Deutscher Musikrat fordert Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik

Der Deutsche Musikrat fordert rasches und konsequentes Handeln zur Sicherung der Kirchenmusik in Deutschland. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Der Thomanerchor vor der Wilhelm-Sauer-Orgel in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Tom Thiele

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftemangels aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen, nicht besetzbarer oder wegfallender Stellen und fehlender Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände besteht dringender Handlungsbedarf. Um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu sichern, braucht es gebündeltes Engagement und eine gemeinsame Strategie von Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft.

Aktuelle Erhebungen des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) belegen die hohe gesellschaftliche Relevanz der Kirchenmusik: Von den bundesweit 16,3 Millionen Amateurmusizierenden musizieren 23 Prozent in  der Kirche und von den Amateurmusizierenden ab 16 Jahren geben 23 Prozent an, über die Kirchen in engeren Kontakt zur Musik gekommen zu sein. 3300 hauptamtliche Fachpersonen bilden das Rückgrat des ehrenamtlichen musikalischen Engagements und tragen mit Konzerten, Proben und musikalischer Bildung das kulturelle Leben in kirchlichen Gemeinden und Kommunen.

Die ganze Stellungnahme: 
https://www.musikrat.de/fileadmin/redaktion/news/2026/01_2026/2026_01_21_DMR_Positionspapier_Zukunft_der_Kirchenmusik_sichern.pdf

Arman wird Künstlerischer Leiter der Münchener Bach-Akademie

Der Brite Howard Arman, der von 2011 bis 2016 als Musikdirektor des Luzerner Theaters amtierte, übernimmt die künstlerische Leitung des Münchener Bach-Chores, des Münchener Bach-Orchesters und der Münchener Bach-Akademie.

Howard Arman (Bild: Bayerischer Rundfunk, Klangkörper Marketing)

Geboren 1954 in London, wurde Arman in seiner Heimatstadt am Trinity College of Music ausgebildet. Von 1983 bis 2000 leitete er den Salzburger Bachchor, mit dem er 1995 erstmals bei den Salzburger Festspielen auftrat. Von 1998 bis 2013 amtierte Howard Arman als Künstlerischer Leiter des MDR-Rundfunkchors in Leipzig und von 2011 bis 2016 als Musikdirektor am Luzerner Theater. Das neue Amt in München übernimmt er ab der Saison 2026/27.

Die Münchener Bach-Akademie entstand aus dem Wunsch, die Musik Johann Sebastian Bachs in München kontinuierlich und auf hohem künstlerischem Niveau zu pflegen. Seit ihrer Gründung entwickelte sie sich zu einer festen Größe im Musikleben der Stadt mit Konzerten, Projekten und musikpädagogischer Arbeit. Dabei verbindet ihre Geschichte von Anfang an historische Aufführungspraxis mit dem Anspruch, Bachs Musik immer wieder neu und lebendig zu vermitteln.

Gerszt übernimmt an der ZHdK Profil-Leitung

Daniella Gerszt ist an der Zürcher Hochschule der Künste zur Leiterin des Profils Komposition, Musiktheorie, Sound Design und Tonmeister:in ernannt worden.

Daniella Gerszt (Bild: Jarrod Freedman)

Sie tritt die neue Position zum 1. August 2026 an und folgt auf Felix Baumann, der die Profilleitung zum Ende des Frühlingssemesters abgibt. Er war der ZHdK über 30 Jahre eng verbunden und tritt im Juli 2026 in den Ruhestand. Mit Daniella Gerszt habe das Departement Musik eine erfahrene Fachperson mit ausgewiesener Expertise vor allem in der Musiktheorie gewinnen können, schreibt die ZHdK.

Daniella Gerszt stammt aus Chur und studierte Klavier und Musiktheorie an der Hochschule Luzern – Musik. Weitere Klavierstudien führten sie nach London an die Royal Academy of Music. Sie war Lehrbeauftragte für Musiktheorie an der staatlichen Hochschule für Musik Trossingen (D), seit 2011 Dozentin für Musiktheorie an der Hochschule Luzern – Musik und dort seit 2020 Studienkoordinatorin für Komposition, Musiktheorie, Music Research, Artistic Research und Music and Digital Creation. Seit 2013 lehrt sie bereits Musiktheorie / Gehörbildung an der Zürcher Hochschule der Künste und übernimmt nun die Leitung des Profils.

