Datengesteuerte Methoden für die Musikwissenschaft

Ein Modell zur historischen Ausbreitung bestimmter Choral-Elemente zeigt, wie leistungsfähig datengesteuerte Methoden für die historische Musikwissenschaft sein können.

Choralbuch auf der Empore des Naumburger Domes. (Bild: Public Domain)

Tim Eipert, der  bei Fabian Moss, Juniorprofessor für Digitale Musikphilologie und Musiktheorie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) promoviert, hat über 4000 Tropen-Elemente – eingeschobener Texte und Melodien, die in gregorianischen Chorälen vorkommen – aus 163 Manuskripten mit einem neuen digitalen Modell analysiert. Es teilte die Tropen in mehrere Ebenen und vier Hauptcluster ein und benutzte die einzelnen Einschübe innerhalb der Choräle, um Cluster zu bilden, die sich dann auf einer Landkarte darstellen lassen. Die Manuskripte stammen aus Gebieten, die vor allem die heutigen Staaten Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien und den Süden Grossbritanniens umfassen.

Es zeigte sich, dass die Verbreitung der Cluster von den damaligen politischen Grenzen nach dem Vertrag von Verdun stark eingeschränkt wurde. Ein kultureller Austausch zu den Chorälen fand damals scheinbar über Reichsgrenzen hinaus wenig statt, erklärt Eipert. Die musikalische Überlieferung spiegele so die politische Fragmentierung Europas wider.

Eipert hat das Modell auch schon in einen universitären Kurs integriert: Der JMU-Student Jason Ackermann nutzte es zum Beispiel, um die Kommentarspalten unter Videos von Taylor Swift und Radiohead auf YouTube zu analysieren und Superfans zu identifizieren.

Originalpublikation:
Eipert, T. and Moss, F.C. (2026) ‘Inferring Communities of Medieval Music Manuscripts Using Stochastic Block Models’, Transactions of the International Society for Music Information Retrieval, 9(1), 26. Februar 2026, https://doi.org/10.5334/tismir.298

Toth vertritt Schweiz bei Eurovision Young Musicians

Manoush Toth, Studentin der Hochschule für Musik Basel, wird die Schweiz am 6. Juni 2026 in Yerewan beim Wettbewerb Eurovision Young Musicians vertreten.

Manoush Toth (Bild: FHNW)

Manoush Toth hat ihren Bachelor im Hauptfach Klavier in den Klassen von Zoltán Fejérvári und Claudio Martínez Mehner an der Hochschule für Musik Basel FHNW absolviert und führt ihr Studium aktuell im Master Performance in der Klasse von Claudio Martínez Mehner weiter. Für ihren Bachelor-Abschluss hat sie 2025 einen Preis für das beste BA-Rezital erhalten.

Der 1982 gegründete Wettbewerb Eurovision Young Musicians (EYM) wird von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) für europäische Jugendliche im Alter zwischen 12 und 21 Jahren ausgerichtet. Er wird alle zwei Jahre veranstaltet und im Fernsehen übertragen. Im Gegensatz zum Eurovision Song Contest und Junior Eurovision Song Contest entscheidet beim Eurovision Young Musicians eine international besetzte Fachjury.

Nachtrag am 21. April 2026: Link zur SRF-Mitteilung vom 13. April

Jinhee Kim übernimmt an der ZHdK eine Gitarrenklasse

Ab dem kommenden Herbst-Semester 2026 wird die Koreanerin Jinhee Kim an der Zürcher Hochschule der Künste Gitarre im Hauptfach unterrichten.

Jinhee Kim (Bild: ZHdK)

Jinhee Kim wurde in Seoul geboren und studierte an der Musikhochschule Freiburg und der Musikhochschule Basel. Neben ihrem Konzertexamen absolvierte sie zwei Masterstudiengänge mit Bestnoten (Master Performance, Master Musikpädagogik).

