Walliser Staatsrat zeichnet Sion Festival aus

Der Kultur- und Wirtschaftspreis Wallis zeichnet eine Veranstaltung aus, die zur Entwicklung sowohl der Kultur als auch der Wirtschaft beiträgt. Dieses Jahr geht er an das Sion Festival.

Das Sion Festival 2022 im Théâtre de Valère (Bild: Céline Ribordy)

Mit der Auszeichnung wird dem klassischen Musikfestival von Sitten ein Betrag in der Höhe von 20 000 Franken zugesprochen. Der Walliser Staatsrat würdigt damit die Qualität und Vorbildfunktion der Produktionen und Realisierungen, die internationale Reichweite, die nachhaltige Ausstrahlung der Veranstaltung, ihre kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf das Wallis sowie das solide und nachhaltige Finanzierungsmodell.

Das Festival ist das Vermächtnis einer über 60-jährigen Musiktradition, welche der ungarische Violinist Tibor Varga begründete. Seit Mai 2017 sind die drei von Tibor Varga gegründeten Veranstaltungen – die Musikakademie, das Sion Festival und der internationale Wettbewerb für Violine – in der Fondation Sion Violon Musique (SVM) vereint. Im Jahr 2018 kam ausserdem ein Junior-Wettbewerb zu dieser Struktur hinzu, der sich der Weitergabe und höchstem künstlerischem Niveau verschrieben hat.

Kantonsbibliothek übernimmt Fri-Son-Archiv

Die Freiburger Kantons- und Universitätsbibliothek übernimmt das Archiv des Konzertsaals Fri-Son. Der Bestand soll einer umfassenden archivarischen Aufarbeitung unterzogen werden.

Fri-Son (Bild: GM)

Das Archiv stellt laut der Mitteilung der Bibliothek ein wertvolles Gedächtnis für die Forschung, für Neugierige sowie für die Freiburger Geschichte dar, die der Konzertsaal seit seinen Anfängen im Jahr 1983 massgeblich geprägt hat. Als Herzstück des Freiburger Nachtlebens ist der Fri-Son in der Tat einer der ersten Orte für Underground-Kultur und alternative Musik, die in der Westschweiz entstanden sind.

Im Laufe seiner Geschichte erlangte er nationale und sogar internationale Bekanntheit, indem er Legenden wie Muse, Cat Power, Nirvana, NTM, die Beastie Boys, Christine and the Queens, The Young Gods, die Foo Fighters, Stromae oder auch Théodora auf der Bühne begrüsste.

Der Bestand wird im Bereich Kulturerbe unter der Leitung von Candice Rey, die für das Musikarchiv in der KUB verantwortlich ist, einer umfassenden archivarischen Aufarbeitung unterzogen. Nach einer Reinigungsphase werden die Dokumente sortiert, geordnet, beschrieben und in Fri-Memoria inventarisiert, um das Archiv dauerhaft zu erhalten und gleichzeitig dessen künftige Nutzung zu erleichtern.

Hector Herzig nach schwerer Krankheit verstorben

Wie seine Familie mitteilt, ist Hector Herzig, einer der Initianten der Musikinitative und Kulturpolitiker, im Alter von 72 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben.

Foto: Heiner Grieder/FMB/VMS

Hector Herzig hatte Trompete studiert  und war bis 2012 Präsident des Verbandes Musikschulen Schweiz. Als Unternehmer bot er mit der Firma Herzka unter anderem Musikschulen Beratungen an. Seit 2004 gehörte er dem Gemeinderat von Langenbruck an, 2008 übernahm er das Präsidium. Von 2011 bis 2019 führte er die Baselbieter GLP.

