Ein neuer Konzertsaal für Altdorf

Seit die Winter wärmer und die Skipisten kürzer werden, haben die Bergregionen den touristischen Sommer entdeckt und mit ihm die Kultur. Andreas Haefliger will das alte Zeughaus im Urner Kantonshauptort dafür umbauen.

Shigeru Ban (links) und Andreas Haefliger vor dem alten Zeughaus in Altdorf. Foto: Marc Püntener

Der Alpenbogen ist reich an Konzertorten, von Zermatt, Sion, Ernen, Verbier und Gstaad über Meiringen, Sarnen und Andermatt bis Klosters und Davos, um nur einige zu nennen. Und mit Blick auf See und Berge der Klassik-Olymp Luzern. Demnächst soll auch Altdorf dazugehören.

Der Hauptort des Kantons Uri mit 10 500 Einwohnerinnen und Einwohnern, den die meisten nur vom Vorbeifahren in den Süden kennen, wird vielleicht mit Wilhelm Tell assoziiert, aber nicht unbedingt mit Klassik. Das soll sich bald ändern, sagt Andreas Haefliger. Der international erfolgreiche Pianist ist vor einigen Jahren aus den USA in die Schweiz zurückgekehrt und lebt jetzt mit seiner Frau, der amerikanischen Flötistin Marina Piccinini, hoch über Altdorf auf siebzehnhundert Metern mit einer prächtigen Rundsicht auf die Urner Alpen. In Altdorf hat sich der charismatische Künstler verliebt, hier will er einen Konzertsaal für Kammermusik bauen und ist überzeugt: Der Saal wird nicht nur eine kulturelle Bereicherung für Altdorf darstellen, sondern mit den international bekannten Künstlerinnen und Künstlern, die hier auftreten werden, auch für eine über die Schweiz hinausgehende Aufmerksamkeit sorgen. Ein wirtschaftlicher Nutzen durch den Kulturtourismus wäre garantiert.

Ein Geschenk mit Konzept

Haefligers Konzertsaalidee ist schon auf dem Weg zur Realisierung. Die Pläne, die er der Gemeinde auf den Tisch legt, sind hinsichtlich Architektur, Verwaltungsstruktur und Finanzen völlig ausgearbeitet. Sie bilden gewissermassen ein mit Goldschleife versehenes Geschenkpaket, das ein grosszügiger Künstler der Gemeinschaft überreichen möchte. Die Finanzierung soll ausschliesslich durch Private erfolgen – ein Glücksfall für Altdorf. Und ein Fingerzeig Richtung Europa, wo der subventionierte Kulturbetrieb wegen Ebbe in den öffentlichen Kassen gefährlich ins Wanken gerät.

Sein Vorhaben hat Haefliger mit strategischer Weitsicht geplant. Die Konzerttätigkeit will er in den nächsten Jahren reduzieren, um sich als Lobbyist in eigener Sache voll seinem Herzensprojekt widmen zu können. Als Betriebsgesellschaft für den Saalbau existiert bereits eine Stiftung mit Persönlichkeiten aus Altdorf, eine im Kern aus dem Ehepaar Haefliger und dem Kulturmanager Pius Knüsel bestehende Projektgruppe wird den Bau überwachen. Vor Ort hat er sich in kurzer Zeit einen Bekanntenkreis geschaffen, der vom Bäcker bis zum Regierungsrat reicht, und als Musiker sind er und seine Frau hier auch schon bestens eingeführt. Ihr Zauberklang-Festival, sagt er, ziehe lokales Publikum und Besucher aus der ganzen Schweiz an. Den hinter der Schöllenenschlucht gelegenen Konzertsaal in Andermatt betrachtet er nicht als Konkurrenz, ebenso wenig den neuen Saal im nahen Vitznau. Die Veranstaltungsmodelle seien total verschieden.

Holzkonstruktion von Shigeru Ban

Die Umbaupläne situieren den Saal im denkmalgeschützten Zeughaus aus dem frühen 19. Jahrhundert im Zentrum Altdorfs. Dessen Fassade wird nicht angetastet, aber das Innere umgestaltet, um einer Holzkonstruktion Platz zu machen, die auf vier Pfeilern ruht und Platz für 250 Personen bietet. Der innovative Entwurf stammt vom japanischen Architekten Shigeru Ban, einer internationalen Koryphäe und bekannt für seine Holzbauten. In der Schweiz hat er unter anderem schon den Hauptsitz der Swatch-Gruppe in Biel und das Medienhaus der Tamedia in Zürich architektonisch gestaltet.

So ist der neue Konzertsaal im alten Zeughaus Altdorf geplant. Visualisierung: Shigeru Ban Architects

Der Zeitplan ist eng und genau getaktet, das Fundraising läuft bereits auf vollen Touren. 2027 soll die Baubewilligung vorliegen, ab 2028 gebaut und 2030 das Haus eröffnet werden. Die Kosten von rund 45 Millionen Franken sollen durch Zuwendungen von Mäzenen und Stiftungen gedeckt werden. Eine gewagte Wette, doch Haefliger ist sich sicher, dass das klappt, und verweist dabei auf seine weitreichenden persönlichen Kontakte. Die nicht unerheblichen Kosten für den laufenden Betrieb sind bereits durch eine feste Zusage abgesichert. Die Gemeinde und der Kanton, dem das Zeughaus aktuell gehört, wären also auch von den Folgekosten befreit.

Ein Ort für alle

Gegenwärtig wird das Zeughaus von der kantonalen Verwaltung für Büros und vom Verein Haus der Volksmusik genutzt, der hier ebenfalls einige Büros und ein Archiv hat und im Parterre Veranstaltungen durchführt. Sollte dafür kein adäquater Ersatz gefunden werden, könnte dem Projekt von dieser Seite noch eine Opposition erwachsen. Volksmusik gegen Klassik, das wäre eine fatale Konstellation. Haefliger sucht deshalb den Austausch mit den Einheimischen und betont: Der Saal soll auf keinen Fall ein Fremdkörper im Dorfkern sein, wo nur Hochkultur für eine herbeigereiste Kundschaft zelebriert wird. Er soll in das lokale Kulturleben integriert werden und auch Veranstaltern aus anderen Musikrichtungen offenstehen. Das Foyer im Parterre ist als lokaler Treffpunkt geplant, wo man sich auch tagsüber zu einem Kaffee oder einem Bier treffen kann.

Die Idee, mit Musik einen kulturellen Entwicklungsprozess in der Region anzustossen, trifft sich mit den heute praktizierten Modellen eines nachhaltigen Tourismus. Zugleich erzeugt das Projekt einen beträchtlichen künstlerischen Mehrwert. Wenn alles gut geht, werden in Altdorf ab 2030 Konzerte von ausgesuchter Qualität zu hören sein, dank der ausgezeichneten Akustik werden hier Tonaufnahmen entstehen, es werden Educationprogramme für die Altdorfer Schüler stattfinden und Marina Piccinini, die an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore Flöte unterrichtet, wird hier internationale Meisterkurse organisieren. Sie hat auch dafür gesorgt, dass ihre Universität schon 2027 in einem zertifizierten Austauschprogramm Studenten nach Altdorf schickt. Und was schliesslich nicht hoch genug zu veranschlagen ist: Angesichts der trüben wirtschaftlich-politischen Zukunftsaussichten ist dieses Projekt ein starkes, mutiges Signal für den Erhalt unserer Musikkultur.Visualisierung: Shigeru Ban Architects

Visualisierung: Shigeru Ban Architects

Das Gorgier Music Festival feiert Premiere

Vom 28. Mai bis 1. Juni 2026 findet im Château de Gorgier erstmals ein Kammermusikfestival statt. Das privat bewohnte Schloss öffnet für fünf Konzertabende seine Türen.

Château de Gorgier. Foto: zVg

Das Château de Gorgier im Kanton Neuenburg, ein Kulturgut von nationaler Bedeutung, ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich. Mit dem neu gegründeten Gorgier Music Festival erhält das Publikum erstmals Gelegenheit, das mittelalterliche Gebäude zu besuchen. Initiator des Festivals ist der Violinist Hans Liviabella.

Konzert im grossen Saal des Schlosses Gorgier. Foto: zVg

Die fünf Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr. Den Auftakt macht am 28. Mai ein Programm unter dem Titel «Dédié aux femmes» mit Werken englischer Komponistinnen der post-viktorianischen Ära für Violine, Klavier, Violoncello und Stimme. Am 29. Mai ist Barockmusik von Antonio Vivaldi in der Schlosskapelle im ersten Obergeschoss zu hören. Am 30. Mai verbindet der Abend «C’est juste le temps qui passe» Musik mit bildender Kunst. Zwei weitere Konzerte folgen am 31. Mai und 1. Juni.

Die meisten Konzerte finden im Grossen Saal des Schlosses statt, der sich nach Angaben des Veranstalters besonders für Kammermusik eignet. Im Anschluss an jeden Konzertabend wird den Gästen ein Apéro-Dîner serviert.

www.gorgiermusicfestival.ch

Kammermusik in der Schlosskapelle. Foto: zVg

Ein Resonanzraum für Zürichs Klassiktalente

Die Förderlandschaft für die musizierende Jugend ist im Kanton Zürich um eine Plattform reicher: «Zurich Youth Classical» ZYC will mehr sein als ein Wettbewerb. Die künstlerische Persönlichkeit soll im Mittelpunkt stehen.