Tonhalle-Orchester mit ICMA-Award ausgezeichnet

Die Aufnahme von Mahlers Sinfonie Nr. 5 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi wird mit einem ICMA ausgezeichnet.

Konzert des Tonhalle-Orchesters (Foto: Kira Kynd)

Die Sinfonie Nr. 5 war die erste, die im Rahmen des Mahler-Zyklus‘ des Orchesters erschienen ist. Sie wurde bereits mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/25 auszeichnet. Laut ICMA-Jury zeichnet sich die Einspielung durch «beispiellose Präzision, wunderbare Harmonie und perfekt abgestimmte Tempi aus».

Neben dem Tonhalle-Orchester zeichnen die ICMA (International Classical Music Awards) auch den Dokumentarfilm «Die Alchemie der Musik» von  Regisseur Jan Schmidt-Garre und dem Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi aus, in dem ältere Kollegen Piemontesis Einblicke in die Geheimnisse des Klavierspiels geben.

Die ICMA werden seit 2011 jährlich verliehen. Sie werden durch unabhängige Medienschaffende vergeben. Die Verleihung der ICMA findet in immer andern Ländern statt,  dieses Jahr am 18. März 2026 in der Keilberth-Halle in Bamberg.

 

Franz Manser mit Innerrhoder Kulturpreis ausgezeichnet

Der Akkordeonist und Komponist Franz Manser erhält den Innerrhoder Kulturpreis. Er wird damit für sein langjähriges Schaffen und Wirken in der Appenzeller Volksmusik ausgezeichnet.

Franz Manser (Bild: ID·MANSER)

Franz Manser begann als Primarschüler Schwyzerörgeli zu spielen, wechselte aber bald zur Handorgel und trat mit 14 Jahren erstmals öffentlich auf. Seither spielte er in verschiedensten Formationen und ist laut der Medienmitteilung des Kantons aus der Volksmusikszene nicht mehr wegzudenken. Als Komponist verfasste er rund 70 bis 80 Stücke, darunter zahlreiche Walzer, Schottisch und Ruggusseli, die heute zum festen Bestandteil des Appenzeller Repertoires gehören.

Sein unverwechselbarer Stil verbinde Tradition mit lebendiger Spielfreude und habe die Volksmusik weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt gemacht, schreibt der Kanton weiter. Neben seiner musikalischen Tätigkeit führte Franz Manser ein Strassenbaugeschäft und betrieb ein Restaurant.

Jordan mit Österreichischem Ehrenkreuz geehrt

Der Schweizer Dirigent Philippe Jordan ist in Wien mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der I. Klasse ausgezeichnet worden.

Philippe Jordan. Foto (Auschnitt): Radio France/Christophe Abramowitz

Mit dieser Auszeichnung ehre die Republik einen Dirigenten, dessen künstlerische Integrität, geistige Tiefe und menschliche Grösse das Musikleben weit über Österreich hinaus geprägt habe und weiter prägen werde, heisst es in der Laudatio. Jordan verbinde in seiner Arbeit Präzision mit tiefer musikalischer Empfindung, menschliche Grösse mit künstlerischer Leidenschaft. In seiner Arbeit an der Wiener Staatsoper, an der Pariser Oper und auf den grossen Bühnen der Welt verkörpere er eine seltene Balance aus analytischer Klarheit und tief empfundenem, organischem Musizieren.

Jordan amtete von 2001 bis 2004 als Chefdirigent des Grazer Opernhauses und von  2014 bis 2020 der Wiener Symphoniker. Von 2020 bis Juni 2025 war Philippe Jordan Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Mit Beginn der Saison 2027/28 übernimmt er die Position des Musikdirektors beim Orchestre National de France.

Francisco Coll kann Opern-Uraufführung nicht selber leiten

Der spanische Komponist Francisco Coll, der 2018 als Composer-in-Residence der Camerata Bern amtete und für Sol Gabetta und Patricia Kopatchinskaja mehrere Werke schrieb, ist Opfer einer Streifung.

