«Collaboration» war der thematische Angelpunkt der Donaueschinger Musiktage 2023 vom 19. bis 22. Oktober. Zeitweilig schien die bedrückende Weltlage bis in die Kompositionen einzuwirken.
Thomas Meyer
- 24. Okt. 2023
Clara Iannotta. Foto: SWR, Astrid Karger
Abrupt mittendrin bricht der leiser werdende Klangstrom ab, unvermittelt, die Musiker verharren, ein loser Faden scheint noch verloren in der Luft zu schweben. Und von einer Verlorenheit spricht auch die italienische Komponistin Clara Iannotta in ihrem Kommentar. Eine Krankheit habe sie 2020 gezwungen, sich zu verändern. Statt konzentriert arbeiten zu können, «fühlte ich mich verloren […], ich weiss noch nicht, wer ich bin und was meine Musik sein wird». Ihr Stück where the dark earth bends, komponiert für das ungemein subtil blasende Posaunenduo Rage Thormbones und das SWR-Symphonieorchester, wurde trotzdem ein erster Höhepunkt. Wie hier die Soli, das Orchester und die Elektronik zu einer Einheit verschmelzen, war schlicht meisterlich. Das Ohr wurde hineingezogen.
Diffuses und Blasses
Das war nicht immer so bei den diesjährigen Donaueschinger Musiktagen. Tatsächlich schwebte ein Gefühl von Verlorenheit heuer über manchem Stück, aber nur selten gelang es der Musik, Präsenz zu erlangen. Manches blieb zu diffus und kraftlos. Selbst die poetische und in sich überzeugende Komposition Dunst – als käme alles zurück, die Elnaz Sayedi zusammen mit der Dichterin Anja Kampmann geschaffen hat, wirkte streckenweise wie eine dystopische Idylle.
Vielleicht ist es den Zeitumständen, nein: diesen brutal kriegerischen Monaten geschuldet, dass sich eine gewisse Hoffnungslosigkeit breitmacht, Desillusionierung, die nicht an Zugkraft gewinnen mag. Die Saxofonistin Matana Roberts etwa liess in ihrerElegy for Tyre: «Welcome to the World through my eyes …», die eines von Polizisten in Memphis getöteten Afroamerikaners gedenkt, das SWR-Symphonieorchester über eine Textpartitur improvisieren, was leider zu wenig Aussagekraft entwickelte. Weniger die Orchesterklänge bedrückten als das Flüstern am Ende. Der Versuch der US-Amerikanerin Jessie Marino, in ihren murder ballads die Gewalt an Frauen durch sanfte Lieder zu bannen, verblasste vollends. Das Stück des sonst so brillanten Perkussionisten Tyshawn Sorey, For Ross Gay (den Biografen der Basketball-Legende Julius Erving), steigerte sich nach einem gleichmässigen Kondukt erst am Ende zu einem gleissenden Crescendo.
Nuanciertes und Triebhaftes
In ihrem ersten grösstenteils eigenverantworteten Jahrgang hat die Festivalleiterin Lydia Rilling sich (neben einem hohen Grad an Diversity) das Thema «Collaboration» vorgenommen. Die ist in der «klassischen» Tradition zwar durchaus vorhanden, aber auf gewisse Bereiche wie Textvertonung oder Interpretation beschränkt. Dass ein Orchester grosse Teile einer vielleicht gar nicht mehr vorhandenen oder grafischen Partitur improvisiert oder zumindest selber gestaltet, ist die grosse Ausnahme. Die Französin Éliane Radigue verlangt aber gerade das von den Musikerinnen und Musikern. In ihrem Orchesterstück Occam Océan Cinquanta spielte das SWR-Symphonieorchester gemäss den Anweisungen der Co-Komponistin Carol Robinson aus dem Moment, wobei die Spielweise und auch die Form in groben Zügen zuvor erarbeitet worden war. Eine ungemein nuancenreiche Aufführung gelang dabei, eine weite Klanglandschaft.
Was jedoch das flexible Nebeneinander von freiem Spiel, Improvisation, Konzept- und Partiturinterpretation angeht, hatten die Kollegen und Kolleginnen vom Jazz die weitaus besseren Voraussetzungen. Für das grossartige New Yorker Quartett Yarn/Wire (mit zwei Klavieren und zwei Perkussionen) schufen die Saxofonistin Ingrid Laubrock und der Trompeter Peter Evans zwei vielfältige und anregende Stücke, die wieder einiges an Leben und Triebhaftigkeit in dieses Festival einbrachten. Ein Fazit voller Widersprüche also nach diesem Wochenende.
Younghi Pagh Paan. Foto: SWR, Astrid Karger
Berührendes und Ekstatisches
Wie so oft jedoch wurde es im Schlusskonzert auf den Kopf gestellt. Younghi Pagh-Paan gedachte in ihrem berührenden Orchesterstück Frau, warum weinst Du? Wen suchst Du? ihres verstorbenen Ehemanns Klaus Huber. Die Italienerin Francesca Verunelli spielte in Tune and Retune II mit diversen Verstimmungen – und erhielt dafür den Preis des SWR-Orchesters. Das Klavierkonzert von Steven Kazuo Takasugi schliesslich riss nochmals alle Klangmauern nieder: Splitternde Schichtungen, generiert in der Elektronik wohl mithilfe von Algorithmen, fortgesetzt im Orchester, prasselten da aufs Publikum ein, passagenweise sehr laut: eine wahre Freude! Nichts mehr von Verlorenheiten …
Orchesterpreis für Francesca Verunelli, überreicht von Markus Tilier. Foto: SWR, Ralf Brunner
Fritz Muggler: Chronist der Nachkriegsmoderne
Der Kunstkritiker und Organist Fritz Muggler ist laut Todesanzeigen in der NZZ am 25. September 2023 im Alter von 93 Jahren gestorben.
SMZ/ks; Nachruf von Max Nyffeler
- 18. Okt. 2023
Fritz Muggler 2008. Foto: Johannes Anders/Archiv SMZ
1930 in Zürich geboren studierte Fritz Muggler Klavier, Schulmusik, Orgel, später Musikwissenschaft an der Universität Zürich bei Paul Hindemith und Kurt von Fischer, dazu Kunstwissenschaft, Journalismus, Musiktheorie und Komposition. Er war 35 Jahre lang Organist in Schlieren, schrieb für verschiedene Zeitungen, darunter bis zu seiner Pensionierung für die NZZ. An der Schola Cantorum Basiliensis studierte er bei Hans Martin Linde Blockflöte. Er gründete das NewConsortZürich, ein Ensemble für frühe Musik in Kombination mit zeitgenössischer. Viele Jahre besuchte er die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Zudem präsidierte er die Schweizer Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM).
Im Januar 2008 erschien in der SMZ ein Musikprotokoll mit Fritz Muggler von Johannes Anders. Darin finden sich etwas ausführlichere Angaben zu seiner Biografie (Download PDF).
Fritz Muggler hat in der SMZ jahrelang über die Donaueschinger Musiktage berichtet. Einige PDFs zum Download:
Nachruf auf Fritz Muggler von Max Nyffeler (leicht gekürzt veröffentlicht in der Schweizer Musikzeitung 12/203 vom 29. November 2023, S. 31 f.)
