Schwyzer Kulturförderung wird ausgebaut

Der Schwyzer Regierungsrat hat entschieden, Kultur ab 2026 stärker zu unterstützen. Kulturvereine und -institutionen sollen gestärkt und auf die stark gewachsene Zahl von Gesuchen reagiert werden.

Rathaus in Schwyz. Foto: Tobyc75

Die Schwyzer Kulturlandschaft habe sich enorm entwickelt, schreibt der Kanton. Prägten früher Volkstheater, Konzerte, einzelne Lesungen und Musikvereine in den Dörfern das kulturelle Leben, so sind in den letzten Jahren viele neue lokale und regionale Kulturvereine entstanden. Gut ausgebildete Kulturschaffende stärken die Kulturvereine und schaffen neue Angebote.

Zusätzliche Mittel kommen aus dem Lotteriefonds. Diesen Beitrag hat die Regierung in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Per Anfang 2026 folgt nun nochmals eine markante Anpassung auf jährlich 2 Millionen Franken. Einen substanziellen Teil dieser Mittel setzt die Kulturkommission für die Gesuche ein, die in grosser Zahl eingereicht werden. Der gesprochene Beitrag an die Kulturvereine und Kulturschaffenden hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und liegt heute bei gegen 1 Million Franken.

Die zusätzlichen Mittel ermöglichen es zudem, die Zusammenarbeit mit grösseren Veranstaltern und Kulturvereinen zu stärken. In Leistungsvereinbarungen soll festgeschrieben werden, welche Leistungen diese Kulturanbieter zugunsten der Schwyzer Kultur erbringen müssen. Diese gegenüber heute erweiterte Regelung kommt Kulturinstitutionen zugute, die aus Sicht der Kulturkommission für das Schwyzer Kulturwesen von strategischer Bedeutung sind, so beispielsweise der Music-Club Mauz in Einsiedeln, das Gaswerk in Seewen, das Theater Arth sowie «Der Herbst» in Brunnen/Gersau.

Handel mit Pernambukholz wird nicht verboten

An der 20. Konferenz zum internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) sind Anträge Brasiliens, Handel und Transport von Pernambukholz vollständig zu verbieten, nicht durchgekommen.

Pernambukbaum (Bild: CC BY 2.5/der Kolonist)

Pernambukholz wird seit etwa 1750 für die Herstellung von Bögen verwendet und ist nach der Einschätzung von Bogenbauern im Geigenbau kaum ersetzbar. Musiker befürchteten, beim Reisen mit Pernambuk-Bögen komplizierte Sondergenehmigungen einholen zu müssen, was Tourneen gefährdet hätte.

Der Pernambukbaum, seit 1978 Brasiliens Nationalbaum, wurde 1992 in die offizielle Liste der bedrohten Pflanzenarten des Landes aufgenommen. Im Jahr 2007 erreichte Brasilien seine Aufnahme in Anhang II des CITES-Übereinkommens, mit einer Ausnahmeregelung für Fertigprodukte wie Bögen.

Mit dem Vorschlag, Pernambuco in Anhang I des CITES aufzunehmen, betonte Brasilien, dass mehr als 90 Prozent des geschlagenen Holzes während des Produktionsprozesses entsorgt wird, da es aufgrund strenger Qualitätsstandards als ungeeignet für die Herstellung professioneller Bögen gilt. Darüber hinaus ist dieses Holz Gegenstand eines umfangreichen illegalen Handels, was den Druck auf diesen Baum, der nur im brasilianischen Atlantischen Regenwald wächst, noch verstärkt und die Art in einem bereits sehr geschwächten Ökosystem unbestreitbar bedroht.

Pernambuco wird daher in Anhang II mit einem Kompromisstext beibehalten, der verstärkte Massnahmen zum besseren Schutz dieser Art mit einem Fällverbot vorsieht.