Nach seinem Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste (Trompete) leitete er von 1991 – 2007 die Musikschule Liestal und prägte von 2006 bis 2012 als Präsident des Verbands Musikschulen Schweiz die musikalische Bildung auf nationaler Ebene massgeblich mit, unter anderem auch als Mitinitiant der Initiative «jugend+musik».  Das Schweizer Volk hatte später mit einem überwältigenden Ja-Stimmenanteil von 72,7 Prozent am 23. September 2012 den neuen Verfassungsartikel 67a, «Musikalische Bildung» in die Bundesverfassung aufgenommen.

 

Kanton Waadt überarbeitet Kulturpolitik

Der Kanton Waadt will den rechtlichen Rahmen seiner Kulturpolitik überarbeiten. Ein erstes Treffen mit mehr als dreissig Organisationen hat die Revision eingeleitet.

Treffen zum Auftakt der Arbeiten. (Bild: Kt. Waadt/ARC Sieber)

Unter der Leitung von Nuria Gorrite, der Leiterin des für Kultur zuständigen Departements, fand im Maison de l’Élysée ein erstes Treffen statt, an dem mehr als dreissig Organisationen teilnahmen, die auf regionaler oder nationaler Ebene die Interessen der Bereiche Theater, Musik, Kabarett, Tanz, der bildenden Künste, der Fotografie, des audiovisuellen Bereichs, der digitalen Künste, des Buches und der Literatur sowie der Kulturvermittlung und der technischen und administrativen Berufe vertreten. Auch die wichtigsten Verbände, die die Amateurkunst betreuen, waren anwesend.

Die Überarbeitung zielt zudem darauf ab, die kantonale Kulturpolitik als «eine öffentliche Politik im Dienste der gesamten Bevölkerung» besser zu definieren. Sie soll «die Aufgaben des Staates präzisieren und die Nachvollziehbarkeit des staatlichen Handelns stärken, indem sie die Zusammenarbeit zwischen dem Kanton, den Gemeinden, den Zentrumsstädten, den privaten Partnern, den interkantonalen Einrichtungen und dem Bund klarstellt».

Der Zugang zur Kultur, die Teilhabe, die Inklusion, die Kulturvermittlung und die Verbreitung von Werken im gesamten Kantonsgebiet werden wichtige Schwerpunkte dieser Überlegungen bilden. Kultur beschränkt sich nicht auf die Förderung des künstlerischen Schaffens: Sie muss es jeder und jedem ermöglichen, am kulturellen Leben teilzunehmen und davon zu profitieren.

Originalartikel (auf französisch):
https://www.vd.ch/actualites/communiques-de-presse-de-letat-de-vaud/detail/communique/le-canton-de-vaud-lance-la-revision-de-sa-loi-sur-la-vie-culturelle-et-la-creation-artistique

Nationalrat soll Kulturschaffende besser schützen

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats hat eine parlamentarische Initiative angenommen, die Lücken in der sozialen Absicherung professioneller Kulturschaffender schliessen soll.

Bundeshaus in Bern. Foto: Archiv SMZ

Suisseculture und Suisseculture Sociale begrüssen die Initiative als wichtiges politisches Signal und als einen Schritt in die richtige Richtung. Sie nehme eine berufliche Realität auf, die das Sozialversicherungssystem bisher nur ungenügend abbilde. Suisseculture ist der Dachverband der Organisationen der professionellen Kulturschaffenden der Schweiz und der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften.

Der Initiativtext hält fest: «Mit dieser Gesetzesänderung soll es möglich sein, das Einkommen von Kulturschaffenden, die mehrere Erwerbstätigkeiten – sowohl als Selbstständigerwerbende als auch als Angestellte – ausüben, pauschal als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu betrachten.»