Ihre pädagogische Tätigkeit führte sie ausserdem zum Weiterbildungsstudium der Musikphysiologie an die Zürcher Hochschule der Künste. Dort eignete sie sich mit dem Diplom of Advanced Studies in Musikphysiologie umfangreiches Wissen über funktionelle Anatomie und Hirnphysiologie im Zusammenhang mit dem Musizieren an. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und seit April 2021 auch Professorin für Gitarre an der Hochschule für Musik Trossingen.

 

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Finnische Studie zum alltäglichen Musikhören

Mit Hilfe einer Forschungs-App will ein finnisches Team untersuchen, wie Jugendliche und junge Erwachsene europaweit Musik hören, um ihre Emotionen zu regulieren.

Forschungs-App «MuPsych». Für die Studie werden noch Teilnehmende gesucht. (Bild: Hochschule für Musik und Theater München)

Das Projekt «Music & Emotions» ist Teil der Studie Musiconnect: Musik- und Emotionsregulation der Universität Jyväskylä in Finnland und untersucht das Musikhören im Alltag und dessen Zusammenhang mit Emotionen und Wohlbefinden. Mithilfe der Handy-App MuPsych werden musikalische, individuelle und situative Faktoren identifiziert, die dieses Phänomen beeinflussen. Die Datenerhebung erfolgt europaweit. Partner in Deutschland ist die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM)

Die Studie läuft noch bis Ende 2026. Mit den anonymisierten Daten werden eine grosse international vergleichende Studie sowie detaillierte länderspezifische Teilstudien veröffentlicht. Erste Ergebnisse werden bereits in diesem Jahr sichtbar, unter anderem in einem führenden Peer-Review-Journal, flankiert von nationalen Teilstudien in einschlägigen Fachzeitschriften und auf der Musiconnex Conference in Finnland. Das Forschungsprojekt wird vom European Research Council ERC und dem Research Council of Finland unterstützt.

Es werden noch Teilnehmende gesucht. Unter ihnen werden Spotify-Mitgliedschaften verlost, und es gibt für alle ein persönliches Musikhörtagebuch mit kuratierten Musikempfehlungen.

Zugang zur App: https://musicstudy.eu/de/

 

 

Österreich bekommt seine erste Musikstrategie

Nachdem der österreichische Nationalrat der Entwicklung einer nationalen Musikstrategie zugestimmt hat, sind erste Schritte dazu eingeleitet worden.

(v.l.n.r.): Eva-Maria Bauer, Günther Wildner, Tyma Kraitt, Tatjana Domany, Stefan Hahn, Harald Huber (Bild: Sabine Walter)

Der Österreichische Musikrat (ÖMR) hat im Rahmen seiner Generalversammlung am 26. Februar 2026 zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zur «Musikstrategie für Österreich» eingeladen. Der Versammlung ging ein Arbeitstreffen mit den heimischen Musikuniversitäten voraus, wo unter anderem die brennenden Themen Lehrermangel, Pädagogikausbildung, Lehrpläne, Lehramtsstudien und Pläne zu Reformen des schulischen Unterrichts erörtert wurden.

Der aktuelle Prozess für eine Österreichische Musikstrategie wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) koordiniert. Basis ist ein einstimmiger Beschlusses aller Parteien im Nationalrat vom Juli 2025. Der Prozess startete im Herbst 2025 mit einer breit angelegten Online-Umfrage, an der 6000 Musikschaffende teilnahmen. Zudem fanden seit Jahresbeginn 2026 fünf Stakeholder-Workshops zur Vertiefung und Validierung der Umfrageergebnisse statt.

Die Themen der Workshops waren Ausbildung, Professionalisierung und Talentförderung, Live-Veranstaltungen, Kreation & Produktion, Medien und Sichtbarkeit National sowie Verbreitung & Vermarktung. Ein weiterer Workshop zum Thema KI & Streaming ist in Planung. Ebenso sollen Querschnittsthemen wie zum Beispiel Inklusion im Musikbereich näher besprochen werden. Die finale Musikstrategie soll im Herbst 2026 präsentiert werden.