Clément und Bialobroda unterrichten in Genf

Die Haute École de Musique de Genève (HEM) in Genf hat Noémie Bialobroda und Hélène Clément als Professorinnen für Viola verpflichtet. Sie werden ihre Tätigkeit im September 2026 aufnehmen.

v.l.: Noémie Bialobroda und Hélène Clément (Bild: HEM)

Hélène Clément wurde 1988 geboren und studierte bei Jean Sulem am Conservatoire National Supérieur de Paris, anschliessend bei Hariolf Schlichtig an der Musikhochschule München und schliesslich bei Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Sie ist Mitglied des Quatuor Doric. Sie ist bis zum Ende des akademischen Jahres 25/26 Professorin für Viola und Kammermusik an der Royal Academy of Music in London und wird im September 2026 an die HEM wechseln.

Noémie Bialobroda ist Professorin und Koordinatorin für Kammermusik an der Musikhochschule Genf. Außerdem unterrichtet sie Viola am CNSMD in Lyon. Sie ist seit 2014 zudem Mitglied des Aviv-Quartetts. Im Jahr 2020 gründete sie zusammen mit dem Geiger Sergey Ostrovsky die Geneva International String Academy, deren künstlerische Leitung sie übernahm. Dort bietet sie vielversprechenden jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, einen Sommer lang mit erfahrenen Künstlern zu studieren und zu spielen. Im Jahr 2024 erhielt sie das Kulturstipendium der Fondation Leenaards.

Strukturbeiträge für Luzerner Kulturbetriebe

Ab 2027 sollen mittelgrosse Kulturbetriebe im Kanton Luzern von festen Strukturbeiträgen profitieren können. Der Regierungsrat hat dazu die Botschaft ausgearbeitet.

Luzern (Bild: Andyindia)

Ziel der neuen Vorlage sei eine verbindliche Strukturförderung für mittelgrosse Kulturbetriebe, bei der Kanton und Standortgemeinden die Kosten je zur Hälfte tragen, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons. Die strukturelle Förderung von mittelgrossen Kulturbetrieben im Kanton Luzern soll neu geregelt werden. Der Regierungsrat legt dazu eine neue, überarbeitete Botschaft vor. Dies nachdem der Kantonsrat im Frühjahr 2023 die Botschaft B 126 «Weiterentwicklung regionale Kulturförderung» an den Regierungsrat zurückgewiesen hatte.

Kernstück der neuen Vorlage ist die neue Strukturförderung, die finanzielle Beiträge des Kantons an wiederkehrende strukturelle und betriebliche Kosten ausgewählter Kulturinstitutionen vorsieht. Auf Basis klarer Kriterien und in Zusammenarbeit mit den Standort- bzw. Trägergemeinden schliesst der Kanton mit ausgewählten Kulturbetrieben trilaterale Leistungsvereinbarungen ab. Voraussetzung für einen kantonalen Beitrag ist, dass die jeweilige Standortgemeinde einen Strukturbeitrag in mindestens gleicher Höhe leistet.

Mehr Infos:
https://news.lu.ch/html_mail.jsp?id=0&email=news.lu.ch&mailref=000lyg00000ti0000000000000bsk6ec

Liza Lim mit Grawemeyer Award geehrt

Die australische Komponistin Liza Lim, von der im Rahmen der Roche Commissions 2026 am Lucerne Festival ein Werk aufgeführt wird, ist mit dem renommierten Grawemeyer Award ausgezeichnet worden.

Liza Lim (Bild: Nik Hunger)

Die 1966 in Perth, Australien, geborene Liza Lim ist Professorin für Komposition und Inhaberin des ersten Sculthorpe-Lehrstuhls für australische Musik am Sydney Conservatorium of Music, wo sie auch das Programm Composing Women leitet. Sie erhielt Kompositionsaufträge von einigen der bedeutendsten Orchester und Ensembles der Welt, darunter Los Angeles Philharmonic, das Ensemble intercontemporain, das Ensemble Modern, Arditti Quartet und das Klangforum Wien. Bei Lucerne Festival war Lim zuletzt im November 2023 mit der Uraufführung ihres Werks Multispecies Knots of Ethical Time, eine Komposition für 15 Musikerinnen und Musiker, Gestural Performer und Video, präsent.