Umfassend gebildete Musikkritiker, die sich in Alter und Neuer Musik gleichermassen auskennen und sich zudem noch als praktische Musiker betätigen, sind heute eher selten anzutreffen. Zu ihnen gehörte Fritz Muggler, der am 25. September im hohen Alter von 93 Jahren in Zürich gestorben ist. Die Öffentlichkeit nahm davon kaum Notiz. Er hatte sich schon vor längerer Zeit vom Kritikergeschäft zurückgezogen und tauchte höchstens noch bei Konzerten auf, die ihn persönlich interessierten. Und das waren, was die Gegenwartsmusik angeht, immer weniger; die jüngsten Entwicklungen liess er an sich vorbeiziehen.
Zeitgenosse der Nachkriegsavantgarde
Mit Jahrgang 1930 gehörte Fritz Muggler zur selben Alterskohorte wie die Protagonisten der Nachkriegsavantgarde: Ligeti, Stockhausen, Nono, Boulez, Kagel, Schnebel … An ihren Werken schulte er seine Kriterien. Gründliche musikalische Kenntnisse hatte er sich in seinem Klavier- und Orgelstudium am Zürcher Konservatorium erworben und in der Musikwissenschaft bei Paul Hindemith, der an der Universität Zürich ab 1951 unterrichtete. Doch als junger, neugieriger Musiker besuchte er schon früh auch die Darmstädter Ferienkurse. Damit zählte er zu den wenigen Kennern des damals aufkommenden Serialismus. Einen Eindruck von seiner Kompetenz erhielt ich Anfang der Sechzigerjahre, als ich als angehender Musikwissenschaftler bei Kurt von Fischer in Zürich an einem Seminar über Musik im 20. Jahrhundert – damals ein absolutes Novum an einer Universität – teilnahm. Zu diesem Seminar lud von Fischer Muggler ein, als Gast über Stockhausen zu referieren – er selbst sei in dieser neuen Materie eben nicht so sattelfest. Mugglers Auftritt war für alle ein Gewinn.
Seine berufliche Tätigkeit erstreckte sich über mehr als ein halbes Jahrhundert. Nach journalistischen Anfängen bei den Tageszeitungen Volksrecht und Die Tat wurde er in der Neuen Zürcher Zeitung für Jahrzehnte zu einer gewichtigen Stimme für alles Zeitgenössische, auch schrieb er viel für die Schweizerische Musikzeitung, resp. später für die Schweizer Musikzeitung. Er war stets dabei, wenn es irgendwo Neues zu hören gab, ob im In- oder Ausland. Mit seinen ein Meter neunzig war er eine unübersehbare Erscheinung, und als Gesprächspartner war er von ausnehmender Freundlichkeit – ein aufmerksamer Zuhörer, der tolerant gegenüber anderen Meinungen war und sein eigenes Ich diskret zurücknahm. Als hellwacher Musikkritiker notierte er seine Eindrücke und Überlegungen im Moment des Hörens – in Stenogrammschrift, damit er schreibend Schritt halten konnte mit der Musik. Seine Notizbücher sind ein riesiger Fundus an hörend erworbenem Wissen und müssen Regale gefüllt haben.
Fritz Muggler notierte im Moment des Hörens – in Steno. Bild: Nachlass Fritz Muggler, Zürcher Hochschule der Künste
Fakten statt Meinungen
Aufgeregte Dispute um Richtig und Falsch, einst eine Spezialität der Avantgardezirkel, waren ebenso wenig seine Sache wie Kritikerhäme oder ihr Gegenteil, der heute verbreitete Gefälligkeits- und Freunderljournalismus. Auch auf gesellschaftspolitische Debatten, nach 1968 ein Dauerbrenner in Feuilletons und Fachkreisen, und ihr Nebenprodukt, das bücherfüllende Theoretisieren, liess er sich nicht ein. Er hielt sich lieber an die erkennbaren Fakten und klingenden Resultate und war bestrebt, sie den Leserinnen und Lesern in einfacher und klarer Sprache mitzuteilen. Seine Rolle war die des rational argumentierenden, allem Neuen gegenüber aufgeschlossenen Beobachters, der in sachlich-bescheidenem Tonfall seine Eindrücke und Reflexionen zu Papier brachte – mehr nüchtern urteilender Protokollant des Geschehens als Anwalt künstlerischer Utopien. Mit dieser Haltung und seinem fundierten Wissen wurde Muggler zu einem bedeutenden Chronisten der Nachkriegsmoderne.
Scharfe Stellungnahmen
Bei aller Liberalität scheute er vor scharfen Stellungnahmen nicht zurück. Seine Berichte von den Donaueschinger Musiktagen, die er noch bis 2012 in der Schweizer Musikzeitung veröffentlichte, sind ein Schatzkästlein pointierter Kritikerurteile. Einige Müsterchen (aus den oben zum Download aufgeführten PDFs):
Die Komposition Apon von Beat Furrer lief sich auch tot in den kleinen Tongruppen, die dann immer dem Sprecher Platz gaben für einen Text, den man dennoch nicht verstehen konnte. Furrer hat versucht, den Klang des Sprechens orchestral nachzubilden, was ihm offensichtlich nicht gelungen ist.
Über Bernhard Lang, Monadologie IX: Die immerwährenden kleinteiligen Wiederholungen, die geschwätzig wirken und nichts Neues erbringen, gehen in gut 65 Minuten auf die Nerven.
Ein grundlegendes Problem für viele Komponisten in der nachmodernen Orchestermusik ist aber die Füllung des Klangkörpers, was früher mit Akkordmaterial geschah. Sowohl der Italiener Aureliano Cattaneo (…) als auch der in Paris geborene Franck Bedrossian in Itself bewerkstelligen dies mit einfachen Tongruppen von bemühender Banalität, beim letzteren das Blabla unterbrochen durch linkische Kraftausbrüche. Das ist Musik, die offenbar nicht damit rechnet, dass man aufs Detail hört, die nur fürs Oberflächliche sorgt.
Verriss und Lob im gleichen Atemzug
Doch der Meister des knappen Verrisses wusste im gleichen Atemzug auch zu loben:
Über Isabel Mundry, Ich und Du: Das Klavier, wenn auch solistisch und äusserst virtuos, ist total integriert in ganz genau ausgehorchte, wunderschön in stetiges Gleichgewicht gebrachte hochkomplexe Klangkombinationen mit darin schwirrend verwobenem Klavierklang. Dagegen langweilt Enno Poppe in Altbau mit Tonspielereien und Unausgeglichenheiten.
Es war völlig Phantasieloses, sich ewig Wiederholendes, dabei sängerisch höchst Anspruchsvolles, aufgemotzt zum Spass mit gestischen, mimischen und perkussiven Handlungen, was Jennifer Walshe, Clara Maïda und Iris ter Schiphorst verlangten, und nur die Berlinerin Sarah Nemtsov mit ihren Hoqueti war in ihren Satzkünsten und sinnvoll eingesetzten Zusatzeffekten überhaupt ernst zu nehmen.
