Francisco Coll kann Opern-Uraufführung nicht selber leiten

Der spanische Komponist Francisco Coll, der 2018 als Composer-in-Residence der Camerata Bern amtete und für Sol Gabetta und Patricia Kopatchinskaja mehrere Werke schrieb, ist Opfer einer Streifung.

Francisco Coll (Bild: Judith Lötscher)

In einer persönlichen Mitteilung schreibt Coll laut dem Online-Magazin Slipped Disc, er müsse sich aufgrund einer kürzlich erlittenen leichten transitorischen ischämischen Attacke von der Leitung seiner Oper Enemigo del pueblo im Teatro Real in Madrid leider zurückziehen. Er erhole sich aber gut und hoffe, nach seiner vollständigen Genesung wieder auf das Podium zurückkehren zu können.

Coll amtete 2018-19 als Composer-in-Residence bei der Camerata Bern, eine Position, die in der Uraufführung des Doppelkonzerts Les Plaisirs Illuminés mit Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta als Solistinnen und dem Komponisten selbst als Dirigenten gipfelte. Ein Violinkonzert für Kopatchinskaja, das vom Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem London Symphony Orchestra, dem Seattle Symphony Orchestra, der NTR Zaterdag Matinee und den Bamberger Symphonikern in Auftrag gegeben wurde, kam im Februar 2020 zur Uraufführung. Sein Cellokonzert wurde 2022 mit Sol Gabetta in der Philharmonie de Paris unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt und erlebte seine britische Premiere bei den BBC Proms 2024 mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Tianyi Lu.

Renovationsarbeiten im Grand Théâtre de Genève

Das Grand Théâtre schliesst an der Place de Neuve bis Ende Juni 2027 seine Türen, um Arbeiten durchzuführen, darunter den Austausch der Bühnenmaschinerie, die akustische Verbesserung des Orchestergrabens sowie die Verbesserung der Akustik.

Grand Théâtre de Genève. Foto: MaykovNikita/depositphotos.com

Ab sofort finden daher alle Opern- und Ballettproduktionen des Grand Théâtre auf der Bühne des Bâtiment des Forces Motrices (BFM), Place des Volontaires 2, in Genf statt. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Programm La Plage werden in Zusammenarbeit mit anderen lokalen Institutionen an verschiedenen Orten stattfinden. Der Ticketverkauf und der Empfang des Grand Théâtre bleiben hingegen im aktuellen Gebäude an der Place de Neuve.

Während einer Renovation des Grand Théâtre de Genève in den 1990er-Jahren wurde in der Maschinenhalle eines ehemaligen Wasserkraftwerks in der Genfer Innenstadt eine neue Bühne gebaut. Der Saal mit 945 Sitzen wird Bâtiment des Forces Motrices  oder Salle Théodore Turrettini nach dem Erbauer des Wasserkraftwerks genannt. Zuerst nur als temporäre Bühne geplant, wird dieser Saal mittlerweile normalerweise für Ballettaufführungen, Kammeropern und Barockopern verwendet.

 

Tod des Schweizer Flötisten Peter-Lukas Graf

Laut internationalen Medien ist der Schweizer Flötist Peter-Lukas Graf im Alter von 97 Jahren in Binningen verstorben.

 

Peter-Lukas Graf (Bild: Yamaha/Schott)

Graf studierte Flöte bei André Jaunet in der Schweiz und am Pariser Konservatorium bei Marcel Moyse und Roger Cortet. Neben seinem Instrumentalstudium absolvierte er auch eine Ausbildung zum Dirigenten. Er war besonders mit der von Moyse geprägten französischen Flötentradition verbunden, pflegte aber auch eine starke Verbindung zur deutschsprachigen Musikkultur.

Als Pädagoge war er viele Jahre lang Dozent an der Musikakademie Basel, wo er Generationen von Flötisten ausbildete, die später internationale Karrieren machten. Seine Diskografie als Flötist und Dirigent umfasst Aufnahmen des zentralen Flötenrepertoires sowie weniger bekannter Werke. Neben zahlreichen gewichtigen internationalen Preisen wurde ihm in den Vereinigten Staaten auch ein Lifetime Achievement Award der National Flute Association zugesprochen, um seinen bleibenden Einfluss auf das Flötenspiel und die Flötenausbildung weltweit zu würdigen.

 

Fischer bleibt bis 2031 in São Paulo

Der Schweizer Dirigent Thierry Fischer hat seinen Vertrag als Musikdirektor und Chefdirigent mit dem Symphonieorchester von São Paulo bis Ende 2031 verlängert.