Finalteilnehmende hören einem Vortrag zu. Foto: Ueli Steingruber/Zurich Youth Classical

Technische Perfektion beim Musizieren war in der Qualifikationsrunde des ersten ZYC im Brunnenhof und im Florhof nicht das wichtigste Kriterium. Die technische Fertigkeit auf dem Instrument wurde quasi vorausgesetzt für eine erfolgreiche Teilnahme. Die Jury beurteilte schwerpunktmässig die künstlerische Haltung und persönliche Gestaltungskraft der vorspielenden Kinder und Jugendlichen – dies immer unter Berücksichtigung des Alters und Entwicklungsstandes. Das Ziel der Vorspiele soll gemäss Konzept keine weitere Bestenauslese, sondern eine ganzheitliche Förderung sein.

Für Andrea Raschèr, Präsident der «Förderstiftung Musik Zürich», ist Zurich Youth Classical eine Herzensangelegenheit, die ihn seit Längerem begleitet. Er zeichnet für die strategische, finanzielle und strukturelle Führung des Projekts verantwortlich. Seit Anfang letzten Jahres hat er zusammen mit dem Pianisten und künstlerischen Supervisor Oliver Schnyder und Valérie Probst, der Leiterin des Künstlerischen Büros, daran gearbeitet.

In seiner Rede am Schlusskonzert, die aus gesundheitlichen Gründen von Valérie Probst verlesen wurde, ist die Grundidee formuliert: «ZYC ist kein klassischer Wettbewerb im Sinne eines Leistungsvergleichs. Es ist ein Resonanzraum. Ein Ort, an dem nicht Ranglisten im Vordergrund stehen, sondern eure künstlerische Identität. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer hat ein Programm gewählt, das zu ihr, zu ihm passt — zum eigenen Entwicklungsstand, zur eigenen Persönlichkeit.» Nach Raschèrs Überzeugung verdient musikalische Begabung mehr als Anerkennung, «sie verdient Raum – zum Wachsen, zum Zeigen, zum Verbinden.» Das neue Format soll den Begabten ermöglichen, «das echte Empfinden, Persönlichkeit, Ausdruckswillen und die musikalische Stimme» zu zeigen.

Feedback statt Konkurrenz

ZYC richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie an Vorprofessionelle zwischen 7 und 24 Jahren. Sämtliche Instrumente und Gesang aus allen Stilepochen sind zugelassen. Kammermusik bis zu Quintett und Vokalensembles sind willkommen. Weitere Kategorien sind Komposition und Freier Gestaltungsraum für Experimentelles. Es werden nur Darbietungen berücksichtigt, die von der Jury im weiteren Sinne der klassischen Musik zugeordnet werden können. Begriffe wie «Wettbewerb» oder «Competition», welche Rivalität und Leistungsvergleich implizieren, werden von den Verantwortlichen vermieden. Stattdessen finden sich Formulierungen wie «wiederkehrendes Förderformat» und «feste Plattform für die Nachwuchsförderung im Kanton Zürich».

Ganz ohne Selektion geht es allerdings nicht. Für die Vorspiele wird der etwas weichere Begriff «Contest» verwendet. Die Anmeldezahlen waren so hoch, dass aufgrund des eingesandten Videomaterials eine Vorauswahl vorgenommen werden musste. 47 Interpretinnen, Interpreten oder Gruppen wurden zur Qualifikationsrunde vom 6. bis 8. März im Brunnenhof eingeladen. Hier gab es eine traditionelle Rangliste mit 3., 2. und 1. Preisen sowie 1. Preisen mit Auszeichnung. 23 Beiträge erreichten das Finale vom 17. bis 19. April.

Jurypräsident Oliver Schnyder hatte ein hochkarätiges und breit abgestütztes Gremium einberufen, um entlang festgelegter Kriterien Individualität, Musikalität, Ausdrucksvermögen, Bühnenpräsenz und kommunikative Qualität zu bewerten. Dabei sollte nie der Konkurrenzgedanke aufkommen, sondern die Entfaltung des Potenzials im Auge behalten werden. Die Verantwortlichen legen Wert auf eine entspannte und achtsame Durchführung des «Contest». Valérie Probst sagt: «Mit dieser ersten Ausgabe von Zurich Youth Classical haben wir unsere Ziele erreicht und sogar übertroffen. Es war uns wichtig, in jeder Hinsicht höchste Professionalität und Qualität zu gewährleisten und gleichzeitig den jungen Künstlerinnen und Künstlern ein einladendes und anregendes Umfeld zu bieten. Wir haben diesbezüglich sehr positive Rückmeldungen erhalten.» Eine zentrale Bedeutung kommt den Feedbackgesprächen zu. Dazu Jurymitglied Daniel Fueter: «Die Jury gibt sich wirklich Mühe, ausführliche Feedbacks zu geben. Das sind sehr entspannte Gespräche und die Jugendlichen nehmen gerne an, was wir zu sagen haben.»

Das Potenzial für eine mögliche professionelle Laufbahn soll im Anschluss an den Contest in den Abteilungen «The Cadenza» and «The Crescendo» zur Entfaltung gebracht werden. Bis zu drei Teilnehmende, in der Regel jene mit Auszeichnung, werden von ausgewiesenen Fachleuten nachbetreut, beraten und auf dem Weg in den Beruf begleitet.

Unbeschwert zu staunenswerten Leistungen

Die beabsichtigte lockere Stimmung übertrug sich im Schlusskonzert auf die Zuhörerschaft. Man lauschte entspannt einem bunten Programm auf hohem Niveau. In keinem Moment dachte man an eine Stresssituation. Die 17-jährige Cellistin Frida Lindner – sie besucht das Kunst- und Sport-Gymnasium Rämibühl und bereitet sich auf ein Berufsstudium vor – bestätigte diesen Eindruck nach ihrem bemerkenswerten Konzertbeitrag mit Elgar, Haydn und Kurtág: «Man merkt den Unterschied deutlich, schon bei der Jury. Sie ist sehr durchmischt zusammengestellt, von der Musikrichtung, aber auch vom Alter her. Dadurch wird auch anders bewertet. Bei anderen Wettbewerben sassen da fast alles Cellisten, die stark auf das Technische achteten.» Der 10-jährige Harfenist Jaron David Kiener, der den Small Bolero von Anna Sikorzak-Olek packend darbot, drückte es kurz und bündig aus: «Es ist hier angenehm zu spielen. Sie sind weniger streng als anderswo.»

«Ich bin überwältigt, was die können in dem Alter, das ist einfach krass, eine besser als der andere!», entfuhr es Pepe Lienhard in einer Pause des Finals. Lienhard wurde als «Quereinsteiger», wie er es nennt, in die Jury berufen, um die Performance-Qualität der Teilnehmenden zu beurteilen. «Ich bin natürlich kein Spezialist für klassische Musik. Am ehesten kann ich die Leistung des 11-jährigen Oboisten Marc Boller beurteilen. In seinem Alter bekam ich mein erstes Saxofon und er spielt bereits solch schwierige Stücke, unglaublich … Ich habe als Junger auch an Wettbewerben teilgenommen und war oft in Jurys. Da liegen vom Niveau her Milchstrassen zwischen damals und heute.»

Zeitgemässer, aber auch anspruchsvoller

Oliver Schnyder war im Voraus nicht sicher, ob «der Grundgedanke von Zurich Youth Classical in den Köpfen ankommen würde», dass es nämlich «nicht um einen Quervergleich geht, sondern dass man die jungen Menschen an den Aufgaben misst, die sie sich selber stellen. Wir waren freudigst überrascht, wie gut das geklappt hat und dass die Message auf Anhieb angekommen ist.»

In mancher Hinsicht ist das Format von ZYC für alle Beteiligten anspruchsvoller als die herkömmlichen, auf Konkurrenz abzielenden Wettbewerbe. Wenn man künstlerische Persönlichkeiten sehen will, die auf dem Podium etwas zu sagen haben, muss die instrumentaltechnische Basis bereits gelegt sein. Wie man am ZYC-Finale feststellen konnte, ist das heute immer häufiger und in jüngerem Alter der Fall. Vor diesem Hintergrund ist die Zeit reif für eine neu gedachte, zeitgemässe Form der Exzellenzförderung. ZYC könnte somit tatsächlich Impulsgeber werden.

Die Jury am ZYC-Finale 2026. Foto: Ueli Steingruber/Zurich Youth Classical

 

Zur Geschichte der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik

Am 1. Juli 2025 übernahm die Schweizer Musikedition das Mandat der ISCM Switzerland. Damit endete auch die dreissigjährige Geschichte der Schweizerischen Gesellschaft für neue Musik. Javier Hagen, der letzte SGNM-Präsident, blickt zurück auf institutionelle Verflechtungen im Bereich der neuen Musik.

«Familienfoto» der ISCM-Delegierten anlässlich der ISCM-Generalversammlung an den ISCM World Music Days 2019 in Tallinn, Estland, 2.v.l. in der vordersten Reihe: Javier Hagen, 1.v.r. in der vordersten Reihe: Max E. Keller. Foto: zVg/ISCM Switzerland

Die Geschichte der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik (SGNM) ist von ihrer Gründung im Jahre 1996 bis zu ihrer Auflösung 2025 mit der ISCM Switzerland verbunden, der schweizerischen Vertretung der International Society for Contemporary Music (ISCM). Im deutschsprachigen Kontext ist die ISCM allgemein als Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) bekannt.