Über Globokar, Radiographie d’un roman: Über dreiviertel Stunden ungeheuer dicht und trotz Klang- und Aktionsvielfalt, auch mit theatralischen Elementen, formal völlig überzeugend. Die Begeisterung im Publikum, zumal bei den Jungen, war riesig.
Organist, IGNM-Präsident und Radiokritiker
Neben seinem Beruf als Musikkritiker war Fritz Muggler vielseitig tätig. Er hatte bei Hanns-Martin Linde an der Schola Cantorum Basiliensis Blockflöte studiert und gründete dann das New Consort Zürich, ausserdem war er Organist in einer Kirche in Schlieren. Sein Engagement für die Gegenwartsmusik fand seinen organisatorischen Niederschlag in einer langjährigen Tätigkeit als Präsident der Schweizer Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) und als Leiter des IGNM-Weltmusikfests, das 1991 in Zürich stattfand.
Auch dem Thema Musik in den Medien wandte sich Muggler intensiv zu. In der NZZ veröffentlichte er jahrelang ausführliche Radiokritiken, eine Textsorte, die im Medienzeitalter wichtig wäre, heute aber in den Printmedien leider keinen Platz mehr findet. Und was den Rahmen der Musikkritik entschieden sprengt: Als passionierter Radiohörer nahm er zwischen 1954 und 1991 unzählige Musikprogramme schweizerischer, deutscher und österreichischer Sender auf Tonträger auf und schuf damit ein einzigartiges Archiv von klingenden Dokumenten.
Sicherung der Hinterlassenschaft
Das Material wird seit 2016 im Rahmen eines Forschungsprojekts der Zürcher Hochschule der Künste mit Unterstützung von Memoriav, der Vereinigung zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz, konservatorisch gesichert und inventarisiert; es soll Interessierten künftig auf Anfrage zur Verfügung stehen. Ursprünglich umfasste es insgesamt 946 analoge Tonbänder mit über 18 000 Musikstücken vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Jazz und Ethnomusik. Nach einer gründlichen Sichtung des Nachlasses kommen nun nach Auskunft des Projektleiters Lukas Näf nochmals einige hundert Tonbänder dazu.
Ausserdem soll auch Mugglers umfangreiche schriftliche Hinterlassenschaft ausgewertet und inventarisiert werden. Von der riesigen Menge an Informationen, die der unermüdliche Journalist über die Jahrzehnte im In- und Ausland aufgesogen und in seinen Texten verarbeitet hat, verspricht sich Näf ergiebige Einblicke in die jüngere Schweizer Musikgeschichte. Ein erstes Projekt unter dem Titel «Im Ausland gehört» soll anhand von Mugglers Schriften die Präsenz von Schweizer Komponisten und Interpreten an internationalen Festivals Neuer Musik dokumentieren. Ein langfristiger Nebeneffekt solcher Aktivitäten: Da früher das Sammeln und Bewahren kultureller Daten von den zuständigen Institutionen in der Schweiz sträflich vernachlässigt wurde, bietet die Auswertung privater Quellen heute die Möglichkeit, die Versäumnisse zumindest etwas zu kompensieren und damit das Geschichtsbewusstsein zu stärken.
Fritz Mugglers Archiv wird eine Fundgrube sein für alle, die sich mit der jüngeren Geschichte der Musik und ihrer Interpretation sowie mit dem Wandel des musikalischen Zeitgeschmacks befassen wollen. Die ersten Archivierungsarbeiten an der ZHdK begleitete der rüstige, weit über 80-jährige Autor und Sammler noch höchstpersönlich. Die Resultate seiner lebenslang betriebenen Chronistentätigkeit in Klang und Schrift werden die Erinnerung an ihn wachhalten.
Der Film «Beyond Tradition» von Lea Hagmann und Rahel von Gunten besticht mit überwältigenden Bildern und einigen Skurrilitäten. Konfliktträchtige Aspekte werden oft nur angetippt.
Wolfgang Böhler
- 16. Okt. 2023
Foto: ExtraMileFilms
Auf der Webseite zur Liste der Lebendigen Traditionen der Schweiz liest man: Naturjodel und Jodellied gelten weit herum als diejenigen Gesangsformen, welche die Schweiz repräsentieren. Die Unesco-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes verpflichtet die beitretenden Länder, eine solche Liste zu erstellen. Jodeln, so erfährt man dort weiter, bezeichne «eine stimmliche Ausdrucksart, bei der Lautsilben im häufigen Wechsel zwischen Brust- und Kopfregister gesungen werden». Durch diesen Registerwechsel entstehen Kehlkopfschläge, die je nach Gesangstradition mehr oder weniger hörbar gemacht werden. Und es bilden sich Folgen von klanglich unterschiedlichen, alternierenden Tief- und Hochtönen. Die Gesangstechnik finde sich auf allen Kontinenten in mannigfachen, von Vokalbildungen, Sprachen und Dialekten geprägten Formen. Gejodelt werde unter anderem auch in Georgien als «Krimanchuli» oder in Nordeuropa. Dort würden die Samen «joiken».
Geografisch Verbindendes
In ihrem Dokumentarfilm porträtieren die Regisseurinnen Lea Hagmann und Rahel von Gunten sowie der Produzent Thomas Rickenmann neben den Appenzeller Rugguusseli diese samischen und georgischen Gesangstraditionen. Für die erzählerische Klammer sorgt dabei der junge Appenzeller Jodler Meinrad Koch, der die typische regionale Art des Naturjodels «mit der Muttermilch aufgesogen hat», wie er sagt. Für den Film reist er nach Georgien zur Tifliser Musikstudentin Ninuca Kakhiani und nach Norwegen zu Marja Mortensson, die mit Rentieren genauso gut umgehen kann wie mit ihrer Stimme. Mit dem Schlagzeuger Jakop Janssønn und dem Tubisten Daniel Herskedal verschmilzt sie moderne Klangwelten, Sampling und modalen Jazz auf faszinierende Art mit dem traditionellen Joik der Südsamen. Herskedal hat auch die atmosphärisch stimmige Titelmelodie zum Film komponiert.
Ninuca Kakhiani (links) im Tutarchela Chor unter der Leitung von Tamar Buadze. Foto: ExtraMileFilms
Weltanschaulich Trennendes
Beyond Tradition prägen in erster Linie die stupenden, virtuos komponierten Bilder der norwegischen, appenzellischen und georgischen Landschaften. Viele davon, mit einer Drohne aufgenommen, ästhetisieren und verklären die Szenarien: Die Wanderungen der nördlichen Rentier-Rudel wirken aus der Distanz wie Vogelschwärme, die trostlosen georgischen Plattenbau-Siedlungen entwickeln eine eigene Poesie. Die Bildsprache ist so stark, dass sie das eigentliche Thema das Filmes in den Hintergrund zu drängen und auch thematische Leerstellen zu verschleiern droht: Da wäre zum einen die Frage, wie das rohe Urtümliche von Naturstimmen zur Kunstform werden kann, wo sich diese beiden Phänomene doch eigentlich ausschliessen. Zum andern nennt die Produktionsfirma Extramilefilms explizit «die kritische Auseinandersetzung mit Tradition sowie die Inklusion von Innovation und Jugendkultur» als Motiv der Dokumentation. Dass Tradition und Erneuerung oft als Konflikt wahrgenommen werden und dieser emotional ausgetragen wird, davon ist im Film kaum etwas zu spüren: Wie Traditionalisten den innovativen Umgang mit Althergebrachtem sehen, wird offengelassen.