Tierry Fischer (Bild: Marco Borggreve)

Laut der Mitteilung Fischers auf seiner eigenen Webseite will er durch Tourneen, Künstlerresidenzen und strategische Kooperationen mit führenden Solisten, Dirigenten, Komponisten und Kulturinstitutionen weltweit besonderen Wert auf die Stärkung der internationalen Präsenz des Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo (Osesp)  legen. Das Experimentieren mit neuen Konzertformaten und ein engerer Dialog mit digitalen Plattformen sollen ebenfalls eine Rolle spielen und die Reichweite des Orchesters erweitern.

Fischer begann seine musikalische Laufbahn als Soloflötist in Hamburg sowie an der Oper Zürich. Als Music Director des BBC National Orchestra of Wales trat er jährlich bei den BBC Proms auf. Er war Music Director des Nagoya Philharmonic Orchestra und des Utah Symphony Orchestra sowie erster Gastdirigent der Seouler Philharmoniker. Seit 2020 ist er Musikdirektor des Osesp und seit 2022 des Orquesta Sinfónica de Castilla y León.

Das Osesp wurde 1954 gegründet und von 1997 bis 2008 vom brasilianischen Dirigenten John Neschling geleitet. Nachfolger von Neschling war ab 2009 Yan Pascal Tortelier, der das Orchester bis 2011 leitete. Auf ihn folgten Marin Alsop und ab 2016 Thierry Fischer, zunächst als Gastdirigent. Seit 1999 spielt das Orchester in der Sala São Paulo, die seitdem als Heimspielstätte des Orchesters gilt und für ihre herausragende Akustik bekannt ist.

 

Saviet unterrichtet in Basel Creative Interpretation in New Music

Die amerikanische Geigerin Sarah Saviet wird am Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel Professorin für Creative Interpretation in New Music.

Sarah Saviet (Bild: FHNW)

Sarah Saviet sei eine Violinistin, die sich der Aufführung zeitgenössischer Musik widme, schreibt die Basler Musikhochschule. Sie tritt als Solistin und Kammermusikerin auf und ist Mitglied des Saviet/Houston-Duos sowie des Ensemble Mosaik. Zu ihren jüngsten Auftritten zählen die Uraufführung eines abendfüllenden 90-minütigen Duos von Sarah Hennies bei den Donaueschinger Musiktagen und beim hcmf// sowie Konzerte bei Eclat Stuttgart, Ultraschall Berlin, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Eavesdropping und dem Aldeburgh Festival.

Saviet war Gastkünstlerin an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Hannover, der University of Huddersfield, der University of Chicago und der University of California San Diego. Neben ihren künstlerischen Aktivitäten ist sie Dozentin der Violinklasse bei den Darmstädter Ferienkursen, und sie hat einen Lehrauftrag an der Hochschule Luzern – Musik im Institut für Neue Musik, Komposition und Theorie. Ihre Lehrtätigkeit in Basel wird sie im Herbstsemester 2026/27 aufnehmen.

Viotti wird in Zürich Generalmusikdirektor

Das Opernhaus Zürich teilt mit, dass Lorenzo Viotti für die Spielzeiten 2028/29 und 2029/30 die musikalische Leitung im Haus übernimmt.

Opernhaus Zürich (Bild: Torbjorn Toby Jorgensen)

Geboren in Lausanne in eine franko-italienische Musikerfamilie, studierte Viotti zunächst Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon, bevor er seine Dirigierausbildung in Wien und Weimar fortsetzte. Internationale Anerkennung erlangte er durch den Gewinn mehrerer bedeutender Wettbewerbe, darunter der Nestlé Young Conductors Award bei den Salzburger Festspielen, der Dirigierwettbewerb des MDR-Sinfonieorchesters und der Internationale Dirigierwettbewerb Cadaqués.

2021 wurde Viotti in Doppelfunktion Chefdirigent des Nederlands Philharmonisch Orkest sowie der Nationalen Oper in Amsterdam. Mit Beginn der Saison 2026–2027 übernimmt er die Position des Musikdirektors des Tokyo Symphony Orchestra. In Zürich tritt er die Nachfolge von Gianandrea Noseda an, der das Amt seit 2021 innehat.

HSLU entwickelt Gehör-Trainings

Eine Forschungsgruppe der Hochschule Luzern entwickelt hörpädagogische Ansätze, mit denen im Alter die Hörfähigkeit aktiviert und erhalten bleibt.

