findet unter dem Motto «wunderbAare Musik» an zwei verlängerten Wochenenden im Juni 2014 statt.

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Vom 13. bis 15. Juni und vom 20. bis 22. Juni 2014 findet in Aarwangen das 23. Bernische Kantonal-Musikfest statt. Die Bevölkerung, die Behörden und die Musikgesellschaft Aarwangen freuen sich, diesen grossen Anlass durchzuführen. Das Fest steht unter dem Patronat des Bernischen Kantonal-Musikverbandes mit Präsident Claude Muller, das OK präsidiert Marcel Cavin, das Musikkomitee leitet Bruno Schüpbach.

Das Fest steht unter dem Motto «wunderbAare Musik». Die Stimmung wird von den kurzen Distanzen zwischen Vortragslokalen, Parademusikstrecke und Festzelt im historischen Dorf profitieren.

Seit Januar läuft die Ausschreibung. Sämtliche Anmeldeformulare befinden sich auf der Website www.bkmf14.ch. Dort werden auch die provisorische Einteilung und laufende Informationen zu entnehmen sein. Zu beachten ist das Formular Terminübersicht. Für die Startblock Auslosung sowie über die Abgabe der Aufgabestücke werden die Teilnehmer schriftlich eingeladen.
 

Deutscher Musikinstrumentenpreis 2013

Ausgezeichnet werden ein Tenorhorn und eine Eb-Klarinette.

© Musikmesse Frankfurt / Tenorhorn,SMPV

Mit dem Deutschen Musikinstrumentenpreis unterstreicht der Stifter, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die Bedeutung der Handwerkskunst für die Musikinstrumentenindustrie und die deutsche Wirtschaft. Der Preis wird seit 22 Jahren während der internationalen Musikmesse, der weltweit grössten Messe für Musikinstrumente und Zubehör verliehen. Sie findet dieses Jahr vom 10. bis 13. April in Frankfurt statt.

Die beiden Kategorien, in denen Instrumente prämiert werden, wechseln jährlich. In diesem Jahr kommen die Gewinnerinstrumente aus den Bereichen der Holz- und Blechblasinstrumente. Die Preisträger 2013 sind in der Kategorie Tenorhorn die Gebr. Alexander Rhein, Musikinstrumentenfabrik GmbH, Mainz (Rheinland-Pfalz) für das «Tenorhorn Alexander 146 GL» und in der Kategorie Eb-Klarinette Fa. Schwenk & Seggelke, Bamberg (Bayern) für die «Eb-Klarinette Modell 2000».

Das Tenorhorn schliesst geschichtlich eine Lücke zwischen den tiefen Blechblasinstrumenten, wie etwa der Tuba und den tiefen Trompeten. Eingesetzt wird das Ventilhorn vorwiegend in der Militärmusik, Volksmusik und in der Blasmusik. Die Eb-Klarinette ist in der Familie der Klarinette diejenige mit der höchsten Stimmung. Rein optisch fällt dies schon durch die Kürze des Instruments auf. Eb-Klarinetten gelten wegen ihrer Besonderheiten in der Intonation als überaus schwierig zu spielen. Sie finden ihre Verwendung traditionell im Sinfonie-Orchester. Wie lebendig die Musikinstrumentenbranche ist, zeigt sich auch in den ausgezeichneten Herstellern.

Das Unternehmen Gebr. Alexander besteht schon mehr als 200 Jahre. Während dieser Zeitspanne wurden wegweisende Entwicklungen im Bereich der Blechblasinstrumente gemacht und man arbeitete mit bedeutenden Musikern und Komponisten zusammen, darunter z.B. Richard Wagner. Erst in jüngster Zeit gegründet ist der zweite Preisträger, die Meisterwerkstätte Schwenk & Seggelke. Die Firma besteht seit 1995 und bietet sowohl Instrumente als historische Nachbauten des 18. und 19. Jahrhunderts als auch moderne Klarinetten an, die nach Kundenwünschen gefertigt werden können.

www.musikmesse.com
 

Ungebrochene Erzählstärke

Nach zehnjähriger Plattenpause meldet sich eine der einflussreichsten Schweizer Frauenbands zurück: Les Reines Prochaines