Zu diesen Unentschiedenheiten gesellen sich weitere: Sowohl Marja Mortensson als auch Meinrad Koch haben eine eher spezielle bis gewöhnungsbedürftige Beziehung zu Lebensmitteln. Koch studiert als Lebensmitteltechnologe das Potenzial von Insekten als künftiger Proteinquelle, Marja Mortensson backt aus dem Blut geschlachteter Rentiere Pfannkuchen. Vor allem letzteres durchbricht die Feel-Good-Atmopshäre des Filmes und wirkt im erzählerischen Gesamtzusammenhang auch kaum organisch eingebettet.
Sperrige Themen
Andere, eher irritierende oder sperrige Themen, die den Frieden stören könnten, werden nur erwähnt und nicht wirklich ausgeführt: Hellhörig wird man etwa, wenn die charismatische Chorleiterin Tamar Buadze in Georgien eher nebenbei den Konflikt zwischen dem Erbe der Kunstsozialisierung in der Sowjetunion und modernem Kulturverständnis anspricht (was teilweise übrigens auch für die Kultur der Samen gilt). Auch die Repressionspolitik der Skandinavier, die mit staatlichen Verboten das Joiken in die Verborgenheit abdrängte, wird bloss angetippt.
Marja Mortensson bei einem Auftritt. Foto: ExtraMileFilms
Gerne mehr erfahren hätte man auch, wenn Meinrad Koch einräumt, dass der witzig-kreative und originelle Umgang des «Hitzigen Appenzellerchors» – die Filmausschnitte mit dem von Noldi Alder gegründeten Ensemble sind höchst erfrischend – mit dem Appenzeller Kulturerbe bei Traditionalisten nicht nur Begeisterung ausgelöst hat. So bleiben vom Filmerlebnis vor allem berührende, teils überwältigend schöne Bilder und die gelungene Synthese aus Landschaftspoesie und vokalen Texturen, die im Kino Zeit und Gegenwart vergessen lassen.
Meinrad Koch mit Melanie Dörig in der Produktion «Wiibli und Mannli». Foto: ExtraMileFilms
Solothurner Horntage
Weltklasse trifft auf Anfänger: Vom 22. bis 24. September fanden an der Kantonsschule Solothurn die 5. Solothurner Horntage statt.
Andreas Kamber
- 16. Okt. 2023
Das im Einzelunterricht Gelernte im Ensemble anwenden. Foto: zVg
140 Hornistinnen und Hornisten von 7 bis 80 Jahren wurden von 15 Dozentinnen und Dozenten unterrichtet – die Solothurner Horntage sind somit eines der grössten Hornfestivals Europas.
International renommierte Persönlichkeiten wie Frøydis Ree Wekre, Pascal Deuber, Jörg Brückner, Christian Lampert, Anneke Scott, Olivier Darbellay sowie weitere hochkarätige Solohornisten aus Paris, Budapest, Luzern und Musiklehrpersonen aus der Schweiz bildeten ein in Freundschaft verbundenes Team.
Grosse Höhepunkte waren die drei Konzerte: Straussʼ Alpensinfonie mit der Organistin Nadia Bacchetta in der Reformierten Stadtkirche und das solistische Galakonzert der Dozentinnen und Dozenten im Konzertsaal boten höchste Hornkunst. In der Aula der Kantonsschule konzertierten schliesslich alle Teilnehmenden mit einem abwechslungsreichen Programm – ein beeindruckendes Zeugnis davon, was in wenigen Tagen Probenarbeit möglich ist.
Die Hauptziele der Horntage waren das Zusammenspiel in kleinen und grösseren Ensembles, um das im Verlauf des Jahres im Einzelunterricht Gelernte in Gruppen umzusetzen. Dieses Ziel wurde in unterschiedlichen Leistungsgruppen in vollem Umfang erreicht. Ergänzt wurden die Ensemblelektionen mit Einzellektionen, die nach Wunsch besucht werden konnten.
Abgerundet wurden die Horntage mit Ausstellungen der Music Spada AG, Zoltan Juhasz Naturhörner und der Firma Buffet Crampon.
Aufgrund des Erfolges wurde die nächste Durchführung vom 13. bis 15. September 2024 beschlossen.
Peter-Lukas Graf spielt Mozart
Im Rahmen des 4. Förder- und Gedenkkonzertes «Die Schweiz singt» der Swiss Philharmonic Academy unter der Leitung von Martin Studer wird Ende Oktober Peter-Lukas Graf live auftreten.
PM/SMZ
- 16. Okt. 2023
Peter-Lukas Graf. Foto: zVg
Auf dem Programm stehen das Brahms-Violinkonzert sowie das Mozart-Requiem. Dazwischen wird Peter-Lukas Graf, der Doyen der Flötengilde, Mozarts Andante C-Dur, KV 315 interpretieren. Die Konzerte mit Ticket-Verkauf finden vom 27. bis 29. Oktober in Zürich, Luzern und Bern statt. Die Generalprobe am 26. Oktober in der Basler Martinskirche ist öffentlich. Solistin im Violinkonzert ist an den ersten beiden Abenden Elea Nick, in Luzern und Bern ist Alexandre Dubach zu hören.
Dominik Deuber tritt Ende Saison 23/24 als Direktor beim Musikkollegium Winterthur zurück. Er wird beim NDR die Leitung des Bereichs Orchester, Chor und Konzerte übernehmen.
PM/SMZ
- 13. Okt. 2023
Dominik Deuber. Foto: Ivan Engler
Wie das Musikkollegium Winterthur mitteilt, verlässt Dominik Deuber das Ensemble Ende Juli 2024. Er hat es seit August 2020 geleitet und es «in seiner Funktion als Direktor
massgeblich mitgeprägt und zu einer national und international beachteten Institution mitentwickelt». Das Musikkollegium Winterthur sei heute schweiz- und europaweit hervorragend etabliert. Unter seiner Führung habe sich die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten verdreifacht.
Laut Philipp Stoffel, Präsident des Musikkollegiums Winterthur, lasse das Orchester Deuber ungern ziehen, sehe aber die Chance, die sich ihm beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) biete. Die Nachfolgeregelung werde eingeleitet.
Ein inspirierendes Vorbild
Am 19. November jährt sich der Todestag der ungarisch-schweizerischen Pianistin und Musikpädagogin Eva Serman.