Eine über hundertjährige Geschichte

Die ISCM Switzerland besteht seit Oktober 1922, dem Jahr der Gründung der ISCM, und ist eine der ältesten ISCM-Landessektionen. Bei der Gründung und in den Anfangsjahren der ISCM waren mehrere einflussreiche Schweizer Musikerpersönlichkeiten beteiligt. Der deutsche Dirigent und Komponist Hermann Scherchen, seinerzeit in Winterthur beim Musikkollegium tätig und mit den ISCM-Gründern eng verbunden, holte seinen Arbeitgeber, den Winterthurer Mäzen Werner Reinhart ins ISCM-Gründungskomitee. Reinhart war dann sowohl für substanzielle finanzielle Zuschüsse für die ersten ISCM-Weltmusiktage, den jährlich in einem anderen Land stattfindenden Festivals der ISCM, als auch für die Gründung der ISCM Switzerland als Teil des Schweizerischen Tonkünstlervereins STV verantwortlich. Im ersten ISCM Switzerland-Vorstand nahmen Volkmar Andreae (Vorsitz), Hermann Suter, Emile Lauber, Ernest Ansermet, Werner Reinhart, Reinhold Laquai und Jean Dupérier Einsitz. In den 1920ern organisierte die ISCM Switzerland auch gleich zweimal die ISCM-Weltmusiktage: 1926 in Zürich unter Volkmar Andreae und Hermann Scherchen, und 1929 in Genf unter Ernest Ansermet.

Junghae Lee zusammen mit den SGNM-Vorstandsmitgliedern Egidius Streiff, Max E. Keller und Javier Hagen an den ISCM World Music Days in Tallinn, Estland, 2019. Foto: zVg/ISCM Switzerland

Teil des Schweizerischen Tonkünstlervereins

Die ISCM Switzerland war von 1922 bis 1995 ein integrierter Teil des Schweizerischen Tonkünstlervereins (STV), des damals wichtigsten und gewichtigsten Verbandes für zeitgenössische Musik der Schweiz. Der STV funktionierte damals analog zu den Composer’s Unions der weiteren ISCM-Mitgliederländer.

Bis in die 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts nahmen die STV-Präsidenten auch die ISCM Switzerland-Präsidentschaft in Personalunion wahr. Ab den 1970ern artikulierte sich allmählich der Wunsch nach getrennten STV- und ISCM Switzerland-Präsidien, rechtlich blieb aber alles unter einem Dach, demjenigen des STV.

Angesichts der sich ankündenden ISCM-Weltmusiktagen 2004 in der Schweiz wurde 1996 die ISCM Switzerland vom STV ausgekoppelt und eine eigene Körperschaft eingegliedert: der hierfür 1996 unter der Leitung von Jean-Luc Darbellay gegründeten Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik SGNM / Société Suisse pour la Musique Contemporaine SSMC. Dieser Schritt sollte eine grössere operative Flexibilität garantieren, was bis zu den ISCM-Weltmusiktagen in der Schweiz 2004 auch gegeben war.

Schwierige Lage nach den Weltmusiktagen 2004

Die Kehrseiten der SGNM-Gründung 1996 waren, dass die tragende und repräsentative Mitgliederstruktur des STV verloren ging. Der neue Verein hatte statt über 1000 nur noch etwa zwei Dutzend Mitglieder: die meisten Schweizer IGNM-Ortsgruppen, einige weitere Neue-Musik-Veranstalter und eine Handvoll Ensembles. Und sobald die ISCM-Weltmusiktage 2004 in der Schweiz vorbei waren, verlor die SGNM auch die Finanzierung durch den Bund und ihr Projektsekretariat.

Dies war nach wie vor der Fall, als Javier Hagen 2014 die SGNM-Präsidentschaft antrat. Und blieb es auch bis 2025. Mit seiner Übernahme des SGNM-Präsidiums war die erklärte Absicht verbunden, dieses Dilemma zu lösen und die ISCM Switzerland nicht wie bisher weiterzuführen, sondern wieder in eine kohärente nationale Struktur zu integrieren. Das hiess damals: wieder zurück in den STV.

Helena Winkelman bei den ISCM World Music Days in Ljubljana, Slowenien, 2015. Foto: zVg/ISCM Switzerland

Seit den frühen 2000er-Jahren aber war der STV auf Druck des Bundesamtes für Kultur mit einer grundlegenden Transformation beschäftigt, die bekanntlich 2017 zu seiner Auflösung und Fusion mit anderen Verbänden zu Sonart geführt hat. Daher war von 2014 bis 2023, bis zur definitiven Konsolidierung von Sonart nach der Pandemie, an eine Rückführung in den STV resp. in die Folgestruktur nicht wirklich zu denken: Die möglichen Partner waren in der Auflösung bzw. in der Genese begriffen.

Auflösung der SGNM und Übernahme des ISCM Switzerland-Mandats

Anlässlich der ISCM-Generalversammlung 2019 in Tallinn wurde Javier Hagen aufgrund seines langjährigen ISCM-Engagements für die Wahl in den ISCM-ExCom aufgestellt. Die strukturelle Schwäche der SGNM, die er auch immer wieder gegenüber der ISCM betonte, bewog ihn, die Wahl in den ISCM-ExCom zu Gunsten der rumänischen Kollegin abzulehnen; die anstehenden Aufgaben zuhause in der Schweiz drückten zu sehr.

Ab 2023 konnten Gespräche betreffend die Rückführung der ISCM Switzerland in eine nationale Struktur wieder aufgenommen werden. Ausgehend davon, dass die ISCM in erster Linie einen Mehrwert für Komponierende, allenfalls auch für Ensembles bietet, sollte diese Struktur folgende Kriterien erfüllen: maximale Kongruenz mit der Realität der ISCM, nationale Reichweite, stabile, sprich fest angestellte und professionalisierte Administration. Das war einmal der STV. Der neue Verband Sonart erfüllt diese Anforderungen zwar strukturell, inhaltlich aber nur bedingt.

Alternativ wurde das Gespräch auch mit der Schweizer Musikedition SME/EMS gesucht. Sie gehört zusammen mit der Datenbank Musinfo ebenfalls zu ausgekoppelten Projekten des ehemaligen STV. Die SME vereinigt den grössten Teil der Schweizer Komponierenden als Mitglieder. Eine bescheiden besetzte Geschäftsstelle sowie ein initiativer und junger Vorstand, der 2025 der Übernahme des ISCM Switzerland-Mandats zustimmte, führen die Geschäfte. Mit dem Rücktritt des SGNM-Vorstandes und der Auflösung der SGNM nach 30 Jahren wurde das 1996 von der SGNM vom STV übernommene ISCM-Switzerland-Mandat per 1. Juli 2025 auf die SME übertragen.

Rückblick auf vielfältige SGNM-Aktivitäten bis 2025

Der letzte aktive SGNM-Vorstand – Max E. Keller, Egidius Streiff, David Rossel und Javier Hagen – hat ab 2014 die ISCM Switzerland wieder in die Öffentlichkeit und ins Internet gebracht. Er hat die historischen Dokumente in der Schweiz aufgearbeitet, eine Minimalstruktur und -aktivität garantiert und die internationale Vernetzungsarbeit mit der ISCM mit minimalen Mitteln und grossem Engagement aufrechterhalten.

Die Jury des ISCM Young Composer Awards 2014 in Wroclaw: Tomoko Fukui (Japan), Eva Lopzyc (Argentinien), Javier Hagen (Schweiz). Foto: zVg/ISCM Switzerland

Schweizweit war die SGNM unter anderem dafür besorgt, die Neue Musik dank einer Vorstandserweiterung im Schweizer Musikrat SMR wieder vertreten zu haben (2017), und sie war mit dem STV bei den Vorbereitungsdiskussionen zur Sonart-Fusion involviert (2016/17). Die SGNM hielt ab 2016 Einsitz im Vorstand der Schweizer Musikedition SME/EMS und sicherte deren Liquidität bei der Zusammenführung von SME und Musinfo (2016). Ferner brachte sie sich erfolgreich vermittelnd für verschiedene IGNM-Ortsgruppen bei drohenden substanziellen Finanzkürzungen in verschiedenen Kantonen ein (2015/2016).

Die SGNM stellte auch den Kontakt zwischen dem Schweizer Musikwissenschaftler Anton Haefeli, dem Verfasser des Referenzbuches zur ISCM-Geschichte 1922-80, und der ISCM wieder her. 2020 wurde Anton Haefeli auf Vorschlag der SGNM zum Ehrenmitglied der ISCM ernannt.

 

Denis Schuler bei den ISCM World Music Days in Wroclaw, Polen, 2014. Foto: zVg/ISCM Switzerland

 

Dank Anton Haefeli stiess die SGNM 2014 in der Stadtbibliothek Winterthur auf die Gründungskorrespondenz der ISCM – ein Fund von besonderer Bedeutung, da solche Dokumente in vielen Ländern durch Kriege und politische Wirren verloren gegangen sind. Im Hinblick auf Publikationen zum ISCM-Jubiläum 2022 kam diese Entdeckung mehr als gelegen. In den Anfangsjahren der ISCM lief nämlich nahezu die gesamte Korrespondenz über den Schreibtisch von Werner Reinhart. Die Durchschläge dieser Schriftstücke sind in der Reinhart-Mappe der Stadtbibliothek Winterthur sorgfältig und übersichtlich archiviert.

Innerhalb der ISCM konnte die SGNM die Erweiterung der offiziellen, historischen ISCM-Kommunikationssprachen Deutsch, Französisch und Englisch durchsetzen. Neu kamen Spanisch, Chinesisch, Arabisch und Russisch als «Welcoming Languages» hinzu. Dies bedeutete ein wegweisender Schritt für eine erleichterte Kommunikation innerhalb der Gesellschaft (2018). Zudem hat die SGNM neue Mitgliedschaften und Wiedereintritte wie Brasilien (2017), China-Shanghai (2017) und Spanien (2021) mit initiiert.