Die parlamentarische Initiative will der beruflichen Realität von Kulturschaffenden besser Rechnung tragen: Kulturschaffende arbeiten häufig gleichzeitig selbstständig und angestellt. Sie haben mehrere, oft wechselnde Erwerbstätigkeiten; das Verhältnis zwischen selbstständiger und unselbstständiger Arbeit kann sich teils von Monat zu Monat verändern. Diese Realität macht die sozialversicherungsrechtliche Einordnung und administrative Bearbeitung sehr komplex. Als Folge haben betroffene Kulturschaffende oft grosse Lücken in ihrer sozialen Absicherung.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=das_parlament_will_kulturschaffende_besser_schuetzen

Bislang unveröffentlichtes Manuskript von Mozart entdeckt

Die Bibliothèque nationale de France hat ein bisher unbekanntes Manuskript von Mozart aus der Zeit seines Aufenthalts in Paris im Jahr 1778 entdeckt.

Mozart (Gemäde von Giambettino Cignaroli)

Bei dem Dokument handelt es sich um ein 44-seitiges Manuskriptheft, das die Kompositionsstunden enthält, die Mozart Marie-Louise-Philippine de Bonnières de Guînes (1759–1795), einer versierten Harfenistin und Tochter des Duc de Guînes, erteilte. Es wurde im Februar 2026 in der Musikabteilung der Bibliothèque nationale de France (BnF) entdeckt und identifiziert und bietet wertvolle Einblicke in die Art und Weise, wie Mozart seinen Kompositionsunterricht konzipierte und durchführte.

Die Musikabteilung der BnF verfügt über die weltweit grösste Sammlung von autografen Musikmanuskripten Mozarts ausserhalb von Salzburg – Mozarts Geburtsort und Sitz der Internationalen Stiftung Mozarteum – sowie der Staatsbibliothek in Berlin.

Originalartikel:
https://www.bnf.fr/en/actualitesEN/discovery-unpublished-autograph-manuscript-mozart-bnf-music-department

Bloxham bleibt Luzerner Musikdirektor

Das Luzerner Theater verlängert den Vertrag mit seinem Musikdirektor und Co-Leiter der Opernsparte Jonathan Bloxham um weitere drei Spielzeiten.

Jonathan Bloxham (Bild: Luzerner Theater)

Jonathan Bloxham prägt  gemeinsam mit Operndirektorin Ursula Benzing seit Beginn der Spielzeit 2023/24  die künstlerische Entwicklung der Oper am Luzerner Theater. In der kommenden Spielzeit übernimmt er die musikalische Leitung der Neuproduktionen «My Fair Lady» und «Der fliegende Holländer». Zudem dirigiert er die Wiederaufnahmen von «L’elisir d’amore» und «I Capuleti e i Montecchi».

Bloxhams Dirigentenlaufbahn begann 2016 als Assistant Conductor beim City of Birmingham Symphony Orchestra unter Mirga Gražinytė-Tyla. Seit 2024 ist er Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie und seit 2022 ausserdem Resident Conductor und künstlerischer Berater der London Mozart Players.

 

Marc Leroy-Calatayud wird Musikdirektor der Opéra de Tours

Der Lausanner Marc Leroy-Calatayud, der 2022 bis 2023 als Associate Conductor des Orchestre de Chambre de Genève amtete, wird Musikdirektor der Opéra de Tours.

Marc Leroy-Calatayud (Bild: zVg)

Leroy-Calatayud studierte Dirigieren in Wien und Zürich bei Mark Stringer und Johannes Schlaefli und war von  2016 bis 2019 stellvertretender Dirigent an der Opéra National de Bordeaux. In der Saison 2022/23 war er als stellvertretender Dirigent des Orchestre de Chambre de Genève tätig. Zuvor war er in der Saison 2021/22 als Artist-in-Residence des Orchestre National de Cannes tätig.

Die Opéra de Tours verfügt über ein Sinfonieorchester, das seit 2002 auf regionaler Ebene tätig ist und einen festen Chor mit 14 Sängern unter der Leitung von David Jackson. Mit der regelmässigen Unterstützung des Orchesters, bekannt unter dem Namen Orchestre Symphonique de la Région Centre-Val de Loire/Tours (OSRC/T), bringt die Opéra de Tours zahlreiche symphonische Werke und Opern auf die Bühne und verfolgt dabei eine Politik der Gastkünstler wie Michel Plasson, Roberto Alagna oder Patricia Petibon. Das Ensemble präsentiert dem Publikum in Tours und darüber hinaus in der gesamten Region Centre jedes Jahr eine Opern- und Sinfonie-Saison sowie Opernrezitale, Kammerkonzerte und Vorstellungen für junges Publikum.