Les Reines Prochaines. Ausschnitt aus dem CD-Cover

Ihr 25-jähriges Jubiläum haben Les Reines Prochaines 2012 mir nichts, dir nichts vorüberziehen lassen. Zumindest nach aussen hin. Beschäftigt waren die musischen Feministinnen aber schon. Mit den Vorbereitungen zu ihrem neuen Album Blut, dem ersten seit 2003, und mit den Abschlussarbeiten zum Dokumentarstreifen Les Reines Prochaines – der Film (Regie: Claudia Willke), bei dem es um das künstlerische Tun und Lassen des Kollektivs geht. Im Film, der dieser Tage vereinzelt in Schweizer Kinos zu sehen ist, sagt Muda Mathis, letzte verbliebene Mitbegründerin der Formation: «Kunst muss ein Wagnis sein, sonst wird das nichts.»

Eins der ursprünglichen Wagnisse der Band war ihr Dilettantismus. Instrumente spielen? Ja. Instrumente beherrschen? Bloss nicht. Was dazu führte, dass sich ihre früheren Platten simpel und doch verwegen arrangiert zeigten. Mit den Jahren und eigentlich wider Willen hat bei Les Reines Prochaines ein gewisses Mass an Professionalität Einzug gehalten. Auch, weil die früher häufig wechselnde Besetzung seit der Jahrtausendwende Bestand hat. Neue Lieder wie der mit Balkan-Sound auftrumpfende Sonntag Instrumental oder Von Fenchel und Wurst, eine überkandidelte Pop-Nummer im Stile der frühen Nina Hagen, sind wenn nicht virtuos, dann doch gekonnt gespielt. Trotzdem sind die gleich 21 Stücke auf Blut alles andere als gängige Kost.

Was nicht zuletzt daran liegt, dass es bei Les Reines Prochaines noch um anderes als um Musik geht, nämlich: um die Performance-Kunst. Ihre Inspirationsquellen seien das Alltägliche, das Mythologische und Physikalische, Pop und Volkstum oder die Kindheit, schreiben die Baslerinnen auf ihrer Website. Das äussert sich in schrägem Gesang, dadaistischen Momenten, Gedichten über geklaute Hecken (sic!) oder Geschichten über einen Virus. Les Reines Prochaines vermögen weiterhin zu überraschen. Weniger durch die nach wie vor minimalistische Musik, als durch ihre Erzählstärke. Die ist ungebrochen. Was macht, dass man den Texten des Quartetts besonders gebannt zuhört.

Les Reines Prochaines: Blut. Michèle Fuchs, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Sus Zwick. Vertrieb: www.unrecords.me

Die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur verleiht den Hans Reinhart-Ring 2013 an die Schauspielerin und Sängerin Yvette Théraulaz. Die höchste Auszeichnung für Theaterschaffende in der Schweiz wird seit 1957 von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur SGTK vergeben.

Yvette Théraulaz wird «für die kreative Originalität ihres leidenschaftlichen und einfühlsamen Schauspiels» geehrt. Während über 50 Jahren habe die Schauspielerin die Westschweizer Theaterszene geprägt – sowohl die institutionelle wie auch die unabhängige – und deren Einflussbereich durch Theaterstücke in Frankreich und Belgien bis auf die Bühnen dieser Länder ausgedehnt.

Parallel zu ihrer Theaterkarriere hat Yvette Théraulaz zahlreiche Liedaufführungen inszeniert, zu zweit für «À table» mit Pascal Auberson (1996), in einer Gruppe für «Perdants magnifiques» unter der Regie von Anne-Marie Delbart (2000) und über zehnmal alleine, wie zum Beispiel für die Aufführung «Histoires d’Elles», die ganz im Zeichen der Erinnerungen an ihre Mutter und ihre eigene Emanzipation durch den Feminismus steht (2007).

Die offizielle Preisverleihung des Hans-Reinhart-Rings 2013 findet im Herbst statt. Zeitpunkt und Ort der feierlichen Übergabe werden später festgelegt.