David Philipp Heftis «à la recherche»  an den ISCM World Music Days in Peking, China, 2018. Foto: zVg/ISCM Switzerland

2019 lancierte die SGNM im Rahmen der ISCM Collaborative Series erstmals einen Call für die Promotion von Schweizer Ensembles für Neue Musik im Ausland (Leitung: Max E. Keller). Das HyperDuo gewann diesen und spielte im Herbst 2020 erfolgreich in den IGNM-Konzertreihen in Münster, Detmold und Berlin in Deutschland.

Massnahmen während der Corona-Zeit

Die SGNM lobbyierte 2020 bei der Schweizer Bundesversammlung erfolgreich für die Annahme des zugunsten des Schweizer Kulturlebens angepassten COVID-19-Gesetzes mit. Zudem initiierte sie über die ISCM-Arbeitsgruppen Quotenerhöhungen bei nationalen Rundfunkanstalten im Ausland – analog zum SRF, das während der Coronapandemie die Quote von Schweizer Musik im Programm auf 50 Prozent zugunsten höherer Tantiemen für einheimische Musikerinnen und Musiker erhöhte.

Auch die ISCM Virtual Collaborative Series (VCS), die 2020 anlässlich der Coronapandemie ins Leben gerufen wurden, um die Promotion zeitgenössischer Musik angesichts des stillgelegten Konzertbetriebs auf Social Media aufrechtzuerhalten, gehen auf die Initiative der SGNM zurück. Insgesamt sind bis zum November 2023 über die ISCM VCS die Werke von über 250 Komponierenden aus aller Welt vorgestellt worden, darunter auch die folgenden 15 Stücke von Schweizerinnen und Schweizern:

Zum doppelten Jubiläum 2022

Zum 100. Geburtstag der ISCM 2022 lanciert die SGNM (welche im Prinzip als ISCM Switzerland 2022 ebenfalls ihr 100-jähriges Bestehen feierte) zusammen mit den ISCM-Sektionen in Lettland und dem Baskenland einen Internationalen Kompositionswettbewerb für neue Chormusik in drei Kategorien: gleiche Stimmen (organisiert von der SGNM), Kinderchöre (organisiert von der Lettischen Sektion) und gemischte Chöre Amateure (organisiert von der Baskischen Sektion). Den Schweizer Wettbewerbsteil organisierte David Rossel: 108 Kompositionen von 78 Komponierenden aus aller Welt wurden in dieser Kategorie (gleiche Stimmen) eingereicht. In die Ränge kamen Werke von Luc Goedert (1. Preis ex aequo), Cyrill Schürch (1. Preis ex aequo) und Thomas Kientz (3. Preis). 17 weitere Werke erhielten eine Special Mention. Die Siegerstücke wurden im Casino Basel unter der Leitung des US-amerikanischen Komponisten und Dirigenten Eric Whitacre uraufgeführt.

Ebenfalls zu diesem Jubiläum erwirkte die SGNM 2018 die Mitarbeit der Paul-Sacher-Stiftung Basel (Mentorat) für die musikwissenschaftliche Aufarbeitung der ISCM-Geschichte durch die internationalen ISCM-Sektionen. Dies hatte eine wertvolle katalytische Wirkung, da die Zusammenarbeit mit der Sacher-Stiftung mehrere Universitäten zur Mitarbeit stimulierte.

Auch die ISCM World Music Days feierten 2022 ihren Hundertsten. Zu diesem Jubiläum erstellte die SGNM eine vollständige Online-Festivaldokumentation. In den ISCM-Archiven fehlten dazu die Programme von 1970 bis 2005. 2018 fand die SGNM alle Dokumente beim ehemaligen ISCM-Switzerland-Präsidenten Fritz Muggler in Zürich. Sie wurden für das Archiv vollständig digital erfasst.

Dragos Tara spielt sein eigenes Werk «Pixel» an den ISCM World Music Days in Vancouver, Kanada, 2017. Foto: zVg/ISCM Switzerland

In den ISCM-Arbeitsgruppen Archive, Sustainability und Communication arbeitete Javier Hagen 2014-2023 massgeblich mit. Eines der herausragenden Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen waren die ISCM World Music Days zum 100. Geburtstag der ISCM. Diese fanden 2023 zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf dem afrikanischen Kontinent statt. Und zwar in Südafrika unter der künstlerischen Leitung von Lukas Ligeti, dem Sohn des Komponisten György Ligeti, der, wie viele seiner Zeitgenossen, einen grossen Teil seiner Karriere der ISCM verdankt.

Weitere Notizen zu den ISCM-Weltmusiktagen

Jahr für Jahr stellte die SGNM mithilfe einer Jury einen Vorschlag mit mindestens sechs Schweizer Werken für die World Music Days zusammen. Sie sicherte die Finanzierung der Reise der gekürten Schweizer Komponistinnen und Komponisten. Mit Helena Winkelman 2015, Iris Szeghy 2016, Junghae Lee 2019, Karin Wetzel 2021 und Esther Flückiger 2020/2022 und 2023 vertraten  nach 93 Jahren erstmals in ihrer Geschichte  auch Komponistinnen die Schweiz an ISCM Weltmusiktagen. Damit etablierte sie deren Präsenz innert Jahresfrist von 0 auf mindestens 50%.

Esther Flückiger bei den ISCM World Music Days in Südafrika, 2023. Foto: zVg/ISCM Switzerland

In der Jury des ISCM Young Composer Awards wirkte die ISCM Switzerland anlässlich der Weltmusiktage 2014 in Wroclaw.

2019 stellte die SGNM auf YouTube und SoundCloud Playlists mit Konzertmitschnitten der ISCM World Music Days und/oder Aufnahmen der dort gespielten Stücke zusammen. Diese Playlists sind auf den Seiten der ISCM-Archive online integriert.

In physischer Form ist das umfangreichste und kompletteste ISCM-Archiv dasjenige der Royal Danish Library. Online existieren zahlreiche Datenbanken: einschlägige und ausführliche Wikipedia-Artikel in verschiedenen Sprachen sowie die Webseite der ISCM. Dort sind mittlerweile sämtliche Festivalprogramme seit 1922 mit Komplementärlinks, Kritiken und Fotos dokumentiert. Ferner gibt es auf YouTube und Soundcloud Playlists mit Aufnahmen, darunter auch die Playlists der SGNM. Ebenso sind auf den Social-Media-Seiten mehrerer ISCM-Sektionen umfangreiche Fotoalben zu finden, welche die ISCM-Weltmusiktage attraktiv dokumentieren.

Claude Berset bei den ISCM World Music Days in Tongyeong, Südkorea, 2016. Foto: zVg/ISCM Switzerland

Weiterführende Links

Fotoalben der ISCM-Weltmusiktage

  • 2014 Wroclaw, Polen
  • 2015 Llubljana, Slowenien
  • 2016 Tongyeong, Südkorea
  • 2017 Vancouver, Canada
  • 2018 Beijing, China
  • 2019 Tallinn, Estland
  • 2022 Auckland/Christchurch, Neuseeland (Pandemiebedingt fielen die Festivals 2020 und 2021 aus.)
  • 2023 Soweto/Johannesburg/Kapstadt, Südafrika
  • 2024 Färöer
  • 2025 Lissabon/Porto, Portugal

Tonaufnahme online: Esther Flückiger – Guarda i lumi, ISCM WMD 2022 NZ
https://www.rnz.co.nz/concert/programmes/musicalive/audio/2018884827/esther-fluckiger-guarda-i-lumi

ISCM-Weltmusiktage 2026 in Bukarest, Rumänien
https://iscm.org/wnmd/2026-romania/

 

Javier Hagen war als Präsident der IGNM-VS ab 2011 im Vorstand der SGNM. Er präsidierte diese 2014 bis zu deren Auflösung 2025. https://de.wikipedia.org/wiki/Javier_Hagen

Classical:next 2026: Die Zukunft der Kunstmusik gestalten

Die diesjährige Ausgabe des weltgrössten Fachtreffens für klassische und zeitgenössische Musik fand in Budapest statt. Die Schweizer Beteilung war marginal.

Ilsang-Ensemble aus Südkorea. Foto: Christoph Mangler/Classical:Next 2026

Kurz vor einem richtungsweisenden Wahlsonntag versammelten sich in Ungarns Hauptstadt rund 900 Kulturschaffende aus 49 Ländern zum 13. Branchentreffen Classical:next. Vom 8. bis 11. April fanden unter dem Motto «Shaping the future of art music» an zentralen Kulturorten – Millenáris, Liszt-Akademie, Budapester Musikzentrum und Haus der ungarischen Musik  – Konferenz, Showcase-Festival und Fachmesse statt, mitveranstaltet von Hangvetö und den Bartók Spring International Arts Weeks.

In der Liszt-Akademie eröffnete Direktorin Fabienne Krause einen Abend, der ausschliesslich ungarischen Komponisten gewidmet war, von Liszt bis Péter Eötvös. Im Beisein des soeben hundertjährig gewordenen György Kurtág zeigte u.a. Pianistin Ildikó Rozsonits, dass klassische Moderne einen Saal zum Vibrieren bringen kann. Bereits am Mittag hatte Dirigent und Komponist Iván Fischer mit seiner Eröffnungsansprache den inhaltlichen Rahmen gesetzt: Das Konzertritual sei in der heutigen Form nicht nachhaltig, gesucht sei eine Neuausrichtung hin zum Publikum und zur Wahrhaftigkeit auf der Bühne.