Carmen Linnhoff
- 13. Okt. 2023
Eva Serman. Foto: zVg
Mit ihrem Tod haben wir uns Anfang Dezember 2022 nicht nur von einer grossen Musikerin und Pianistin verabschiedet, sondern zugleich von einer aussergewöhnlichen Frau, die für Unzählige ein bedeutungsvoller Mensch auf ihrem je eigenen Lebensweg gewesen war. Eva Sermans Leidenschaft für die Musik ging einher mit einer tiefen Ehrfurcht vor dem Leben, mit einem Bewusstsein für die Einzigartigkeit jedes Menschen und mit spürbarer Dankbarkeit für die Gabe und Aufgabe, ihr Leben der Musik und den Menschen widmen zu können.
1937 in Keszthely/Ungarn geboren, begann sie ihr Klavierstudium in Budapest und setzte es nach ihrer Emigration in die Schweiz (1958) bei Hubert Harry am Konservatorium in Luzern fort. Hier war sie ab 1963 während 40 Jahren Dozentin für Klavier und Kammermusik. Auch über den Schweizerischen Musikpädagogischen Verband bildete sie Pianistinnen und Pianisten aus, engagierte sich im Vorstand, war verantwortlich für die Einteilung der Klavierliteratur für die Stufenprüfungen und amtete als gefragte Expertin. Auch bei Wettbewerben, u. a. beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb, war sie immer wieder Mitglied der Jury.
Eva Serman pflegte ein breites pianistisches und kammermusikalisches Repertoire, stets war es ihr ein Anliegen, verschiedenste Sparten der Musik noch tiefer zu ergründen und zu erfassen. Eine besondere Liebe verband sie mit den historischen Tasteninstrumenten. Auf diesen wie auf dem modernen Flügel, war sie eine souveräne Pädagogin und konzertierende Pianistin, u. a. bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern.
Für ihre Studenten und Studentinnen war Eva Serman eine kompetente und engagierte Lehrerin und Pianistin. Darüber hinaus hatte sie die Gabe, in der Person ihr gegenüber nicht bloss pianistische Fähigkeiten zu sehen, sondern sie mit den verschiedenen Facetten ihres Menschseins wahrzunehmen. So war sie für viele eine wertvolle Stütze im Hochschulbetrieb, eine inspirierende Musikerin und ein Mensch, dem wir dankbar über den Tod hinaus verbunden bleiben.
Alte Musik fürs heutige Publikum
Musik der Renaissance, mit der Gegenwart konfrontiert: Das Forum Alte Musik Zürich experimentiert mit neuen Konzertformen und bringt eine Wiederbegegnung mit einem vergessenen Schweizer Komponisten.
Max Nyffeler
- 02. Okt. 2023
Das Vokalensemble Zürich West unter der Leitung von Marco Amherd. Foto: Max Nyffeler
Auf dem Programm steht eine vierzigstimmige Motette, aber auf der Bühne stehen nur zwei Sänger, die sich abwechseln. Die vierzig Stimmen des rund neunminütigen Stücks werden nämlich nicht, wie es normalerweise der Fall wäre, gleichzeitig gesungen, sondern eine nach der anderen. Jede Stimme wird einzeln aufgenommen, mit den bisher gesungenen gemischt über sechzehn Lautsprecher wieder in den Saal zugespielt, während einer der Sänger die nächste singt. Statt neun Minuten dauert es vierzig mal neun Minuten, also sechs Stunden reine Musikzeit und mit Pausen glatt acht.
Die Motette heisst Spem in alium und wurde in London vermutlich 1573 zum vierzigsten Geburtstag von Königin Elisabeth I. aufgeführt; der Komponist ist Thomas Tallis, eine Berühmtheit in seiner Epoche, die beiden Sänger sind der mühelos die Sopranlage erklimmende Countertenor Terry Wey und der Bassbariton Ulfried Staber; sie sind Mitglieder des Wiener Vokalensembles Cinquecento und treten beim Tallis-Projekt unter dem Namen «multiple voices» auf.
Wie ein Monumentalklang entsteht
Die Aufführung bildete einen Schwerpunkt des Herbstfestivals des Forums Alte Musik Zürich. Wer sich die Zeit nahm, den Sonntag in der weiträumigen, im Neorenaissancestil erbauten Kirche Zürich-Enge hörend zu verbringen, wurde Zeuge eines faszinierenden Experiments. Man erlebte das langsame Werden eines grossartigen Vokalwerks, Stimme um Stimme wuchs es zum monumentalen Klangereignis heran. Mit seinem wogenden Stimmengeflecht bescherte es ein Raumerlebnis, das dem des Originals mit acht im Raum verteilten Teilchören nicht nachstand. Durch die Reduktion auf nur zwei Sänger, die durch eine feinfühlige Technik (Markus Wallner und Bernd Oliver Fröhlich) unterstützt wurden, entfiel zwar die farblich abgestufte Wechselwirkung bei der Mehrchörigkeit, doch die Reinheit und Homogenität des Klangs sorgte für eine nicht minder spannende Hörerfahrung.
Nach der achtstündigen Aufführung der Motette Spem in alium von Thomas Tallis (v.l.n.r.): Terry Wey, Bernd Oliver Fröhlich, Markus Wallner, Ulfried Staber. Foto: Max Nyffeler
Die Konzerte des von der Barockflötistin Martina Joos und dem früheren Radioredaktor Roland Wächter geleiteten Forums Alte Musik, die jährlich im März und September stattfinden, warten stets mit originell gestalteten Programmen auf und bringen damit die Musik aus früheren Epochen dem heutigen Publikum auf intelligente Weise nahe. Über den harten Kern der mehr als zweihundert Vereinsmitglieder hinaus locken sie auch weitere Hörer an, deren Interesse über das gängige Klassikrepertoire hinausreicht. Und was manche dabei überraschen mag: Diese Musik klingt für unsere Ohren überhaupt nicht fremd. In der Klangwelt einer Motette von Tallis oder in einem Lied von John Dowland erkennt man mühelos die Wurzeln unseres heutigen Musikverständnisses.
Transhistorische Konzertpraxis
Im Zentrum des diesjährigen Herbstfestivals stand nebst Tallis das «Dreigestirn» William Byrd, John Dowland und Henry Purcell, die ersten beiden führende Komponisten der elisabethanischen Epoche, der dritte die überragende Gestalt der englischen Barockmusik. Alle vier wurden gleich im Eröffnungskonzert vorgestellt, in einer zeittypischen Mischung von geistlichen und weltlichen Werken. Als kleines Fenster zu unserer Zeit erklang dazwischen der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entstandene Chorsatz Advance, Democracy von Benjamin Britten, der in England als legitimer Erbe Purcells gilt. Interpreten waren das Vokalensemble Zürich West unter Marco Amherd. Das junge Ensemble, Preisträger in der Elite-Kategorie des Schweizerischen Chorwettbewerbs, zeigte mit ansteckender Musizierfreude und schwerelosem Wohlklang, was es seinem Ruf schuldig ist.