Die Dienststelle für Kultur des Kantons Wallis schreibt Stipendien und Unterstützungsbeiträge aus. Sie richten sich an alle Musiker, die eine professionelle Laufbahn anstreben, sei es im Bereich klassische oder aktuelle Musik oder Chanson.

Gesprochen werden drei dreijährige Unterstützungsbeiträge für Musiker und Gruppen in der Höhe von 15’000 Franken pro Jahr Jahr für Musiker und 30’000 Franken pro Jahr für Gruppen sowie zwei Unterstützungsbeiträge für Kompositionen in der Höhe von 10’000 Franken.

Drei bis fünf Beiträge gibt’s zum Aufbau von Ateliers für aktuelle Musik in der Höhe von bis zu 25‘000 Franken pro Projekt und drei Beiträge für Zusammenarbeiten zwischen Berufs- und Amateur-Musikern in der Höhe von bis zu 20’000 Franken pro Projekt.

Schliesslich werden drei Tutoratsprojekte für aufstrebende Künstler in der Höhe von 2000 bis 5000 Franken gefördert. Bewerbungen müssen bis zum 15. April 2013 eingereicht werden. Mehr Infos: www.vs.ch
 

Zur Kunst, in Bachs Kantaten einzuführen

Ein umfangreicher Sammelband schliesst die Basler Aufführungsreihe ab.

Schiff der Predigerkirche Basel. Foto: Martin Sg. / Wikimedia commons

Ging das Konzertleben lange an Bach-Kantaten vorbei, so konnte die SMZ in den letzten Jahren gleich über drei Aufführungsreihen berichten: in der Kirche von Trogen unter Leitung von Rudolf Lutz (9/2009, S. 14 f.), in der Basler Predigerkirche, Initiant war Jörg-Andreas Bötticher (9/2011, S. 24), und in der Luzerner Franziskanerkirche unter Franz Schaffner mit modernen Instrumenten (3/2011, S. 11).

Zum Abschluss in Basel ist ein stattlicher Band mit sämtlichen Werkeinführungen erschienen. Der als Organist an der Predigerkirche wirkende Initiant konnte Konzerte in konsequent solistischer Besetzung durchführen, wie sie Joshua Rifkin propagiert. Die sehr lesenswerten Texte verbinden historische Sachkenntnis mit der emotionalen Spielpraxis und ermöglichen deshalb einen direkteren Zugang zur Musik als die sicher verdienstvollen Bücher (u. a. von Alfred Dürr, Konrad Küster und Martin Petzoldt). So kommen die Einführungen den lebendigen, durchdachten, auf DVD zu verfolgenden von Rudolf Lutz und Pfarrer Karl Graf schon recht nahe. Zwei Beispiele aus Basel zur Illustration: Die Weimarer Weihnachts-Kantate 63 ist besonders reich besetzt, u. a. mit vier Trompeten. Dagmar Hoffmann-Axthelm schildert den Aufführungsort, die Schlosskirche von Weimar, genannt «Die Himmelsburg» (mit Abbildung). Der Standort der Musizierenden um die Orgel herum auf der dritten Empore war sehr beschränkt, so dass Bach-Forscher schon die Vermutung geäussert haben, die Aufführung sei wahrscheinlich an einen anderen Ort verlegt worden. Bei solistischer Besetzung hingegen genügte der vorhandene Platz. – Für die Advents-Kantate 61 beschreibt Bötticher ausser den kunstvollen musikalischen Gestaltungen auch Bachs Eingehen auf den Text: Während der minimal besetzten Da-capo-Aria Öffne dich zum Beispiel ändert sich im Mittelteil der Charakter komplett, selbst die Taktart, um die selige Stimmung des Herzens zu schildern.

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Wie schön leuchtet der Morgenstern. Johann Sebastian Bachs geistliche Kantaten. Werkeinführungen und Dokumente der Basler Gesamtaufführung, hg. von Albert Jan Becking, Jörg-Andreas Bötticher, Anselm Hartinger, 690 S. geb. mit 86 Abb. inkl. Fotodokumentation, Fr. 48.00, Schwabe Verlag, Basel 2012, ISBN 978-3-7965-2860-6

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