 Wie erreicht man das zerstreute Publikum?

Die Konferenzthemen reichten von neuen Musiktechnologien und Gender Representation bis zu Lohnmodellen und Nachhaltigkeit. Besonders lebhaft: die Debatte um den Musikjournalismus. «Who decides what matters?», fragte Moderatorin Olivia Brown (London). Die Einstellung des britischen Classical Music Magazine stand neben dem Erfolg von Bachtrack mit rund zwei Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Content-Creatorin und Flötistin Cinci Baglyas plädierte für «Behind-the-Scene»-Inhalte als Mittel gegen Zugangshemmnisse; Martin Andris (Elbphilharmonie) berichtete von einem «Creator in Residence» – Ergebnis offen. Ob KI dem Musikbusiness neue Zuhörende zuführt, blieb ungewiss. Konkretere Vorschläge für verschiedene Publikumssegmente stellte Anna Tiszolczi vom Budapest Festival Orchestra vor: Neben «Kakao-Konzerten» für Kinder sei das Format «Midnight Music» ein Treffer, Lounge-Konzerte für Jugendliche, ausdrücklich ohne Eltern. Toks Dada (Southbank Centre) und Linda Begbie (Manchester Collective) ermunterten zu mehr Risiko: «When we do different things, different people will come.»

Prämierte Technologien im Dienst der Musik

Drei Projekte wurden mit dem Innovation Award 2026 ausgezeichnet, Schwerpunkt neue Technologien: SOAVE (Stage Orchestra Audio Video Experience, Italien) ermöglicht per Virtual Reality das Eintauchen in ein Sinfoniekonzert aus verschiedenen Orchesterperspektiven. Das Borealis Festival (Norwegen) gestaltet mit technologischen Hilfsmitteln neue körperliche Hörerfahrungen jenseits konventioneller Konzertformate. Playing With Fire: An Immersive Odyssey (Frankreich) lädt als Mixed-Reality-Konzert mit Yuja Wang – realisiert von Vive Arts und der Philharmonie de Paris – zu einer intimen virtuellen Begegnung mit der Pianistin ein.

Hoffen auf breitere Schweizer Beteiligung

Als einziger Schweizer Beitrag unter 69 Künstlerinnen und Künstlern aus 15 Ländern überzeugte das Crossover-Projekt «Charles River» des Basler Schlagzeugers Florian Arbenz mit einem Programm rund um Lieder von Charles Ives. Die Sängerinnen Anna Juniki und Immy Churchill brachten mit dem Kontrast von klassischem und Jazzgesang melancholische Poesie auf die Bühne; das achtköpfige Ensemble füllte den Saal des Budapester Musikzentrums mühelos.

Immerhin knüpften einige Schweizer Anbieter auf der Messe neue Kontakte. 2027 bietet sich eine Chance für mehr Präsenz: Im Rahmen des polnischen Kulturhauptstadtprogramms findet Classical:next vom 11. bis 14. Mai 2027 in Katowice statt, einer Unesco-Musikstadt mit lebendiger Orchesterlandschaft. Schweizer Musikexport, bitte vormerken!

Infos: classicalnext.com

 

 

Fabian Renz wird neuer Chefredaktor der Schweizer Musikzeitung

Der Journalist Fabian Renz übernimmt per 1. Juli die Chefredaktion der Schweizer Musikzeitung.

Fabian Renz übernimmt die Chefredaktion am 1. Juli 2026. Foto: zVg

Renz ist seit 2010 beim Tagesanzeiger tätig, zuletzt als Leiter des Ressorts Analyse und Meinung. Davor arbeitete er acht Jahre als Teamleiter im Bundeshaus. Seine journalistische Karriere begann 1999; ab 2006 war er als Bundeshaus-Korrespondent für verschiedene Medien tätig.

An der Universität Zürich studierte er Allgemeine Geschichte mit den Nebenfächern Musikwissenschaft und Schweizer Geschichte. Neben dem Journalismus beschäftigt er sich vertieft mit musikalischen Fragen.

Bis Ende August wird er von der amtierenden Chefredaktorin Katrin Spelinova und von Pia Schwab begleitet. Beide werden zu diesem Zeitpunkt pensioniert.

Jean-Damien Humair bleibt in seinem Amt und sorgt ebenfalls für Kontinuität. Er leitet die französische Redaktion seit der ersten Ausgabe der Schweizer Musikzeitung im Januar 1998. Seit einigen Jahren koordiniert er zusätzlich die Beiträge der SMZ-Verbände.

 

Nachricht auf persönlich.com vom 17. April 2026

«Unisono»: Kino-Vorpremiere in Basel

Der Dokumentarfilm «Unisono – Von der Liebe zur Musik» von Georges Gachot über das Jugend-Sinfonieorchester Aargau wird am 26. April 2026 erstmals in Basel gezeigt.

Still aus dem Film «Unisono – Von der Liebe zur Musik» von Georges Gachot . Bild: zVg/anderdog.ch

Am Sonntag, 26. April 2026, um 12 Uhr zeigt das Kinokoni Basel (Steinenvorstadt 36) in einer Vorpremiere den Dokumentarfilm Unisono – Von der Liebe zur Musik  von Georges Gachot. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Offbeat-Festivals statt, an dem der finnische Jazzpianist Iiro Rantala auftritt – einer der Protagonisten des Films. Im Anschluss an die Vorführung sprechen Regisseur Georges Gachot und Urs Blindenbacher vom Offbeat-Festival mit dem Publikum.

Der Film begleitet das Jugend-Sinfonieorchester Aargau unter Dirigent Hugo Bollschweiler bei intensiven Proben. Er zeigt junge Schweizer Musikerinnen und Musiker bei der Arbeit und bei der Auseinandersetzung mit der Frage, wie klassische Musik heute gespielt werden soll. Iiro Rantala führt das Ensemble dabei in die Welt der Improvisation ein. Das Programm reicht von der Romantik Dvořáks über die Werke Góreckis bis zu Rantalas eigenem Klavierkonzert The Best of Beethoven, das Jazz, Tango und Humor mit Beethovens Themen verbindet.

Gachot ist bekannt für seine Musikfilme, darunter beispielsweise 2002 Martha Argerich, conversation nocturne. Unisono gehörte an den Solothurner Filmtagen 2026 zu den meistbesprochenen Werken. Der reguläre Kinostart in der Schweiz ist für Ende August 2026 geplant.

Tickets im Vorverkauf: cinema.kinokoni.ch — Trailer: YouTube

Zurich Youth Classical: Finale im Brunnenhof Zürich

Vom 17. bis 19. April 2026 findet im Brunnenhof Zürich das Finale der ersten Ausgabe von Zurich Youth Classical – The Contest statt.

Foto: Ueli Steingruber, Zurich Youth Classical

Die Förderstiftung Musik Zürich lanciert mit diesem Format ein Programm für junge Musikerinnen und Musiker aus dem Kanton Zürich. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren sowie Talente auf vorprofessionellem Niveau bis 24 Jahre.

Der Wettbewerb bewertet neben technischen Fähigkeiten auch musikalischen Ausdruck und persönliche Entwicklung. Die Jury setzt sich zusammen aus Pepe Lienhard, Daniel Fueter, Yilan Zhao, Gwendolyn Masin und Valentine Michaud. Die künstlerische Supervision liegt beim Pianisten Oliver Schnyder.

Am 19. April treten die Preisträgerinnen und Preisträger im Schlusskonzert um 10:00 Uhr im grossen Konzertsaal (Studio 1) im Brunnenhof Zürich auf. Das Konzert ist öffentlich.

Der Brunnenhof war einst das erste Radiostudio der Schweiz und wird heute als Musik- und Bildungszentrum genutzt.

Die Jury des 1. ZYC – The Contest. Foto: Ueli Steingruber, Zurich Youth Classical

Erika Radermacher wird neunzig

Die vielseitige Interpretin und Komponistin Erika Radermacher ist eine prägende Persönlichkeit der Schweizer Musik-Avantgarde.

Erika Radermacher (links) und Katharina Weber improvisieren frei und pflegen ein vielseitiges Repertoire. Foto: Nicole Philipp

Im Gespräch falle auf, dass ihr Ehrgeiz, Starallüren und andere «Knörze» völlig abgehen, schrieb die Komponistin Regina Irman 1985 über ihre Kollegin Erika Radermacher. «Mit Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit ist sie einfach Musikerin und nimmt als solche die verschiedensten Funktionen ein.» Alles sei integriert. Tatsächlich ist diese Haltung prägend für Erika Radermacher, die am 16. April 1936 in Eschweiler bei Aachen geboren wurde und 1967 in die Schweiz kam.

Sie ist eine exzellente Interpretin, sowohl was das klassische als auch das zeitgenössische Repertoire betrifft, ist Sängerin und Pianistin; sie füllt Konzepte mit Originalität und Persönlichkeit, improvisiert aber auch hervorragend am Klavier. Als Gründungsmitglied des Ensembles Neue Horizonte Bern 1968 hat sie mit ihrem damaligen Ehemann Urs Peter Schneider die Schweizer Avantgarde angeführt, etwa im Duo mit Katharina Weber. Der Pädagogin folgten zahlreiche junge Musikerinnen und Musiker am Klavier. Ausserdem liess sie sich in ganzheitlichem Heilen, humanistischer Psychologie und Meditation ausbilden und praktiziert in Schliern bei Köniz. Dazu entstand ein eigenständiges, stilistisch kaum fassbares kompositorisches Œuvre, mit oft aussergewöhnlichen Ansätzen. Obwohl sie nicht glaube, dass es einen hörbaren Unterschied zwischen Frauen- und Männermusik gebe, ist sie so in allem doch ein grosses Vorbild für das kompositorische Schaffen von Frauen hierzulande.

