Wirkung neuer Konzertformate klassischer Musik

Ein Team des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) und der Uni zu Köln weist nach, dass unterschiedliche Konzertformate Erleben, Verhalten und Körperreaktionen des Publikums beeinflussen.

(Bild: Pixnio/Marko Milivojevic)

Insgesamt nahmen 802 Personen an der Studie teil, die aus elf Kammermusikkonzerten mit denselben drei Streichquintetten bestand, die jedoch mit unterschiedlichen Formatkomponenten realisiert wurden. Mithilfe von Fragebögen, physiologischen Messungen und Kameras wurden das individuelle Erleben und Verhalten erfasst. Dazu mass das Team unter anderem die Herzfrequenz, wertete Emotionen aus, die sich über den Gesichtsausdruck zeigten und erhob die Bewertung, das Gemeinschaftserleben und weitere Erlebensdimensionen.

Die Studie ist Teil des umfassenden Forschungsprojekts «Experimental Concert Research», in dessen Rahmen Erkenntnisse über das Musik-Erleben im Konzert gewonnen werden. Mit den Ergebnissen mehrerer experimenteller Live- sowie gestreamter Konzerte möchte das Team ein grösseres, empirisch gestütztes Modell des Musik-Erlebens im Konzert etablieren.

Mehr Infos:
https://www.aesthetics.mpg.de/newsroom/news/news-artikel/article/wie-konzertformate-das-musik-erleben-beeinflussen.html

Handschriften Bachs, Gottscheds und Telemanns aufgefunden

Im Stadtarchiv Leipzig sind bislang unbekannte Akten zur Leipziger Kirchenmusik aufgefunden worden, darunter Handschriften von Bach, Gottsched und Telemann.

Präsentation der Handschriftenfunde im Stadtarchiv Leipzig (Foto: Christian Kern)

Die Akten enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und liefern neue Erkenntnisse zur Organisation von Johann Sebastian Bachs Kantatenaufführungen. Erstmals belegen die Quellen, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: »Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur«, so Musikwissenschaftler Bernd Koska.

Als herausragender Fund gilt ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.

Die Funde gelangen Projektmitarbeiter Bernd Koska im Rahmen des Forschungsprojekts »Forschungsportal BACH« der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig. Das Stadtarchiv Leipzig präsentiert die Funde noch bis zum 23. April im Rahmen einer Sonderausstellung.

Mehr Infos:
https://www.leipzig.de/newsarchiv/news/handschriften-von-j-s-bach-j-c-gottsched-und-g-p-telemann-im-stadtarchiv-leipzig-entdeckt

Basels kommender Operndirektor heisst Cameron Arens

Ab der nächsten Spielzeit 26/27 wird der Amerikaner Cameron Arens am Theater Basel Opern- und Casting-Direktor . Er übernimmt das Amt von Jean Denes.

Cameron Arens (Bild: Felix Grunschloss)

Arens ist derzeit künstlerischer Betriebsdirektor und Direktor der Akademie des Festival d’Aix-en-Provence, wo er seit 2022 tätig ist. Zuvor war er als Senior Director of Production an der Lyric Opera of Chicago, als Director of Audience Development für das Chicago Symphony Orchestra und als Casting Manager (interim) für die Pariser Oper tätig.

Darüber hinaus war er als beratender Produzent für das Spoleto Festival (USA), als künstlerischer Produktionsleiter für das Badische Staatstheater und als Regieassistent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik tätig. Cameron Arens studierte Musikwissenschaft (B.A.) an der Yale University sowie Kontrabass im Rahmen eines Masterstudiums an der Yale School of Music.

Jean Denes, der bisherige Opern- und Casting-Direktor am Theater Basel, wechselt nach sechs Spielzeiten in die Künstlerische Leitung des Grand Théâtre de Genève.

Konzertstatistik 2025: Pärt ist meistgespielter Zeitgenosse

2025 feierte Arvo Pärt den 90. Geburtstag, was ihn zum meistgespielten lebenden Komponisten machte. Komponistinnen wurden mehr gepielt, wenn auch immer noch deutlich zu wenig.