Die zur Zeit mit 100’000 Dollar dotierten Grawemeyer Awards werden einmal pro Jahr von der University of Louisville in Kentucky vergeben. Preisträger werden in den Kategorien Erziehung und Lehre, Ideen, welche die Weltordnung verbessern, Musikkomposition, Religion und Psychologie nominiert. 2015 ging ein Preis an Wolfgang Rihm, den damaligen Leiter der Lucerne Festival Academy.

Chailly bleibt Chef des Lucerne Festival Orchestra

Riccardo Chailly hat seinen Vertrag mit dem Lucerne Festival Orchestra bis Ende 2028 verlängert. Zusätzlich sind auch Tourneeprojekte im Ausland sowie zukünftige Projekte mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) geplant.

Riccardo Chailly (Bild: Priska Ketterer)

Chailly leitet laut der Medienmitteilung des Festivals weiterhin Konzerte im Frühling und Sommer, dort auch die offizielle Eröffnung. Riccardo Chailly ist seit 2016 Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra, er folgte auf Claudio Abbado. Mit der Gründung des Lucerne Festival Orchestra, das sich im August 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, knüpften der Dirigent Claudio Abbado und Festival-Intendant Michael Haefliger an die Geburtsstunde der Luzerner Festspiele im Jahr 1938 an, als Arturo Toscanini mit dem Concert de Gala ein Eliteorchester bildete.

Die Orchestermitglieder treten ausserhalb der Festspielsaison solistisch auf, nehmen Positionen bei renommierten Orchestern ein, lehren an Hochschulen oder entstammen den Reihen des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. Bis zu seinem Tod im Januar 2014 hatte Claudio Abbado die künstlerische Leitung des Orchesters inne.

Deutsche Musikschulen schlagen Alarm

Eine Studie deutscher Musikpädagogik-Verbände zeichnet ein dramatisches Bild eines künftigen Mangels an Musiklehrpersonen. Eine halbe Million Kinder könnten in Deutschland und Österreich keinen Zugang mehr zum Unterricht haben.

(Bild: CC)

Bis 2035 gehen laut der Studie rund 14’700 Musikschulkräfte in den Ruhestand (Hochrechnung basierend auf aktuellen Zahlen des Verbands deutscher  Musikschulen und des Deutschen Musikinformationszentrums).  Dem gegenüber stehen lediglich rund 4000 Studierende der Instrumental- und Vokalpädagogik sowie der Elementaren Musikpädagogik. Damit könnten in zehn Jahren etwa drei Viertel der freien Stellen nicht mit entsprechend qualifizierten Musikschullehrkräften besetzt werden.  Angesichts konstant steigender Nachfrage bedeutet dies, dass mindestens 500’000 Kinder keinen Musikschulunterricht mehr bekommen können.

Die Studie entstand auf gemeinsame Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden pädagogischer Studiengänge (ALMS) und des  Ausschusses Künstlerisch-Pädagogische Studiengänge der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen (RKM). Unter Mitwirkung zahlreicher Musikhochschulen und  Studieninstitutionen sowie des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) wurden in einem breit angelegten Crowd-Research-Projekt mit über 50 Forschungsgruppen Ursachen, Herausforderungen und Handlungsansätze untersucht.

Mehr Infos:
https://www.musikrat.de/fileadmin/redaktion/news/2025/11_2025/DMR_PM_MiKADO-Musik-Studie_belegt_existenziellen_Nachwuchsmangel_an_Musikschulen.pdf

Zürich Saxophon Quartett und A-Delta Trio gewinnen Orpheus Wettbewerb

Das Zürich Saxophon Quartett der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und das A-Delta Trio der Musikhochschule Basel (FHNW) haben ex aequo die Orpheus Swiss Chamber Music Competition 2025 gewonnen.