Die Programmidee, Altes und Neues miteinander zu kombinieren, stand auch beim Konzert von drei Mitgliedern des Ensembles thélème Pate. Lieder aus dem 1600 veröffentlichten Second Booke of Songs von John Dowland wechselten sich ab mit Solonummern aus den Songbooks von John Cage. Eine unkonventionelle Idee, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. Von öder Langeweile waren nur die minutenlangen szenischen Einlagen wie Kartenlegen und das Schnüren von Schuhbändeln – ein Hinweis auf die Zufallsoperationen, die für Cage oft zum kompositorischen Geschäft gehörten. Da fehlte es am Gespür für eine stimmige Konzertdramaturgie. Der Transhistorismus, der hier wie auch beim Vokalensemble Zürich West ansatzweise praktiziert wurde, könnte sich hingegen als zukunftsträchtiges Modell erweisen.
Komponist zwischen den Zeiten
Zweiter grosser Schwerpunkt des Festivals war die Aufführung der Messa Solenne a 3 Cori von Franz Joseph Leonti Meyer von Schauensee (1720–1789) durch das Vokalensemble larynx und das Capricornus Consort Basel unter der Leitung von Jakob Pilgram. Der heute weitgehend vergessene Komponist, Luzerner Patriziersohn mit besten Verbindungen in das kirchliche und gesellschaftliche Establishment seiner Zeit, war Ratsherr, Geistlicher, Organist und Kapellmeister an der Luzerner Hofkirche und zwischendurch auch einmal Söldnerführer in Italien. Ein Hansdampf in allen Gassen, der nach einer musikalischen Ausbildung in Mailand seinem kompositorischen Enthusiasmus freien Lauf liess. In seiner über zweistündigen Messe von 1749, die nun von einem Genfer Musikologenteam in einer kritischen Edition neu zugänglich gemacht wurde, zeigt sich das in einer Fülle von teils originellen, teils unausgegorenen Ideen und extrem grosszügigen Zeitbegriff; allein die ersten beiden Messesätze dauern schon siebzig Minuten.
Geistliche und weltlich-konzertante Elemente stehen unvermittelt nebeneinander. Jeder Messesatz wird durch eine kurze Sinfonia eingeleitet, eine Reverenz an die frühe sinfonische Praxis der Mailänder Schule. Mit schmetterndem Blech und einem auf den Wechsel Tonika-Dominante festgenagelten Viervierteltakt herrscht darin zumeist ein festlich-pompöser Ton vor, der zu Beginn sogar auf das erste Kyrie übergreift. Im Rahmen der damaligen Konvention sind zwischen die Messesätzen auch drei Offertorien und – wiederum mit viel Trara – sogar eine rudimentäre instrumentale Battaglia eingeschoben. Doch der Komponist konnte auch andere Töne anstimmen. Das zeigt sich etwa in verspielten Echowirkungen, in der dunkel gefärbten Crucifixus-Passage oder in der Fortissimo-Arie mit drei Bässen im Anschluss an das Sanctus. Und zweihundertfünfzig Jahre vor den berühmten drei Tenören gibt es bei Meyer von Schauensee bereits ein Terzett in dieser Stimmlage.
Bei allem Pomp atmet die Messe den Geist des galanten Zeitalters, was sich in der vereinfachten Harmonik und Metrik sowie einer gefälligen Melodik manifestiert. Die formelhafte Verwendung der barocken Figuren und Reste eines harmonisch ausgehungerten Generalbasses kennzeichnen das Werk als Spätprodukt einer ausgehenden Epoche.
Herausstechendes Merkmal der Messe ist jedoch die Dreichörigkeit. Meyer von Schauensee komponierte sie für das Chorherrenstift Beromünster, wo es drei Emporen mit je einer Orgel gibt. Im Zürcher Fraumünster kam diese Raumaufteilung nur begrenzt zur Wirkung. Anders vermutlich in der Klosterkirche Muri, wo die Messe einige Tage später zur Zweitaufführung kam. Sie wurde vom Radio und Fernsehen mitgeschnitten und wird am kommenden Donnerstag, 5. Okt. um 20 Uhr auf SRF 2 Kultur gesendet, am Fernsehen (mit einer Auswahl von Sätzen) am 24. Dezember um ca. 21.45h.
Regensburger Erklärung der Musikräte
Die Musikräte der Schweiz, Deutschlands und Österreich plädieren für die Umsetzung der Unesco-Erklärung «Mondiacult». Dazu haben sie die «Regensburger Erklärung» abgegeben.
PM/SMZ
- 27. Sep. 2023
v.l.n.r.: Christian Höppner, Geschäftsleiter Deutscher Musikrat; Sandra Tinner, Geschäftsleiterin Schweizer Musikrat; Martin Maria Krüger, Präsident Deutscher Musikrat; Eva-Maria Bauer, Vizepräsidentin Österreichischer Musikrat; Günther Wildner, Geschäftsführer Österreichischer Musikrat; Stefano Kunz, Projektleiter TA-Swiss-Studie für den Schweizer Musikrat; Harald Huber, Präsident Österreichischer Musikrat Foto: zVg
An ihrer Klausurtagung vom 18. und 19. September zu länderübergreifenden Themen der Musikpolitik haben die Spitzen der Musikräte Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (D-A-CH) in Regensburg eine Erklärung zur Umsetzung der Unesco-Erklärung «Mondiacult» abgegeben: Kultur entsteht vor Ort. Den Hintergrund dazu bildet die Unesco-Weltkonferenz für Kulturpolitik und Nachhaltige Entwicklung «Mondiacult» von 2022. Damals wurde die Kultur als «globales öffentliches Gut» deklariert.
Die D-A-CH-Musikräte schreiben in ihrer Erklärung: «Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht durch Begegnungen vor Ort. Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik, die als Querschnittsaufgabe nahezu alle Parlamentsausschüsse und Regierungsressorts im Kontext europäischer und internationaler Vereinbarungen in die Verantwortung nimmt.»
Am 8. September wurden in der Berner Reithalle die Schweizer Musikpreise 2023 vergeben. Persönliche Anmerkungen zu einem schönen Anlass.
Pia Schwab
- 22. Sep. 2023
Der Gewinner des Schweizer Grand Prix Musik 2023, Erik Truffaz, spielt mit Bundespräsident Alain Berset zur Feier des Tages. Foto: 2023 BAK | Sébastien Agnetti
Zum Schluss spielen der Gewinner des Grand Prix Musik und der Bundespräsident ein Duett. Und man denkt: In welch paradiesischem Land leben wir, wo Politik und Kultur sich so gut verstehen, solcher Einklang herrscht. Alain Berset, nun am Flügel, hat zuvor auch eine wirklich geistvolle, der grossen Karriere des Trompeters Erik Truffaz mit Bewunderung und Witz Tribut zollende Laudatio gehalten.
Carlo Balmelli, Mario Batkovic, Lucia Cadotsch, Ensemble Nikel, Sonja Moonear, Katharina Rosenberger, Saadet Türköz, Helvetia rockt, Kunstraum Walcheturm, Pronto. – Auch für alle anderen Gewinner und Gewinnerinnen gibt es warmen Applaus, und das schicke Programmheft ebenso wie die aufwendigen Video-Einspielungen zu jedem und jeder haben es gar nicht nötig zu beweisen, dass sie alle diese Auszeichnung und das Preisgeld mehr als verdient haben. Man kann nur beipflichten, wenn Erik Truffaz in seiner Dankesrede wiederum der Schweiz dankt, dass sie einen Preis erfunden habe, der Menschen belohne, die sich um die Seele kümmerten.