Arvo Pärt (Bild: Estnisches Aussenministerium)

Laut der jährlichen Statistik der Seite Bachtrack.com haben lebende Komponistinnen deutlich an Bedeutung gewonnen, wobei Caroline Shaw und Anna Clyne unter den zehn meistgespielten lebenden Komponisten und Komponistinnen zu finden sind. Im Jahr 2025 ist auch eine zunehmende Bedeutung nicht-weisser Komponisten und Komponistinnen zu beobachten, wobei die Aufführungen von Gabriela Ortiz seit 2024 fast um das Doppelte gestiegen sind. Zu den weiteren Tonschöpfern, die in den 2020er-Jahren wichtiger werden, gehören Jessie Montgomery und Carlos Simon (beide USA), während der südafrikanische Komponist und Cellist Abel Selaocoe in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat und die Zahl seiner aufgeführten Werke zwischen 2024 und 2025 fast um das Dreifache gestiegen ist.

Meistbeschäftigter Dirigent war Yannick Nézet-Séguin, das meistbeschäftigte Orchester das Chicago Symphony Orchestra. Die meistgespielten Komponisten waren Beethoven, Mozart und Bach, das meistgespielte Werk waren Vivaldis Vier Jahreszeiten, gefolgt von Ravels La Valse, eine Folge von Ravels 150. Geburtstag. Meistgespieltes Solowerk war dementsprechend Ravels Klavierkonzert G-Dur. Die meistgespielten Opern waren Mozarts Zauberflöte, Bizets Carmen und Puccinis La Bohème.

Alle Statistiken:
https://cdn.bachtrack.com/files/467517-DE%20Annual%20classical%20music%20statistics%202025.pdf

Tod des Schweizer Rock-Pioniers Hardy Hepp

Laut einer Mitteilung des Pop-Journalisten Sam Mumenthaler ist der Schweizer Rock-Pionier Hardy Hepp im Alter von 82 Jahren verstorben.

Hardy Hepp 2018 in Zürich. Foto: SRF

Hepp, der als Sohn einer Konzertsängerin und eines Sekundarlehrers in Rüti im Zürcher Oberland aufwuchs, produzierte mit der Gruppe Les Sauterelles das erste Pop-Album der Schweiz. Ab 1968 moderierte er mit «Hits à Gogo» die erste Popmusik-Sendung des Schweizer Fernsehens. Mit dem Schlagzeuger Düde Dürst gründete er im gleichen Jahr die Gruppe Krokodil. In der Folge arbeitete er mit allem was in der Schweizer Jazz- und Rock-Szene Rang und Namen hatte.

Hepp war auch ein Pionier der Ökobewegung: 1987 war er einer der Mitbegründer der Grünen Bewegung, einer Vorläuferin der Grünen Partei in Graubünden. 1991 gründete er den legendären Heppchor, in dem unter anderen auch Dodo Hug und Vera Kaa sangen. Nach 2011 beendete er seine Karriere auf der Bühne und als Aufnahmeleiter. Er ist nun nach längeren gesundheitlichen Problemen im Spital Frauenfeld verstorben.

In Deutschland bleiben viele Orchesterstellen unbesetzt

Die Zahl der Musikerinnen und Musiker in deutschen Berufsorchestern ist stabil. Fast jede zwanzigste Planstelle kann aus verschiedenen Gründen allerdings nicht besetzt werden.

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Bild: SWR)

2026 gibt es 9748 ausgewiesene Planstellen und damit 33 weniger als 2024, schreibt die deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono. Die Orchesterträger besetzten  tatsächlich viel weniger Stellen. Aktuell seien es gerade mal 9292, 456 seien vakant. Die Ursachen sind laut Unisono-Co-Geschäftsführer Robin von Olshausen vielfältig. Fachkräftemangel, regionale Standortnachteile und mitunter lange Einstellungsverfahren erschwerten die Besetzung. Besorgniserregend hohe Vakanzquoten haben beispielsweise das Philharmonische Orchester Erfurt (21 Prozent), das Orchester der Komischen Oper Berlin (18 Prozent) oder das Gürzenich-Orchester Köln (14 Prozent).

Besonders grosse Sorgen machen Unisono die steigenden Unsicherheiten der Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Rundfunkorchester, -chöre und -bigbands sind davon zunehmend betroffen. Aktuell gibt es konkrete Überlegungen beim SWR und SR, die auf einen Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie hinauslaufen. Dieser Schritt träfe ein exzellentes Orchester, das regional ausgesprochen stark verankert ist und noch immer unter den Folgen einer vorangegangenen Fusion leidet.