(Bild: zVg/HSLU)

Die vom Schweizerischen Nationalfonds mitgeförderten Methodenentwicklungen werden in Zusammenarbeit mit Heimen in Kriens realisiert. Die Heime verfügen bereits über ein musikbasiertes Angebot und zudem Offenheit für neue Experimente, war für das Projekt laut er Mitteilung der Hochschule Luzern (HSLU) einen Glücksfall darstellt. Zum Heimalltag gehört bereits gemeinsames Singen und Musizieren. Das Projekt wollte noch etwas mehr: Über kreative, akustische Momente miteinander in Kontakt kommen.

Die erprobten Angebote richteten sich ausdrücklich an alle interessierten Bewohnerinnen und Bewohner, unabhängig von musikalischer Vorerfahrung und davon, warum sie in den Heimen Kriens leben.

Originalartikel:
https://www.hslu.ch/de-ch/hochschule-luzern/ueber-uns/medien/medienmitteilungen/2025/12/18/zuhoeren-als-intervention/

Datenbank zum Musikleben Wiens um 1800

Im Rahmen des Projekts «Das Konzertleben in Wien 1780–1830» ist eine Datenbank aller musikalischen Aufführungen entstanden, die damals in der europäischen Musik-Metropole stattgefunden haben.

Stefan Weinzierl und sein Team haben es sich am Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin zur Aufgabe gemacht, die Musik-Ereignisse vergangener Epochen digital wiederauferstehen zu lassen. (Bild: Ulrich Dohl)

Berliner Fachleute und ein Team des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien haben zeitgenössische Berichte aus Zeitungen, Musikzeitschriften und privaten Tagebüchern gesichtet, Radierungen und Stiche, Grundrisse und Baupläne von Konzertsälen analysiert. Dabei entdeckten sie auch Musikveranstaltungen, von denen vorher nichts bekannt war.

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts «Das Konzertleben in Wien 1780–1830» ist so eine Datenbank aller musikalischen Aufführungen entstanden, die damals in der europäischen Musik-Metropole stattgefunden haben. Neben Texten und historischen Bildern enthält diese auch 3D-Modelle der einzelnen Aufführungsräume.

Mehr Info: 
https://www.tu.berlin/news/pressemitteilung/musikalische-zeitreisen

Catherine Huth erhält Luzerner Kulturförderpreis

Der Kanton Luzern verleiht Catherine Huth für ihr vielseitiges und langjähriges Kulturschaffen den mit 15’000 Franken dotierten Kulturförderpreis.

Catherine Huth (Bild: zVg/Kanton Luzern)

Catherine Huth zeichne sich durch ein grosses und vielseitiges kulturelles Engagement in den unterschiedlichsten Kulturbereichen aus, schreibt der Kanton. Mit ihrem Einsatz für kulturpolitische Themen und Anliegen habe die Kulturvermittlerin, Produktionsleiterin, Künstlerin und Kulturveranstalterin die Luzerner Kulturlandschaft seit Jahren ganz wesentlich mitgestaltet und geprägt.

Neben ihrem eigenen künstlerischen Schaffen im Atelier hat sich Catherine Huth immer auch aktiv für die Luzerner Kulturszene eingesetzt. In Huths langjähriger Zeit von 2009 bis 2014 als Geschäftsführerin der IG Kultur, hat sie mit grossem Einsatz die Anliegen der freien Kultur- und Kunstschaffenden vertreten. 2012 hat sie ihr eigenes Büro «fürimfall» gegründet und dort freiberuflich diverse Kulturprojekte geleitet und Mandate übernommen. Seit 2024 engagiert sie sich als Mitglied der Festivalleitung für die Stanser Musiktage.

Mit dem Preis zeichnet die Kulturförderungskommission jährlich Personen aus, die mit ihrem Werk, ihrer Tätigkeit oder auf andere Weise eine besondere Leistung für das kulturelle Leben des Kantons Luzern erbringen.

Schwyzer Kulturförderung wird ausgebaut

Der Schwyzer Regierungsrat hat entschieden, Kultur ab 2026 stärker zu unterstützen. Kulturvereine und -institutionen sollen gestärkt und auf die stark gewachsene Zahl von Gesuchen reagiert werden.

Rathaus in Schwyz. Foto: Tobyc75

Die Schwyzer Kulturlandschaft habe sich enorm entwickelt, schreibt der Kanton. Prägten früher Volkstheater, Konzerte, einzelne Lesungen und Musikvereine in den Dörfern das kulturelle Leben, so sind in den letzten Jahren viele neue lokale und regionale Kulturvereine entstanden. Gut ausgebildete Kulturschaffende stärken die Kulturvereine und schaffen neue Angebote.