A-Delta Trio (Bild: zVg)

Ein zweiter Preis geht an das Mars Quartett der  Zürcher Hochschule der Künste. Das Ensemble Brisae mit Studierenden der Haute école de musique Lausanne sowie der Musikhochschulen Luzern und Basel wurde mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Insgesamt fanden sich 15 Ensembles im Wettbewerb.

Die drei Bestplatzierten gewinnen Preise von 4000 und 2000 Franken. Ausserdem können sie je einen von der Fondation Nicati-de Luce finanzierten Kompositionsauftrag erteilen. Diese drei neuen Werke werden am nächsten Swiss Chamber Music Festival Adelboden (11. bis 20. September 2026) uraufgeführt. Weitere Förderung erhalten die Ensembles durch einen gemeinsamen Workshop mit den beauftragten Komponierenden und die Möglichkeit einer Teilnahme an einem Meisterkurs in Rheinau.

Seit 1974 zeichnet die Orpheus Swiss Chamber Music Competition jedes Jahr herausragende Kammermusikensembles aus. Rund 800 Ausgezeichnete wurden bisher gefördert – viele davon gehören mittlerweile zur schweizerischen, europäischen und weltweiten Elite.
Die Preisträgerkonzerte finden jeweils im Rahmen des Swiss Chamber Music Festivals Adelboden statt. Laufend nehmen weitere Veranstalter Orpheus-Preisträgerensembles in ihre Konzertreihen auf.

HKB-Studierende zahlen künftig mehr

Die Berner Fachhochschule führt aufs Herbstsemester 2026/27 höhere Studiengebühren ein. Sie setzt damit einen politischen Entscheid auf kantonaler Ebene um.

Hochschule der Künste Bern (Bild: HKB)

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat im Zuge einer Revision der Hochschulverordnungen beschlossen, die Studiengebühren an den Berner Hochschulen zu erhöhen. Die Erhöhung betrifft die Universität Bern und die Fachhochschulen (BFH) gleichermassen. Die Studiengebühren an der BFH steigen per Herbstsemester 2026/27 von 750 Franken neu auf 850 Franken. Wer eine ausländische Staatsangehörigkeit hat und beim Erlangen des Hochschulzulassungsausweises (Berufs- oder Fachmaturität beziehungsweise gymnasiale Matura) nicht offiziell in der Schweiz oder Liechtenstein wohnhaft war, zahlt künftig statt 950 Franken 2550 Franken pro Semester.

Studierende der letzten Kategorie, die das Studium an der BFH vor dem Herbstsemester 2026/27 begonnen haben, bezahlen bis zum Abschluss des jeweiligen Bachelor- oder Master-Studiums neu eine Gebühr von 1050 Franken. Ein Wechsel vom Bachelor zum Master gilt gemäss Fachhochschulverordnung als neuer Studienbeginn, weshalb in diesem Fall die neuen Gebühren (von 2550 Franken) anfallen.

Mehr Infos:
https://www.hkb.bfh.ch/de/aktuell/news/2025/kanton-bern-erhoeht-studiengebuehren/

Tod des Dirigenten Lutz Rademacher

Laut einer Mitteilung des Landestheaters Detmold ist der deutsche Dirigent Lutz Rademacher, der ab 2003 am Theater Basel als Assistent des Chefdirigenten amtete, im Alter von 56 Jahren verstorben.

Lutz Rademacher (Bild: Ultraschall Berlin/KUMR)

An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ausgebildet, war Rademacher als Kapellmeister unter anderem in Basel und Freiburg engagiert. Zuletzt gab er dem Konzertleben der Stadt Detmold als GMD mit innovativen Konzertformaten und anspruchsvollen Musiktheaterspielplänen neue Impulse.

Seit dem Sommersemester 2024 gab Lutz Rademacher sein Wissen als Dozent für Orchester- und Ensembleleitung an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg weiter. An der HfMT Hamburg war er zusätzlich Lehrbeauftragter für Ensemble Neue Musik. Der Mitteilung ist keine Todesursache zu entnehmen.