Geburtstagskonzert

19. April 2026, 15 Uhr, Musikhaus Müller&Schade, Moserstr.16, Bern

Erika Radermacher und Katharina Weber an zwei Klavieren. Die Platzzahl ist beschränkt, Anmeldungen sind erwünscht bis am 15. April

Weitere Informationen:  https://www.katharinaweber.ch/konzerte/erika-radermacher-90/

20 Jahre Zürcher Hofgesang

Organisiert vom Hofgesangsverein besingen alle zwei Jahre verschiedene Gesangsformationen Zürichs Innenhöfe, im Jubiläumsjahr 2026 vom 9. Mai bis 6. Juni.

Hofgesang mit Jazzcetera an der Engelstrasse 49 in Zürich. Foto: Hofgesang

Gemäss Website wurde der Hofgesangsverein 2005 von Kulturschaffenden und Privaten gegründet, die «die soziale Integration durch Aufwertung der Innen- und Hinterhöfe als Lebensräume» fördern wollen. In der Medienmitteilung vom 7. April schreibt Initiant und Gesamtprojektleiter Andreas Diethelm, dass in den vergangenen Jahrzehnten Dreiviertel der «innenstädtischen Höfe vom Werkplatz zum Parkplatz» mutiert seien. Der Verein lädt alle Akteure zum Dialog ein, um «gemeinsam Mittel und Wege zu suchen, wie diese wertvollen Rest-Räume lebenstauglich gestaltet und genutzt werden können».

Ein wichtiges Projekt in diesem Prozess ist das jeweils in geraden Jahren stattfindende Projekt Hofgesang. Chöre, Ensembles und einzelne Sangesfreudige sind eingeladen, Zürichs Höfe erklingen zu lassen. Sie können ihre Teilnahme bis Ende April auf hofgesang.ch anmelden. Hofgesang sei die Chance, singfreudigem Nachwuchs zu begegnen.

Das Projekt fand erstmals vor zwanzig Jahren in Zürich statt. Im Zwischenjahr 2009 gab des den ersten Berner Hofgesang, der sich inzwischen etabliert hat. Der fünfte Berner Hofgesang ist für 2027 geplant, dieses Jahr gibt es am 12. und 13. Juni Hofgesang in Biel.

Uraufführung von Francesco Hoch in Bellinzona

«Z contra Z» von Francesco Hoch ist der erste Teil einer sechsteiligen Komposition von Francesco Hoch. Das Stück wurde am Karfreitag uraufgeführt.

Francesco Hoch vor dem Chor des RSI, rechts Diego Fasolis. Foto: Max Nyffeler

Im traditionellen Karfreitagskonzert des Orchestra della Svizzera Italiana unter Diego Fasolis in der Chiesa Collegiata in Bellinzona erklang neben dem Requiem des englischen Komponisten John Rutter und Giuseppe Verdis grossartigem Spätwerk Stabat Mater auch eine neue Komposition des Tessiner Komponisten Francesco Hoch für vierstimmigen Chor als Uraufführung.

Die Stimmen sind stark chromatisch und teilweise in weiten Sprüngen geführt, in der Harmonik dominieren milde Dissonanzen. Der kurze, in seine Lautbestandteile zerlegte Text lautet: «Io sono qui. Noi siamo qui. Io sono ancora qui. Noi siamo ancora tutti qui.» («Ich bin hier. Wir sind hier. Ich bin noch hier. Wir sind alle noch hier.») Es sind die Worte, mit denen der ukrainische Präsident Selenski – italienisch: Zelensky – kurz nach dem russischen Überfall auf das Land auf das Asylangebot des US-Präsidenten Biden reagierte. Von daher erklärt sich auch der Titel Z contra Z.

Die verschlüsselte politische Aussage sorgte im Vorfeld des geistlichen Konzerts da und dort für Stirnrunzeln, wurde aber vom Publikum, das den Texthintergrund nicht kannte, nicht als solche wahrgenommen. Das mit warmem Beifall bedachte, von der in Lugano tätigen Lettin Liga Liedskalnina dirigierte Stück bildet den Beginn einer sechsteiligen Komposition, die am 4. September beim Musikfestival Bern erklingen wird.

Oboe und Fagott im Mittelpunkt

Über 300 Musikerinnen und Musiker haben sich um die Teilnahme an The Muri Competition beworben: Vom 9. bis 19. April messen sich zum fünften Mal junge Oboistinnen und Fagottisten aus aller Welt in den Räumlichkeiten des Klosters, darunter zwei regionale Jungtalente. In der Jury sitzen Spitzenmusiker und Professoren aus zehn Ländern.

Es gibt Wettbewerbe für Klavier, für Geige, für Gesang – Dutzende davon weltweit. Für Oboe und Fagott hingegen gibt es praktisch keinen. Ausser in Muri. Seit 2013 findet hier alle drei Jahre The Muri Competition statt, der weltweit einzige internationale Wettbewerb, der sich gleichzeitig auf diese beiden Instrumente spezialisiert hat. Die Qualifikation von Hunderten von Bewerbern läuft anonym ab – die Vorjury hört jede eingereichte Aufnahme, ohne zu wissen, wer spielt, und entscheidet, wer zu den je rund 50 Teilnehmenden pro Instrument gehört und anreisen darf.

Ins Leben gerufen haben ihn drei Musiker: der Murianer Oboist Renato Bizzotto, der Fagottist Matthias Rácz und der Oboist Martin Frutiger – die beiden Letzteren sind Solisten im Tonhalle-Orchester Zürich und Professoren an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Die Oboe-Jury wird auch 2026 von Martin Frutiger präsidiert. Neben ihm urteilen unter anderem Francesco Di Rosa aus Italien, Simon Fuchs – Solo-Oboist der Tonhalle Zürich – sowie der frühere Muri-Gewinner Kyeong Ham aus Südkorea. Die Fagott-Jury leitet Matthias Rácz, Solofagottist der Tonhalle Zürich. Ihm zur Seite stehen unter anderem der renommierte italienische Fagottist Sergio Azzolini, die Engländerin Rachel Gough und die Amerikanerin Whitney Crocket – insgesamt Juroren aus zehn Nationen.

Karriere-Sprungbrett

Dass Heinz Holliger, Dirigent, Komponist und einer der berühmtesten Oboisten der Musikgeschichte, persönlich nach Muri kommt und im Patronat ist, gibt dem Wettbewerb zusätzliches Gewicht. Holliger kürt die beste Interpretation der zeitgenössischen Pflichtstücke und verleiht dafür den nach ihm benannten Heinz-Holliger-Preis. Am Samstag, 18. April, hält er zudem einen öffentlichen Meisterkurs für die Halbfinalisten ab.

Enrico Bassi spielte das Fagott so virtuos wie kein anderer und gewann bei The Muri Competition 2023 den 1. Preis in der Kategorie Fagott. Foto: zVg

The Muri Competition ist mehr als ein Wettkampf. Wer hier gewinnt, dem öffnen sich Türen. Enrico Bassi gewann 2023 im jugendlichen Alter von 21 Jahren den ersten Preis in der Klasse Fagott – heute ist er Solo-Fagottist des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters in Hamburg. Der Fagottist Andrea Cellacchi gewann 2016 und ist inzwischen Erster Fagottist des Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam und unterrichtet als Professor am Konservatorium der italienischen Schweiz in Lugano. Den Gewinnerinnen und Gewinnern winken Stipendien, Auftrittsmöglichkeiten, Sonderpreise und ein Preisgeld von je 15’000 Franken für den ersten Platz. Aber eigentlich gewinnen alle Teilnehmenden an diesem Anlass, der neben dem hohen musikalischen Anspruch ja auch die Jugendförderung zum Ziel hat. In Muri können die jungen Musikerinnen und Musiker ihr Netzwerk erweitern; ihnen werden Türen geöffnet und sie knüpfen neue (berufliche und private) Beziehungen.

Verbindende Wirkung

Dabei geht es bei The Muri Competition nicht nur darum, die allerbesten von den Besten zu trennen: Vielmehr soll die Musik und die Leidenschaft für die beiden Instrumente neue Verbindungen schaffen. Unter den Musikern, aber auch über ihre Kreise hinaus.

So finden sich im Patronatskomitee auch Personen, die das Eifern nach Bestleistungen aus anderer Perspektive kennen. Die Nati-Fussballerin Alayah Pilgrim oder die Handball-Nationalspielerin Daphne Gautschi, nicht nur gebürtige Murianerin, sondern selbst Oboistin, die einst vom künstlerischen Leiter Renato Bizzotto unterrichtet worden ist. Eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Spitzensport und klassischer Musik.

Als weiteres verbindendes Element dient die Unterbringung. Die Teilnehmenden werden nämlich nicht in Hotels untergebracht. Sie leben vielmehr während der rund zwei Wochen mehrheitlich bei freiwilligen Gastfamilien in Muri und Umgebung. Das dürfte nicht nur bei allen Teilnehmenden für bleibende Eindrücke oder sogar lebenslange Freundschaften sorgen, sondern auch bei den Gastgebern. Zudem wird damit das Budget entlastet und die Schwelle für eine Teilnahme, in der für weit her gereiste junge Profimusiker nicht gerade kostengünstigen Schweiz senkt. Sie bezahlen nämlich neben einem Startgeld für den Wettbewerb auch die Reisekosten selbst.