Stadt Luzern sucht den Dialog mit Kulturschaffenden

Die Stadt Luzern will den regelmässigen Austausch mit der lokalen Kulturszene stärken. Aktuelle kulturpolitische Themen sollen gemeinsam diskutiert werden.

Luzern (Bild: Andyindia)

Mindestens einmal pro Jahr lädt die Stadt Luzern zu den «Luzerner Kulturgesprächen» ein. Bei diesem Format werden aktuelle Themen, Herausforderungen und Chancen im Kulturbereich diskutiert. Stadtpräsident Beat Züsli, Bildungsdirektor, informiert gemeinsam mit der Dienstabteilung Kultur und Sport über aktuelle Kulturprojekte und kulturpolitische Entwicklungen in der Förderung. Gleichzeitig erhalten Kulturschaffende Raum, ihre Erfahrungen, Perspektiven und Anliegen einzubringen.

Ziel des neuen Formats ist es, den Dialog zu intensivieren, den fachlichen Austausch zu fördern und mit Fachreferaten Impulse für künftige Themenschwerpunkte zu setzen. Im gemeinsamen Gespräch sollen Herausforderungen benannt und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt werden, um die Vielfalt des Luzerner Kulturschaffens weiter zu stärken.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2726378

 

Jordi Savall mit Ernst-von-Siemens-Musikpreis geehrt

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis 2026 geht an den Musiker Jordi Savall, der von 1974 bis 1992 an der Schola Cantorum Basiliensis Viola da Gamba unterrichtete.

Jordi Savall (Bild: Georges Seguin)

Savall studierte zunächst in Barcelona Violoncello, bis er infolge seiner Begeisterung für die Musik der Renaissance die Viola da Gamba zu seinem Instrument erkor. Er schloss sein Studium in Basel an der Schola Cantorum Basiliensis ab, an der er später selbst Viola da Gamba unterrichten sollte. Seit den späten 1960er-Jahren habe er sich unermüdlich für die Alte Musik eingesetzt. Nicht nur als Interpret, sondern auch als Wissenschaftler, der Handschriften des Mittelalters und der Renaissance erforschte, schreibt die Ernst-von-Siemens-Muskikstiftung. Savall erhält den mit 250’000 Euro hochdotierten Preis 2026 für sein Lebenswerk.

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis wird seit 1973 von der privaten Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, die ihren Sitz in der Schweiz hat, alljährlich vergeben. Die Stiftung fördert Kompositionsaufträge, Festivals, Konzerte mit Ur- und Wiederaufführungen, Akademien, Symposien und die Herausgabe musikwissenschaftlicher Schriften. 2026 erhöht sie erneut das Förderbudget und vergibt insgesamt 4,3 Millionen Euro an Fördermitteln. Der grösste Anteil der Fördersumme geht mit 3,3 Millionen Euro an zeitgenössische Musikprojekte weltweit.

Rizzo übernimmt Konzertsparte von Konzert und Theater St. Gallen

Der italienische Dirigent Pietro Rizzo wird Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Konzertsparte von Konzert und Theater St. Gallen.

Pietro Rizzo (Foto: Urs Bucher)

Geboren und aufgewachsen in Rom, studierte Pietro Rizzo Violine – zunächst in seiner Heimatstadt, danach in Siena und Dallas. Darauf folgte ein Studium in Orchesterleitung an der Sibelius Academy in Helsinki bei Jorma Panula und Leif Segerstam. Engagements führten ihn als Ersten Kapellmeister ans Aalto-Theater in Essen, an der Göteborg Opera war er Chefdirigent, und er gastiert regelmässig an der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Im Sommer 2026 wird Pietro Rizzo an den Bregenzer Festspielen debütieren. Zwischen 2001 und 2019 hatte er eine Gastprofessur an der International Opera Academy (IOA) in Gent inne.