Schütter-Buch in Amerika ausgezeichnet

Das Buch von Ute Stoecklin über den Churer Komponisten Meinrad Schütter ist in den USA mit einem ARSC Award ausgezeichnet worden.

Meinrad Schütter gehört zu den faszinierendsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Vier Jahre nach Schütters Tod veröffentlichte Ute Stoecklin 2010 das Buch «Meinrad Schütter 1910–2006», welches sich mit dem Lebenswerk des Churers beschäftigt. (Link zur Rezension in der SMZ)

2024 wurde das Buch von Chris Walton unter dem Titel Meinrad Schütter – Maverick Swiss Composer ins Englische übersetzt. Es ist die erste englische Publikation, die sich mit dem Leben von Meinrad Schütter befasst. Sie wurde von der ARSC (Association for Recorded Sound Collections) 2025 in der Rubrik mit dem Award «Best Historical Research in Recorded Classical Music – Best History» ausgezeichnet.

Zwei neue Orgelwerke Bachs definitiv bestätigt

Das Bach-Werkeverzeichnis (BWV) ist um zwei Nummern reicher: Zwei bislang unbekannte Orgelwerke konnten eindeutig Johann Sebastian Bach zugeordnet werden.

Johann Sebastian Bach (Ölgemälde von Elias Gottlob Haussmann)

Die beiden jetzt als Frühwerke Bachs identifizierten Kompositionen, die Ciacona in d-Moll BWV 1178 und die Ciacona in g-Moll BWV 1179, kennt der Leipziger Bach-Forscher und Direktor des Bach-Archivs Leipzig Peter Wollny bereits seit über 30 Jahren. Gefunden hat er sie in der Königlichen Bibliothek Belgiens. Im Lauf seiner Forscherkarriere sammelte der Musikwissenschaftler zahlreiche Hinweise, die sich nun mit dem letzten Puzzleteil ‒ der namentlichen Identifizierung des Schreibers ‒ zu einem vollständigen Bild fügen.

Die Identifizierung gelang im Rahmen der Arbeiten am »Forschungsportal BACH«, eines Akademieprojekts der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, in dem erstmals sämtliche verfügbaren archivalischen Quellen zur gesamten Musikerfamilie Bach digital erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die anonym überlieferten Stück Ciacona in d und Ciacona in g befinden sich in Bibliothèque royale de Belgique de Bruxelles / Koninklijke Bibliotheek van België (Königliche Bibliothek Belgiens), Bruxelles/Brussels, Signatur: Ms II 3911 Mus (Fétis 2013). Die Notenausgabe ist bei Breitkopf & Härtel zu erwerben (EB 9648).

Jodeln dürfte Unesco-Kulturerbe werden

Im Dezember wird in Neu-Delhi das Jodeln voraussichtlich in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen. Der Kanton Schwyz wird das am 13. Dezember mit einem besonderen «Tag des Jodelns» feiern.

Jodlerklub Gruss vom Wasserngrat Gstaad (Bild: www.bkjv.ch)

Vor gut anderthalb Jahren hat die Schweiz bei der Unesco die Kandidatur für die Einschreibung des Jodelns in die «Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit» deponiert. Mit der Aufnahme in diese Liste werde eine für die gesamte Schweiz wichtige Ausdrucksform der Volksmusik gewürdigt, schreibt der Kanton Schwyz.

Die Unesco entscheidet im Dezember an einer internationalen Tagung in der indischen Hauptstadt über die Kandidatur. Unabhängig davon wird die musikalische Tradition am 13. Dezember im Mythenforum Schwyz mit einem besonderen «Tag des Jodelns» gefeiert. Dazu laden der Kanton Schwyz und die beteiligten Trägerschaften ein, es sind dies der Eidgenössische Jodlerverband, die Hochschule Luzern – Musik und das Roothuus Gonten – Zentrum für Appenzeller & Toggenburger Volksmusik.