Suisseculture fordert für die SRG eine Kultur-Intendanz

Suisseculture nimmt die weiteren Schritte der SRG-Transformation zur Kenntnis und erwartet, dass Kultur im engeren Sinn in der neuen Struktur fachlich und künstlerisch stark verankert wird.

SRG-Hauptsitz Leutschenbach (Bild: zVg)

Der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz verlangt für Kultur im Radio, Fernsehen und im digitalen Angebot der SRG eine Intendanz: eine inhaltliche, kulturelle und künstlerische Verantwortung, die in der Organisation klar verankert ist.

Der Verband hält es deshalb für zentral, dass bei den noch offenen Personalentscheiden – insbesondere der Vakanz im Verwaltungsrat – kulturelle und künstlerische Kompetenz angemessen berücksichtigt wird. Dies gelte für Leitungsfunktionen in Redaktionen und Unternehmenseinheiten genauso wie für strategische Führungsfunktionen innerhalb der SRG.

Die ganze Stellungnahme:
https://www.suisseculture.ch/?article=die_srg_braucht_eine_kultur_intendanz

Zawodnik folgt bei Sonart auf Kaufmann

Die Mitglieder von Sonart – Musikschaffende Schweiz haben Béatrice Zawodnik einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Michael Kaufmann an.

Michael Kaufmann und Béatrice Zawodnik (Bild: Sonart)

Mit Béatrice Zawodnik übernehme eine ausgewiesene Musikerin, Managerin und Pädagogin das Präsidium des Berufsverbands für Musikschaffende in der Schweiz, schreibt Sonart. Die Waadtländerin ist seit 2022 Direktorin der Haute école de musique de Genève (HEM Genève). Zuvor war sie als Interpretin in verschiedenen Orchestern und Ensembles tätig, engagierte sich in der musikalischen Bildung und übernahm verschiedene Führungsfunktionen im Hochschulbereich.

In ihrer Kandidatur habe Béatrice Zawodnik die Bedeutung eines starken berufspolitischen Engagements für Musikschaffende aller Stilrichtungen betont. Sie setze sich dafür ein, die Stimme der Musikschaffenden in kulturpolitischen Debatten zu stärken sowie faire Arbeitsbedingungen und eine zeitgemässe soziale Absicherung zu fördern. Michael Kaufmann präsidierte den Verband von 2020 bis 2026.

Sonart – Musikschaffende Schweiz ist der grösste Berufsverband für Musikschaffende in der Schweiz. Er setzt sich gesamtschweizerisch und in allen Sprachregionen für die Interessen von Musikprofis aller Genres ein, mit dem Fokus auf die freiberufliche musikalische Tätigkeit. Dabei konzentriert sich der Verband vor allem auf die Bereiche Kulturpolitik, Musikmarkt und soziale Vorsorge mit einem umfangreichen Dienstleistungsangebot von Beratungen und Workshops. Sonart wird mit einem Leistungsauftrag vom Bundesamt für Kultur unterstützt. Mit fast 3000 Mitgliedern ist der Verband schweizweit tätig und betreut Mitglieder aus allen Sprachregionen.

Appenzell Ausserrhoden zeichnet Patrick Kessler aus

Der Kulturpreis 2026 des Kantons Appenzell Ausserrhoden geht an den Klangtüftler, Komponisten und Kurator Patrick Kessler.