Paavo Järvi übernimmt das London Philharmonic Orchestra

Paavo Järvi ist auf die Saison 2028/29 zum Chefdirigenten und künstlerischen Berater des London Philharmonic Orchestra ernannt worden. Er folgt in dem Amt auf Edward Gardner.

Paavo Järvi (Bild: Kaupo Kikkas)

Mit einem zunächst auf fünf Jahre befristeten Vertrag markiere Järvis Ernennung einen wichtigen neuen Abschnitt für das Orchester, das 2032 sein hundertjähriges Bestehen feiert, heisst es in der Medienmitteilung. ­

Paavo Järvi ist seit der Saison 2019/2020 und bis 2029 Music Director des Zürcher Tonhalle Orchesters. Er studierte in seiner Heimatstadt Tallinn Perkussion und Dirigieren. 1980 reiste die ganze Familie in die USA aus. In Los Angeles setzte er sein Studium bei Leonard Bernstein fort. 2001 wurde er Chefdirigent in Cincinnati, wohin er noch heute als Music Director Laureate Verbindungen pflegt.

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Mojca Lavrenčič gewinnt La Maestra 2026

Die slowenische Dirigentin Mojca Lavrenčič, die zur Zeit bei Andrea Marcon an der Schola Cantorum Basiliensis studiert, hat in Paris den Wettbewerb La Maestra gewonnen.

Mojca Lavrenčič (Bild: Darja Stravs Tisu)

Mojca Lavrenčič wurde 1993 in Wien geboren und wuchs in Slowenien auf. Sie studierte Dirigieren an der Universität Ljubljana bei Marko Letonja und sammelte erste Berufserfahrungen an der SNG Opera and Ballet Ljubljana, wo sie Gastdirigenten assistierte und Opern- und Ballettproduktionen dirigierte. Um ihren künstlerischen Ansatz zu vertiefen, setzt sie ihre Ausbildung in der Schweiz bei Andrea Marcon an der Schola Cantorum Basiliensis fort, wo sie ihre interpretatorische Stimme in einem anregenden internationalen Umfeld verfeinert.

Der internationale Dirigierwettbewerb La Maestra wurde 2019 von der Philharmonie de Paris und dem Paris Mozart Orchestra ins Leben gerufen. Eine Akademie, die die Preisträgerinnen zwei Jahre lang professionell begleitet, ergänzt den Wettbewerb. Er steht unter der gemeinsamen Leitung von Claire Gibault (künstlerische und musikalische Leiterin des Paris Mozart Orchestra) und Olivier Mantei (Generaldirektor der Philharmonie de Paris).

Trotz Fortschritten, schreibt der Wettbewerb, ist der Anteil von Frauen an der Spitze von festen Orchestern nach wie vor sehr gering. Während 2018 weltweit nur 4,3 Prozent der Orchester von Frauen geleitet wurden, sind es heute nur 8 Prozent. In Frankreich stieg die Zahl der Frauen an der Spitze von festen Orchestern von 2,7 Prozent im Jahr 2019 auf 12,5 Prozent im Jahr 2023: ein zwar spektakulärer Sprung, aber wir sind noch weit von der Gleichstellung entfernt.

Bach-Stiftung St. Gallen mit Leipziger Bach-Medaille geehrt

Die Stadt Leipzig vergibt ihre Bach-Medaille 2026 an die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen

Johann-Sebastian-Bach-Denkmal in Leipzig. Foto: SMZ/ks

Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt Leipzig laut ihrer Mitteilung «ein in der internationalen Bach-Pflege einzigartiges Langzeitprojekt»: Seit 2006 verfolgt die Stiftung das Ziel, in monatlich stattfindenden Konzerten das gesamte Vokalwerk Johann Sebastian Bachs aufzuführen. Die Verleihung erfolgt im Rahmen des Bachfestes Leipzig 2026.