Pietro Rizzo setzte sich über mehrere Monate in einem siebenstufigen Bewerbungsverfahren als klarer Favorit gegen über 30 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch. Er übernimmt die Nachfolge von Modestas Pitrenas mit Beginn der Spielzeit 2026/27.  Zeitgleich mit der Wahl von Pietro Rizzo erfolgte die vorzeitige Vertragsverlängerung in zwei weiteren Spartenleitungen: Barbara-David Brüesch und Frank Fannar Pedersen bleiben bis mindestens Ende der Spielzeit 2030/31 Leiterin des Schauspiels beziehungsweise Leiter der Tanzsparte.

Deutscher Musikrat fordert Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik

Der Deutsche Musikrat fordert rasches und konsequentes Handeln zur Sicherung der Kirchenmusik in Deutschland. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Der Thomanerchor vor der Wilhelm-Sauer-Orgel in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Tom Thiele

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftemangels aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen, nicht besetzbarer oder wegfallender Stellen und fehlender Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände besteht dringender Handlungsbedarf. Um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu sichern, braucht es gebündeltes Engagement und eine gemeinsame Strategie von Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft.

Aktuelle Erhebungen des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) belegen die hohe gesellschaftliche Relevanz der Kirchenmusik: Von den bundesweit 16,3 Millionen Amateurmusizierenden musizieren 23 Prozent in  der Kirche und von den Amateurmusizierenden ab 16 Jahren geben 23 Prozent an, über die Kirchen in engeren Kontakt zur Musik gekommen zu sein. 3300 hauptamtliche Fachpersonen bilden das Rückgrat des ehrenamtlichen musikalischen Engagements und tragen mit Konzerten, Proben und musikalischer Bildung das kulturelle Leben in kirchlichen Gemeinden und Kommunen.

Die ganze Stellungnahme: 
https://www.musikrat.de/fileadmin/redaktion/news/2026/01_2026/2026_01_21_DMR_Positionspapier_Zukunft_der_Kirchenmusik_sichern.pdf

Arman wird Künstlerischer Leiter der Münchener Bach-Akademie

Der Brite Howard Arman, der von 2011 bis 2016 als Musikdirektor des Luzerner Theaters amtierte, übernimmt die künstlerische Leitung des Münchener Bach-Chores, des Münchener Bach-Orchesters und der Münchener Bach-Akademie.

Howard Arman (Bild: Bayerischer Rundfunk, Klangkörper Marketing)

Geboren 1954 in London, wurde Arman in seiner Heimatstadt am Trinity College of Music ausgebildet. Von 1983 bis 2000 leitete er den Salzburger Bachchor, mit dem er 1995 erstmals bei den Salzburger Festspielen auftrat. Von 1998 bis 2013 amtierte Howard Arman als Künstlerischer Leiter des MDR-Rundfunkchors in Leipzig und von 2011 bis 2016 als Musikdirektor am Luzerner Theater. Das neue Amt in München übernimmt er ab der Saison 2026/27.

Die Münchener Bach-Akademie entstand aus dem Wunsch, die Musik Johann Sebastian Bachs in München kontinuierlich und auf hohem künstlerischem Niveau zu pflegen. Seit ihrer Gründung entwickelte sie sich zu einer festen Größe im Musikleben der Stadt mit Konzerten, Projekten und musikpädagogischer Arbeit. Dabei verbindet ihre Geschichte von Anfang an historische Aufführungspraxis mit dem Anspruch, Bachs Musik immer wieder neu und lebendig zu vermitteln.

Gerszt übernimmt an der ZHdK Profil-Leitung

Daniella Gerszt ist an der Zürcher Hochschule der Künste zur Leiterin des Profils Komposition, Musiktheorie, Sound Design und Tonmeister:in ernannt worden.

Daniella Gerszt (Bild: Jarrod Freedman)

Sie tritt die neue Position zum 1. August 2026 an und folgt auf Felix Baumann, der die Profilleitung zum Ende des Frühlingssemesters abgibt. Er war der ZHdK über 30 Jahre eng verbunden und tritt im Juli 2026 in den Ruhestand. Mit Daniella Gerszt habe das Departement Musik eine erfahrene Fachperson mit ausgewiesener Expertise vor allem in der Musiktheorie gewinnen können, schreibt die ZHdK.