Patrick Kessler (Bild: Kasimir Höhener)

Patrick Kessler wurde 1967 geboren und wohnt in Gais. Er ist im Kanton seit mehr als zwanzig Jahren aktiv als Klangtüftler, Komponist und Kurator. Seine Konzertinstallationen in verschiedenen Formationen und Projekten – zum Beispiel das Chuchchepati Orchestra – bereicherten die Musiklandschaft und machten Räume hörbar, schreibt der Kanton. Mit feinem Gespür für Nuancen und mit handwerklicher Präzision verwandle er Geräusche in Erlebnisse und umgekehrt.

Patrick Kessler hat das audiovisuelle Festival Klang Moor Schopfe, das alle zwei Jahre stattfindet, ins Leben gerufen. Im östlichsten Ortsteil ausserhalb von Gais verwandelt er das Gebiet des Hochmoors Schopfe in ein Resonanzfeld, in dem Natur und Wahrnehmung ineinandergreifen. Dabei versteht er es auch stets, verschiedene Kulturschaffende sowie Ortsansässige miteinander zu vernetzen. Sein Engagement zeigt er darüber hinaus als Lehrer für Kontrabass an diversen Musikschulen in der Region.

Der Kulturpreis anerkennt das Werk eines Künstlers, der seit vielen Jahren professionell, multidisziplinär und experimentell arbeitet und dabei sowohl bei einer breiten Bevölkerung als auch in der Musikszene eine hohe Resonanz erzielt. Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden würdigt Patrick Kessler für sein kontinuierliches, vielseitiges und herausragendes Schaffen und zeichnet ihn mit dem mit 25’000 Franken dotierten Kulturpreis aus.

Vernehmlassung zur Stadtberner Kulturbotschaft

Die Kulturbotschaft 2028–2031 der Stadt Bern geht in die Vernehmlassung. Die Kulturfördermittel sollen um 3,6 Prozent erhöht werden.

Stadt Bern (Bild. Wikipedia/Public Domain)

Die Mittel für die Kulturförderung sollen gegenüber der Vorperiode um 3,6 Prozent erhöht werden, um einen Beitrag an den Teuerungsausgleich in den geförderten Institutionen zu leisten. Schwerpunkte der Kulturbotschaft sind laut der Medienmitteilung der Stadt in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung geplant. Im Bereich der Projekt- und Programmförderung will der Gemeinderat auf die Konsolidierung und Weiterentwicklung der laufenden Massnahmen setzen. Neu sollen die kulturellen Angebote im schulischen, sozio- und jugendkulturellen Kontext in der Kulturbotschaft abgebildet werden. Die Vernehmlassung dauert bis am 30. August 2026.

Das Paket umfasst 34 mehrjährige Leistungsverträge mit Kulturinstitutionen im Umfang von insgesamt 35,4 Millionen Franken Dazu gehört auch die Orchesterförderung, die zum zweiten Mal ausgeschrieben werden soll und mit 310’500 Franken eingeplant ist. Die restlichen Mittel verteilen sich auf 13 Förderkredite mit einer Gesamtdotierung von 4,8 Millionen Franken. Das global tätige Musiknetzwerk Norient soll städtische Leistungsverträge erhalten.

Mehr Infos:
https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/kulturbotschaft-2028-2031-start-der-oeffentlichen-vernehmlassung

Frischknecht folgt in Zürich auf Swanepoel

Die Zürcher Hochschule der Künste hat Ruth Frischknecht zur neuen Stellvertretenden Leiterin des Departements Musik ernannt. Sie folgt in dem Amt auf Cobus Swanepoel.

Ruth Frischknecht (Bild: Guillaume Musset/ ZHdK)

Ruth Frischknecht ist seit 2008 an der ZHdK tätig und leitet das Profil Musik und Bewegung/Schulmusik. Sie studierte Musikpädagogik und Chorleitung an der Musikhochschule Luzern sowie Kulturmanagement an der ZHAW. Vor ihrer Tätigkeit an der ZHdK arbeitete sie unter anderem als Chorleiterin, Musiklehrperson am Gymnasium sowie in kulturpolitischen Kontexten. Zudem engagiert sie sich in verschiedenen nationalen und internationalen Netzwerken der Musikdidaktik.