Seit zwanzig Jahren setzten Chor und Orchester der Stiftung unter der Leitung von Rudolf Lutz künstlerisch höchste Massstäbe, schreibt die Stadt Leipzig weiter. Mit dem konsequent auf Langfristigkeit angelegten Projekt habe die Stiftung Massstäbe in der Vermittlung und Aufführung der Vokalmusik Bachs gesetzt. Die Kombination aus historisch informierter Aufführungspraxis, wissenschaftlich fundierter Werkeinführung und moderner medialer Verbreitung machten das St. Galler Unternehmen zu einem Modellfall nachhaltiger Musikvermittlung im 21. Jahrhundert.

Wegen besonderer Verdienste um die Pflege des bachschen Werks wurde die Bach-Medaille der Stadt Leipzig bereits unter anderem an Marcel Ponseele (2025), Andreas Staier (2024), den Thomanerchor Leipzig (2023), Sir András Schiff (2022), Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff (2021), Angela Hewitt (2020), Robert Levin (2018), Masaaki Suzuki (2012), Herbert Blomstedt (2011), Philippe Herreweghe (2010), Nikolaus Harnoncourt † (2007), Ton Koopman (2006), Sir John Eliot Gardiner (2005) und Helmuth Rilling (2004) verliehen.

Musikverkäufe in Deutschland sind 2025 leicht gestiegen

In Deutschland ist 2025 Musik im Umfang von 2,42 Milliarden Euro verkauft worden, 2,3 Prozent mehr als 2024.

(Bild: Petr Kratochvil/publicdomainpictures.net)

Laut der Mitteilung der Bundesverbandes Musikindustrie betreffen die Zahlen die Handelsumsätze mit dem Verkauf von Musik auf CDs, Vinyl-LPs und Downloads sowie im Streamingbereich. Wie in den vergangenen Jahren war auch 2025 das Musik-Streaming Treiber der Entwicklung, der Handelsumsatz wuchs hier um 4,1 Prozent auf 84,4 Prozent der Brancheneinnahmen. Damit erzielte Streaming allein mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz. Die Aufteilung zwischen physischem (CDs und Vinyl) und digitalem (Streaming und Downloads) Geschäft liegt in Deutschland nun bei 14,2 Prozent zu 85,8 Prozent.

Das physische Marktsegment gab insgesamt um 5,9 Prozent nach und erbrachte 345 Millionen Euro. Innerhalb des Segments wiederum konnte Vinyl auch im vergangenen Jahr wachsen (plus 2,8 Prozent); mit einem Anteil von 44,2 Prozent am physischen Markt hat die Schallplatte die CD aber trotz eines Rückgangs um 11,3 Prozent noch nicht eingeholt. Die CD war also auch 2025 das zweitstärkste Umsatzsegment.

Originalartikel:
https://www.musikindustrie.de/presse/presseinformationen/musikindustrie-in-deutschland-2025

Lufthansa ändert ab März Regeln für Instrumente

Nachdem die Violinistin Caroline Widmann gezwungen war, ihre Guadagnini-Geige in der Kabine des Flugzeugs ohne Kasten mitzuführen, ändert Lufthansa nun die Regeln für Instrumente als Handgepäck.

Lufthansa-Check-in Frankfurt (Bild: Wikimedia Commons, Public domain)

Widmann war laut mehreren internationalen Presseberichten im November letzten Jahres gezwungen, ihre millionenteure Geige auf einem Lufthansa-Flug von Helsinki nach Leipzig in der Kabine ungeschützt mit sich zu führen. Das Bodenpersonal hatte ihr regelkonform untersagt, den Geigenkasten mitzunehmen, weil er mit 80 Zentimetern Länge nicht den erlaubten Massen entsprach. Zuvor hatte sich das Lufthansa-Personal jeweils kulant gezeigt.

Nach Gesprächen mit der Musikerin ändert nun Lufthansa (und mit ihr auch Swiss) ab März die Regeln für Musikinstrumente in der Kabine.  Höhe plus Breite plus Tiefe des verpackten Instruments dürfen nun in Summe nicht mehr als 125 Zentimeter betragen. Auf diese Weise können auch Instrumente mit an Bord genommen werden, die länger als das reguläre Höchstmass von 55 Zentimetern sind.