Francisco Coll (Bild: Judith Lötscher)

In einer persönlichen Mitteilung schreibt Coll laut dem Online-Magazin Slipped Disc, er müsse sich aufgrund einer kürzlich erlittenen leichten transitorischen ischämischen Attacke von der Leitung seiner Oper Enemigo del pueblo im Teatro Real in Madrid leider zurückziehen. Er erhole sich aber gut und hoffe, nach seiner vollständigen Genesung wieder auf das Podium zurückkehren zu können.

Coll amtete 2018-19 als Composer-in-Residence bei der Camerata Bern, eine Position, die in der Uraufführung des Doppelkonzerts Les Plaisirs Illuminés mit Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta als Solistinnen und dem Komponisten selbst als Dirigenten gipfelte. Ein Violinkonzert für Kopatchinskaja, das vom Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem London Symphony Orchestra, dem Seattle Symphony Orchestra, der NTR Zaterdag Matinee und den Bamberger Symphonikern in Auftrag gegeben wurde, kam im Februar 2020 zur Uraufführung. Sein Cellokonzert wurde 2022 mit Sol Gabetta in der Philharmonie de Paris unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt und erlebte seine britische Premiere bei den BBC Proms 2024 mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Tianyi Lu.

Renovationsarbeiten im Grand Théâtre de Genève

Das Grand Théâtre schliesst an der Place de Neuve bis Ende Juni 2027 seine Türen, um Arbeiten durchzuführen, darunter den Austausch der Bühnenmaschinerie, die akustische Verbesserung des Orchestergrabens sowie die Verbesserung der Akustik.

Grand Théâtre de Genève. Foto: MaykovNikita/depositphotos.com

Ab sofort finden daher alle Opern- und Ballettproduktionen des Grand Théâtre auf der Bühne des Bâtiment des Forces Motrices (BFM), Place des Volontaires 2, in Genf statt. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Programm La Plage werden in Zusammenarbeit mit anderen lokalen Institutionen an verschiedenen Orten stattfinden. Der Ticketverkauf und der Empfang des Grand Théâtre bleiben hingegen im aktuellen Gebäude an der Place de Neuve.

Während einer Renovation des Grand Théâtre de Genève in den 1990er-Jahren wurde in der Maschinenhalle eines ehemaligen Wasserkraftwerks in der Genfer Innenstadt eine neue Bühne gebaut. Der Saal mit 945 Sitzen wird Bâtiment des Forces Motrices  oder Salle Théodore Turrettini nach dem Erbauer des Wasserkraftwerks genannt. Zuerst nur als temporäre Bühne geplant, wird dieser Saal mittlerweile normalerweise für Ballettaufführungen, Kammeropern und Barockopern verwendet.

 

Tod des Schweizer Flötisten Peter-Lukas Graf

Laut internationalen Medien ist der Schweizer Flötist Peter-Lukas Graf im Alter von 97 Jahren in Binningen verstorben.

 

Peter-Lukas Graf (Bild: Yamaha/Schott)

Graf studierte Flöte bei André Jaunet in der Schweiz und am Pariser Konservatorium bei Marcel Moyse und Roger Cortet. Neben seinem Instrumentalstudium absolvierte er auch eine Ausbildung zum Dirigenten. Er war besonders mit der von Moyse geprägten französischen Flötentradition verbunden, pflegte aber auch eine starke Verbindung zur deutschsprachigen Musikkultur.

Als Pädagoge war er viele Jahre lang Dozent an der Musikakademie Basel, wo er Generationen von Flötisten ausbildete, die später internationale Karrieren machten. Seine Diskografie als Flötist und Dirigent umfasst Aufnahmen des zentralen Flötenrepertoires sowie weniger bekannter Werke. Neben zahlreichen gewichtigen internationalen Preisen wurde ihm in den Vereinigten Staaten auch ein Lifetime Achievement Award der National Flute Association zugesprochen, um seinen bleibenden Einfluss auf das Flötenspiel und die Flötenausbildung weltweit zu würdigen.

 

Fischer bleibt bis 2031 in São Paulo

Der Schweizer Dirigent Thierry Fischer hat seinen Vertrag als Musikdirektor und Chefdirigent mit dem Symphonieorchester von São Paulo bis Ende 2031 verlängert.