Auch das Publikum bekommt Gelegenheit, hautnah zu erleben, wie Profimusiker sich messen: Alle Vorspiele der ersten drei Runden sind öffentlich und kostenlos – wer erfahren will, wie schwierig nicht nur die Arbeit der Teilnehmenden, sondern auch der Jury ist, kann sich als «Mitglied der Jury ausser Konkurrenz» versuchen.

Der Wettbewerb erstreckt sich über zehn Tage mit vier Runden. Die erste Runde läuft vom 10. bis 12. April im Refektorium und im Pflegidach. Im Halbfinal und im Finale am 17. und 19. April begleitet das argovia philharmonic unter Georg Köhler die Solistinnen und Solisten. Nur das Finale am Sonntagabend kostet 50.00 Franken Eintritt.

Leonid Surkov überzeugte die Jury mit seiner Leistung und gewann bei The Muri Competition 2023 den 1. Preis in der Kategorie Oboe. Foto: zVg

Kanadischer «Grammy» für Michael Zaugg

Für die Aufnahme des «Ukrainian War Requiems» von Benedict Sheehan wurden das Axios Men’s Ensemble zusammen mit dem Pro Coro Canada und seinem aus dem Fricktal stammenden Dirigenten Michael Zaugg mit einem Juno-Award ausgezeichnet.

Michael Zaugg leitete die Uraufführung des «Ukrainian War Requiems» am 14. April 2024 in Edmonton.  Foto: zVg/Axios Men’s Ensemble

 

Der Juno-Award 2026 für das beste klassische Album der Kategorie «Grosses Ensemble» ging am 28. März an der Juno-Awards-Gala in Hamilton, Ontario, an die Aufnahme des Ukrainian War Requiems von Benedict Sheehan. Der Schweizer Dirigent Michael Zaugg leitete für diese Einspielung das Axios Men’s Ensemble und die Tenöre und Bässe des Pro Coro Canada. Benedict Sheehan ist ein mehrfach ausgezeichneter Komponist. Er gehört zu den führenden Stimmen religiöser klassischer Musik im 21. Jahrhundert.

In einer Mitteilung heisst es, das Requiem verbinde alte ukrainische Gebete, lateinische Texte und jüdische Melodien zu einem eindringlichen Bekenntnis. Die Einspielung ist am 21. Februar 2025, am dritten Jahrestag der russischen Invasion, beim Label Cappella Records/Naxos erschienen.

Michael Zaugg hat in Basel Chorleitung und Schulmusik studiert. Mehrere Jahre war als Dirigent in der Nordwestschweiz tätig, unter anderem als Assistent bei Thüring Bräm im Regiochor. Als erster Schweizer wurde er in das Nachdiplom-Programm für professionelle Chorleitung an der Königlichen Akademie für Musik in Stockholm aufgenommen. 2004 wanderte Zaugg nach Kanada aus. Seit 2012 ist er Managing & Artistic Director und Principal Conductor von Pro Coro Canada in Edmonton, einem der führenden Profi-Kammerchöre Kanadas.

Annäherungen an den Kosmos

Das Festival Interfinity in Basel hat sich innerhalb weniger Jahre als erfolgreiche Veranstaltungsreihe etabliert, die Musik und Wissenschaft verbinden will. Die Ausgabe 2026 stand vom 7. bis 20. März unter dem Motto «Exoplaneten & Kosmos».

Alexander Schubert: «Supramodal Parser» im Tanzhaus Basel. Foto: Daniel Lienhard

Erstaunlicherweise waren von den rund einem Dutzend Veranstaltungen auch diejenigen mit ausschliesslich zeitgenössischer Musik sehr gut besucht. Trotz grosszügiger Unterstützung durch Novartis als Hauptsponsor ist das Interfinity-Festival natürlich auf Einnahmen angewiesen. Darum traten in einigen Konzerten der ersten Festivalhälfte sehr bekannte Künstlerinnen und Künstler auf – so etwa der Blockflötist Maurice Steger, der lettische Radiochor, die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker und die Organistin Iveta Apkalna –, die auch grössere Säle füllten. Dennoch nahmen sie in ihren Programmen auf das Festivalthema Bezug. Lukas Loss, Gründer und Leiter des Festivals, kann für sich in Anspruch nehmen, konsequenter als andere Veranstalter ein bestimmtes Thema, dieses Jahr eben den Weltraum, ins Zentrum zu stellen und Werke und Personen zu präsentieren, die im Basler Kulturleben sonst nicht unbedingt zu hören gewesen wären. Für das Publikum war besonders interessant, dass mehrere Veranstaltungen in Räumen stattfanden, die sonst anders genutzt werden oder gar nicht öffentlich zugänglich sind.

Galaktische Lautstärke

In einem ehemaligen Silo auf dem Franck Areal, wo früher das Kaffeeersatzprodukt «Franck Aroma» oder der Kaffeeextrakt «Incarom» produziert wurden und heute das Tanzhaus Basel seine Heimstätte hat, wurde Supramodal Parser für eine Sängerin, E-Gitarre, Saxofon, Perkussion und Elektronik des deutschen Soundkünstlers und Komponisten Alexander Schubert aufgeführt. In den Worten des Festivalprogramms ein Eintauchen in «den inneren Kosmos des Menschen: in Ekstase, Klang und Licht, in das Unbewusste». Ob man nun tatsächlich «tief in das Unterbewusstsein eingetaucht ist und Begehren, Träumen und der » begegnet ist, wird jeder anders empfunden haben.

Auf jeden Fall ist Supramodal Parser, entstanden für das Ensemble Nikel und von diesem in Wien uraufgeführt, ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Nebel, Licht und Elektronik, das alle Grenzen austestet. Unter anderem durch seine unglaubliche Lautstärke, die man trotz des am Eingang abgegebenen Gehörschutzes körperlich spürt, erinnert es an eine wahnwitzige Technoparty. Der Text («twenty four hours, forward, bridge, circle, line, open, twitch, heavy drag, align the moths, feathers hit embrace, the froth» etc.) fügt eher einen zusätzlichen Klang als eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Die Aufführung durch Mona Steinwidder (Gesang), Paulina Pitenko (Saxofon), Miguel Garcia (Percussion, Denis Linnik (Klavier), Ruben Mattia Santorsa (E-Gitarre), Nika Schönfelder (Licht) und Alexander Schubert (Elektronik) stiess auf grosse Begeisterung.

Himmelweites Klangspekturm der E-Gitarre

Der E-Gitarre begegnete man erneut in zwei Konzerten mit dem israelischen Musiker Yaron Deutsch, seit 2021 Professor für zeitgenössische Musik an der Basler Musikhochschule. Im ersten, erneut im Tanzhaus Basel, aber in einem anderen Silo des weitläufigen Areals, mit Uli Fussenegger (Kontrabass) und einem kleinen Instrumentalensemble, erklangen Werke, die das Potenzial der E-Gitarre nachdrücklich unter Beweis stellten. Sie fasziniert mit einem Spektrum von grosser Zartheit bis zu Klängen, die an Triebwerke eines startenden Jets erinnern, erzeugt dank verschiedenster Pedale oder Zusatzgerätschaften, die direkt auf die Saiten einwirken. Alle vier Werke von Elena Rykova, Clara Iannotta, Tristan Murail und Catherine Lamb überzeugten, wobei in zweien zusätzlich Ondes Martenot, urtümliche elektronische Instrumente mit einer ganz spezifischen Klangfarbe, für einen zusätzlichen Reiz sorgten. Lambs Shadow/Line für acht Instrumente (2011) ist ein mikrotonales Klangkontinuum, aus dem immer wieder einzelne Farben hervortreten, in das man sich gerne versenkt.

Im zweiten Konzert mit Yaron Deutsch, nun in der Gare du Nord, dem in Basel wohlbekannten Aufführungsort für zeitgenössische Musik im ehemaligen Wartesaal des Badischen Bahnhofs, wirkte mit dem Geiger Irvine Arditti einer der legendärsten Interpreten der Neuen Musik mit. Die aufgeführten Werke, alle in den letzten acht Jahren entstanden, beeindruckten nicht durch spektakuläre Virtuosität, sondern eher durch fein ausgehörte Klanglichkeit. Kelley Sheehans Hot Guts und Sarah Nemtsovs EMP, beide für Violine und E-Gitarre, waren die interessantesten Stücke des Abends, wobei Deutsch seinem Instrument erneut erstaunliche Klänge entlockte. Verblüffend war, dass sich in Zeynep Toramans Days that last forever, auch das ein Duo, eine fast sakrale Atmosphäre entfaltete, die an César Franck erinnerte. In diesem Rahmen wirkten die beiden Solostücke Tiding für E-Gitarre von Lisa Illean und Hauch für Solovioline von Rebecca Saunders nicht so überzeugend: das eine zu punktuell und das andere zu introvertiert.

Von Baikonur zu den Exoplaneten

Verschiedene Vorträge und Panels vertieften das Festivalthema. Ausserordentlich interessant war der im Gehry-Auditorium von Novartis gezeigte Dokumentarfilm Space Tourists.  Der Schweizer Regisseurs Christian Frei, der am renommierten Sundance Festival 2010 mit dem Regiepreis ausgezeichnet worden war, war persönlich anwesend. Der aufwendig recherchierte Film schildert sowohl den Aufbruch wohlhabender Touristen ins All vom kasachischen Baikonur aus als auch das Recycling von Raketenschrott durch die ansässige Bevölkerung. Eine spektakuläre Horizonterweiterung!