 

Zoppi folgt in Chur auf Mettler

Romano Zoppi leitet ab April 2026 die Kulturfachstelle der Stadt Chur. Er folgt in dem Amt auf Helena Mettler. Die Position der Projektleitung bei der Kulturfachstelle wird ausgeschrieben.

Romano Zoppi (Bild: Stadt Chur)

Romano Zoppi begann seine Berufslaufbahn mit einer Ausbildung als Kaufmann. Er absolvierte in der Folge verschiedene Aus- und Weiterbildungen und schloss 2014 den Master of Advanced Studies der Hochschule Luzern/FHZ in Kulturmanagement ab. Er arbeitet bereits als Projektleiter Kulturstrategie bei der städtischen Kulturfachstelle und setzte verschiedene aufwendige und kooperativ aufgegleiste Projekte wie den Aufbau des Kulturraumnetzwerkes, des Kulturportals chur-kultur.ch oder die Erneuerung der städtischen Kulturstrategie um.

Von 2016 bis 2025 wurde er als Initiator und vorsitzender Geschäftsführer der Churer Werkstatt bekannt. Weiter war er zuerst als Co-Projektleiter und später als Vorstandsmitglied des Langen Samstags tätig sowie als Inhaber der Musikagentur Sonic Service GmbH.

Der Stellenantritt erfolgt am 1. April 2026. Helena Mettler verlässt die Stadt Ende März, wird die Kulturfachstelle in ausgewählten Projekten jedoch noch bis im Sommer 2026 unterstützen. Die Position der Projektleitung bei der Kulturfachstelle wird ausgeschrieben.

Kaisa Žigurs gewinnt französischen Harfenwettbewerb

Kaisa Helena Žigurs, die in Zürich bei Sarah O’Brien studiert, hat in Limoges den ersten Preis des 15. Concours Français de la Harpe gewonnen.

Kaisa Žigurs (Bild: Kaupo Kikkas)

In diesem Jahr gewann Kaisa Helena Žigurs aus Estland einstimmig den ersten Preis in der höchsten Kategorie, Excellence (Stufe 12). Žigurs studiert derzeit an der Zürcher Hochschule der Künste bei Sarah O’Brien, nachdem sie 2025 ihr Studium an der Estnischen Akademie für Musik und Theater abgeschlossen hat. Als Gewinnerin des ersten Preises wird Žigurs ein Konzert beim Festival International Harpe en Avesnois und ein Eröffnungskonzert beim nächsten Concours Français de la Harpe geben.

Ebenfalls in der höchsten Spielklasse erhielten Anna-Helena Hamann (Finnland) und Denitza Dimitrova (Bulgarien) den ersten Preis. Siyu Chen  (China) gewann den zweiten, Anastasiya Uvarava (Weißrussland) und Meret Maria Meier (Schweiz) den dritten Preis.

Die 15. Ausgabe des Concours Français de la Harpe fand vom 13. bis 15. Februar 2026 in Limoges, Frankreich, statt. Der internationale Wettbewerb umfasste 12 Repertoire-Kategorien. Zu den Jurymitgliedern des diesjährigen Wettbewerbs gehörten Isabelle Perrin, Dominique Lacôte, Sylvain Blassel und Véronique Chenuet (die den Wettbewerb gemeinsam mit Marie-Monique Popesco organisiert).

Berner Vertrag Urbańskis wird bis 2032 verlängert

Das Berner Symphonieorchester setzt die Zusammenarbeit mit Chefdirigent Krzysztof Urbański um weitere fünf Spielzeiten bis 2032 fort.

Krzysztof Urbański (Bild: Christian Kaufmann)

Krzysztof Urbański ist seit der Saison 2025/26 Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters. Zudem ist er Musikdirektor und künstlerischer Leiter der Warschauer Philharmoniker und seit 2022 Erster Gastdirigent des Orchestra della Svizzera Italiana.