Zusätzliche Mittel kommen aus dem Lotteriefonds. Diesen Beitrag hat die Regierung in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Per Anfang 2026 folgt nun nochmals eine markante Anpassung auf jährlich 2 Millionen Franken. Einen substanziellen Teil dieser Mittel setzt die Kulturkommission für die Gesuche ein, die in grosser Zahl eingereicht werden. Der gesprochene Beitrag an die Kulturvereine und Kulturschaffenden hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und liegt heute bei gegen 1 Million Franken.

Die zusätzlichen Mittel ermöglichen es zudem, die Zusammenarbeit mit grösseren Veranstaltern und Kulturvereinen zu stärken. In Leistungsvereinbarungen soll festgeschrieben werden, welche Leistungen diese Kulturanbieter zugunsten der Schwyzer Kultur erbringen müssen. Diese gegenüber heute erweiterte Regelung kommt Kulturinstitutionen zugute, die aus Sicht der Kulturkommission für das Schwyzer Kulturwesen von strategischer Bedeutung sind, so beispielsweise der Music-Club Mauz in Einsiedeln, das Gaswerk in Seewen, das Theater Arth sowie «Der Herbst» in Brunnen/Gersau.

Handel mit Pernambukholz wird nicht verboten

An der 20. Konferenz zum internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) sind Anträge Brasiliens, Handel und Transport von Pernambukholz vollständig zu verbieten, nicht durchgekommen.

Pernambukbaum (Bild: CC BY 2.5/der Kolonist)

Pernambukholz wird seit etwa 1750 für die Herstellung von Bögen verwendet und ist nach der Einschätzung von Bogenbauern im Geigenbau kaum ersetzbar. Musiker befürchteten, beim Reisen mit Pernambuk-Bögen komplizierte Sondergenehmigungen einholen zu müssen, was Tourneen gefährdet hätte.

Der Pernambukbaum, seit 1978 Brasiliens Nationalbaum, wurde 1992 in die offizielle Liste der bedrohten Pflanzenarten des Landes aufgenommen. Im Jahr 2007 erreichte Brasilien seine Aufnahme in Anhang II des CITES-Übereinkommens, mit einer Ausnahmeregelung für Fertigprodukte wie Bögen.

Mit dem Vorschlag, Pernambuco in Anhang I des CITES aufzunehmen, betonte Brasilien, dass mehr als 90 Prozent des geschlagenen Holzes während des Produktionsprozesses entsorgt wird, da es aufgrund strenger Qualitätsstandards als ungeeignet für die Herstellung professioneller Bögen gilt. Darüber hinaus ist dieses Holz Gegenstand eines umfangreichen illegalen Handels, was den Druck auf diesen Baum, der nur im brasilianischen Atlantischen Regenwald wächst, noch verstärkt und die Art in einem bereits sehr geschwächten Ökosystem unbestreitbar bedroht.

Pernambuco wird daher in Anhang II mit einem Kompromisstext beibehalten, der verstärkte Massnahmen zum besseren Schutz dieser Art mit einem Fällverbot vorsieht.

Clément und Bialobroda unterrichten in Genf

Die Haute École de Musique de Genève (HEM) in Genf hat Noémie Bialobroda und Hélène Clément als Professorinnen für Viola verpflichtet. Sie werden ihre Tätigkeit im September 2026 aufnehmen.

v.l.: Noémie Bialobroda und Hélène Clément (Bild: HEM)

Hélène Clément wurde 1988 geboren und studierte bei Jean Sulem am Conservatoire National Supérieur de Paris, anschliessend bei Hariolf Schlichtig an der Musikhochschule München und schliesslich bei Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Sie ist Mitglied des Quatuor Doric. Sie ist bis zum Ende des akademischen Jahres 25/26 Professorin für Viola und Kammermusik an der Royal Academy of Music in London und wird im September 2026 an die HEM wechseln.

Noémie Bialobroda ist Professorin und Koordinatorin für Kammermusik an der Musikhochschule Genf. Außerdem unterrichtet sie Viola am CNSMD in Lyon. Sie ist seit 2014 zudem Mitglied des Aviv-Quartetts. Im Jahr 2020 gründete sie zusammen mit dem Geiger Sergey Ostrovsky die Geneva International String Academy, deren künstlerische Leitung sie übernahm. Dort bietet sie vielversprechenden jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, einen Sommer lang mit erfahrenen Künstlern zu studieren und zu spielen. Im Jahr 2024 erhielt sie das Kulturstipendium der Fondation Leenaards.