Daniella Gerszt stammt aus Chur und studierte Klavier und Musiktheorie an der Hochschule Luzern – Musik. Weitere Klavierstudien führten sie nach London an die Royal Academy of Music. Sie war Lehrbeauftragte für Musiktheorie an der staatlichen Hochschule für Musik Trossingen (D), seit 2011 Dozentin für Musiktheorie an der Hochschule Luzern – Musik und dort seit 2020 Studienkoordinatorin für Komposition, Musiktheorie, Music Research, Artistic Research und Music and Digital Creation. Seit 2013 lehrt sie bereits Musiktheorie / Gehörbildung an der Zürcher Hochschule der Künste und übernimmt nun die Leitung des Profils.

Tonhalle-Orchester mit ICMA-Award ausgezeichnet

Die Aufnahme von Mahlers Sinfonie Nr. 5 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi wird mit einem ICMA ausgezeichnet.

Konzert des Tonhalle-Orchesters (Foto: Kira Kynd)

Die Sinfonie Nr. 5 war die erste, die im Rahmen des Mahler-Zyklus‘ des Orchesters erschienen ist. Sie wurde bereits mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/25 auszeichnet. Laut ICMA-Jury zeichnet sich die Einspielung durch «beispiellose Präzision, wunderbare Harmonie und perfekt abgestimmte Tempi aus».

Neben dem Tonhalle-Orchester zeichnen die ICMA (International Classical Music Awards) auch den Dokumentarfilm «Die Alchemie der Musik» von  Regisseur Jan Schmidt-Garre und dem Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi aus, in dem ältere Kollegen Piemontesis Einblicke in die Geheimnisse des Klavierspiels geben.

Die ICMA werden seit 2011 jährlich verliehen. Sie werden durch unabhängige Medienschaffende vergeben. Die Verleihung der ICMA findet in immer andern Ländern statt,  dieses Jahr am 18. März 2026 in der Keilberth-Halle in Bamberg.

 

Franz Manser mit Innerrhoder Kulturpreis ausgezeichnet

Der Akkordeonist und Komponist Franz Manser erhält den Innerrhoder Kulturpreis. Er wird damit für sein langjähriges Schaffen und Wirken in der Appenzeller Volksmusik ausgezeichnet.

Franz Manser (Bild: ID·MANSER)

Franz Manser begann als Primarschüler Schwyzerörgeli zu spielen, wechselte aber bald zur Handorgel und trat mit 14 Jahren erstmals öffentlich auf. Seither spielte er in verschiedensten Formationen und ist laut der Medienmitteilung des Kantons aus der Volksmusikszene nicht mehr wegzudenken. Als Komponist verfasste er rund 70 bis 80 Stücke, darunter zahlreiche Walzer, Schottisch und Ruggusseli, die heute zum festen Bestandteil des Appenzeller Repertoires gehören.

Sein unverwechselbarer Stil verbinde Tradition mit lebendiger Spielfreude und habe die Volksmusik weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt gemacht, schreibt der Kanton weiter. Neben seiner musikalischen Tätigkeit führte Franz Manser ein Strassenbaugeschäft und betrieb ein Restaurant.

Jordan mit Österreichischem Ehrenkreuz geehrt

Der Schweizer Dirigent Philippe Jordan ist in Wien mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der I. Klasse ausgezeichnet worden.

Philippe Jordan. Foto (Auschnitt): Radio France/Christophe Abramowitz

Mit dieser Auszeichnung ehre die Republik einen Dirigenten, dessen künstlerische Integrität, geistige Tiefe und menschliche Grösse das Musikleben weit über Österreich hinaus geprägt habe und weiter prägen werde, heisst es in der Laudatio. Jordan verbinde in seiner Arbeit Präzision mit tiefer musikalischer Empfindung, menschliche Grösse mit künstlerischer Leidenschaft. In seiner Arbeit an der Wiener Staatsoper, an der Pariser Oper und auf den grossen Bühnen der Welt verkörpere er eine seltene Balance aus analytischer Klarheit und tief empfundenem, organischem Musizieren.

Jordan amtete von 2001 bis 2004 als Chefdirigent des Grazer Opernhauses und von  2014 bis 2020 der Wiener Symphoniker. Von 2020 bis Juni 2025 war Philippe Jordan Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Mit Beginn der Saison 2027/28 übernimmt er die Position des Musikdirektors beim Orchestre National de France.

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