Unter der Leitung von Urbański habe das Berner Symphonieorchester seine künstlerische und thematische Bandbreite kontinuierlich erweitert, schreibt das Ensemble in seiner Mitteilung. Bekannte Werke des spätromantischen Repertoires stünden kombinierten Wieder- und Neuentdeckungen sowie spannenden Werken der klassischen Moderne und der Gegenwart gegenüber. Darüber hinaus werde das Orchester in den kommenden Spielzeiten gemeinsam mit Krzysztof Urbański seine Tourneetätigkeit auf internationaler Ebene weiter ausbauen.

Walliser Fördermodell ist ein Erfolg

Der Kanton Wallis zieht eine positive Bilanz mit trilateralen Pilotabkommen, die unter anderem mit dem Verein Musikdorf Ernen abgeschlossen wurden.

Der Kontrabassist Jordi Carrasco Hjelm in Ernen. Foto: Musikdorf Ernen

Das Fördermodell, das den Kanton, die Sitzgemeinden und die betreffenden Kultureinrichtungen zusammenbringe, habe «seine Stichhaltigkeit in Bezug auf die Finanzierungsstabilität, die mittelfristige Entwicklung und die administrative Vereinfachung unter Beweis gestellt», schreibt der Kanton. Eine Ausdehnung auf weitere Strukturen sei ab diesem Jahr vorgesehen.

Die im Jahr 2023 als Pilotprojekt lancierten trilateralen Abkommen zwischen dem Kanton, den Gemeinden und kulturellen Einrichtungen sollen die Kulturinstitutionen nachhaltig stärken, indem sie ihnen einen festen, vorhersehbaren Finanzierungsrahmen sichern. Dieser basiert auf klaren Zielsetzungen und bietet messbare Indikatoren wie künstlerische Tätigkeit, Besuchszahlen, Kulturvermittlung, Arbeitsbedingungen, Lohngleichheit und Nachhaltigkeit. Das nach dreijähriger Laufzeit durchgeführte Controlling hat laut dem Kanton deutliche positive Auswirkungen aufgezeigt.

Mehr Infos:
https://www.vs.ch/de/web/communication/e/com-et-media/10108/45375476

Leitfaden für diversitätsorientierte Kulturförderung

Kultur Stadt Bern hat einen «Leitfaden für diversitätsorientierte Kulturförderung» publiziert. Darin werden die wichtigsten Erkenntnisse zur diversitätsorientierten Öffnung zusammengefasst.

Stadt Bern (Bild. Wikipedia/Public Domain)

Kultur Stadt Bern orientiert sich laut der Medienmitteilung am Grundsatz der Teilhabegerechtigkeit. In einer Stadt mit einer vielfältigen Bevölkerung sollen die Angebote der Kulturförderung möglichst breit zugänglich sein und die Realität dieser Diversität abbilden. Der Leitfaden hält das gewonnene Wissen fest und soll auch von anderen öffentlichen und privaten Kulturförderstellen genutzt werden können. Das Hauptaugenmerk der Arbeitshilfe liegt auf der Projektförderung und der Arbeit mit Kommissionen und Jurys.

Angesichts des gesellschaftlichen Wandels hat die städtische Kulturförderung im Jahr 2020 einen mehrjährigen Transformationsprozess angestossen. Anhand der Leitfrage «Was können wir unternehmen, um Diversität zu fördern?» wurden die Haltungen und die Arbeitsweisen sowohl der Abteilung Kultur als auch der Kommissionen analysiert, Massnahmen erarbeitet und umgesetzt.

Der nun vorliegende Leitfaden widerspiegelt die Erkenntnisse und Erfahrungen, die Kultur Stadt Bern gesammelt hat. Die Reflexion wurde von den externen Expertinnen Anisha Imhasly und Rahel El‑Maawi begleitet, die den Leitfaden im Auftrag von Kultur Stadt Bern auch verfasst haben. Der Prozess wurde von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im Rahmen der Initiative «Interkulturelle Gesellschaft» (heute Innovation und Gesellschaft) von 2020 bis 2024 finanziell unterstützt.

Link zum Leitfaden:
https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/neuer-leitfaden-fuer-eine-diversitaetsorientierte-kulturfoerderung/dokumente/leitfaden-diversity.pdf/download

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