Strukturbeiträge für Luzerner Kulturbetriebe

Ab 2027 sollen mittelgrosse Kulturbetriebe im Kanton Luzern von festen Strukturbeiträgen profitieren können. Der Regierungsrat hat dazu die Botschaft ausgearbeitet.

Luzern (Bild: Andyindia)

Ziel der neuen Vorlage sei eine verbindliche Strukturförderung für mittelgrosse Kulturbetriebe, bei der Kanton und Standortgemeinden die Kosten je zur Hälfte tragen, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons. Die strukturelle Förderung von mittelgrossen Kulturbetrieben im Kanton Luzern soll neu geregelt werden. Der Regierungsrat legt dazu eine neue, überarbeitete Botschaft vor. Dies nachdem der Kantonsrat im Frühjahr 2023 die Botschaft B 126 «Weiterentwicklung regionale Kulturförderung» an den Regierungsrat zurückgewiesen hatte.

Kernstück der neuen Vorlage ist die neue Strukturförderung, die finanzielle Beiträge des Kantons an wiederkehrende strukturelle und betriebliche Kosten ausgewählter Kulturinstitutionen vorsieht. Auf Basis klarer Kriterien und in Zusammenarbeit mit den Standort- bzw. Trägergemeinden schliesst der Kanton mit ausgewählten Kulturbetrieben trilaterale Leistungsvereinbarungen ab. Voraussetzung für einen kantonalen Beitrag ist, dass die jeweilige Standortgemeinde einen Strukturbeitrag in mindestens gleicher Höhe leistet.

Mehr Infos:
https://news.lu.ch/html_mail.jsp?id=0&email=news.lu.ch&mailref=000lyg00000ti0000000000000bsk6ec

Liza Lim mit Grawemeyer Award geehrt

Die australische Komponistin Liza Lim, von der im Rahmen der Roche Commissions 2026 am Lucerne Festival ein Werk aufgeführt wird, ist mit dem renommierten Grawemeyer Award ausgezeichnet worden.

Liza Lim (Bild: Nik Hunger)

Die 1966 in Perth, Australien, geborene Liza Lim ist Professorin für Komposition und Inhaberin des ersten Sculthorpe-Lehrstuhls für australische Musik am Sydney Conservatorium of Music, wo sie auch das Programm Composing Women leitet. Sie erhielt Kompositionsaufträge von einigen der bedeutendsten Orchester und Ensembles der Welt, darunter Los Angeles Philharmonic, das Ensemble intercontemporain, das Ensemble Modern, Arditti Quartet und das Klangforum Wien. Bei Lucerne Festival war Lim zuletzt im November 2023 mit der Uraufführung ihres Werks Multispecies Knots of Ethical Time, eine Komposition für 15 Musikerinnen und Musiker, Gestural Performer und Video, präsent.

Die zur Zeit mit 100’000 Dollar dotierten Grawemeyer Awards werden einmal pro Jahr von der University of Louisville in Kentucky vergeben. Preisträger werden in den Kategorien Erziehung und Lehre, Ideen, welche die Weltordnung verbessern, Musikkomposition, Religion und Psychologie nominiert. 2015 ging ein Preis an Wolfgang Rihm, den damaligen Leiter der Lucerne Festival Academy.

Chailly bleibt Chef des Lucerne Festival Orchestra

Riccardo Chailly hat seinen Vertrag mit dem Lucerne Festival Orchestra bis Ende 2028 verlängert. Zusätzlich sind auch Tourneeprojekte im Ausland sowie zukünftige Projekte mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) geplant.

Riccardo Chailly (Bild: Priska Ketterer)

Chailly leitet laut der Medienmitteilung des Festivals weiterhin Konzerte im Frühling und Sommer, dort auch die offizielle Eröffnung. Riccardo Chailly ist seit 2016 Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra, er folgte auf Claudio Abbado. Mit der Gründung des Lucerne Festival Orchestra, das sich im August 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, knüpften der Dirigent Claudio Abbado und Festival-Intendant Michael Haefliger an die Geburtsstunde der Luzerner Festspiele im Jahr 1938 an, als Arturo Toscanini mit dem Concert de Gala ein Eliteorchester bildete.

Die Orchestermitglieder treten ausserhalb der Festspielsaison solistisch auf, nehmen Positionen bei renommierten Orchestern ein, lehren an Hochschulen oder entstammen den Reihen des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. Bis zu seinem Tod im Januar 2014 hatte Claudio Abbado die künstlerische Leitung des Orchesters inne.

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