Der «Tag des Jodelns» möchte unterschiedliche Zugänge zum Jodeln bieten und verschiedene Aspekte rund um die Tradition in den Mittelpunkt stellen.

Mehr Infos:
https://www.sz.ch/kanton/medien-und-datenschutz/medienmitteilungen.html/8756-8757-8803-10391-10392/news/24175

Graubünden fördert Grossmann und Kägi

Fünf Kulturschaffende erhalten vom Kanton Graubünden einen Werkbeitrag oder ein freies Stipendium in der Höhe von je 10 000 Franken, darunter die Musiker Robert Grossmann und Stefan Kägi.

Regierungsgebäude Kanton Graubünden (Bild: Kt. Graubünden)

Der Silser Robert Grossmann erhält die Förderung für sein Projekt «Der Stadtbrand von Chur», der in Winterthur wohnhafte Stefan Kägi für die  Klanginstallation «Undersized empire». Die weiteren Geförderten sind Ella Moana Bürkli (Chur, Tanz), Sandro Livio Straube (Vella, Bildende Kunst) und Jan-Andrea Bernhard (Strada/Ilanz, Geschichte und Gedächtnis).

Der Wettbewerb für professionelles Kulturschaffen (kleine Projekte) des Kantons Graubünden wird jeweils im Juli ausgeschrieben. Einsendeschluss ist Ende August. Bei diesem Wettbewerb werden Werkbeiträge oder freie Stipendien von maximal 10 000 Franken vergeben. Der Wettbewerb für professionelles Kulturschaffen (grosse Projekte) wird jeweils im Januar ausgeschrieben. Einsendeschluss ist Anfang März. Bei diesem Wettbewerb werden Werkbeiträge oder freie Stipendien von maximal 20 000 Franken vergeben. Dieselbe Person kann insgesamt höchsten dreimal ein Stipendium oder einen Werkbeitrag erhalten. Ausbildungen sind vom Wettbewerb ausgenommen.

Christoph Müller übernimmt Klosters Music

Der Basler Kulturmanager Christoph Müller wird Künstlerischer Leiter von Klosters Music. Er folgt in dem Amt auf David Whelton.

Christoph Müller (Bild: Menhuin Festival/Adrian Moser)

Müller übernimmt die Funktion beim bündnerischen Festival am 1. November 2026. Er tritt die Nachfolge von David Whelton an, der sich mit der kommenden Festivalausgabe (31. Juli – 9. August 2026) als künstlerischer Leiter verabschiedet. Ab 2027 wird Müller im Rahmen von Klosters Music mit dem «Klosters Fine Violin Summit» ein zusätzliches Projekt lancieren, das Musik und Geigenbaukunst verbindet. Das von ihm neu geplante Projekt hat auch mit Müllers Tätigkeit als Vizepräsident der Schweizer Stradivari-Stiftung Habisreutinger-Huggler-Coray, der bedeutendsten Schweizer Institution für den Erhalt und die Vergabe von historischen Streichinstrumenten, zu tun.

Veranstalterin von Klosters Music ist die Stiftung Kunst & Musik, Klosters. Mit der Gründung der Stiftung und dem gleichnamigen Förderverein wurde im Frühjahr 2019 eine Basis geschaffen, um ein kulturelles Angebot zu entwickeln. Die Stiftung wird zukünftig in den Bereichen Kunst und Musik in Klosters, im Prättigau und darüber hinaus verschiedene Stilrichtungen und Formate realisieren.

Müller hat von 2002 bis 2024 das Gstaad Menuhin Festival geleitet. Er übernimmt 2026 auch die künstlerische Leitung der Settimane Musicali Ascona. Der 1970 geborene Kulturmanager ist ausgebildeter Cellist und war ab 1996 in verschiedenen Funktionen für das Kammerorchester Basel tätig. Seit 2011 ist er der künstlerische Delegierte und Konzertmanager des Orchesters.

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