Tierry Fischer (Bild: Marco Borggreve)

Laut der Mitteilung Fischers auf seiner eigenen Webseite will er durch Tourneen, Künstlerresidenzen und strategische Kooperationen mit führenden Solisten, Dirigenten, Komponisten und Kulturinstitutionen weltweit besonderen Wert auf die Stärkung der internationalen Präsenz des Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo (Osesp)  legen. Das Experimentieren mit neuen Konzertformaten und ein engerer Dialog mit digitalen Plattformen sollen ebenfalls eine Rolle spielen und die Reichweite des Orchesters erweitern.

Fischer begann seine musikalische Laufbahn als Soloflötist in Hamburg sowie an der Oper Zürich. Als Music Director des BBC National Orchestra of Wales trat er jährlich bei den BBC Proms auf. Er war Music Director des Nagoya Philharmonic Orchestra und des Utah Symphony Orchestra sowie erster Gastdirigent der Seouler Philharmoniker. Seit 2020 ist er Musikdirektor des Osesp und seit 2022 des Orquesta Sinfónica de Castilla y León.

Das Osesp wurde 1954 gegründet und von 1997 bis 2008 vom brasilianischen Dirigenten John Neschling geleitet. Nachfolger von Neschling war ab 2009 Yan Pascal Tortelier, der das Orchester bis 2011 leitete. Auf ihn folgten Marin Alsop und ab 2016 Thierry Fischer, zunächst als Gastdirigent. Seit 1999 spielt das Orchester in der Sala São Paulo, die seitdem als Heimspielstätte des Orchesters gilt und für ihre herausragende Akustik bekannt ist.

 

Saviet unterrichtet in Basel Creative Interpretation in New Music

Die amerikanische Geigerin Sarah Saviet wird am Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel Professorin für Creative Interpretation in New Music.

Sarah Saviet (Bild: FHNW)

Sarah Saviet sei eine Violinistin, die sich der Aufführung zeitgenössischer Musik widme, schreibt die Basler Musikhochschule. Sie tritt als Solistin und Kammermusikerin auf und ist Mitglied des Saviet/Houston-Duos sowie des Ensemble Mosaik. Zu ihren jüngsten Auftritten zählen die Uraufführung eines abendfüllenden 90-minütigen Duos von Sarah Hennies bei den Donaueschinger Musiktagen und beim hcmf// sowie Konzerte bei Eclat Stuttgart, Ultraschall Berlin, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Eavesdropping und dem Aldeburgh Festival.

Saviet war Gastkünstlerin an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Hannover, der University of Huddersfield, der University of Chicago und der University of California San Diego. Neben ihren künstlerischen Aktivitäten ist sie Dozentin der Violinklasse bei den Darmstädter Ferienkursen, und sie hat einen Lehrauftrag an der Hochschule Luzern – Musik im Institut für Neue Musik, Komposition und Theorie. Ihre Lehrtätigkeit in Basel wird sie im Herbstsemester 2026/27 aufnehmen.

Viotti wird in Zürich Generalmusikdirektor

Das Opernhaus Zürich teilt mit, dass Lorenzo Viotti für die Spielzeiten 2028/29 und 2029/30 die musikalische Leitung im Haus übernimmt.

Opernhaus Zürich (Bild: Torbjorn Toby Jorgensen)

Geboren in Lausanne in eine franko-italienische Musikerfamilie, studierte Viotti zunächst Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon, bevor er seine Dirigierausbildung in Wien und Weimar fortsetzte. Internationale Anerkennung erlangte er durch den Gewinn mehrerer bedeutender Wettbewerbe, darunter der Nestlé Young Conductors Award bei den Salzburger Festspielen, der Dirigierwettbewerb des MDR-Sinfonieorchesters und der Internationale Dirigierwettbewerb Cadaqués.

2021 wurde Viotti in Doppelfunktion Chefdirigent des Nederlands Philharmonisch Orkest sowie der Nationalen Oper in Amsterdam. Mit Beginn der Saison 2026–2027 übernimmt er die Position des Musikdirektors des Tokyo Symphony Orchestra. In Zürich tritt er die Nachfolge von Gianandrea Noseda an, der das Amt seit 2021 innehat.