Gehry-Auditorium Novartis. Foto: Daniel Lienhard

Ein neuartiges Instrument, entwickelt von Fabrizio Di Salvo und Roberto Maqueda, konnte man in der Maurerhalle der Gewerbeschule Basel kennenlernen: Le Slie’s. Es basiert auf den physikalischen Prinzipien des Leslie-Lautsprechers der Hammondorgel. Metallene Klangscheiben waren kreisförmig im Saal verteilt und wurden zentral elektronisch gesteuert und durch reaktive KI ergänzt, was an eine kosmische Konstellation erinnerte. Jeder Lautsprecher führte sein Eigenleben, und die Klänge wanderten durch den Saal. Akustisch war das aber nicht besonders interessant und abgesehen von einigen wenigen Ruhepunkten sehr aggressiv, als ob Eisenstangen aufeinandergeschlagen würden. Es blieb eine nette – wenn auch brutal laute – Spielerei. Möglicherweise hätte dieses Instrument ein klangliches Potenzial. Es wurde bisher aber noch nicht ausgeschöpft.

Le Slie’s in der Maurerhalle der Basler Gewerbeschule. Foto: Daniel Lienhard

Vom äusseren Aufwand her war das letzte Konzert in der grossen Halle 1 der Messe Basel das aussergewöhnlichste. Das Sinfonieorchester Basel spielte im Halbdunkel unter der Leitung der taiwanesischen Dirigentin Lin Liao das Werk Exoplanets des britischen Komponisten Robert Laidlow, mit einem gesprochenen Text von Henry Legg, der die Zuhörerschaft mit der Welt der Exoplaneten vertraut machte, den Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems. Dazu kamen eine Lichtinstallation von Nick Verstand mit Lasern, Lichtobjekten und tausendfachen Spiegelungen sowie der Nachhall der riesigen Messehalle.

Alles in allem ein eindrucksvolles Spektakel. In der Musik von Laidlow brodelt, dampft und wabert es. So stellt man sich die Entstehung von Himmelskörpern und den Kosmos vor, wo es offenbar auch Planeten gibt, die auf der einen Seite glühend heiss und auf der anderen eiskalt sind, wo es Eisen regnet oder Quarzkristalle in Stürmen durch die Atmosphäre wirbeln. Gegen Ende des Werks, unterstrichen von markanten Trompetenklängen, kommt viel Dur in die Musik, und sie ist nicht mehr sehr weit von Richard Strauss’ Zarathustra entfernt. Ausser den Trompeten kann man auch die Streicher, besonders die Geigen, gut hören sowie das vielfältige Schlagzeug; die Holzbläser kommen kaum zur Geltung.

Interessant ist das von Laidlow erfundene und von ihm gespielte KI-basierte Instrument Stacco, das «künstliche» Klänge beisteuert. Beim Publikum kam Exoplanets, vom Orchester souverän gespielt, sehr gut an, sicher auch wegen der Vielzahl an akustischen und optischen Eindrücken. Ob das Werk – ein Kompositionsauftrag von Interfinity und dem London Philharmonic Orchestra (LPO) – ohne «Inszenierung» musikalisch bestehen kann, scheint mir fraglich. Die Uraufführung in einem Sinfoniekonzert des LPO in London im letzten November wurde aber durchaus positiv besprochen. In Basel verhalf das Werk Interfinity 2026 zu einem krönenden Abschluss.

 

 

Ausgabe 2/2026 – Focus «Haltung»

Estelle Revaz beim Interview im Bundeshaus. Foto: Holger Jacob

Inhaltsverzeichnis

Focus

«Künstler sind die Kulturmäzene der Gesellschaft geworden»
Interview mit Estelle Revaz. Sie ist die erste Berufsmusikerin im Nationalrat, politisiert für die Genfer Sozialdemokraten und verfolgt zugleich ihre internationale Karriere als Cellistin.

Der Flirt von Pop und Populismus
Die Politik bedient sich gern griffiger musikalischer Botschaften, manchmal auch gegen den Willen der Künstlerinnen und Künstler. Populistisch wird es, wenn sich einer als Rebell darstellt und dabei auf dem Mainstream schwimmt.

Brauchtum und Politikum
Im Zentralwallis stehen Blasmusikkorps nicht nur für Musik. Lange Zeit verwiesen sie auch auf eine bestimmte parteipolitische Haltung, was zu ihrem Erfolg beitrug.

Musikgeschichte mit weissen Flecken
Die politische Haltung der Grossen des Schweizer Musiklebens im 20. Jahrhundert ist noch längst nicht umfassend aufgearbeitet. Immer wieder kommt es zu unrühmlichen Enthüllungen insbesondere über die Jahre der Nazidiktatur. Auch beim Vorzeigemäzen Werner Reinhart.

Chat
Silke Gäng und Fiona Stevens chatten darüber, wie eine kulturelle Institution Haltung zeigen kann, und zwar bei den inneren Abläufen wie auch nach aussen.

(kursiv = Zusammenfassung in Deutsch des französischen Originalartikels)

Critiques

Neuerscheinungen Bücher, Tonträger, Webseiten, Noten, Filme

Echo 

Der Platz in der gedruckten Ausgabe reicht längst nicht für alle Texte, deshalb werden sie hier aufgelistet und auf die entsprechenden Online-Artikel verlinkt. Diese sind grösstenteils schon vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe publiziert worden.

Ein Tor zur Welt aufstossen
Daniel Schnyder ist seit jeher fasziniert von den Schnittstellen zwischen Musikstilen und -traditionen weit über Europa hinaus. In den Hirschmann-Meisterkursen teilt er seine Erkenntnisse mit dem Nachwuchs.

100 Jahre Caspar Diethelm
Zum Jubiläum engagiert sich der Pianist Patrizio Mazzola zusammen mit weiteren Musikerinnen und Musikern für die Erinnerung an eine herausragende Künstlerpersönlichkeit und ihr Werk.

Quand le classique décoiffe
Bouillonnant écosystème culturel, la série M Classics se montre plus audacieuse que jamais avec un virage à 180°. Entretien avec son directeur artistique, Mischa Damev.

Hommage musical aux victimes de Crans-Montana
C’est au Rosey Concert Hall de Rolle que s’est tenu le 29 janvier un concert visant à rendre hommage aux victimes du drame survenu à Crans-Montana en début d’année. 

Lehrplan erfüllt?
Wie wird Musikunterricht auf der Primarstufe tatsächlich unterrichtet? Bernhard Suter, Mentor und Dozent für Fachdidaktik Musik an der Pädagogischen Hochschule Zürich, hat eine Umfrage gemacht.

Die Energie eines Orchesters
Das Kammerorchester Basel schickte ein Trio ins Tinguely-Museum, um über Nachhaltigkeit nachzudenken. «Unter Strom» lieferte Musikgeschichte im Speedrun, viele Fragen und wenig Antworten.

Sparen im Nebel
Am Treffen der Parlamentarischen Gruppe Musik vom 4. März wurden die möglichen Auswirkungen des «Entlastungspakets 27» auf die Musikbranche erörtert. Das Paket, das die Musikschaffenden belastet, wurde in grosser Eile geschnürt mit unklaren Folgen.

Amerika-Schwerpunkt beim Lucerne Festival
Sebastian Nordmann hat sein erstes Sommerprogramm vorgestellt. Das Festival will relevanter werden, das brisante Thema aber rein musikalisch verstanden wissen.

Jerusalem im Zentrum
Das fünftägige Kammermusik-Festival Mizmorim setzte in Basel Ende Januar auf interkulturelle Begegnungen. Renommierte Künstler und Ensembles wie das Gringolts Quartet, der Klarinettist Reto Bieri oder der Flötist Ariel Zuckermann sorgten für musikalische Exzellenz.

Die verzweifelte Lust an der Apokalypse
Das Zürcher Opernhaus zeigt Monster’s Paradise. Gemeinsam mit Elfriede Jelinek hat die Österreicherin Olga Neuwirth eine höchst aktuelle Oper geschaffen, in der sie die Ungeheuer der Gegenwart aufeinander loslässt.

Ein Festival wird umgebaut
In Locarno wurde Ende Januar das neue Musikfestival von Ascona vorgestellt. Kein Stein bleibt auf dem anderen: Aus Francesco Piemontesis Künstlerfestival Settimane musicali wird der kulturelle Event «classicAscona».

 

Basis

Artikel und Nachrichten aus den Musikverbänden

Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS) / Conférence des Hautes Ecoles de Musique Suisse (CHEMS)

Schweizer Musikrat (SMR) / Conseil Suisse de la Musique (CSM)

Swissmedmusica (SMM) / Association suisse de Médecine de la Musique (SMM)

Schweizerische Musikforschende Gesellschaft (SMG) / Société Suisse de Musicologie (SSM)

Schweizerischer Musikerverband (SMV) / Union Suisse des Artistes Musiciens (USDAM)

Schweizerischer Musikpädagogischer Verband (SMPV) / Société Suisse de Pédagogie Musicale (SSPM)

SONART – Musikschaffende Schweiz

Stiftung Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb (SJMW)

Arosa Kultur

SUISA – Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik

Verband Musikschulen Schweiz (VMS) / Association Suisse des Écoles de Musique (ASEM)

 

Aufrecht und taub
Rätsel von Pia Schwab

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