Cobus Swanepoel übergibt das Amt des Stellvertretenden Departementsleiters per 1. August auf eigenen Wunsch. Neben seiner Tätigkeit als Leiter des Profils Interpretation & Performance hat er diese Funktion während zwölf Jahren ausgeübt.

Die Musik bildet das grösste der fünf Departemente der ZHdK. Sie bietet zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge, ein Vorstudium (PreCollege Musik), umfangreiche Weiterbildungen und in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz Doktoratsprogramme an. Im Departement angesiedelt sind zwei Forschungsinstitute (Institute for Computer Music and Sound Technology, Institute for Music Research), ein Kompetenzzentrum für Musikphysiologie sowie ein Musikklub. Direktor des Departements ist Xavier Dayer.

Eva Gevorgyan mit Prix Serdang 2026 ausgezeichnet

Der mit 50’000 Schweizer Franken dotierte Prix Serdang 2026 wird an die Pianistin Eva Gevorgyan verliehen.

Adrian Flury, Eva Gevorgyan (Bild: Thomas Entzeroth)

Eva Gevorgyan ist Schülerin von Natalia Trull  an der Zentralen Musikschule des Tschaikowski-Konservatoriums in Moskau und Absolventin der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie ist Yamaha Young Artist und Preisträgerin von mehr als vierzig Klavierwettbewerben. Unter anderen gewann sie die ersten Preise bei der Cleveland International Piano Competition for Young Artists 2018 und bei der Van Cliburn Young Artist Competition 2019.

2020 wurde ihr das von Evgeny Kissin verliehene Stipendium des Klavier-Festival Ruhr zuerkannt. 2021 war sie als 17-jährige die jüngste Finalistin und Gewinnerin eines Sonderpreises beim Chopin Wettbewerb in Warschau. 2022 erschien ihr erstes Album mit Musik von Frédéric Chopin und Alexander Skrjabin bei Melodiya.

Der Prix Serdang wurde 2022 ins Leben gerufen. Die Selektion der Kandidaten erfolgt durch den Pianisten Rudolf Buchbinder als Kurator. Die Wahl wird gemeinsam von Rudolf Buchbinder, Adrian Flury (Initiant) und Thomas Pfiffner (Projektentwickler) vorgenommen.

 

Nützt Musikhören der psychischen Gesundheit?

Führt häufiges Musikhören tatsächlich zu besserer psychischer Gesundheit? Eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) zeigt, dass dieser Zusammenhang nicht eindeutig ist.

(Bild: Petr Kratochvil/publicdomainpictures.net)

Das Team des MPIEA analysierte die Daten von rund 10’500 Personen aus dem Jahr 2012 sowie weiteren 9500 Personen aus dem Jahr 2022. Alle Daten stammen aus dem schwedischen Zwillingsregister. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Hörgewohnheiten, insbesondere wie viel Musik gehört und zur Stimmungsregulierung eingesetzt wurde.

Es zeigte sich, dass insbesondere Personen mit Depressionen, Angstzuständen, Gefühlen der Einsamkeit oder einer stärkeren Neigung zu Neurotizismus eher Musik hören, um ihre Stimmung zu regulieren. Das Team fand aber keine Hinweise darauf, dass das Hören von mehr Musik im Alltag die psychische Gesundheit verbessert oder verschlechtert.

Um die ursächlichen Zusammenhänge besser zu verstehen, nutzte das Forschungsteam genetisch fundierte Zwillingsanalysen sowie sogenannte polygene Indizes, die die genetische Anfälligkeit für psychische Erkrankungen abbilden.

Mehr Infos:
https://www.aesthetics.mpg.de/newsroom/news/news-artikel/article/steht-musikhoeren-in-zusammenhang-mit-psychischer-gesundheit.html

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