Die so unterschiedlich gestrickten helvetischen Seelen erfreuen sich auch an ganz unterschiedlicher Musik und musikalischer Betätigung. Was an diesem Abend an Seelennahrung prämiert wird, ist in grosser Mehrheit urban, experimentell, avantgardistisch, hybrid. (Nebenbei gesagt trifft vieles präzise die Zielrichtung der neuen Kulturbotschaft und erfüllt à merveille zahlreiche Förderkriterien von Pro Helvetia.) Und so erscheint das hiesige Musikparadies plötzlich klein. Preisträgerin Rosenberger arbeitet mit Preisträger Walcheturm zusammen, Preisträgerin Cadotsch wird bei ihrer Darbietung begleitet von Preisträger 2014 Julian Sartorius, Preisträger Tuffaz trat oft mit Preisträgerin 2016 Sophie Hunger auf. Und er dankt Pro Helvetia, die ihn bei Tourneen so oft unterstützt habe.
Die «Verantwortung gegenüber den Tönen», die Mario Batkovic in seiner Rede anspricht, nehmen in diesem Land noch viele andere wahr. Klar, heute Abend wird die Spitze gefeiert. Das ist auch richtig. Aber – Binsenwahrheit – die Spitze kann sich nur auf einer breiten Basis halten. Und diese hat es oft mit Dornen und Disteln zu tun, wie die Vertriebenen aus dem Paradies. Stichwort Schulmusik: Der Bund bleibt hinter Föderalismuswolken versteckt, anstatt – Traumvorstellung! – die Kantone mit flammendem Schwert zu überzeugen, dieses Fach mit solide ausgebildetem Personal und genügend Pflichtstunden würdig auszustatten. Auch die Laienmusik, Chöre, Musikvereine, wären ein frucht- und dankbarer Boden für mehr nationale Zuwendung. Damit sie beispielsweise eine professionell ausgebildete Dirigentin, einen Stimmbildner, eine Chorleiterin zu fairen Bedingungen anstellen könnten.
Im Video über Carlo Balmelli gibt es eine sprechende Sequenz. Der Tessiner Preisträger steht allein auf einer Bühne und dirigiert. Er dirigiert ins Leere, es ist kein Blasorchester zugegen, keine Basis. Ein filmischer Clou natürlich, trotzdem eine erschreckende Vorstellung.
Es war schön, einen Abend im Paradies zu verbringen. Erfüllt davon kann die nationale Musikpolitik nun wieder verstärkt darüber nachdenken, wie sie Milch und Honig auch ausserhalb etwas üppiger zum Fliessen bringt.
Raphael Nussbaumer ausgezeichnet
Der 17-jährige Schweizer Geiger Raphael Nussbaumer hat Anfang September am Tibor-Varga-Wettbewerb in Sion den 2. Preis sowie den Publikumspreis und den Preis der Jury «der über 20-Jährigen» gewonnen.
PM/SMZ
- 20. Sep. 2023
Raphael Nussbaumer spielte im Finale das Violinkonzert von Tschaikowski. Foto: Céline Ribordy Kamerzin
Der Tibor-Varga-Wettbewerb wird in Sion alle zwei Jahre ausgetragen. Er ist der wichtigste internationale Wettbewerb für Geigerinnen und Geiger unter 26 Jahren in der Schweiz. Dieses Jahr gab es 149 Anmeldungen, für die erste Runde waren 24 Teilnehmende zugelassen, für die zweite 12. Das Durchschnittsalter lag bei 21 Jahren.
Der aus Altendorf stammende Raphael Nussbaumer hat sich gegen die zum Teil deutlich ältere internationale Konkurrenz durchsetzen können. Er wird seit 2012 von Philip A. Draganov unterrichtet, zurzeit an der Hochschule der Künste in Bern (HKB).
Den Wettbewerb gewonnen hat die 14-jährige Seohyun Kim aus Südkorea, den dritten Preis erhielt der 23-jährige Rennosuke Fukuda aus Japan.
Eduard-Tschumi-Preis 2023
Die Sängerin Julia Frischknecht und der Bratschist Lukas Stubenrauch wurden an der Hochschule der Künste Bern ausgezeichnet.
PM/SMZ
- 15. Sep. 2023
Julia Frischknecht und Lukas Stubenrauch. Fotos: zVg
Die besten Studienabschlüsse im Master Specialized Performance, der höchsten Stufe der klassischen Musikausbildung, werden an der Hochschule der Künste Bern (HKB) mit dem Eduard-Tschumi-Preis ausgezeichnet.
Dieses Jahr erhielten die Sopranistin Julia Frischknecht aus der Klasse von Christian Hilz und der Bratschist Lukas Stubenrauch (Vertiefung Neue Musik) diese Auszeichnung. Die beiden haben je einen Preis in der Höhe von 7000 Franken gewonnen. Frischknecht bekommt dank der Bürgi-Willert-Stiftung die Möglichkeit zu Auftritten im Rahmen des Saisonprogramms des Berner Symphonieorchesters.
Ensemble Orlando: vom Projekt zum Profichor
1994 in Fribourg von Laurent Gendre initiiert, verbindet das professionelle Vokalensemble heute Regionen, Sprachen und Generationen.
PM/SMZ
- 15. Sep. 2023
Das Ensemble Orlando aus Fribourg, geleitet von Laurent Gendre, am 25. Mai 2022. Foto: Xavier Voirol
Ursprünglich auf die Musik der Renaissance spezialisiert, hat sich das Ensemble Orlando seit seiner Gründung unter der Leitung von Laurent Gendre im Lauf der bald 30 Jahre zu einem professionellen Vokalensemble entwickelt. Seine variable Besetzung besteht aus zehn bis dreissig Sängerinnen und Sängern. Das Repertoire reicht bis ins 18. Jahrhundert. Das Ensemble arbeitet mit verschiedenen Orchestern zusammen, tritt im In- und Ausland auf und hat mehrere CDs eingespielt.
Das Vokalensemble ist nach wie vor in Fribourg verankert. Ein Teil der Sängerinnen und Sänger stammt jedoch aus der Deutschschweiz und das Ensemble möchte in Zukunft vermehrt auch in deutschsprachigen Gebieten Fuss fassen. Ausserdem ist es ihm ein Anliegen, Generationen zu verbinden. So singen heute noch Gründungsmitglieder mit, die den jungen, neu zum Ensemble gehörenden Sängerinnen und Sängern ihre vielfältigen Erfahrungen weitergeben. Ausserdem hat es 2022 mit der Musikhochschule der Fachhochschule Westschweiz (HEMU) ein Projekt durchgeführt. 19 Gesangsstudierende erhielten Einblick in die Arbeitsweise eines professionellen Chors, indem sie gemeinsam mit dem Ensemble Orlando ein Konzert erarbeiteten.
Vom 21. bis 24. September findet das Eidgenössische Volksmusikfest statt. Rund 220 Formationen reisen ins Tessin.