HSLU entwickelt Gehör-Trainings

Eine Forschungsgruppe der Hochschule Luzern entwickelt hörpädagogische Ansätze, mit denen im Alter die Hörfähigkeit aktiviert und erhalten bleibt.

(Bild: zVg/HSLU)

Die vom Schweizerischen Nationalfonds mitgeförderten Methodenentwicklungen werden in Zusammenarbeit mit Heimen in Kriens realisiert. Die Heime verfügen bereits über ein musikbasiertes Angebot und zudem Offenheit für neue Experimente, war für das Projekt laut er Mitteilung der Hochschule Luzern (HSLU) einen Glücksfall darstellt. Zum Heimalltag gehört bereits gemeinsames Singen und Musizieren. Das Projekt wollte noch etwas mehr: Über kreative, akustische Momente miteinander in Kontakt kommen.

Die erprobten Angebote richteten sich ausdrücklich an alle interessierten Bewohnerinnen und Bewohner, unabhängig von musikalischer Vorerfahrung und davon, warum sie in den Heimen Kriens leben.

Originalartikel:
https://www.hslu.ch/de-ch/hochschule-luzern/ueber-uns/medien/medienmitteilungen/2025/12/18/zuhoeren-als-intervention/

Datenbank zum Musikleben Wiens um 1800

Im Rahmen des Projekts «Das Konzertleben in Wien 1780–1830» ist eine Datenbank aller musikalischen Aufführungen entstanden, die damals in der europäischen Musik-Metropole stattgefunden haben.

Stefan Weinzierl und sein Team haben es sich am Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin zur Aufgabe gemacht, die Musik-Ereignisse vergangener Epochen digital wiederauferstehen zu lassen. (Bild: Ulrich Dohl)

Berliner Fachleute und ein Team des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien haben zeitgenössische Berichte aus Zeitungen, Musikzeitschriften und privaten Tagebüchern gesichtet, Radierungen und Stiche, Grundrisse und Baupläne von Konzertsälen analysiert. Dabei entdeckten sie auch Musikveranstaltungen, von denen vorher nichts bekannt war.

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts «Das Konzertleben in Wien 1780–1830» ist so eine Datenbank aller musikalischen Aufführungen entstanden, die damals in der europäischen Musik-Metropole stattgefunden haben. Neben Texten und historischen Bildern enthält diese auch 3D-Modelle der einzelnen Aufführungsräume.

Mehr Info: 
https://www.tu.berlin/news/pressemitteilung/musikalische-zeitreisen

Catherine Huth erhält Luzerner Kulturförderpreis

Der Kanton Luzern verleiht Catherine Huth für ihr vielseitiges und langjähriges Kulturschaffen den mit 15’000 Franken dotierten Kulturförderpreis.

Catherine Huth (Bild: zVg/Kanton Luzern)

Catherine Huth zeichne sich durch ein grosses und vielseitiges kulturelles Engagement in den unterschiedlichsten Kulturbereichen aus, schreibt der Kanton. Mit ihrem Einsatz für kulturpolitische Themen und Anliegen habe die Kulturvermittlerin, Produktionsleiterin, Künstlerin und Kulturveranstalterin die Luzerner Kulturlandschaft seit Jahren ganz wesentlich mitgestaltet und geprägt.

Neben ihrem eigenen künstlerischen Schaffen im Atelier hat sich Catherine Huth immer auch aktiv für die Luzerner Kulturszene eingesetzt. In Huths langjähriger Zeit von 2009 bis 2014 als Geschäftsführerin der IG Kultur, hat sie mit grossem Einsatz die Anliegen der freien Kultur- und Kunstschaffenden vertreten. 2012 hat sie ihr eigenes Büro «fürimfall» gegründet und dort freiberuflich diverse Kulturprojekte geleitet und Mandate übernommen. Seit 2024 engagiert sie sich als Mitglied der Festivalleitung für die Stanser Musiktage.

Mit dem Preis zeichnet die Kulturförderungskommission jährlich Personen aus, die mit ihrem Werk, ihrer Tätigkeit oder auf andere Weise eine besondere Leistung für das kulturelle Leben des Kantons Luzern erbringen.

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