SMZ
- 14. Sep. 2023
Bellinzona. Foto efesenko/depositphoto.com
Fast alle Kantone senden ihre Volksmusikvertretungen nach Bellinzona. Die meisten Gruppen kommen aus dem Tessin (56) und aus Bern (39), einige auch aus Italien (5).
Es musizieren Formationen von A wie zum Beispiel die Alpinis von der Hochschule Luzern – Musik bis zu Z wie den Zampognari Del Piano. Sie spielen an 17 verschiedenen Veranstaltungsorten, zum Teil vor Experten.
Parallel zum Volksmusikfest läuft das Tessiner Winzerfest PerBacco!
Am 2. September boten die im Südpol angesiedelten Musikinstitutionen Einblick in ihre Aufgabengebiete.
Verena Naegele
- 12. Sep. 2023
Kampus-Fest Luzern, 2. September 2023, Foto: HSLU/Ingo Höhn
Mit drei Jahren Verspätung wurde in Luzern-Kriens endlich der Kampus Südpol mit einem Fest offiziell eingeweiht. Beteiligt daran waren nicht weniger als acht Institutionen: Kulturhaus Südpol, Musikschule Stadt Luzern, Luzerner Theater, Luzerner Sinfonieorchester, Hochschule Luzern – Musik (HSLU), Musik Hug, das Haus der Instrumente und das Probenhaus Werft. Was sich als Fest ankündigte, wurde aber eher zu einem «Tag der offenen Tür» auf einem Kampus, der sich noch immer im Aufbau befindet.
Schon beim Eintreffen sah man, dass der Kampus keineswegs organisch gewachsen ist. Auf der einen Seite steht mit dem «Südpol» das «älteste» Gebäude, ein unspektakulärer Bau, der die Musikschule Stadt Luzern, die Probenräume des Luzerner Theaters und zwei Säle für die alternative Kultur beherbergt. Davor glänzt silbern das 2020 eingeweihte Orchesterhaus des Luzerner Sinfonieorchesters. Abseits dieser beiden Gebäude erhebt sich die 2020 bezogene Musikhochschule. Ein durchdachtes Arealkonzept gibt es also nicht.
Eine bemerkenswerte Ausgangslage …
Die Institutionen decken wichtige Etappen einer musikalischen Laufbahn ab und können an einem Standort vernetzt agieren: von der Grundausbildung über die Hochschule bis zur kreativ-professionellen Ausübung. Was in der Theorie so faszinierend klingt, ist in der Praxis eine Herkulesarbeit, denn jedes Segment funktioniert anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse. So wählte man als Festtag den 2. September, an dem die Hochschule und das LSO noch im Sommermodus und die Räume nicht für die Tagesarbeit belegt sind.
Die Auswahl an Darbietungen während sieben Stunden war riesig und reichte vom intimen Vortrag einzelner Personen bis zur Probe von Blasorchestern oder einem Workshop «Schauspieltraining zum Mitmachen». Bespielt wurden Räume von der Probebühne des Luzerner Theaters über die Säle der Musikschule bis zu denjenigen des Sinfonieorchesters und der Hochschule. Auch einzelne Probenräume waren belegt. Was hier an Lokalitäten zur Verfügung steht, ist staunenswert und anregend.
Der Publikumsandrang war allerdings überschaubar, von Festatmosphäre und Gewusel in den Gebäuden war wenig zu spüren. Lag es am mangelnden Interesse oder an der zu geringen Werbung? Und orientierende Hinweise innerhalb und zwischen den Gebäuden waren rudimentär, man musste sich irgendwie selber durcharbeiten. Trotzdem darf man sagen: Wer nicht gekommen ist, hat vieles verpasst, wie ein Rundgang auf dem Gelände zeigte.
… für solo bis tutti …
So konnte man im Orchesterhaus in den Übungsräumen einzelne Musikerinnen und Musiker des LSO kennenlernen. Und im Probensaal präsentierten die über 80 Jugendlichen des Jugendblasorchesters der Stadt Luzern unter der Leitung ihres Dirigenten Sandro Blank ein einstündiges Programm, das sie am Schweizer Jugendmusikfest in St. Gallen spielen werden.
Das Jugendblasorchester der Stadt Luzern im LSO-Probensaal. Foto: Gudrun Föttinger
Hörenswert, wie die Jugendlichen einmal als Gesamtformation, ein andermal solistisch die Facetten der Blasmusik ausleuchteten und wie präzise dabei die Schlaginstrumente agierten. Gespielt wurden Werke von Teo Aparicio-Barberán und Amir Malookpour – ein Programmblatt dazu gab es leider nicht. Erstaunlich auch die Akustik des Saals, der für das LSO optimale Bedingungen bietet.
Kleinere Brötchen backt die Musikschule. Ihre beiden Säle sind akustisch nicht optimal, bieten dafür vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Im Kleinen Saal wurden am Fest Schnupperkurse für «Eltern-Kind-Singen» angeboten, die allerdings wenig Beachtung fanden. Die Musikschule war abwechslungsreich präsent, so mit ihrer Band A-la-Ska, die aus erwachsenen Laienmusikerinnen und -musikern besteht. In der kleinen Halle präsentierte Monica Faé-Leitl zwei Blockflötengruppen und demonstrierte, wie sie auch weniger musikalische Kinder mitziehen kann.
«HörRaum» im Gebäude der Hochschule Luzern – Musik. Foto: HSLU/Ingo Höhn
Im Salquin-Saal des Hochschulgebäudes spielten das Klarinettenquartett der Hochschule, aber auch Jugendliche der «Talentförderung Musik Kanton Luzern». Mit erstaunlicher Unerschrockenheit präsentierten diese jeweils ihr Stück unter Profibedingungen. Hier konnte man auch den High-end-«HörRaum» bewundern, der mit einer riesigen Vinyl-Sammlung bereichert ist und von Studierenden rege genutzt wird. Wenig bekannt ist allerdings, dass der «HörRaum» genau wie die Bibliothek auch Nicht-Studierenden offensteht.
Ausstellung im Haus der Instrumente. Foto: Gudrun Föttinger
Neu eröffnet wurde das Haus der Instrumente (bis 2022 Musikinstrumentensammlung Willisau) in der Nähe des Kampus, das der Leiter Adrian Steger als Ort für «Musik und Handwerk» etablieren will. Eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern ist bereits angedacht, ein Masterstudent soll im Atelier des Hauses experimentelle Instrumente bauen.
… im Hinblick aufs Publikum
Es ist gerade dieses Mit- und Nebeneinander von Klein und Gross, von Profi und Laien, was diesen Kampus so speziell macht und Potenzial hat. Nachwuchs im Konzertwesen gibt es genug, aber zu einer blühenden Konzertlandschaft gehört auch das Publikum, das dazu hingeführt werden sollte. Konzertsäle wie der Proberaum des LSO oder die drei Säle der Musikhochschule bieten die Gelegenheit, ohne Schwellenangst ein Konzert zu hören.
Insgesamt finden auf dem Kampus derzeit etwa 700 Veranstaltungen pro Jahr statt. Zu dieser Zahl beigetragen hat auch die Zusammenarbeit der Institutionen, die weiter ausgebaut werden soll.